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Elthevir

Elvis the Pelvis

Posts: 19

Occupation: Klingentänzer

Location: Vinyamar

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31

Saturday, August 30th 2014, 3:46pm

Der Morgen schreitet langsam voran. Der Turniertag macht dem Klingentänzer einmal mehr deutlich, dass Zeit eine höchst relative Angelegenheit ist. Die Stunden scheinen heute deutlich langsamer zu vergehen als an anderen Tagen. Nach dem Morgenmahl hat er die beiden Knappen am Zelt mit ihren Aufgaben alleine gelassen und sich auf den Weg zur Turnierarena gemacht. Er will sich mit eigenen Augen vom Zustand der Kampfbahn überzeugen. Schon in den vergangenen Tagen hat er immerwieder kurze Abstecher dorthin gemacht und bei den Arbeiten für die Herrichtung zugesehen. Und wie er zufrieden feststellt, sind diese nicht ohne Ergebnis geblieben. Der Boden des palisadenumzäunten Kampfplatzes ist nach dem wiederholten Walzen im letzten Siebentag eine kompakte, feste und ebene Bahn. Noch. Das würde sich spätestens nach dem ersten Aufeinanderprallen der Kämpfer ändern. Und am Ende des Tages, wenn die Kämpfe vorüber sind, würde nur eine wüste, zerfurchte und aufgerissene Ödnis zurückbleiben.

Zufrieden mit dem Ergebnis seiner Besichtigungsrunde kehrt er der Turnierbahn den Rücken und macht sich langsam auf den Rückweg über das Feld der Pavillons. Diesmal nimmt er sich auch die Zeit, und nimmt die Zelte näher in Augenschein, an denen er vorbei kommt. Die meisten Wappen sagen ihm nichts. Sie zeigen weiße oder schwarze Greifen, steigende Einhörner und gekreuzte Lauten. Was Elthevir jedoch etwas sagt, sind die Namen einiger Kämpfer, denn in den Straßen der Stadt wird schon seit Tagen, wenn nicht Siebentagen von nichts anderem geredet, wer alles zum Sommerturnier angereist ist. Und dank dieses Geredes hat er so zumindest vom Kommandanten der Weißen Greifen gehört, oder von den beiden Geschwistern aus der Wolfsmark. Und auch von einem Sire Tammen Mesander aus Belgrave hat er reden hören, der neben einem zweifelhaften Ruf auch ein schnelles und tödliches Schwert sein eigen nennen soll. Auf dem Weg durch die Gassen der kleinen Zeltstadt versucht der Klingentänzer nun, diese Mischung aus Gerüchten, Vermutungen, Halbwahrheiten und Tatsachen mit den Wappen, Kämpfern und Kämpferinnen in Zusammenhang oder gar Übereinstimmung zu bringen. Viel mehr gilt sein Interesse jedoch den vor den Zelten wachenden Rüstungen und Waffen. Die meisten werden scheinbar Schwerter führen, doch auch Streitäxte, einen Morgenstern und sogar einen Kriegshammer sieht er. Letzteres ist eine Waffe, die dem Elben durchaus Unbehagen bereitet - neben den Unterschieden, die schon die Schwerter und den Schwertkampf der Elben von dem der Sterblichen unterscheidet. Äußerlich ist dem Klingentänzer nichts von seinen Gedanken anzusehen, immerhin ist er mehr als alt genug, um gelernt zu haben, wie man eine unbewegte Miene unter allen Umständen wahrt. Neben gestandenen Recken, alten Kämpen und vielversprechenden jungen Rittern sind natürlich manche Gecken, Angeber, Heckenritter und viel zu junge, grüne Burschen zu finden. Alles in allem sollen es um die fünf Dutzend Meldungen für den Buhurt gegeben haben, und Elthevir wird nicht den Fehler begehen auch nur einen von ihnen zu unterschätzen oder auf die leichte Schulter zu nehmen.

Doch die Kämpfer mit ihren Diener, Knappen und Pagen, mit ihren Familien oder Buhlschaften sind nicht die einzigen, die schon am Morgen die Wege zwischen den Zelten bevölkern. Da sind auch die wandernden Händler mit ihren Bauchläden, die neben Backwerk, Pastete, gebratenem Fleisch und Würsten auch allerlei mehr oder weniger kostbaren Tand verkaufen und die Gaukler. Fast könnte man meinen, der Sommermarkt seine Ausläufer nach und nach bis in das Feld der Pavillons ausgestreckt. Auf den Klingentänzer übt jedoch nichts davon am Morgen vor einem Buhurt einen Reiz aus, und so wendet er seinen Schritt schließlich wieder dem Seeufer zu, zurück zu seinem Zelt. Elthevir geht davon aus, dass ihn im Laufe des Vormittages Tennro Gildin mit seiner Schwester Shadâna Arúen und Shu’re Andovar Mondtänzer aufsuchen wird. Und da möchte er ungerne durch Abwesenheit glänzen.

Aus diesem Plan wird allerdings nichts. Als Elthevir wieder an seinem Zelt angelangt, sind die Kinder und Enkel des Hauses Mitarlyr bereits eingetroffen. Wobei die Enkelin gerade den beiden Klingentänzern im Silbergrau der Sternenadler jene Löcher in den Bauch fragt, für die das Mädchen berühmt-berüchtigt ist. "Copria. Shadâna, Tennroes, Rialinn." Seine Verneigung, die rechte Hand über dem Herzen, ist ebenso respektvoll wie die Worte, mit denen er seine Dienstherrin und ihre Familie begrüßt. "Nadio ano Lancaraniur. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, so lange erst wenige wach sind, und habe mir den Zustand der Kampfarena angesehen." Mit einem raschen Blick erfasst er, dass die beiden Knappen sich bereits um die Pferde gekümmert haben und sich nun im Hintergrund bereithalten. Wobei Ladir sich in der Nähe von Shu're Gildin und Rialinn aufhält und deren Gespräch - oder besser: Rialinns Frage-Marathon - folgt. Mit einem knappen Nicken bedeutet er dem Knaben, dass er bleiben darf wo er ist. Da sich Rialinns Fragen alle um das Turnier und das Drumherum drehen, kann Ladir so nebenher ebenfalls eine Menge lernen. Das Mädchen hat offensichtlich keine Hemmungen, seinem Wissensdurst mit Fragen Abhilfe zu schaffen.
Nach seiner Begrüßung wird er nun allerdings selber zum Ziel ihrer Fragen. Warum der Zustand der Kampfbahn denn so wichtig sei, will das Kind wissen. Shu're Andovar übernimmt statt seiner die Antwort, was es Elthevir ermöglich, auf den fragenden Blick Tennro Gildins zu reagieren. "Sie ist sehr gut hergerichtet. So eben und kompakt, wie sie jetzt ist, muss man sie die letzten Tage mehrfach gewässert und gewalzt haben. Ich fürchte nur, dass sie nicht sehr lange eben bleiben wird. Wenn es stimmt, was geredet wird, haben sich um die fünf Dutzend Kämpfer zum Turnier gemeldet. Das wird ein harter und langer Waffengang werden… Aber ich habe auf dem Weg hierher zurück auch ein Zelt mit dem Zeichen Aniras gesehen. Wenigstens kann man sich dann bei einer Verletzung auf die Künste eines Aniran verlassen und muss sich nicht den begrenzten Möglichkeiten eines Heilkundigen ausliefern."

Kurz huscht Elthevirs Blick zu Arúen hinüber, die eben das Zelt einer kurzen Prüfung unterzogen und sich bei Naenor versichert hat, dass sie alles hätten, was sie brauchen. Dann sucht er den Blick des Sternenwächters und holt sich dessen nickendes Einverständnis mit stummen Worten. Mit Eurer Erlaubnis, Tennro…? Elthevir hat schon am Vorabend mit Gildin gesprochen und sich dessen Zustimmung geholt. Trotzdem vergewissert er sich jetzt noch einmal, dass sich an dessen Einverständnis nichts geändert hat. Da dem so ist, wendet er sich der Elbin zu, die in diesem Moment neben ihren Bruder tritt. "Shadâna… Darf ich Euch um etwas bitten?" Fast meint er, den aufmerksamen Blick der Priesterin körperlich spüren zu können, auch wenn er weiß, dass das Einbildung ist. Aber sie bedeutet ihm mit einem Nicken und einer sachten, tanzenden Geste, dass er seine Bitte äußern darf. "Würdet Ihr mir Euren Segen für das Turnier geben?"


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Nadio ano Lancaraniur = Ich bitte um Entschuldigung
Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft
Sun Tsu

32

Saturday, August 30th 2014, 7:43pm

Überrascht beobachtet Learcan Lorwens Reaktion auf das erste Bier ihres doch schon recht lang währenden Lebens. Er hatte erwartet, dass sie einen kleinen Schluck trinkt und den Becher dann dankend ablehnt. Aber die Elbin schüttet das edle Nass geradezu in sich hinein und leert den ganzen Becher, obwohl es ihr nicht sonderlich zu schmecken scheint. Learcan ist beeindruckt. Trinken kann sie, stellt er fest und ist fast ein wenig enttäuscht, dass sie ihnen den Rülpser vorenthält. "Man gewöhnt sich sehr schnell an den Geschmack guten Bieres", verspricht Learcan. Um diese These zu untermauern, wird eine weitere Runde geordert.
Fröhlich ziehen sie dann weiter, bis sie etwas später schließlich beim Kampfplatz ankommen, auf dem der Buhurt stattfinden wird. Natürlich will sich Learcan das Spektakel nicht entgehen lassen und hört interessiert zu, als Bregond ihnen die Regeln erklärt. "Klingt spaßig. Eine Keilerei ist immer gut", findet Learcan. Besonders dann, wenn man mit einem Bier in der Hand zusehen kann und nicht mittendrin steckt. Obwohl...manchmal hat auch das seinen Reiz...
Dass Learcan mit Bregond wetten wird, sobald er die Kämpfer näher in Augenschein nehmen konnte, steht außer Frage. Aber dafür muss er sich erst selber ein Bild der mehr oder weniger edlen Recken zu Pferd gemacht haben. Hinter einem großen, furchterregenden Namen kann sich schließlich auch ein mickriger Jüngling verbergen.

