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Gorgalahk

Stadtbewohner

  • "Gorgalahk" started this thread

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Occupation: Alchemist

Location: Talyra, in der Nähe des Marktplatzes

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1

Wednesday, November 27th 2013, 6:37pm

Der Laden „Alchemie für Jedermann“

Lage:

In einer kleinen, unscheinbaren und nicht gerade schönen Gasse liegt der kleine Alchemieladen von Gorgalahk Hanfaghan. Sollte sich ein potenzieller Kunde in die Gasse verirren, wird ihm der Laden sofort ins Auge stechen. Eingequetscht zwischen zwei großen, schiefen Steinhäusern wirkt der ebenfalls gemauerte, aber viel niedriger gebaute Laden des Kobolds deplatziert. Über der hölzernen Eingangstür, neben der eine kleine Leiter steht, steht in Buchstaben aus angelaufenem Silber „Alchemiebedarf für Jedermann“ oder zumindest kann man es erahnen. Manche Buchstaben hängen schief
oder sind über die Zeit gar abgefallen. Versucht man durch die kleinen Rundfenster ins Innere des Ladens zu schauen, stellt man fest, dass diese lange nicht geputzt wurden. Wenn man jedoch näher dran tritt und durch die mit Staub und Dreck verschmierten Scheiben schaut, kann man im diffusen Dämmerlicht das Innere des Ladens nur erahnen. Um einen besseren Blick zu erhaschen, muss der Besucher durch die sich mit einem leisen knarzen öffnende Tür treten.



Verkaufsraum:

Noch bevor sich die Augen an das Dämmerlicht gewöhnt haben, bemerkt man sofort den schweren, würzig-rauchigen Geruch in der Luft und nach kurzer Zeit kann man neben einer Stundenkerze als einziger Lichtquelle die vielen Schränke voller kleiner Phiolen erkennen. Neben jedem Schrank befindet sich eine kleine Leiter, während auf dem Boden ein paar sorglos zur Seite gefegte Scherben liegen. Als Theke dient ein hölzerner Tisch, an dem eine kleine Wendeltreppe befestigt ist. Auf der Tischplatte steht zudem ein kleiner Stuhl und ein kleiner Tisch. Wenn der Laden geöffnet ist, sitzt Gorgalahk Hanfaghan für gewöhnlich auf diesem kleinen Stuhl und wartet auf Kundschaft. In der Decke befindet sich eine Luke, die zum Dachboden führt. Da sie viel zu hoch für einen Kobold ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass Gorgalahk Hanfaghan dort jemals war.


Privaträume:

Hinter dem großen Tisch im Verkaufsraum befindet sich eine hölzerne Wand mit einer etwa 50 Sehkel hohen und nur 20 Sehkel breiten Tür, durch die man in die Privaträume von Gorgalahk Hanfaghan gelangt. Neben einem kleinen Bett gibt es noch ein großes Alchemielabor mit allen möglichen Geräten, die der Kobold zur Herstellung alchemistischer Flüssigkeiten oder zur Durchführung von Experimenten benötigt. Hier bereitet er aber zudem auch Mahlzeiten zu. Im Gegensatz zum Verkaufsbereich ist hier alles gut geordnet und sauber, da Gorgalahk nur absolut reine alchemistische Produkte herstellen will und seine Erfahrung ihn gelehrt hat, dass kleine Verunreinigungen im schlimmsten Fall in großen Explosionen enden können. Außerdem gibt es noch eine große Vorratskammer in der hunderte beschriftete Phiolen stehen, allerdings sind viele der Phiolen bereits fast oder gar ganz leer.

Dachboden:



Würde man durch die Luke in den Dachboden klettern, käme man in die spartanisch eingerichtete Kammer von Nuka Nuka. Zwischen den hölzernen Längs- und Querbalken befinden sich hier neben alten Laken, ein paar ungeöffnete Kisten und eine Truhe mit unbekanntem Inhalt, nur eine Hängematte und eine Metallstange, die beide der Chanka angebracht hat.



Bewohner:

Gorgalahk Hanfaghan, Alchemist, Kobold (SC, Bewohner seit Eröffnung des Ladens im Jahr 304 des 5. Zeitalters)

Nuka Nuka, Gehilfe, Chanka (SC; Bewohner seit 30. Langschnee Jahr 513 des 5. Zeitalters)

Nuuja, Alchemielehrling, Kobold (SC; Bewohner seit 23. Silberweiß Jahr 514 des 5. Zeitalters)

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Gorgalahk

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2

Wednesday, November 27th 2013, 7:06pm

Eisfrost 513

Ein Blick auf die Stundenkerze verrät Gorgalahk, dass es bereits Nachmittag ist und den ganzen Tag war noch kein Kunde gekommen. Wenn dies das erste mal wäre, so hätte es den Kobold nicht verunsichert, aber heute ist schon der vierte Tag in Folge, an dem er vergeblich auf Kundschaft wartet. Langsam erhebt sich der alte Alchemist von seinem Stuhl auf dem Verkaufstisch und geht vorsichtig die Treppe hinunter, schließt vorsichtig die Eingangstür und betritt kurze Zeit später seinen Wohnraum. Dort setzt er sich auf sein Bett und beginnt nachzudenken.

Den Laden besitzt er erst seit kurzer Zeit, so um die 200 Jahre und Jahr für Jahr wurde seine Kundschaft weniger. In der Anfangszeit kamen viele Menschen und andere große Leute vorbei und kauften sich Tränke und andere Mixturen, die ihnen im Alltag halfen. Doch viele große Leute sind erstaunlich kurzlebig und mittlerweile kommt fast niemand mehr in den Laden von Grogalahk. Auch wenn der Kobold noch ein paar Reserven hat, wenn es so weitergehen sollte, ist er bald pleite und müsste den Laden schließen. Daher beschließt er, dass er einen neuen Kundenkreis erschließen muss. Er nimmt sich ein großes Blatt Papier und schreibt mit zittrigen Händen einen Aushang für die Anschlagtafel am Markt. Er wird wohl jemanden von den großen Leuten um Hilfe beten müssen, wenn er den Zettel aufhängt. Dann nimmt er sich ein wenig Geld, packt es in seinen Rucksack und färbt sich noch die Haare. Schließlich will er gut bei den neuen Kunden ankommen. Zielsicher greif er sich zwei Fläschchen und kippt sie auf seinem Kopf aus. Während das eine Fläschchen die eine Seite seiner Haare in einem knalligen Gelb färbt, wird die andere Seite seiner Haare blau. Da, wo die Flüssigkeiten ineinander laufen, sind seine Haare grün.

