You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Weltenstadt Forum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Tiandaril

Unregistered

16

Friday, January 24th 2014, 11:31am

Von der peinlichen Situation bekommt der Elb nichts mit. Dafür ist er einfach zu direkt und unverblümt. Vielleicht auch zu naiv, was ein Elb nie zugeben würde, auch nicht nach guten dreihundert Jahren. Anscheinend haben beide über die Kampfkunst geredet. Über was denn sonst? Schließlich ist man ja in einer Halle der Körperkunst, da wird ja wohl nur von diesem Thema gesprochen. Resistent gegen jegliche Unterschwelligkeit lauscht der Elb Atevora, als sie ihm die Komplexität der Preisstaffelung erklärt. Auch er ist das ganze System schon einmal durchgegangen, hat sich jedoch dazu entschieden, es auf ein Minimum herunterzubrechen. Daher nickt er zwar bedächtig, wartet jedoch auf den Moment ab dem er Antworten kann. "Der Preis gilt pro Person in einer Gruppe. Ich nehme so viele Schüler auf, wie in den Raum passen, ohne sich gegenseitig zu behindern. Das wären Pi mal Nase zehn bis fünfzehn Schüler und eine Einheit dauert zwei Stunden, kann jedoch kostenlos verlängert werden." Kurz atmet er durch." Was jedoch die meisten nicht schaffen werden. Leider gibt es hier keine weiteren Schulen, die nicht in einen Kriegerverband, wie Söldner oder Stadtwache inte... inte... integriert sind. Ansonsten hätte ich mich einer solchen Schuler nur zu gerne angeschlossen.". Seine Worte folgen schnell und kühl, jedoch nicht boshaft, eher wie ein beobachtendes Kalkül. Wie gerne hätte er einen weiteren Meister an seiner Schule, sodass endlich Diversität gelehrt werden kann. Er musste damals sogar einigen hohen Tieren der Stadt versichern, dass er keinen kleinen Söldnerorden hochziehen wird, sondern lediglich Schüler im losen Verbund unterrichtet. Man schien hier ein gewisses Maß an Angst vor paramilitärischen Gruppen zu haben.

Als der Normander davon spricht, dass er eine Wohnung sucht, reckt sich Tiandarîl's Kopf ein wenig ruckartig auf Learcan. Er suche etwas? Und nach dem Kampf ist er, wenn vielleicht auch kein Meister im klassischen Sinne, ein Veteran in seiner eigenen Kampfkunst. Eigentlich ein Meister, wenn man so will. Und so jemand sucht der Silberne, jemanden, der andere Formen des Waffenkampfs unterrichten kann, um den Schülern möglichst viel unterschiedliche Erfahrungen geben zu können. "Ihr könnt in meiner Schule wohnen. Ich habe einige Zimmer für Meister einrichten lassen... Es würde Euch keinen Kupferling kosten, aber Ihr müsstet selbst unterrichten und gemeinsam mit den anderen auch einen Teil der häuslichen Pflichten in die Hand nehmen." Vor elbischer Begeisterung strotzt, was in etwa einem Herold gleicht, der die selbe Nachricht dem tausendsten Bürger entgegenbrüllt. Dennoch ist sogar für einen normalen Menschen zu erkennen, dass eindeutig mehr Interesse mitschwingt, als zuvor. Wie gebannt wartet der Elb auf eine Antwort des Normanders.

Währenddessen kommen die beiden Jungs zurück, haben eine kleine Tonkaraffe und ein winziges, weißes Fass mit bunten Verzierungen, einer Seilumwicklung und einem Holzdeckel dabei. Dazu noch drei kleine Tongläser und einen hölzernen, kleinen Hammer. Die Reiskuchen werden abgeräumt und die neuen Dinge auf dem Tisch plaziert. Der Hammer wird Learcan überreicht. "Dies", beginnt der Elb, "sind zwei traditionelle Sorten Alkohol aus meinem Dorf. Der eine ist ein Wein gebrannt aus Reis,", Tiandarîl deutet auf das Fass. "der andere wird aus süßen, grünen Pflaumen hergestellt." Kurz lässt er die Worte Sacken, bevor er fortfährt. "Learcan, wärt ihr so gut und würdet den Holzdeckel mit dem Hammer brechen?" Mal sehen, ob den beiden der traditionelle Alkohol schmeckt...

17

Saturday, January 25th 2014, 2:21pm

Während die anderen weiter über Preise für die Übungsstunden diskutieren, widmet sich Learcan intensiv der Frage, wie man Reiskugeln am geschicktesten verspeist. Mit den Händen geht das eindeutig am besten. Daher sind Learcans Kugeln auch am schnellsten vertilgt.

Danach gibt Atevora Learcan einige gute Hinweise zu seiner Wohnungssuche. Es ist dann aber Tiandaril, der dem Normander ein überraschendes Angebot unterbreitet. Er bietet ihm an, bei ihm zu wohnen. Zu gewissen Bedingungen, die sich Learcan zuerst kurz durch den Kopf gehen lassen muss.
In Sachen Zimmer ist der Normander nicht anspruchsvoll. Ihm genügt eine einfache Schlafstatt und das Allernötigste, was man zum Leben braucht. Mit dem Gedanken, dass er selber unterrichten muss, freundet sich Learcan ebenfalls recht schnell an. In seiner Heimat hat er seinem Neffen einige Kniffe zeigen können. Das Kämpfen bereitet ihm eine gewisse Freude und an Erfahrung mangelt es dem Normander wahrlich auch nicht. Er weiß zwar nicht, was hier an Schülern auf ihn zukommen wird, aber er würde sich gerne dieser Aufgabe stellen. Sollte er dem nicht gewachsen sein, kann er immer noch das Gespräch mit Tiandaril suchen und sich nach etwas anderem umsehen. Alles in allem kommt ihm des Elben Vorschlag also sehr entgegen und Learcan ist spontan gewilllt, ihn anzunehmen.
"Euer Vorschlag ehrt mich sehr! Wenn ihr mir das Zimmer nachher kurz zeigt, nehme ich ihn mit Freuden an", versichert Learcan begeistert, "allerdings..."Es gibt eben immer ein "Aber", denn dem Normander bereitet die zuletzt genannte Bedingung noch etwas Kopfzerbrechen. Learcan müsste einen Teil der häuslichen Pflichten übernehmen. Dies muss unbedingt näher hinterfragt werden.
"Allerdings beschäftigen mich noch die häuslichen Pflichten, von denen ihr spracht. Ihr meint damit sicher so etwas wie Holzhacken, die Übungsräume vorbereiten, ausfegen? Etwas in der Art?" fragt er vorsichtig nach, denn in seinem Kopf geistert bereits das groteske Bild herum, wie der große Normander mit einer Schürze in der Küche steht und auf harmlose Reiskörner einhämmert, damit der Elb später kleine Kugeln daraus formen kann. Learcan schüttelt sich leicht, um diese Schreckensvision aus seinem Kopf zu vertreiben.
Da hämmert er doch lieber auf den Deckel des kleinen Holzfasses ein, das die beiden Jungen nun herein bringen. Zumal sich darin etwas Alkoholisches befindet. Normander sind alkoholischen Getränken gegenüber selten abgeneigt. Learcan betrachtet den kleinen Hammer in seiner Hand und fragt sich einen Moment lang amüsiert, was sein alter Kumpel Ennor Streitaxt sagen würde, wenn der ihn hier mit dem Miniaturhammer aus Holz in der Hand sehen würde. Aber besagter Hüne ist zum Glück nicht hier, daher zögert Learcan nicht weiter und haut mit einem hölzernen `Klong` den Deckel entzwei.

