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Nuuja

Unregistered

16

Friday, January 24th 2014, 6:30pm

23. Silberweiß

Nuuja mustert ihren Ururgroßvater, während dieser den Brief liest. Entweder hat er schon schlechte Augen oder aber er liest ihn mehrmals. Jedenfalls dauert es lange bevor er endlich den Brief zusammenfaltet und sich räuspert, um etwas zu sagen. <“Also gut, du wirst bei mir lernen.“> Sofort zeichnen sich Freude und Begeisterung auf dem Gesicht des Koboldmädchens ab und vor Aufregung klatscht sie gar in die Hände. <“Du wirst machen, was ich sage und genau zuhören!“> Gleich zwei Mal nickt Nuuja mit dem Kopf. Sie würde lernen! Bei einem Meister seines Fachs!
Als Gorgalahk die Wendeltreppe herunter klettert, eilt sie hinterher. „Ich habe schon eine Menge Bücher gelesen!“ sprudelt es aus ihr heraus. „Zum Beispiel ‚Die Geheimnisse der Alchemie‘ von Banverril Tytaidar, ‚Die Geschichte der Alchemie‘ von Kellt Dunrban oder ‚Elementumwandlung‘ von Jugareda Leman.“ Mit lebhafter Stimme zählt sie auf und folgt Gorgalahk dabei als er das Schild aufhängt und die Tür abschließt. „Natürlich auch verschiedene Aufsätze über Alchemie wie ‚Die Alchemisten und das Gold‘ von Nirkat Aruc.“
Als er sich zu ihr umdreht, hält Nuuja inne und sieht ihn fragend an. <“Willst du immer noch Alchemistin werden?!">, fragt er. Heftig nickt sie mit dem Kopf, dass ihre roten Haare auf und ab schwingen. „Natürlich! Darum bin ich doch hier!“, erwidert sie und will eigentlich schon ausholen, welche Pläne sie für den Laden und ihre Zusammenarbeit hat. Doch als Gorgalahk erwähnt, dass er ihr seine Privaträume zeigen will, verstummt sie. Ihre Augen glänzen in Vorfreude, denn sie hatte schon wahrgenommen, dass sich in diesem Raum kein Alchemielabor befindet. Also muss es sich in einem der hinteren Räume befinden.
So sammelt sie ihren Rucksack ein und folgt ihm hibbelig zu der Tür hinter dem großen Tisch. Noch in dem Moment, in dem er die Tür öffnet, quetscht sie sich an ihm vorbei und bestaunt sogleich das große Alchemielabor. Sie entdeckt alle möglichen Geräte, die man zur Herstellung alchemistischer Stoffe oder zur Durchführung von Experimenten braucht. Rasch lässt sie ihren Rucksack an Ort und Stelle fallen und betrachtet alles ganz genau, nimmt dies und das in die Hände, um es besser untersuchen zu können. Der Verkaufsraum von zuvor wirkt zwar vernachlässigt, aber hier hat alles seine Ordnung, zumindest noch, und ist überaus reinlich.
„Habt Ihr schon einmal mit dem Gift eines Frostwyrms experimentiert?“, fragt sie aufgeregt, während sie von einem Ende des Labortisches zum anderen läuft und einen Kolben mit einer dunklen Flüssigkeit ganz genau in Augenschein nimmt.

Gorgalahk

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17

Saturday, January 25th 2014, 12:58am

23. Silberweiß

>„Habt Ihr schon einmal mit dem Gift eines Frostwyrms experimentiert?"<, fragt ihn seine neue Gehilfin. Gorgalahk schüttelt mit dem Kopf.
Frostwyrme waren nicht nur selten, sondern auch überaus gefährlich. Selbst eine gut gerüstete Gruppe von ausgebildeten Kriegern, die von fähigen Magiern unterstützt wurde, konnte gegen einen Frostwyrm den Kürzeren ziehen. Der Kobold bevorzugte es, einem Frostwyrm nicht näher als eine Tagesreise zu kommen.
Einmal war er einer Gruppe selbsternannter Feuermagier und Frostwyrm-Jägern begegnet. Gegen einen hohen Goldpreis boten sie dem Kobold an, einen Frostwyrm zu erlegen und Gorgalahk sowohl das Frostwyrmgift, als auch das -blut mitzubringen. Er hatte es damals schon nicht geglaubt und nach ihrem Aufbruch in den Norden hatte der Kobold bis heute nichts mehr von den Magiern gehört.


Statt direkt auf Nuujas Frage zu antworten, läuft Gorgalahk zu seiner Küche. Aus einer kleinen Schublade zieht er eine Schatulle mit kaputtem Schloss und öffnet sie. Im Inneren befindet sich nur eine braune, klebrige Masse. "Das hier ist Holzteer", sagt Gorgalahk bedächtig. "Kennst du alle seine Eigenschaften? Weißt du wofür man ihn alles gebrauchen kann? Haben wir heute alle Möglichkeiten erkannt?", der Kobold wirkt plötzlich sehr viel konzentrierter und ernster. Statt auf Nuujas Antwort zu warten, redet er weiter. "Es gibt nur eine richtige Antwort und die heißt: Nein! Statt sich mit seltenen Substanzen herumzuschlagen, müssen wir erst das Alltägliche meistern. Selbst in diesem gewöhnlichen Holzteer steckt so viel alchemistische Kraft, wie in einem Liter Frostwyrmgift. Hast du das verstanden?", seine Stimme ist etwas strenger als beabsichtigt. "Und jetzt bin ich müde.", er wirkt wieder weitaus weniger konzentriert. "Ja, sehr müde. Ich werde jetzt schlafen. Morgen gehen wir zur Bibliothek." Langsam läuft er zu seinem Bett. "Ja, zur Bibliothek!", sagt er gähnend, während er seine Bettdecke zurecht legt.
An Nuuja und ihren Schlafplatz denkt er nicht mehr...

