You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Weltenstadt Forum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

1

Friday, September 18th 2015, 8:43pm

Reise nach Blurraent

Reise nach Blurraent

Nicht das erste mal seit dem Beginn seiner Reise vor vier Wochen sagt er sich das er lieber einen Segler genommen hätte. Wahrscheinlich wäre er jetzt schon am Ziel seiner Reise, aber nein er musste ja auf seine Mutter hören und sich mit einem Planwagen auf den langen Weg Richtung Osten machen. Reisen, schlafen und arbeiten auf engstem Raum würden seinen Charakter festigen und ihn näher an die wirkliche Welt bringen hatte sie gesagt. Es würde ihm gut tun mal unter normale Menschen zu kommen und sich mit ihren alltäglichen Problemen zu befassen. Nach seinem Besuch im Turm des Verrückten hatte er sich immer mehr zurückgezogen und sich zu sehr mit den alten Schriften und dunklen Geheimnissen beschäftigt die sie dort gefunden haben. Seine Mutter wusste zwar nicht was er dort gefunden hatte, immer wenn sie auf dieses Thema zu sprechen kam hat er abgeblockt und sich in Schweigen gehüllt. Er war nie ein geselliger Mensch, ging nicht in Gasthäuser oder gar in Freudenhäuser, doch in den letzten Monaten hat er sich so in seine Studien vergraben das er teilweise vergessen hat zu Essen, er ist griesgrämig geworden mit anderen Worten ein richtiges Ekel. Aus Sorge um ihren Sohn ließ sie ihn beschatten, hat sogar eine Haushaltshilfe bei ihm untergebracht um ihm zur Hand zu gehen und natürlich auch um ein wachsames Auge auf ihm zu haben. Dorans verhalten hat sie dazu gezwungen zu handeln und ihn im Auftrag des Tempels nach Blurraent zu senden, er war nicht begeistert Talyra zu verlassen und noch weniger begeistert war er als er den Planwagen und die beiden Pferde gesehen hat um die er sich kümmern musste, vollgestopft mit allen möglichen und unmöglichen Dingen hat er gegen seinen Willen Talyra verlassen um den Auftrag seiner Mutter zu erfüllen.
Die ersten Tage waren grausam, er hatte soviel zu tun mit den Pferden und dem Wagen, er musste sich etwas zu essen machen und selber abwaschen das er keine Zeit und Muse hatte sich seinen Schriften zu widmen, er war schlichtweg einfach zu müde. In der zweiten Woche trödelte er auf dem Weg, fertigte Skizzen von Pflanzen und Tieren an die er sah, sammelte Gesteinsproben und Pflanzen und beschäftige sich bis spät in die Nacht damit alles ausführlich auf zu schreiben. Die Natur griff mit Neugier nach ihm und er ließ es zu. Seine sonst so blasse Haut bekommt eine gesunde Farbe und auch das Essen schmeckt ihm wieder das er der guten Luft zuschreibt und es natürlich auch als Ratschlag für spätere Generationen in seinen Büchern festhält. Eine Bauernweisheit natürlich und nichts neues für jeden normalen Menschen, aber Doran der in Tempeln aufgewachsen ist, ist dies eine Erkenntnis.
Heute morgen hat es leicht geregnet und die Bäume glitzern silbern während der junge Alchemist die Sonne beobachtet wie sie sich durch die Wolken kämpft. Nach dem Frühstück war er ausnahmsweise mal früh aufgebrochen und hockt nun gutgelaunt auf dem Bock seines Wagens die Zügel locker in der Hand und eine langstielige Pfeife im Mund. Laut der Auskunft eines Waldarbeiters den er gestern Abend getroffen hatte gab es ein Gasthaus auf seinem Weg und wenn er sich früh auf den Weg macht könnte er es vor Sonnenuntergang erreichen. Doran hat nichts gegen ein richtiges Bett und ein heißes Bad und so freut er sich schon auf ein wenig Geselligkeit am Abend.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