Er schaut in den Spiegel, der Kontrast zwischen den frisch gefärbten Haaren und seinem runzeligen Gesicht gefällt ihm. Ein weiterer Vorteil der Haarpracht ist, dass er weniger übersehen wird. Große Leute können erstaunlich unachtsam sein und schon mancher Kobold wurde von einem unachtsamen Tritt schwer verletzt.

Als Gorgalahk aus seinem Laden tritt, klettert er die kleine Leiter an der Tür hoch und verschließt sorgsam die Tür, bevor er sich auf in Richtung Marktplatz macht.

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Nuka Nuka

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3

Thursday, January 23rd 2014, 12:28pm

30. Langschnee

Nocheinmal würde Nuka nicht den gleichen Fehler begehen. Damals hatte er nur sich und eine Fee, sowie eine Gestaltwandlerin. Beide waren zunächst gegen ihn, die eine weitaus stärker, als die andere. Nur zu gut ist die Erinnerung daran, eingeschnürrt zu sein, wie ein Paket. Wie wenig er sich bewegen konnte. Nie wieder will er sich so fühlen. Daran besteht für ihn keinen Zweifel. Dennoch hat er wieder Hunger und eine gute Arbeit hat ich ihm auch noch nicht ergeben. Zu klein sei er, zu schwach, zu exotisch, alle fanden irgendeine Ausrede, ihn nicht einzustellen. Gebildet ist er nicht, er hat keine hohe Schule oder Akademie besucht, mit deren Abschluß er sich nun ein gutes Geld verdienen könnte. Nichts hat er nachzuweisen, außer vielleicht der ein oder anderen Verletzung. Nun heute kann er immerhin einen Komplizen vorweisen, der ihm den Rücken decken würde, solange, wie es profitabel ist. Auf der Straße hatte er ihn getroffen, den kleinen aber kräftigen Kerl mit der mehrfach gebrochenen Nase und den Schweinsäuglein, die gerne andere Menschen mit einer Boshaftigkeit anstarrten, die selbst Nuka frösteln lässt. Zum Glück hatte er ihn nicht zum Feind, denn das würde wirklich ungemütlich werden können. Sein Name an sich war bizarr für eine Gestalt, wie ihn, Herrmann heißt er, aber die meisten nennen ihn schlichtweg die Sau. Was seinem Aussehen eher schmeicheln würde.

Gemeinsam haben sich die beiden den Abend ausgesucht, die wohl beste Zeit des Tages, um ungesehen zu bleiben. Die Sonne ist bereits hinter dem Horizont verschwunden und die winterliche Kälte Talyra’s lässt die meisten Bürger vor einem warmen Kamin hocken. Gemütlichkeit, der beste Freund eines Einbrechers. Nuka kennt sich noch immer nicht sonderlich aus, aber die Sau ist hier geboren. Er hat auch das Haus ausgesucht. Einen Alchemieladen, indem ein uriger Kobold haust. Klein, schwach, aber er soll auf einem Berg voll Gold sitzen. So hatte es die Sau erzählt. Dass darin wohl weniger, als ein Fingernagel voll Wahrheit steckte, ist dem Chanka bewusst. Aber zumindest etwas zu essen und vielleicht die ein oder andere Zutat ließen sich bestimmt finden. Nichts, dass dem Kobold schaden würde. Der Sau zufolge würde der Kobold nachts in einem Bordell sein, er hatte ihn dort schon oft gesehen, nur die Kleidung war anders. Zwei Leben sollte der Kobold führen, tagsüber ein Alchemist, bei Nacht ein Zuhälter. Zumindest bei Menschen hat die Sau ein gutes Auge, bei Kobolden wahrscheinlich weitaus weniger. Gleich ins Schlafzimmer einsteigen will die Sau, es sei dort am einfachsten. Und sowieso sei er ja schon hundert mal in die Häuser Talyra’s gestiegen und dabei noch nie erwischt worden. Angeber. Im Gegensatz zum Elbenfenster im Haus Arkendir’s ist das Fenster des Koboldhauses eher gewöhnlich. Mit vier Händen und den richtigen Werkzeugen hat sich das Ding schnell aus den Angeln gehoben und kann vollkommen ohne Probleme geöffnet werde. Beide steigen ein, die Sau etwas lauter, als der Chanka, aber dennoch mit einer Stille, die zeigte, dass er ein Kind der Straße ist. Der kaum über die zwanzig Jahre reichende Kerl sucht unterm Bett, während Nuka das Fenster wieder einrastet. Ein Scheppern wäre hier fatal, es würde die ganze Nachbarschaft auf den Plan rufen. Die Sau wühlt weiter, unter dem Bett, in den Schränken, bis sie irgendwann ein Schmuckkästchen hervorzieht. Ungeduldig versucht er die Schatulle zu öffnen, die jedoch einen Schlüssel verlangt. Nuka kommt hinzu, öffnet sein kleines Täschchen mit Feinschmiedewerkzeug. Drei mal Stößel und Hammer, Plock Plock Plock, dann springt das Kästchen auf und entblößt nicht Gold und Juwelen, sondern lediglich eine unbeschreibliche Masse in brauner Farbe.

Gerade, als die Sau laut brüllen will, hört Nuka ein leichtes Knacken, das Geräusch, wenn ein Schlüssel sich im Schlüsselloch windet. Rasch hält er der Sau den Mund zu und legt einen Finger auf die Lippen, um dann langsam zum Fenster zu schleichen. Im Gegensatz zu diesem Verhalten jedoch bleibt die Sau hinter der Tür stehen und zückte einen groben Prügel, um dem gerade eingetretenen aufzulauern.

