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Tiandaril

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1

Friday, September 27th 2013, 2:18pm

Hohe Schule der Kampfeskunst

Zwischen der Festung Steinfaust und dem Händlerviertel, in einer schmalen, unauffälligen Seitengasse sticht die Schule der Kampfkünste umso mehr hervor. Umgeben von schwarz und dunklem braun, bereits angestaubtem Dreck und halb verfallenen Häusern wirkt die zweistöckige Schule mit ihrem hellen Holz und weißen Papierwänden vollkommen deplaziert. Rotes Licht, gespendet von roten Papierlampen lässt das Gebäude in einem eher zwielichtigen Schein erstrahlen. Manch einer mochte vermuten, man fände an dieser Stelle ein Lusthaus, das, aus welchem Grund auch immer, vom Hafen her angeschwemmt worden war. Dem ist selbstverständlich nicht so. Wer einen genaueren Blick wagt, wird zuerst bemerken, dass die Schule auf Pfählen steht, etwa einen dreiviertel Schritt hoch. Durch die papierartigen, reinlich weißen Türen, die sich, für den Betrachter wohl ein weiteres Rätsel, aufschieben lassen, vernimmt dieser oder diese Schemen, die teils schnell, teils unsäglich langsam umherschreiten. Ein Lichtbildtheater? Wohl kaum. Kunst? Sehr wohl. Ist der Betrachter dem Elbischen mächtig, so wird er an den zwei roten Papierlaternen rechts und links des schwer auszumachenden Eingangs die Worte „Kampfkunst“ und „Tretet ein!“ lesen können. Für einen normalen Menschen muten diese Worte wohl eher als fein gekünstelte Schnörkel an. Um vor dem Regen geschützt zu sein, hängen die Lampen unter einer Art blockförmigen Vordachkonstruktion. Kaum hat der Betrachter Mut gefasst und sich entschieden, den ersten Schritt auf die vorstehenden Planken vor dem Eingang zu wagen, wird ihn ein helles Geräusch überraschen. Knarren die Dielen? Ja? Aber weshalb so melodiös? Für diverse Silberelben und Klingentänzer typisches Holz wurde hier verwendet. In den Menschensprachen würde man es wohl am ehesten als Nachtigallenholz bezeichnen, so arrangiert, dass es bei jedem Schritt einen Laut erzeugt.



Wird die Eingangstür geöffnet, wirkt das Innere dem Äußeren nicht allzu fern. Auch hier strahlen die Farben eher hell, der Boden aus sacht braunem, weichen Bambus, der unter jedem Schritt ein wenig nachzugeben scheint. Auch hier sind die Wände komplett weiß in ihrem Grund, doch schwarze Schnörkel, teils auch Bilder von Landschaften, Personen oder Tieren zieren die Seiten. An dieser Stelle würde ein Elb vermutlich, zumindest gedanklich, die Nase rümpfen ob der ungenauen, groben Pinselführung. Für die meisten Menschen jedoch scheint ein normaler Handwerker oder Künstler etwas an die Wände gezaubert zu haben. Im vordersten Raum befinden sich drei Türen, sowie eine Leiter, die in das obere Stockwerke zu führen scheint. Außerdem befindet sich ein sichelförmiger Tisch in der Mitte des Raumes, der wohl dem Empfang von Gästen und Besuchern gilt. Jede der drei Wände hat eine Tür, die zu einem weiteren Raum führt.

Folgt man der linken so erreicht man die Halle der Nähe. Abgesehen von ein paar Waffen- und Rüstungsständern sowie komisch anmutenden Holzkonstruktionen ist sie vollkommen leer. Auch hier ist zieht sich der weiche Bambusboden fort. An der Wand gen Heimat gerichtet befindet sich ein abstrakt fünfzig Sekhel großes, wie ein Haus erscheinendes Konstrukt, das mit Gold, Silber und Edelsteinen verziert ist. Unverkennlich ist der Geruch von Holz, Schweiß und Anstrengung generell, gelegentlich vermischt mit einer leichten Note von Blut. Die Halle der Nähe misst etwa fünfunddreißig mal fünfunddreißig Schritt.

Zur rechten Seite hin befindet sich die Halle der Ferne, ein eher länglicher Raum, der eine andere Rüstung, sowie Bögen und Pfeile an Ständern und Haltern sein eigen nennen kann. Am Ende des Raumes befinden sich Heuballen auf Dreifüßen, umspannt mit weißem Leinen und einem gemalten, schwarzen, etwa handtellergroßen Punkt in der Mitte des Stoffes. Hier wird auf gut drei vierteln des Raumes auf den sonst omnipräsenten Bambusboden verzichtet. Die Wände sind ebenso weiß, wie in den anderen Räumen und haben ebenfalls eine hausartige Holzkonstruktion gen Elbenreich gerichtet. Etwa fünfzehn mal fünfzig Schritt umfassen die Halle der Ferne.

An der mittleren Wand des Empfangsraumes führt die dritte Tür zur Halle der inneren Ruhe. In dem kleinen und dunklen Raum wird gänzlich auf Bambusboden verzichtet. An diesem statt befinden sich Kieselsteine und Trockenerbsen. Vorallem gilt dieser Raum zur Selbstdisziplin und zur Realisierung und Akzeptanz des Schmerzes, sowie dem Steigern der eigenen Konzentrationsfähigkeit. Hier sind die Wände gänzlich kahl, vermutlich weiß, was sich jedoch in der schieren Dunkelheit kaum erkennen lässt.

Folgt man der einziehbaren Leiter, was strikt verboten ist, gelangt man in die Schlafgemächer des Besitzers, Tiandaril. Was einen dort erwartet sind teils wertvolle, teils wertlose Gegenstände, die sich offenkundig eher aus einem sentimentalen Wert hier befinden. Von einer Einrichtung kann kaum die Rede sein. Eher dienen die Räumlichkeiten als Lager und Schlafplatz. Letzteres liegt jedoch im Auge des Betrachters. Es gibt kein Bett, nur eine Art ausgerollte Decke, sowie weiteres Bettzeug. Einige Waffen und Rüstungsteile befinden sich ebenfalls dort. Außerdem ist eine kleine, bescheidene Küche im zweiten Stock zu finden.



Charaktere

Tiandaril (SC) Der Silberelb ist der Meister dieser Schule und bietet seine Künste zum Unterricht für jedermann, der in Geld, Ressourcen oder Dienstleistungen zahlen kann. Als Lehrmeister ist er durchaus äußerst streng, versucht jedoch, auf die einzelnen Stärken und Schwächen seiner Schüler einzugehen.

Dreikinn (NSC): Ein sehr dicklicher Junge von knapp fünfzehn Jahren, der gemeinsam mit seinem Freund Handbrecher Aaron Tiandaril überfallen wollte. Beide verloren, wurden aber vom Silberelben als Aushilfen zum Putzen, Bewachen und als Hilfe in der kleinen Küche im Gegenzug für einen kleinen Lohn, Nahrung und Unterkunft eingestellt

Handbrecher Aaron (NSC): Bester Freund von Dreikinn. Eher schmaler, hochgewachsener Junge von etwa achtzehn Jahren, der, sobald man ihn nach seinem Namen fragt, stets behauptet, er hätte einem anderen Jungen so stark die Hand gebrochen, dass dieser vor Angst das eigene Herz erbrach.

Puppentyra (NSC): Ein kleines, achtjähriges Mädchen, das Tiandaril kurz nach seiner Ankunft in Talyra verfolgte. Er gab dem offensichtlich obdachlosen Mädchen und ihrer alten, modrigen Puppe einen Platz zum Schlafen. Manchmal übernimmt sie die Rolle einer Empfangsdame, wobei sie kaum über den Tisch reicht.

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Tiandaril

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2

Sunday, September 29th 2013, 10:27pm

Kaum gezückt, stirbt bereits der erste Angreifer. Seine Haltung war schwach, er war nervös und hatte nicht die Konsequenz, seinen Gedanken, den Tod seines Gegenübers, vollkommen zur Tat reifen zu lassen. Nun liegt er auf dem Boden, die Augen bereits trüber, der Mund noch immer im Bewegungsmuster eines Fisches, der auf dem Trocken seine letzten Atemzüge tätigt. Seine Hand ruht auf der Schnittwunde die quer über den breiten Oberkörper reicht. Rote Tropfenmuster zieren die weißen Wände der Halle. Mit einem Schlag springt der zweite Angreifer auf Tiandaril zu, bewaffnet mit einem groben Hammer. Wieder geschieht der Fehler nicht, den gesamten Oberkörper frei zu halten. Stattdessen kommt der Schlag nun von der Seite, ein weniger spektakuläres, wenn auch effektiveres Manöver. Als wäre es ein Windstoß, lehnt sich der Silberelb nach hinten, während der Hammer einen knappen Kopf breit über seinem Knie hinweggleitet, nur, um das angewinkelte Bein ruckartig aufspringen zu lassen, zeitgleich mit einem Schlag in die Wuchtrichtung der Schwungwaffe. Wie ein heißes Messer durch frische Butter gleitet die Klinge durch Finger- und Handknochen. Lediglich ein ungläubiger Blick wird jeweils dem Hammer und der abgetrennten Hand geschenkt. Lebenssaft ergießt sich, gesellt sich zum noch eher kargen Muster des Vorgängers und schmückt die reine Wand mit den Insignien des Krieges. Noch bevor der Schmerzensschrei seinen Höhepunkt erreichen kann wird der Tonerzeuger von der Quelle getrennt. Als der Kopf des Maskierten sich vom Nacken löst, sind nur noch zwei dumpfe Aufprallgeräusche zu vernehmen. Noch ein Angreifer erwartet den Schwertmeister. Anders als seine Handlanger bewegt er sich grazil, wie eine Katze auf der Jagd. Auch er, oder viel mehr sie, trägt ein Schwert, genau, wie Tiandaril. Sie ist schlank, aber dennoch definiert, ihr Beruf ist ihr leicht anzusehen, Mörderin! Alles herum verebbt, wird zu einem trüben, kaum wahrnehmbaren Brei aus Farben und Lauten. Einzig klar scheint die Kontrahentin und ihr rot glänzendes Schwert. Mit langsamen, vollkommen bedachten Schritten nähern sich die beiden, nur um, die Klinge keine zwei Arm weit von der Hand des anderen entfernt, so zu verharren. Vollkommene Stille. Nicht einmal der Puls der Erde ist wahrzunehmen. Zeit spielt keine Rolle mehr. Es gibt nur das hier und jetzt. Der nächste Zug wird der letzte sein, beide wissen dies. Zerbrochen ist der letzte Wall, die letzte Festung liegt in Asche. Nur noch zwei Spieler stehen kurz vor ihrem letzten Spiel. Wer sich nun bewegt, legt den letzten Stein zum Ende. Ein Schlag muss bedacht sein. Ein Schlag muss damit rechnen, ja schon erwarten, zu verfehlen oder schlichtweg eine Nichtigkeit zu sein. Es muss der letzte Schlag sein. Mehr wird es nicht geben. Tod und Leben dürfen für einen perfekten Kämpfer keinen Unterschied darstellen. Beides sind Seiten ein und der selben Münze im Sack von jemand nie erreichbaren. Angst ist ein Hindernis, Angst wird den Ängstlichen zum Toten machen. Eine Ewigkeit scheint vergangen zu sein, als die Kontrahentin blitzschnell den Schlag ausführt, um das ansehnliche Gesicht des Elben zu entzweien. Genau der Moment, in dem dieser seinen Vorteil nutzt, dem Schwert des Gegners folgt, und einen eigenen Angriff startet. Zwei Geräusche durchbrechen die ewige Stille. Eines ist schrill und klirrt, das andere eher dumpf, wie ein Stein, der im seichten Watt verebbt. Noch unendliche Momente lang stehen beide Kontrahenten da, bevor, schlussendlich, die Frau zusammenbricht. Auch sie schmückt die weißen Wände mit wilden Schüben aus ihren noch lebendig agierenden Adern. Ihr ist der Fehler unterlaufen, im letzten Moment ihres Hiebes nicht zu wissen, ob dieser richtig war, oder nicht. Sie hat gegen sich selbst und somit gegen Tiandaril verloren. Nach einem kräftigen Hieb gen Boden, der die Klinge vom fetten Blut befreit, wird das Schwert so sachte, als sei es aus dünnstem Glas, wieder in der Scheide verstaut. Tief atmet der Elb ein, nur um einen bohrenden Schmerz in seiner Seite zu fühlen. Nun musste er für seinen Fehler büßen, jemanden übersehen zu haben...

