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Kaya

Stadtbewohner

Posts: 101

Occupation: angehende Schamanin

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166

Tuesday, July 30th 2019, 10:50pm

Ohne sich zu rühren oder die Augen zu öffnen horcht Kaya auf als sie Geräusche an ihrer Tür vernimmt und diese ohne ein Klopfen geöffnet wird. Bisher würde es nur einer wagen, ohne zu klopfen einzutreten. Aber wer weiß schon, was dieser Fremden einfällt, die er ins Haus gelassen hat. Weiter kommt sie mit ihren Gedanken gar nicht, als Shalhors Stimme erklingt und ihr einen guten Morgen wünscht.
„Großer Tag?“, murmelt sie leise und öffnet die Augen dabei. Dann senkt sich ihr Blick auf den mit Kreide und Asche gezeichneten Kreis aus Runen und Zeichen, in dem sie kniet, alten wie neuen, verwischten Überresten alter Symbole und frisch gezeichneten. Mit ihrer Rechten wischt sie eines der an diesem Morgen gezogenen Kreidezeichen fort, woraufhin ein kaum wahrzunehmendes Rauschen in ihren Ohren verklingt.
„Komm rein“, erwidert sie etwas lauter während sie aufsteht und zwei Schritte vormacht, um sich bückend nach dem runden Teppich zu greifen und ihn zurück auf ihren Runenkreis zu ziehen und diesen so vor den Bediensteten wieder zu verbergen. Angekleidet ist sie bereits, eine einfache, helle Tunika, ihre dunkle, fast schwarze Lederhose, die Kette mit dem Wolfskopf und Zähnen um den Hals, die Füße wie immer bar, wenn sie im Haus ist.
Als sie näher kommt wirft sie einen Blick auf das Tablett, das der Hausherr gerade auf dem Tisch abstellt und mustert ihn anschließend ebenfalls mit gerunzelter Stirn. „Wir feiern meinen Ehrentag?“, dämmert es ihr schließlich und ein Lächeln legt sich auf ihre schmalen Lippen. „Also für mich hättest du dich nicht so herausputzen müssen“, meint sie grinsend und schnappt mit flinken Fingern ein Stück Konfekt, es sich gleich in den Mund zu schieben. Da hält sie plötzlich inne und mustert ihn mit argwöhnischem Blick erneut. Was, wenn er sich gar nicht für sie so herausgeputzt hat, sondern für…
„Und deine…“ Mit der rechten Hand gestikuliert sie etwas herum, während sie nach einem passenden Wort sucht, das sie auch aussprechen mag. „Dein Gast?“, betont die das letzte Wort besonders, nicht gerade im allerfreundlichsten Tonfall, und setzt sich an den Tisch.

Shalhor

Stadtbewohner

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Occupation: Schiffbauer / Reeder