Gorgalahk

Stadtbewohner

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18

Saturday, January 25th 2014, 1:09am

30. Langschnee

Das Gegengift scheint zu wirken, dem Schwarzen geht es schon besser. Er stellt sich als Nuka Nuka vor und behauptet, dass er keine Arbeit habe und aus Hunger bei ihm eingebrochen sei. Wieso sollte jemand in einem heruntergekommenen Alchemieladen einbrechen? Nuka Nuka ist entweder dumm oder sehr verzweifelt, stellt Gorgalahk fest.
"Hier gibt es nichts mehr zu essen.", sagt er etwas schroff. "Nein, nichts mehr zu essen. Alles aufgegessen!", als Nuka Nuka nicht direkt antwortet fügt er hinzu. "Arbeit gibt es hier jetzt genug!", er räuspert sich. "Alles in Unordnung... Aber kein Geld!"
Was soll er bloß tun? Vor ihm liegt ein immer noch benommener Einbrecher, der ihm das Leben gerettet hat, und ein toter Schläger. Beides will er nicht in seinen Privaträumen haben und doch ist beides da. Er kann durchaus eine Hilfe in seinem Laden gebrauchen.

Ein Einkauf, der für einen Menschen ohne große Mühen zu bewältigen war, stellt für den alten Kobold ein Problem dar und allem Anschein nach ist sein Laden auch ein Ziel für Einbrecher geworden. Aber selbst wenn Nuka Nuka helfen will, Gorgalahk hat kaum genug Geld, um sich selbst über Wasser zu halten. Wenn dann müsste der Sommerinsulaner sich sein Brot selbst verdienen...

Nuka Nuka

Unregistered

19

Saturday, January 25th 2014, 10:13am

30.Langschnee



Langsam richtet sich der Chanka auf, um sich dann, noch immer mit einer Hand stützend auf eine Kiste zu setzen. Zwar kehren seine Kräfte langsam zurück, aber sie sind noch nicht wieder vollständig da. Im Moment fühlt er sich wie nach einer durchzechten Nacht, wobei Übelkeit und Restalkohol einen wilden Tanz miteinander veranstalten. Dann hört er, er habe alles aufgegessen. Nur dieses bisschen Brot hatte der Kobold? Dann war er wirklich arm. Wie konnte er solang in der Nähe des Marktplatzes überleben? Vermutlich hatte er erst kürzlich schlechte Zeiten erfahren. Noch einmal blickt der Chanka sich um. Alles verwüstet. So könnte er nicht gehen, nicht nach der Gastfreundschaft, die ihm geboten wurde. In letzter Zeit ist er ein wenig verweichlicht, vor ein paar Jahren noch hätte es ihn einen Dreck interessiert, ob jemand wegen ihm am Hungertuch nagen müsste. Aber spätestens seit der Geschichte mit der Rabenlady ist er nachsichtiger und auch ein wenig mitfühlender geworden. "Ich kann helfen... für Essen kann ich helfen...", murmelt er. "Und ein wenig Alsche... konol ts'aak... Sachen mischen...", fügt er hinzu. Dass er fast ausschließlich Gifte anmsichen kann, erwähnt er jedoch nicht. Der Schwindel ist komplett verschwunden und so widmet sich Nuka Nuka der umgeworfenen Einrichtung und beginnt, diese wieder an Ort und Stelle zu bringen. In letzter Zeit passierte es leider recht häufig, dass ein einfacher Einbruch im Chaos endete. Natürlich lässt sich eine Vermutung nicht abstreiten, wer dahinter stecken könnte. Vermutlich die Gleichen, die ihn auch damals verraten haben. Hass, purer Hass, der aber hier nichts weiter bewirkt, daher wird der Rekonstruktion des Zimmers weiter nachgegangen. Insgesamt beruhigt ihn dies sogar ein ganze Stück und der Rhythmus von Glasflakons, die auf Holz tacken wirkt ein wenig ablenkend. Irgendwann müsste er die Sau auch noch fortschaffen, denn sie würde bald anfangen, zu stinken. Also mehr zu stinken, als sie es im Moment bereits tut. Schon immer hat die Sau gestunken, so wie alle Kinder der Straße. Vielleicht konnte er dem Kobold irgendwie aus der Klemme helfen. Zwar ist er kein begnadeter Taschendieb, aber die richtigen Opfer tragen ihre Beutel so offensichtlich, dass selbst ein einarmiger, blinder Sandnarg mit Plattenhandschuhen es ihnen einfach abnehmen konnte. Vielleicht ließe sich da ja etwas finden ...

