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Atevora

Unregistered

31

Saturday, February 8th 2014, 8:42pm

„Ich habe den Abend ebenfalls überaus genossen, so sehr wie schon lange keinen mehr.“ Gibt die Shin das erfreuliche Kompliment zurück. Ihr Gastgeber ist also glücklicher Weise nicht verärgert, dass sie, obwohl dazu eingeladen, der weiteren Alkoholvöllerei entsagt. Er zeigt sich sogar sehr verständnisvoll und überdies umsorgend, schließlich bietet er ihr sogar an sie zu geleiten, oder seine Schüler zur Verfügung zu stellen, die sich schon längst zurückgezogen hatten und in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde höchst wahrscheinlich bereits schlafen. Sie überlegt kurz. Dreikinn und der andere Spross als Begleitung? Besonders hingerissen ist sie von dieser Variante nicht. Die Beiden erscheinen ihr nicht erfahren genug, und vermutlich würden sie sich am Rückweg in der Tausendwinkelgasse hoffnungslos verirren, denn dieses Stadtviertel ist eine ganz eigene sonderbare Welt mit ihren speziellen Regeln. Tiandaril würde vermutlich erst Recht in dem verwinkelten Labyrinth, in dem sich manches Mal sogar die Straßen und Gassen verschieben, und ein durchgang manches mal nicht mehr dort zu finden ist wo er zurvor war, verschollen gehen. Das heißt sie müsste ihn bei sich schlafen lassen. Unsinn. Elben schlafen nicht. Sie meditieren. Würde ihm Shafirs Teppich dafür reichen? Der alte Bärenhund wäre davon bestimmt nicht begeistert. Vielleicht genügt ein Sessel? Sie kommt nicht dazu das Für und Wider zu den Vorschlägen fertig abzuwägen, und ihren Entschluss vorzubringen, denn Learcans wohlklingende, dunkle Stimme ertönt, und sein Angebot gefällt ihr ganz spontan hervorragend. Das würde bedeuten nicht ewig lange durch die Eiseskälte stapfen zu müssen, und dann endlich dem Ziel so nahe vor der Haustüre zu verzweifeln, da sich der verdammte Schlüssel einfach nicht in dieses vermaledeite Schlüssenloss fügen will. „Das ist wirklich ein liebes Angebot Learcan!“ Antwortet die von zwei stattlichen Riesen flankierte Magierin mit weit in den Nacken gelegten Kopf vielleicht etwas zu schnell und eine Spur zu enthusiastisch auf das Angebot. „Währt ihr damit einverstanden Tiandaril?“ Dann dämmert ihr noch eine Kleinigkeit. „Aber ich kann euch doch nicht einfach so den Schlafplatz wegnehmen.. oder?“ Genaugenommen sorgt sich die Magierin nicht, sie traut dem großen Normander zu einen Platz für sich zu finden, also heil in der Harfe anzukommen. Er ist schließlich ein stattlicher Mann, in Normand aufgewachsen, mit heiler Haut durch die halben Immerlande hierher gereißt und zudem folgt ihm ein wachsamer Schatten, der einschreiten würde sobald Learcan in Gefahr gerät, sei es eine Alkoholverursachte, oder eine andere. Sie ziert sich hier nur des Anscheins wegen. Tiandaril zeigt sich einverstanden, er erklärt zudem, dass auch Learcan weiterhin einen Platz zum Nächtigen hier hat. Elben sind toll! Spukt ihr Hirn aufgrund Tiandarils überragender Gastfreundschaft als ebenso überragende, nächtliche Erkenntnis aus.

Sie werden von dem Elb durch seine Räume geführt, doch besonders viel von der Architektur, oder der Einrichtung selbst bleibt der Magierin nicht im Gedächtnis haften. Sie ist momentan zu sehr auf sich selbst fokussiert, das Umfeld ist seltsam getunnelt und der weite Rest wird eher als eine unerhebliche Begleiterscheinung registriert. Der Silberelb weist ihnen den Schlafplatz zu, und wünscht ihnen eine gute Nacht.
Er hat Learcan und ihr zwei separate, enge Kammern zugewiesen in der kaum mehr als sie selbst und die Schlafgelegenheit Platz finden, und welche eigentümlich die Privatsphäre missen lassen. Konsequent wird hier fortgeführt was sie zuvor schon sah. Die ganze Kammer besteht aus verschiebbaren Wänden aus lichtem Holz und milchigem Papier. Der Magierin Blick streift nicht lange über die dünnen Schiebewände ihrer viereckigen Kammer, bevor er jäh stehen bleibt.
Learcan wirft in seiner Kammer neben ihr eine dunkle Silhouette an ihre Wand. Er steht, soviel kann sie erkennen, mit dem Rücken zu ihr und verzückt betrachtet sie den Umriss seines Körpers, wie er zu dem Stoffgürtel an seiner Taillie greift, ihn löst und das Kleidungsstück zu Boden gleiten lässt. Leise tritt die Magierin näher, nahezu lautlos öffnet sie die Schiebetür und tritt hindurch. Sofort dreht sich der Normander zu der Eismaid um. Ein lustvolles Lächeln umspielt ihre Lippen, und ein eindeutiger Blick begegnet ihm, als sie die Schiebetür hinter sich schließt.

This post has been edited 4 times, last edit by "Atevora" (Feb 8th 2014, 8:55pm)