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167

Monday, August 12th 2019, 11:46pm

"Ja", lächelt er Kaya entgegen, ganz gleich ob die Frage nach ihrem Ehrentag wirklich eine Frage oder einfach reine Feststellung sein mochte. Und sein Lächeln soll sich noch vertiefen, als sie seine feinere Gewandung bemerkt. Üblicherweise legt sie keinen Wert auf solche Dinge. Aber er tut es und sie weiß, dass er es tut und er kann spüren, dass es ihr etwas ausmacht, dass er sich nur für sie herausgeputzt hat, auch wenn sie es mit einer Spöttelei zu kaschieren versucht. Aber er tut ihr den Gefallen und seufzt. Das ist ihr Spiel, ihr beider lässigere Art geworden, sich ihre Eigenheiten zu lassen ohne den eigenen Standpunkt aufzugeben,meistens jedenfalls und wie es vermutlich nur zwei sturen starken Charakteren einfallen kann, die einander doch aller Andersartigkeit zum Trotz sehr gern haben.
Doch sie hat sich kaum eine der verführerisch angerichteten Köstlichkeiten stibitzt, da stockt sie und ein Argwohn schleicht sich auf ihre Züge, der nicht zu ihrem Spiel gehört. Shalhor bewahrt sein liebevolles Lächeln und hütet sich davor, heute mit ihr über Sigourny zu sprechen oder überhaupt irgendetwas, dass Kayas Ehrentag in den Hintergrund zu drängen imstande wäre. Stattdessen legt er seine Hand an ihre Wange. "Nur Du und ich. Ich habe es nicht vergessen", und gibt sie mit einer Geste, es sich doch am Tisch bequem zu machen, wieder frei, schenkt ihr vom heißen Cocoa ein und nimmt sich selbst wie üblich Tee. "Das heißt, eine kleine Abweichung davon wirst Du mir hoffentlich durchgehen lassen", schmunzelt er hinter seiner Teetasse verborgen und erklärt ihr beim Essen auch nur so viel, dass er sie nach dem Frühstück in der Großen Halle erwartet, wenn sie ihm nur einen kleinen Vorsprung gewährt. Sie fragt natürlich recht keck nach, wie lange er für so einen kleinen Vorsprung brauche und als er erwidert, in etwa so lang, wie sie bräuchte, um in ein Kleid zu schlüpfen, kraust sie ihr Näschen, dass er leise auflacht, schließlich verlangt er nicht, dass sie das auch wirklich tut, hat er nie. Einzig sauber und ordentlich will er sie gewandet wissen, dann ist er schon zufrieden. So zwinkert er ihr zu, als er sich vom Frühstückstisch erhebt und mit einem "bis gleich" ihr Zimmer verlässt.

Angeregt durch Xilians Idee muss er doch noch eine ungeplante Vorbereitung treffen und öffnet noch im kleinen Flur das Gewirr, um in den verborgenen Raum dieses Hauses zu gelangen, um dessen Existenz er allein weiß. Auf gleichem Weg kehrt er zurück und huscht in sein Gemach, Crona und den Welpen über den Gesindetrakt hinunter in die Küche zu bringen, in der ihn alle erwartungsvoll entgegen blicken. "Sie kommt jeden Augenblick herunter." Er muss nichts weiter sagen. Sie alle sind bereits bestens informiert und haben nur darauf gewartet. Adele ist als Erste aufgesprungen und teilt schlanke Kerzen aus, die sich ein jeder am Ofenfeuer entzündet, um sich still und leise in der, bereits für die kommenden Jultage festlich geschmückten, Großen Halle zu versammeln. In einer Reihe haben haben sie aufgestellt und blicken erwartungsvoll hinauf zur Galerie, bis Kaya dann tatsächlich kommt.

"Schaut, wer kommt denn da herein?" stimmt Adele ein Namenstagständchen an, in dass die ganze, versammelte Dienerschaft einfällt.
"Holla-hi, holla-ho."
Doch während Adele, Halle und Gesine, Marthe, Jorindel und Fine ganz inbrünstig, feierlich singen, oder es zumindest redlichst versuchen:
"Kann das uns're Kaya sein?",
haben die Mannsbilder, ausgenommen seine Lordschaft, nur Blödsinn im Kopf, machen Faxen bei jedem:
"Holla-hi-ja-ho" und wippen dabei in voller Absicht asynchron auf und ab, dass selbst Shalhor an sich halten muss, um nicht aufzulachen. Dabei sieht er noch nicht einmal ihre albernen Grimassen. Aber er versteht den Sinn, denn nichts ist Kaya zuwiderer, als im Mittelpunkt stocksteifer Zeremonien zu stehen.
"Wie schön, dass wir beisammen sind.
Holla-hi, holla-ho.
Heute bist Du das Jubelkind.
Holla-hi-ja-ho.
Einst geboren winzig klein,
holla-hi, holla-ho,
bist nun ein holdes Fräulein fein,
holla-hi-ja-ho.
Wir wünschen Dir zum Ehrentag,
holla-hi. holla-ho,
dass dich keine Sorge plag,
holla-hi-ja-ho,
wünschen alles Glück der Welt,
holla-hi, holla-ho,
ganz so wie es Dir gefällt,
holla-hi-ja-ho,
Braten, Speck und Spezereien,
holla-hi, holla-ho,
ein paar schöne Ländereien,
holla-hi-ja-ho,
süßen, güld’nen Honigmet,
holla-hi, holla-ho,
ein Haus, das wie ein Felsen steht,
holla-hi-ja-ho,
Silbertaler und auch Gold,
holla-hi, holla-ho,
ein Mannsbild, das Dir ewig hold,
holla-hi-ja-ho.
Was fehlt Dir noch, was soll es sein?
holla-hi, holla-ho,
Ein Hoch auf unser Fräu-hoi-lein,
holla-hi-ja-hooooo!"

