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Raven

Unregistered

1

Monday, June 18th 2012, 3:31pm

Die große Südstraße

Ein leichter Wind fährt über das Larisgrün, dessen Bäume bedächtig rauschen, die frische Brise wirbelt sacht Blätter und Sand auf und lässt beides an anderer Stelle wieder fallen. Die kleinen Kiesel knirschen leise unter den Sohlen. Und senkt man den Blick, erkennt man, dass viele, viele vor einem selbst diese Kiesel formten und mit Füssen traten.
Die grosse Südstrasse führt Händler mit ihren Karren und Waren aus weit entfernten Ländern in die Weltenstadt. Arme und reiche Reisende, Flüchtlinge, Verbrecher, Soldaten und Söldner- sie alle passierten diese Strasse und gaben ihr ihre markanten Züge.
Tiefe Rinnen haben sich gebildet, wo die Wagenräder Sand, und kein Pflaster fassten. Und viele Spuren, die von Füssen und von Hufen gleichermassen entstanden.

Der Weg führt vorbei an Höfen und an Herbergen, die jedem mit ein wenig geprägtem Metall im Säckel ein Lager für die Nacht und etwas warmer Brühe mit Brot und Käse versorgen. Mit etwas Glück findet so manch einsamer Reisender in einigen Schenken sogar eine Gespielin für die Nacht. Doch auch viele dunkle Gestalten treiben ihr Unwesen auf der Handelsstrasse. Wegelagerer können sich über lukrative Beutezüge nicht beschweren: Viele Karawanen und reiche Reisende fallen gerade des Nachts den Räubern zum Opfer.

Einige kleine Dörfer haben sich um die Strasse herum gebildet, in denen sich schon vor der Nyzamia viele Händler treffen, um die Preise festzulegen und eventuell Informationen auszutauschen. Man trinkt in der Dorfschenke warmen Met und redet viel über das Wetter, wann wo eine Karawane geplündert wurde und was man für diese oder jene Ware nehmen könnte. Gerade viele Bauern und alte Menschen leben in diesen kleinen Dörfern.

So zieht sich die Grosse Südstrasse bis nach Brioca hin, vorbei an Marmel und über den Briocagrund, bis tief in den Süden der Immerlande.

Karamaneh

Stadtbewohner

Posts: 212

Occupation: Femme fatale

Location: Feenwasserbucht

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2

Saturday, August 11th 2012, 12:44am

« Mar'Varis und Umland

Fast da. Fast am Ziel. In der Verbannung. Verbannung, ja, so kommt es Karamaneh vor. Sie hat aufgehört die Tage zu zählen. Die Siebentage. Zeit ist nicht wichtig. Mit jedem Schritt, den ihr Kamel tut, entfernt sie sich weiter von Zaleh, das ist alles, was sie wissen muss.
Aber trotz ihres Schmerzes erfüllt sie die Reise auch mit Staunen. Nie hat sie etwas anderes kennen gelernt als die Südlande. Sie kann sich noch vage an ihre Heimat, die Malankarküste erinnern. Manchmal, wenn sie aus einem besonders tiefen Traum erwacht, kann sie noch das Salz des Meeres auf ihren Lippen schmecken. Auch an die Dschungel der Sommerinseln erinnert sie sich noch. An Naggothyr, Mar'Varis, Culuthux. Natürlich, Culuthux. Sie kennt die Wüste mit all ihren Gesichtern. Glühende Hitze bei Tage, klirrende Kälte bei Nacht. Die Tiere der Wüste, die Pflanzen der Oasen.

Hier, so fern von all den Dingen, die ihr vertraut sind, ist alles anders. Das Land ist durch und durch grün. Die Menschen sind fremd. Ihre Art sich zu kleiden, ihre Sprache, ihr Essen. Missandei saugt alles um sich herum mit großen Augen auf und Karamaneh tut es ihrer kleinen Dienerin gleich. Mit kindlichem Staunen nimmt sie während des Tages die ungewohnte Farbenpracht in sich auf, um des Nachts vor lauter Mündigkeit angesichts dieser Übermacht an neuen Eindrücken erschöpft einzuschlafen. Und immer wieder ertappt sie sich dabei, wie sie denkt: Das könnte Zaleh gefallen. Sie ist sich sicher, das würde es tun. Ihre Schwester würde die grünen Bäume, die hoch in den Himmel ragen, lieben. Sie würde flink wie ein Äffchen bis in die höchsten Wipfel klettern, um die ganze Welt zu überblicken. Sie würde ohne zu zögern in die kristallklaren Wasser des Ildorells tauchen und mit den Fischen um die Wette schwimmen.