Tiandaril

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32

Saturday, February 8th 2014, 11:50pm

Etwas verwundert von der Wendung dieser Situation muss der Elb einige Momente stocken, bevor er dann dennoch zustimmt, die etwas komplizierte Form der weiteren Abendverbringung so handzuhaben. Über eine stabile Leiter hin führt er die beiden ins Obergeschoß, verweist Learcan sein eigenes, Atevora ein bisher unbearbeitetes Zimmer zu. Dieses wirkt eher kahl und mehr, als nur leer. Lediglich eine auf dem Boden befindliche, aber dennoch weiche Bettstatt ist dort zu finden. Learcan hingegen findet ein Bett vor, das dem eines Märchens entspricht. Wie ein menschliches Bett, nur viel zu überstilisiert. Als ob der Macher noch nie zuvor ein echtes Bett gesehen hätte. Was eventuell auch der Fall war. Bei dem Silbernen konnte man nie mit voller Sicherheit sagen, wie viel von den hiesigen Kulturen er schon kannte und wie viel nur aus Büchern und Erzählungen stammt. Weiterhin wird es jedoch ein ungelöstes Rätsel bleiben. Die Verbindungswände sind leider noch außerordentlich dünn, etwas, das bald behoben werden soll. Bisher hatte er jedoch nicht die Zeit, immerhin hatte er fast im Alleingang dieses Haus ummodelliert. Dass hier und da noch ein kleiner Schönheitsfehler zu finden ist, wird man ihm sicher nicht zu übel nehmen. Tiandarîl selbst begibt sich in seinen Raum, den einzigen, mit verstärkten Wänden. Auch er hat nur eine einfache Rollmatte, auf der er schläft. Weicher Boden macht dem Rücken zu schaffen, wie er findet. Zu einem harten Körper gehört auch unweigerlich eine harte Ernährung, harte Übung und auch eine harte Bettstatt. Lediglich der Alkoholkonsum sollte nicht allzu hart sein. Ansonsten passiert so etwas, wie heute. Eine ungewollte Situation. Für den Elben kein Dorn im Auge, aber etwas, das ihn dennoch beschäftigt. Einige Dinge hätte er besser planen und vorausahnen sollen, das ist ihm bewusst. Was, wenn die Magierin nach Hause gegangen wäre und jemand hätte ihr etwas antun wollen? Seine Schüler könnten sicherlich den gemeinen Schläger vertreiben, aber falls jemand mit einer richtigen Kampfausbildung es auf die Magierin absehen würden, könnten auch die beiden Schüler nur bedingt etwas ausrichten. Zwar sind sie fleißig, aber die Lehrjahre eines erfahrenen Kämpfers und Mörders werden sie sicherlich nicht so schnell einholen können. Wieder treffen ihn etliche Gedanken aber diesmal gibt er nach. Alles ist getan, daher kann er sich nun der Flut hingeben. Im Sa Cha'an dem Meditationssitz seines Glaubens nimmt er Platz und beginnt nachzudenken. Das gestern, heute und morgen rasen auf ihn hinab, jeder Gedanke aus unzähligen Winkeln.

Nur wenige Minuten vergehen und er ist wieder wach. Geräusche. Selbst während einer Meditation muss man stets einen Kanal für seine Außenwelt offen lassen. Um diese Stunde ist es jedenfalls ungewöhnlich, was er hört. Kampfgeräusche! Grunzen und Murren, und andere Geräusche des Kampfes. Mit einem Satz ist der Dolch aus seiner Scheide gezogen, als der Elb innehält. Nur zwei Personen. Genauer achtet er darauf. Learcan ist die eine Stimme, die andere scheint einer Frau zu gehören. Ja, eindeutig. Atevora, Tyra's Stimme, so sie denn spricht, ist hoch und fiepsig. Was machen die beiden? Stabkampf? Oder Ringen! Ja, beides wollte die Magierin lernen. Und Alkohol motiviert ja bekanntlich, über seinen eigenen Schatten zu springen. Welch Tüchtigkeit die beiden an den Tag, oder die Nacht legen! Wundervoll! Ob dies ein Schulterwurf war? Oder ob Learcan die Magierin gerade am Boden festnagelt, ihre Schultern zu Boden drückt und ihren heißen Atem spürt, ihre Körper aneinandergepresst sind, während... ein nicht vorhandener Kampfrichter die arme Magierin auszählt? Wer weiß. Irgendwann muss sie doch abklopfen. Doch halt, ein weiteres, kraftvolles Geräusch. Befreit hat sie sich sicherlich. Dieser Dame wohnt doch sicherlich mehr Kraft inne, als man zu ahnen vermag. Unglaublich. Fast schon will der Elb zu ihnen stoßen und mitmachen, hält sich jedoch zurück. Zwei derart fleißig praktizierende Menschen soll man am besten nicht stören. Das würde die Magie, die Leidenschaft des Ringens zerstören. Sanft lächelt der Elb. Glück hat er! Einen Veteran bei sich zu haben, der schon in der ersten Nacht mit einigen Bechern Alkohol so tüchtig ist! Und anscheinend eine neue Schülerin, die mit eben so viel Eifer und Wissbegier dabei ist. Mehr kann man sich als Meister und Besitzer einer Schule der Kampfkünste doch nicht wünschen!
Bis zum nächsten Morgen, als er aus seiner Meditation erwacht, soll der Silberne dieses Lächeln beibehalten.

33

Sunday, February 9th 2014, 10:07pm

Als Learcan am nächsten Morgen langsam erwacht und träge in den Morgen blinzelt, ist das erste, was er sieht, ein starres, hölzernes Gesicht mit langer Nase, das aus leeren Augenhöhlen auf ihn herunter blickt. Sofort ist er wach und reißt die Augen weit auf, lässt aber sogleich seinen Kopf wieder entspannt auf das Kissen zurück sinken. Der hölzerne Kopf ist nur Teil der aufwendigen Bettverzierung. Jeder der vier Bettpfosten ist mit kunstvollen Schnitzereien verziert, die zum Teil unterschiedliche Lebewesen und Geschichten der Immerlande darstellen. Beruhigt will Learcan erneut die Augen schließen, als ihm schlagartig nahezu alle Einzelheiten des gestrigen Abends wieder einfallen. Eine ganze Menge Einzelheiten! Die Erinnerung daran lässt ihn endgültig wach werden. Er setzt sich ruckartig auf und betrachtet Atevora neben sich, die auf dem Bauch liegt und nur sehr unzureichend von dem gemeinsamen Betttuch bedeckt wird. Die offenen, wallenden Haare umschmeicheln ihren nahezu perfekten Körper. Sie sieht wirklich sehr schön aus, findet Learcan, und so friedlich...
Learcan schmunzelt bei dem Gedanken an die letzte Nacht, in der es nicht immer sehr sanft zuging. Ein Kratzer von ihren Fingernägeln auf seinem Rücken ist ein eindeutiger Hinweis darauf. Learcan fährt sich mit den Händen durch die Haare und atmet einmal durch. Dabei sieht er recht zufrieden mit sich und der Welt aus. Was für eine Nacht! Mag sein, dass sie sich noch nicht lange kennen und noch ein ganzer Berg an Ungeklärtem zwischen ihnen steht, letzte Nacht jedoch hatten der Nordmann und die Shin keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Auf dieser Ebene haben sich sofort außerordentlich gut verstanden. Learcan bereut nichts davon.
Nur ein dumpfer Kopfschmerz erinnert an den übermäßigen Alkoholkonsum, der dem ganzen voraus ging. Der jedoch nichts ist im Vergleich zu dem Hungergefühl, das der Nordmann nun verspürt. Er muss sich unbedingt etwas zu essen holen!