Obwohl sie früh dran sind, ist auf den Tribünen schon einiges los. Kleinere Gruppen nutzen die Sitzgelegenheit, um in Ruhe ihr Essen zu genießen oder ein Schwätzchen zu halten. Händler ziehen über die Tribünen, um Nützliches oder sinnlosen Tand zu verkaufen. In der Nähe versuchen ein paar Jugendliche, denen in der Mittagshitze das viele Bier zu Kopfe gestiegen ist, die hölzerne Umzäunung zu überwinden, werden aber von aufmerksamen Helfern daran gehindert. Ein paar Gaukler und Hütchenspieler ziehen durch die Reihen, in der Absicht den Zuschauern auf jede erdenkliche Art das Geld aus der Taschen zu ziehen und ein untalentierter Mann in bunter Kostümierung scheitert mit seinem Versuch, die Menge mit seinen Späßen zu begeistern. Stattdessen erntet er nichts als Hohn und macht sich schließlich aus dem Staub, als er mit Essensresten beworfen wird.

Sogar auf dem viereckigen Kampfplatz lässt sich hin und wieder jemand blicken, um den Platz zu begutachten, wichtige Blicke zur Tribüne oder zum Himmel zu werfen oder Dinge aufzuheben, die (verbotenerweise) von den bereits anwesenden Besuchern auf den Platz geworfen wurden. Auf der Ehrentribüne werden bereits Kissen aufgeschüttelt, wodurch bei manch einem die Hoffnung aufkeimt, dass es bald losgehen wird. Irgendwo wird sogar der erste Gesang angestimmt, verstimmt aber nach kurzer Zeit wieder, als klar wird, dass sich die Menge noch lange gedulden muss.

Derweil machen sich Learcan, Lorwen und Bregond ihr eigenes Unterhaltungsprogramm. Sie trinken, essen und scherzen, und hin und wieder steht einer von ihnen auf, um sich die Beine zu vertreten, Bier zu holen oder wieder wegzubringen. Bregond berichtet von Lyona und Skor und sie heben erneut die Humpen, um auf den Ausgang ihres Abenteuers anzustoßen.
"Ihr müsst mich alle unbedingt mal besuchen kommen", sagt Learcan mit vollem Mund, während er genüsslich eine Salzbrezel verschlingt."Ich wohne gar nicht weit entfernt von Talyra auf dem Hof eines Bauern, dessen gesamte Familie im Frühjahr Opfer der räuberischen Horden wurde, die das Umland seit einiger Zeit heimsuchen. Er hat mir geholfen, als ich seine Hilfe dringend brauchte und zum Dank mache ich mich nun auf seinem Hof nützlich. Das Landleben ist gar nicht so schlecht und die Menschen dort sind sehr nett. Ihr seid jederzeit herzlich willkommen!" Learcan fügt noch eine kurze Wegbeschreibung an, dann wird er von einer jungen Frau abgelenkt, die nicht weit vor ihnen anmutig ihre Röcke hebt, um über eine Bank zu steigen und neben ihren kichernden Freundinnen Platz zu nehmen.

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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33

Sunday, August 31st 2014, 2:29am

‚Borgil axtschwingend auf einem Schlachtross?’ Überrascht das es Eliza statt Aneirin ist, die ein wenig über die Teilnehmer des Buhurt zu sagen weiß und es sogar tut, lächelt er der jungen Schneiderin aufmunternd zu: „Nun wenn das kein sehenswerter Wettkampf zu werden verspricht, was dann?’ Der Harfenwirt ist der Einzige aus dem Blutaxtclan, der Tyalfen geläufig ist. Das heißt, einmal hat er dessen Zwillingssöhne gesehen. Es war an genau jenem Winterabend und der Elb muss lächeln, wenn er daran denkt, wie leicht es einem der beiden Knaben doch gefallen ist, Lady Arúen um den Finger zu wickeln und er ertappt sich bei der Vorstellung, wie es wohl wäre, diese Zwergentaktik selbst einmal zu versuchen.‚Und dann?’ Die Vorstellung stirbt so schnell, wie sie heraufgezogen ist. Auf Haaren herumzukauen erscheint ihm doch weit weniger erstrebenswert als dem Blutaxtspross. Fakt jedenfalls ist, diese beiden Knaben würden noch einige Shenrahfeste vorüber streichen lassen müssen, ehe sie an einem Buhurt teilnehmen könnten und konnten schwerlich gemeint sein. Alle anderen Namen, die Eliza aufzuzählen weiß, sagen Tyalfen nichts. Die Reiche, Fürstentümer und edlen Häuser der Sterblichen sind so zahlreich wie unbeständig und deren Namen wie Schall und Rauch im steten Atem der Zeit.

Aneirin deutet auf einen Händler, doch nach dessen einfachem Backwerk steht Tyalfen heute nicht der Sinn. An einem Hochtag wie diesem soll es nichts Alltägliches sein. Seinem Gaumen will er die besonderen Genüsse des Sommerfestes nicht verwehren – das einzige Zugeständnis, dass ihm der Dienst hier erlaubt. Und er hadert keineswegs, ob der übernommenen Pflichten. Nachdem Shu`ra Mealla und Alana ganze vier Siebentage ohne seine Unterstützung auskommen mussten und nie eine unliebsame Frage darüber verloren hatten, will er ihnen die Festtage gern weitestgehend frei halten.

Inzwischen hat er Lady Arúen aus dem Blickfeld verloren. Immer wieder suchen seine Blicke zwischen den Zelten und Pavillons nach ihr. An ihrer statt entdeckt er jedoch einen anderen Ilfaya, der einzige Unsterbliche unter all den Schaulustigen und im Gegensatz zu ihnen bahnt er sich zielstrebig einen Weg durch das Zeltlager so wie Lady Arúen zuvor. Die Vermutung liegt nahe, dass Beide das gleiche Ziel haben könnten. Also winkt er Aneirin und dem jungen Schneiderfräulein ihm zu folgen zu und schlüpft durch die schmale Lücke zweier Zelte. Dem Elben zu folgen ist nicht schwer, ist er doch dank seiner Größe und dem leuchtendem, silberblondem Haar gut zwischen Anderen auszumachen. Und tatsächlich führt er sie direkt zu ihr. Tyalfen verlangsamt seinen Schritt, lässt sich von einem Bauchladenverkäufer seine Waren anpreisen, um unter gesenkten Lidern die Szenarie um die schöne Hohepriesterin zu verfolgen. Er sieht sie in Gesellschaft dreier Elben, jenem, dem die gefolgt sind eingeschlossen und zweier Kinder, einem Knaben und einem Mädchen … nicht irgendein Mädchen, blickt Tyalfen nun doch auf. Es muss wahrhaftig ihre Tochter sein. Sie gleicht ihr auf bemerkenswerte Weise wie ein jüngeres Ebenbild. „Herr, wenn Ihr unschlüssig seid, so lasst Euch die kandierten Quitten ans Herz legen. Wollt Ihr vielleicht einmal probieren?“ Der Händler hält sie ihm so dicht vor die Nase, dass er seine Augen von der elbischen Gesellschaft lösen muss. „Lasst das junge Fräulein kosten.“, verweist er den Händler an Eliza. Ihr Geschmack trifft den der beiden Lehrmädchen sicherlich am ehesten. So reicht der Händler der Schneidermaid ein Stückchen zum Probieren
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Arwen

Stadtbewohner

Posts: 1,148

Occupation: Hohepriesterin der Anukis

Location: Vinyamar

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34

Sunday, August 31st 2014, 10:56pm

Arúen wüsste nicht zu sagen, mit welcher Bitte sie gerechnet hat, aber das kommt… unerwartet. Sie weiß, dass einige Kämpfer vor dem Turnier die Morgenandacht im Brantempel aufgesucht haben. Sofern der Klingentänzer sich ihnen nicht angeschlossen hat, hätte sie vermutet, dass Elthevir einen Amurschrein aufsuchen würde, wenn er göttlichen Beistand erbitten will. Immerhin ist er ein erwählter Klingentänzer des Herrn aller Wasser und keiner von Anukis, jener Göttin, in deren Diensten sie selber steht.
Für einen kurzen Moment ist sie völlig überrumpelt und braucht den einen oder anderen Herzschlag, um sich wieder zu fangen. Die Bitte abzulehnen, kommt ihr jedoch nicht für eine Sekunde in den Sinn. Ebensowenig wie der Gedanke, der Klingentänzer könnte mit seinen Worten um einen Schutz- oder Stärkungszauber ersuchen. Etwas, das in einem Buhurt ebenso untersagt ist wie scharfe Waffen oder der Angriff auf das Pferd eines Gegners und mit der sofortigen Disqualifikation geahndet wird. Nicht umsonst würden wie auch beim Bogenturnier neben den Schiedsrichtern Magier und Priester an der Kampfarena sein, um sicherzustellen, dass sich niemand einen unfairen Vorteil durch Zauber welcher Art auch immer verschafft. "Valshirêaon."