2

Friday, September 18th 2015, 9:23pm

Natürlich ist Doran nicht am gleichen Abend am Gasthaus, die zahlreichen Ablenkungen am Wegesrand lassen ihn immer wieder anhalten und so ist es nicht verwunderlich das er am Abend an einem kleinen Lagerfeuer sitzt nachdem er Flocke und Schnee, seine beiden Pferde versorgt hat, sich eine selbstgekochte Gemüsesuppe schmecken lässt. Der junge Alchemist hat gute Laune, es war ein wunderbarer Tag auf der Straße gewesen, er hat drei Jägersleuten seine Tinktur verkaufen können. Zwar haben sie ihm keine Münzen geben können, dafür zwei wundervoll weiche weiße Pelze, ein guter Tausch wie Doran findet. Seine Tinktur wird wie Balsam für das Holz ihrer Bögen sein, als kleines Geschenk haben sie ihm sogar ein Perlhuhn überlassen das auf einem Spieß über dem Feuer vor sich hin brutzelt. Aus feinen Kräutern die er in den letzten Tagen sammelte um sie in Öl einzulegen und Pilzen die er glücklicher weise und wie durch Zufall heute am späten Nachmittag gefunden hat hat er eine Kräuterpilzkruste gezaubert. Irgendwo im Wald ruft ein Tirinki, zuvor hat Doran diese kleinen Singvögel nur in den Tempelgärten seiner Mutter gehört, die Feuerpriesterinen lieben das rote Kleid des Singvogels und er erfreuen sich an ihrem Gesang. Es macht den jungen Mann glücklich und weckt Erinnerungen an seine Kinder und Jugendtage, jeden Tag verblassen die dunklen Tage und seine Studien an verbotenen Schriften ein wenig mehr. Es gab soviel zu entdecken, soviel das noch nicht in Büchern stand und das man erleben musste um es erlebt zu haben.
Nachdem die Sonne untergegangen ist und er vorzüglich gespeist hat, wickelt er die Reste des Huhns für das morgige Frühstück in Wachspapier, wäscht das Kochgeschirr aus und löscht das Feuer. Im Wagen macht er es sich noch gemütlich, noch ist es Nachts nicht kalt und er hat eine Lagerstatt aus Fellen und Decken in der er sich kuscheln kann, das ihn wilde Tiere oder gar Räuber überfallen könnten daran denkt er überhaupt nicht. Schließlich war bisher nichts geschehen...

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

3

Tuesday, September 22nd 2015, 9:49am

Auch am nächsten Tag erreicht er das Gasthaus nicht, eine kleine verträumte Bucht läd zum verweilen ein. Geschützt durch Ogerhohe Felsen liegt der feine Sandstrand etwas abseits der Straße und nur durch einen glücklichen Zufall hat der junge Alchemist ihn gefunden. Zwei wunderschöne Trauerweiden greifen mit ihren Ästen bis ins Wasser und lassen so einen natürlichen Baldachin entstehen. Kurzerhand entschließt sich Doran einen Tag hier zu rasten um seine Pferde zur Ruhe kommen zu lassen. Außerdem kann ein Bad im See auch nicht wirklich schaden, denkt er sich.
Und so verbringt er den Vormittag damit zu planschen wie ein kleines Kind, den Mittag verschläft er schlicht weg um sich am Nachmittag um das Abendessen zu kümmern. Eine Mondscheinforelle bruzelt wenig später über einem kleinen Lagerfeuer auf einem langen Spieß. Eigentlich hätte er sich um seine Ausrüstung kümmern wollen, eine Achse am Wagen verlangt schon seit Tagen nach Fett, doch das konnte auch bis morgen warten, heute ist faulenzen angesagt, so langsam gefällt ihm dieses Leben, so langsam fühlt er sich wie ein richtiger Abenteurer, so einer wie sie in den Büchern stehen. Genüsslich vertilgt er die Reste seiner Forelle und beobachtet den Sonnenuntergang, morgen würde er dann im Gasthaus übernachten, heute Nacht schläft er unter freiem Himmel um die Sterne zu beobachten.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