... Nämlich die kleine Puppentyra, die ihm den schmutzigen Finger in die Hüfte bohrt. "Du Tianda. Wir haben keinen Kohl mehr... Kann ich Erdbeeren in der Suppe kochen?", fragt sie vollkommen unschuldig. Tiandaril lässt seinen Blick erklaren, das von ihm kreierte Szenario verschwindet komplett und alles ist so, wie es zuvor war. Das Mädchen sachte an der Schulter packend, kniet er sich auf ihre Höhe nieder. "Tyra, ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht kochen. Überlasse dies den beiden Jungen. Du bist noch nicht alt genug dafür.", meint er in sanft, aber bestimmtem Ton. "Aber... diese beiden Holzköpfe nörgeln nur die ganze Zeit, dass sie kein Fleisch kriegen... Dabei sollte Dreikinn die nächsten drei Jahre kein Tier auf den Teller bekommen!", prustet die kleine Dame, die Puppe straff unter den Arm geklemmt. "Ich werde mit ihnen reden, in Ordnung? Guck du, ob nicht ein Schüler kommt, der bei mir lernen will. Was soll dieser denn denken, wenn niemand da ist, um ihn zu bedienen?"

Mit der Frage sichtlich zu Verantwortung beflügelt lächelt Tyra, umarmt den starren Tiandaril und rennt zur Theke, um dort auf, wann auch immer, ankommende, neue Schüler zu achten.

Tiandaril

Unregistered

3

Thursday, October 3rd 2013, 8:40am

Einige Tage später

Bis jetzt bleiben noch immer die lang ersehnten Schüler aus. Was soll der Elb tun, um endlich mehr, als nur die Fliegen, die gelegentlich vorbeikommen, unterrichten zu können? Menschliches oder vielmehr Großstadtdenken ist ihm immer noch äußerst fremd. Zuhause kamen die Jünglinge angestürmt, sobald ein neues Geschäft oder eine neue Schule ihren Weg ins Dorf fand. Talyra scheint anderen Mechanismen zu unterliegen. Vielleicht war es hier für die Bewohner nichts besonderes, wenn Gewerbe kommen und gehen. Zum Rhythmus dieser Stadt würde ein solcher Gedanke perfekt passen. Dinge kommen und gehen schnell.

Sei die Stadt, wie sie will, der Elb braucht einen neuen Plan. Das Neustecken des Kampfbaumes hatte ihm ein wenig geholfen, doch dieser ist nun fertig umgesteckt. Eine solche Arbeit ist nötig, da die Äste ansonsten ihre Größe im Steckbereich verändern und eventuell nicht mehr ablösbar, geschweige denn neu steckbar sein könnten. Tiandaril braucht aber nun einen neuen Gedankenort oder eine neue Tätigkeit. Nach kurzem Abwägen entscheidet er sich schließlich, in der Halle der inneren Ruhe zu meditieren. Als er die leichte Papiertür aufschiebt, schlägt ihm der Kontrast entgegen, der zwischen der Halle der inneren Ruhe und allen anderen Räumen herrscht. Wo ansonsten Helligkeit und Reinlichkeit in ihren Farben als Symbol dienen, eine beruhigende, befreiende und friedliche Stimmung hervorrufen, ist dieses Zimmer fast pechschwarz. Lediglich ein schmaler Strahl von außen dring ein, gibt den Boden preis, der mit seinen etlichen Kügelchen und spitzen Ecken lieber hätte im Dunkeln gelassen werden sollen. Tiandaril faltet und klappt seine weite Hose so weit nach oben, dass sie bis über die Knie reicht. Umkrempeln würde er sie nie. Alles muss mit absoluter Konzentration und mit vollkommenem Fokus getan werden. Ansonsten wird Perfektion stets in der Ferne liegen. Jeden einzelnen Muskelstrang aufs kleinste Detail kontrollierend, kniet sich der Elb auf den rauen, eindeutig mehr, als nur unangenehmen Boden. Nur, wer eine Bewegung tausend mal ausführt, hat überhaupt eine Ahnung davon, wie diese funktioniert und kann sie vollführen, ohne sich des Hergangs erinnern zu müssen. Trockenerbsen, Kiesel, Glasscherben, Metall. Alles bohrt sich in seine Knie, drückt auf Knochen, Sehnen, Fleisch und Haut. Schmerz ist unvermeidlich, doch nur die Eintracht mit dem Schmerz und der Verlust der Angst vor diesem machen es einem Krieger möglich sich von allen niederen Faktoren, die einen Kampf beeinflussen könnten, zu befreien. Schmerz hat auch etwas Positives. Zwar beschränkt er zunächst die Konzentrationsfähigkeit, isoliert aber die Konzentration, nachdem Akzeptanz und Gewohnheit eingetreten sind. Wer den Schmerz erträgt, wird seine vollen Reize darauf widmen können, anstatt diese auf die Umwelt zu verstreuen. Genau so verfährt der Elb. Seine Gedanken sind nun vollkommen sein, sein gesamtes Denkvermögen lässt sich nun auf einen von ihm angestrebten Punkt lenken. Wie soll er nun Schüler in seine Schule bringen. Mehrere Ideen sprudeln aus der Quelle des geballten Intellekts des Silberelben.

Erstens, könnte er, wie in seinem Heimatdorf üblich, eine Straßenveranstaltung planen. Dafür bräuchte er nur seine beiden Helfer und ein wenig Glück, gutes Wetter zu bekommen. Daraufhin könnte groß verlautet werden, wer er ist und wo er seine Künste anbietet. Ein Nachteil oder viel mehr eine Wagnis ist noch nicht auszuschließen. Ist es überhaupt gestattet, in Talyra eine solche Vorstellung öffentlich zu praktizieren? Tiandaril möchte nicht mit den Behörden in Konflikt geraten. Weiterhin könnten einige junge Recken sich dazu beflügelt fühlen, den Elben herauszufordern. An sich liegt darin kein Problem, doch in der Hitze des Gefechts und der Bloßstellung, durch eine Niederlage vor dem regen Treiben, zum Beispiel, des Händlerviertels, können Dinge getan werden, die später bereut werden könnten. Was wiederum den ersten Zweifel um so relevanter erscheinen lässt.

Zweitens, Tiandaril könnte Kontakte schließen. Zwar ist eine Schule der Kunst, wie seine etwas autarkes, ein sich selbst organisierender Komplex, aber es könnten dennoch einige Tätigkeiten ausgelagert werden, um dafür besser Kontakte knüpfen zu können, die wiederrum Schüler bringen könnten. Dort wären wohl die Steinfaust, bei der er erst einmal seinen Wert unter Beweis stellen musste. Vielleicht könnte er als unterstützender oder vielleicht sogar leitender Meister die dortigen Rekruten ausbilden oder diesen, falls nicht in der Ausbildung vorgesehen, günstigere, spezielle Kurse anbieten. Zudem wären noch ein Waffenschmied, ein Bogner und ein Holzmeister. In den Hallen des Elben würden sich die Waffen, egal, ob Bogen, Klinge oder Holz, schnell abnutzen. Zwar konnte er einfache Reparaturen als Krieger und erfahrener Kämpfer selbst durchführen, aber über solche Handwerker hätte er vermutlich bessere Möglichkeiten, Schüler in seine Reihen zu ziehen. Fast zum Schluß bliebe noch ein Heiler oder sogar ein Orden. Mit ihnen könnte er Verträge aushandeln, sodass seine Schüler eine kostenlose oder vergünstigte Behandlung bekommen. Außerdem sind Heiler in der Regel nicht für ihre Kampfkünste bekannt und könnten somit von ihm eine kostenfreie oder vergünstigte Ausbildung erhalten. Zu guter letzt wären noch kleinere Händler und Magier, an die er sich wenden könnte. Zwar würden daraus nur einzelne Schüler entspringen können, aber jeder Kopf, der sich in seinen Hallen blicken lässt, zählt als wichtig.

Drittens, könnte der Elb bei einer Gruppe Söldnern, der Steinfaust oder direkt einem Geschäft als Wächter oder Leibwächter anheuern. Er würde sich präsent machen, gesehen werden, eventuell sogar dabei, einen Laden oder eine Person zu beschützen. Solch Handlungen waren immer gut und könnten ihm Kunden bringen. Dennoch ist die Frage, wie weit er von seinem Traum als Lehrmeister abweichen soll, um Schüler umwerben zu können.

Mehr Gedanken lässt er vorerst nicht zu. Je mehr Pläne er hat, desto weniger kann Tiandaril sich allen ganzheitlich widmen. Weiterhin hat er auch noch andere Sorgen. In naher Zukunft muss er einen Magier kontaktieren, um einen Schutzzauber auf die Eingänge des Anwesens zu wirken. Im Moment ist die Gefahr groß, dass Einbrecher die Chance ergreifen und versuchen könnten, Gegenstände und Geld zu entwenden. Ein Zauber könnte Ablösung schaffen. Sachte, vollkommen bedacht und routiniert steht der Krieger auf, streift sich die letzten Steine von den gemarterten Beinen und klappt langsam, in aller Ruhe die Hosenbeine wieder auf normale Höhe herunter. Er verlässt die Halle der inneren Ruhe, lässt alle Sorgen dort und konzentriert sich an dessen statt auf die so eben geschmiedeten Pläne. Ein Magenknurren jedoch sagt ihm, dass erst einmal andere Bedürfnisse befriedigt werden müssen.

Tiandaril

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4

Saturday, January 18th 2014, 1:18pm

Mit einem sanften, reibendem Laut öffnet sich die Schiebetür aus Papier. Selbst für einen Elben wäre dies ein ungewöhnlicher Anblick, der in erster Linie zu alt wirken könnte. Tiandarîl setzt zuerst einen Fuß in sein Heim, stellt sich dann seitlich auf und bittet die beiden Gäste mit einer Handgeste ebenfalls einzutreten. Jeder Schritt auf den Holzdielen hinterlässt ein leichtes, helles Geräusch, das befremdlich melodiös wirkt. "Nachtigallenboden", lässt der Elb verlauten, "Wurde vor ein paar tausend Jahren genutzt, um es Meuchelmördern ein wenig zu erschweren." Kurz nachdem seine beiden Gäste eingetreten sind, kommen auch schon Dreikinn und Handbrecher herangestürmt, um die Gäste zu begrüßen. Beide tragen Kampftracht, die der Tiandarîl's ähnlich scheint, aber deutlich dicker ist. Für einen Moment werden Atevora und Learcan begutachtet, danach verbeugen sich die beiden um neunzig Grad, wobei Handbrecher ein leises "Lady Shin", flüstert. Beide Jungs kommen von der Straße und haben daher bereits von der Shin gehört. Ihnen ist jedoch eine weitaus diszipliniertere Haltung anzusehen. Aus den beiden berüchtigten Jugendlichen sind gelehrsame Schüler geworden, die einfach nur eine lenkende Hand brauchten. "Seid so gut, und richtet schon einen Tisch und etwas Tee an." Beide Jungs, der Dicke und der Schlacksige nicken eifrig und machen sich sofort auf den Weg, die genannten Utensilien zu herbei zu holen.