Als das Liedstück endet, umringen sie die Jubilarin und heißen sie, so viele, der ihr entgegen gestreckten Kerzen wie nur möglich mit einem Mal auszupusten, damit all ihre guten Wünsche in Erfüllung gehen können, wobei Xilian, dieser ausgemachte Kindskopf, die seine Kerze wegzieht und flachsend meint, das Mannsbild hätte ja wohl noch Zeit. Dann tritt Adele an sie heran, nimmt ihre Hand und legt eine Lederschnur mit einer aufgefädelten Perle hinein. "Mein liebes Kind, ich bin von Herzen froh, dass Dich das Schicksal über unsere Schwelle geführt und diesem Haushalt frischen Wind eingehaucht hat und möchte Dich nicht mehr missen. Und damit Du mich nie vergisst, möchte ich Dir die hier schenken. Nacheinander schenkt ihr jeder eine hübsche Perle, fädelt sie auf ihre Schnur und bedenkt sie mit lieben Worten, selbst die Kindsköpfe unter ihnen und derart vereinnahmt, schummelt Shalhor Crona hinter ihren Rücken und heißt sie, hinter dem gepolsterten Körbchen still sitzen zu bleiben, in dem der kleine Wolfmischling das ganze Primborium um Kaya und ihre Gratulantenschar einfach verschläft. Als Kaya jedoch die letzte Perle bekommen hat und Fine die Perlenschur um Kayas Handgelenk legen will, hat Shalhor die Schar halb umrundet und meldet sich zu Wort:
"Nicht so schnell, Fine. Ich will meinen, dass Armband ist noch nicht ganz vollständig."
Überrascht machen sie seiner Lordschaft Platz, der nun vor sie tritt. "Denn bin nicht auch ich ein Teil Deines Lebens geworden", lächelt er sie liebevoll an, bevor sich seine Augen auf die Perlenschnur legen. Auch er fügt dieser eine Perle hinzu, nur ist sie weder aus Holz noch in irgendeiner Weise verziert. "Diese hier ist das Symbol des Hauses, in welches ich geboren wurde. Schon seit einigen Monden, liegt mir eine Frage auf dem Herzen, die ich mich noch nicht recht traute, Dir zu stellen. Heute will ich es nun endlich wagen", beugt er vor ihr das Knie und legt ihr das Armband um. "Kaya, könntest Du Dir vorstellen, meine Tochter zu werden, nicht nur im Herzen, sondern vor den Augen der Götter, nach dem Recht von Menschen und Elben gleichermaßen? Ich wäre bereit, wenn Du es bist", nimmt er ihre Hände schließlich zwischen seine und küsst sie sanft. "Du musst Dich nicht sofort jetzt und hier entscheiden. Vor allem nicht, da da noch etwas auf Dich wartet, von dem ich nicht genau weiß, ob wirklich ich es bin, der Dir das schenken möchte." Und mit einem Deut seines Hauptes ermuntert er sie, einen Blick hinter sich selbst zu werfen..
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