4

Tuesday, September 29th 2015, 9:48am

Es war eine wunderschöne und ruhige Nacht am Wasser, ereignislos war sie nicht. Feenlichter und ein Zirpenkonzert haben Doran unterhalten während er den lauf der Sterne bis tief in die Nacht beobachtet hat. So ist es nicht verwunderlich das er erst spät am kommenden Morgen erwacht. Die Sonne steht schon über dem See, nur vereinzelte Nebelfetzen hängen noch zwischen den tiefen Ästen der Weide. Eine Entenfamilie schnattert in der nähe vor sich hin und lässt sich auch von Doran nicht vertreiben, als dieser sich prustend ins Wasser gleiten lässt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück aus Eiern mit Speck, beginnt er gemächlich seine sieben Sachen zu verstauen. Für einen Städter ist er ausgesprochen ordentlich, er nimmt alles mit und hinterlässt keinen Abfall, schließlich möchte er keinen Ärger mit den Waldfeen und Kobolden. In einem Buch hat er gelesen das sie es nicht gerne sehen wenn die Natur vom großem Volk getrampelt wird, wie sie es nennen. Zwar würde er gerne Bekanntschaft schließen mit den scheuen Waldbewohnern, aber nicht um jeden Preis.
Das Wetter hält sich, ab und an kommt ihm ein Wanderer entgegen mit dem er einen Plausch hält, meist über das gute Wetter, ansonsten verläuft seine weiterreise relativ ruhig und so kommt er am Nachmittag an dem vor zwei Tagen in Aussicht gestelltem Gasthof an. Ein großes angelaufenes Messingschild über der Türe mit der Aufschrift Waldwacht ist allerdings das einzige was auf den ersten Blick darauf schließen lässt das es ein Gasthof ist. Das Gebäude ist aus massivem roten Stein gebaut und gleicht eher einem Wachturm, kleine längliche Fenster die eher an Schießscharte einer Burg erinnern blicken listig auf den Weg. Das Dach ist mit schwarzem Schiefer gedeckt und aus einem Kamin steigt etwas Rauch auf. Noch bevor Doran absteigen kann kommen zwei Burschen aus einem flachen Stall gelaufen um ihn zu begrüßen und sich um seine beiden Pferde zu kümmern. Sie versichern ihm das sie in den besten Händen wären und sie sich auch um seinen Wagen kümmern würden.
Der Innenraum hält das was er von außen verspricht. Eine Handvoll schwerer Holztische und grobe Bänke bieten Platz für gut zwanzig Personen, über einer gemauerten Feuerstelle hängt ein Kupferkessel. Der Holzboden ist mit grober Sägespäne ausgestreut, das Gasthaus macht einen urigen und gemütlichen Eindruck. Kaum das er durch die Türe ist, kommt ein freundliches „ Ich bin gleich da“ aus dem hinteren Teil hinter dem Tresen. Noch sind keine Gäste da, wahrscheinlich kommen sie erst zum Abend hin denkt sich der junge Alchemist, und so kann er sich einen Platz aussuchen. Nicht das es einen unterschied machen würde, wie er feststellt sind die Bänke und Tische so angeordnet das sie alle mit dem gleichen Abstand zum Tresen stehen. Wenig später kommt der Wirt und nimmt Dorans Bestellung auf.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

5

Saturday, January 9th 2016, 12:42pm

Seit fast drei Monaten ist Doran nun schon Gast in Waldwacht, dem urigen Gasthaus am Wegesrand. Die Wirtsleute sind äußerst nette Menschen die ihn für ein paar kleinere Arbeiten ein gutes Zimmer und anständiges Essen geben. Schnell hat sich in der Gegend herumgesprochen das ein Gelehrter im Gasthaus ist der sich auch auf die Alchemie versteht. Jäger und Waldläufer kommen genauso zu ihm wie einfache Bauern um bei ihm Rat zu einzuholen oder eine seiner vielen Tinkturen oder Salben zu erstehen. Ein gutes Geschäft und das nicht nur für ihn, den natürlich bleiben die meisten auf ein Bier oder eine Mahlzeit so das Alchemist und Wirt etwas davon haben das er sich in Waldwacht aufhält.
Seinen Auftrag hat er natürlich nicht vergessen, er hat einen der Waldläufer gebeten eine von ihm geschriebene Nachricht in den Tempel zu bringen, das er sich verspätet da die Leute hier und jetzt auf seine Hilfe angewiesen wären und er unmöglich weiter reisen könnte. Er versichert aber das er so schnell als möglich aufbrechen würde um selbst vorstellig zu werden.
Das war nun schon wieder acht Wochen her und nun hatte der Winter eingesetzt und jeder rät ihm von der weiterreise ab, da es nun sehr ungemütlich werden würde und es besser für ihn wäre den Winter hier zu verbringen schließlich möchte ja niemand das ihm etwas passiert und da kann sich Doran nur voll und ganz anschließen.