Tiandaril

Unregistered

18

Saturday, January 25th 2014, 10:40pm

Aufmerksam beobachtet der Elb die Momente, in denen Learcan überlegt und abwägt, wie er sich entscheiden soll. Was wohl in ihm vorgeht? Zwar passiert dies äußerst selten, aber Tiandarîl ist sogar ein wenig versucht, seine empathische Gabe zu nutzen. Des Nordmann's innere Mechanik zu erahnen hat sicherlich einen gewissen Anreiz und würde viele Probleme lösen, bevor sie überhaupt zu solchen werden können. Andererseits birgt die Gabe auch das Potential, zum Fluch, zu einer Art Sucht zu werden. Und es kann einen vor allem im Kampf ablenken. Besonders wichtig ist es ihm daher, den Status der Gedankenlosigkeit so oft, wie möglich aufrecht zu erhalten, nichts zu werten oder über Dinge zu grübeln. Natürlich, für einige Dinge ist Planung notwendig, für andere ist es sicherlich hilfreich aber für wiederum andere eine Last, die den Prozess nur erschwert. Umso mehr freut sich der Krieger, als Learcan so gut, wie einwilligt. "Selbstverständlich werde ich Euch das Zimmer später zeigen.", antwortet der Silberne und lächelt sogar ein wenig, nur ein winziger Schwung, der aber auf der Einöde seiner Mimik fast wie eine magische Bohne wirkt, die gen Himmel schießt. Dennoch hat sich ein 'aber' eingeschlichen. Was er mit Hausarbeiten meint? Nun... Hausarbeiten eben, alles, was in irgendeiner Weise anfällt. Dementsprechend antwortet er auch: "Nun... Putzen, Fegen, ab und an etwas reparieren und gekocht wird auch. Jedoch wird sich jeder nur derer Aufgaben anbekommen, die er oder sie möchte. Leider ist noch kein geschickter Handwerker in diesem Haushalt, daher könntet Ihr wohl am besten mit ein paar kleineren Reparaturen anhelfen." Seine Stimme ist ruhig, obwohl man meint zu hören, wenn der Silberne nach einem Wort oder gar einem Gedanken sucht.

Als Learcan den Fassdeckel bricht, nimmt der Elb einen Schöpflöffel, der mehr einem aufgespießten, winzigen Holzeimer ähnelt. Kurz werden die beiden Gäste dazu angewiesen, ihre Gläser mit der Rechten zu halten, während die Linke den Glasboden stützt. "Ansonsten wird es als unhöflich aufgefasst." Dann wird die Kelle in das kleine Fass getaucht und der abgeschöpfte Alkohol wird in die Gläser gegossen. "In meinem Dorf blickt man sich beim Anstoßen nicht in die Augen, denn es heißt, dass man etwas von dem anderen möchte. Soetwas gehört jedoch nicht zu einem Glas Alkohol nach getaner Arbeit.", erklärt der Elb und hebt das Glas leicht an. "Gompei!", ruft er und trinkt das kleine Glas mit einem Schluck. Auf der Zunge entfaltet sich ein dicker, kühlender Geschmack, der erst nach kurzer Abebbzeit eine alkoholische Nuance mitschwingen lässt. Im ersten Moment schwach, dann mild, nur, um im Abgang würzig zu sein. Nur wenige Sorten Alkohol in den Immerlanden haben eine derartige Phasierung des Geschmacks.

Atevora

Unregistered

19

Wednesday, January 29th 2014, 7:42pm

Atevora ist insgeheim sehr begeistert in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt. Learcan soll also hier wohnen, bei einem elbischen Schwertmeister, in einem Gebäude ausgelegt mit geräuschvollem Boden, der unbemerktes Bewegen zwielichtiger Gestalten erschwert. Eigentlich perfekt. Die Magierin zeigt ein erfreutes Lächeln, das sich zu einem breiten Grinsen entwickelt, als Tiandaril die Hausarbeiten näher umreißt, und sie sich den stattlichen Nordmann beim Kochen und Putzen vorstellt. Am Besten noch mit Schürzchen und Haube. Gleich darauf hat sie ihn in solcher Kluft zusammen mit dem Elb vor ihrem Geistigen Auge. Sie muss ihre Gedanken dringend auf etwas anders lenken, sonst fängt sie an zu lachen, und das würde gewiss Unverständnis und Unbill hervorrufen. Das möchte sie schließlich nicht. Sie fühlt sich hier nämlich wohl, wohl umsorgt, willkommen und in Gesellschaft zweier ganz und gar anregender männlicher Wesen. Manches Mal kann das Leben einfach schön sein, man muss nur lernen die kleinen Augenblicke im Jetzt zu genießen. Diese Leute lebten, soe wie sie es schätzt, anscheinend in der Gegenwart, sie waren Weltoffen, denn der Normander zeigt keine Ablehnung gegenüber ihr als Magierin, und auch keine gegenüber Elben, und der Elb wiederum keine gegenüber den Normander, und auch nicht gegenüber Nargen. Das gefällt Atevora außerordentlich und ist sehr nach ihrem Geschmack und Sinn. Dass der Normander derzeit noch nicht weiß, dass sie Magierin ist, das ahnt die Eismaid zu gegebenen Zeitpunkt jedoch noch nicht, schließlich hatte sie ihm ihren Namen genannt und sie ist eine stadtweit bekannte Erscheinung über die all zu gerne getratscht und geredet wird.

Die Ablenkung kommt auch sogleich. Mochte man meinen der kostbare Tee und die Speise wären schon genug an Gestfreundschaft die der Elb ihnen erweist, der wird hier eines besseren belehrt. Nun kredenzt er auch noch traditionelle Alkoholika. Gut, Atevora ist mit sich ein wenig in Zwiespalt über die Art der Flüssigkeit, denn das letzte mal als sie ernsthaft Alkohol - das kleine Nippen am Ursige beim Lord Commander zählt sie einfach nicht mit, bzw hat sie gedanklich verdrängt - konsumiert hat war das in der Harfe, mit Borgil, und das endete nicht gut für sie. Nungut, zugegeben, es war nur zu vorhersehbar, schließlich ist Borgil ein Zwerg, und die sind unübertroffen was den Begriff Trinkfest betrifft. Das konnte also nur schlimm für sie enden. Hier ist sie sich allerdings nicht ganz sicher ob die Gegebenheiten besser sind. Sie hofft inständig, dass es nur brauch ist in ruhe über lange Zeit am kleinen Gläschen zu nippen, das Aroma des Getränkes zu genießen und die Zeremonie nach dem Konsum dieser einen Portion abgeschlossen ist.
So betrachtet sie interessiert wie wie der Normander den Deckel bricht, und der Elb mit seinem eigentümlichen Werkzeug die Flüssigkeit aus dem Fass schöpft.
Bald darauf wird ihre Hoffnung just zerstört, als Tiandaril mit einem Zug den Inhalt seines Gefäßes leert.
„Wie? In einem Zug?“ Rutscht es ihr verdattert das über die Lippen genau was ihre Gedanken just einen Bruchteil zuvor ausgespuckt haben. Verdammt. Hab ich das jetzt wirklich laut gesagt? „Huch? verzeiht. Ich meine .. Gompei? War das richtig ausgesprochen?“ Ja offenbar. So tut die Magierin es dem Elben gleich und kippt den Alkohol ihren Rachen hinab. Ein unerwartetes Geschmackserlebnis entfaltet sich. So herrlich süß, schwer kühl und schmackhaft. „Oh, das ist ja köstlich!“ Gibt sie begeistert kund und hätte gerne mehr davon, obwohl sie weiß wie unklug es ist.

This post has been edited 1 times, last edit by "Atevora" (Jan 29th 2014, 7:54pm)


20

Thursday, January 30th 2014, 6:23pm

Learcan nickt zufrieden. Die Antwort des Elben genügt ihm. Learcan ist handwerklich geschickt und packt bei jedweder Arbeit gerne mit an. Er ist zuversichtlich, dass sich die Dinge irgendwie zu aller Zufriedenheit regeln lassen.
"Dann sind wir uns einig", bekundet er und blickt zu Tiandaril, der ebenfalls nicht unzufrieden wirkt, soweit man das an der sparsamen Mimik des Elben ablesen kann.