Nuuja

Unregistered

20

Sunday, January 26th 2014, 11:25am

23. Silberweiß

Eine mögliche Antwort auf ihre Frage bezüglich des Frostwyrm-Giftes bekommt sie nicht. Denn sie ist so damit beschäftigt, dass Alchemielabor zu untersuchen, dass sie sich nicht umblickt, um das Kopfschütteln des alten Koboldes zu sehen. Erst als sie aus dem Augenwinkel bemerkt, dass er sich an einer kleinen Schublade einer eingebauten Küche zu schaffen macht, wendet sie sich von dem Alchemielabor ab und geht neugierig zu ihm herüber.
Gorgalahk zeigt ihr die braune und scheinbar klebrige Masse Holzteer und fragt sie, ob sie die Eigenschaften dieses Stoffes kenne. Nuuja beginnt gerade in ihrem Gedächtnis zu kramen, als der alte Kobold die Antwort bereits selbst gibt. Während er redet streckt Nuuja einen Finger aus, um mit diesem die Konsistenz der braunen Masse zu testen. Doch kurz bevor sie den Holzteer mit ihrem Finger erreicht, schnappt die Schatulle zu und hätte ihr fast den Finger eingeklemmt, hätte sie ihn nicht rechtzeitig zurückgezogen.
<“Hast du das verstanden?“>, fragt Gorgalahk sie mit strenger Stimme. Das Koboldmädchen blinzelt und rekapituliert schnell seine Worte. „Erst das Alltägliche meistern!“, wiederholt sie und nickt mit dem Kopf. Der alte Kobold räumt die Schatulle wieder zurück und teilt ihr mit, dass er müde sei und nun schlafen wolle.
Nuuja sieht sich im Raum um und entscheidet sich dann für ein Plätzchen unter dem Tisch des Alchemielabors. Sie zieht ihren ponchoartigen Umhang über den Kopf und faltet ihn zusammen, um ihn als Unterlage zu nutzen. Dann zieht dann ihren Rucksack heran und löst die zusammengerollte Decke von diesem, der ihr als Kopfkissen dienen soll. Rasch entledigt sie sich ihrer winzigen Schuhe und rollt sich dann auf ihrem Poncho und unter der Decke zusammen. „Gute Nacht… Großvater.“ Das ‚Urur‘ lässt sie bewusst weg, geht doch ein einfaches ‚Großvater‘ leichter und schneller über die Lippen.
Eine ganze Weile wälzt Nuuja sich herum. Auf ihren Reisen hat sie schon oft auf dem Boden geschlafen. Aber während weiche Erde, Moos oder Blätter wenigstens einen Hauch von Bequemlichkeit boten, war der Hausboden nicht so barmherzig. Trotz der Erschöpfung, die sie nun in ihren Gliedern spürt, will es ihr einfach nicht gelingen einzuschlafen. Also versucht sie es mit dem Zählen von Waldschafen, die über einen Baumstamm hüpfen. Aber auch das will nicht so recht helfen. Schon gar nicht als plötzlich ein Wolf des Weges kommt und beginnt die Schäfchen aufzufressen.
Das Koboldmädchen schlägt die Hände vors Gesicht, reibt sich die Augen und richtet sich dann auf. Sie beugt sich vor, so dass sie einen Blick auf das Bett erhaschen kann. Kurz überlegt sie und tippelt dann auf Zehenspitzen und in die Decke geschlungen herüber zu Gorgalahks Bett. Leise legt sie sich vor dem Bett auf den Boden und versucht erneut einzuschlafen, was allerdings nur wieder darin endet, dass sie nach einer Weile erneut aufsteht. Viel zu viele Dinge gehen ihr im Augenblick durch den Kopf, dabei will sie doch nur endlich schlafen.
Und dann, ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen, klettert sie vorsichtig und darauf Bedacht möglichst keinen Lärm zu machen auf das Bett, rollt sich an dessen Fußende zusammen und schließt die Augen.

Gorgalahk

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21

Sunday, January 26th 2014, 9:05pm

24. Silberweiß

Es ist noch früh am Morgen, die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Gorgalahk aufwacht. Es ist kalt und er zittert, irgendwie scheint seine Bettdecke über Nacht weggerutscht zu sein. Doch als er sie wieder zu sich ziehen will, scheint sie festzuhängen. Verwundert öffnet er die Augen und stellt fest, dass Nuuja nicht nur ungefragt in sein Bett gekrochen war, sondern sich auch noch die Bettdecke angeeignet hat.

Vorsichtig steigt Gorgalahk aus seinem Bett und betrachtet seine friedlich schlafende Enkelin. Nur ein leises Schnarchen verrät, dass sie noch lebt, so regungslos liegt sie da. Der Kobold beschließt, sie vorerst schlafen zu lassen. Der Tag würde noch anstrengend genug werden. Er geht zu seiner Küche und macht ein kleines Feuer, um Wasser zu erhitzen. Während das Wasser wärmer wird, geht er in seinen Vorratsraum und holt eine kleine Kiste mit Teeblättern und eine Flasche mit selbst gebranntem Schnaps. Als er zurückkommt, kocht das Wasser bereits. Er nimmt den Topf von der Flamme und wirft ein paar Teeblätter hinein und fügt dem Ganzen noch einen guten Schuss seines Schnaps hinzu. Davon würde sicher auch Nuuja richtig wach werden.
Während der Tee zieht, holt Gorgalahk noch sein restliches Brot und ein Stück gepökeltes Fleisch aus der Speisekammer. Es ist nicht viel, er hat nicht mit Besuch gerechnet und er selbst isst wenig. Aber besser als nichts.
Die Zeit, bis der Tee fertig ist, nutzt der alte Kobold, um die Brotscheiben mit dem Pökelfleisch zu belegen. Dann füllt er den Tee in zwei kleine Tassen und stellt sie auf einen kleinen Tisch, der zu seinem Alchemielabor gehört.