"Nun, willkommen in meiner Schule.", lässt der Elb endlich verlauten und deutet im Raum herum. "Hier vorne ist die Verwaltung. Diese übernimmt meistens Tyra.", beginnt er und deutet auf eine Art Tresen am Ende des Raumes. Dann zu seiner linken. "Und dies ist der Übungsraum für den Kampf mit Händen, Füßen und Nahkampfwaffen." Eifrig eilt der Elb auf die andere Seite des Raumes und deutet auf eine Tür dort. "Hinter dieser Tür ist eine kleine Bogenschießanlage, obwohl ich leider nicht davon sprechen kann, ein Meister darin zu sein." Wieder eilt der Elb zurück zur zuvor angedeuteten Tür. "Lasst uns gleich in die Übungshalle gehen. Dort könnt Ihr Euch umziehen, Learcan, es ist dort wärmer und die Muskeln und Gelenke können ein wenig auftauen." Allen voran öffnet er die Tür und tritt in die dort befindliche Halle. Recht groß scheint sie, auch hier lassen sich wieder Papierwände finden, ebenso, die jedoch stärker mit heimatlichen Mustern und elbischer Schrift verziert sind. Auch der Boden ist hier anders, weich, aus geflochtenen Matten, die einen jeden Schritt etwas abdämpften. Bei genauem Betrachten kann man sogar den ein oder anderen Tropfen Blut sehen. Dreikinn hatte hier einmal einen kräftigen Schlag auf die Nase bekommen und ist daraufhin hysterisch durch die Halle gelaufen. Mit einem gekonnten Griff holt der Elb ein paar Kissen hervor, die eindeutig zum Sitzen gedacht sind und legt sie in ein Eck, von dem aus die Halle optimal betrachtet werden kann. "Entschuldigt, wenn diese Sitte Euch fremd erscheint, aber ich versuche hier alles, wie in meiner Heimat zu halten. Dort sitzen wir meistens auf dem Boden oder auf Kissen, Stühle würden sich in einer Ernstsituation schlecht mitnehmen lassen.", erklärt er den ungewöhnlichen Brauch, auf Kissen sitzen zu müssen, anstatt Stühlen und Bänken. Eine kurze Verbeugung folgt.

Nachdem die beiden Gäste sich umgesehen haben, folgt ein Fingerzeig auf eine nach vorne ragende Papierwand. "Hier könnt Ihr Euch umziehen, Learcan. Es müssten Kampfanzüge in Euer Größe verfügbar sein. Danach könnt Ihr Euch ein Holzschwert aussuchen, das Euer eigenen Waffe nahekommt." Während der Nordmann sich umzieht, kümmert sich der Elb darum, etwas mehr Platz zu schaffen. Hier wird ein Übungsbaum beiseite gerückt, da ein Rüstungs- oder Waffenständer an die Seite geschoben. Sobald auch diese Arbeit verrichtet ist, begibt sich der Elb selbst hinter eine weitere, hervorgezogene Papierwand und kleidet sich um. Durch das Licht und die dünnen Wände sind sein gestählter Körper mit allen Muskeln und Konturen einwandfrei in schwarz erkennbar.

Währenddessen gesellt sich Tyra zu der noch verbliebenen Shin. Die einst so schmutzigen Haare sind nun sauber, wobei sie jedoch weiterhin ungekämmt bleiben. Auf Tyra's Wunsch hin natürlich. Im Gegensatz zu den beiden Jungs scheint das Mädchen immer noch ein wenig rebellisch zu sein, es hat sich, um der Wahrheit genüge zu tun, rein gar nichts verändert. Leise wie sie ist, tritt sie von hinten an Atevora heran und zupft an ihrem Gewand, nur, um dann ein lückenhaftes Lächeln und einen Wink entgegenzurichten. Auch sie ist in einem Übungsanzug gekleidet, der jedoch dünner ist und eher an Arbeitskleidung anmutet. Was zudem auffällt, ist, dass Tyra kein Wort spricht. Meistens tut sie dies nicht. Nur ganz selten. Manchmal bittet sie jedoch Tiandarîl, ihre Gedanken zu lesen, damit sie weiterhin nicht sprechen muss. Ohne große Umschweife setzt sich das Mädchen neben die Shin, ignoriert dabei jede Form von Hierarchie, Anstand und Regelhaftigkeit. Sie lebt eben in ihrer eigenen Welt.

5

Saturday, January 18th 2014, 5:25pm

Staunend nähert sich Learcan der Schule für Kampfkunst. Der Normander hatte eigentlich so etwas wie eine offene Arena erwartet und ist nun überrascht von der Architektur der Schule. Interessiert folgt er dem Elben ins Innere der Holzkonstruktion, die sehr fremdländisch wirkt und auf geschickte Weise harmonisch verschiedene Elemente miteinander verbindet. So etwas hat Learcan nie zuvor gesehen. Es hat eine eigentümlich beruhigende Wirkung auf ihn. Hier in dieser Umgebung glaubt Learcan ungefähr erahnen zu können, was es mit der harmonischen Energie auf sich haben könnte, von der Tiandaril vorhin sprach. Wie man darin einen Meistertitel erringen kann, erschließt sich ihm jedoch noch nicht.
Allerdings kommt sich der sehr große Nordmann auch etwas deplatziert in diesem Hause vor. Wände und Türen, einfach alles hier, scheint sehr zerbrechlich. In Learcan kommen Zweifel auf, ob sie sein Gewicht halten könnten, wenn er im Kampf mit Wucht dagegen kracht. Nicht auszudenken, was er erst mit seinem Schwert anrichten könnte. Daher verwundert es ihn nicht sonderlich, dass sie später mit Holzwaffen kämpfen werden.
Insgesamt bleibt Learcan vorerst sehr wortkarg. Nur ein höfliches "Danke" ist zu hören, als der Elb ihm zeigt, wo sich Learcan später umziehen kann. Es ist Learcan aber deutlich anzusehen, wie interessiert er seine Umgebung aufnimmt. Er schaut sich überall sorgfältig um und wippt probeweise auf den geflochtenen Matten herum, um den Untergrund zu testen. Dann verschwindet er hinter der Papierwand, um sich seiner Kleidung zu entledigen.
Die Haare bindet sich Learcan mit einem Lederband zusammen, damit sie ihn bei dem Kampf nicht behindern. Zuletzt wählt er für sich einen der schwarzen Kampfanzüge aus. Dass Atevora bei all dem äußerst viel von ihm zu sehen bekommt, ist ihm gar nicht bewusst. Papierwände sind für den Normander so ungewohnt wie der Kampfanzug, dessen Schnürungen ihm einige Probleme bereiten. Als Learcan schließlich hinter der Wand hervortritt, ist er passend, aber nicht hundertprozentig korrekt angezogen. In Brusthöhe klafft sein Gewand aufgrund der unkorrekten Schnürung leicht auseinander. Aber das ist nicht weiter störend für den späteren Bewegungsablauf.
Nun ist es an der Zeit, die passende Waffe zu wählen. Gewissenhaft wägt Learcan ab, welche Waffe die Richtige ist, nimmt eines der Holzschwerter heraus, prüft es kurz und legt es dann beiseite, um ein anderes zu probieren. Dies wiederholt sich einige Male bis er ganz zufrieden ist.

Jetzt ist Learcan bereit. Erwartungsvoll und trotz anfänglicher Skepsis gut gelaunt betritt er die Übungshalle und macht sich ein wenig warm, bevor es losgeht.

Atevora

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6

Saturday, January 18th 2014, 9:07pm

Der Anblick des Gebäudes ist ebenso ungewohnt und einzigartig wie jener seines Besitzers. Es sind nicht nur die fragilen Papierwände, sondern auch die roten Laternen die eigentümlich und im Vergleich zum übrigen Straßenbild fremdländisch wirken. Weshalb hier vergängliche Wände aus Papier einen maßgeblichen Teil der Außenfassade einnehmen erschließt sich dabei Atevora nicht sonderlich. Sollten Wände nicht robust und standhaft und für die Dauer konzipiert sein? Welche Bedeutung mag dieses Stilelement wohl besitzen? Dient womöglich diese leicht zerstörbare Zartheit und all zu leichte Vergänglichkeit des Materials dazu den Unsterblichen die Flüchtigkeit von vielen Dingen vor Augen zu halten, damit sie derer nicht vergessen? Vermittelt dieses Gebäude einen Eindruck der Architektur silberelbischer Städte? Fragen auf die sie wohl keine Antwort finden wird, es sei denn sie vermag die richtigen Bücher zu finden, in welche sie ihre Nase stecken kann, oder sie fragt den Kheleda'ya einfach bei Gelegenheit.
Im inneren setzt sich das fremdländisch anmutende Bild nahtlos fort, doch nicht nur das, auch die Klänge sind unerwartet und andersartig. Die Holzdielen, sie knarzen und ächzen nicht, so wie man es sich von hölzernen Böden erwarten würde, nein sie klingen, summen und singen! Äußerst irritiert bleibt Atevora sogleich nach ihren ersten zaghaften Schritten stehen. Ihre Augenbrauen schieben sich irritiert zusammen und ihre Augen richten sich zu Boden, von dort her die ungewohnten Klänge stammen. Nachtigallenholz? Davon hatte sie noch nie gehört. Eine Schande welch Wunder in dieser Welt die Elben doch für sich behalten. Es handelte sich jedenfalls um eine sehr kreative und melodiöse Methode um Meuchelmördern ihre Arbeit zu erschweren. Vor allem hatte der Gedanke schon einen kleine ironische benote, dass die Schritte eines Mörders mit wohligen Klängen vorbeugend bekämpft, oder erschwert werden. Sie könnte sich all zu gut vorstellen, dass dieses Holz auf reges Interesse einiger Adeliger stoßen und viele Säle bereichern würde wenn es nähere Bekanntheit hätte. Doch die Elben sind leider gegenüber ihren wundervollen Güter oft sehr schweigsam und teilen sie selten mit dem Rest der Welt. Elben sind und bleiben für die Menschen wohl immer ein sehr sonderbares und in ihren Beweggründen und Entscheidungen oft schwer zu begreifendes Volk.

Atevora lässt ihren Blick durch den Raum schweifen und labt sich am Bild das sich ihr bietet, als eifrig zwei Gestalten angeeilt kommen. Es ist auch nicht schwer zu erraten wer die Beiden sind. Es sind die zwei Straßenjungen, welche Tiandaril bei sich aufgenommen hat. Es heißt sie wollten ihn bestehlen, und anstatt dass er sie der Stadtwache übergeben hat, hat er sich ihnen angenommen. Damit tat er ähnliches wie Atevora damals bei Tane. Auch sie hat Tane damals nicht ausgeliefert, sondern ihm Arbeit und ein Ziel gegeben, entgegen Tiandaril allerdings nicht aus selbstlosen Interesse, sondern einfach weil sie die Fähigkeiten eines Lebenskünstlers, Einbrechers und Langfingers gut gebrauchen konnte. Wie auch immer. Die Magierin stellt erstaunt fest, dass sich die beiden Straßenrüpel überhaupt nicht mehr gemäß ihres früheren Rufes verhalten. Sie verbeugen sich tief und achtsam vor den Gästen, wobei vor allem Aaron fast ehrfürchtig ihren Namen haucht, oder zumindest jenen unter dem sie gemeinhin bekannt ist. Anmutig neigt die Magierin sacht ihren Kopf und erwidert somit die Begrüßung. So rasch die beiden jungen Burschen kamen, ziehen sie sich wieder zurück, um den Gästen entsprechend Tiandarils Wusch Tee zu richten. Die Magierin kommt nicht umhin den Elben Respekt zu zollen. Die beiden jungen Männer scheinen vollkommen verändert, zumindest wenn sie ihren ursprünglichen Ruf bedenkt. Es ist ganz so als hätte er einen Zauberbann auf sie gelegt. Sie wird sich bei ihm wohl erkundigen welche Mitteln er angewendet hat um dieses Ergebnis zu erreichen.

Schweigsam und mit hohem Interesse lauschen Learcan und Atevora den Ausführungen des Kheleda'ya. Besonders an Learcans Gesicht ist abzulesen, dass er von dem was er zu sehen bekommt sehr beeindruckt ist. Sie folgen dem Schwertmeister über singende Dielen in den nächsten Raum. Der Boden hier ist von gänzlich anderer Beschaffenheit, er fühlt sich dank der hier ausgelegten Matten fast weich unter den ledernen Sohlen Atevoras Schuhe an. Aufmerksam inspiziert sie auch diesen Innenraum und stellt auch hier abermals den konsequenten Minimalismus fest, der auch schon im anderen Zimmer vorherrschte. Da gibt es keine weich wallenden Vorhänge, keine Teppiche und ganz besonders keine Sitzgelegenheiten. Da gibt es nur der Präzision der Kampfkunst dienende Utensilien und Gegenstände, und.. ist das Blut am Boden? Das hier eine Kampfkunstschule, natürlich fließt hier unweigerlich zuweilen auch Blut. Erklärt sie sich selbst die Beobachtung und richtet ihre Aufmerksamkeit schließlich auf den Elben, der gerade dabei ist einige Kissen parat zu legen.
<<"Entschuldigt, wenn diese Sitte Euch fremd erscheint, aber ich versuche hier alles, wie in meiner Heimat zu halten. Dort sitzen wir meistens auf dem Boden oder auf Kissen, Stühle würden sich in einer Ernstsituation schlecht mitnehmen lassen.">>
Erklärt er schließlich, wobei Atevora dies nicht als notwendig erachtet hatte. Sie kann sich dumpf noch an damals erinnern, als sie mit anderen Personen bei der Protektorin des Larisgrüns anklopfte. Sie nahm sie freundlich in Empfang, führte sie jedoch nicht ins innere ihres Heimes – obwohl Atevora dies ungemein interessiert hätte, schließlich lebt Niniane in einem riesigen verzaubert und magisch anmutenden Baum – sondern in ihren, nun, nennen wir es Garten. Auch dort nahmen sie auf weichen Kissen Platz die am Boden lagen. Darum, und aufgrund des Fehlens anderer Sitzgelegenheiten, hatte sie schon damit gerechnet, dass es sich hier ähnlich verhalten würde.