Für einen kurzen Moment schließt sie die Augen und lässt ihren Geist falle, öffnet ihre Seele für die Macht der Wilden Herrin. Und als sie sie wieder öffnet, zeigt sich auf ihrer Stirn strahlend Grün das Wolfssiegel Anukis'. "Umouhizarir-te."
Ihre Worte richten sich sowohl an Shu're Elthevir als auch an ihre Brüder, Rialinn und die beiden Knappen. Und nicht einer von ihnen zögert, dieser Aufforderung nachzukommen. Einzig Naenor macht zuvor noch einen Schritt zur Seite um die Waffe zu holen, die Shu're Elthevir im Buhurt führen würde und sie dem Klingentänzer zu reichen. Beide Knappen haben ihre Plätze einen halben Schritt hinter jenen Klingentänzern bezogen, in deren Diensten sie sonst stehen und Rialinn kniet zwischen Gildin und Andovar, so dass sich ein kleiner Halbkreis um die Priesterin bildet. Allein Elthevir ist es, der direkt vor Arúen das Knie gebeugt hat, das Turnierschwert aufrecht vor sich und die Hände um das Heft gelegt.
Die Priesterin legt ihre Hände über seine - ganz so, wie sie es an jenem Tag getan hatte, als er ihr den Diensteid geleistet hatte. Die Miene des Klingentänzers ist absolut gefasst, nicht die kleinste Regung zeigt sich auf seinem Gesicht, als sein Blick sich fest auf die Elbin richtet. Ein Lächeln, geboren aus der Ruhe, die ihr die Verbindung zur Macht ihrer Göttin stets schenkt, spielt um Arúens Lippen und für einen schwindenden Moment meint sie in der Ferne das Lied eines Wolfsrudels zu hören.

"Ich glaube an die Macht der Zwölf und ihrer Archonen. Ich glaube an jene, die waren und sind und immer sein werden, an die allmächtigen Schöpfer Rohas, des Himmels und der Meere. Ich glaube an die heiligen Gebote der Götter und ihre unverbrüchlichen Gesetze. Ich glaube an die heiligen Tempel, die heiligen Worte der Macht und die Kräfte des Lichts." Ein sachtes Vibrieren mischt sich bei den ersten Worten in den Klang ihrer Stimme, ein Nachhall der Macht, die sie zu sich gerufen hat. Die Stimmen der anderen sind fest und bilden einen eigentümlichen Klang, als sie die Worte die Eidesformel des göttlichen Glaubens zusammen mit ihr sprechen. Erwachsene Männerstimmen und dazwischen die hellen Stimmen der Kinder. Arúen fordert sie auf, die Worte der Widersagung zu sprechen, und jeder von ihnen tut es mit fester, klarer Stimme. "Ich widersage den Mächten der Finsternis und ihren Dienern mit all ihrer Bosheit. Ich widersage dem, dessen Name nicht mehr genannt wird auf Erden, der verbannt wurde aus dem Kreis der Götter, der begraben und vergessen ist für alle Zeit." Die Elbenpriesterin hört jede einzelne der sechs Stimmen, und doch ist ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Klingentänzer direkt vor ihr gerichtet.
"Ich glaube an die Zwölf, die Mächte und Hüter Rohas, die allmächtigen und allumfassenden Götter", spricht sie die Eröffnung des dreifältigen Glaubensbekenntnisses. Und die kleine Gruppe spricht die Erwiderung, die den Wechselgesang zwischen Priesterin und Gläubigen einleitet. "Wir, die Gläubigen, glauben an die Zwölf und ihre Archonen, an ihre Macht und Erhabenheit, an die Allmächtigen und Ewigen, die Götter, die Roha gestaltet und Welt geformt haben." Mit jedem Wort fokussiert Arúens Wahrnehmung sich mehr auf die kleine Gruppe vor ihr. "Ich glaube allein an die Macht Ihres Willens und an die Macht Ihrer Diener." "Wir, die Götterfürchtigen, glauben an die Macht der himmlischen Diener der Zwölf, der Seharim und an den Ruhm jener Gesegneten, die in der Andernwelt Gnade gefunden haben, die Heiligen. Wir glauben, an die Kraft ihrer Segnungen und Wunder, und dass ihre Macht ein Echo der Macht der Zwölf ist." Noch immer ruht der Blick des Klingentänzers unverrückbar in ihrem. Und als sie die nächsten Worte spricht, bemerkt Arúen, dass sie wie so oft in einer Andacht das Gefühl für Zeit und Raum zu verlieren beginnt. "Ich glaube an den ewigen Kampf gegen das Chaos und die Dunkelheit, die beiden Feinde der Schöpfung." "Wir glauben an die großen Feinde, die beiden Übel, welche immerwährend daran arbeiten, das Werk der Zwölf zu vernichten. Der erste dieser Feinde ist das Chaos, das alles korrumpiert, was es berührt, und versucht unsere Welt zu verzehren, verkörpert durch den, dessen Name nicht mehr genannt wird, der vergessen und verdammt sein soll in alle Ewigkeit. Der zweite Feind ist die unheilige Dunkelheit, welche das Chaos gebar, das Geschwür des Bösen, das in den Neun Höllen und in all ihren Diener wuchert. Wir glauben, dass die Gläubigen ewig gegen diese Feinde kämpfen müssen und dass alle Dinge, die von ihnen beherrscht werden, zerstört werden müssen."
Wie mit einem Ruck kehrt Arúens Wahrnehmung vollständig in das Hier und Jetzt zurück und zahllose Sinneseindrücke stürmen schlagartig wieder auf sie ein. Die Gerüche und Geräusche eines großen, erwachenden Zeltlagers voller Kämpfer und Pferde am Morgen vor einem Buhurt. Ein summender, bronzener Ton mischt sich in ihre Stimme, als sie noch einmal tief Luft holt und dann den Segen ihrer Göttin spricht. "Anukis, Eama Draûgil! Anukis sei mit Dir. Die Wilde Herrin segne und behüte Dich. Die große Jägerin lasse Ihr Angesicht über Dir leuchten und sei Dir gnädig. Sie gewähre Dir Ihren Schutz und schenke Dir Frieden." Sie löst ihre Hände von denen des Klingentänzers und schlägt mit ruhiger Hand das Segenszeichen der Zwölf über der kleinen Gruppe vor sich. Dann beugt sie sich vor und berührt die Stirn Elthevirs. Es ist nicht mehr als der Segenskuss einer Priesterin, kühl und bar jeder persönlichen Emotion. Und doch entgeht ihr nicht, wie der Elb (aller äußerlichen Gefasstheit zum Trotz) für einen Moment den Atem anhält.


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Valshirêaon = Natürlich
Umouhizarir-te. = Kniet nieder.
Eama Draûgil = Mutter Wildnis
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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35

Monday, September 1st 2014, 11:07am

Unerwartet beschleunigt der Freund seinen Schritt, nachdem er bezüglich des gebackenen Getreidebreis abgewunken hat und scheint zielstrebig jemanden zu verfolgen. Aneirin hofft, es wäre seine strahlende Sonne, die er wieder entdeckt hat, nimmt Eliza bei der Hand und folgt dem Elben durch das Gewirr der Zelte. Tyalfen wählt auch knappe Durchgänge, so dass die beiden Menschen aufpassen müssen, nicht über die teilweise durch Seile und mit Heringen im Boden befestigten Zelte zu stolpern, aber ebenso ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Hintereinander gehend soll es ihnen auch ganz gut gelingen. Einmal nur stolpert die junge Schreinerin, wohl weil Aneirin es ein wenig zu eilig hat, doch er ist aufmerksam genug, rasch bei ihr zu sein und einen Sturz zu verhindern. Und auf sein entschuldigendes Lächeln hin, scheint sie ihm auch sogleich verziehen zu haben, erwidert sie es doch mit einem ganz zuckersüßen, leicht verlegenen Lächeln.
Schließlich bleibt der Freund stehen und die beiden schließen nun langsamen Schrittes zu ihm auf. Aneirin lässt seinen Blick schweifen und entdeckt sie tatsächlich, die schwarzhaarige Schönheit, in Gesellschaft weiterer Elben, Erwachsener und Kindern. Allzu aufmerksam kann er ihnen gegenüber jedoch nicht sein, verwickelt sie der Händler mit dem Bauchladen in ein Gespräch und reicht Elli auf Tyalfens Bitte hin von den kandierten Quitten, von denen sie Aneirin eine weiter reicht. Beide befinden diese für gut, doch als er den Freund darauf hinweisen möchte, bemerkt er bereits, dass dessen Aufmerksamkeit längst nicht mehr bei ihnen ruht. Kurz nur folgt er seinen Augen und erhascht einen Blick auf die durchaus beeindruckend wirkende Szene, die sich ihnen in einigen Schritt Abstand bietet. Mit dem Blick länger auf ihnen zu verweilen wagt er allerdings nicht, überkommt ihn dabei doch ein befremdliches Gefühl, dass ihn sich selbst als Eindringling bezeichnen lässt.
Stattdessen konzentriert er sich wieder auf den Händler und erwirbt von diesem gleich drei Beutelchen der kandierten Quitten, da er keine Ahnung hat, wie viele Tyalfen hätte erstehen wollen, wäre er nicht abgelenkt. Und hätte Eliza nicht abgewunken, weil sie sich erst vor einer kurzen Weile an den getrockneten Früchten mit Honig gelabt hatten, hätte er gar eine vierte gekauft. Und während der Händler mit seinem Bauchladen weiterzieht, warten die beiden Menschen geduldig und Aneirin beginnt mit gesenkter Stimme, um sie derweil zu unterhalten, aber den Freund in seiner Entrückung nicht zu stören, Eliza kleine und kurze Anekdoten zu erzählen, die sie immer wieder leise kichern lassen.
Avatar © 2013 liegt bei der wundervollen Azra