Der Gedanke lässt Karamaneh lachen. Nur ein leises Lachen. Ganz leise. Dennoch. Missandei wendet erschrocken den Blick von der Landschaft außerhalb der Sänfte ab und schaut ihre Herrin verwirrt an, als sie deren Stimme neben sich erklingen hört. Die Erkenntnis, dass Kara gar nicht wirklich stumm ist, so wie sie bisher angenommen hat, trifft das Mädchen völlig unvorbereitet. Behutsam legt Karamaneh einen Finger auf die Lippen. Geheimnis. Unser Geheimnis, sagen ihre Augen. Missandei nickt. Mehr nicht. Sie stellt keine Fragen. Wartet auf keine Erklärung, die es ohnehin nicht geben wird. Ihre Herrin hat eine Stimme. Eine zerbrochene Stimme. Immerhin soviel hat das kaum vernehmbare Lachen dem Mädchen noch verraten. Missandei heftet den Blick wieder auf die Landschaft außerhalb der Sänfte, schaut aber gleich darauf noch einmal verstohlen zurück.

Ihre Herrin ist so schön. Ihre Kleider sind wundervoll. Das Geschmeide, das sie trägt, funkelt herrlich im Licht der Sonne. Ihr Lächeln ist stets freundlich. Und sie hat Missandei noch nie weh getan. Aber ihre Augen sind immer traurig. Missandei hat bisher nicht verstanden, weshalb das so ist. Nun weiß sie es. Jemand hat die Stimme ihrer Herrin zerbrochen. Das würde mich auch traurig machen, denkt das Mädchen. Sie ist schüchtern, ja, aber ihrer Herrin hat sie verraten, dass sie gerne singt. Seit sie unterwegs sind, hat sie ihr schon oft vorgesungen. Jetzt weiß sie, weshalb ihre Herrin nachts, wenn sie glaubt, Missandei würde schlafen, weinend zum fernen Sternenhimmel empor schaut. Einem kindlichen Instinkt folgend, ergreift sie vorsichtig Karamanehs Hand. Die Malankari lächelt, als sie den sanften Druck der kleinen Mädchenhand in der ihren spürt.

Plötzlich geht ein Ruf durch die Karawane. Er beginnt an der Spitze und wird von vielen Stimmen bis ans Ende der Karawane getragen. Neugierig steckt Missandei ihren Lockenkopf aus der Sänfte. Gleich darauf fordert sie ihre Herrin wild gestikulierend dazu auf es ihr gleich zu tun. Karamaneh folgt der Aufforderung... und ihre Augen weiten sich vor Entzücken. „Talyra!“, ruft ihnen einer der Karawanenbegleiter im Vorbeireiten zu. „Talyra“, flüstert Missandei andächtig. Staunend beobachten das Mädchen und seine Herrin wie die Stadt immer größer und größer wird, während die Karawane sich ihr langsam nähert.

Die Nyzemia »
♥ "What am I? Does my poor history matter-to anyone?" ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Many, having looked into her lovely eyes, had they found there what I found, must have forgiven her almost any crime." ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Karamaneh is a beautiful toy, I grant you; but so is a cobra." ―Sax Rohmer: The Return of Dr. Fu Manchu

This post has been edited 8 times, last edit by "Karamaneh" (Aug 11th 2012, 3:58pm)