Dann geht er zum Bett und weckt Nuuja, indem er sie mit seinem Gehstock piekt und sagt: "Frühstück ist fertig. Wir müssen gleich lernen!"

Nuka Nuka

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22

Sunday, January 26th 2014, 10:18pm

24. Silberweiß

Nuka ist bereits seit einer Weile wach. Seine Träume haben ihm diese Nacht nicht viel Ruhe gegönnt. Altes und Vergangenes, kürzlich Geschehenes und Dinge, die vielleicht noch passierten werden. So sicher weiß er das nie. Auch, wenn er müde aussieht, ist er es nicht, dafür hat er sich bereits zu sehr an den Zustand gewöhnt, für alles in seinen Träumen gejagt und geplagt zu werden, ein grässliches Gefühl. Daher ist er auch lieber wach. Glücklicherweise wacht der Kobold meist nach ihm auf, daher kann er jeden morgen seinen Körper schulen, jeden Muskel einzeln, so das denn möglich ist. Auch hat er einmal eine Stange mitgehen lassen, die nun zwischen zwei Balken geschraubt wurde. Perfekt, um sich hin und her schwingen zu lassen, sich hochzuziehen und sonst ein Spektakel zu veranstalten. Manchmal gab ihm der Kobold zu wenig Geld mit, aber er wollte ihn ja nicht enttäuschen, weshalb er nicht selten ein wenig mehr mitnahm, als er für den Preis bekommen konnte oder sogar hin und wieder in der Menge verschwinden musste. Weshalb die Stange dort angeschraubt ist. Wenigstens lastet ihn die Arbeit aus. Er hat etwas zu tun, muss nicht auf der Straße sitzen und darum betteln, dass ihm jemand Anstellung bietet. Nein, er hatte seinen Beruf, bekam dafür etwas zu essen und konnte im Gegenzug nützlich sein. Nützlich sein... ein gutes Gefühl, er hatte es lang nicht mehr gespürt. Während er noch in seinem zwischen zwei weiteren Balken gespannten Laken liegt, hört er jedoch, dass langsam Leben ins Haus kommt. Heute scheint der Kobold etwas früher aufgestanden zu sein. Normalerweise hätte der Chanka noch ein paar Momente gehabt, um den Morgen zu genießen. Im Endeffekt heißt dies jedoch, dass er auch runter muss, um zu helfen. Putzen, Einkaufen, Schleppen, Reparieren und gucken, dass niemand Unfug betreibt. Letzteres ist im Übrigen noch nicht passiert, seit der junge Erwachsene hier eingezogen ist. Er war wohl der letzte Unfugmacher. Aber auf der Straße erzählt es sich herum, der Kobold hätte die Sau gefressen, sie mit einem Topf bewusstlos geschlagen und ihn im flüssigen Gold ertränkt hat. Die restlichen Teile wären dann verspeist worden. Was für ein Unsinn. Kurz muss Nuka lachen, schon lange hatte er das nicht mehr, aber zur Zeit hatte er eine eher einfache Phase. In Wirklichkeit musste er die Sau 'entsorgen', er hat sie über den Kai in den Fluss geworfen, nachdem das Gesicht eingeschlagen und die Hände, sowie Füße zertrümmert worden sind. Nichts mehr zu erkennen. Dazu hat er ihm den kleinen Finger abgeschnitten, ein Zeichen für Wettbetrüger. Auf einen alten Kobold sollte also nichts zurückfallen.

Vorsichtig öffnet er die Luke zum Erdgeschoß hin und klettert in den Empfangsraum, schließt die Tür und nimmt sich gleich einen Lappen. Natürlich nur den, den sein neuer Meister ihm gezeigt hat. Der Weiße mit der abgekauten Ecke war für den Tresen, der mit dem gelben Fleck in der Mitte für die Schachteln darunter und der mit der schlecht eingestickten Rose für den Boden. Alles hat er sich gemerkt. Im immer gleichen Rhythmus wird also geputzt, hin und her, hin und her. Dabei bemerkt er jedoch nicht die beiden Gestalten, die noch im Schlafzimmer sind.

Nuuja

Unregistered

23

Monday, January 27th 2014, 2:48pm

24. Silberweiß

‚Herzlichen Glückwunsch, Nuuja. Ihr seid wohl die großartigste Alchemistin, die mir je begegnet ist. Nehmt dies als Wertschätzung ob eurer herausragenden Entdeckung.‘ Mit stolz geschwellter Brust und einem mehr als breiten Grinsen, nimmt Nuuja die Trophäe entgegen und hält sie rasch über ihren Kopf, woraufhin die Menge an koboldischen Zuschauern zu Toben beginnt. Sichtlich genießt sie das Bad im Blütenregen und beginnt gar zu tänzeln. Doch plötzlich spürt sie ein Stechen in ihrem Rücken und mehrere kurze Stöße, die sie taumeln und schließlich stolpern lassen, woraufhin ihr die Trophäe aus der Hand gleitet und wie in Zeitlupe hinunter in die Menge fallen will. „Neeeiiiiiin!“, ruft sie noch und streckt sich so weit wie sie kann, um nach dem golden glänzenden Etwas zu greifen.