Lorwen

Unregistered

36

Monday, September 1st 2014, 9:42pm

Noch während sie den zweiten Humpen leert glaubt sie Learcans Worte Strafen. Das Gesöff der Menschen, so edel die ausgesuchten Biere auch sein mochten, würden ihr nie schmecken. Ihnen fehlte es an Süße. So lässt sie sich den Dritten kurzerhand mit Apfelmost mischen und erntet vom verkaufstüchtigen Zwergen eine bartraufende Geste.
Das tut der Gesellschaft aber keinen Abbruch, denn der Tag ist darauf aus fröhlich zu sein und sich durch nichts und wieder nichts, die Laune zu verderben.
Sie treffen auf den Kampfplatz, der Bregond offenbar dazu veranlagt die Regeln zu erklären. Sie sind denkbar einfach. Menschen kamen aber auch auf sonderbare Ideen ihre Körper zu stählern. Nun, es soll ihr Recht sein und wie der Nordmann treffend sagt, verspricht es unterhaltsam zu werden.
Und irgendwie geht die Zeit ins Land. Die Elbin wünscht Lyona und Skor alles erdenklich Gute, kämpft selbst mit der Überlegung welcher Typ so einen Wettstreit am Besten meistern könnte und lauscht den Worten des dunklen Elben wie auch die des Nordmanns um ihn und wieder ein klein wenig von sich Preis zu geben. Vieles verrät Lorwen ihnen jedoch nicht.
In Sachen Bier ist Lorwen, immerhin wenn man Learcan bedenkt, auf den Geschmack gekommen. Es war eine wunderbare Idee das Bier einen süßen Geschmack zu verpassen. Gerade lässt sie sich einen kandierten Apfel schmecken, da berichtet Learcan von „seinem“ neuem Zuhause und spitzt im wahrsten Sinne des Wortes die Öhrchen. Sie muss sich auch eine neue Bleibe suchen, vielleicht würde sie auch einfach weiter ziehen, was hielt sie hier auch noch? Eine Liebe, die niemals beantwortet werden wollte? Oder eine Stadt, die Ealaras Blut giftet mit den Abgründen, die sie gesehen hatte und nur knapp überlebte?
Schon friert es sie und eine zähe Gänsehaut lässt sich auch mit mehrmaligen Drüberfahren nicht sofort weg schaffen. Lorwen seufzt…
Sie würde ihre Anliegen schließen und dann verschwinden, wie immer. Einen Augenblick muss Lorwen zu lange in die Weite geblickt haben und zu langsam genickt und zugestimmt haben, denn Learcan klopft ihr sachte gegen die Stirn und den Reif mit den Worten: „Huhu, zuviel Bier?“
Schnell schüttelt die Waldelbin den Kopf. „Natürlich komme ich dich besuchen!“
Und wie sie dies sagt, registiert sie alle Details und auch ungesagten Tatsachen. Es musste übel zugegangen sein als die Räuber kamen.

„Glotz‘ da nicht so hin, du Rüpel! Wie soll das arme Ding denn sonst die Holzbalken zu ihrem Sitzplatz erklimmen. Ich sag‘ s ja, wer schön sein will, muss leiden. Hoffentlich fällt sie nicht.“

37

Friday, September 5th 2014, 3:06pm

"Damnú!" Leise fluchend schiebt ein übernächtigter Halbelb sich durch die schwatzende, murmelnde, lachende und generell einfach viel zu fröhliche Masse der Turnierbesucher, deren erklärtes Ziel es scheint ihm im Weg zu stehen und die Sicht zu versperren. Er ist seit nicht einmal einem Sonnenlauf wieder zurück in Talyra und schon ist die Sehnsucht nach der Einsamkeit der Hochlande Gododdins beinahe schmerzhaft. Die tödliche Langeweile, die ihn von dort vertrieben hat, ist leicht zu vergessen, während ein angeheiterter Bauer rempelnd der Dirne vor ihm einige Heller zuzustecken versucht und ein besonders hartnäckiger Händler ihm satt glänzende Honigfinger schmackhaft machen will, bei deren bloßem Anblick sich ihm der Magen umdreht. Der Uisge der letzten Nacht hämmert unbarmherzig in seinem Kopf, als es ihm endlich gelingt dem treibenden Strom lachender Gesichter zu entkommen. Seufzend lehnt er sich gegen die Seite des Holzverschlags irgendeines Spezereihändlers aus den Herzlanden.

Eigentlich hatte Coben gar nicht hier sein wollen. Die Kunde vom großen Sommerfest Talyras hatte seinen Weg begleitet, seit er von dem kleinen Familiengut seines Ziehvaters Richtung Westen aufgebrochen war, zusammen mit all den großen Namen großer Krieger, die sich beim Turnier begegnen würden. Wann immer er sich Reisegruppen angeschlossen hatte, hatte er die fröhliche Aufregung um ihn herum genossen, die aufkam sobald der Shenrahmarkt erwähnt wurde. In den spärlichen Gasthäusern, die wenigstens ein paar Nächte im Trockenen erlaubt hatten, hatte er grinsend an Met, Bier oder heimlich hineingeschmuggeltem Uisge genippt und mit den anderen Betrunkenen ausgelassen über die wahnwitzigen Geschichten gelacht, die irgendein Bettelbarde über Adlige, Krieger, Knappen zu erzählen wusste, deren Namen ihm vage bekannt vorkamen und sich in Tapferkeit und Turniergeschick offenbar mit Bran messen konnten. Es war willkommene Abwechslung auf einer ansonsten trostlosen und abgesehen von Tinnus kurzen Anfällen störrischer Rebellion ermüdend langweiligen Reise. Aber immer war Coben sich sicher gewesen, dem Trubel vor den Stadtmauern entspannt aus dem Weg gehen zu können und stattdessen durch ein angenehm leeres Talyra zu schlendern, bis er sich wenigstens wieder einigermaßen zurecht fand.

Und nun steht er doch hier, wehrt aufdringliche Huren und Händler ab und verflucht die prall gefüllte Geldkatze, die verlockend an dem geflochtenen Gürtel aus verschieden schattiertem braunen Kalbsleder baumelt und in spätestens zehn Minuten unter der Tunika irgendeines Langfingers verschwinden wird. Woran jeder Stadtbewohner gedacht hätte. Drei Sommer in der Provinz, und schon ist aus dem Halbelb ein Hinterwäldler geworden, der vermutlich abgestochen im Ildorel enden würde. Oder so ähnlich. Und alles nur wegen Core. Wäre dieser verdammte Junge nicht, er könnte immer noch auf dem angenehm stachligen Strohlager im Lagerraum des alten Beggo seinen Rausch ausschlafen, bis er endlich wieder klar denken und nicht von seinem eigenen Tod in der großen bösen Stadt fantasieren würde.

"Hab ein Auge auf ihn. Er wird sich in Schwierigkeiten bringen." Drei lächerlich kurze Sommer und der ehemalige Ziehsohn des Anmen hat sich offenbar zu einem hitzköpfigen Raufbold gemausert, dessen kleine Bande halbstarker Idioten es in ihrem Viertel zu belächeltem Ruch gebracht hat. Wahrscheinlich ging es dabei um irgendwelche Mädchen. Coben hätte dem einstigen Mündel anerkennend grinsend auf die Schulter gedroschen und onkelhaft Geschichten aus seiner eigenen Kindheit zwischen Laiginischen Cousins und hinreißenden Mägden erzählt, aber Beggo hat so verzweifelt gewirkt, als er ihn am frühen Vormittag wachgerüttelt hat, dass Coben ihm die Bitte nicht abschlagen konnte. Core hatte sich seit drei Sonnenläufen nicht mehr bei dem alten Nachbarn der Weißen Dame blicken lassen und würde todsicher irgendwann während des Sommerfests in eine Keilerei geraten. "Und wer weiß, wie oft er noch glimpflich davonkommt, du kennst ihn doch, Temperament, Heißsporn, schon immer.." Und so weiter und so fort. Ja ja. Verdrossen sucht Coben in der unüberschaubaren Menge nach einem Zeichen des rabenschwarzen Lockenkopfs des 15-jährigen, ohne große Hoffnung im wogenden Überfluss erregter Gesichter jemals das Cores oder wenigstens ein bekanntes zu entdecken.
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Mitarlyr