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Gorgalahk

Stadtbewohner

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4

Thursday, January 23rd 2014, 2:30pm

30. Langschnee


Es ist bitter kalt, als der Kobold von seinem Spaziergang nach Hause kommt. Wieder hatte er am Nachmittag mehr oder wenig vergeblich nach neuer Kundschaft gesucht. Seine Hände zittern vor Kälte, als er den Schlüssel zu seinem Laden ins Schloss steckt.
Drinnen ist es warm, viel wärmer als draußen zumindest. Der Verkaufsraum ist leer, die Stundenkerze ist ausgebrannt, doch der Kobold braucht wenig Licht zum sehen. Doch irgendwas ist anders, als sonst. Der Kobold schaut sich vorsichtig um und bemerkt, dass aus seinen Privaträumen ganz leise Geräusche dringen. Für Menschenohren nicht hörbar und selbst für den Kobold schwer zu vernehmen und doch ist er sich sicher: In seinen Privaträumen ist etwas.

Er könnte jetzt die Stadtwache rufen, aber nicht alle Substanzen, die er in seinem Laden lagert, waren vom Gesetz gebilligt und außerdem würde dies sehr lange dauern. Zudem ist da noch seine Neugierde, die ihn antreibt. Er will wissen, was da ist.
Langsam geht er zu der winzigen Tür am Ende des Verkaufraums und tritt hindurch.
Mit einem lauten Krachen schlägt ein Knüppel nur wenige Sekhel neben ihm ein. Trotz des großen Schrecks reagiert Gorgalahk sofort und nutzt das größte Geschenk der Götter an die Kobolde und verschwindet vor den Augen der verdutzten Angreifer. Diese Fähigkeit hatte dem Kobold schon unzählige Male die Haut gerettet und auch dieses mal scheint seine Taktik aufzugehen.

"Wo ist der Kobold hin? Wenn ich den in die Finger bekomme, dann reiß ich dem die Ärmchen raus bevor ich seinen Schädel spalte!", schreit der grobschlächtige Mann mit dem Schweinegesicht. Gorgalahk sieht die Wut in seinen Augen und will durch die Tür fliehen, doch in dem Moment stellt sich der Schweinemensch davor. Hätte ich doch damals den Weg der Magie gewählt, denkt sich Gorgalahk. Zwar kann er einige Substanzen herstellen, die Angreifer in Sekunden außer Gefecht setzen oder gar töten könnten, aber dafür brauchte er Zeit und Ruhe. So bleibt ihm nichts anderes, als abzuwarten.
Langsam und leise geht der Kobold in eine Ecke des Raumes und wartet ab.

Nuuja

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5

Thursday, January 23rd 2014, 9:08pm

23. Silberweiß

<-- aus den Straßen der Stadt

Müde und erschöpft ist das Koboldmädchen als sie vor einer schmalen und unscheinbaren Gasse zum Stehen kommt. Beinahe wäre sie daran vorbeigelaufen, erinnerte sich dann aber rechtzeitig an die Beschreibung des Zwerges, dem sie über den Weg gelaufen war, an welcher Häuserecke sie würde abbiegen müssen. Wie lange genau sie in den Straßen nun tatsächlich unterwegs gewesen ist, vermag sie nicht zu sagen. Dadurch, dass sie aber immer wieder anhalten und nach dem Weg fragen musste, hat es wohl länger gedauert, als zunächst angenommen. Dunkel ist es inzwischen, was sie aber nicht sonderlich stört, da sie dennoch gut sehen kann.
Stirnrunzelnd blickt Nuuja in die nicht gerade schöne, ja beinahe schäbige Gasse. Warum hatte sich der große Gorgalahk Hanfaghan wohl so ein verstecktes Örtchen in dieser riesigen Stadt ausgesucht? Kein Wunder, dass es immer noch Leute gibt, die diesen Laden nicht kennen.
Mit einem kleinen Hüpfer, rückt die den Rucksack auf ihrem Rücken zurecht und zieht die Riemen etwas fester an. Mit kleinen, wachsamen Schritten tritt sie in die Gasse und betrachtet die Wände und Türen der Häuser. Schließlich bleibt sie vor einer hölzernen Tür stehen, über der in Buchstaben aus angelaufenem Silber „Alchemiebedarf für Jedermann“ steht. Manche Buchstaben hängen allerdings schief, so dass auch Nuuja den Kopf in die entsprechenden Richtungen neigt, um sie aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Durch die kleinen, ungeputzten Rundfenster fällt nur spärliches Licht, was sie aber hoffen lässt, drinnen auf den Kobold zu treffen. Das wenige Licht fällt auch auf eine Leiter, die neben der großen Tür angebracht ist, offensichtlich um das Auf- und Zuschließen zu erleichtern. Von außen würden sie den Laden dringend aufpäppeln müssen!
Das Koboldmädchen nimmt eine selbstbewusste Haltung an und schiebt entschlossen die Ladentür etwas auf, um anschließend hindurchschlüpfen zu können. Warm und dämmrig ist es drinnen und ein schwerer, würzig-rauchiger Geruch schlägt ihr entgegen. Nuuja zieht die Mütze vom Kopf und entblößt ihren etwa kinnlangen Haare, die mit einem Stirnband nach hinten und somit aus dem Gesicht gehalten werden, während ihre Augen neugierig über die vielen, kleinen Schränke voller Phiolen streifen. Vorfreude zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab und ihre Augen beginnen zu glänzen.
Der Blick wandert zu einem hölzernen Tisch der großen Leute, an dessen Seite eine Wendeltreppe befestigt ist. Darauf findet sich ein weiterer Tisch in Koboldgröße und dahinter auf einem Stuhl sitzt… ein Kobold eben. Ein ziemlicher alter Kobold offensichtlich, und Nuuja ist geneigt ihm für jede Falte in seinem Gesicht mindestens einhundert Jahre zuzuschreiben. Sie tritt ein wenig näher, räuspert sich und spricht mit lauter und kräftiger Stimme in Tantkrat: „Die großartige Nuuja sucht den herausragenden Alchemisten Gorgalahk Hanfaghan! Das seid doch Ihr, nicht wahr?!“ Erwartungsvoll sieht sie den Kobold an.