Nicht nur der Ausschank des Alkohols folgt gewissen Regeln, es ist sogar festgelegt, wohin man beim Anstoßen gucken muss. Das ist dem Nordmann völlig neu und er findet es reichlich seltsam, aber er prägt sich die fremde Sitte ein und sieht gewissenhaft nicht zu Tiandaril, während sie anstoßen. Nur ist unglücklicherweise nicht sehr viel Auswahl, wohin man in dem Raum sonst noch blicken kann. Daher fällt sein Blick eher zufällig auf Atevora, bevor er die Flüssigkeit in seinem Becher fixiert, die er kurz darauf mit einem "Gompei" in einem Zug hinunter stürzt. Gar nicht schlecht!, findet Learcan. Dafür, dass es nur aus Reis ist... Der Normander ist erstaunt, was man aus dem faden Getreide alles herstellen kann. Wäre er objektiv, müsste er zugeben, dass dieses Getränk von so hoher Güte ist, dass er selten ähnlich Gutes genossen hat. Aber was Gebräuche, Sitten und vor allem alkoholische Getränke anbelangt, so ist ein Normander immer seiner Heimat verpflichtet. So schätzt Learcan vor allem das in seinem Dorf beliebte einfache Gesöff, das aus Moosbeeren hergestellt wird und von dem der große Normander eine ganze Menge verträgt.
"Stoßen wir auf eine gute Zusammenarbeit und auf die elbischen Sitten an!" schlägt Learcan dann gut gelaunt vor. Und weil alle Anwesenden nichts mehr in ihren Bechern haben, wird es unbedingt notwendig, noch einmal nachzuschenken.

Nachdem Learcan nun einen ersten Eindruck von Tiandaril und seiner Lebensweise gewonnen hat, interessiert es ihn brennend, mehr über Atevora zu erfahren.
"Lady Shin", beginnt er mit samtig tiefer Stimme und einem wohlwollenden Lächeln auf den Lippen "Ich weiß leider noch viel zu wenig über Euch. Erzählt uns doch etwas darüber, was Euch in diese Stadt brachte, wie ihr lebt und was ihr so macht..." Learcan ist auch interessiert daran, etwas über den Sandnarg zu hören, den Atevora ihm gegenüber einst erwähnte. Dieses Puzzlestück passt noch nicht in das zugegebener weise bereits sehr vielfältige Bild, das er von Atevora gewonnen hat . Aber er will sie nicht mit zu vielen Fragen bedrängen. Deshalb wartet er artig ab, was Atevora von sich aus bereit ist zu erzählen.

Tiandaril

Unregistered

21

Thursday, January 30th 2014, 6:43pm

Tiandarîl genießt den Alkohol. Schon lange gab es keinen mehr in seinem Hause. Nur zu besonderen Anlässen, wenn man so will. Und so einer ist heute. Glücklicherweise willigt der Nordmann auch ein, bei ihm einzuziehen, eine wirklich positive Wendung, da diese Abmachung nun auch fix ist. Obwohl er keine Antwort gibt, nickt der Silberne ihm zu, dabei sogar ein leichtes Lächeln auf den Lippen tragen. Nicht, dass so etwas zur Gewohnheit würde... für die nächsten Tage müsse er wieder um einiges neutraler dreinblicken, um zumindest ein wenig Balance zu schaffen. Die Hilfe des Normanders jedenfalls ist mehr, als nur willkommen. Nachdem der erste Schluck getan ist, wird ein zweiter nachgegossen, das Fass immer noch fast voll. "Stoßen wir auf eine gute Zusammenarbeit und auf die elbischen Sitten an!", schlägt der Nordmann vor und Tiandarîl nickt. "Das ist ein guter Spruch!", kommentiert er und hebt wieder das kleine Becherchen hoch. "Learcan, Ihr könnt angucken, wen Ihr wollt, man blickt sich nur nicht in die Augen.", wird noch erwähnt, bevor das nächste Glas mit einem "Gompei" geleert wird. Dass der Nordmann ein wenig mit den Sitten zu kämpfen hat, ist dem Silberelb bewusst, aber dies ist nur ein Zustand, an den Learcan sich schnell genug gewöhnen wird. Ein wenig ist er gespannt, wie viel wer aus dieser Gruppe vertragen wird. Um seine eigene Verträglichkeit weiß er nicht sonderlich gut Bescheid, aber er hatte gehört, dass einige Menschenvölker überhaupt keinen Alkohol vertragen konnten. Ob Atevora oder Learcan zu einem solchen Volk gehören? Wenn, dann würde Mealla sicherlich einen ersten Auftrag bearbeiten können, auch wenn dieser nicht den üblichen Kampfverletzungen entsprechen würde. Sicherlich würde die Heilerin jedoch auch mit ein wenig Alkohol fertig werden, richtig?

Wie dem auch sei, der zweite Becher ist nun weg und ein dritter wird aufgefüllt. Learcan scheint ein Gespräch mit der Shin anfangen zu wollen, stellt fragen, die genauso dem Elben auf der Zunge liegen. Von seiner Gegenüber weiß er nicht viel. Nur, dass sie Mealla, Aruén und anscheinend auch die kleine Tyra kennt, das war es aber auch. Viele Menschen haben eine lange Geschichte zu erzählen, aber fast genauso viele wollen davon nicht all zu viel preis geben. Wie ist mit der Shin sein wird? Für einen Elben wirkt sie normal, einige Menschen belieben es, doch weitaus mehr zu reden, als sie, was den Elben manchmal ein wenig überfordert. Insgeheim hatte er einmal die Hypothese angestellt, einige Menschen hätten nur die Fähigkeit, bedingt Denken und Sprechen zu trennen. Denn so viele Worte scheinen manche zu produzieren, wie Tiandarîl in der selben Zeit erdenken kann. Faszinierende Personen gibt es schon hier. Und einige würde er noch kennenlernen. Die Shin ist dabei sicherlich ein wunderbarer Anfang.

Atevora

Unregistered

22

Saturday, February 1st 2014, 4:50pm

Atevora hat keine Ahnung wie ihr geschieht, doch kaum dass sie sich versieht, wird ihr schon das dritte Glas Schnaps eingeschenkt. Oh, das wird böse Enden. Das ist nicht schwer zu prophezeien, schließlich säuft sie hier auf eine wundervoll vorbereiteten Grundlage aus schauerlichem giftgrünem Tee und drei Reisbällchen. So nebenher, ihr scheint fast, der Elb hat nicht nur einen Meistertitel im schnellen Schwertziehen, sondern auch im flotten Schnapsglasauffüllen, denn stets, bevor sie auch nur ansatzweise dazu kommt den Mund aufzumachen um freundlich einem neuen Schluck abzusagen, ist ihr Gefäß auch schonwieder voll. Natürlich wird es sogleich in einem Zug hinunter gekippt, aufdass sich dieser höchst unbegreifliche und mystische Vorgang aufs neue wiederholt. Die dritte Portion, das heißt 9 insgesamt, wurden schon verteilt, und dieses dumme Fass ist noch immer nicht leer. Dabei wartet auch noch ein zweites. Oh das wird so übel enden..