Stadtbewohner

Posts: 45

Occupation: Klingentänzer

Location: Lomirion

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38

Friday, September 5th 2014, 6:15pm

Gildin erlebt nicht zum ersten Mal, dass seine Schwester eine Andacht oder eine Segnung abhält. Aber den Wandel, den sie dabei durchmacht, fasziniert ihn jedoch jedes Mal aufs Neue. Obwohl ihre Stimme so ruhig und sanft ist wie stets und sie unverändert lächeln, hat ihre ganze Ausstrahlung sich verändert. Von einem Herzschlag auf den anderen steht vor ihm nicht mehr seine Schwester, nicht einmal mehr die Herrin von Vinyamar, sondern eine Hohepriesterin der Anukis. Aufrecht. Erhaben. Selbst in einer einfachen Tunika wäre sie ehrfurchtgebietend, ist er sich sicher. Und in einem Gewand wie dem, das sie an diesem Festtag trägt, ist sie ein beeindruckender Anblick. Oder vielmehr ein atemberaubender… Mit einem geistigen Schmunzeln bemerkt er, dass es Andovar neben ihm (mal wieder) den Atem verschlägt. Sein Zieh- und Schwertbruder ist der einzige Mann, dem er eine solch unverhohlene Bewunderung Arúens kommentarlos zugesteht. Im vollen Ornat ihres Amtes haben weder Andovar noch Gildin selber sie bisher je gesehen. In diesem Moment, während er wie alle anderen auch das Knie vor ihr beugt, drängt sich ihm unvermittelt die Frage auf, wie sie wohl wirken mag, wenn sie dann die Macht ihrer Göttin zu sich ruft.
Die Stimmen von Männern und Kindern verbinden sich mit dem der Anukispriesterin zu einer Art Wechselgesang, der mit dem Eid des Zwölfgötterglaubens beginnt und mit dem dreifältigen Glaubensbekenntnis endet, ehe Arúen Shu're Elthevir den Segenskuss gibt. Wobei der Eindruck eines Gesanges für Außenstehende vermutlich noch dadurch verstärkt wird, dass sie alle Shidar sprechen und kein Wort in der Allgemeinsprache der Sterblichen fällt.
Für einige Momente verharren sie alle noch reglos, ganz so, als wolle niemand der erste sein, der sich bewegt. Schließlich ist es der Klingentänzer des Hauses Valayar, der sich mit einem leisen "Mina Caris, Shadâna" als erster erhebt und so den Bann bricht. Einer nach dem anderen stehen sie auf. Und Andovar spricht aus, was auch Gildin bei dem Segenskuss durch den Kopf gegangen ist. "Ihr wisst aber schon, dass Euch das den Neid sämtlicher Klingentänzer der Sternenadler eintragen wird, wenn es sich auf Mita'Rôin herumspricht, oder Elthevir?" Der Elb spielt damit unverhohlen auf das Sommerfest in Lomirion vor acht Jahren an, als alle Klingentänzer, die für das Haus Mitarlyr im großen Turnier reiten sollten, vor Arúen auf die Knie gegangen waren und um die Ehre gebeten hatten, für ihre Farben reiten zu dürfen. Seine Schwester war vollkommen überrumpelt hochrot angelaufen und hatte schließlich niemandem erlaubt, im Turnier für ihre Farben oder mit ihrem Segen zu reiten. Nicht einmal ihren Brüdern. Und Shu're Elthevir würde nun mit ihrem Segen reiten - von dem Segenskuss einmal ganz zu schweigen, der ihm vermutlich noch viel mehr Neider einbringen würde als der Segen alleine.

Während die drei Klingentänzer in einem Gespräch stecken, dass sich von der Frotzelei wieder mehr dem Ernst des anstehenden Turniers zuwendet, bekommt Gildin am Rande mit, dass Rialinn ihre Mutter zu überzeugen versucht, sie doch die anderen Zelte, Ritter und Rüstungen auf dem Feld ansehen zu lassen. So wie die anderen Kinder, die hier überall herumlaufen. Er weiß, was seine Schwester von seinen Einmischungen in solchen Dingen hält - nämlich gar nichts - aber lassen kann er es trotzdem nicht.
Kurz entfernt er sich von den beiden Männer und geht zu seiner Schwester und deren Tochter hinüber. "Arúen." Ihr Blick, als sie ihn ansieht, sagt ihm mehr als deutlich, dass sie weiß was kommen wird. "Hier sind zu viele Fremde, zu viele Waffen, zu viel Gedränge… zu viele Gelegenheiten… Es ist zu riskant, wenn Rialinn hier alleine herumläuft. Elthevir kann sie heute nicht begleiten, also werde ich es tun. Oder Andovar. Rialinn kann es sich aussuchen, wer von uns mitgehen wird."
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Arwen

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39

Friday, September 5th 2014, 9:39pm

Arúen hat ebenso wie ihre Tochter all die anderen Kinder gesehen, die lachend zwischen den Zelten umherlaufen. Und nicht wenige davon sind ohne Aufsicht unterwegs. Sie weiß noch vor dem ersten Wort, was kommen wird, kaum dass Rialinn nach der Segnung des Klingentänzers vor ihr steht und sie aus großen Augen ansieht. Und hinter der Bitte, sich das ganze bunte, fremde und aufregende Lagerleben ansehen zu dürfen verbirgt sich noch ein ganz anderer Wunsch: Einfach so sein zu dürfen, wie all die anderen Kinder, die herumlaufen, schauen, staunen und spielen. Ohne Geleitschutz. Einfach unbeschwert Kind sein dürfen. Arúen versteht den Wunsch ihrer Tochter, den ausgesprochenen ebenso wie den unausgesprochenen nur zu gut. Gerade will sie ihr die ersehnte Erlaubnis geben, als Gildin sich einmischt.
Während die Worte des Elben bei seiner Schwester lediglich gut verborgenen Unmut über seine Einmischung erregen, ist die Wirkung auf seine Nichte um einiges offensichtlicher und drastischer. Das erwartungsvolle Strahlen aus Rialinns Augen verschwindet und sie lässt die Schultern hängen. Die Aussicht, sich das Lager unter der Aufsicht ihres Onkels anzusehen ist wenig verlockend. Da könnte sie auch gleich bei ihrer Mutter bleiben. Und dabei hatte sie doch so sehr gehofft, dass sie alleine (also zumindest ohne Erwachsene) schauen gehen dürfte. Vielleicht sogar zusammen mit Ladir, falls der denn von Elthevir weg dürfte.

Ihr Bruder hat seine Absicht eindeutig erklärt. Allerdings erreicht er mit seinen Worten das genaue Gegenteil. Arúen braucht nur einen einzigen Blick auf das enttäuschte Gesicht ihrer Tochter und die hängenden Schultern zu werfen, um ihre Entscheidung zu fällen. Sie hat sich einst geschworen, dass Rialinns Kindheit anders verlaufen würde als ihre eigene. Ihre Tochter sollte einfach Kind sein dürfen, lachen, weinen, Unfug treiben und Spaß haben dürfen. Es genügt, dass die AnCu Arúen das Leben schwer machen und Sorgen bereiten. Sie würde nicht zulassen, dass dieser Schatten auch über Rialinns Kindheit fallen würde.
"Sie wird sich keinen von euch beiden aussuchen. Gerade weil hier Dutzende Ritter und Kämpfer sind, sehe ich keine Gefahr für Rialinn. Ich glaube nicht, dass die AnCu es wagen würden, den Frieden von Shenrahs Hochtag zu brechen. Nicht hier, inmitten von genügend Rittern der Zwölf und unter den Augen der Stadtgarde. Nicht hier, wo Rialinns Hilferuf schneller Bewaffnete auf den Plan rufen würde, als sie 'Huch' sagen könnten", weist sie das Ansinnen ihres Bruders rigoros zurück und wendet sich dann an den Klingentänzer neben Andovar. "Shu're Elthevir, mit Eurem Einverständnis würde ich Ladir gerne mit ihr gehen lassen. Oder hat er noch Pflichten, die er vor der Mittagsstunde erledigen muss?" Die Blicke, die die beiden Kinder vorhin getauscht hatten, sind Arúen nicht entgangen. Das ist etwas, das sie sich zur Gewohnheit gemacht hat seit Rialinn laufen kann. Bei einem Kind wie Rialinn ist es auch besser, zu wissen wo sie gerade mit ihren Augen ist und nach welchen kindlichen Abenteuern sie sucht. Elthevir gibt ohne zu zögern sein Einverständnis und entlässt auch Naenor bis zum Mittag aus seinen Pflichten. Allerdings nicht, ohne dem jungen Mann einzuschärfen, die Finger von allem zu lassen, das mehr Alkohol enthalte als ein Krug Wasser. Etwas, das der hoch und heilig verspricht und sich dann mit einer Verneigung für die nächsten Stunden verabschiedet.