Gorgalahk

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6

Thursday, January 23rd 2014, 10:26pm

23. Silberweiß


Ein ereignisloser Tag neigt sich dem Ende zu. Gorgalahk sitzt an seinem Tisch im Verkaufsraum seines Ladens und döst vor sich hin, als sich unerwartet die Tür seines Ladens öffnet. Herein tritt zu seinem Erstaunen ein Kobold. Es ist lange her gewesen, dass sich das letzte mal ein Kobold in seinen Laden verirrt hat und Gorgalahk mustert den Gast neugierig mit seinen alten, aber doch scharfen Augen.
Rote, kinnlange Haare und ein hübsches Gesicht mit großen bernsteinfarbene Augen und auffälligen, attraktiv geschwungene Ohren. Kalankaranka?, denkt Gorgalahk, den das Gesicht sofort an jemanden aus seiner Vergangenheit erinnert. Nein, das kann nicht sein. Das ist schon über zweitausend Jahre her und sie ist doch fast noch ein Kind?! Trotzdem ist sich der alte Kobold sicher, dass die Ähnlichkeit kein Werk des Zufalls sein kann.

Eine helle Stimme reißt ihn aus den Gedanken. >"Die großartige Nuuja sucht den herausragenden Alchemisten Gorgalahk Hanfaghan! Das seid doch Ihr, nicht wahr?!"<, spricht die Kobolddame in angenehm krächzigen Tantkrat. Die Fragen verwundern Gorgalahk noch mehr als das Aussehen der Koboldin die sich als Nuuja vorgestellt hat. Ja, er ist Gorgalahk Hafaghan und er ist auch ein sehr guter Alchemist, doch die wenigsten Lebewesen wissen von seinem Talent. Außerdem stellt sie sich als die großartige vor. Gorgalahk kennt viele Kobolde und einige von ihnen verdienten den Beinamen großartig, doch diese Kobolde waren für gewöhnlich sehr viel älter als Nuuja, die ihm kaum älter als ein Kind vorkommt. Er bezweifelt, dass er nie von ihr gehört hätte, wenn sie so großartig wäre.

Der Kobold betrachtet sie nachträglich, bevor er antwortet: "Ich bin Gorgalahk Hanfaghan.", er räuspert sich kurz. "Ja, der bin ich. Ich bin Alchemist!", wieder legt er eine Pause ein. Dann fängt er plötzlich an zu kichern und fragt mit einer ironieschwangeren Stimme: "Und du bist Nuuja, die... Großartige?!"

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Nuka Nuka

Unregistered

7

Thursday, January 23rd 2014, 10:41pm

30. Langschnee

Unsichtbar macht er sich, der Kobold. Unsichtbar! Konnten diese Dinger das überhaupt? Nuka ist sich da nicht so sicher. Einen Kobold hat er noch nie gesehen, aber dieser hat sich recht schnell verdünnisiert. Oder zumindest scheint es so. "Er is'hier irgnwo!", brüllt die Sau. "Kobolde könn' nich durch geschlossene Türn durch!". Ob das stimmt? Wer sich unsichtbar machen kann, wird wohl auch nicht davor zurückschrecken, durch Holz zu laufen, oder? Magie... ein Rätsel, das Nuka niemals zu lösen gedenkt. Verdammte Magie, verdammte Viecher, verdammte Götter. Alles Arschlöcher... alle wollen ihn nur herumschubsen. Was soll er also tun? Wild herumstapfen? Was, wenn der Kobold eine unsichtbare Waffe hat, mit der er den armen Chanka aufschlitzen könnte? Aber dann hätte er es doch sicherlich schon getan, oder? Kurz vergewissert sich der kleine Kerl, dass auch die Fenster geschlossen sind, bleibt davor stehen, um dem Kobold den Weg zu versperren. Da reißt sich die Sau die Jacke vom Leib und wirft sie durch die Gegend, einmal, zweimal und beim dritten Mal bleibt ein kleiner Knubbel unter der Jacke, gleich einem erregten Burschen beim Anblick seiner Holden. "Bleib bloß stehen, ich kann dich sehn' du Mis'vieh!", grölt die Sau. "Wenn du nich anhälst, dann zertret ich dich wie ne verdammte Fliege!".

Anscheinend hat der Kobold dies begriffen und bleibt stehen. Selbstgefällig grinsend blickt die Sau zum Chanka. "Siehste, so sinse die Stöpsl. Eima haste se, dann sinse ganz brav!". Nuka nickt nur. "Ein guter Einfall.", folgt die Antwort. Seine Allgemeinsprache ist schon fast besser, als die der Sau. "Natülich... deswegen bin icha auch der Anführer, klar?!". "Jaja... also was machen wir nun? Sollen wir ihn fesseln und vor dem Gehen ein wenig Lärm machen, dass man ihn findet?", fragt Nuka Nuka. Er sieht keinen Grund zum Mord, er hat nur Hunger, wieso sollte jemand dafür das kostbare Leben lassen. Für ihn ist es kein moralisches Dilemma, ein solches zu nehmen, aber Leben zu verschwenden ist Unsinn. Da muss man realistisch bleiben. "Ihn umbring'n. Den Stumpf wieder zurück inne Erde quetschen.", lautet die genau anders gepolte Antwort der Sau. " Vielleicht brat'n wir ihn noch, den kleinen Widerling. Soll'n ja schmeck'n hab' ich gehört." Mit diesen Worten dreht er sich wieder zum Kobold und wagt sogar ein paar Schritte, bevor er den Stiefel hebt, um nach dem kleinen Geschöpf zu treten. "Das war nicht die Abmachung, Sau.", murmelt Nuka. "Was' is' los?", lautet die Antwort, die Bewegung wird jedoch nicht aufgehalten. "Ich sagte: Das war nicht die Abmachung!!", kontert der Chanka nun lauter. Aus Jucks und Tollerei würde er nicht jemanden umbringen oder in dessen Mord verwickelt sein. "Bis'u bekloppt?! Ich hab' hier das Sagen, klar? Das Vieh würd gebraten!", brüllt ihm die Sau entgegen, der Geduldsfaden unter so viel Spannung, wie ein Faden, der eine Horde wilder Stiere stoppen sollen. Dabei wird der Kobold unter der Jacke deutlich im Blick behalten. "Gebraten wird er nicht. Wir werden jetzt gehen.", kommt die Antwort von Nuka. Parallel zur sinkenden Geduld der Sau scheint sein Selbstvertrauen in die Höhe zu schießen. "Komm' mir nicht so, du Muscheln sammelndes Ölauge! Wenn du nich' aufhörst jetzt, dann schlag ich dir so in den Bauch, dass du deinen eigenen Darm auskotzt, du Arschloch.", schreit die Sau schon fast, die Stimme heiser. "Ist in Ordnung... tut mir Leid...", scheint der Chanka zu resignieren.