Olyvar

Stadtbewohner

Posts: 163

Occupation: Lord Commander

Location: Steinfaust

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3

Monday, November 5th 2012, 8:16pm

Mitte Blätterfall 512, von Talyra nach Brioca


Regen rauscht unaufhörlich nieder. Die große Südstraße, sonst ein vielbefahrener Handelsweg, liegt still und verlassen unter einem zinngrauen Herbsthimmel, aus dem es seit zwei Tagen nichts als schüttet. Dabei ist das alte Sprichwort, es regne Hunde und Katzen noch eine gewaltige Untertreibung und trifft es nicht einmal annähernd. Sie sind mutterseelenallein und seit dem gestrigen Abend, als ein eiliger Meldereiter gruß- und wortlos an ihnen vorbeigeprescht war und sie ausgiebig mit Schlamm bespritzt hatte, haben sie auch keine andere Seele mehr gesehen. Cedric und er scheinen die einzigen beiden Reisenden zu sein, die dumm oder verwegen genug – oder beides - sind, um bei einem solchen Wetter durch die Gegend zu reiten und Olyvar verflucht zum wohl zehnten Mal seinen glorreichen Einfall, Cedric Bayvard zu leihen und selbst Gærem zu nehmen. Es schien ihm eine gute Gelegenheit gewesen zu sein, die momentane Ausdauer des Junghengstes zu testen und ihm ein paar neue Erfahrungen zukommen zu lassen, als sie aus Talyra aufgebrochen waren, doch inzwischen weiß er, dass Gærem Regen hasst.. Zumindest sintflutartigen Regen, der überhaupt nicht mehr aufhören will. Aber wer mag den schon? Als sie ihre Reise in Talyra begonnen hatten, hatte die warme Blätterfallsonne noch auf den weißgrauen Stämmen der Birken geglänzt und das Herbstlaub der Bäume im Larisgrün wie goldene und kupferne Wolken aufleuchten lassen. Die ersten paar Stunden hatten sie einen wundervollen Ritt an einem wundervollen Herbsttag genossen, die Ruhe nach den schieren Menschenmengen und der Geschäftigkeit, die immer in Talyra herrschen, die Einsamkeit der Straße, das Wiedersehen nach so langer Zeit getrennter Wege. Sie hatten sich viel zu erzählen und das auch ausgiebig getan - doch kaum hatten sie die Stadt einen Halbtagesritt hinter sich gelassen, hatte das Wetter sich schlagartig geändert. Der Himmel hatte sich drohend verfinstert, kalter Wind war aufgekommen, und lange bevor sie den 'Alten Weidenmann', das Gasthaus an der Südstraße, in dem sie die Nacht verbringen wollten, erreicht hatten, hatte er seine Schleusen geöffnet. Seither versuchen Wind und Regen nichts anderes, als sie zu ertränken. Selbst reden können sie nicht mehr miteinander, weil man erstens sein eigenes Wort nicht mehr versteht und zweitens ernsthaft Gefahr besteht zu ertrinken, sobald man auch nur den Mund aufmacht. Olyvar zieht die tropfende Kapuze seines Umhangs tiefer ins Gesicht und spürt die Kälte bis in die Knochen. Seine wildledernen Hosen kleben ihm feucht und unangenehm auf der Haut, sein Hemd ist kaum weniger nass als sein Umhang, sein Wams und der Surcot, und in seinen Stiefeln steht das Wasser. Wenn ich aus dem Sattel steige, quietsche ich bei jedem Schritt. Ifrinn. 'Trockene Tage ausnutzen'... Ifrinn an Diabhuil! Das ich nicht lache...