Ruckartig schnellt Nuuja nach oben und sitzt kerzengerade auf Gorgalahks Bett. Das Stirnband ist herunter gerutscht und hängt nun um ihren Hals. Das kinnlange rote Haar ist zerzaust. Überhaupt sieht Nuuja aus als wäre sie alles andere ein Frühaufsteher. Mit noch fast zusammengekniffenen Augen mustert sie den alten Kobold vor sich, der ihr mitteilt, dass das Frühstück fertig sei.
Das Koboldmädchen blinzelt kurz und lässt sich dann wieder rücklings aufs Bett fallen. „Nur noch fünf Minuten…“, murmelt sie fast unverständlich. Doch da beginnt wieder dieses nervige Pieken in die Seite. <“Wir müssen gleich lernen!“>, mahnt Gorgalahk. Tief seufzend bewegt Nuuja ihre Beine und rutscht in liegender Position zur Bettkante, um daraufhin samt Bettdecken vom Bett zu rutschen. Nur widerwillig bahnt sie sich ihren Weg aus den Decken hervor und schmeißt diese anschließend zurück aufs Bett.
Mit hängenden Schultern und kaum geöffneten Augen schlurft sie herüber zu ihrem Rucksack und zieht nach einer Weile einen kleinen Kamm hervor, mit dem sie sich routiniert das Haar kämmt. Anschließend schiebt sie das Stirnband über das Gesicht und die Haare ordentlich zurück. Dann schleppt sie sich zu dem alten Kobold hinüber und lässt sich auf einem Hocker nieder, der vor dem Tisch steht, auf dem Gorgalahk das Frühstück bereitet hat. Stirnrunzelnd betrachtet sie mit zusammengekniffenen Augen die spärliche Auswahl, greift dann aber nach einer Scheibe Brot und beginnt dann an einer Ecke darauf herum zu kauen.
Sie nippt an dem Becher Tee, den ihr Ururgroßvater ihr eingegossen hat. „Iiieh…“, verzieht sie überrascht das Gesicht und schüttelt kurz den Kopf. Dann schnuppert sie daran. „Da ist ja Alkohol drin!“, stellt sie fest und nippt erneut, nun weniger verwundert. Auch jeder weitere Schluck wird annehmbarer. Noch etwas Brot und etwas von dem gepökelten Fleisch und Nuuja sieht schon viel zufriedener aus. Als sie dann auch noch Hände und Gesicht wäscht, scheint sie auch wieder fit zu sein.
„Und? Gehen wir jetzt?“, fragt sie ungeduldig, während sie sich die Schuhe wieder über zieht und ihren Gürtel umlegt, an dem kleine Säckchen und Fläschchen hängen.

Gorgalahk

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24

Tuesday, January 28th 2014, 11:43pm

24. Silberweiß

>„Und? Gehen wir jetzt?“<, fragt Nuuja ungeduldig. "Ja, ja, wir gehen gleich", sagt Gorgalahk ein wenig abwesend während er nachdenklich auf einem Stück Brot rumkaut. Nuuja und ihr unbändiger Drang, Alchemistin zu werden, erinnern ihn an seine ersten Jahrhundert. Die riesige Welt der Alchemie war noch völlig neu gewesen, ein Abenteuerspielplatz für den Geist. Er hätte am liebsten den ganzen Tag nur mit möglichst seltenen, einzigartigen Stoffen experimentiert und ihre Eigenschaften herauszufinden. Doch richtige alchemistische Experimente, die sich mit mehr als der Herstellung von Tränken beschäftigten, waren sehr teuer und nicht immer ungefährlich und so musste auch Gorgalahk erkennen, dass nichts über das langatmige, trockene klassische Lernen mit alchemistischen Fachbüchern ging.
Allerdings gab es damals noch nicht so viele Bücher, viele alchemistische Regeln, die heute selbstverständlich erscheinen, sind erst weniger als zweitausend Jahre alt und obendrein gab es viele Kriege und andere Unglücke, die das Alchemiestudium nicht gerade erleichtert hatten. Und daher war nicht alles, was der Kobold wissen wollte, in Büchern zu finden. Bei dem Gedanken schleicht sich ein Schatten auf Gorgalahks Gesicht und der alte Kobold wirkt für einen Moment traurig, fängt sich aber schnell wieder.

Dann redet er wieder mit Nuuja. "Ja, wir gehen gleich", wiederholt er sich. "Du musst viel lernen und immer fleißig sein." Dann holt er seinen Gehstock. Der Weg zur Bibliothek war lang und Gorgalahk wusste auch nicht, wann sie überhaupt geöffnet ist. Er wusste nicht mal wo sie ist, denn er war dort nie gewesen. Aber es wird eine geben, da ist er sich sicher und es gibt sicher viele Leute, die den Weg kennen. Und vielleicht weiß Nuka Nuka ja was. Den leisen Geräuschen nach zu urteilen, ist er schon wach und putzt den Laden. Zumindest den Teil, den Gorgalahk ihm zu putzen erlaubt hatte.
"Ich muss dir jemand vorstellen", sagt Gorgalahk. "Vielleicht weiß er ja, wo die Bibliothek ist", er lacht eigenartig und geht geht langsam in den Verkaufsraum. Wenn noch mehr Leute kommen, dann brauch ich einen neuen Laden., denkt er.