Während die Sau ein "Gut so!", murmelt und weiter ausholt, um den Kobold endlich gegen irgendetwas zu treten, nähert sich Nuka, mit eiskalten Augen, nur um sich hinter dem eigentlichen Komplizen in Position zu bringen. Schnell folgt ein Schlag gegen die Schläfe und einer ans Kinn, die Sau knallt mit dem Kopf gegen die Wand und wirkt benommen. "Seid Ihr in Ordnung, Herr Kobold. Es t...", setzt der Chanka an, da kreist du Sau. "Ich blute, du Schwein! Du verdammter Wurzelficker, ich brech dir die Knochen!", und stürmt los, während ein Rinnsal Blut seine Stirn herunterkriecht. Mit einem lauten Grunzen entweicht dem Jungen von den Sommerinseln die Luft und vor seinen Augen flimmert es, als die Sau auf ihn prallt. Er ist weitaus kräftiger, als Nuka und zudem noch verdammt wütend. Nuka bringt sich in eine Pattsituation, greift die Sau an den Schulter, um selbst dort gegriffen zu werden. Kurz wird sich geduckt, der Chanka taucht unter dem Talyrer ab, bekommt einen Federkiel zu greifen. Besser, als nichts..., denkt er sich. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Schnelle Stiche mit der improvisierten Waffe in die Seiten und Nierengegend des nun ehemaligen Komplizen. Wie eine Sau, quiekt die Sau, eine Mischung aus Angst, Zorn und Erregung? Angefacht fühlt sich die Sau, lacht und stürmt erneut auf Nuka zu, hält ihn fest im Griff. Noch zwei weitere Stiche folgen, aber die Sau gibt sich gekonnt desinteressiert. Dann bricht die Spitze ab, irgendwo im Wurmfortsatz der Sau. "Arschloch! Ich erwürge dich und lass dich dann Scheiße fressen. Dann erwürg ich die wieder, bis du tot bist!", kreischt die Sau hysterisch und hält den Chanka im Schwitzkasten. Langsam geht Nuka die Luft aus und auch die Schläge seinerseits scheinen dem mit Adrenalin vollgepumpten Körper nichts anhaben zu können. Immer unklarer wird die Sicht...

Gorgalahk

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8

Thursday, January 23rd 2014, 11:11pm

30. Langschnee

Ein letztes Gebet an Sithech schießt Gorgalahk durch den Kopf als er hört, was der Schweinemann plant. Er sitzt in der Falle und wird nicht mehr herauskommen, aber er kann sich nicht beschweren. Viertausend Jahre sind ein stolzes Alter für einen Kobold. Die Götter waren ihm lang genug wohlgesonnen.
Doch plötzlich hört der Kampfgeräusche, der schwarze Einbrecher hat sich gegen den Schweinemann gewendet. Vorsichtig krabbelt der Kobold unter der Jacke hervor, vorsichtig darauf bedacht, weiter unsichtbar zu bleiben. Als er sich aus dem Stoff gewühlt hat, sieht er, wie der Schweinemann und der Schwarze kämpfen. Der Kobold nutzt die Gelegenheit und hastet so schnell ihn seine alten Beine tragen zu seiner Vorratskammer. Obwohl dort viele Phiolen lagern, weiß Gorgalahk genau nach was er sucht. Auf dem Boden, ganz rechts in der Ecke steht eine scheinbar leere Phiole mit einem dicken Korken. Vorsichtig nimmt er das Glas in seine Hände, wird wieder sichtbar und läuft zurück zu den Kämpfenden, wo er die Phiole fallen lässt. Die Kampfgeräusche übertönen das Zerspringen des Glases und das unsichtbare Gas verteilt sich im Raum.

Für den schwarzen Einbrecher tut es dem Kobold fast Leid. Das Gas, was er schon vor Jahren für den Notfall hergestellt hatte, besteht aus verschiedenen Pflanzengiften, die er in einem langen Prozess destiliert und mit einem alchemistischen Gas gemischt hatte. Als Kobold war er gegen Pflanzengifte immun, ein Mensch hingegen würde qualvoll ersticken, während wenn das Gift in seinen Kreislauf gelangt.
Der Schweinemann schlägt wieder und wieder auf den Schwarzen ein, während Gorgalahk wartet, dass sein Giftgas wirkt.
Ein leichtes Husten ist das erste Zeichen der Vergiften, gefolgt von einem ungläubigen Ausdruck auf der hässlichen Schweinefratze des Einbrechers. Kurz darauf fängt er an, sich an der Kehle zu kratzen und jämmerlich zu schreien. Wenige Sekunden später weicht alle Energie aus dem massigen Körper und der Schläger sinkt in sich zusammen. Die Schweinsaugen sind weit geöffnet und dennoch leer, aus seinem Mund läuft ein Faden, der aus Blut und Erbrochenem zu bestehen scheint. Sihtech sei dank, die Koboldhasser sind tot!, denkt sich Gorgalahk, als sich der Schwarze zu seiner großen Überraschung bewegt...