Während der Elb alles passend für den kleinen Schaukampf arrangiert, wird der Magierin langsam aber sicher unerträglich warm, weswegen sie sich nach einer Gelegenheit umsieht sich ihres Mantels zu entledigen. Ohne zu Fragen hängt sie ihren Mantel an das nächstbeste einigermaßen passende Objekt. So dient ihr kurzum eine Stange des Übungsbaumes als Kleiderhaken und improvisierte Garderobe. Dann begibt sie sich zum Bereich der dazu gedacht ist sich zu setzen, und während auch Tiandaril davon strebt um sich in eine passende Kluft schmeißen, drapiert sie ihr kleines Popöchen auf dem Boden. Ein wenig ratlos ist sie ob der Vorgänge sicher. Normalerweise treten sich Kontrahenten zur Übung zwar mitunter mit Holzwaffen, aber dennoch in der Kluft gegenüber, die sie bereits anhaben, und ziehen sich nicht vorher um. Interessante Bräuche. Und gewöhnungsbedürftig obendrein. Das Schweigen, die Ruhe, das Umkleiden, es gibt der bevorstehenden Handlung mehr Raum, misst ihr mehr Bedeutung bei. Es hat mit dem zuvor servierten Tee fast schon etwas rituelles an sich.

Nun ist sie also allein im Raum, zumindest scheinbar, denn nur dünne Wände aus Papier trennen sie von den beiden Männern. Diese verbergen vom Licht des Tages angestrahlt jedoch nichts. Exakt und scharf umrissen erkennt sie der beiden Männer Schatten hinter den geblichweißen hauchzarten Wände, sodass sie gut und gerne auch darauf verzichten und sich sogleich auch vor ihren Augen hätten entkleiden können.
Angeregt ruht ihr Blick zuerst auf Learcans und dann auf Tiandarils Silhouette und beobachtet die Zwei dabei wie sie sich entkleiden. Exakt zeichnen sich ihre Konturen ab, und regen ihre Vorstellung zur Gestalt der Körper hinter dem Papier. In ihr wächst die Lust hinüber zu gehen und ihre Finger über die nackte Haut gleiten zu lassen und dann genüsslich ihre Nägel in weiches Fleisch zu graben. Einem nach den anderen, oder gleich beiden gemeinsam. Derart vom anregenden Bild vor ihren Augen gefangen, bemerkt sie die näher kommende Tyra nicht. Erst als diese an ihrer Kleidung zupft wird sie der Kleinen gewahr. Sie spricht nicht, sondern lächelt nur zart und fein, und winkt ihr zum Gruß, wie man es über eine Entfernung hinweg normalerweise handhabt. Sie ist schmal, zierlich, sauber und offenbar Tiandarils Heimattracht gemäß gekleidet, doch die Haare wirken wirr uns struppig, was der kleinen auf einer seltsamen Art einen niedlichen und etwas ungestüm verwahrlosten Charakter verleiht. Insgesamt verstärkt sich bei der Kleinen Haltung und den sachten Bewegungen der Eindruck von Schüchternheit, und die ausbleibenden Worte tun ihr übriges. Vielleicht schweigt sie aber auch nur, weil dies hier so gewünscht wird. Womöglich ist es Teil des von Tiandarils praktizierten Brauchtums mit respektvoller Stille zu agieren und das Lärmen Abzustreifen um den Geräusche im Umfeld mehr Gewichtung zu geben und sie besser auf sich einwirken zu lassen.
Atevora erwidert der Kleinen Begrüßung mit einem mildem Lächeln und spricht dann mit weicher Stimme. „Hallo liebes. Bist du Tyra?“ Das Mädchen nickt zaghaft, und Atevora holt dabei die Puppe hervor. „Dann bist du die Künstlerin mit Nadel und Faden, die mir das kleine Püppchen gemacht hat.“ Wieder nickt sie, dieses mal weniger scheu, und ein stolzes glänzen tritt in Tyras Augen, doch sie spricht noch immer nicht. „Ich danke dir sehr dafür. Sie ist wundervoll.“ Tyras introvertierter Gestus bleibt, doch in in ihren Augen ist ein strahlen, wie es nur Kinderaugen können . Wieder spricht das Mädchen nicht, sie lächelt nur verschämt und scheu, und setzt sich einfach neben Atevora, und sieht sie in den ersten Augenblicken nur mit großen Augen an. Die Magierin schenkt Tyra ein gütiges Lächeln bevor sie wieder zu den Schatten hinübersieht.

Learcan ist der erste der hervortritt. Die Übungskluft verleiht ihm etwas anziehend exotisches, und die Eindrücke, welche das Kleidungsstück auf seine Brust freigeben tun ihr übriges. Lustvoll wird der Magierin Blick, während er auf des Nordmannes Oberkörper ruht.
Das Kind neben Atevora rutscht indes näher, vorsichtig, ein Stück, noch ein kleines Stück und Atevora merkt es nicht, und schenkt ihm auch keine Beachtung. Viel zu lockend ist das Bild, bis sich Tyra ganz unerwartet an die Magierin, lehnt. Es ist wie die wortlose Geste eines Kindes das den Schutz, die Zuneigung und Geborgenheit einer Mutter sucht. Überrascht wendet die Magierin ihren Blick ab und ihre Aufmerksamkeit kehrt zurück zu dem Mädchen. Was soll sie nun tun? Im Geiste geht sie rasch ihre Möglichkeiten durch. Sie vergleicht mit Bildern und Beobachtungen aus dem Alltag und wägt die Optionen ab. Sie entschließt kurzum ein gutmütiges und warmes Lächeln zu schenken, und dem Kind die Zuwendung zu geben die es anscheinend sucht. So lässt sie Tyra sich an sie schmiegen, und sich von ihr als lebende Lehne missbrauchen.

Tiandaril

Unregistered

7

Saturday, January 18th 2014, 10:43pm

Auch Tiandarîl kommt kurz darauf aus der Umkleide, in einen straff geschnürten Anzug verpackt. Mit einem leichten Lächeln, kaum zu erkennen, wird Tyra beäugelt, die sich anscheinend doch noch zu zeigen gibt. Wie sie da mit Atevora kuschelt wirkt äußerst harmonisch, was den Elben innerlich freut. Vor allem bei ihr wird es wohl noch lange dauern, bis sie gänzlich aufgetaut und zutraulich sein wird. Armes Mädchen. Aber irgendwie scheint sie sich der Shin stärker verbunden zu fühlen, als vielen anderen. Kurz widmet sich der Silberne an den Nordmann und erklärt ihm kurz die Regeln des folgenden Kampfes.

Beide Kontrahenten stehen sich nun gegenüber, der eine in einem weißen, der andere in einem schwarzen Anzug, von denen unzählige weitere an den Wänden hängen. Learcan lässt sich nicht anmerken, dass diese Form von Kleidung neu für ihn ist, er ist jemand, der sich gut an etwas anpassen kann. Für Tiandarîl hingegen ist diese Form der Gewandung ein absolutes Normum. All seine Stücke haben einen ähnlichen Schnitt, werden ähnlich geschnürt und sind ähnlich luftig. Gleich ist es mit den Waffen. Während der Elb seinen schon tausendfach genutzten Holzstab in Schwertlänge mit einer runden Parierstange hält, hat sich der Nordmann recht schnell an das von ihm gewählte Holzschwert gewöhnt. Bewusst wurde zuvor dieses gewählt, es ist von Form und Gewicht dem Eigenen am nahesten. Langsam und sicher stellen sich beide Kontrahenten gegenüber, der eine mit einer klassischen Nordhaltung, der andere mit einer der vielen unkonventionellen Haltungen seines Dorfes. Wo der Nordmann eine lockere Haltung hat, die einem Panther oder einem Bären gleicht, der seine Beute umschleicht, wirkt der Elb von der seinen her wie eine Mischung aus einer Schlange und einem Pagen. Zwei Stile, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten.

Tiandarîl verbeugt sich, kniet nieder und senkt den Kopf auf den Boden, eine Respektbekundung gegenüber seinen Ahnen, während Learcan der Andacht nicht folgt, den Kopf aber aus Respekt vor den Sitten des Elben gesenkt hält. Wie erwähnt, ein sehr adaptiver Mann. Nun stehen sie beide da, die Schwerter im Gürtel verankert. So würden sie starten. Drei Treffer gibt es, wer mehr hat, zieht den Sieg mit sich. Es ertönt ein leichter Gong, von Tyra ausgeübt, die ein Gerät aus einem Fach hinter ihr hervorgeholt hatte, die Glocke hat eingesetzt, der Kampf beginnt. Während der Elb in einer eher krabbenartigen Haltung verharrt, tänzelt der Nordmann ein wenig, beide haben noch nicht die Waffe gezogen. Ersteinmal wird erkundet wer wie viel Nerven hat. Beide hätten davon genug, aber fast wie eine stille Vereinbarung rasen die Hände der zwei unterschiedlichen Kerle gen Griff der eigenen Waffe. Dabei ist der Elb schneller. Er befindet sich in seinem Element, der Kunst des schnellen Schwertziehens. Mit einem rauen Raspeln, Scharren und dem leichten Geruch nach Verbranntem trifft die Holzwaffe den Unterarm des Nordmannes, als dieser die Waffe bereits zu einem dreiviertel herausgezogen hatte. Nur ein blauer Fleck und ein wenig Schmerzen, Learcan ist jedoch an weitaus Schlimmeres gewohnt. Nichtsdestotrotz, eins zu null für den Elben. Freude lässt sich in seinem Gesicht jedoch nicht erkennen. Man soll sich nicht im Kampf über einen Sieg, geschweige denn den Sieg ergötzen. Dies wäre unkameradschaftlich.

Runde zwei. Wieder stehen beide einander gegenüber. Learcan ist nun vorsichtiger, auch sein Körper und alle Muskeln, die ihm anheim wohnen haben die Regeln dieses schmerzlichen Spiels verstanden. Kurz umkreisen sich beide, wobei Learcan deutlich den Orbit bildet. Tiandarîl bewegt sich nicht mehr, als nötig, gleich einer Kobra, die darauf wartet, zu reagieren. Wieder zieht der Elb die Waffe schneller, der Nordmann ist jedoch zu klug, um ein weiteres Mal auf den gleichen Trick hereinzufallen. Die Klinge verfehlt ihn, er hat einen Satz zurück gesetzt, ohne jedoch außer Handlungsreichweite zu sein. Hier sieht man einen weiteren Unterschied. Für den Elben heißt ein Treffer den Tod. Seine Waffe ist leicht, hart und scharf, schneidet durch Fleisch ohne Probleme. Learcan’s Waffe hat eine eher hackende Wirkung, bricht, verkrüppelt und wird mehrmals verwendet. Und so ist es nun der Nordmann, der mit seiner etwas schwereren Waffe in die Offensive geht, mit im Vergleich zu Tiandarîl’s Stab eher langsamen, aber dennoch raschen und kräftigen Schlägen, denen der Elb ausweichen muss. Zuerst läuft dies ohne Probleme ab, dann jedoch schlägt der Nordmann eine Finte, gerät somit in den Rücken des Elben. Eine schnelle Drehung, die Abwehr setzt zu spät ein und der Silberelb spürt ein gieriges Drücken und Quetschen in seiner Seite, als ihn dort das schwere Holz des Nordmannes trifft. Kurz keucht er auf, der Schmerz ist in seinem Gesicht deutlich zu erkennen. Learcan nimmt die Waffe herunter und klopft dem Elben auf die Schulter. Dieser hebt die Hand, um erkennen zu geben, er sei in Ordnung.