This post has been edited 3 times, last edit by "Gorgalahk" (Jan 31st 2014, 12:12am)


Nuuja

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25

Wednesday, January 29th 2014, 6:36pm

24. Silberweiß

Als Nuuja ihre zierlichen Schuhe angezogen hat, tippelt sie ungeduldig auf Gorgalahk wartend auf der Stelle. Er schien gedanklich gerade woanders zu sein. Doch stören wollte sie ihn dabei nicht trotz aller Ungeduld. Schließlich verärgerte man seinen Lehrmeister nicht. Zumindest nicht grundlos. Und Nuuja wollte ja lernen und ja, sie würde fleißig sein. Deswegen nickt sie heftig mit dem Kopf als der alte Kobold genau dies von ihr verlangt.
Dann stutzt sie stirnrunzelnd. Er wolle ihr jemanden vorstellen? Gab es hier noch jemanden, den er ausbildete? Und als er erwähnt, dass er nicht wüsste, wo die Bibliothek ist, zuckt ihr Näschen vor Skepsis. Wie lange wohnte er schon? Ein paar hunderte Jahre vielleicht. Das Koboldmädchen zuckt für sich mit den Schultern. Vielleicht glaubt er schon alles zu wissen, was es aus diesen Büchern zu lernen gibt.
Neugierig folgt die Gorgalahk in den Verkaufsraum und blinzelt überrascht, als sie einen der großen Leute dort putzen sieht. Dünn ist er und seine Haut gebräunt. Die langen, schwarzen Haare wiegen im Rhythmus der Putzbewegung hin und her. Argwöhnisch macht Nuuja einen Schritt hinter ihren Ururgroßvater und beäugt den jungen Mann dennoch neugierig über Gorgalahks Schulter blickend. Wo kam er her? Der Laden war doch noch nicht geöffnet. Besaß er einen Schlüssel?
Nicht, dass sie schüchtern wäre. Schließlich hatte sie auch keine Scheu fremde Leute auf der Straße anzusprechen, wenn sie kurz Informationen brauchte. Aber einen Fremden in den eigenen vier Wänden, und das war der Laden ihrem Verständnis nach ab sofort, sollte man nicht sofort vorbehaltslos vertrauen, so hatte sie gelernt. So wartet sie still, halb versteckt hinter dem Rücken des alten Kobolds ab, wie der Große auf sie reagieren würde.

Nuka Nuka

Unregistered

26

Thursday, January 30th 2014, 1:46am

Gerade ist der Chanka dabei, die Verkaufstheke zu wischen. Immer und immer wieder wird die gleiche Bewegung vollführt. Kreis nach links, Kreis nach rechts, oben, unten. Und von vorne. Nicht, dass es ihn sonderlich stört. Im Gegenteil, er kann abschalten und endlich mal seinen Gedanken entweder Ruhe gönnen, oder sich voll und ganz auf sie konzentrieren. Er hat die Wahl. Bis der Kobold in einer fremden Sprache redend hereintritt und auf Nuka deutet. Hinter ihm befindet sich ein weiterer Kobold, anhand des Stirnbands vielleicht sogar ein Mädchen. Wie sich so etwas bei dem kleinen Volk verhält, weiß er jedoch nicht. Vielleicht ist es auch ein Mann. Kobolde gehörten zu den Völkern, mit denen der Chanka bisher noch am wenigsten zu tun hatte. Wie vermehren sich Kobolde eigentlich? Schmunzelnd erinnert er sich an einen Verrückten, der ihm einst erzählte, kleinste Dinge würden sich nicht paaren, sondern teilen. Gehören Kobolde dazu? Hat sich sein Lehrmeister nach zu viel Koboldbrot einfach geteilt und somit einen eigenen Nachkommen gezeugt? Der Gefahr bewusst, noch weiter abzudriften, zieht sich Nuka wieder auf seinen Fokus zurück und betrachtet die noch etwas kleinere Person. "Einen Guten Tag", sagt er mit melodischem Akzent der Sommerinseln. "Mein Name ist Nuka Nuka." Was er sonst sagen soll, ist ihm momentan auch nicht bewusst. Sein neuer Meister ist an einigen Stellen ulkig, ungewöhnlich und daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Im Koboldknigge noch wenig bewandert bleibt es also bei der Begrüßung, während er weiter putzt. Immer wollte der Kobold es blank und strahlend, auch, wenn er eigentlich auf einige der Stellen noch nicht einmal blicken konnte. Aber danach muss man sich nun einmal richten. Widerrede bringen da nicht viel. Also wird der zweite Kobold aufmerksam mit einem falschen Lächeln betrachtet. Nicht, dass der Chanka ihr etwas Böses will, er lächelt einfach nur nicht aus Freude. Dazu fühlt er sich schlichtweg nicht. Stattdessen fälscht er ein Lächeln, wenn es angebracht ist, wie jetzt. Ob sich der zweite Kobold wohl besser mit menschlicher Mimik auskennt? Den meisten zumindest fällt das falsche Lachen nicht auf, aber wer achtet schon allzu genau darauf? Vor allem in Talyra wohl die wenigsten.