Learcan beugt er sich zu Atevora und fährt mit dem Finger sanft über ihren Rücken. "Ich bin gleich wieder da. Lauf nicht weg!", flüstert er ihr ins Ohr und springt dann aus dem Bett, ohne eine Reaktion abzuwarten. Halbherzig hüllt er sich in ein weiteres Laken und schleicht zur Tür hinaus in Richtung Abort. Wobei schleichen gar nicht so einfach ist, denn der Nachtigallenboden verzeiht nicht einen seiner Schritte. Trotzdem schafft er es ungesehen bis zu dem Ort, an dem er sich auch gleich jede Menge aus der bereitgestellten Waschschüssel ins Gesicht schüttet, um sich zu erfrischen und wieder vollkommern klar zu werden.
Auf dem Weg zur Küche begegnet ihm Tyra, die schon wach ist und sich nicht sehr über seine Anwesenheit und seine seltsame Aufmachung zu wundern scheint. Oder sie ignoriert ihn schlichtweg. Genau will Learcan das jetzt nicht ergründen. Er begrüßt sie nur kurz und beeilt sich dann den Raum zu finden, an dem die gestrigen Speisen bereitet wurden. Als er ihn erreicht, nimmt er sich etwas Brot, ein paar Früchte und einen Krug Wasser. Sehr viel mehr Brauchbares findet er auf die Schnelle nicht. Hungrig beißt der Nordmann in einen Apfel, der besonders gut aussieht und beschließt, noch heute die Vorräte aufzufüllen, allein schon deshalb, weil er seinen Beitrag leisten möchte. Außerdem plant er, möglichst bald seine übrigen Sachen aus der Harfe zu holen. Doch zunächst trägt er seine Beute aus der Küche zurück in sein Zimmer, wo ihn die Magierin erwartet, die in dieser Nacht manches seiner Vorurteile gegenüber Magierinnen entkräften konnte und ihn dabei völlig in ihren Bann zog.

Atevora

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34

Wednesday, February 12th 2014, 4:58pm

Der neue Tag hat begonnen. Atevora schlummert friedlich und träumt von sachten Sonnenstrahlen die ihren Körper umschmeicheln. Der plötzliche Raub der Wärme neben ihr dringt bis in ihre Träume vor. Der Himmel verdunkelt sich, und die Erde bewegt sich unter ihren Füßen, schmerzen dringen in ihr Bewusstsein vor, und ihre Augen öffnen sich träge und unwillig, als ihr Learcan mit süßem Ton Worte ins Ohr haucht. Unendlich langsam kommt Bewegung in ihren noch ruhenden Körper, sie dreht sich um und erhascht noch einen Blick auf des Normanders Rückseite, als er nur mit Laken bekleidet aus dem Raum geht. Ein Lächeln stiehlt sich auf ihre Lippen. Er bietet noch immer ein anregendes Bild das Lust auf mehr macht. Eine Fortsetzung des Abends. Schlagartig ist Atevora wach. Oh, verdammt. Mit den Gedanken überrollt sie eine Welle aus dumpfen Kopfschmerzen, Übelkeit meldet sich in Kombination mit einem unglaublichen Durstgefühl, aufdass sie meinen könnte den Ilodrel im Alleingang austrinken zu können, ohne dass er gestillt würde. Sie weiß sie hat sich gehen lassen und das könnte ungeahnte Komplikationen verursachen wenn ER davon erfährt, und mit IHM ist sicher nicht Learcan gemeint. Wer nun meint sie hätte Schuldgefühle gegenüber dem Azurianer, oder bereue ihr Handeln, der liegt falsch. Sie bereut nichts. Dennoch gilt es einen eventuellen Schaden für ihre Unternehmungen gering zu halten, bestenfalls sogar vollkommen zu vermeiden.
Atevora setzt sich also im Bett auf, lässt sich die Zeit sich ordentlich durchzustrecken um ihre Gliedmaßen mit Leben zu füllen, und schiebt ihre Beine über die Bettkante um aufzustehen. Als sie den Zustand einer der zarten Wände sieht stiehlt sich ein neuerliches Schmunzeln ihre Lippen. Learcan wird mit seinen handwerklichen Arbeiten schon heute anfangen können. Geht es ihr erheitert durch den Kopf, ohne sich der eingerissenen Wand, und aus den Angeln gesprungenen Schiebetür zu schämen. Der amüsierte Ausdruck verschwindet jedoch so schnell wie er gekommen war.
Ihre Kleider liegen unachtsam und vernachlässigt zwischen denen Learcans am Boden, und Bücken ist keine besonders verzeihende Tätigkeit bei Kopfschmerzen.