Arúen winkt Ladir zu sich, der ohnehin in der Nähe steht und die ganze Debatte aufmerksam verfolgt und dabei versucht, sich sein Hoffen nicht ansehen zu lassen. Rialinn dagegen strahlt schon von einem kleinen, spitzen Ohr bis zum anderen, seit ihre Mutter erklärt hat, sie dürfe ohne einen ihrer Onkel das Feld der Pavillons erkunden. Gerade, als sie dem Jungen erklären will, bis wann er seiner Pflichten ledig ist, geht ein leichter Luftzug zwischen den Zelten durch und prompt macht sich jenes Haarband wieder selbständig, dass sich schon den ganzen Morgen weigert an seinem Platz zu bleiben. Entkommen kann es jedoch nicht. Rialinn ist schnell genug und fängt es wieder ein, ehe der Wind es davontragen kann. "Das will nicht bleiben, Eama", hält sie das silbrige Seidenband erst hoch und wickelt es dann um ihre Mitte. "Darf ich es haben, Eama? Nur für heute. Als Gürtel für mein Kleid? Bitte! Ich bin auch ganz vorsichtig, dass es nicht kaputt geht. Versprochen!" Nur kurz zögert sie, nickt dann aber und erntet für die Erlaubnis ein strahlendes Lächeln von ihrer Tochter, das sie nicht wenige strahlend erwidert.
"Also, Ladir. Du hast Shu're Elthevir gehört. Du bist bis zur Mittagsstunde von Deinen Pflichten als Knappe frei und darfst Dir mit Rialinn alles ansehen. Aber ihr verlasst das Feld der Pavillons nicht! Und ihr werdet euch von fremden Schlachtrössern fernhalten und keine Waffen anfassen", diese Ermahnungen gelten auch (oder insbesondere) für ihre neugierige Tochter. "Wenn euch irgendetwas komisch vorkommt, kommt ihr sofort hierher zurück. Wenn euch jemand verfolgt oder gar bedroht, dann ruft ihr laut um Hilfe und sendet auch. Wir kommen dann zu euch. Habt ihr das verstanden?" Beide Kinder nicken. "Gut. Hier, das ist für euch." Arúen reicht jedem der Kinder einige Münzen. Sie würden bis zum Mittag weder verhungern noch verdursten. Vermutlich würden sie sich eher den Magen an zu vielen Naschereien verderben. "Und nicht die Zeit vergessen, Ladir", setzt Arúen noch mit einem Zwinkern nach, "pünktlich zur Stunde der Ruhe musst Du wieder hier sein. Spätestens dann wird auch Miroyel hierher kommen. Er ist vorhin mit Ullmar auf den Platz der Händler gegangen um sich die Elefanten anzusehen. Er konnte es nicht mehr bis morgen abwarten. Aber vielleicht trefft ihr ihn ja auch schon vorher… Und nun los, ihr Zwei."
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Tyalfen

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40

Saturday, September 6th 2014, 3:10am

Mit der Gewissheit, Eliza habe nichts gegen eine Kostprobe einzuwenden, huscht Tyalfens Aufmerksamkeit wieder zu der Gesellschaft, die sich um Lady Arúen versammelt. Für den Bruchteil eines Augenblickes ist auch Tyalfen versucht niederzuknien, der Faszination erlegen, die von der Metamorphose ausgeht, die die aufregend begehrenswerte Lady Arúen zur mächtigen Hohepriesterin der wilden Herrin werden lässt. Es soll jedoch nur bei einem tiefen Atemzug bleiben, den ihm ihr beeindruckender Anblick abringt, wenn sie die Göttin zu sich ruft. Tonlos stimmen seine Lippen in Eid und Bekenntnis ein, das lieb gewonnene Ritual ihrer Andachten. In den letzten Monden hat er ihnen öfter beigewohnt, jenen am Morgen, bevor ihn der Dienst ins Haus der Heilung befahl und es wusste die Unruhe in seinem Herzen wie jene in seinem Geist auf seltsame Weise zu befrieden. Heute jedoch ist es anders als sonst, nicht allein deshalb weil sie hier nicht unter dem lianenumspielten Gewölbe im sanften Zweilicht des Tempels verweilen. Es liegt an ihm. Tyalfen spürt es und seine Augen wandern auf dem Silberblonden, dem sie gefolgt waren. Ihm gilt ihre ganze Aufmerksamkeit, ihre Hände ruhen auf den seinen auf dem Heft eines Schwertes, selbst ihre Blicke scheinen unzertrennlich miteinander verflochten und es ist irritierend genug, dass des Laikeda’yas Lippen nicht länger den vertrauten Worten folgen. Er ist sich keineswegs mehr sicher, was genau er zu Gesicht bekommt. Diese Zeremonie wirkt um einiges intimer, dass sich Tyalfen zunehmend wie ein Eindringling fühlt. Er will sich gerade abwenden, als er einen eigentümlichen Beiklang in ihrer Stimme zu vernehmen glaubt und weiter lauscht, ob er nicht einer Sinnestäuschung aufgesessen ist. Immerhin steht er einige Schritt entfernt zwar noch in Hörweite, am elbischen Hörvermögen gemessen, doch die Geräuschkulisse im unmittelbaren Umfeld ist deswegen nicht verklungen. Er hat sich nicht getäuscht und ihre Worte offenbaren den Segen, den sie diesem Einen gewährt. Noch während ihre Hände die Segnung vollenden, fragt sich Tyalfen, wofür er ihren Segen erlangt haben könnte. Im nächsten Augenblick schon weicht er ungläubig einen Schritt zurück, senkt atemlos den Blick auf den Boden, als suche er darauf Halt und wendet sich nach wenigen, fassungslos hastenden Atemstößen abrupt ab.

„Die Hähnchenspieße, wo sagtest Du können wir sie erstehen?“ Die Frage gilt unverkennbar Aneirin, auch wenn sie genauso fahrig wie sein Blick wirkt, der zunächst ziellos über seine Begleiter streift, bis er stutzend an den Tüten in des Freundes Hand hängen bleibt, als erinnere sich nur allmählich an die kandierten Quitten, die zu probieren, er Eliza selbst gebeten hatte. „Du hast sie gekauft? Für mich? Was bin ich Dir schuldig?“
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Ladir

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41

Saturday, September 6th 2014, 8:10pm

~ Am Turniertag ~
Zwischen den Zelten

Ladir hat gelernt, welches Verhalten sich für einen guten Knappen gehört und so hält er sich stumm im Hintergrund, während die Erwachsenen sprechen, und wartet darauf, dass Shu're Elthevir ihm eine neue Aufgabe überträgt oder ihm vielleicht erlaubt sich ein wenig auf dem Platz umzusehen. Besorgt verfolgt der Junge das Gespräch mit, welches sich kurz darauf zwischen Gildin und Rialinns Mutter entspinnt. Dabei ist der Knabe keinesfalls neugierig, aber er kann schließlich nicht einfach weghören, und ein kleinwenig betrifft ihn der Wortwechsel dann ja auch... irgendwie. Jedenfalls fühlt er sogleich mit Rialinn und ist schon bereit sich falls nötig auf ihre Seite zu schlagen, als Gildins Schwester sehr zur Freude der beiden Kinder (und vermutlich sehr zur Enttäuschung ihres Bruders) eine unerwartete Entscheidung fällt.

Elthevir erteilt Ladir die Erlaubnis sich bis zur Mittagsstunde auf dem Zeltplatz zu vergnügen und Lady Arúen gestattet ihrer Tochter das Selbe zu tun. Die beiden Kinder wechseln begeisterte Blicke und geben eifrig jedes Versprechen, welches die Hochelbin ihnen abnimmt. Als Lady Arúen Ladir schließlich noch mit einem Augenzwinkern ermahnt ja die Zeit nicht zu vergessen, laufen diesem die Ohrenspitzen vor Verlegenheit rot an. “Bestimmt nicht, Shu'ra“, versichert er hastig. Schon halb dabei Rialinn zu folgen, erinnert er sich gerade noch rechtzeitig an seine guten Manieren, bleibt stehen, sieht zu Lady Arúen auf, bedankt sich für die Münzen, die sie ihm gegeben hat, und verspricht ganz ernst: “Ich werde guf auf Rialinn aufpassen!“ Verlegen lächelt er die Hochelbin an, und beeilt sich anschließend zu deren Tochter hinüber zu laufen, welche schon ganz ungeduldig auf ihn wartet.

Lachend ziehen die beiden Kinder von dannen. Rialinn ist sogar so begeistert und überschwänglich, dass sie vor lauter Eifer geradewegs in einen hochgewachsenen Elben mit bernsteinfarbenem Haar hineinläuft. Hastig entschuldigt sich das Elbenmädchen höflich bei dem Fremden und auch Ladir tut es ihr gleich, obwohl er nicht mit dem Mann zusammengestoßen ist, -- dann ziehen die beiden Kinder wieder ihrer Wege. Weder Rialinn noch Ladir fällt dabei auf, dass das Mädchen während des kurzen Zwischenfalls das silberne Haarband verloren hat, welches es seiner Mutter abgeschwatzt hat. Stattdessen halten die beiden zielstrebig auf das Zelt mit dem Wappen des Blutaxt-Clans zu, welches Rialinn selbtverständlich kennt, und wo sie hofft vielleicht einen der zahlreichen Blutaxtsprösslinge zu finden. Den unbekannten Elben haben Ladir und sie längst wieder vergessen.