Es gongt zur dritten Runde, beide ziehen ihr Schwert zügig und distanzieren sich voneinander, der Nordmann schneller, als der Elb. Während Learcan sein etwas kürzeres Holzschwert in einer Hand hält, dieses locker kreisen lässt, obwohl der Arm an der Stelle, an der er zuvor getroffen wurde, dicker und steifer wird, hält Tiandarîl das seine fest mit beiden Händen umschlossen. Wieder kreist der Nordmann um das Spitzohr herum, wie eine Raubkatze, die nach einer Schwachstelle sucht… und findet. Die Seite soll es wieder sein! Wie zuvor auch. Learcan deckt den Elben mit wilden Schlägen auf dessen linke Seite ein, eine Finte. Auf einmal täuscht er einen weiteren Schlag an, nur, um diesen durch einen geschickten Gelenksdreher auf die rechte Seite zu bringen. Geistesgegenwärtig geht der Elb tiefer, winkelt das Schwert an und fängt den Streich ab, lenkt ihn auf die eigene Parierscheibe. Kurz entsteht ein gegenseitiges Aneinanderdrücken der Waffen, welches rasch von Learcan unterbrochen wird. Umschwenken, also ein kurzes Lösen der Spannung, ein kleiner Schlenker, nur um dann die Klinge wieder auf die Bahn zu bringen, diesmal zwischen Scheibe und Finger des Elben. Als Learcan kraftvoll sein Schwert nach oben zieht, hat der Elb bereits losgelassen. Verloren hätte er das Schwert ohnehin, aber seine Finger würde er so noch immer gebrauchen können. Learcan hingegen bekommt mehr Schwung als erwartet, das eigene Schwert hebt sich über den Kopf, um den Elben zu fällen. Dieser springt jedoch aus der Krebshaltung hervor, greift die hinter dem Kopf befindlichen, noch immer abfallenden Handgelenke des Nordmanns und zieht mit Kraft abwärts. Learcan kommt aus dem Gleichgewicht, da wird die Hand verdreht. Mit Kämpferroutine dreht der Nordmann sich ein, um der Verbiegung entgegenzuwirken, da dreht sich das Gelenk in die andere Richtung, dann nach unten. Solch unbekannten Kniffen ist bei Erstkontakt auch Learcan nicht mehr gewachsen. In seiner Heimat konzentrierte man sich hauptsächlich auf die Balance des Torsos, der Oberschenkel, Kniekehlen und Schulter. Hand- und Fußgelenke, sowie Finger oder Nackenwirbel gehören weniger zu den balancebrechenden Biegepunkten der ihm bekannten Kulturen. Etwas, an das er sich jedoch schnell gewöhnen wird. Als flexibler Kämpfer muss dies so sein. Dennoch, für den Moment ist er machtlos, ein Fußstoß Tiandarîl’s bricht die Spannung völlig und der Nordmann macht fast einen Überschlag, landet jedoch sanft, ein Beiläufer des Weges der gelenkten Energie, auf dem Rücken. Als jedoch der Finger des Elben den Kehlkopf berührt, ist der Kampf vorbei.

Weggezogen wird der Finger, gleitet zur Hand des Nordmanns, um diesem, breit gebaut, wie er ist, heraufzuhelfen. Beide atmen etwas schwerer, ein Kampf verbraucht immer wahnsinnig viel Energie, geben sich jedoch freundschaftlich die Hand. Kurz verbeugt sich der Silberelb, ruft dann nach Tyra: „Kleine Tyra, seid doch so lieb und bringt uns etwas kühlende Kräuter!“

8

Sunday, January 19th 2014, 11:12am

Obwohl er am Ende verloren hat, hat Learcan den fairen Wettkampf wirklich genossen. Ihm war gar nicht bewusst, wie sehr er dieses Kräftemessen vermisst hat.
"Es war mir eine große Freude, mich mit Euch im Kampf zu messen. Habt Dank dafür. Und für Eure Gastfreundschaft!", sagt er höflich lächelnd und verbeugt sich vor Tiandaril, so wie er es zuvor bei dem Elb schon des öfteren gesehen hat.
Dann befühlt der Normander seinen lädierten Arm, der bei Berührung empfindlich schmerzt und an der getroffenen Stelle wahrscheinlich noch einige Zeit in den buntesten Regenbogenfarben schillern wird, was Learcan aber mit einem Achselzucken abtut, da es sich um keine ernsthafte Verletzung handelt. Das war es auf jeden Fall wert! Learcan hat es sehr viel Spaß gemacht, mit dem Elben zu kämpfen. Eine neue Erfahrung, die mitunter schmerzhaft, aber sehr lohnenswert war.

Learcans nächster Blick gilt Atevora, die mit dem kleinen Mädchen einträchtig auf den bodennahen Kissen zusammen sitzt. Ein Bild voller Harmonie, das die Shin in ein weiches, fast schon mütterliches Bild setzt.
Learcans und Atevoras Blicke treffen sichfür einen Augenblick, dann springt Tyra dazwischen, die sich schnell erhebt, um Tiandarils Aufforderung nachzukommen, einige kühlende Kräuter zu holen.
Wenig später umgibt ein angenehm kühlender Umschlag Learcans Unterarm. "Vielen Dank kleine Lady", bedankt sich Learcan bei dem Mädchen mit den wirren Haaren und lächelt dabei milde. Tyra ist jedoch sehr schüchtern, daher schweigt sie und huscht schnell davon, um erneut Atevoras Nähe zu suchen.

Atevora

Unregistered

9

Sunday, January 19th 2014, 3:24pm

Den Schlagabtausch der Beiden Kontrahenten zu betrachten ist ein wahrer Hochgenuss. Der Eine kraftvoll, stark, energisch, der Andere in sich ruhend, sparsam und präzise. Zwei Stile sich zu bewegen wie sie unterschiedlicher nicht sein können, aber gerade dieser Gegensatz ist grandios zu beobachten. Das kleine Mädchen in Atevoras Armen betrachtet ebenso aufmerksam wie gebannt das Geschehen wie die Magierin selbst, was bei dem eindrucksvollen Schauspiel auch nicht verwunderlich ist. Sie rutscht näher und zuckt als Tiandaril getroffen wird. Sie ist ein sehr sensibles Mädchen, und ihr liegt offenbar sehr viel an dem Elben, aber das ist etwas das Atevora nur am Rande erfasst, denn ihre Aufmerksamkeit gilt dem Zweikampf selbst.
Learcan ist gut, sehr versiert im Umgang mit der Waffe, und manch geschickte Finte setzt dem elbischen Kampfmeister zu, doch letztendlich ist dieser besser. Mit einem äußerst unerwarteten Manöver schickt er den Normander auf den Boden und gewinnt den Kampf. Die Magierin ist begeistert, ganz besonders von dem letzten Streich. Er ähnelt dem Kampfstil den sie bei den Schädelwächtern im Gebrauch mit Messern und Dolchen beobachtet hatte. Sie bezeichneten diese Elemente als ringen. Deren Bewegungen waren allerdings wesentlich roher und wuchtiger, als die des Elben. Das hier jedoch wirkte wesentlich prägnanter, es erinnerte sie seltsam an das plötzliche schnelle und gezielte Zustoßen einer Schlange. Das überwältigen des Gegners mit bloßen Händen, waffenloser Kampf der mit Schnelligkeit, Präzision, Dynamik Schwung und Gleichgewicht arbeitet. Diese Kampftechnik und der daraus resultieren mögliche Überraschungsmoment erscheint ihr als sehr interessant. Ob er ihr etwas davon lehren kann? Wenn dies der Fall ist, so wird sie allerdings wohl erst die Zeit dazu finden sich diesem Training zu widmen, wenn sie diese elendige Geschichte mit Nabil abgeschlossen hat. Ob Tiandaril auch den Stabkampf beherrscht? Sie hat von Arrows damals auf Reisen eine kleine Einführung in Verteidigungstechniken bekommen und sich (ganz im Gegensatz zur Handhabung eines Bogens) nicht ganz ungeschickt angestellt. Eine Auffrischung und Erweiterung im Umgang mit dieser Waffenart würde sie brennend interessieren, ganz besonders nach dem letzten Fund in ihres Lehrmeisters alten Hort. Seitdem sie einen weiteren magischen Ring erlangt hat, haben auch die Fähigkeiten ihrer angeborenen Gabe eine Erweiterung erfahren. Sie hat an alten viel besehenen Orten Verstecke entdeckt und ergeht sich seither in einer kleinen Schnitzeljagd. Ein Hinweis führt zum nächsten, zu einem weiteren verborenen Ort, einer Nische, einem Schloss einer versteckten Kammer und es lechzt danach ihr Geheimnis zu ergründen um es zu öffnen und nachzusehen welch Überraschungen darin verborgen sind. Letztens fand sie einen Stab, eindeutig einen Magierstab, der eine ungeahnte Anziehung auf sie ausübte. Sie kam noch nicht dazu zu ergründen was sich dahinter verbirgt, doch allein weil es sich um einen magischen Gegenstand handelt, ist immer eine gewisse Vorsicht angebracht. Es ist ratsam ihn zuerst von Kundigen untersuchen zu lassen um seine Beschaffenheit zu erfahren, doch dazu nahm sich die Magierin bisher noch keine Zeit und auch das Geld hat sie dazu noch nicht aufgewendet. Sie ist zwar mittlerweile wohlhabend, doch sie sollte trotzdem tunlichst darauf achten ihre finanziellen Mittel nicht zu überstrapazieren. Diese ganze Angelegenheit für das Wohl dieser Stadt, ihre wohltätige Fassade und das Treffen mit Arúen haben sie sehr zur Kasse gebeten. Alles zusammen hat die Erlöse aus dem Verkauf der Schmuggelware vom Sklavenhändlerschiff längst aufgezehrt und sie finanzierte alle Belange seither wieder aus den laufenden Einnahmen ihrer Geschäfte und Unternehmungen. Da sie derzeit ihre Zeit Nabil widmet und ihrer Rolle als seine neue Gefährtin wahrnimmt, sind natürlich zusätzliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen, denn die Möglichkeit ihren zusätzlichen Geschäften nachzugehen ist dadurch mehr als nur in Mitleidenschaft gezogen. Aber wenn alles gut geht, dann würde der Gewinn die Einbußen und die Aufwendungen mehr als ausgleichen. Dazu muss nur dieser Händlermagnat fallen, und er wird fallen, dafür wird sie Sorge tragen.

Derzeit beschäftigt sich die Eismaid jedoch mit anderen Belangen und zwar den Männern vor ihr. Sie atmen von der Anstrengung ihrer Vorführung schwer. Bei Learcan ist die Tunika längst verrutscht und entblößt den Großteil seines Oberkörpers, seine Haut glänzt dabei nass vom Schweiß. Verlockend. Stellt die Eismaid fest.
Ihre Blicke treffen sich. Leider viel zu kurz, denn das kleine Mädchen steht eilig auf und läuft auf ihren schnellen Kinderbeinchen hurtig davon.

Die Magierin zeigt wieder ein warmes Lächeln als sie dem flinken Wesen hinterher sieht. Dann steht sie auf um sich zu den beiden Männern zu gesellen.
„Dieser Kampf war ein ganz spezieller Höhepunkt des Tages. Ich hatte nicht geahnt, dass ihr derart geschickt im Umgang mit der Waffe seid Herr Learcan. Wie geht es eurem Arm, schmerzt er sehr?“ Erkundigt sich Atevora und lässt bei ihren Worten die Finger über die betreffende Stelle gleiten, sacht und zärtlich gerade so, dass sie die Härchen auf seinem Arm berührt und nicht die Haut selbst. Dann wendet sie sich dem Schwertmeister zu: „Und Herr Tiandaril, die Weise wie ihr Learcan aus dem Gleichgewicht gebracht habt war besonders interessant zu betrachten. Wie nennt sich diese Technik? Sie hat mich dezent an die Verbindung von Messer und Dolchkampf mit Ringen erinnert. Lernt ihr auch diese gerade gezeigte waffenlose Verteidigungstechnik euren Schülern? Lernt ihr auch den Stabkampf? Wie handhabt ihr generell den Unterricht, und wie viel verlangt ihr dafür?“
Da sind nun einige Fragen auf den Elben zugekommen. Es fällt vielleicht auf, dass sie sich zwar nach dem Hieb erkundigt, der Learcan traf, aber sie im Vergleich nicht selbe Besorgnis bei Tiandaril zeigt, obwohl des Nordmannes Schlag vermutlich weit brutaler und mit mehr Wucht ausgeführt war. Natürlich interessiert sie eigentlich nicht einmal Learcans Arm, aber beim Elben erkundigt sie sich nicht einmal des Brauches wegen, schließlich ist er ein Kampfmeister, und der muss sowas ihrer Meinung nach einfach aushalten. Learcan dagegen hatte hier nur einen Gastauftritt, und dafür hat er sich ungemein gut geschlagen, zumindest aus der Magierin Sicht.