Abermals landet die Flüssigkeit mit einem Schwung in ihrem Magen und Atevora ist gerade dabei sich zu wundern in welches Zeitloch sie schon wieder gefallen sein muss, weil ihr Glas auch schon wieder voll ist – zum vierten Mal wohlgemerkt - und das obwohl sie es kaum abgesetzt hatte, als der Normander seine Fragen an sie stellt. Eigentlich sind es ganz harmlose, so wie man sie eben dem Gegenüber zukommen lässt um sich näher kennen zu lernen. Doch so harmlos sind sie für Atevora mitnichten, denn ihre Vergangenheit ist nichts über das sie leichthin plaudern könnte, oder überhaupt sprechen wollen würde. Außerdem wird ihr bewusst, dass sie solche Fragen schon sehr lange nicht mehr beantworten musste, denn zumeist wussten die verschiedenen Leute aus unterschiedlichsten Quellen über sie schon weit mehr als sie über sich selbst. Woher sie komm, was sie treibt, oder welch finsteren Mächten sie dient. Zudem beschleicht sie nun erstmals die Vermutung, dass der Nordmann nicht weiß, dass er einer Magierin gegenüber sitzt. Sollte dem so sein, stellt sich die Frage ob sich sein Verhalten ihr gegenüber ändern wird? Wird er sie ablehnen, oder überwiegen die angenehme Atmosphäre und bisher positiven Erfahrungen, dass er es einfach mit einem Nicken hinnimmt?
„Oh, das sind sehr breit gefächerte Fragen. Nungut. was ich mache?“ Die Frage ist äußerst unkonkret. Meint er Beruflich, oder Privat? Oder ganz anderes? Gerade eben besäuft sie sich. „Ich trinke Alkohol in wundervoller Gesellschaft.“ Sie grinst den Normander frech an, der ihr natürlich einen Charmanten Blick zukommen lässt, der völlig Wortlos einen ganzen Satz enthält. Es ist eine Art: Ihr wisst, dass ich weiß, dass ihr ganz genau wisst, dass ich nicht danach gefragt habe. Und ihrer Antwortet keck und schlicht zugleich: Ja. „Nungut, ich bin Geschäftsfrau und Humanistin. Ich bin an einigen Geschäften beteiligt und ich helfe Leuten bei ihren Problemen und in heiklen Situationen, oder bringe Personen gleicher Interessen zusammen. In meiner Freizeit organisiere und finanziere ich gemeinnützige und wohltätige Projekte im Armenviertel dieser Stadt.
Und zur Frage was mich nach Talyra brachte. Hm. Ich schätze mich trieb ein Gefühl der Heimatlosigkeit in dieses Land.“ Ja das ist richtig. Wurzellos, Heimatlos, so hat sie sich wirklich gefühlt. Man könnte sogar sagen vogelfrei, geächtet und verbannt.
„Darum ist es viel interessanter was mich hier hielt. Talyra ist bemerkenswert. Es gibt unglaublich viele verschiedene ,interessante Persönlichkeiten, Völker und Kulturen die hier zusammentreffen und so vieles kennenzulernen. Genau so wie gerade eben. Es ist wirklich wundervoll. Was noch fehlt, wäre eine Magierakademie, dann wäre es perfekt.“ Die Magieakademie erwähnt sie ganz gezielt und beobachtet des Normanders Reaktion daraufhin genau. Ob er es wohl aufgreifen und weitere Fragen stellen wird?
„Nun bin aber ich mit Fragen dran. Aus welchen Teil Normands stammt ihr und wo habt ihr so gut kämpfen gelernt Learcan? Habt ihr eine spezielle berufliche Ausbildung? Und ihr Tiandaril, was genau führte Euch aus den Elbenlanden fort?

23

Sunday, February 2nd 2014, 3:15pm

Zuerst versucht Atevora, seinen Fragen auf recht charmante Weise aus dem Weg zu gehen. Doch ganz kann sie sich nicht aus der Affäre ziehen, daher folgt eine sehr vage Umschreibung diverser Tätigkeiten, die aber dennoch nicht viel Licht ins Dunkel bringt. Allenfalls so viel wie eine flackernde Kerze in eine große, stockdunkle Halle. Unter Humanistin kann sich der Normander gar nichts vorstellen. Geschäftsfrau klingt auf den ersten Blick seriös, aber welcher Art Geschäft betreibt sie und was hat es damit auf sich, dass sie Leuten bei ihren Problemen hilft oder Personen gleicher Interessen zusammen bringt? Dazu kommen ihm nur absurde Gedanken in den Kopf, die er gleich wieder verwirft. Weil hier zu viele neue Fragen auftauchen, klammert sich Learcan an das, was für ihn eindeutig verständlich ist: den wohltätigen und edelmütigen Aspekt. Im Ergebnis sieht er Atevora als eine vermögende Gönnerin, die noch in irgendwelche andere seriöse oder dubiose Geschäfte verstrickt ist, die sie (vielleicht aus gutem Grund?) jetzt nicht weiter ausbreiten will. Heimatlos, stadtbekannt mit vielen Kontakten, zu denen sowohl Narge als auch edle, uralte Elben gehören, kinderlieb und sanft und vielleicht mit einem Messer im Ärmel...Insgesamt ein recht verworrenes und sehr komplexes Bild, das unzählige Fragen aufwirft, die sich aber in Learcans mittlerweile leicht alkoholgeschwängertem Hirn nur langsam formen wollen.
Warum muss er das auch alles wissen? Einfacher ist da schon die Erkenntnis, dass er sie trotz allem -oder vielleicht sogar gerade wegen all der Ungereimtheiten- sehr interessant findet. Und unbestreitbar attraktiv. Je mehr er von dem fremdländischen Reisgetränk intus hat, desto attraktiver erscheint sie ihm sogar. Etwas liegt zwischen ihnen in der Luft, das den Elben für den Augenblick aus Learcans geistigem Sichtfeld verdrängt, so dass seine ungeteilte Aufmerksamkeit allein Atevora gehört, die jetzt einen Begriff von sich gibt, der den Normander aufhorchen lässt. Magierakademie? Learcan klappt bei diesem Wort dezent der Unterkiefer herunter.
"Wollt ihr damit sagen, dass ihr eine Magierin seid? Oder es werden wollt?", fragt er mit hochgezogenen Augenbrauen und wirkt dabei am ehesten überrascht, erstaunt oder allenfalls verwirrt. Ablehnend ist seine Haltung keinesfalls, obwohl man das von einem Normander wahrscheinlich erwarten würde.
In seiner Heimat würden die Menschen Atevora sehr viel mehr als Ablehnung entgegenbringen. Die Shin wäre geächtet. Aber seine Leute daheim würde auch nicht verstehen, wieso er hier so einträchtig mit einem Elben zusammen sitzt oder wieso jemand zwischen Papierwänden wohnt. Überhaupt hat Learcan auf seiner bisherigen Reise so vieles gesehen, was die Menschen in Normand in Erstaunen versetzen würde: Gnome, Elben,Warge, Menschen verschiedenster Herkunft und Hautfarbe oder welche, die direkt vor seinen Augen verschwunden sind, seltsame Tiere und sogar Feen, eindeutig Learcans Favoriten in der Aufzählung merkwürdiger Kreaturen. Daher überrascht ihn eine Magierin ansich nicht. Überraschend ist nur, dass er Atevora nicht als solche gesehen hat. Bisher hat sie in seiner Gegenwart keinerlei Hinweis darauf gegeben. Sie erschien ihm recht normal. Nun beobachtet er sie mit aufkommender Skepsis, so als erwarte er, dass sie jeden Moment mit einem leisen "Pling" verschwindet, das Holzfass vor ihnen zum Schweben bringt oder etwas anderes Magisches vollführen wird.

Atevoras Fragen beantwortet der Normander dann kurz und sachlich, aber weiterhin freundlich."Ich stamme aus dem Norden des Königsreichs. Aus Nordwacht an der See in Stormerlag. Eine rauhe Gegend. Meine Sippe besteht hauptsächlich aus Kriegern und Seefahrern. Wenn Ihr dort nicht kämpfen lernt, habt ihr wenig Chancen zu überleben."

Als dann Tiandaril spricht, gleiten Learcans Gedanken in die Ferne. Zurück in seine Heimat. Erinnerungen werden wach an Geschichten, die sich Normander am Feuer über Magierinnen erzählen. Von Frauen ist dort die Rede, die mit ihrer Schönheit die Männer verführen und erst wenn sie das Bett teilen, im Moment höchster Lust, zeigen sie ihr wahres Äußeres. Was in den Geschichten selten gut ausgeht. Eine gruselige Vorstellung und ganz sicherlich nur eine Mär. Obwohl sie in Teilen rein bildlicher Vorstellung etwas durchaus Verlockendes an sich hat. Zumindest der erste Teil... Ein nicht zu deutender Blick wandert kurz zu Atevora, dann kippt Learcan den nächsten Becher in einem Zug herunter.