Erst als die zwei Kinder vor dem anderen Zelt stehenbleiben, fällt Rialinn schließlich doch noch das Fehlen des Bandes auf. Aufgeregt schaut sie sich suchend um. “Was ist, Linn?“ Fragend schaut Ladir das Mädchen an. Rialinn sieht wie eine jüngere Miniaturausgabe ihrer Mutter aus, ganz besonders in dem Kleid, welches sie an diesem Tag trägt, findet er. Allerdings macht sie ihn nicht so nervös wie ihre Mutter. Arúens Auftritt in ihrer Funktion als Hohepriesterin ist keineswegs spurlos an dem Elbenjungen vorübergezogen. “Das Haarbmand, ich habe das Band verloren!“, erwidert Rialinn, und scheint dabei sichtlich den Tränen nahe. Tröstend legt Ladir einen Arm um sie. “Komm“, schlägt er vor. “Lass uns nachsehen, ob deine Freunde hier sind, von denen du mir erzählt hast... und dann gehen wir das Haarband deiner Mutter suchen. Du wirst sehen, zusammen finden wir es sicher schnell! Er schenkt dem Mädchen ein aufmunterndes Lächeln.
»When I grow up I want to be a little boy.«
· Joseph Heller ·

Bregond

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42

Sunday, September 7th 2014, 10:28am

Kurz schenkt der Elb dem durchaus hübschen Mädchen seine Aufmerksamkeit, kann sich dann aber ein grinsen nicht verkneifen als Lorwen den Nordmann mit recht barschen Worten zu mehr Rücksicht auffordert. Das Learcan auf einem Hof außerhalb der Stadt wohnt ist neu für Bregond und erst jetzt wird ihm bewusst das er einem ihm völlig unbekannten jederzeit sein Leben anvertrauen würde wenn es erforderlich wäre. Genauso wie Lorwen die Druidin kennt er den Mann noch nicht sonderlich zumindest nicht für einen Elben und dennoch vertraut er den beiden ebenso wie er Skor vertraut. Eine seltsame Tatsache die ihn gleichermaßen verunsichert wie beruhigt, konnte er diese beiden wirklich zu seinen Freunden zählen? Nie in seinem Leben hatte er wirklich Freunde gehabt, ja es ist ein gutes Gefühl. Aber würde es ihn nicht auch verwundbar machen, würde er sie in Gefahr bringen alleine durch die Tatsache das er bei ihnen war, würden seine Feinde die beiden nicht als Druckmittel gegen ihn nutzen können? All dies spricht gegen seine Erziehung, es schreit ihn aus seiner Vergangenheit an.
Schmunzelnd schüttelt er den Kopf nippt an seinem Bier und lenkt Learcan mit einem Schulterklopfen von dem Mädchen an. „Erzähl mir uns von der Familie wo du wohnst, vielleicht können wir helfen das es ihnen besser geht. Ich bin mir sicher das ein Bauer nichts gegen gute Ratschläge einer Druidin hat, außerdem können Skor und ich alles reparieren was zu Bruch gegangen ist.“
Ein Barde versucht mit einer aufregenden Ballade das schon versammelte Volk zu unterhalten, er gibt wirklich sein bestes und singt für menschliche Verhältnisse gar nicht mal so schlecht, dennoch wird er unter Beschimpfungen von einiger angetrunkener davongejagt. Der Mann kann einem leid tun, versucht er doch auch nur seine Fähigkeiten zu barer Münze zu machen, jeder das was er kann!

„ Sag mal, du hast gesagt das es eine Räuberbande gewesen ist die den Hof deiner Leute überfallen hat?“

Er selber ist Opfer eins solchen Überfalles geworden kurz bevor er im vergangenen Winter Talyra erreicht hatte. Halbverhungerte und zu allem bereite Männer in roten Kapuzen hatten ihn Skor und Lyona, die sie erst kurz zuvor kennen gelehrt hatten auf der Straße überfallen. Sie hatten sich eindeutig die falschen für ihren Überfall ausgesucht, fast alle hatten es mit ihrem Leben bezahlt. Doch scheinbar waren sie nicht die einzigen. Gesindel gab es überall besonders die schwachen und wehrlosen werden gerne so lange gemolken bis die Kuh tot umfällt.

„ Glaubt ihr das wir die Welt etwas besser gemacht haben indem wir den Schmugglerring ausgehoben haben?“ Fragt er fast nebenher und hält Druidin und Kämpfer dabei im Auge „ Ich bin mir fast sicher das wir die Welt noch etwas besserer machen könnten und dabei sogar noch ein hübsches Sümmchen verdienen könnten. Ich gebe zu es gibt sicherer Wege seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber Aufregender sind sie nicht, oder?“
Der Elb hebt seinen Krug und mustert beide über den Rand ohne zu trinken.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

43

Sunday, September 7th 2014, 4:59pm

Unruhig fährt Avila mit der linken Hand über ihren Rock und greift mit der rechten den Korb fester. Warum habe ich mich nur dazu überreden lassen? Natürlich weiß die Großmagd ganz genau, weshalb sie hier auf dem Feld Pavillons inmitten dieser Menschenmasse steht und sich vollkommen fehl am Platz fühlt: Sie kann einen Gefallen einlösen, den sie jetzt schon eine ganze Weile schuldig ist. Im Frühjahr hatte ihr nämlich Nóirín, eine gute Bekannte vom Pflanzenmarkt, eine seltene Rosenart aus Belgrave mitgebracht, ganz umsonst, nur für einen künftigen Gefallen. Es ist eine wunderschöne, kräftige Pflanze mit blutroten Blüten und einem betörenden Duft, die ihre Umsiedlung nach Talyra sehr gut überstanden hat. Als dann Nóirín vor drei Wochen anfragte, ob Avila ihrer Schwester mit deren Bauchladen bei dem Sommerfest helfen könnte, konnte sie schlecht absagen. Somit steht sie jetzt bereits mit der zweiten Fuhre von Honigfingern und süßen Pasteten hier herum und hält Ausschau nach einer kleinen dunkelhaarigen Frau mit einem Bauchladen voller Leckereien. Wieso kann sie nicht einfach hochgewachsen und breitgebaut sein, damit man sie findet? Oder sie könnte ja auch einfach an derselben Stelle stehen bleiben, aber nein… Etwas ziellos lässt sich Avila mit der Masse in eine Richtung treiben, in der sie noch nicht gesucht hat und wünscht sich gedanklich in die wogenden Weiten des Larisgrüns. Doch so angestrengt sie sich auch umschaut, kann sie nirgendwo das vertraute Gesicht erkennen, sondern nur lauter Unbekannte und ein paar einzelne flüchtige Bekannte. Dem ein oder anderen nickt sie freundlich zu, weicht zusammenstoßenden Humpen, scherzenden Saufkumpanen, sich bekleckernden Kindern und ungeduldig auf den Beginn des Buhurt wartenden Anhängern der einzelnen Teilnehmern aus.

Unerwartet bleibt Avilas Blick dann doch an jemandem hängen, allerdings ist derjenige überraschend bärtig, hat grüne Augen und ein markantes Kinn. Das ist doch… „Coben?“ Mit Namen hat Avila zwar mitunter ihre Probleme, aber wenn sie ein Gesicht einmal gesehen hat, dann vergisst sie es nicht wieder. Sollte es sich bei dem Mann nicht um Coben handeln, dann muss er einen Doppelgänger oder Zwillingsbruder in Talyra haben. Nein, das muss er sein… Aus dem Stand fällt ihr gar nicht mehr ein, wie lange es her ist dass sie ihn das letzte Mal gesehen habe. Er ist sicherlich zwanzig Schritt entfernt, hat sie offensichtlich weder gesehen noch gehört und sieht sich ähnlich suchend um wie sie noch vor ein paar Momenten. Ungünstiger Weise zieht die Menge der Schaulustigen Avila genau in die falsche Richtung und so muss sie ihre Ellenbogen einsetzen, um sich zu ihm durchzuwinden. Mit Müh und Not gelingt es ihr schließlich, denn Coben scheint sie immer noch nicht gesehen zu haben. Kein Wunder, er ist ja auch nur ein kleines bisschen größer – so um die dreißig bis vierzig Sekhel vermutlich. Endlich ist sie nah genug bei ihm angekommen, als dass er sie durch den Lärm der Schaulustigen hören könnte. „Bist das du, Coben?“, fragt sie ihn laut und deutlich, lächelt freundlich zu ihm auf und hofft, dass er sich an sie erinnern kann.

44

Monday, September 8th 2014, 1:22am

Wie sieht man mit fünfzehn Sommern überhaupt aus? Diese und ähnlich tiefsinnige Fragen gehen Coben durch den Kopf, als er eine Gruppe Heranwachsender mustert, die lautstark über die Stärke irgendeines Talyrischen Buhurt-Kontrahenten streitet, dessen Namen er im Crescendo stimmbrüchiger Unflätigkeiten überhört hat. Hätte man ihn nach dem Alter der Streithähne gefragt, er hätte sie treffsicher irgendwo zwischen acht und neunzehn Sommern eingeordnet. So viele menschliche "Vettern" er auch hat aufwachsen sehen, was genau die Natur mit sterblichen Jugendlichen ab dem zehnten Lebensjahr anstellt hat sich ihm nie wirklich erschlossen. Wenn es ihn denn überhaupt interessiert hat. Und wann hat er Core das letzte Mal gesehen? Vor drei oder vier Sommern? Er war ein pausbäckiger Hänfling mit wirrem Lockenkopf gewesen, hatte ihm gerade bis zum Bauchnabel gereicht und die Welt aus haselnussbraunen Augen ewig trotzig angestarrt. Beggo hätte dem Halbelben wenigstens beschreiben können, welche Kleidung der Junge trägt. Aber der alte Sattler hat ihm nur auf die Schulter geklopft, versichert, dass er Core schon wiedererkennen würde und ihn dann mit erstaunlicher Kraft förmlich auf die Straße geschoben. Wenn der Junge mich zuerst sieht, kann ich das Ganze so oder so vergessen. Unbewusst und mit wenig Erfolg zieht Coben den Kopf etwas ein. Hatte er sich vor seinem Aufbruch damals überhaupt von seinem einstigen Mündel verabschiedet? Es war schnell gegangen, er hatte mit Kohle eine fahrige Notiz für die Weiße Dame auf ein abgerissenes Stück Pergament gekritzelt - wahrscheinlich nicht. Mit tränenreicher Wiedersehensfreude war also eher nicht zu rechnen ...