Alsbald ist Tyra zurück mit Tüchern, Wasser und einer aromatisch duftenden Kräuterpaste. Mit gezieltem kindlichem Ernst nimmt die Kleine die ihr zugewiesene Aufgabe ernst und verarztet Learcans Unterarm. Sie ist vollkommen in ihrem Tun vertieft, dass sie ihre Scheu dabei sogar für einige Augenblicke zu vergessen scheint. Als sich der Normander mild und Väterlich bei der kleinen Dame bedankt, tritt sie jedoch rasch den Rückzug an und huscht eilig zu Atevora.

Es ist schon merkwürdig. Warum zieht es die Kleine zu ihr? Nachdenklich sieht die Magierin auf die Achtjährige hinab, die sich wieder dich an sie drängt und nimmt sie unter den Arm wie unter einen schützenden Mantel. Nicht weil es ihr Instinkt oder innerstes Bedürfnis wäre diese Geste zu zeigen, sondern weil genau diese stets andere Personen gegenüber Kindern an den Tag legen. Sie stellt sich durch Tyras Verhalten nun unweigerlich einige Fragen. Wäre sie fähig ein Kind großzuziehen? Ihm das zu geben was es braucht um sich erfolgreich zu entwickeln in die Gesellschaft einzufügen und ein zufriedenes und ausgefülltes Leben zu führen? Sie hatte es bisher ausgeschlossen, denn schließlich ist sie nicht fähig zu lieben, und Mutterliebe ist offenbar ein tragendes Kernelement bei der Versorgung des Nachwuchses. Würde es vielleicht reichen verantwortungsvolles und konsequentes Handeln an den Tag zu legen und dem Kind nur das Gefühl von Liebe und Geborgenheit zu vermitteln, es also nur vordergründig zu zeigen ohne es tatsächlich zu empfinden? Ist sie fähig über lange Dauer so zu handeln wie es das wachsende und erwachsen werdende Geschöpf benötigt? Ein anregendes Experiment dem sie vielleicht einmal nachgehen könnte.

So wenig sie von Gefühlen versteht, und so wenig sie sich in des Kind einzufühlen vermag, so weiß sie doch, dass es nicht ratsam ist ein Lebewesen in der Flucht und der Furcht zu bestärken, wenn diese gezeigte Handlung nicht notwendig ist. Ihrer Meinung nach bedarf es zwar an Rückhalt und einer haltenden Hand, und dennoch gehören jene die gewisse Probleme haben gefordert und bestärkt damit sie die Kraft aufbringen neue Hürden zu bewältigen und daran zu wachsen. So schiebt sie die Kleine, die sich an ihre Seite gedrückt hat, ganz sacht vor sich, ohne sie loszulassen oder von sich zu schieben. Ehe es sich das Mädchen versieht steht nahezu offen und mitten in der Runde. Die kleine Dame, welche Learcan scheinbar meiden möchte, blickt ganz überrascht und fragen zu Eismaid hoch, welche Cinaeds von Güte getragene Mimik imitiert und dann in die Knie geht um mit dem Mädchen auf selber Höhe zu sein. „Tyra? Fürchtest du dich vor dem großen Nordmann?“

Tiandaril

Unregistered

10

Sunday, January 19th 2014, 4:50pm

Sachte fasst sich der Elb an die Seite. Seine Rippen sind nicht gebrochen, aber ein dicker Bluterguss würde ihn noch für einige Tage brandmarken. Auch ihm wird ein Tuch mit Kräuterpaste überreicht und er schiebt es zwischen dem durch die Kampfkleidung geschaffenen Schlitz an seine Seite. Kurzes Brennen, Pochen, dann lichtet sich der Schmerz etwas, wird taub und kühl. Auch Learcan wird es so ergehen. Hätten sie mit scharfen Waffen gekämpft hätte der Silberelbe gebrochene Rippen und vielleicht sogar innere Schäden, während dem Nordmann ein Arm fehlen würde. Vermutlich würden beide umkommen oder zumindest lange mit dem Fährmann verhandeln müssen, um doch noch auf der grünen Seite des Flusses zu bleiben. So haben sie jedoch nur ein Andenken, dass sie noch einige Tage spüren sollten. Insgesamt viel der Kampf sehr gut aus. Learcan ist wahrlich ein guter Kämpfer und die Stile waren einander ebenbürtig. Kurz muss er an seinen Vater denken, als er diesen das letzte Mal zu Gesicht bekam. Damals hatte dieser einen Narg ohne größere Schwierigkeiten auf dem Boden fixiert, woraufhin dieser sich mit den Worten: "Die Kunst der Elben hat die Kunst der Narge besiegt.", bedankte. Ein wahrlich respektvoller Krieger. Tiandarîl's Meister jedoch antwortete direkt: "Unsinn! Nicht meine Kunst hat deine besiegt, sondern ich einfach nur dich. Lerne junge und du wirst besser werden, als ich. Je mehr die Tätigkeit gefühlt und praktiziert wird, desto näher kommt man der Perfektion an sich." Dass Tiandarîl zumindest in der Kunst des schnellen Schwertziehens noch weit von Perfektion entfernt ist, spürt er im Moment deutlich. Er sollte mehr die Schwertkunst üben, in den letzten Monden hat er vorwiegend den Weg der harmonischen Energie geübt und mit einigen anderen Künsten angebandelt, deren Muster er auf seinen Reisen notierte. Von einem Kampftanz war die Rede und einer elbischen Kunst, die so viele Stile kannte, wie Elben, die sie praktizieren. Größtenteils scheint sie ausgestorben zu sein, doch der Elb fand einst ein Kompendium mit Mustern. Wenn er doch nur mit den Geistern reden könnte, sie würden ihm so vieles lehren können.

Auf Atevora's Fragen hin hebt er kurz die Hand. "Sprechen wir doch bei einem Tee darüber, mit ein wenig Ruhe lässt sich sicherlich mehr Klarheit schaffen." Als Atevora mit Learcan spricht, beobachtet der Silberelb dies mit Wohlwollen, achtet jedoch auch auf Tyra, als diese kurz darauf in die Mitte des Trios geschoben wird. Auf die Frage der Shin antwortet sie mit einem Kopfschütteln und klatscht die flache Hand zweimal sanft in des Nordmann's Seite, um zu zeigen, wie mutig sie ist. Dann blickt sie wieder die Shin an und zieht an ihrem Ärmel, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. "Männer stinken immer nach dem Kampf, vor allem aber Dreikinn", flüstert sie und schaut sich um, auf der Suche nach einem in die falsche Richtung weichendem Wort. Alle Wörter bleiben jedoch im Gefüge und erreichen nur die Shin. Daraufhin duckt die kleine Dame sich unter dem Arm der Shin weg und stromert gen Foyer. Tiandarîl sieht dies als Zeichen und deutet mit der Hand auf die Tür. "Lasst uns gehen und uns ein wenig bei einem Tee erholen.", und geht voran.

Draußen haben die beiden Jungs bereits einen kleinen, runden Tisch aufgebaut und die Utensilien abgestellt. Erwartungsvoll hoffen sie, dass es ihrem Meister gut geht, dieser nickt nur und gibt ihnen zu erkennen, dass sie sich nicht unweit von der Dreiergruppe gemeinsam mit Tyra hinsetzen sollen. Als alle Platz genommen haben, nimmt der Elb eine kleine Schüssel mit getrockneten, grünen Teeblättern in die linke Hand und ein Art halben Schneebesen aus Holz, der etwas an ein gesplittertes Fass mit Griff erinnert. Sachte wird das Werkzeug durch die Schüssel geschliffen und erzeugt einen sanften, kratzigen Rhythmus. "Wisset, dass dieser Tee in meinem Dorf der wertvollste ist. Erst nach zehn Jahren stetiger Übung ist es erlaubt, diesen zu servieren.", erklärt er das Ritual. "Manche Teemeister würden das Bräu, das ich nun herstelle vermutlich ausspucken, so sehr können sie die Erfahrung im Pulver erschmecken." Weitere Kreisbewegungen. "Zu Euren Fragen, werte Lady Shin, die Kunst die Ihr gesehen habt, war ein Verbund aus sowohl dem Stil des schnellen Schwertziehens, als auch dem Weg der harmonischen Energie. Im Speziellen heißt die Technik den Pfeil nicht die Sonne stechen lassen. Generell verfolgt die Kunst der harmonischen Energie dem Bestreben, die Energie des Kontrahenten gegen ihn zu verwenden. Ich brauchte nicht viel Kraft, denn Learcan's war ausreichend, um ihm zum Verhängnis zu werden. Dies ist die Quintessenz dieses Stils. Sie stellt eine rein defensive Form dar, die zur möglichst gewaltfreien Konfliktlösung dient." Weiter geht das rhythmische Scharren, stoppt dann jedoch abrupt. Das Pulver wird auf drei Tassen verteilt, eine auf einem Teelicht kochende Kanne wird genommen, um die henkellosen Tassen zu füllen. Learcan und Atevora müssen diese nach Anweisung mit beiden Händen umfassen, als würden sie ein kleines Kind halten. Das heiße Wasser ist eingegossen und vermischt sich mit dem Pulver zu einer eher unappetitlich aussehenden, giftgrünen Flüssigkeit. Der Elb hebt die Tasse. "Diesen Tee trinkt man in zwei bis drei Schlucken, um den maximalen Geschmack zu genießen. Danach wird traditionell eine Süßigkeit zu sich genommen, die neben Eurem Untersetzer zu finden ist." Dort liegt jeweils ein kleines Papierbündel mit gepresstem Puderzucker und Blütenblättern. Ein Schluck wird genommen. "Ringen ist nicht so unähnlich, der Schwerpunkt ist jedoch anders. Ich agiere defensiv, nicht offensiv und mein Fokus liegt eher auf Gelenken, als auf generellen Balanceknoten... wartet... Balancepunkten. Ringen ist ambivalenter in dieser Hinsicht, es nutzt jedoch mehr Eigenkraft. " Ein weiterer Schluck. " Sowohl diese Technik und diese Kunst, wie auch der Stabkampf wird von mir unterrichtet. Größtenteils nur im defensiven Sinne, da dort mein Fachareal... Fachgebiet liegt, aber ich habe einst auch die Tierstile und Kompaniewaffenführung gelernt. Wenn Ihr interessierte seit, könnte ich Euch gerne darin unterrichten." Der letzte Schluck, dann wird die Tasse abgestellt. "Was mich zu der nächsten Antwort führt: Die Preise sind variabel, zahlt so viel, wie Euch genehm ist und kommt wann immer Ihr möchtet. Ich biete auch Heimunterricht an, wenn Euch danach stehen sollte. Ein Programm wird vollkommen nach Euren Fähigkeiten und Wünschen gestaltet." Nun wird das Papier geöffnet und die Süßigkeit genossen, die den extrem bitteren Geschmack des Tees wieder ausgleicht. Kurz blickt der Silberne zu Learcan herüber und betrachtet seinen Arm. "Braucht Ihr noch etwas für den Schlag, Herr Learcan?"

Wenig später, nachdem die anderen beiden den bitteren Tee ebenfalls getrunken haben, wendet sich der Meister an seine beiden Schüler. "Seid so gut und bringt uns die Reiskuchen.", womit die beiden Jungs sofort aufstehen und in einem Hinterraum verschwinden.