Tiandaril

Unregistered

24

Sunday, February 2nd 2014, 4:38pm

Auch die Sinne des Elben werden langsam immer mehr zu einem tauben Gehämmer, gleich einem Kopf, der unter Wasser gehalten wird. Seine Bewegungen sind noch immer in Ordnung, seine fein Motorik, wie ein gute geöltes Wagenrad. Bei ihm zeigt sich der Grad an Betrunkenheit vorallem darin, dass er seinen eigenen Gedanken ausgesetzt ist. Wo er sie ansonsten bändigt, kontrolliert, mal reinlässt, mal nach draußen verbannt, ist es jetzt anders. Anstatt seine Gedanken, wie aus einem Fass abzapfen zu können, scheint das Holzding eher geplatzt zu sein, denn er wird überflutet mit allen möglichen Gedanken, Gefühlen und Dingen, die er nicht einmal beschreiben kann. Daher kriegt er zunächst auch nicht viel von dem mit, was die Magierin über sich preis gibt. Ein paar Worte bohren sich durch das Wirrwarr in seinem Kopf. 'Geschäfftsfrau' ... verkaufte sie Frauen? Konnte man damit überhaupt handeln? Ist sie also eine Sklavenhändlerin? 'Humanistin', sie ist also ein weiblicher Mensch, ganz, wie der Elb sich das gedacht hat. Ist er dann ein Elbanist? Wieso dieses ist? Dialekt? Schließlich scheint Atevora ja nicht aus Talyra zu kommen. Leuten hilft sie und sie bringt Leute zusammen... also doch eine Frauenhändlerin... oder Geschäfftsfrau.... Und eine Magierin? Bei dem Wort Magie gleitet die Flut auseinander, lässt den Elben wieder in eine mehr oder minder reale Welt eintauchen. Eine Magierakademie möchte sie hier? Nun sicherlich würde dies einiges an Abwechslung bieten und Magie ist ja an sich nichts schlechtes. Was für eine Form der Magie sie wohl beherrscht? Welche Arten gibt es überhaupt? Tiandarîl kennt nur ein paar Druiden, die größtenteils die Natur ihren Respekt zollen und diese im Gegenzug zum Schutz verwenden können. Was konnten andere Magier? Mit Feuer zaubern? Ja, vielleicht könnte sie das... Ihre Haare würden dann rot werden und sie würde Feuer spucken? Oder nicht? Ist gespucktes Feuer eigentlich nass? Wieder muss sich der Elb besinnen, um nicht wieder von den wogenden Wellen seiner im Moment gänzlich unnützen Gedanken überschwemmt zu werden. Und was sie hier sucht, sei Heimat und sie schätze die Völkervielfalt. Das konnte der Elb verstehen... Hier fand man einen Kochtopf der Kulturen, selten gibt es wohl so viele unterschiedliche Wesen auf einem Fleck. Nordmänner, Südländer in allen erdenklichen Hauttönen, Elben, Zwerge, Kobolde und vermutlich sogar noch einige andere Wesen, die er einfach noch nicht zu Gesicht bekommen hat.

Danach erzählt Learcan von sich. Aus einer ziemlich rauen Gegend scheint er zu kommen, wo man zum Überleben kämpfen musste. Mitleid wird gezeigt. Kampf sollte eine Kunst sein, nicht eine Notwendigkeit, um den Alltag bestreiten zu können. Umso mehr ist Tiandarîl dankbar dafür, in einer eher behüteten Welt aufgewachsen zu sein. Auch er hat schon in Schlachten gestritten, um sein Leben gekämpft und ist an so mancher Krankheit erkrankt. Im Gegensatz zu Learcan's Heimat war dies jedoch nie Alltag für ihn. Bedauern... Am liebsten würde er antworten, aber sein Mund gehorcht nicht so recht seinem Kopf. Er weiß genau, die Antwort würde es viel zu spät kommen. Daher gibt er schlichtweg keine. Erst, als er selbst gefragt wird, kann er sich dazu überwinden, etwas zu antworten. "Meine Geschichte ist wohl weniger interessant. Die Dekadenz meines Volkes, das sich gänzlich vor anderen Rassen verschließt, hat mich zuniedrigst betrübt. Mein Verständnis von Kunst und Wissen ist, dass man es jedem, der den Willen bringt, sie lernen zu wollen auch weitervermittelt. Zumal für mich die Quintessenz der Kunst ist, niemals das Lernen aufzunehmen. Daher versuche ich, in Talyra so viele Erfahrungen zu sammeln, wie möglich." Dass es auch weitere Gründe gibt, wieso es ihn nach Talyra verschlagen hat, erwähnt er nicht. Einmal hatte er gelesen, dass man nicht zu viel auf einmal preis geben sollte, ein Gebot, dass er gerade in einer Welt, wie dieser umso mehr versucht, einzuhalten. Sein Kehle ist trocken, daher wird jedem ein weiterer Becher eingegossen. Zumindest das Fass würde nicht mehr allzu lange standhalten.

Atevora

Unregistered

25

Sunday, February 2nd 2014, 10:32pm

Eine Gemeinsamkeit. Nicht nur in des Normanders Heimat wäre sie geächtet, auch in ihrer eigenen, wenn auch aus ganz anderen Gründen.
Obwohl das Bild der Männer vor hier beginnt langsam ein wenig schwammig zu werden, und ihre eigenen Bewegungen ebenfalls an Präzision verlieren, erkennt sie wie des Normanders adrettes Lächeln aus dem Gesicht gewischt wird, ganz so als wäre ihm gerade die Kinnlade hinuntergeklappt. Er wusste also noch nicht, dass sie eine Magierin ist. Und er weiß nicht wie sich die Gabe verhält. Kein Wunder, Normand besitzt eine sehr Magieablehnende Gesinnung. Dummerweise verursachen sie damit ihre Probleme mit den Personen die mit Mana im Blut geboren werden selbst. Sie werden zwangsläufig zu unausgebildeten Hexern, und diese nähren mit ihren ungebändigt und unkontrollierten Kräften, die manche sogar bis in den Wahnsinn treiben, wiederum die bestehenden Vorurteile. Es ist ein destruktiver Kreislauf.
„Ja ich bin Magierin. Atevora, Magistra des Elementes Wasser, ganz zu Euren Diensten Herr.. wobei.. nein, heute besser nicht mehr. Und morgen vermudlich auch nich, aber übermorgen, ja.“ Atevora kichert. Sie ist sich nicht mal mehr sicher ob sie mit einem Anlauf noch aufstehen könnte, oder ob sie dabei arg ins Wanken geraten würde wie ein Schiff bei hohem Seegang. Nunja, ganz so schlimm ist es glücklicher Weise noch nicht. Sie hat viel Alkohol in kurzem Zeitraum hinunter gekippt, und ihr Magen hat erst begonnen den Alkohol aufzunehmen. Aber die volle Wucht des Giftes würde sie sicherlich bald treffen. Sie spürt schon wie ihre Finger warm werden, und das ein untrügliches Zeichen.
Als der Normander wieder sein kleines Tässchen leert, schaut die Magierin zu ihrem hinab. Jetzt isses schon wieder voll! - oh, nein warte, ist noch das selbe. 12 Portionen. Zweifend schielt sie zu dem Fässchen Reisschnaps hinüber. Ha, fast leer! Wie schön, sie kommt doch noch zum zweiten. Moment. Fast leer? Kann doch gar nicht sein. Da war doch noch ein Glas dazwischen. 15 Portionen. Na, wenigstens das addieren funktioniert noch reibungslos.
Wäre noch das Knistern wie vorhin schwer in der Luft, würde sie sich nun gewiss schwer tun sich diesem zu widersetzen, doch die Funken hat sie offenbar ein wenig ausgelöscht. Des Normanders Antwort fällt nämlich denkbar kurz aus und er wirkt ihr gegenüber reservierter als zuvor.
<<„Wenn Ihr dort nicht kämpfen lernt, habt ihr wenig Chancen zu überleben.">> „Als Magiebegabte hat man dort generell wenig Chance zu überleben.“ Es ist vermutlich vollkommen unpassend, das so leichthin zu erwähnen. Ganz nebensächlich wie eine unbedeutende, aber sehr wahre Beinote. Aber gut, Atevora hat generell wenig Feingefühl, und sich zu besaufen bessert diesen Umstand nicht sonderlich. Sie leert ihre Tasse ebenso wie Learcan es tat und spricht weiter. „ Das ist so schade, Normand soll wunderschön sein. Wie gerne würde ich einmal die Glashäusern an den Quellen Dúnes, oder die Rántreppen sehen...“
Dann ist der Elb dran und Antwortet, entgegen seiner sonst so schweigsamen Art, wesentlich ausführlicher auf die eine Frage, als es Learcan auf die drei tat. Alkoholbeduselt wie Atevora ist, kann sie ihre leicht belehrende Art, die sie zuweilen durchaus hat, nicht zurückhalten. „Zutiefst, es heißt zutiefst.“ Erklärt sie dem Elben mit einem freundlichen Lächeln, der ihr die Korrektur nicht übel nimmt und fortfährt.
„Ich finde es ebenfalls schade, dass sich das Volk der Elben derart zurückgezogen hat. Um so schöner finde ich es, dass Ihr eure Kultur heute mit uns teilt. Es ist wirklich eine wundervolle Erfahrung." An die ich mich morgen vielleicht aber nicht mehr erinnern kann. Oh mir ist schon ganz schwummrig vom Alkholol ähm Alkohol. "Entschuldigt mich, Ich müsste mal.. kurz entschwinden? Gibt es hier irgendwo einen.. Ihr wisst schon..“ So wie er sie ansieht hat er keine Ahnung wovon sie spricht. Also gut, dann nennt sie es eben beim Namen. „Abtritt?“