"Bist das du, Coben?" Beinahe unmerklich schreckt der Angesprochene zusammen, als eine angenehm weibliche Stimme ihn aus seinen Gedanken reißt. Er braucht nur einen kurzen Moment, um die freundlich zu ihm aufblickenden grünen Augen einer Erinnerung zuzuordnen. „Avila!“ Das Lächeln, das sich auf seinem Gesicht ausbreitet ist so plötzlich, dass sich der Uisge mit einem stechenden Kopfschmerz zurückmeldet. "Avila, du - ja, natürlich bin ich das!" Seine Freude endlich ein bekanntes Gesicht (und dann auch noch ein angenehmes) zu sehen ist so groß, dass Coben unwillkürlich dazu ansetzt sich zu der jungen Frau herabzubeugen und sie fest zu umarmen. Im selben Moment fällt sein Blick jedoch auf den ausladenden Korb, den sie vor dem Körper mit sich trägt und auch sein mühsam anerzogener Anstand meldet sich kleinlaut zurück. Und so wird aus der Umarmung kurzerhand eine etwas holprige kleine Verbeugung. "Wie geht es Dir? Und was tust Du hier?", fragt Coben wenig originell – und völlig überflüssig. Es ist ein Festtag und sie verkauft offensichtlich Naschwerk, Esel! Aber hatte sie nicht eigentlich eine andere Stellung gehabt? Dunkel erinnert er sich an eines der großen Anwesen Talyras und ein eindringliches Gespräch über Sinn und Nutzen elbischer Gärten zwischen blühenden Gemüse- und Kräuterbeeten. Aber wer weiß, was in den Jahren zwischen dieser angenehmen Erinnerung und dem lauten Hier und Jetzt alles vorgefallen ist? "Ich war lange fort.", räumt er ungefragt und verlegen lächelnd ein. "Aber lass mich deinen Korb nehmen? Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber ich finde es schwer genug bei der Rempelei auf diesem verfluchten Platz den Boden unter den Füßen zu behalten, schon ohne zusätzliches Gewicht." Angewidert weicht er einem bedrohlich torkelnden Rothaarigen aus, dem die Rückseite des Spezereistandes geeignet scheint, um seinen Magen zu entleeren. Nicht einmal die 5. Stunde des Tages ... und der Junge zählt doch höchstens sechzehn Sommer! In Wahrheit hat der junge Mann seinen achtzehnten Namenstag zwar schon weit hinter sich gelassen, aber er erinnert Coben trotzdem schlagartig daran, warum er überhaupt hier ist. "Damnú! Avila, ich muss ... sag, Du hast nicht zufällig Core gesehen?", fragt er wenig hoffnungsvoll. "Ich muss den Jungen finden. Ich glaube – ich glaube, er hat dir irgendwann einmal geholfen Kürbisse zu tragen?" Er bezweifelt, dass Avila sich noch an diese kurze Episode erinnern kann, auch wenn sie ihm selbst ein Lächeln in die Augenwinkel zaubert. Wie viel lieber er hier mit ihr stehen und plaudern würde, als diesen vermaledeiten Knaben zu suchen.
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Arwen

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45

Monday, September 8th 2014, 9:53am

Nachdem erst Naenor und dann auch die beiden Kinder losgezogen sind um das Feld der Pavillons näher in Augenschein zu nehmen, ist Arúen mit den drei Männern alleine vor dem Zelt Shu're Elthevirs. Die Miene ihres Bruders mag für Außenstehende (und erstrecht für Nicht-Elben) vollkommen unbewegt erscheinen. Für Arúen sieht es allerdings anders aus. Sie kann ihrem Bruder ansehen, dass er mit ihrer Entscheidung alles andere als einverstanden ist. Und auch wenn er normalerweise vor anderen nicht mit ihr darüber diskutieren würde, der stumme Gedankenaustausch der Geschwister artet fast in eine lautstarke Meinungsverschiedenheit aus. Entsprechend knapp ist die Verabschiedung, mit der Arúen die drei Klingentänzer zurücklässt und sich ebenfalls auf den Weg durch das Zeltlager und in Richtung der Tribüne des Stadtrates macht.

Kurz wandert ihr Blick in den Himmel und prüft den Stand der Sonne während sie dem Weg zwischen den Zelten folgt. Das Turnier der Bogenschützen müsste bald anfangen. Gerade will sie sich an einer kleinen Menschengruppe vorbei schieben, die sich um einen Händler gebildet hat, der von seinem Wagen noch heiße Pasteten verkauft, deren verschiedene Füllungen er lauthals anpreist. Wie der Mann es schafft, gleichzeitig seine Warenanzupreisen, mit den Käufern Auswahl, Stückzahl und Preis zu verhandeln und das alles scheinbar ohne Luft holen zu müssen, ist ein faszinierendes Schauspiel.

Und so für einen Moment abgelenkt, bemerkt die Elbin erst im letzten Moment einen jungen Mann mit dunkelgrünem Überwurf und kann ihren Schritt so gerade noch an ihm vorbei lenken. Doch wie es scheint, hat dieser nicht ganz ohne Grund in ihrem Weg gestanden, denn als sie an ihm vorbei will spricht er sie mit einer leichten Verneigung an. "Verzeihung, Mylady." "Ja bitte?" Sie wendet sich dem jungen Mann zu und lässt kurz den Blick über die goldfarbenen Wolfsköpfe auf dem grünen Überwurf huschen. "Mein Herr, Sire Airaud Royan lässt fragen, ob ihr auch für ihn eine kurze Andacht halten und einen Segen sprechen könntet… Ihr seid doch eine Anukis-Priesterin, oder?", fragt er ein wenig erschrocken nach, um dann zu ergänzen, "Es heißt, Ihr hättet eben für eine Gruppe elbischer Ritter den Segen gesprochen." Mit einer kleinen, fast entschuldigenden Geste deutet er in die Richtung von Shu're Elthevirs Zelt.
"Ja, ich bin Priesterin der Wilden Herrin", beantwortet Arúen seine Frage mit einem Lächeln. "Sire Airaud Royan… der Herr der Feste von Arsenré." Es ist eher eine Feststellung als eine Frage, denn der Mann aus Sûrmera ist ein berühmter Ritter der Anukis, und von seinem Namen und seinem Ruf hat sie bereits gehört, als sie vor einigen Zwölfmonden bei den Anukis-Templern in Verd gewesen ist. Der junge Mann, seiner Kleidung nach der Knappe des Ritters zu dem er sie bittet, nickt bestätigend. Innerlich verdreht Arúen seufzend die Augen gen Himmel, dass es ihr anscheinend nicht vergönnt ist, einfach nur den Festtag zu genießen. Aber sie käme im Leben nicht auf die Idee, eine solche Bitte um göttlichen Segen abzulehnen. "Natürlich werde ich für einen Anukis-Ritter den Segen sprechen. Führt mich zu ihm." Mit einer respektvollen Geste bedeutet der Knappe ihr die Richtung und geht dann voran.
Es ist nicht weit bis zum Zelt von Sire Airaud, einem geräumigen, leinenhellen Pavillon mit einem grünen Vordach, das drei Scherenstühlen und einem niedrigen Tisch Schatten spendet. Wie es Sitte und Tradition ist, steht davor eine prachtvolle, grün emaillierte Rüstung Wache, auf deren Brustharnisch eine goldene Einlegearbeit die Wölfe Anukis' zeigt. Der Ritter erwartet sie bereits, zwar in Anbetracht der Morgenstunde noch ungerüstet, dafür aber im Wappenrock, begrüsst die Elbin und bedankt sich, dass sie ihm ihre Zeit opfert.
Wie schon kurz zuvor Elthevir fordert die Priesterin den Ritter auf niederzuknien. Und wie eben tut er es mit seiner Turnierwaffe in der Hand, neben sich seinen Knappen. Einige andere Streiter des Buhurt, die aufmerksamgeworden sind, tretennäher und schließen sich dem Ritter aus Sûrmera an. Und so ist es wieder eine kleine Gruppe, die den Eid des Zwölfgötterglaubens spricht, dem Namelosen widersagt und den Wechselgesang des dreifältigen Glaubensbekenntnisses mit Arúen anstimmt. Doch dieses Mal erteilt sie den Segen der ganzen Gruppe - und keiner von ihnen erhält einen Segenskuss.

Ein wenig später ist Arúen erneut auf dem Weg durch das Feld der Pavillons hinüber zur Tribüne am Turnierfeld. Der Festtag beginnt allerdings trotzt der frühen Stunde bereits Spuren bei ihr zu hinterlassen. Ihr Lächeln ist bei weitem nicht mehr so fröhlich und entspann wie noch beim Frühstück und das immer mehr zunehmende Gedränge der Festbesucher beginnt an ihrem Nervenkostüm zu zerren. Vielleicht hätte sie die Idee verwerfen sollen, das Turnier zu besuchen und stattdessen den Tag im Tempel verbringen sollen, geht es ihr durch den Kopf. Dort wäre es ruhiger gewesen und sie hätte sich nicht dieses Gedränge angetan.
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

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