Irgendwie überstehen sie auch den zweiten Tag im Dauerregen, auch wenn Olyvar alle Hände voll damit zu tun hat, den allmählich wirklich ungehalten werdenden Gærem bei Laune zu halten. Der Junghengst macht keine Anstalten ihn abzuwerfen und wehrt sich auch nicht wirklich gegen die Hand seines Reiters, er ist es einfach nur Leid, nass bis auf die Haut zu sein und ständig mit dem Regen zu kämpfen, der ihm in kleinen Rinnsalen aus dem dichten Schopf und der Mähne in die Augen läuft oder in die Ohren tropft. Er will laufen, der ewigen Nässe entkommen, irgendwo ins Trockene oder zumindest in den Schutz der Bäume. Gegen Abend ist er derart unzufrieden mit der Gesamtsituation, dass er selbst den sonst so stoisch gelassenen Bayvard angesteckt hat und beide Hengste um die Zügel kämpfen, was das Zeug hält und keinen Huf mehr stillhalten. "Lassen wir sie laufen!" Brüllt Olyvar gegen den Regen an. Es dämmert bereits, doch auch wenn alle Wege abseits der Südstraße längst schlammige Löcher und rutschige Morastpfützen sind, hier auf der gepflasterten Straße sollte keine Gefahr bestehen. "Das Gasthaus kann nicht mehr weit sein, höchstens noch fünf oder sechs Tausendschritt. Sollen sie sich doch austoben, wir sind nur schneller dort und im Trockenen!" Gesagt getan. Kaum geben sie beiden die Zügel frei, rauschen sie auch schon davon - und so fliegen sie die letzte Etappe, bevor die Nacht hereinbricht, eben durch Regen und Zwielicht, und das trommeln der Hufe mischt sich mit dem Stakkato der niederprasselnden Tropfen, die über das Pflaster hüpfen. Ihre Bleibe für diese Nacht ist eine der größeren Herbergen an der Südstraße und auch nur noch einen drei – oder vierstündigen Ritt von Brioca entfernt, doch Olyvar kann gut verstehen, dass Cedric lieber noch eine Rast einlegt, bevor sie am nächsten Tag in die Stadt reiten würden. Es macht keinen Sinn, nass, schlammig und dreckverkrustet, und noch dazu völlig erschöpft dort aufzuschlagen – wo immer dieses "dort" auch genau sein würde - und das arme Mädchen zu Tode zu erschrecken. Außerdem hat er das Gefühl, sein Freund braucht diese eine Nacht noch, um sich zu sammeln, bevor er morgen, nun ja... Vater werden würde. Die Pferde werden ihnen abgenommen und bestens im Stall versorgt, wo es sauber und ordentlich ist, und bereits ein halbes Dutzend Tiere anderer Reisender (die wohl alle schon ein paar Tage hier sind, um das schlechte Wetter auszusitzen, denn auf der Straße waren sie niemandem begegnet) zufrieden an süßem Heu kaut und sich die fürsorgliche Pflege gleich mehrerer Stallburschen gefallen lässt (was sogar Gærem wieder mit der Welt versöhnt). Sie selbst werden ebenfalls warm und überaus gastfreundlich empfangen. "Woa... da will jemand Borgil und der Harfe Konkurrenz machen," murmelt Cedric, als nicht weniger als vier Mägde auf sie zueilen, kaum dass sie den Gasthof betreten haben, doch ebenso wie die Pferde im Stall, nehmen auch sie sämtliche geschäftstüchtige Fürsorge mehr als gern an.