In Learcans Abwesenheit beginnt die Magierin sich anzukleiden, und da sie ohne Leibwächter hier ist, und auch nicht gesehen werden möchte wie sie früh morgens dieses Gebäude verlässt, beschließt sie alsbald durch das magische Gewirr nach Hause zu reisen, und sich zu Hause einen Tee mit Mädesüß, oder Weidenrinde zu richten bevor das dröhnen in ihrem Schädel droht unerträglich zu werden. Zart und mit Vorsicht beginnt sie also die Stränge der Magie zu weben, als male sie ein heikles Aquarellbild das keinen noch so kleinen falschen Pinselstrich verzeiht. Monoton im Flüsterton rezitiert sie gleichzeitig die magische Formel um die losen Stränge zu dem gewollten Kunstwerk zu verknüpfen und wird alsbald dabei vom lauter werdenden Singsang des Nachtigallenholzes begleitet. Learcan betritt die Schlafkammer als die Magierin ihre Hände zur Verse, einem Tanz zu einer stummen Musik gleich, durch die Luft gleiten lässt und die letzten zwei Worte für ihren vorgewebten Zauber spricht.
Kaum ist die letzte Silbe über ihre Lippen geglitten, klettern ihre Augen an Learcan hoch. Sie genießt dabei jeden Sekhel über Haut und Muskel über den er auf seinen Weg zu dem attraktiven Gesicht zurücklegt und kichert sogleich kurz ob des Anblicks den er mit den Laken um die Hüften, diesen mit der linken, Brot, Wasserkrug und getrockneten Früchte in der Rechten haltend sowie einem Äpfelchen im Mund insgesamt bietet. Mit einem schelmischen Schmunzeln auf den Lippen tritt sie näher, greift hoch, stiehlt ihm den Apfel aus dem Mund und beißt mit einem Kecken „Danke“ hinein.

„Ich schätze du hast in deinem neuen Arbeitsverhältnis heute schon die ersten Reparaturaufgaben zu erledigen, hm?“ Ihr Blick gleitet dabei amüsiert vielsagend zur beschädigten Wand, die ihr als Rache für den ruppigen Umgang einige Blutergüsse am Rücken beschert hat. Bei ihren Worten hält sie dem Mann den entwendeten Apfel wieder hin und streicht ihm verführerisch sanft mit ihren behandschuhten Fingerkuppen über seine nackte Haut, die sie viel mehr lockt als der mehlige Apfel. Schrumpelige Winteräpfel zählen nun nicht unbedingt zu ihrer bevorzugten Morgenspeisung, und insgeheim freut sie sich jetzt schon wieder auf die Gaben des Sommers und des Herbstes. Wie schön es doch wäre das ganze Jahr über frisches Obst wie saftige Äpfel und Birnen zur Verfügung zu haben.
„Ich habe die Nacht sehr genossen Learcan.“ Raunt sie dem Mann süß zu, als er die Speisen hinstellt und sich auf das Bett setzt und sich somit auf Atevoras Augenhöhe begibt. „Ich muss nun aber gehen, auf mich wartet viel zu erledigen, sodass ich nicht länger bleiben kann. Darf ich dich darum bitten unsere Zusammenkunft diskret zu behandeln? Ich habe einen sehr eigenwilligen Ruf. Da herrscht eine gewisse Polarität, und es wäre zu deinen Gunsten, wenn ich, oder unsere Intimität heute Nacht unerwähnt bliebe. Richtest du Tiandaril für seine Gastfreundschaft meinen Dank aus? Und bitte gib bezüglich des Steines Acht, ja?“ Ein eindringlicher Blick begegnet ihm, und sie greift ihm zärtlich ans Kinn, sodass ihre Finger es kaum mehr als ein Lufthauch berühren. "Ich habe diesbezüglich ein sehr mulmiges Gefühl. Ich freue mich bereits sehr auf ein wiedersehen. Ich wünsche dir noch ein gutes Morgenmahl“

This post has been edited 1 times, last edit by "Atevora" (Feb 12th 2014, 5:37pm)


Tiandaril

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35

Wednesday, February 12th 2014, 10:13pm

Diszipliniert, wie der Elb ist, ist er schon vor den beiden anderen auf den Beinen. Ein Kater zeigt sich zuweilen nicht, aber er hat viel in der letzten Nacht nachdenken müssen. Tausende und abertausende Dinge, über die er sich den Kopf zermartert hatte. Oder auch nicht. Tiandarîl versucht, seine Gedanken möglichst rational zu betrachten. Daher trifft es ihn auch nicht all zu emotional, selbst wenn es sich um Themen handelt, die tiefgründig sind. Jedenfalls ist er früher aufgestanden und hat sich in die Küche begeben. Dort bereitet er einen Trunk vor. Gerade, als er ein paar Kräuter stampft, eine althergebrachte Kombination, stibitzt der Normander ein wenig Nahrung. Andere Sitten. Obwohl der Elb nachvollziehen kann, dass man nach einer alkoholreichen Nacht nicht sonderlich in der Stimmung ist, ein freudiges beisammen zu feiern. In Anbetracht der etlichen Kampfesübungen muss er auch sicherlich außerordentlich müde sein. Tiandarîl selbst erinnert sich an solche Nächte, in denen er mit einer Übungsgefährtin stundenlang geübt hat. Magische Momente sind dies und die muss man respektieren. Das aufeinanderstoßen und Verschmelzen zweier Seelen, Herzen, Rhythmen, ja das ist etwas besonderes, womit der Normander vielleicht sogar das erste mal in Erfahrung getreten ist. Als der Elb in die Küche zurückgeht, fehlt jedenfalls ein wenig. Kein Grund zur Sorge. Jeder in seiner eigenen Geschwindigkeit. Sachte wird Ingwer, ein paar Kräuter und etwas Fenchel geschnitten, dann noch etwas Zucker hinzugefügt. Aufgekocht wird das Ganze, dann in drei Flaschen aus Holz abgefüllt. Ein kleines Schild wird anbei gelegt, dass den jeweiligen Namen deklariert. Atevora und Learcan. Seine eigene Flasche muss nicht beschriftet werden, daher wird sie einfach mit auf das Zimmer genommen. Ein wenig Ruhe würde sein müssen, um für den Tag tüchtig genug zu sein. Ein wenig gedämpfter Reis und Gemüse stehen ebenfalls bereit, von dem sich der Elb nur einen kleinen Teil nimmt. Vielleicht ist dieses Essen den beiden auch ein wenig zu ungewöhnlich, dann würden sich seine Schüler sicher darauf schmeißen, aber ansonsten würde es zumindest sättigen und die übelsten Merkmale eines Katers unterdrücken. Nicht, dass der Elb ein Alchemist ist, aber wer am nächsten Morgen wieder einsatzbereit sein will, muss entweder ganz dem Alkohol entsagen, oder lernen, welch Gemisch dagegen hilft. Tiandarîl hat sich nie den Gruppenaktivitäten entzogen, daher hat er gelernt, mit einem Kater umzugehen, wenn er denn einmal kam. Was nicht allzu oft der Fall ist. Dennoch steht alles bereit, eine Suppe ebenfalls, Schüsseln liegen bereit. Eine warme Fischbrühe kann Wunder wirken. Vor allem Ingwer und Fisch sind ganz gute Mittel gegen zu viel Feuerwasser. Zumindest spricht des Elben Erfahrung davon. Zufrieden mit seiner Arbeit zieht sich der Elb schließlich mit einem Tablett voll mit Reis, Gemüse, Brühe und Nachtrunk auf sein Zimmer zurück.