Nuka Nuka

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9

Thursday, January 23rd 2014, 11:52pm

30. Langschnee

Langsam werden die Schläge schwächer, die der Chanka ertragen muss. Oder ist es einfach nur die Gewohnheit, die alles runterspielt? Nein, der Griff wird auch lockerer und die Sau bricht schließlich zusammen. Als das letzte bisschen Luft aus seinen Lungen weicht, ist sogar ein leichtes Pfeifen oder Quieken zu hören. So ist sie nunmal, die Sau. Gewesen. Tot ist sie, Kotze und Blut rinnen an einem dünnen Faden die Wangen herunter. Nuka bekommt davon jedoch nicht viel mit. Langsamer als der Talyrer sinkt auch er zu Boden, da muss irgendwas am Werke sein. Eine gute Portion Schmerz gehört sicherlich dazu. Langsam sackt er auf den Boden, legt sich hin, ist kurz davor, einzuschlafen, tut es dann aber doch nicht. Malakalindala... einige seines Stammes nutzten ein bestimmtes Pflanzengift, um Tiere zu jagen. Für Chanka war es jedoch nicht tödlich, Jahrtausende der Evolution brachten eine gewisse Resistenz. Für Nuka kribbelt es eher, macht ihn wahnsinnig müde, lässt ihn kurz schlafen, dann wieder aufwachen. So konnten die Chanka jagen, ohne sich gegenseitig zu sehr zu gefährden, falls dann doch mal jemand vom falschen Pfeil erwischt werden sollte. Noch ist ihm schwummrig, aber die Sicht wird wieder klarer. "Danke...", murmelt er, wirkt dabei betrunkener, als ein Normander zu einem der unzähligen Schneefeste, an denen Alkohol kostenlos ausgeschenkt wurde. "...wollte nur essen... Sau is' Sau....", lallt er weiter, nicht im Stande, einen vollständigen Satz zu formulieren. Verdammtes Gift. Es wird noch ein wenig brauchen, bis alles wieder normal ist, aber zumindest lebt er noch. Gewusst hat es der Kobold sicher, dass er ein Chanka ist und ein solches Gift ihn nicht tötet. Ein Alchemist ist er ja. Das war Ibn auch. Und der hatte ihm ein wenig beigebracht. Sicherlich hat er bewusst dieses Gift gewählt, um ihn zu retten und die Sau zu töten. Oder? Vielleicht konnte der Kobold genauso wenig zwischen Menschenvölkern unterscheiden, wie die Sau unter Kobolden. Vielleicht wollte der Kobold ihn umbringen und hatte kein anderes Gift, als dieses? Vielleicht hatte er nicht alle Gifte dieser Welt und war eigentlich auf etwas anderes spezialisiert. All diese Gedanken wandern durch Nuka's Kopf, wie ein Regenwurm, den man in eine Portion Kartoffelbrei mit viel zu wenig Milchanteil packt. Langsam, aber bohrend. Vorsichtig setzt er einen Schritt zurück. Die Hand greift nach dem Messer, die tauben Finger schlackern aber nur über Oberschenkel und Hüfte. Ist er jetzt diesem kleinen Geschöpf ausgesetzt? Würde es ihn töten wollen? "Wir'lich Leid... Nur Hunger....", murmelt er noch einmal und versucht seine Sicht zu schärfen, während der Kobold oder mehr der Ort, an dem er vermutet wird, anvisiert wird.

Gorgalahk

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10

Friday, January 24th 2014, 12:42am

30. Langschnee

Der schwarze Einbrecher - vermutlich ein Bewohner der Sommerinseln - lebt noch, was den erfahrenen Alchemisten verwundert. Das Gift war stark genug, um einen riesigen Menschen zu töten. "Interessant", murmelt Gorgalahk in sich hinein. "Wahrlich interessant." Noch viel überraschter ist er, als der Einbrecher sich entschuldigt. Daraus, dass er lallt, schließt Gorgalahk, dass das Gift auch an ihm seine Wirkung zeigt, aber töten tut es ihn nicht. Zumindest bis jetzt nicht. Was sollte er machen? Den wehrlosen Einbrecher mit einem anderen Gift töten? Ihn einfach liegen lassen und die Stadtwache holen? Doch der merkwürdige Einbrecher hatte Gorgalahk das Leben gerettet und schien, wenn der Kobold das Gestammel richtig verstand, nur Hunger zu haben.
Gorgalahk beschließt also, den Einbrecher zu retten. Leben für Leben, alles andere wäre falsch. Er eilt also wieder in seine Vorratskammer und holt einen weiteren Trank. Tausendblatt steht auf dem Etikett. Er ist bei der Herstellung des Tranks für das Haus der Heilung übrig geblieben. Als Überbleibsel hatte er nicht die aller beste Qualität, aber wenn der Einbrecher schon sein Giftgas überlebt hatte, würde der Trank mit Sicherheit auch helfen.
Allerdings ist er auch stark appetitanregend, also nimmt Gorgalahk auch einen Laib Brot mit - den einzigen den er hat. Auch wenn der Laib Brot für Kobolde gedacht war und kaum mehr als zwei, drei Scheiben Menschenbrot groß war, würde er dem Einbrecher eventuell zumindest ein wenig helfen.

Vorsichtig nähert sich Gorgalahk dem Einbrecher, legt das Brot auf den Boden und entkorkt den Trank. Als er ihn an die Lippen des Schwarzen führt, wehrt er sich nicht und trink in einem großen Schluck die Flasche leer. Während Gorgalahk wartet, bis die Wirkung des Trankes einsetzt, schaut er sich um.
Ein Großteil seiner Einrichtung ist durcheinander, ein paar Sachen sind zerbrochen. Das wird lange dauern, bis ich das wieder in Ordnung gebracht habe, denkt er mit einem Anflug von Verzweiflung. Aber immerhin ist ein Großteil seiner Küche heile geblieben.
Nach einer Weile scheint der Einbrecher sich zu erholen und versucht, sich aufzusetzen. Gorgalahk nimmt den Laib Brot und hält ihm dem Einbrecher hin. "Du wirst Hunger haben", stellt er trocken fest. "Ja, du wirst sehr hungrig sein. Ich bin Gorgalahk", er pausiert kurz und mustert den Eindringling. "Ich bin Alchemist!"