Heute früh steht er schon vor den Wirtsleuten Cifford auf, über den Wipfeln der Bäume liegt noch das Tuch der Nacht, in einfache Kleidung aus dunklem Tuch und Leder gekleidet und nur mit seinem Stab und einem Weidenkorb bewaffnet wandert er den schmalen Pfad hinter dem Gasthaus in den Wald hinein. Taren, ein Elbenwaldläufer hatte ihm von heißen Quellen berichtet und ihm sogar eine grobe Karte gezeichnet. Die Quellen an sich sind schon einen Besuch wert hat Taren ihm versichert, doch an diesen Quellen würden ab und an am frühen morgen Feen auftauchen um sich zu wärmen. Vielleicht mit viel Glück könnte er auch welche sehen, dafür müsse er allerdings vor dem Morgengrauen dort sein. Natürlich hat Doran kein Glück, er erreicht zwar vor dem ersten Sonnenstrahl die in einer Mulde gelegene Quelle, allerdings von Feen ist keine Spur zu sehen. Ein wenig enttäuscht lässt er sich am Rand auf den fast weißen Steinen nieder und schaut in das dunkle Wasser von dem ein permanenter Dunst aufsteigt. „ Es wäre ja auch zu schön gewesen“ murmelt er vor sich hin und lässt seine Hand durch das angenehm warme Wasser gleiten. So sitzt Doran einige Zeit dort um sich ein wenig auszuruhen und wartet auf den Sonnenaufgang um im zunehmendem Licht wenigstens noch einige Pilze oder Beeren zu suchen, damit sein Ausflug nicht ganz vergebens gewesen ist. Kurz spielt er mit dem Gedanken ein Bad zu nehmen, verwirft ihn aber dann doch angesichts der Tatsache das er sich mitten in einem Wald befindet und er nicht mehr ganz so unbedacht ist sich ungeschützt in ein unbekanntes Gewässer zu begeben. Und so kommt Doran am frühen morgen zurück zur Waldwacht mit einigen Pilzen,Beeren und Kräutern für das morgendliche Frühstück. Zwar schaut Frau Cifford etwas verwundert, freut sich aber über die Abwechslung und verspricht dem jungen Mann ein königliches Frühstück.
Vielleicht hätte er morgen mehr Glück und er würde ein Fee tanzen sehen, und vielleicht würde er morgen ein Bad in der Quelle nehmen. Für heute widmet er sich wieder seinen Schriften und seinen Kunden.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