36

Thursday, February 13th 2014, 6:32pm

Als Learcan sein Zimmer wieder betritt, bietet sich ihm ein ungewöhnliches Bild: Atevora fuchtelt gerade mit den Händen in der Luft herum und murmelt dabei Unverständliches vor sich hin. Irritiert bleibt Learcan mit etwas Abstand von ihr stehen und hebt die Augenbrauen leicht an. Sehr viel mehr kann er ohnehin nicht tun, denn seine Hände sind vollauf damit beschäftigt, das Tuch um seine Hüften und die Mitbringsel aus der Küche nicht fallen zu lassen. Zudem steckt ein Apfel in seinem Mund, der jeglichen Kommentar unmöglich macht. Dennoch fragt er sich natürlich, was Atevora da gerade macht. Nach morgendlichen Ertüchtigungsübungen sieht es nicht aus. Magie! Anders kann es nicht sein. Ein kurzes Unbehagen befällt den Normander. So nah er der Magierin heute Nacht auch gekommen ist, von der vollständigen Akzeptanz magischer Begabungen oder Handlungen ist er noch weit entfernt. Es wird ein langer Weg werden, den Normander daran zu gewöhnen. Daher bleibt Learcan skeptisch abwartend, was nun passieren wird. In seiner Vorstellung folgt einem Zauberspruch unmittelbar irgendein Zauber, aber der dumpfe Schmerz in seinem Kopf raubt ihm die Vorstellungskraft, zu welcher Art Zauber Atevora hier und jetzt fähig sein könnte.
Zu seiner Beruhigung geschieht dann allerdings überhaupt nichts. Die Umgebung und die Wände um ihn herum bleiben unverändert, ebenso Atevora und auch an ihm selber bemerkt Learcan keine Veränderung, wie er mit einem schnellen Blick auf das Tuch um seine Hüften feststellt, das immer noch an Ort und Stelle sitzt.
Learcans Anspannung löst sich schließlich auf, als Atevora leise kichert und sich ihm nähert, um ihm den Apfel aus dem Mund zu stehlen. Wenn sie nicht gerade die Magierin herauskehrt, findet Learcan die Shin außerordentlich verführerisch und er bedauert es sehr, dass sie schon wieder angezogen ist. Allerdings empfindet er auch eine gewisse Erleichterung bei ihren folgenden Worten, in denen weder von überschwänglichen Gefühlen noch einer gemeinsamen Zukunft die Rede ist. Situationen wie diese lassen sich schlecht abschätzen. Einer Nacht voller Leidenschaft können verschiedene Ansichten hinsichtlich ihrer Bedeutungsfülle folgen. Doch auch hier scheinen die Erwartungen ausgewogen.< "Ich habe die Nacht sehr genossen Learcan"> ,raunt Atevora ihm ins Ohr und weil Learcan nun -nachdem er sich auf das Bett gesetzt hat- die Hände wieder frei hat, zieht er die zierliche Magierin mit einem wissenden Lächeln nah zu sich heran und bestätigt ihr flüsternd, dass es ihm ebenso ging, um dann noch etwas hinzuzufügen, das nur für Atevoras Ohren bestimmt ist. "Und ich hoffe, wir können es wiederholen...?" fragt er dann in scheinbar beiläufigem Tonfall, nachdem sich Atevora von ihm gelöst hat und sich nun beinahe geschäftsmäßig zum Aufbruch bereit macht. Ihr Satz <"Ich freue mich bereits sehr auf ein Wiedersehen">, lässt am Ende darauf hoffen. Zuvor jedoch bittet sie Learcan um Verschwiegenheit und spart auch sonst nicht mit allerlei Ratschlägen. <"Und bitte gib bezüglich des Steines Acht, ja?">, rät sie ihm noch. Was glaubt sie, wen sie vor sich hat? Einen naiven Jüngling? Oder einen von ihren Bediensteten?, denkt Learcan verwundert, geht aber eher schmunzelnd darüber hinweg. "Werde ich machen", ist dann seine passende Antwort auf fast alles. "Ich wünsche dir auch einen schönen Tag", fügt er noch lächelnd hinzu und erhebt sich, um Atevora noch zur Tür zu begleiten und anständig zu verabschieden. Viel weiter will er sich so spärlich bekleidet nicht wagen.