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Kaya

Stadtbewohner

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168

Tuesday, September 24th 2019, 9:36pm

Der Versuch eine gleichgültige Miene zu bewahren und höchstens dem Hausherrn einen vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen scheitert (nun ja, dann sei ihm dies eben verziehen; aber nur ausnahmsweise!) ob dieses Ständchens der Bediensteten, die Kaya in den letzten Jahren weitaus mehr ans Herz gewachsen sind als sie jemals zugeben würde. So kann sie ein durchaus ergriffenes Lächeln nicht verstecken, wenngleich sie auch nicht ein Wort erwidert (das ist und bleibt nun einmal einfach nicht ihr Ding) ebenso wenig wie ihr Staunen über die mit jedem Gratulanten wachsende Perlenschnur, jede einzelne begleitet von warmen Worten, die auch Kaya nicht unberührt lassen. Fine will ihr das Perlenarmband gerade umlegen, als Shalhors Stimme sie zurückhält, woraufhin sie ihm Platz macht.

>Denn bin nicht auch ich ein Teil Deines Lebens geworden<

Natürlich bist du das‘, erwidert Kaya allein in ihren Gedanken, denn aussprechen muss sie es ohnehin wohl kaum, und erwidert sein Lächeln. Seine Perle allerdings ist nicht wie die anderen aus Holz und hebt sich auf dem Armband deutlich von den anderen ab (nun, er ist der Hausherr, da ist es sein gutes Recht, sich von dem Rest abzuheben), allerdings stört diese Perle das Gesamtbild überhaupt nicht. Vielmehr wirkt das Armband durch sie erst vollständig. Seine Worte allerdings lassen Kaya stutzen und als er vor ihr auch noch das Knie beugt und ihr das Armband umlegt, ruft etwas tief in ihr zu Achtsamkeit auf.

>Kaya, könntest Du Dir vorstellen, meine Tochter zu werden, nicht nur im Herzen, sondern vor den Augen der Götter, nach dem Recht von Menschen und Elben gleichermaßen? Ich wäre bereit, wenn Du es bist<

Verdattert huscht ihr Blick zwischen ihm und dem Armband hin und her, nicht ganz sicher, ob sie sein Anliegen tatsächlich richtig verstanden hat. Ob sie seine Tochter werden möchte? Also so richtig? Ganz offiziell? Ihre Lippen öffnen sich ein klein wenig, ohne dass sie eine Ahnung hat, was sie ihm hier und jetzt erwidern soll, wie sie ihm erklären soll, dass das nicht geht oder zumindest keinen Sinn macht, ohne ihn vollends zu enttäuschen. Und nicht nur ihn. Kaya hat das leise und helle ‚Oh‘ und ‚Ah‘ einzelner Anwesender durchaus vernommen. Für den Augenblick kommt er ihr zuvor und fügt hinzu, dass sie sich nicht sofort entscheiden müsse und lenkt umgehend ihre Aufmerksamkeit hinter sie.

Kaya wendet sich um und ihr Blick heftet sich auf das gepolsterte Körbchen, vielmehr auf das kleine Etwas das darin ruht. Es braucht keinen zweiten Blick, um zu erkennen, dass das da in dem Korb kein einfaches Hündchen ist, auch kein reiner Wolfswelpe, aber irgendeine Mischung auf jeden Fall. Kaya mag zwar noch klein gewesen sein, als sie Ukis Welpen angenommen und sie aufgezogen haben, aber sie haben sie ihre ersten Jahre begleitet und sie erkennt einen Wolf, wenn er vor ihr steht. Oder wie in diesem Falle einen Wolfsmischling. Shalhor will ihr dieses kleine Ding schenken? Warum? Was soll sie denn damit? Und was meinte er damit, dass er sich nicht sicher ist, ob es wirklich er ist, der ihr das schenken möchte? Wer sollte ihr das Hündchen sonst schenken wollen?
Neben dem Körbchen wacht Crona und schaut sie mit ihren großen Hundeaugen scheinbar erwartungsvoll an. Vermutlich genauso erwartungsvoll wie die gesamte Belegschaft samt dem Hausherrn in ihrem Rücken, dämmert es Kaya und umgehend wird sie von Unruhe gepackt. Sie weiß nicht, was sie sagen soll, was sie tun kann, um aus dieser Situation zu entfliehen. Und mit jedem Herzschlag wird es unangenehmer. Ihre Finger nesteln unschlüssig an ihrem neuen Armband herum. ‚Könnt ihr nicht einfach alle verschwinden?‘, schimpft sie still. Sie ist sich bewusst, dass jetzt eigentlich der Punkt gekommen ist, an dem sie sich für das Ständchen nicht nur freuen, sondern dafür und für die Geschenke auch ganz herzlich bedanken sollte. Und doch kann sie es nicht und das nicht nur, weil es einfach nicht ihr Ding ist. Den Dunklen wird sie tun, sich jetzt zu ihnen umzudrehen und in ihre enttäuschten Gesichter zu sehen, wenn sie feststellen, dass Kaya sich vermutlich nicht so freut, wie sie es erwartet und erhofft haben. Dass sie dem Hausherrn nicht um den Hals fallen wird und freudig bejaht, seine Tochter werden zu wollen, und dass sie nicht dieses kleine Ding da in dem Körbchen nehmen und herzen wird und nicht mit einstimmen wird, wie süß das Hündchen doch ist.
„Habt ihr nichts zu tun?“, zischt sie schließlich über ihre Schulter hinweg, schnappt sich das Körbchen mit dem Welpen darin und macht sich, dicht gefolgt von der Hündin, auf in ihr Zimmer, während sie versucht jede Reaktion oder auch Nicht-Reaktion in ihrem Rücken zu ignorieren.