This post has been edited 2 times, last edit by "Atevora" (Feb 26th 2014, 11:17am)


26

Monday, February 3rd 2014, 5:54pm

Eine Magistra des Elementes Wasser. Learcan weiß nicht, was er sich darunter vorstellen muss, aber es klingt nicht nach der Art Hexen, die in den Geschichten vorkommen. Es klingt nach einem richtigen Titel! So wie Tiandaril Meister im schnellen Schwertziehen ist, so ist Atevora dann quasi Meisterin im...hm...Wasser herbeizaubern? Wasserkochen? Wasserlassen? Oder kann sie es regnen lassen? Die Brandung besänftigen? Das wäre ja mal etwas Sinnvolles, denkt sich der Normander, dem es eigentlich gut täte, wenn er seinen Kopf in einen Kübel Eiswasser stecken könnte, damit er wieder klar wird und nicht so viel dummes Zeug denkt.

Zumindest findet der Normander das Element Wasser noch recht hinnehmbar, wenn man sich denn schon mit Magiearten beschäftigen muss. Eine Feuermagierin wäre ihm von vornherein unsympathischer. Das steht außer Frage, vor allem in einem Haus mit Papierwänden. Mit Wasser meint der Normander umgehen zu können. Schließlich ist er am Wasser aufgewachsen. Außerdem erscheint ihm Atevora (aus welchen Gründen auch immer) recht harmlos, so als könne sie kein Wässerchen trüben. Das mögliche Ausmaß ihrer magischen Fähigkeiten will er sich auch lieber gar nicht vorstellen. Irgendwann wird er sie danach fragen oder sie wird es ihm demonstrieren. Aber nicht hier und jetzt.

In einem hat Atevora recht. In seiner Heimat hätte die Magierin große Schwierigkeiten. Die Ablehnung seines Volkes gegenüber arkaner Magie hatte Learcan eigentlich nie in Frage gestellt. Bis zu diesem Moment.
"Ja, das ist schade. Normand ist sehr schön. Wunderschön...", bestätigt er und wartet darauf, dass ihn eine Welle des Heimwehs überroll, was aber leider nicht geschieht. Was ihn überrollt, ist lediglich der Alkohol in seinem Kopf. Darum versteht er nicht ganz, was Tiandaril kurz darauf eigentlich sagen will. Hängen bleibt nur der erste Teil über dekadente Elben, die sich anderen Völkern verschließen. Learcan nickt dazu stumm. In nüchternem Zustand wäre er darauf sicher noch weiter eingegangen, aber derzeit sind komplizierte Gedankengänge eindeutig zu hoch für sein leicht benebeltes Hirn. Daher schweigt er zu Tiandarils Worten und wendet sich noch einmal kurz an Atevora: "Ihr müsst unbedingt Normand besuchen und Euch all das ansehen! Wenn Ihr erlaubt, werde ich ein Wort für Euch einlegen und Euch schützen, damit Euch dort nichts geschieht", faselt er heldenhaft daher und losgelöst von jeglichem Realitätsanspruch, aber seine Worte gehen ohnehin unter, weil Atevora nun nach einem Abtritt fragt.
Sie erhebt sich leicht wankend, stolpert über den Saum ihres Kleides und wäre wahrscheinlich lang hingefallen, wenn Learcan sie nicht rechtzeitig aufgefangen hätte. Seine Reflexe arbeiten noch immer erstaunlich gut. Atevora fällt direkt in seine Arme. So viel plötzliche Nähe überrascht kurz, zaubert dann aber schnell ein Grinsen auf Learcans Gesicht. Magierin hin oder her. Sie ist in erster Linie eindeutig eine Frau und er ein Mann, dessen Hemmschwelle deutlich abgesenkt ist. Darum liegt etwas Eindeutiges in seinem Blick, als er sie nun direkt ansieht. "Ihr solltet besser auf Euch Acht geben. Sonst weiß man nie, wohin das führt," rät er ihr lächelnd und hilft ihr dann galant wieder auf.

Tiandaril

Unregistered

27

Tuesday, February 4th 2014, 10:57am

Immer mehr spürt Tiandarîl den Alkohol. Noch eine Runde und noch eine. Oder noch immer die gleiche? Die Lippen sind schon ein wenig taub geworden, alles andere würde irgendwann folgen. Raum und Zeit scheinen ihre rostigen Ketten abzuwerfen. Die Anzahl an Gläsern, die in ihnen verschwunden ist, hat der Silberelb schon längst aufgehört zu zählen. Es ist einfach nur ein ständig wiederholter Mechanismus. Den Schöpflöffel in das Fass, das erst, das zweite und dann sein eigenes Glas füllen, den Löffel ablegen, anstoßen, trinken und dann das ganze noch einmal von vorne. Ob dabei Momente, Minuten oder Stunden vergehen, entzieht sich dem Elben zudem verstärkt durch das Gedankenwirrwarr, dass sich immer weiter nähert. Bald würde er in einen meditativen Zustand verfallen, bis alles an Chaos entworren sein würde. Eigentlich ein Grund, wieso er nicht sonderlich gerne Alkohol trinkt. Solch Gebräu benebelt die Sinne, den Körper, macht langsam, unzurechnungsfähig und in einigen Fällen sogar brutal. Heute ist also definitiv eine Ausnahme. Tiandarîl ist einfach froh, endlich wieder gebildeten Umgang gefunden zu haben, Leute, mit denen er Reden konnte, die ihn nicht einfach nur als Lehrmeister, zu dessen Meinung immer ein 'Ja' folgen muss, sehen. Außerdem ist er umso glücklicher, wieder einen realen Kampf gehabt zu haben. Die Kunst des schnellen Schwertziehens ist nicht sein absolutes Steckenpferd, aber auch sie konnte der Elb schon lange nicht mehr gegen einen erst zu nehmenden Gegner einsetzen. Somit war der Übungskampf mit Learcan eine Art Befreiung vom Alltag, der Tiadnarîl äußerst dankbar ist.
Die Korrektur kriegt der Elb nicht mit. Als jedoch die Magierin ihm davon erzählt, wie sehr sie es erfreut, seine Kultur kennenzulernen, lächelt der Elb innerlich. Nach außen kämpft er zwischen zwei Gesichtsausdrücken, die sich als kühl neutral und sehr kühl, nicht mehr ganz neutral bezeichnen lassen. Das Chaos in seinem Kopf lässt ihn zunehmend angestrengter aussehen und irgendwann würde er einfach im Cha'zen, im Denkersitz knien und so einige Zeit bleiben. Atevora's Gesuch, sich erleichtern zu können, verschafft dem Elben einige Zeit, seinen Gedanken zu entfliehen. Vor kurzem hatte er auf Anliegen seiner Schüler einen kleinen Raum dafür erbaut. Dass Atevora fast hingefallen wäre, bemerkt er nicht, da er fast zeitgleich aufsteht und somit deutlich mehr auf sich selbst konzentriert es. Lediglich wundert es ihn, wieso der Nordmann auch steht. Geht man hier gemeinsam aufs Abort? Aber Tiandarîl muss doch gar nicht... Eine Entschuldigung würde sich sicherlich finden lassen. "Ich zeige Euch, wo es ist.", kündigt er an. "Folgt mir einfach." Klaren Schrittes aber unklarerer Gedanken läuft der Elb los, in die Halle, in der mit der sich mit einem Bogen umgehen lässt. Auf dem Feld zwischen Waffenkammer und Zielvorrichtung ist in der Seite an der Wand eine Tür eingelassen. "Dort findet Ihr die Vorrichtung.", murmelt er mit tauben Lippen und deutet auf den Raum.