6

Sunday, January 10th 2016, 10:32pm

Seit drei Tagen ist er jeden Morgen vor dem ersten Sonnenstrahl an den Quellen, inzwischen kennt er den Weg dorthin schon recht gut. Vorbei an dem großen Wurzelbaum der aussieht wie ein Troll bei der Morgentoilette, über einen schnell dahinfließendem Bach mit schäumendem dunklem Wasser. Durch einen Hohlweg mit herab hängenden Ästen die wie kalte tote Finger nach seinem Haar greifen, über die im Sommer sicherlich mit Moos bewachsene Kuppe, bis er zu der Mulde mit den weißen Steinen kommt und der dunstumgebende Quelle.
Natürlich tanzen auch heute morgen keine Feen oder sonstigen Waldgeister um das Wasser, damit hat Doran auch nicht wirklich gerechnet, wahrscheinlich ist er viel zu laut und die kleinen scheuen Wesen fliehen schonen sobald er das Gasthaus Waldwacht verlässt. Viel wahrscheinlicher ist aber das der Waldläufer ihn auf den Arm genommen hat, viel zu leichtgläubig hat er ihm seine Geschichten abgenommen und ihm dafür den ganzen Abend Getränke spendiert. Naja zumindest hat er ihm den Weg zu diesem wunderschönen Ort beschrieben.
Sorgfältig legt er seine Kleidung an diesem Morgen ab, faltet sie und platziert sie unter einer Astgabel, dann lässt er sich genüsslich in das warme Wasser gleiten. Welch herrliches Gefühl aus der kalten Luft sich von der wolligen Wärme umspielen zu lassen, bis zu den Schultern reicht ihm das Wasser, tiefer ist die Quelle nicht. Ein einzelner Sonnenstrahl durchbricht das immergrüne Blätterdach und fällt auf die hellen Steine und lässt sie königlich erstrahlen. „ Welch ein schöner Ort, als wenn die Götter diesen Platz für sich ersonnen hätten“ murmelt der junge Alchemist und hat in diesem Augenblick alles vergessen, oder besser in eine seiner vielen Gedankenschubladen verschlossen was er in den Schriften unter dem Turm des Verrückten gelesen und erfahren hatte. Jegliches Wissen das auf ihm gelastet hatte, seine Sinne betrübt und seine Geist blockiert hatte, war zwar noch da, doch so gut verschlossen das es sein ich nicht weiter korrumpieren würde. Seit Wochen ist er das erste mal wieder glücklich.

Einige Stunden später arbeitet Doran mit dem Sohn der Familie Cifford an einer Schöpfvorrichtung und der dazugehörigen Wasserleitung. Zwar ist der Brunnen nicht allzu weit entfernt vom Gasthaus und dem Stall in dem Flocke und Schnee, seine beiden Pferde untergebracht sind, allerdings würde fließendes Wasser bis ins Gebäude den Gastleuten viel Arbeit ersparen. Durch Seile, Zahnräder und Winden bewegen die beiden Männer flaschengroße Amphoren und befördern damit frisches Wasser aus dem Brunnen in die hölzerne Zuleitung die sie in den letzten Wochen angefertigt haben. Erst gestern hatten sie das letzte Stück der Leitung fertiggestellt das den Brunnen mit der Küche verbindet, zufrieden mit sich und ihrer Arbeit klopft Doran dem jungen Mann auf die Schulter und beglückt ihn freudestrahlend. „ Vorbei die Zeit in der du oder deine Mutter schwere Eimer getragen hast.“ Im Kopf plant er schon wie er das Wasser für ein Bad aufheizen kann ohne große Feuer machen zu müssen. Doch für heute würde er sich schon über einen heißen Tee freuen.

Doran

Stadtbewohner

  • "Doran" started this thread

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

  • Send private message

7

Thursday, June 30th 2016, 8:47pm

Nun ist der junge Mann aus Talyra schon fast sieben Monate Gast der Familie Cifford, oder sollte man sagen das er fast schon ein Mitglied der Gasthausbesitzer ist. Er isst mit ihnen regelmässig gemeinsam, hilft bei allen Arbeiten rund um die Waldwacht und ist ein gern gesehener Geschichtenerzähler am Abend für die Gäste. Aber auch seine Bücher füllen sich, er hätte sich nie vorstellen können wie viele fremdländische und unterschiedliche Gäste in dem kleinen Gasthaus absteigen, ein jeder mit seiner eigenen Geschichte und einige sogar aus weiten und wilden Ländern. Natürlich nimmt Doran nicht jedes Wort ernst. Verspricht aber jedem das er ein eigenes Kapitel in seinem nächsten Buch erhalten wird. Natürlich gibt es auch die schweigsamen und mürrischen ( meist Zwerge ) die ihre Geschichten lieber für sich behalten wollen und der Alchemist hat recht schnell gemerkt das er sie besser nicht mit Fragen löchern sollte.
Immer noch fertigt er kleine Auftragsarbeiten an, er schreibt Briefe für Verliebte, setzt Verträge auf und gibt seit einigen Wochen einigen Kindern von einem nahen Holzfällerhof Unterricht im Lesen und Schreiben. Kurz gesagt, der junge Alchemist Doran Sommerwind aus Talyra ist ein Mitglied der Gemeinschaft um Waldwacht.