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Nuuja

Unregistered

11

Friday, January 24th 2014, 10:39am

23. Silberweiß

„Ausgezeichnet!“, erwidert Nuuja, als der Kobold dort oben auf dem Tisch bestätigt, dass es sich bei ihm um den Gorgalahk Hanfaghan handelte, nach dem sie gesucht hatte. Nicht, dass sie daran gezweifelt hat. Es hätte sie schon sehr verwundert, hätte er etwas Gegenteiliges behauptet. Schließlich weiß sie ja, was sie tut und sonderlich viele Kobolde vermutet sie trotz der Größe der Stadt nicht.
<"Und du bist Nuuja, die... Großartige?!">, kichert der alte Kobold. „Genau die bin ich, denn das sagte ich!“, nickt Nuuja bestätigend als gäbe es daran keinen Zweifel. Wenn sie die Ironie in seiner Stimme gehört haben mochte, so lässt sie es sich nicht anmerken. Das Koboldmädchen hievt den Rucksack von ihren Schultern und lässt ihn auf den Boden gleiten. Dann beginnt sie sich im Laden umzusehen, indem sie von Schrank zu Schrank, von Regel zu Regal, man könnte sagen ‚tänzelt‘ und die Gefäße in verschiedensten Farben und Formen genau unter die Lupe nimmt.
„Wir müssen den Laden dringend auf Vordermann bringen“, beginnt sie, während sie sich eine hübsche, bläuliche Phiole greift und deren Inhalt mit aufmerksamem Auge genau untersucht. „Von außen sieht er überhaupt nicht schicklich aus! Die Fenster müssen dringend geputzt werden! Ebenso die Buchstaben über der Tür! Und wie sieht das denn aus, wenn jeder zweite von ihnen schief hängt und man Angst haben muss, dass einem einer nach dem anderen auf den Kopf fällt?“ Verständnislos schüttelt sie den Kopf.
Mit ihrer kleinen Nase schnuppert sie in Korkennähe und nickt dann zufrieden. „Eulentränen“, stellt sie fest und hebt die Phiole hoch, damit Gorgalahk einen Blick darauf werfen kann. „Aus dem Saft der Beeren des Bittersüß und Augendank-Pulver destilliert. Wird in die Augen geträufelt, woraufhin sich sie Pupillen erweitern und glänzen“, fügt sie hinzu und stellt anschließend das Fläschchen wieder zurück an seinen Platz.
„Außerdem sollten wir an der Häuserecke ein Schild anbringen, damit unsere Kundschaft nicht an dieser… unauffälligen Gasse vorbeiläuft!“, wechselt sie wieder zurück zum eigentlich Thema. Der Blick wandert stetig neugierig umher. „Dieser Raum braucht aber auch etwas mehr Aufmerksamkeit“, findet sie, „Ein paar Vorhänge oder Bilder wenigstens. Die großen Leute mögen so etwas!“ Auf ihrem Gesicht kann man ablesen, dass ihr plötzlich ein Gedanke kommt. Entschlossen tippelt sie wieder in Gorgalahks Nähe und blickt zu ihm auf. „Wo werde ich schlafen?“, fragt sie mit aufforderndem Blick.

Gorgalahk

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12

Friday, January 24th 2014, 11:44am

23. Silberweiß

An Selbstbewusstsein mangelt es ihr ja nicht, stellt Gorgalahk fest, während Nuuja seinen Laden inspiziert. Eine weitere Angewohnheit, die sie mit Kalankaranka teilt. Langsam erhebt sich der alte Kobold von seinem Stuhl, um besser sehen zu können, was die Kobolddame da macht. Die vielen Aussagen zu seinem Laden ignoriert er und als sie eine Phiole aus dem Schrank nimmt und daran riecht, bekommt Gorgalahk fast zu viel.

Hat denn niemand dieser Nuuja beigebracht, dass man nicht direkt mit der Nase an Fläschchen riecht?! Doch glücklicherweise befindet sich in der Flasche nur Eulentränen, ein Gemisch, was sich manche Weibchen der Großen Leute in die Augen schmieren, um bei der Männerwelt besser anzukommen. Gorgalahk hat nie ganz verstanden, warum man so etwas tun sollte, zumal Eulentränen auch langfristige Nebenwirkungen haben konnte.
Wieso interessiert sie sich so für meinen Laden?, wundert er sich, als Nuuja die zugegeben etwas spartanische Inneneinrichtung des Ladens rügt. Er hat schließtlich besseres zu tun, als Fenster zu putzen oder Schilder zu basteln. Nuuja scheint fertig mit ihrer Inspektion zu sein, denn sie trippelt auf Gorgalahk und fragt ihn allen ernstes, wo sie bei ihm schlafen soll.
Jetzt reicht es dem alten Kobold entgültig. "Bist du denn verrückt geworden? Bei mir schlafen?", er pausiert kurz, scheint nachzudenken und sagt dann: "Ja, du bist völlig verrückt. Wohl zu viele giftige Dämpfe eingeamtet?" Er hofft, dass Nuuja sich jetzt entschuldigt und seinen Laden wieder verlässt.

Nuka Nuka

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13

Friday, January 24th 2014, 12:00pm

30. Langschnee

Langsam wird das Schwindelgefühl besser, er fühlt sich nun nicht mehr, als ob er auf Wolken laufen, sitzen oder liegen müsse. Die Sicht wird wieder klarer, aber sein Körper ist wie ein stures Kind und will einfach nicht gehorchen. Daher lässt er es auch einfach geschehen, als der Kobold ihm den Trank einflößt. Generell ist die Situation vorallem mit dem Gift einfach zu viel. Daher resigniert er, als ihm die zähe Flüssigkeit durch die Kehle hinabkrabbelt. Ein wenig schmeckt er heraus, Namen in seiner Muttersprache fallen ihm ein. Eines wird für ein Gift benutzt, das Ibn ihm lehrte. Das andere Kraut mischten Mütter manchmal in die Kindermilch, falls die kleinen zu nervös und unruhig waren. Auf Erwachsene soll es eher einen beruhigenden denn einschläfernden Effekt haben. Sicherlich auch eine Frage der Menge. Auch schmeckt der Chanka etliche weitere Nuancen an ihm vorbeiflitzen, kann diese jedoch nicht ordentlich voneinander trennen, geschweige denn zuordnen. Sein Geschmackssinn ist gut und ein paar Gifte, Tees und sogar ein zwei Heilsalben für den alltäglichen Gebrauch kann er sich selbst herstellen, von gekonnter Alchemie ist jedoch nicht mal im Ansatz die Rede, er weiß eben nur, wie man überleben kann. Ob der Kobold ihn vergiften möchte? So klar ist das nicht, aber selbst wenn, dann könnte er jetzt auch nichts mehr tun. Soll er den Kobold schlagen? Würde er sowieso nicht können... Langsam verschwindet der Schwindel komplett, die Sicht ist wieder scharf wie eine Klinge und auch seine Gliedmaßen haben so langsam die Pubertät hinter sich gelassen. Dafür kommt der Drecksack wieder, sein Magen. Schreit, brüllt, knurrt, krampft. Was für eine Diva. Verzogen wird das Gesicht und der Chanka blickt sich nach dem zuvor noch erwähnten Brot um. Happ!, und ein Drittel ist in seinem Mund verschwunden, die Backen dick, wie bei einem Hamster. Köstlich schmeckt es, hoffentlich ist es keine Henkersmahlzeit. Laut wird gekaut, dann geschluckt, das kostbare Essen stopft dem Drecksack das Maul. "Danke...", murmelt der Chanka und blickt dabei zu Boden. "Ich bin Nuka Nuka... und ich bin neu in der Stadt... hab keine Arbeit... deswegen hab ich nach Essen gesucht...", antwortet er seinerseits. Um sich schauend fällt ihm auch auf, dass die Sau und er eine ziemliche Unordnung angerichtet haben. Dieser Mistkerl... Ein Tritt wird in den etwas schwabbeligen Leichnam investiert und ein leichter Rülpser folgt, als ein wenig Luft aus den Lungen der Sau weicht. Danach richtet sich der Chanka wieder und blickt den Kobold an. "Tut mir Leid... wollte nur Essen..."