Gorgalahk

Stadtbewohner

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27

Friday, January 31st 2014, 12:11am

24. Silberweiß

>"Einen Guten Tag. Mein Name ist Nuka Nuka."<, werden Gorgalahk und Nuuja begrüßt. Dem alten Kobold fällt sofort auf, wie unangenehm die Allgemeinsprache doch im Vergleich zum wohlig krächzigen Tantkrat klingt. Die Sprache der Kobolde war einfach unbestreitbar die schönste Sprache der Immerlande. Trotzdem antwortet Gorgalahk freundlich: "Das weiß ich, guten Morgen!", und macht Anstalten den Laden zu durchqueren, als er feststellt, dass Nuka Nuka sich vermutlich Nuuja vorgestellt hat.

Diese befindet sich direkt hinter ihm und wirkt auf den alten Kobold fast schüchtern, ein Charakterzug der ihr an ihr während ihrer kurzen Bekanntschaft noch nicht aufgefallen ist. "Das ist Nuuja. Wir wollen zur Bibliothek", er geht weiter durch den Laden, dreht sich dann aber nochmal zu Nuka Nuka um. "Ja, wir wollen zur Bibliothek!", dann denkt er kurz nach. Er selbst weiß nicht, wo die Bibliothek ist, aber es musste eine geben. Er hatte noch nicht viel mit Nuka Nuka gesprochen, seitdem er im kleinen Dachboden des Ladens lebte und dem Kobold bei einfachen Dingen zur Hand ging, aber da Nuka Nuka sich anscheinend auf der Straße auskannte, könnte er sogar wissen, wo sich die Bibliothek befand. Ob er wohl lesen konnte und mitkommen wollte? "Nuuja wird Alchemistin", stellt er dann fest, während er den Chanka eindringlich mustert.

"Wo ist die Bibliothek?", fragt er dann. "Nuuja braucht viele Bücher, sie muss viel lernen.", er geht wieder ein paar Schritte weiter und sagt schließlich: "Sie will Alchemistin werden!" Obwohl es sich bei seinem letzten Satz um eine Aussage handelt, schaut er, als würde er eine Antwort erwarten.

Nuka Nuka

Unregistered

28

Saturday, February 1st 2014, 12:26pm

Kurz wundert sich der Chanka über die Situation. Wieso antwortet sein Lehrmeister auf diese Begrüßung? Vermutlich hat er es einfach falsch verstanden. In manchen Situationen lässt sich Gorghalak bestenfalls als neben der Spur beschreiben, aber Nuka ist in dieser Hinsicht sehr anpassungsfähig und hat sich schon fast daran gewöhnt. Kurz wird die Augenbraue hochgezogen, dann ist wieder alles normal. Ein wenig wartet der Chanka noch darauf, dass das Mädchen, wenn es denn eines ist, sich vorstellt, dann antwortet er seinem Meister. Schließlich will er ihn nicht zu lange warten lassen. "Wo die Bibothek ist, weiß ich!", gibt er kund. "Wenn Ihr möchtet, kann ich Euch dort hin führen." Zwar hat er dieses Gebäude noch nie betreten, mit seiner Kleidung wäre dies auch nur schwer möglich gewesen, aber er ist schon oft daran vorbeigelaufen. Vielleicht gibt es ja auch ein paar Bücher, die für ihn interessant sein könnten. Wobei die Allgemeinsprache noch gewisse Herausforderungen für ihn darstellt, könnte er sich vielleicht sogar daran üben und gleichzeitig neues Wissen über diverse Dinge gewinnen, die Ibn ihm nicht in vollem Maße beibringen konnte. Ein schmerzliches Grinsen, als der Name seines alten Meisters in seinem Kopf auftaucht. Wie es ihm wohl geht? Ob er überhaupt noch lebt? Womöglich nicht mehr... Sein neuer Meister ist weitaus umgänglicher, was vermutlich auch an den Fachgebieten liegt, in denen er ausgebildet ist.

Und wieder fällt ihm etwas ein. Vor ein paar Tagen hatte er an einer Kleinigkeit gebastelt, die er dem Kobold noch nicht vorgestellt hat. "Wartet kurz!", sagt er daher und macht sich in sein Zimmer auf. Mit einem gekonnten Sprung hat er die Kante der Eingangsluke ergriffen und hievt sich in sein Zimmer. Keine Minute später kommt er wieder zurück, etwas auf seinem Rücken tragend. Schnell legt er es ab und präsentiert die Konstruktion. Ein wenig mutet es an ein Gerüst oder einen Korb. Holzlatten wurden zu einem Quader aneinander geschraubt, mit einem dichten Boden, der durch Stoff- und Mooslagen gedämpft wird. Außerdem befindet sich ein kleiner Sitz darin, der ebenfalls gepolstert ist und weitere Holzlatten, die wohl zum Festhalten dienen. "Wenn Ihr es eilig habt, kann ich Euch auf diesem Gerät besser mitnehmen!", verkündet der Chanka stolz. Nicht, dass er lange daran gearbeitet hat, aber es ist etwas, dass er selber konstruiert hat. Und darauf kann man schon stolz sein. Ein wenig gespannt wartet er auf eine Reaktion.