Heute morgen hat es schon wieder geregnet, wie fast jeden Morgen seit einer gefühlten Ewigkeit, es regnet nie lange, dafür umso heftiger. Danach wurde es warm, wie auch heute wieder. Der aufsteigende Dunst nimmt den beiden Männern fast den Atem bei ihrer Arbeit. Die harte körperliche Arbeit tut dem Gelehrten sichtlich gut, er braucht sich nicht mehr zu verstecken wenn er sein Hemd auszieht. Seit dem Frühling baut er an einem zusätzlichen Gästehaus für die Gäste der Waldwacht. Das Fundament hatte er und der Sohn der Familie aus groben Steinquadern erstellt, die sie nachträglich noch in mühevoller Handarbeit geglättet hatten. Natürlich hätten sie auch fertige kaufen können, doch sie wären um ein vielfaches teurer gewesen. Ein freundlicher Zwerg hatte ihnen die Grundkenntnisse vermittelt, dafür hat Doran seine Reisekleidung wetterfest gemacht, ein gutes Geschäft für beide. Fertig gesägte Balken und Bretter stellten die Holzfäller günstig zur Verfügung und sogar die ein oder andere helfende Hand war bei den Schreinerarbeiten immer vor Ort, was keinen verwunderte da die Köchin immer ein schmackhaftes und kostenloses Essen für jeden hatte der kräftig zupacken konnte. Außerdem gab es nach getaner Arbeit immer den ein oder anderen Humpen Bier für die Arbeiter. Der neue Anbau verfügt über zwölf gleich große Zimmer die Kreisförmig um einen Gemeinschaftsraum angelegt sind, jedes der zwölf Zimmer verfügt über einen kleinen Raum der mit Steinfliesen ausgelegt ist, durch ein Ausgeklügeltes Rohrsystem wird jeder der Räume mit Wasser versorgt das wie ein kleiner Wasserfall aus einer Öffnung unterhalb der Decke gespeist wird. Leider ist das Wasser immer noch kalt, da Doran noch nicht dazu gekommen ist etwas zu bauen was das zum erhitzen taugt ohne zu viel Brennstoffe zu verbrauchen. Wie es sich gehört hat jedes der Zimmer einen Namen und jedes der Zimmer wurde versucht so einzurichten das sie ihren Namen gerecht werden. Doran könnte sich gut vorstellen das es nicht lange dauert und aus Waldwacht wird der Gasthof der Zwölf, den jedes der Zimmer ist einem der Zwölf geweiht. Lächelnd wicht er sich den Schweiß von der Stirn, den Vormittag hat er damit verbracht den großen Innenraum der Hauptsächlich aus Holz besteht mit einer dunkelbraunen Tinktur zu streichen. Schon nach kurzer Zeit hat sein Oberhemd ausgezogen, da es nur noch an ihm klebte. Nun beobachtet er völlig genussvoll eine der Cifford Töchter, ein hinreißendes Geschöpf von Anfang zwanzig mit feuerrotem Haar und einem Körper zum niederknien, dabei wie sie frische Blumen verteilt und immer wieder lächelnd zu ihm rüber sieht. Gestern Nacht hatten die beiden eines der Zimmer gebührend eingeweiht. Doran ist sich sicher das Inari das schönste der zwölf Zimmer geworden ist.

Irgendwann würde er zurück nach Talyra reisen, doch dieser Tag lag noch in weiter ferne, da ist sich der junge Alchemist ziemlich sicher als er der Aufforderung der rothaarigen Schönheit folgt, die neckend in eines der Zimmer verschwindet und dabei kichert wie eine aufgeregte liebestolle Magd.

Similar threads