Atevora

Unregistered

28

Tuesday, February 4th 2014, 6:45pm

Während die Magierin aufsteht, scheint der feste Raum um sie herum nicht mehr auf die selbe Weise zu existieren wie zu vor. Der Raum dreht sich. Die Welt ist teigig zäh und breiig, alles wankt, schwankt ist fest und doch gallertartig dickflüssig und auch ihre Arme und Beine wollen sich nicht mehr daran erinnern zu wem sie gehören und wessen Befehlen sie zu dienen haben. Die Welt, sie taumelt, schlingert wirft Wellen wo nie welche waren, und Koordination wird zu einem Begriff dessen Existenz längst in einen Zustand der Utopie übergetreten ist. In diesem Sein aufzustehen ist scheinbar aussichtsloses Unterfangen. Doch es gelingt, zumindest fast, eher scheinbar, denn halb erhoben wird der üppige Stoff ihres Rockes jäh zum unüberwindbaren Hindernis. Ganz arglistig wie zu einem gemeinen Eigenleben erwacht, mutiert und wandelt er sich vom schlichten Stoff zur Stolperfalle und stellt ihr boshaft ein Bein. Sie versucht im Ansatz dagegen zu lenken, doch das diffuse Wölkchen namens Körper, das ihren Geist noch umhüllt und längst den Schmerz des Fallens erwartet, scheint dafür nicht mehr greifbar. Ganz unerwartet Stoppt der Sturz, wird behände abgefangen und sie landet in zwei starken Armen.
Die plötzliche Nähe und die Wärme Learcans Haut ist überwältigend. Sein Blick ist unmissverständlich und für diesen einen Moment glaubt sie ihm jedes seiner zuvor gesprochenen Worte. Ihr edler Ritter, ihr Held, ihrer ganz alleine. Die Magierin Atmet schwer, doch nicht nur vom Schrecken. Das was vorhin schon verflogen schien liegt wieder geradezu greifbar schwer in der Luft, dass sie sich dessen nicht mehr entziehen kann. Sie möchte mehr davon, es auskosten, es sich aneignen, und an sich reißen – alles. <<"Ihr solltet besser auf Euch Acht geben. Sonst weiß man nie, wohin das führt,">> Wie verlockend. Nicht nur die Worte, auch sein Lächeln. Es giert ihr danach es sich einzuverleiben, oder zumindest mit ihren schmalen Fingern die verführerischen Bogen seiner Lippen nachzufahren.
Galant hilft er ihr hoch und kaum, sodass die Welt um sie herum aufhört sich zu sehr zu bewegen und zumindest einen Teil seiner berechenbaren Festigkeit zurückerlangt. „Wenn es dazu führt, bin ich gerne ein wenig unachtsam.“
Der Elb, ist unterdessen ebenfalls aufgestanden. Vom kecken Wortwechsel zeigt er sich vollkommen ungerührt und verhält sich achtenswert dezent und hält sich im Hintergrund. Wie immer scheint er gänzlich in sich zu ruhen, und die Gesichtsmuskeln wirken gewohnt unbeeindruckt, geradezu gelangweilt und tatenlos. Atevora hätte auch mit ihm geflirtet, denn das schöne Volk lockt sie von deren körperlichen Attributen her immer. Doch der Elb gab kein Anzeichen dafür, dass er auch nur ansatzweise interessiert und zu gewinnen wäre. So wie er sich gibt, hätte er vermutlich nicht einmal bemerkt, dass sie gerade versucht ihm schöne Augen zu machen.
<<"Ich zeige Euch, wo es ist .Folgt mir einfach.">> Spricht der Schwertmeister also schlicht und Atevora antwortet konditioniert höflich: „Das ist sehr freundlich von Euch.“ So folgt sie ihm also nach, und die Wände gleiten Blicklos an ihr vorbei, denn sie hat Mühe mit dem großen Mann Schritt zu halten ohne dabei ins Taumeln zu geraten, oder gar auf die Nase zu fallen. Wobei sie sich sicher ist, dass sie auch in Tiandarils Beisein den Boden nicht erreichen würde, denn sie stellt mit Erstaunen fest, dass sie überhaupt keine Koordinationseinbußen vom Alkohol an ihm bemerken kann. Seine Bewegungen wirken gewohnt leichthin und geschmeidig, als könnte er noch immer mit Leichtigkeit einen Apfel in die Luft werfen, sein Schwert ziehen und ihn gezielt in zwei Hälften teilen bevor er den Boden erreicht.

Atevora ist gerade dabei ihren Blick die Wände des langgestreckten Raumes entlanggleiten zu lassen, die, wie sie feststellt, wohl zum Üben von Armbrust und Bogenschuss gedacht sein könnte, als des Elben angenehme Stimme an ihr Ohr dringt. In der Stille um sie herum wird sie sich dessen Klanges erstmals richtig bewusst. Sie ist wohlklingend, sanft, ruhig, und dunkel, schlichtweg ungemein anziehend. Allein seine Stimme könnte ein Frauenherz entfachen und zum schmelzen bringen. Doch sie kommt nicht lange dazu dies zu bemerken und sich von dem Klang verführen zu lassen, denn der Wortinhalt irritiert die Magierin. <<"Dort findet Ihr die Vorrichtung.">> Vorrichtung? Das klingt als befände sich darin ein Foltergerät. Ein wenig zweifelnd und kritisch sieht sie vom Elben zur Tür. Sprachbarriere. Bestimmt. „Herzlichen Dank Herr Tiandaril“

Die kurze Zeit für sich alleine, ohne ihren Magen weiterhin mit dem Gebrannten zu füllen, war dringend notwendig. Obwohl es ihren Gedanken vollkommen an Klarheit fehlt, sie herum hüpfen wie eine bockige Ziege im Wolkenreich, hat es doch gereicht sich wieder zu entsinnen. Sich einzubremsen und festzustellen, dass es für sie für heute genug ist. Mehr als genug. Sie muss nach Hause. Doch etwas in ihr ist außerordentlich beunruhigt und alarmiert und sagt ihr, sie sollte lieber nicht zu Fuß alleine aufbrechen. Wären ihre Gedanken nicht derart elend in dumpfe Watte eingepackt würde sie auch sofort erkennen wieso. Es ist bereits dunkel, sie ist betrunken, ohne ihren Geleitschutz, draußen ist es eisig kalt, und es wäre eine sehr, sehr lange Wegstrecke. Sie ist viel zu lange. Das letzte Mal als sie betrunken alleine nachts so weit nach hause durch die Straßen der Stadt taumelte, ist sie überfallen und beinahe ermordet worden. Doch diese Ereignisse sind gerade nicht greifbar.
Auch wenn ihre Verdrängungskunst gerade weit besser ist als ihre Gedächtnisleistung, ist sie zumindest noch logisch denkfähig genug um darüber erstaunt zu sein, wie viel Anstrengung und Konzentration es von ihr abverlangt nur gerade aus zu gehen und die eingeschlagene Richtung beizubehalten ohne vom Kurs abzukommen oder tatsächlich wie besoffen durch die Gegend zu wanken.