Das Körbchen stellt sie in die Nische zwischen dem Kamin und ihrem Bett und beobachtet wie Crona sich direkt davor niederlegt und mit wachsamen Augen Kayas unruhigen Gang durch das Zimmer verfolgt. Die Tür hat das Mädchen bewusst offen gelassen und Shalhor lässt glücklicherweise auch nicht allzu lange auf sich warten, so dass sie sich nicht länger zurückhalten muss:
„Eine kleine Abweichung, hast du gesagt!“, empört sie sich und hämmert ihren Zeigefinger gegen seine Brust. „Eine! Kleine! Und was soll dann das hier?“ Sie deutet auf seine Perle an ihrem Armband. „Und das da?“, deutet sie mit einer Geste hinter sich zu dem Welpen, ohne dabei den Blick von ihm zu nehmen.
„Wie soll das überhaupt gehen? Was soll ich meiner Mutter sagen, wenn sie zurück kommt? Was willst du den anderen erzählen, wenn ich wieder fort bin?“ Da hält sie inne, wohl selbst ein wenig erschrocken über ihre eigenen Fragen, und wendet den Blick mit einem leisen Zischen von ihm ab. Für sie war immer klar gewesen, dass sie hier nur bis zur Rückkehr ihrer Mutter verweilt. Sie war sich immer sicher, dass ihre Mutter eines Tages käme, um sie zu holen. Sie hat nicht umsonst so lange gebraucht, um Taresnar samt seiner Bewohner in ihr Herz zu lassen. Was sich unlängst als Fehler herausgestellt hat, aber der Dunkelheit in sich ist sie sich erst danach bewusst geworden.
Da aber hebt sie den Blick wieder auch schon wieder und sieht ihn eindringlich an. „Oder weißt du mehr als ich?“ Ihre grün-braunen Augen huschen zwischen seinen hin und her als suche sie etwas darinnen. „Wenn du etwas weißt, dann sag es mir!“