Kaum ist Atevora jedoch aus seinem Sichtfeld verschwunden, überkommt Learcan ein schlechtes Gewissen. Waren seine Reaktionen richtig oder hätte er noch irgendetwas sagen müssen? Hätte er sie zum Bleiben überreden sollen? Waren tatsächlich dringende Erledigungen der Grund für ihren schnellen Aufbruch oder war es doch eher eine Flucht und sie bereut die letzte Nacht, obwohl sie etwas anderes äußerte? Learcan weiß es nicht. Sein Kopf schmerzt und er will auch nicht darüber nachdenken. Wenn er es täte, würde er vielleicht erkennen, dass es etwas ganz anderes ist, was ihm ein schlechtes Gewissen macht, nämlich die Tatsache, dass er nicht das fühlt, was er nach so einer Nacht vielleicht fühlen sollte. Es ist noch nicht das, wonach er seit langem sucht und dennoch ist es viel zu gut und zu verlockend, um je widerstehen zu können.
Einen entscheidenden Moment zu lange bleibt Learcan unschlüssig in der Tür stehen. Denn als er sich entscheidet, Atevora zu folgen um noch irgendetwas zu sagen, ist es bereits zu spät. Er erblickt nur noch kurz ihre Silhouette, dann verschwindet die Shin vor seinen Augen in einer Art Nebelwolke, die sich danach schlagartig auflöst. Das lässt den Normander sprachlos zurück. Sekunden starrt er noch auf die Stelle, wo sie verschwand, dann wendet er sich mit einem gemurmelten "Frauen..." schulterzuckend ab und beschließt vorerst gar nicht mehr zu denken, um seinen Kopf ein wenig zu schonen.
Das funktioniert am besten beim Handwerkern. Also macht er sich auf die Suche nach Werkzeug und als er fündig wird, beginnt er in seinem Zimmer mit nötigen Ausbesserungsarbeiten. Das Hämmern verschlimmert aber den Kopfschmerz. Durstig geht der Normander schließlich in die Küche um etwas zu trinken. Dort wundert er sich über das Fläschchen mit seinem Namen darauf. Auch Atevora ist eines zugedacht. Neugierig schnuppert der Normander an dem Inhalt und schüttet ihn dann sorglos herunter. Es schmeckt wie erwartet widerlich. Zusammen mit dem Geruch der Fischsuppe erzeugt es zudem ein vages Übelkeitsgefühl, das sich aber schnell wieder legt. Sein Magen beruhigt sich langsam. Learcan hält derweil eine Fenchelknolle in der Hand und fragt sich, was für eine Art Gemüse das sein könnte. Und er nimmt sich augenblicklich vor, die Vorräte des ausgesprochen gastfreundlichen Elben wieder aufzufüllen. Er will sie sogar bereichern um einige für Normander existenziell notwenige Dinge wie Käse, Wurst, Brot und ähnliches. Damit will er Tiandaril eine Freude bereiten und sich für die vielen guten Speisen bedanken, die auch jetzt wieder bereit stehen.
"Ich gehe dann mal einkaufen", bekundet er in Richtung Tiandarils Zimmer und hat schon während er die Worte spricht keine Ahnung, wem er das warum eigentlcih erzählt. Vorher beschließt er aber sinnvollerweise noch, sich vollständig anzuziehen.

This post has been edited 1 times, last edit by "Learcan" (Feb 13th 2014, 6:41pm)


Tiandaril

Unregistered

37

Monday, February 17th 2014, 4:48pm

Tiandarîl entspannt auf seinem Zimmer einige Zeit und verspeist den noch dampfenden Reis. Dazu gesellen sich ein wenig fermentierter Kohl, Bohnen und Pflaumen, sowie etwas Suppe und zwei Eier, eines über dem Reis, das andere über der Suppe zerschlagen und eingekocht. Ein wenig gedämpfter Spinat, sowie ein paar Pilze dürfen natürlich auch nicht fehlen, dann ist das Essen soweit abgerundet. Dazu ein heißer, gerösteter Roggentee, damit die Lebensgeister wieder zurückkehren. Alles in allem eine ausgewogenen Mahlzeit, die den Elben bis zum späten Mittag hin sättigen wird. Nachdem diese vertilgt ist, begibt sich der Silberne hinunter in das untere Stockwerk und in die Halle der Kampfeskunst. Dort widmet er sich dem Kampfbaum und beginnt langsam, aber stetig, dann immer schneller, die verschiedenen Schlagmuster, die er zuletzt in einer offensiveren Kunst gelernt hat, zu üben. Der Rhythmus von Knochen, der auf Holz knallt beginnt langsam, ihn einzunebeln, ein Lied der Natur, wenn man denn so möchte. Nach dieser Kunst gibt es nur das horizontale und vertikale. Nur niedrige Tritte und größtenteils nur gerade Schläge. Weniger als zehn Schläge umfasst diese Kunst, diese werden aber millionenfach einstudiert. Auf einen Schlag wird immer seitlich nach vorne ausgewichen, um sich hinter den Gegner zu begeben und ihn dann mit schnellen Trommelschlägen zu bearbeiten. Sehr interessant, sehr reduziert aber vielleicht dadurch auch sehr effektiv. Bald, vielleicht also in einige Jahre, eventuell etwas weniger, würde sich der Elb auch weiteren Künsten widmen, den Tierkünsten, die darauf aufbauen, den Stil von Tieren nachzuahmen. Eindeutig etwas sehr interessantes und legendenumwobenes, dem sich der Krieger dann widmen wird. Die Kunst, die er im Moment studiert ist eher eine neue Form dessen, reduziert, eigentlich für Frauen entwickelt, aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen besonders effektiv. So vergehen etwa zwei Stunden, frenetisch, fast, ohne bemerkt zu werden.

Dann kniet der Elb sich hin, verbeugt sich, richtet sich wieder auf. Tänzelnde, sanfte Bewegungen, reaktiv, nicht aktiv folgen. Es werden sich Gegner vorgestellt, die aus allen Winkeln mit allen möglichen Kniffen versuchen, anzugreifen, aber keiner schafft es. Wie der Wind ist Tiandarîl, unfassbar, aber dennoch brutal. Wo immer es geht, wird die Kraft des Gegners gegen ihn verwendet. Kein aktives Blocken, keine Schläge oder Tritte. Nur ein gehässiger Wind, der dem Gegner seine eigene Energie zum Verhängnis werden lässt. Das ist die Kunst des sanften Weges. Wie der Wind, wie Wasser sein, flexibel, nicht verlangend, unterstützend nicht bestimmend. Und so ist auch der Elb selbst, ein Unterstützer. Nach gut zwei Stunden ist er schon weitaus ausgelaugter, die Brust hebt und senkt sich, die imaginären Attacken fordern trotzdem ihren Tribut, der irgendwann entrichtet werden muss.