Wieder bei den Männern angekommen beschließt sie ihrem Gastgeber ihre überragende Erkenntnis mitzuteilen. „Herr Tiandaril? Ich danke Euch sehr für Eure Gastfreundschaft.“ Schon während sie die ersten Silben spricht ärgert sie sich wie zäh und langgezogen die Worte über ihre Lippen kriechen, und wie sehr sie sich bemühen muss sie verständlich und ohne zu Lallen zu formulieren. „So gern ich den angebotenen Pflaumenschnaps noch probieren würde, ich kann nicht mehr. Ich wohne ziemlich weit von hier entfernt. Ich sollte aufbrechen, und mich auf den Heimweg machen.“

This post has been edited 2 times, last edit by "Atevora" (Feb 4th 2014, 11:24pm)


Tiandaril

Unregistered

29

Friday, February 7th 2014, 1:31pm

Wirklich bemerkt der Elb nicht, dass gerade versucht wird, ihm schöne Augen zu machen. Zumal er eine relativ ungewöhnliche Vorstellung von Schönheit hat. Vielleicht würde ein Frosch, der auf einem Kieselstein sitzt und vom jungen Schein der gerade aufgehenden Sonne untermalt wird, ihn zu Tränen rühren. Atevora hingegen ist objektiv betrachtet eine wohl proportionierte Dame ihres Volkes, die nicht zu wenig, nicht zu viel Muskeln hat, dazu die gängig als schön angesehenen, äußerst hellen Haare und eine Adrettheit, die sogar einer Hochelbin Konkurrenz machen könnte. Ohne große Mühen. Doch all dies zählt für den Elb nicht. Wäre sie besagter Frosch, würde er sie vielleicht küssen, um dann von der Magie beeindruckt zu sein. Die Prinzessin, die aus dem Frosch entstehen würde jedoch, wäre nur eine objektive Bestaunung wert. Würde Tiandarîl darüber nachdenken, würde er vermutlich auf den Schluß kommen, sich nie von irgendeinem Wesen auf reizvolle Art angezogen gefühlt zu haben. Er hat sich vollkommen devot der Kampfeskunst verschrieben und bemerkt die Avancen seiner Umwelt schlichtweg nicht. Anbandeln, Liebe, Heirat und Nachwuchs sind für ihn etwa genauso weit entfernt, wie Menschen von den Sommerinseln.
Brav jedoch wartet er, bis die Magierin sich frisch gemacht hat, um sie wieder zurück zu Learcan und der eher warmen Umgebung zu geleiten. Dass sie betrunken ist, steht außer Frage, von einer Kunst des schlangenartigen Gangs hat der Krieger zumindest noch nichts gehört, daher bleibt diese Vermutung bestehen. Umso mehr ist es verständlich, dass sie langsam wieder in ihre eigenen vier Wände möchte. Dass sie eventuell gar nicht gehen will, erschließt sich dem Elben nicht. Ansonsten hätte sie es doch gesagt, richtig? Sind Menschen nicht direkt? Oder sind es Elben? Was ist eigentlich direkt? Und wieso negiert man es mit in-, anstatt mit un- oder anti-? Verdrängt wird das Gedankenchaos und er blickt sie schlichtweg mit einem verhältnismäßig verständnisvollen Blick an. "So sehr es mir sticht, denn der Abend war sehr schön. Ich hoffe, Euch hat es ebenso gefallen.", bedankt er sich und spricht dabei mit ehrlichem Bedauern. Ein solcher Abend war für ihn nichts alltägliches und er wird sich noch lange daran erinnern. Wenn auch an das, was noch kommen wird. Endlose Meditation, stundenlang, vielleicht sogar einen ganzen Tag. Ein Gedanke kommt ihm jedoch. Spät ist es schon, gut laufen kann die Dame auch nicht mehr und allzu sicher würde der Elb die Straßen auch nicht vermuten. "Wenn Ihr möchtet, so könnte ich Euch begleiten? Herr Learcan wird sicherlich auch um Eure Sicherheit besorgt sein und mitkommen wollen. Wenn Euch dies unlieb sein sollte, kann ich auch meine beiden Schüler zu Eurer Begleitung mitschicken. Sie haben noch nichts getrunken und kennen sich bestens in dieser Stadt aus." Ehrlich gemeint ist das Angebot und er blickt ihr in die Augen, während er langsam Richtung Esszimmer schreitet.

30

Friday, February 7th 2014, 6:46pm

Viel zu schnell ist der kurze innige Moment vorbei, in dem Atevora in seinen Armen lag. Ihre Worte <"Wenn es dazu führt, bin ich gerne ein wenig unachtsam."> versteht Learcan als eindeutige Einladung, dass sehr viel mehr folgen könnte. Was ganz in Learcans Sinne wäre, denn schon jetzt brennen Bilder in seinem Kopf, wie seine Finger über weiße Haut gleiten. Bilder, die um so mehr nach Erfüllung rufen, je länger sie im Kopf des Normanders herumgeistern. Daher sieht er der Shin mit einer Mischung aus Gier, Erwartung und Enttäuschung hinterher, als sich Atevora zusammen mit Tiandaril nun von ihm entfernt.
Learcan bleibt allein zurück mit seinen Gedanken, die recht verworren sind. Das mag daran liegen, dass in seinem Kopf eine gewisse Leere herrscht. Ein Teil seines Verstandes scheint sich in andere Regionen verzogen zu haben. Der Rest grübelt ein wenig zäh darüber nach, ob er denn hier auch das Richtige zu tun gedenkt. Ein dünnes Stimmchen der Moral meldet sich kurz zu Wort und erinnert Learcan daran, dass niemand von ihnen in der Lage ist, nüchterne Entscheidungen zu treffen. Alle Bedenken werden jedoch schnell hinfort gewischt und machen einem neuen Gedanken Platz: Wo bleiben sie so lange? Es dauert aus Learcans Sicht eine halbe Ewigkeit, bis beide wieder zurück kommen. Zeit genug für Learcan, um sich wieder ein wenig zu fangen und innerlich zur Ruhe zu kommen.

Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als sich Atevora bei ihrer Rückkehr gleich verabschiedet. Sie will gehen? Learcan ist von dieser Entwicklung alles andere als begeistert und erhebt sich nun ebenfalls. Der gesellige Abend scheint tatsächlich hier zu enden! Tiandaril ist Learcan auch keine Hilfe. Statt es ihr auszureden, zeigt der Elb Verständnis für Atevoras Ansinnen. Zuvorkommend und hilfsbereit wie immer bietet er wenigstens noch sicheren Begleitschutz an. Für den Normander ist sofort klar, dass er in dem Fall Atevora ebenfalls begleiten wird.

Fast hat sich Learcan schon mit dem Unausweichlichen angefreundet, als ihm ein neuer, viel besserer Gedanke kommt: "Wenn ihr den langen Weg durch die Nacht scheut, so biete ich Euch gerne den Schlafplatz an, den Tiandaril mir zugesichert hat", spricht er (natürlich) ganz uneigennützig. "Ich finde sicher einen anderen Platz zum Schlafen." Fragend ruht sein Blick auf Atevora. Er würde viel darauf geben, jetzt ihre Gedanken lesen zu können.

Similar threads