Nuuja

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14

Friday, January 24th 2014, 12:51pm

23. Silberweiß

Wie versteinert starrt Nuuja den alten Kobold an, der ihr vorwirft durch das Schnuppern an giftigen Dämpfen verrückt geworden zu sein. Einen Augenblick lang zuckt sie nicht einmal mit der Wimper und zeigt auch sonst keinerlei Regung auf dem Gesicht. Dann aber beginnt die Maske zu schwanken zwischen Empörung, Unverständnis und Ärger. Geräuschvoll zieht sie Luft durch ihre zierlichen Nasenlöcher ein und stemmt die Arme in die schmale Hüfte, ehe sie ihm antwortet. „Ich leide weder an krankhaften Einbildungen noch an sonstigen geistigen Störungen, falls Ihr das meint. Im Gegenteil besitze ich eine normale, wenn nicht gar überdurchschnittliche Verstandesfunktion, ohne jegliches Anzeichen von Wahnsinn oder Verrücktheit, wenn ich bitten darf!“
Schnaubend stapft sie herüber zu ihrem Rucksack und greift danach. Nicht jedoch, um ihn aufzusetzen, sondern um darin herumzuwühlen und schließlich einen zusammengefalteten, wenn auch leicht zerknitterten Zettel herauszuziehen. Vorsichtig streicht sie ihn glatt und kraxelt anschließend die Wendeltreppe des Tisches hinauf. Oben angekommen fixiert sie Gorgalahk mit ihrem empörten Blick und hält ihm wortlos den Zettel unter die Nase. Wenn der Kobold den Brief auseinanderfalten würde, würde er folgendes lesen:


Mein lieber Gorgi,

da du diese Zeilen liest, hat die kleine Nuuja dich endlich ausfindig machen können. Ist sie nicht herzallerliebst? Sie hat deinen Charme und Dickkopf! Ja, du verstehst richtig: Die Kleine ist eine Nachfahrin von dir. Um Genauer zu sein: die Tochter der Tochter der Tochter unserer Tochter. Ja, du hast richtig gelesen. Du hast eine Tochter! Und eine Enkelin! Und eine Urenkelin! Und deine Ururenkelin steht genau vor dir. Sie ist ein herzensgutes Mädchen und verdammt clever dazu. Und sie interessiert sich für Alchemie. Also tu dein Bestes und lehre sie, was du sie lehren kannst, oh, du der Größte unter den Alchemisten, die mir bekannt sind. Wenn nicht für sie, dann wenigstens für mich und ich werde dir verzeihen, dass du dich die letzten 2234 Jahre nicht mehr hast bei mir blicken lassen!

In Liebe
Kalankaranka



Die kleinen Fäuste wieder in die Seite gestemmt, die Mundwinkel immer noch entrüstet verzogen und die großen Augen leicht verengt, starrt das Koboldmädchen Gorgalahk eindringlich, aber abwartend an.

Gorgalahk

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15

Friday, January 24th 2014, 5:05pm

23. Silberweiß

Gorgalahk liest den Brief gleich zwei mal. Kann das wirklich wahr sein? Er erinnert sich gut an die hübsche Kobolddame Kalankaranka, er hatte vor über zweitausend Jahren einen Sommer lang eine kleine Liebesaffäre mit ihr gehabt. Aber hatte er ihr nicht ein empfängnisverhütendes Mittel gegeben?
Scheinbar lag ihr wohl mehr an ihm, als ihm an ihr und so muss sie wohl das Mittel nicht genommen haben und jetzt steht vor ihm seine Ururenkelin. Und er soll sich um sie kümmern. Bei den Göttern, denkt er. Auf was habe ich mich damals eingelassen? Er bezweifelt, dass sein Leben die nächste Zeit in ruhigen Bahnen verlaufen würde und für das Vorlesen von Geschichten, wie Koboldopas das oft für ihre Enkel und Urenkel machen, war Nuuja vermutlich schon zu alt.


Wie dem auch sei, Gorgalahk entscheidet sich, vorerst Verantwortung zu übernehmen und sich um seine kleine Nachfahrin zu kümmern. Sie würde ihren Spaß am Erlernen der Alchemie sicherlich verlieren, wenn sie merkt, dass man dafür zunächst bändeweise Bücher wälzen und auswendig lernen musste, bevor man richtige Experimente durchführen konnte.
Gorgalahk liest den Brief noch einmal, aber am Inhalt ändert sich leider nichts. Er hat eine Nachfahrin und sie wird bei ihm in die Lehre gehen. Er faltet das Papier zusammen und steckt es in eine Tasche, dann räuspert er sich:
"Also gut, du wirst bei mir lernen. Du wirst machen, was ich sage und genau zuhören!", er denkt kurz nach. "Ja, du wirst mir zuhören! Morgen gehen wir in die Bibliothek. Du braucht Bücher zum lernen." Wieder legt er eine Pause ein. "Ja, viele Bücher. Schlafen kannst du auf dem Boden, ich habe nur ein Bett. Ich hoffe, du hast eine Decke dabei.", während er redet, klettert er die Wendeltreppe herunter und sclhurft zur Ladentür. Er klettert die kleine Leiter neben der Tür hoch, hängt ein geschlossen-Schild dran und schließt ab.

Dann wendet er sich wieder an seine Enkelin. "Willst du immernoch Alchemistin werden?!", fragt er. "Wenn ja, dann zeig ich dir meine Privaträume."