Eine Stunde später ist ihnen wieder warm, ihre Sachen sind nicht nur gesäubert, sondern auch auf wundersame Weise getrocknet (was am hauseigenen Wassermagier liegen mag) und duften schwach nach Sandelholz. Sie haben beide ein paradiesisch heißes Bad in sauberen Kupferwannen in noch viel saubereren, wenn auch kleinen und gemütlichen Gästekammern (mit richtigen Strohmatratzen in richtigen Bettgestellen und Flickenteppichen statt Binsen auf dem Boden) genossen, und ihnen ist wieder warm bis in die Zehenspitzen. Das Essen ist köstlich, vor allem die Wildpastete, der Wein gut, das Bier süffig, im gewaltigen Kamin prasselt ein tanzendes Feuer und die Schankstube ist – wen wundert's – gut gefüllt, aber auch nicht allzu überlaufen. Die Schankmaiden sind so sauber, drall und einladend wie das ganze Gasthaus, und außerdem noch fleißig und aufmerksam, die Küchenjungen laufen hurtig und an den Tischen und auf den Bänken haben sich illustre Reisegesellschaften eingefunden. "Wo sind wir hier gelandet?" Raunt Olyvar, während sie essen und sich eine Karaffe Roten vom Ostufer teilen. "Ich meine, wo ist der Haken? Ist das die verwunschene Herberge, die nur alle zwölf Jahre zur Sithechnacht auftaucht und wir wachen morgen auf, derweil hundert Jahre vergangen sind und uns keiner mehr kennt?" Cedric lacht nur und murmelt etwas von >Hoffentlich nicht< und Olyvar beobachtet die übrigen Gäste. In einer Ecke haben sich um einen ehrwürdig aussehenden Zauberer in grauem Gewand, grauem Mantel und mit grauem Hut, der ihn frappierend an jemanden erinnert, dreizehn Zwerge und ein Mogbar versammelt, die mit verschwörerischen Mienen über einer alt aussehenden Karte brüten. Drei Tische weiter geht es bei einem listig dreinblickenden Langbogenschützen in Begleitung eines fetten Priesters, eines Barden und eines ziemlich breitschultrigen Hünen mit einem ziemlich beeindruckenden Kampfstab sehr viel lustiger zu. In einer anderen Ecke hingegen schimpft ein prächtig gekleideter, nichtsdestotrotz völlig heruntergekommener junger Mann mit kurzem Haar und einem abstehenden Büschel über der Stirn vor sich hin und murmelt ebenso monoton wie volltrunken, eine gewisse "Morrigan" sei an allem Schuld – egal ob es andere hören wollen oder nicht, und nicht weit von ihm sitzt ein düsterer, narbengesichtiger, weißhaariger Krieger. Cedric isst und trinkt mit ebensolchem Hunger wie Olyvar, doch irgendwie kann sich der Lord Commander des Eindrucks nicht erwehren, dass man seinem Freund auch Bücherleim und Brackwasser hätte vorsetzen können und er hätte nicht mehr als einen müden Blick dafür übrig gehabt. Irgendetwas scheint ihn umzutreiben, das über so profane und vollkommen verständliche Sorgen, wie "Was ist, wenn sie mich überhaupt nicht ausstehen kann?", "Was ist, wenn sie Brioca auf keinen Fall verlassen will?", "Was ist, heilige Götter, wenn ich sie nicht ausstehen kann?", "Was ist, wenn sie... naja... wenn sie hübsch, aber dumm ist?", "Was ist, wenn sie hübsch und klug ist, Himmel hilf!" hinausgeht. Über solche und ähnliche Fragen hatte er wenigstens mit Olyvar geredet, doch da scheint auch noch etwas anderes an ihm zu nagen. Olyvar schiebt den leeren Teller von sich und leert seinen Weinkelch, während Cedric schon wieder gedankenversunken in den Resten seiner Wildpastete herumstochert. Wenn er soweit ist, wird er schon mit der Sprache herausrücken und wenn nicht... dann eben nicht.

Am nächsten Morgen – Nebre sei verflucht und verdammt! – regnet es, wie könnte es anders sein, schon wieder. Zu allem Überfluss ist es auch noch so neblig und trüb, dass es selbst lange nach Tagesanbruch kaum heller als bestenfalls "düster" wird. Allen Göttern sei Dank ist es vom Gasthaus bis nach Brioca nur mehr eine kurze Etappe – auch wenn die Wegstrecke völlig ausreicht, um sie beide und ihre Pferde schon wieder in tropfnasse Jammergestalten zu verwandeln. Von der so vielgepriesenen Schönheit der briocaer Lande, diesem angeblichen "Garten der Götter" bekommen sie auch nichts zu Gesicht, denn wenn sie tatsächlich existiert, liegt sie unter dichtem Nebel und hinter noch dichteren Regenschleiern verborgen. Es wird später Vormittag, ehe sie die Mauern von Brioca erreichen, die hell und hoch vor ihnen aufragen, doch selbst hier ist die Nebelsuppe so dicht, dass kaum die Wehrtürme der Wälle, geschweige denn hoch auf den Klippen die berühmte Steingaleere, die große Festung der Stadt, zu sehen ist. Selbst die Torwachen der Ehernen Garde Briocas sind kaum mehr als graue Schemen im Dunst und die Feuerkörbe links und rechts des Stadttores, die tapfer, aber vergeblich gegen die Nässe und Kälte anbrennen, nicht mehr als trübe Lichter.
And that's the thing about people who mean everything they say. They think everyone else does too.

The good thing about mages, I find, is that they die much like any other. You need to worry about what happens before that.

This post has been edited 3 times, last edit by "Olyvar" (Nov 5th 2012, 8:27pm)


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