Als nächstes wird sich der Kunst des Schwertziehens gewidmet. Knien, ziehen, stehen. Und wieder knien. In diesem Zyklus läuft es. Eine sich ewig wiederholende Reihenfolge gleich des Cha'an. Geboren werden, leben, sterben und wieder geboren werden. Frühling, Sommer, Herbst, Winter und wieder Frühling. So auch die Bewegung. Tanzende, flüssige Bewegungen, jeder Streich mit einem scharfen Elbenlangschwert höchster Klasse mehr als nur tödlich. Nicht zum Hacken und Zertrümmern sondern zum Schneiden gedacht. Das Schwert eines Kriegers ist ein Spiegel seiner Seele. Wer das Schwert nicht ehrt, ehrt auch nicht sich selbst. Ist die Waffe ungepflegt, so ist die Seele im Chaos verfangen. Wieder imaginäre Gegner greifen ihn an. Keulen, Hämmer, breite Schwerter, Dolche, Krallen, alles ist gut genug, als Gegner herzuhalten. Wieder tanzt der Elb, weicht aus, greift an, schneidet, wo geschnitten werden muss, duckt, wo sich geduckt werden muss. Tötet, wo getötet werden muss. Ein transzendenter Rhythmus, eine Kampfekstase, wie sie nur den Kriegern innewohnt, die ihre Kunst schätzen. Kunst, eins zu werden mit sich selbst, seiner Waffe, seinem Gegner und der Umgebung. Ein wilder, tödlicher Tanz, dessen Rhythmus man nicht lernen kann, sondern entdecken muss. Einige Zeit verbringt der Elb auf diese Art, dann widmet er sich der Kunst des Herzens. Langsame, entspannende, aber dennoch fordernde Bewegungen, wie eine Esche im Angesicht eines lauen Lüftchens, mal langsam, mal etwas schneller. Manche waren dort Meister, konnten ungeahnte Kräfte entwickeln, für den Krieger ist es jedoch eher eine Entspannungsübung ein letzer Tanz um das leidenschaftliche Herz wieder zu beruhigen. So verbringt er noch einige Zeit, nur um dann zu meditieren.

38

Wednesday, February 19th 2014, 4:16pm

Der Rest des Tages plätschert träge dahin. Learcan verstaut die mitgebrachten Lebensmittel in der kleinen Küche und macht sich abermals daran, sein Zimmer auszubessern. Da er in diesen Dingen recht geschickt ist, ist das Ergebnis am Ende zufriedenstellend. Die Schäden sind ausgebessert und Learcan hat die Wände notdürftig verstärkt. Ein Paravent aus einer dünnen Holzkonstruktion, der bisher nutzlos an einer Wand herumstand, bietet -richtig aufgestellt- zudem weiteren Sichtschutz. Learcans persönliche Sachen verschwinden in einer Kiste aus Bambusgeflecht. Der Normander besitzt nicht viel, weil er sich auf Reisen nicht mit Unnötigem belasten will. Die Kiste wird deshalb nur zur Hälfte voll. Learcans Schwert lehnt griffbereit an der Wand, ebenso die Armbrust, die der Normander in letzter Zeit kaum nutzte. Er würde gerne wieder auf die Jagd gehen, aber auf Anraten einiger Einheimischer hat er bisher davon Abstand genommen. Learcan holt noch Wasser für die Waschschüssel und sieht sich schließlich zufrieden in dem Raum um, der nun zukünftig sein Zuhause sein soll.

Seine Mitbewohner bekommt er an diesem Tag kaum zu Gesicht. Begegnungen bleiben flüchtig, was dem Normander ganz recht ist, denn langsam macht sich bleierne Müdigkeit in ihm breit, die seine Gesprächsbereitschaft deutlich absinken lässt. Sehr viel geschlafen hat der Normander in der letzten Nacht nicht. Um die Müdigkeit zu vertreiben, betritt Learcan mit der Armbrust über der Schulter schließlich die Halle der Weite, die bereits gestern sein Interesse geweckt hat. In dem langgestreckten Raum angekommen, entscheidet er sich dann aber für einen der Langbögen, die an der Wand lehnen. Bogenschießen ist eine Kunst, die der Normander noch perfektionieren könnte. Sein erster Schuss geht weit daneben und Learcan ist froh, dass ihn niemand dabei beobachten konnte. Zwar werden die folgenden Treffer deutlich besser, die Mitte der Scheibe wird jedoch zu selten getroffen und wenn dies der Fall ist, so ist der Normander sich selbst gegenüber ehrlich genug, um den ein oder anderen Treffer als reinen Zufallstreffer zu werten. Frustrierend genug, um den Normander schließlich doch zur Armbrust greifen zu lassen. Ein gut gezielter Schuss und der Bolzen sitzt genau dort, wo er sitzen sollte: Genau in der Mitte. Deutlich effektiver!, findet der Nordmann und ist sich sicher, dass Tiandaril bestimmt anderer Meinung wäre.

Wenig später zieht sich Learcan in sein Zimmer zurück, aus dem er am nächsten Morgen schon recht früh frisch und ausgeschlafen wieder hervorkommt. Heute ist er der erste, der aufgestanden ist. Darum ist es wahrscheinlich seine Aufgabe, das Frühstück zu bereiten. Das ist allerdings kein Grund für den Normander, verschwenderisch mit Gemüse oder sonstigen Zutaten umzugehen. Aus exakt einer einzigen Zutat plus Wasser und einer Prise Salz bereitet er einen kräftigen und nahrhaften Haferbrei, der mit etwas Honig abschmeckt gar nicht mal so fad schmeckt. Jedenfalls für den wenig verwöhnten Gaumen des Nordmanns, der diese Art Frühstück seit Kindesbeinen gewohnt ist. Etwas Obst dazu und das Ganze ist ein reines Festmahl. Mit einer Schüssel voll grauem Brei lässt sich Learcan an dem kleinen Tischchen nieder, an dem sie zusammen mit Atevora gegessen hatten und überlegt, was der Tag für ihn bringen könnte.

Tiandaril

Unregistered

39

Wednesday, February 19th 2014, 6:50pm

Tiandarîl hat den Rest des Tages auch nicht sonderlich viel bewerkstelligt. Nach den Übungen begibt er sich zum Lesen, dann irgendwann zum Bogenschießen. Sein Stil unterscheidet sich von dem des Normanders deutlich, auch die Bögen sind anders gestaltet, als die, die man häufig in Talyra und dem Umland sieht. Wenn der Elb schießt, steht er vollkommen seitlich, bildet eine seitliche Linie und dadurch frontal weniger Trefferfläche, als ein gewöhnlicher Bogenschütze. Dafür kostet diese Form auch mehr Kraft, weil der der Torso viel weniger beansprucht wird, als im herkömmlichen Bogenschießen. Auch dient dies eher meditativen Zwecken. Nach jedem Schuß wird sich verbeugt, hingekniet, wieder aufgestanden und erneut geschossen. Immer nur fünf Pfeile, dann wird sich noch einmal tief und lang verbeugt, gefolgt von einer elbischen Danksagung. Dann geht wieder alles von vorne los.