11

Sunday, January 19th 2014, 9:59pm

Die Kräuterpaste auf Learcans Arm riecht sehr angenehm und führt überraschend schnell zu einer Linderung. "Es geht schon wieder", versichert Lercan angesichts der von Atevora gezeigten Besorgnis. Eine leichte Gänsehaut überzieht seinen Arm, als die Shin sanft darüber streicht.
Die Fragen, die Atevora dann äußert, wecken auch Learcans Interesse. Er hätte durchaus Lust zu einem weiteren Schlagabtausch oder zu einer Übungsstunde in einer Waffenart, die er noch nicht beherrscht. Allerdings ist der Preis für ein solches Unterfangen ein nicht unwesentlicher Aspekt. Learcan verfügt zwar über ausreichende Mittel für seine Reise, ist jedoch gezwungen, seine Reisekasse hin und wieder aufzufüllen, damit ihm ein genügend großes Polster bleibt. In dieser Stadt hat er bisher nur Geld ausgegeben. Sein Aufenthalt in Talyra dauert bereits länger als geplant und wie es aussieht, wird er hier noch längere Zeit bleiben. Daher muss er sich demnächst entweder eine günstigere Unterkunft suchen, eine Arbeit finden oder mit seinem Geld haushalten.
Tiandaril verspricht, Atevoras Fragen bei einer Tasse Tee zu beantworten, was Learcan mit freudiger Erwartung zur Kenntnis nimmt, denn er verspürt nach der Anstrengung tatsächlich etwas Durst. Ein großer Becher Bier wäre ihm zwar lieber, aber ein Becher Tee tut es sicher auch.

Zuerst rückt jedoch Tyra noch einmal in den Mittelpunkt des Geschehens. Von Atevora in die Mitte geschoben, zeigt sie sich nun mutiger und wagt es sogar, Learcan kurz anzufassen. So als wäre er ein bissiger Hund und als gehörte es zu einer Mutprobe, das bissige Tier kurz zu streicheln. Learcan amüsiert das sichtlich und er denkt darüber nach, die Kleine zu erschrecken, indem er kurz bellt oder zu knurren anfängt. Aber er will das arme Kind, das noch immer nicht offen zu sprechen wagt, nicht noch weiter irritieren oder gar ängstigen. Daher unterlässt er sein Vorhaben und verliert dann auch schnell wieder das Interesse an dem Mädchen, das sich im Nebenraum zu den beiden Jungs gesellt.

Die nun im Nebenraum folgende Teezeremonie ist aus Learcans Sicht so seltsam wie gleichzeitig faszinierend. Zunächst hat der große Nordmann Schwierigkeiten, sich formvollendet an den Tisch zu setzen. Learcan weiß nicht recht, wohin mit seinen langen Beinen. Sie scheinen immer im Weg und der Schneidersitz auf Dauer nicht bequem. Schließlich schafft er es aber, ruhig zu sitzen, dem Meister zuzuhören und andächtig zuzusehen, wie Tiandaril in einer Schüssel herumrührt. Ziemlich lange. Learcan hofft, dass es nicht die angesprochenen zehn Jahre werden. Aber er fühlt sich sehr geehrt, dass der Elb ihnen seinen kostbarsten Tee serviert. Von Gastfreundschaft versteht er wirklich etwas, denkt Learcan tief beeindruckt, während er Tiandarils Erklärungen zu seiner Kampftechnik lauscht. Den Pfeil nicht die Sonne stechen lassen? Learcan zieht die Brauen leicht zusammen, als er dies hört. Dann war ich also der Pfeil und er die Sonne? Was die Aufarbeitung des Geschehens angeht, so stellt der Normander fest, dass ihm der wortlose Kampf lieber war. Learcan sah sich zumindest nie als Pfeil und das Defensive an der ganzen Geschichte will er nicht sehen. Sein Arm erzählt ihm gerade etwas anderes.
Gebannt blickt Learcan dann in die Tasse, die inmitten seiner großen Hände sehr zerbrechlich wirkt. Der Inhalt sieht nicht gerade verlockend aus. Folgsam nimmt der Normander einen Schluck und bläht dann kurz die Backen. Das Zeug schmeckt einfach widerlich. Learcan kann den Teemeistern sehr gut nachempfinden, dass sie das Gebräu zuweilen wieder ausspucken möchten. Aber Learcan ist ein höflicher Mensch. Sehr viel zivilisierter als manch anderer Nordmann und somit bemüht, sich den fremden Sitten anzupassen. Also schluckt er das Gebräu herunter und wirft dabei einen kurzen Seitenblick auf Atevora, um zu sehen, wie es ihr schmeckt.
Seltsamerweise ist der zweite Schluck nicht ganz so unangenehm. Wahrscheinlich hat sich Learcans Gaumen an den Tee gewöhnt, der zumindest den Durst gut zu löschen vermag. Gedankenverloren stopft sich der Normander dann die Blütenblätter in den Mund, während er weiterhin aufmerksam zuhört. Ihn interessiert am ehesten der Stabkampf, aber Learcan ist noch unentschlossen. Tiandaril unterrichtet eine hohe Kunst und sollte auch entsprechend entlohnt werden. Learcan hat seinen Stolz und möchte nicht in Tiandarils Schuld stehen, weil er auf Dauer vielleicht nicht ausreichend für dessen Dienste bezahlen kann. Daher beschließt Learcan, die Angelegenheit erst einmal gründlich zu überdenken und keine voreiligen Beschlüsse zu fassen.
"Ich werde mir Euer Angebot durch den Kopf gehen lassen, denn mein Interesse habt ihr bereits im Nebenraum geweckt", gibt Learcan zu und neigt noch einmal kurz den Kopf, bevor er seine Tasse auf den Tisch zurück stellt,um seine Beine neu zu ordnen.
<"Braucht Ihr noch etwas für den Schlag, Herr Learcan?"> fragt Tiandaril fürsorglich, aber Learcan verneint dies. "Nein danke. Die Kräuter tun bereits einen guten Dienst. Was für Kräuter sind das?" fragt er kurz nach, bevor er eine höfliche Frage an Atevora richtet. "Welche von den Techniken ist für Euch von Interesse, Lady Savena? Werde ich Euch eines Tages vielleicht beim Ringkampf bewundern können?" fragt er und lächelt dabei eine Spur zu breit.

Atevora

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12

Monday, January 20th 2014, 11:44pm

Tyras geflüsterte Worte zaubern ein Schmunzeln auf Atevoras Lippen. Sie könnte nicht sagen, dass sie Learcan oder Tiandaril gerade als stinkend wahrnehmen würde. „Ah, so ist das.“ Lässt sie nur ebenfalls flüsternder Weise amüsiert verlauten. Das Mädchen ist auf eine gewisse Weise erfrischend eigensinnig.

Die Einladung zum Tee schlägt Atevora natürlich nicht aus, und so folgt sie zusammen mit Learcan dem Elben. Das Ritual das nun folgt ist eine gänzlich neue Erfahrung. Vor allem stellt es Atevoras Geduld äußerst auf die Probe, denn dieses scharrende Geräusch das der Elb da fabriziert ist eine wahre nervliche Herausforderung. Glücklicherweise beginnt Tiandaril ihre Fragen zu beantworten, sodass es ihr gut gelingt das Hintergrundgeräusch aus ihren Gedanken auszublenden. Das war also die Kunst der harmonischen Energie? Sehr interessant.
Die Magierin ist mehr als erleichtert, als der Elb mit seinem Rühren endet. Gebannt beobachtet sie, wie er das entstandene Pulver aufteilt und mit Wasser übergießt. Die Flüssigkeit, die dabei herauskommt sieht aus wie eine giftige schäumende Brühe. Sie versucht allerdings nicht all zu skeptisch auf das Getränk mit zweifelhafter Farbe und Beschaffenheit zu blicken, schließlich erwähnte er, dieser Tee wäre eines der höchsten Güter in seinem Dorf. Als sie davon kostet, hat sie ihre Liebe Not nicht angeekelt den Mund zu verziehen. Wie widerlich! Ihr ist sogar fast so als wollten ihre Geschmacksknospen die Flucht ergreifen und aus dem nächsten Fenster hüpfen. Sofort linst sie verstohlen zu Learcan, der ebenfalls an der Tasse nippt und seine Reaktion ist Göttlich. Einen Moment dachte sie fast er würde die Flüssigkeit zurück in die Schale spucken, und als sich ihre Blicke treffen, kann sie ein wissendes Grinsen nicht verbergen. Allerdings muss sie insgeheim zugeben, dass sie Learcans Gebaren auch ein wenig wundert. Sie war bisher noch nicht vielen Normandern begegnet, doch Learcan war mit Sicherheit mit Abstand der kultiviertest von ihnen. Sie sollte dringest mehr über seine Vergangenheit in Erfahrung bringen, und weshalb er kein so Raubeiniges Verhalten wie andere seines Volkes an den Tag legt.

Das Angebot von Tiandaril einfach so viel zu zahlen wie es ihr beliebt ist zu verlockend. Atevora hat überhaupt keinen Bezug dazu welcher Preis zu zahlen auch nur ansatzweise angemessen wäre, zudem besitzt sie ein sehr ausnützerisches Naturell und hat keine Probleme jemanden zu übervorteilen, weshalb ihr vorerst keine ähnlichen Gedankengänge kommen wie Learcan. Es wäre vorteilhafter für sie Cinaed wäre nun anwesend, um sie am rechten Weg zu halten den sie doch beschlossen hat einzuhalten.
Learcan ist der Erste der Tiandarils Ausführungen unterbricht. Er gibt Kund, dass sein Interesse geweckt wurde (was die Magierin keineswegs wundert), und erkundigt sich nach den Kräutern. Wenn die Magierin raten müsste, würde sie sagen, dass sich sicher Arnika darin befindet. Aber glücklicherweise muss sie das nicht. Der Elb seinerseits kommt vorerst jedoch nicht dazu eine Antwort abzugeben, denn Learcan richtet das Wort an die Eismaid, und der Schalk blitzt ihm bei der Frage förmlich aus seinen Augen. Schelm. Ein spitzes, eindeutig amüsiertes Schmunzeln stiehlt sich augenblicklich auf Atevoras Lippen und ihre Augenbrauen schieben sich adrett in die Höhe bevor sie darauf antwortet: „Mir scheint aus Euch spricht der Wusch, dass ich Euch auf einer weichen Unterlage aufs Kreuz lege, hm?“ Sie hört Handbrecher hinter ihr leise feixen, lässt ihm aber nicht mehr ein flüchtiges Lächeln mit einem ebenso flüchtigen Seitenblick zukommen. „Tatsächlich interessiert mich vorerst der Umgang mit dem Kampfstab.“ Dann wendet sie sich wieder dem Elben zu: "Ich werde zweifellos auf auf das Angebot zurückkommen, Herr Tiandaril. Allerdings solltet ihr euch Preise überlegen. Es ist sehr schwer für jemanden, der keinen rechten Bezug zu dieser Materie hat, eine angemessene Summe abzuschätzen.“ Wenn er ihr noch einmal so etwas anbietet, wird sie ihrem Naturell wohl nicht mehr widerstehen können, und ihn schlichtweg übervorteilen.

Tiandaril

Unregistered

13

Tuesday, January 21st 2014, 9:47am

Tiandarîl blickt zunächst ein wenig verdutzt rein. Geld hat für ihn einen rein symbolischen Wert, mit der alleinigen Funktion, andersdenkende Personen dennoch zufriedenzustellen. Zuhause war es immer eine Qual, wenn seine Mitschüler sich immer beschämter fühlten, immer öfter auf den Boden blickten, bis sie schließlich inbrünstig versuchten, die Meister des Dorfes zu entlohnen. Sie scheinen nicht zu verstehen, dass die Wahrung der Kampfkunst und das Achten der Regeln genug Lohn ist. Die beiden Menschen vor ihm scheinen ebenso darauf erpicht zu sein, zu bezahlen, auch, wenn Learcan dies nicht so offensichtlich kundtut. Es braucht keinen Empathen, um zu erkennen, dass er sich bei solchen Geldfragen nicht sonderlich gut fühlt. Zumindest nicht im Moment. Viel Zeit für eine Antwort hat er jedoch nicht, da seine beiden Gäste beginnen, sich zu necken. Dafür jedoch, so glaubt zumindest der Elb, braucht es einen Empathen. Wieso ärgerten sie sich auf einmal? Und wieso schienen sie dabei Spaß zu haben. Seine Jungs schienen dies auch verstanden zu haben... Vielleicht sollte der Krieger seine Schüler bei Gelegenheit nach dem Humor der Herzlande ausfragen. Im Moment jedoch blickt er einfach nur blöd drein, so blöd, wie ein Elb es vermag, im Wesentlichen also noch immer recht klug. Dazu erwidert er bei zumindest zeitlich passender Stelle: "Ringkampf unterrichte ich nicht... aber wenn Ihr die sanfte Kunst meint, dann kann ich da ein wenig mit anpacken.", seine Stimme dabei kalkuliert wie immer. Letztens hatte er zwei Hafenarbeiter davon reden hören, sie würden bei einer Dame mit anpacken. Folgerichtig muss diese Redewendung also so etwas bedeuten, wie: jemandem helfen. Davon ist der Silberelb überzeugt. Dass eine Zweideutigkeit nicht zu verleugnen ist, wird ihm zunächst nicht bewusst. Wenig später fügt er noch an: "Was das Geld betrifft... vielleicht zwei oder drei Kupfermünzen? Oder ist dies zu viel?"