Shalhor

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169

Saturday, September 28th 2019, 11:54pm

"Ihr habt das gnädige Fräulein gehört. Husch, husch ans Tagewerk", scheucht Adele die Mägde und Knechte aus der Großen Halle, nur schwingt in ihrer Stimme keine Strenge mit. Und spätestens bei dem verschmitztem Blickwechsel mit seiner Obersten Magd, ist sich Shalhor sicher, dass es überflüssig ist, sich in Kayas Namen zu bedanken. Kaya kann hier niemanden mehr mit Schroffheit über das Zuviel an Ergriffenheit hinwegtäuschen und so schmunzelt auch er, bevor er sich abwendet. Langsam schlendert er die Stufen in die obere Etage hinauf, ihr damit einen kleinen Vorsprung einräumend, ein paar Augenblicke sich zu fassen oder zu besinnen (was davon sie eben braucht), folgt ihr aber ohne jeglichen Umweg in ihr Refugium, welches er einladend offen vorfindet und lässt ihre Empörung nachsichtig über sich ergehen. Mehr als eine kleine Abweichung war das ja nun wirklich nicht, gar kein Vergleich zu Neridyes rauschenden Ballnächten oder Noravendis' plagenartigen Kinderinvasionen. Und was das sollte? Sein Blick folgt ihrer Hand hin zu ihrem Armband und in die Ecke zu Crona und dem Welpenkörbchen. "Das sind Geschen..." Oh! Das!. Sein Herz setzt für einen Takt aus. Ssie mit einem solch unerschütterlichen Glauben von der Rückkehr ihrer Mutter sprechen zu hören, jagt ihm einen kalten Schauer über den Rücken. Sie haben nie wieder etwas von Yara gehört und Shalhor schüttelt den Kopf. "Wenn ich etwas erfahren hätte, wüsstest Du unverzüglich davon."

Von Yara aber existieren nur zwei Briefe, einer an ihn, den er in- und auswendig kennt, Zeilen die davon sprachen, einen finsteren Pfad einzuschlagen und nicht zu wissen, ob die Dunkelheit sie jemals wieder freigeben würde. Damals war es umgekehrt. <Wenn Eine Pfade gehen kann, die sonst niemand zu nehmen wagt, wenn Eine zurückkehren kann, von wo es keine Wiederkehr gibt, dann wird sie es sein>, hatte er voller Überzeugung einem fremden, aufgelöst weinenden Mädchen gesagt. Doch die Jahre gingen und heute steht ein junges Fräulein vor ihm, das nicht weiß, was es seiner Mutter sagen soll, nähme es sein Angebot an? <Ich vertraue sie dir an, meine Tochter. sie und ihr Leben>, hatte Yara in eben jenem Brief längst entschieden. Doch kann er ihr davon erzählen? Keinesfalls, wenn seine Tochter zu werden sich für sie anfühlt, als verriete sie ihre Mutter und Shalhor kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es so ist. Wie sonst käme sie auf den Gedanken, sie müssten sich erklären? Zudem sträubt sich alles in ihm, Kayas Hoffnungen anzukratzen. Also legt er seine Hand mit einem liebevollen Lächeln auf ihre Schulter und sagt nur: "Mein Angebot stellt Dich nicht vor die Wahl: Sie oder ich. Aber wenn Du Dich fragst, was Du ihr sagen sollst, bist Du nicht bereit ... vielleicht irgendwann", lässt er ihr ein Türchen offen, sollte sie irgendwann anders empfinden und dankt den Göttern im Stillen, dass sie nicht habe wissen wollen, ob er noch auf Yaras Rückkehr zu hoffen wage.

"Und was ist mit der Kleinen da", deutet er auf den Korb mit dem Welpen hinter ihr. "Hast Du schon eine Idee, wie Du sie rufen willst", fragt er sie arglos, denn wer Kaya kennt, erwartet nicht, dass sie ihre Freude zur Schau stellt oder einen Welpen aus dem Schlaf reißt, nur um ihn zu herzen und schon gar nicht 'oh wie süß' zu quietschen. Sie hat die Kleine in ihr Gemach gebracht und ihr einen Platz gegeben. In Shalhors Augen sagt das mehr als tausend Worte. "Ich weiß, dafür bleibt Dir noch genug Zeit", greift er im gleichen Atemzug der möglichen Anmerkung vor, dass es wohl noch ein Weilchen dauert, ehe die Kleine überhaupt sehen und hören könne (sonderlich genau weiß er natürlich nicht, wie gut sich Kaya damit auskennt), aber er möchte nicht nur vom heiklen Thema Yara loskommen, sondern ist tatsächlich ziemlich neugierig.
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

This post has been edited 3 times, last edit by "Shalhor" (Oct 14th 2019, 12:45pm)


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