Am Abend gibt es wieder Reis, Suppe, anderes Gemüse und sogar ein wenig Fisch. Tiandarîl hatte ihn vor nicht allzu langer Zeit am Flussufer gefunden, bereits tot, aber dennoch frisch. Der Fisch wurde dann sachgemäß getrocknet und aufbewahrt. Heute gibt es die trockenen Teile des Fisches zum Einen für die Suppe, zum anderen zum Kauen. Nur die noch weichen Stellen sind nicht in die Suppe geworfen worden. Ein Sieb aus Bambus hält derweil den Fisch am Grund des Topfes, während eine gesalzene Bohnenpaste als Grundzutat dient. Die Suppe wirkt teils eher wie ein Aufguss, ist vielleicht sogar dazwischen. Weiterhin gibt es gedämpftes Gemüse, sowie ein paar gedämpfte Pilze und Wurzeln. Die Wurzel entwickeln dabei einen seltsam fleischartigen Geschmack, die Konsistenz jedoch bleibt deutlich zäher, als die von Fleisch. Nach dem Essen begibt sich der Silberelb auf seine Kammer und schläft alsbald.

Am nächsten Morgen hingegen ist er bereits früh wach, entscheidet sich jedoch, ein paar meditative Dehnübungen zu praktizieren, bevor er sich dann schließlich hinunter begibt. Auch wenn man es ihm nicht ansieht, er ist durchaus überrascht davon, ein bereits fertig angedecktes Frühstück vor sich zu finden. "Guten Morgen, Herr Learcan.", begrüßt Tiandarîl den Normander und setzt sich hin. Mit einem dankenden Nicken nimmt er den noch dampfenden Brei entgegen und probiert. Auch der Geschmack überrascht und überzeugt ihn, daher wird erneut genickt und ein "diese Mahlzeit schmeckt ausgezeichnet!" bleibt auch nicht aus. Dann jedoch steht er auf, begibt sich in die Vorratskammer und holt dort zwei Eier heraus. Eines legt er vor den Normander, das andere zerschlägt er sich in den Brei und verrührt das ganze. Nicht um des Geschmackes Willen, sondern viel mehr, um ein wenig mehr Proteine zu sich zu nehmen. "Versucht es auch.", rät er Learcan an. "Es wird Euch helfen, Euch besser zu konzentrieren, und kanalisiert die Energien, die Ihr braucht an den richtigen Ort.". Ob der Normander vollkommen versteht, was damit gemeint ist, erfährt der Silberelb. Auch ist nicht erkennbar, ob hier Logik oder Aberglaube die Aussage motiviert hat. Bissen für bissen leert sich schließlich die Schüssel, etwas Tee, diesmal normaler, grüner Tee, wird serviert und getrunken, dann erhebt sich der Elb, an den Normander gewandt. "Ich hatte geplant, heute ein wenig einkaufen zu gehen, Herr Learcan. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr mich begleiten. Es gibt ein paar neue Teesorten aus meiner Heimat und ich wollte noch etwas Holz für einen neuen Schlagbaum besorgen." Abwartend blickt er den Normander an.

40

Wednesday, February 19th 2014, 9:10pm

Es schmeckt ihm, registriert Learcan erfreut, nachdem er des Elben Morgengruß erwidert hat. Doch dann verschwindet Tiandaril in der Vorratskammer, um kurz darauf zwei Eier zu präsentieren. Er ist aber auch immer für eine Überraschung gut, denkt sich der Normander und folgt Tiandarils Vorschlag, indem er das glibberige, rohe Ei ebenfalls in seinen Haferbrei rührt. Dabei sinnt er über Tiandarils Worte nach.< "Es wird Euch helfen,
Euch besser zu konzentrieren, und kanalisiert die Energien, die Ihr braucht an den richtigen Ort."> Das mit der Konzentration ist dem Normander einleuchtend, aber woher weiß das Ei, wohin es die Energien im Körper kanalisieren soll? Ein skeptischer Blick streift den Elben. Oder was genau will er mit dem Gerede über Eier oder Energien, die irgendwo hin wandern eigentlich andeuten? Learcans Blick wird noch eine Spur skeptischer und
die Brauen heben sich leicht in die Höhe. "Apropos...ich soll euch noch von Atevora die besten Grüße ausrichten und für die Gastfreundschaft danken", fällt Learcan daraufhin ein. Er murmelt es mehr in Richtung seines Haferbreis, als dass er es besonders ausdrucksvoll zur Sprache bringt.

Dann folgt ein Augenblick des Schweigens, in dem Tiandaril und Learcan zeitgleich aus ihren Teebechern trinken. Schließlich erhebt sich der Elb und verkündet seine Pläne für den Tag. Zwar war Learcan erst gestern auf dem Markt, aber er ist sofort gewillt, Tiandaril zu begleiten. Nicht wegen der neuen Teesorten, denn für Learcan schmeckt Tee eben wie...Tee. Das Holz ist für ihn von Interesse, denn bei genauerer Begutachtung des Hauses hat er noch einige Stellen entdeckt, die dringend einer Ausbesserung bedürfen.
"Ich werde Euch gerne begleiten", antwortet Learcan schnell und kommt für einen Mann seiner Größe und Gestalt sehr leichtfüßig auf die Beine. "Aber bitte nennt mich nicht weiter Herr Learcan. Das erscheint mir doch sehr förmlich in Anbetracht der Gegebenheiten. Bitte nennt mich einfach nur Learcan oder vielmehr...nenn mich einfach Learcan, wenn es recht ist", schlägt er vor und erinnert sich dunkel daran, dass es eigentlich dem Älteren obliegt, das Du anzubieten.Learcan ist überzeugt, dass Tiandaril sehr viel älter ist. Aber zum Henker mit den guten Sitten. Die sollte man auch nicht übertreiben. Ein unkomplizierter Umgang vereinfacht auf jeden Fall das Zusammenleben.
Gespannt wartet der Normander auf eine Erwiderung und nachdem das geklärt ist, machen sich die beiden Männer auf den Weg zum Markt.


-> Straßen

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