In ihrer ganz eigenen Geschwindigkeit kommt die kleine Tyra herbeigetrottet, ein Tablett mit neun kleinen Bällchen, die jeweils drei Arten zugeordnet sind, die eine Bällchengruppe ist umhüllt mit gelbem Puder, die zweite mit brauner Glasur umhüllt und die dritte in natürlichem weiß mit einem rosa Kern. Tyra verteilt jeweils ein Bällchen pro Gruppe pro Gast und Tiandarîl, sodass am Ende jeder drei Süßspeisen zur Verfügung hat. Tiandarîl greift sich das gelbe Stück und beginnt kurz zu erklären: "Dies nennen wir Reiskuchen, wie der Name sagt, wird dieses Produkt aus Reis hergestellt, gekochtem Reis, um genau zu sein, der dann mit einem Hammer zerstampft wird. Dazu werden dann verschiedene Gewürze verwendet, in die man den Kuchen... tunken? Ja tunken, glaube ich... tunken kann! Ich habe erst drei Sorten vorbereitet." Somit nimmt der Elb einen Bissen, wischt sich danach sofort die Hände an einem der drei ebenfalls von Tyra herbeigebrachten Handtücher ab. Dann öffnet er mit einem Ruck eine kleine Schublade unter dem Tisch, holt zwei Gabeln und ein Paar Stäbchen hervor. "Eigentlich isst man mit Besteck, aber der erste Bissen kann ruhig mit der Hand getätigt werden." Das gelbe Stück schmeckt eher nussig mit leichter süße, das zweite ein wenig nach Karamell und das dritte sanft süß mit einem leicht bohnigen Geschmack. Während der Silberne isst, wendet er sich noch einmal an Learcan. "Wo wohnt Ihr zur Zeit? " und gibt daraufhin Dreikinn die Anweisung "Atsukan" und "Umeshu". Sofort eilt der dicke Junge hinfort.

14

Tuesday, January 21st 2014, 7:01pm

Atevora bringt es auf den Punkt: <"Mir scheint aus Euch spricht der Wunsch, dass ich Euch auf einer weichen Unterlage aufs Kreuz lege, hm?"> Genau das war Learcan in den Sinn gekommen, aber er hatte es nicht so direkt ausdrücken wollen. "Damit könntet Ihr tatsächlich Recht haben...", gibt Learcan mit einem etwas schuldbewussten, aber immer noch schelmischen Grinsen zu und genießt den sehr flüchtigen Augenblick, in dem sich ihre Blicke treffen, bevor Atevora zu einer eher kühlen Antwort ansetzt.
Manche Spiele benötigen nicht viele Worte, folgen aber gewissen Regeln, die der Elb anscheinend nicht ganz versteht. Oder er mag diese Art von Spiel nicht, denn er sieht die beiden gerade recht ratlos an. Bei Tiandarils nächster Bemerkung, ist es jedoch Learcan, der ziemlich blöd aus der geborgten Wäsche schaut. <"Ringkampf unterrichte ich nicht... aber wenn Ihr die sanfte Kunst meint, dann kann ich da ein wenig mit anpacken.">
Häh ?? , ist alles, was dem Normander spontan dazu einfällt und während eines kurzen Moments peinlicher Stille, der nur von dem verhaltenen Glucksen eines der Jungen im Hintergrund unterbrochen wird, überschlagen sich Learcans Gedanken, wie dieser Satz wohl zu verstehen ist.
"Ja...davon bin ich überzeugt", antwortet der Nordmann schließlich trocken, aber nicht unfreundlich nach kurzem Zögern.

Zum Glück gerät wenig später das Gespräch wieder in sichereres Fahrwasser, als Atevora ihr Interesse am Stabkampf bekundet und über Geldangelegenheiten gesprochen wird. Dabei wird deutlich, dass der Elb keinen ausgeprägten Bezug zu Geld und Preisen hat. Learcan fragt sich, ob das typisch für dieses Volk ist. Ähnlich wie der Shin kommt auch ihm der Gedanke in den Sinn, wie leicht man Tiandaril bei Geschäftsverhandlungen über den Tisch ziehen könnte. Vielleicht lebt er hauptsächlich von Luft und harmonischer Energie?, überlegt der eher praktisch veranlagte Normander. Die Antwort auf diese unausgesprochene Frage kommt in Form von drei Reisbällchen, die als nächstes serviert werden. Wieder hört sich Learcan interessiert die dazu gehörige Erklärung ihres fürsorglichen Gastgebers an.
Normalerweise hätte Learcan nicht gezögert, sich das erste Bällchen ganz oder am besten gleich quer in den Mund zu schieben. In Bezug auf Tischetikette weist Learcans Verhalten noch deutliche Defizite auf. Jedoch ist er durch seine Erfahrung mit dem Tee vorsichtiger geworden. Er beugt sich ein wenig zu den Soßen hinunter und inspiziert zuerst vorsichtig die kleinen Kugeln, bevor er Tiandarils Beispiel folgt und einen winzigen Bissen nimmt. Hmm, lecker! "Die sind sehr köstlich!", urteilt er dann, bevor er dem Silberelb bereitwillig Auskunft zu seiner derzeitigen Wohnsituation gibt.
"Ich wohne in der Goldenen Harfe. Ein sehr empfehlenswertes Gasthaus! Ich überlege allerdings, mir etwas anderes zu suchen und mich für eine längere Zeit in dieser Stadt niederzulassen. Nicht für immer natürlich!", beeilt er sich hinzuzufügen, denn eine zu lange Bindung an einen Ort zieht er derzeit nicht in Betracht. "Ich habe schon viele Gegenden durchwandert und einige Städte besucht, aber Talyra scheint mir besonders zu sein. Es gibt hier so Vieles zu entdecken." Ein kurzer Seitenblick zu Atevora, die in Dinge eingeweiht ist, die er Tiandaril gegenüber noch nicht preisgeben möchte. Nicht weil er den Elb nicht schätzt oder ihm kein Vertrauen entgegen bringen würde, sondern weil er angesichts der Geschehnisse einfach vorsichtiger geworden ist. "Ihr wisst nicht zufällig, wie man am besten an eine günstige, aber schöne und heimelige Behausung in dieser Stadt kommt? Eine Hütte, ein kleines Haus oder auch nur ein Zimmer, das ich mieten könnte?" Dabei schaut er fragend vom Elb zu Atevora und wieder zurück.

Atevora

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15

Thursday, January 23rd 2014, 8:11pm

Fast ein wenig reumütig gesteht er ihr, dass sie seine Gedanken gut erraten hat. Vermutlich könnte sie über ihn sofort verfügen, wenn es ihr danach gelüsten würde. Und sie würde geneigt sein die Versuchung annehmen, überprüfen was er zu bieten hat, ihn auskosten. Aber nein, die Zeit ist ungünstig, leider, derzeit gehört sie Nabil. Allerdings nicht mehr lange, und wenn Learcan dann noch frei ist und unter den Lebenden weilt, könnte sie durchaus auf ihn zurückkommen, nicht? Eine gegenseitige körperliche Anziehung ist schließlich eindeutig gegeben.
Die Antwort, welche der Elb ihr auf ihre Frage hin gibt irritiert sie. Er unterrichtet die sanfte Kunst? Er würde mit anpacken? Hat er hier gerade? Zu Dritt? Atevora begutachtet den Elb nochmal flüchtig wie eingehend zugleich. Nun, warum nicht. Das könnte durchaus anregend werden. Sie hätte da sicher nichts dagegen. Allerdings, so verlockend der Gedanke auch ist, sie ist sich im selben Augenblick mehr als sicher, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Sie ist sich mehr als gewiss, dass dem Elb nicht bewusst ist, dass Learcan und sie schelmisch um einander werbend den Koitus Thematisiert hatten. Er spricht defintiv von seiner Kampfkunst. Stellt sie erheitert fest. <<"Ja...davon bin ich überzeugt">> Hört sie Learcan im selben Moment knochentrocken antworten, und hätte beinahe ob der Tonlage und des Minenspiels die er dabei zeigt aufgelacht.
Glücklicherweise kann sie es noch verhindern, nicht einmal ein Kichern entkommt ihr, doch ihre Augen glitzern schelmisch, und ihre Mundwinkel kräuseln sich verräterisch.
Schließlich nennt der Elb seine Preisvorstellungen. <<"Was das Geld betrifft... vielleicht zwei oder drei Kupfermünzen? Oder ist dies zu viel?">>
Diese Frage kann sie bei bestem Willen nicht beantworten, weil die Angabe viel zu unkonkret ist. Gilt der Preis pro Person bei Personengruppen, für Einzelunterricht, pro Block, Tag, Stunde? „Ahm. Das kann ich euch schwer beantworten. Würde der Preis pro Person bei einer Gruppe gelten? Wieviele unterrichtet ihr gemeinsam. Gilt die Angabe pro angebrochener Stunde? Generell würde ich Euch anraten Euch vielleicht ein wenig umzusehen und umzuhören ob es Personen gibt, die ebenfalls Kampfkünste unterrichten und wieviel diese verlangen.“

Die kleine Tyra, die in dem Moment angetrottet kommt, unterbricht das Thema indem sie eine Speise herbeibringt und sie unter den Anwesenden aufteilt. An Tiandarils Art Gastfreundschaft zu praktizieren ist nichts auszusetzen. Er ist sehr freundlich, bemüht, und er vermittelt einen wundervollen Einblick in Gebräuche und Gepflogenheiten fremder Kulturen. Das Ganze ist Atevora ein ganz besonderes Erleben, und ein ausgesprochener Hochgenuss. Nunja, zumindest wenn sie vom geschmacklichen Fehlgriff vorhin absieht. Die Eismaid probiert also ebenso vorsichtig wie der Nordmann die Speise. Während Learcan diese köstlich findet, wertet Atevora sie allerdings als ein wenig schal und Geschmacksarm. Aber wer weiß, womöglich ist ihr Gaumen aber mittlerweile nur bereits von der schweren klebrigen süße der azurianischen Süßspeisen verwirrt. Verwirrt, oder vielmehr zweifelnd betrachtet sie auch das Werkzeug, das Tiandaril hervorholt und mit dem angeblich normalerweise gespeißt wird. Sie essen mit kleinen Stöckchen? Wie soll denn das funktionieren? Die Magierin kann sich die Handhandhabung nicht vorstellen, und schon gar nicht dass sie effektiv wäre.
Schweigsam und möglichst vornehm, das bedeutet mit kleinen Bissen, verspeißt die Magierin die erste Reiskugel, und lauscht dabei des Normanders Worten.
<<"Ihr wisst nicht zufällig, wie man am besten an eine günstige, aber schöne und heimelige Behausung in dieser Stadt kommt? Eine Hütte, ein kleines Haus oder auch nur ein Zimmer, das ich mieten könnte?">>
Die Bandbreite ist ja ziemlich ausgedehnt. „Ja.“ Antwortet die Magierin daraufhin ein wenig zu knapp. Sofort richten sich Learcans Augen auf sie. „Oft steht am Schwarzen Brett am Marktplatz etwas angeschlagen. Ich selbst weiß auch von Einigen die Wohnflächen vermieten, und Borgil, also der Wirt der Harfe ist ebenfalls nahezu eine wandelnde Informationsquelle. Habt ihr denn konkretere Vorstellungen? Zwischen Zimmer und einer Hütte ist sehr viel Spielraum. Je nach Stadtteil variieren die Preise in Talyra relativ stark. Welche preislichen Vorstellungen habt ihr denn? Was seit ihr gewillt höchstes auszugeben?“

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