Nuuja

Unregistered

29

Sunday, February 2nd 2014, 9:42am

24. Silberweiß

<“Das ist Nuuja“>, stellt Gorgalahk das Koboldmädchen dem jungen Mann vor, der sich Nuka Nuka nennt. „Nuuja, die Großartige!“, fügt Nuuja mit heller Stimme und zweifelsfrei hinter dem Rücken des alten Kobolds hervorlinsend hinzu. Als ihr Ururgroßvater weitergeht, klebt sie wie ein Schatten an seinen Fersen, lässt dabei den Großen aber nicht aus den bernsteinfarbenen Augen, während Gorgalahk ihn nach der Bibliothek fragt. „Eine großartige Alchemistin!“, ergänzt Nuuja den Hinweis des alten Kobolds, warum sie in die Bibliothek müssen.
Etwas erleichtert ist das Koboldmädchen schon als Nuka Nuka behauptet zu wissen, wo die Bibliothek ist. So würden sie nicht den halben Tag damit verbringen müssen sich durchzufragen. Zufrieden nickt sie. „Können wir dann jetzt los?“, fragt sie wieder mit Ungeduld in der Stimme. Sie will doch keine Zeit mit Plaudern vertrödeln, wenn sie doch beweisen muss, dass sie lernfähig ist und willig die Alchemie zu erlernen.
<“Wartet kurz!“>, spricht Nuka Nuka, springt etwas und greift nach einer Luke an der Zimmerdecke, die Nuuja zuvor noch nicht bemerkt hat. Dort kam er also her. Ob er dort wohnte? Dann würde sie sich ihn gewöhnen müssen. Dass Gorgalahk den Fremden in seinem Laden scheinbar ein- und ausgehen lässt, setzt wohl ein gewisses Maß an Vertrauen voraus, und da der Junge bisher keine Anstalten macht ihnen etwas antun zu wollen, entspannt sich Nuuja wieder etwas und tritt jetzt sogar neben den alten Kobold.
Neugierig mustert sie die Holzkonstruktion, die Nuka Nuka ihnen einen Moment später präsentiert. Mit schnellen Schritten überbrückt sie die Distanz zwischen ihnen und tippelt interessiert um das auf dem Boden stehende Gerüst herum, klettert schließlich hinein und testet dessen Stabilität. Als sie mit ihrer Begutachtung fertig scheint, eilt sie ohne ein weiteres Wort zu Gorgalahk herüber. „Es scheint stabil und sicher zu sein, falls du dich vorhast, dich dafür zu entscheiden“, meint sie auf Tantkrat und geht dabei wie selbstverständlich, im Gegensatz zum letzten Abend, zum ‚Du‘ über. Nuuja stutzt kurz und dreht sich dann zu dem jungen Mann um. „Gute Arbeit!“, spricht sie zu ihm in Allgemeinsprache und nickt dabei. Sie selbst würde das Angebot nicht annehmen müssen, war sie doch gut zu Fuß unterwegs, aber womöglich war es eine Option für ihren Ururgroßvater.

Tyalfen

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Sunday, February 2nd 2014, 9:38pm

24/25 Langschnee

In dieser kleinen und wahrlich unscheinbaren Gasse hätte Tyalfen gewiss kein Geschäftshaus erwartet, zumindest keines, welches legalen Handel nachgeht. Doch als sie vor dem winzigen Haus stehen, denn so wirkt es eingequetscht zwischen zwei deutlich Größere, die ob ihrer Windschiefe den vielfach beobachteten Normen menschlicher Baukunst trotzen, will jenes doch auf eigentümliche Weise zu dem kleinen Gesellen passen, dessen Bekanntschaft er indirekter Weise machen durfte. Was auf Elben und Menschen wie eine winzige, wenn auch gemauerte Hütte wirkt, muss für einen Kobold allerdings eine überaus großzügige Villa sein. Tyalfen kann und will eine gewisse Neugier gar nicht erst leugnen, nur leider wollen die ungewöhnlichen runden Fenster keinen ersten Blick ins Innere gestatten. Die Klinke schon in der Hand, wendet sich Tyalfen zu Jonne um und ermahnt ihn, hier nichts anzufassen, bevor er sie herunter drückt.

Hatte er Glockengeläut beim Öffnen der Tür erwartet, so heißt ihn hier das Knarzen der Tür und schwere, würzige Gerüche, die einem im ersten Augenblick den Atem nehmen wollen, im dämmrigen Laden willkommen. Doch Dank des ohnehin schon düsteren Wetters heraußen, benötigen die Augen nicht lang, sich an das diffuse Licht hier im Inneren zu gewöhnen. Er überlässt es den nach ihm eintretenden Jonne oder Aneirin, die Tür wieder zu schließen und wendet sich mit flüchtig streifenden Blick über die Schränke mit ihren unzähligen Behältnissen unterschiedlichster Größen und Formen an jenen Tisch auf dem Tisch, an dem er den Kobold sitzend entdeckt. Behände streift Tyalfen die Kapuze seines Mantel vom Haupt und neigt dieses höflich. „Die Götter zum Gruße, Herr Gorgalahk Hanfaghan. Erinnert ihr Euch an mich? Wir sind uns im Haus der Heilung am Tage der Eröffnung begegnet.“
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.