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Raven

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1

Monday, June 18th 2012, 2:28pm

Die Straßen der Stadt

Ein altes Sprichwort besagt, dass es noch niemanden gegeben habe, der in Talyra letztendlich nicht doch sein Ziel gefunden hätte. Die ganze Stadt ist mit einem teils verwinkelten System von Straßen und Gassen durchzogen. Die Hauptstraßen sind breit genug für große Ochsengespanne oder schwere Pferdekarossen, mit Kopfsteinen gepflastert und des Nachts von Nachtfeuern, die in hohen Eisenkörben brennen, oder von Laternen an den Häusern gut erleuchtet. Ab und an finden sich kleine Plätze mit Brunnen, an denen die Bürger Wasser holen, oder öffentliche Abtritte, damit Unrat und Ausscheidungen nicht auf der Straße landen.

Von den vier Stadttoren, dem Nordtor, dem Verder Tor, dem Händlertor und dem Seetor am Hafen aus gelangt man auf breit angelegten Straßen zum Marktplatz, welcher im Herzen der Stadt liegt. Manch andere Straße ist schmäler, gesäumt von hohen Häusern und bevölkert von zwielichten Gestalten oder ehrlichen Bürgern, die dort ihr Tagewerk verrichten. Stadtgardisten sind in unregelmäßigen Abständen anzutreffen, manchmal allein, manchmal als Patrouille. Im Sommer ist das Geschnatter der alten Frauen, die mit Schemeln an die Hauswand gelehnt sitzen, nicht selten die beste Informationsquelle der Stadt. Alte Männer verbringen den Mittag an schattigen Plätzen und spielen Würfel, Kinder stellen Szenen aus Turnieren oder bekannten Märchen nach. Im Winter sind nur wenige Menschen auf den Straßen, doch von den Häusern geht behagliche Wärme aus. Ein Blick in die Fenster verrät am Abend geschäftiges Treiben, es wird gekocht und gegessen, getrunken und gesellig beisammen gesessen.

Die kleinen Gassen und Seitenstraßen ziehen sich wie ein Netz verschlungener Wege durch Viertel und Häuserzeilen, die meisten ebenfalls gepflastert, doch kaum breit genug, einen Mann zu Pferd passieren zu lassen und manche nur eine festgetrampelte Fläche aus Erde, die bei Regen eher Schlammtümpeln gleichen und auch nachts kaum erleuchtet sind. Die kleinen Gassen entfernen sich vorsichtig und unbemerkt von den Hauptwegen und mitunter münden sie in sich selbst, so dass einige Gegenden durchaus labyrinthischen Charakter haben, und lediglich der in Talyra Wohnhafte die kürzesten Wege der Stadt kennt. Dieses, für auswärtige Händler, Reisende und Abenteurer leicht verwirrende Straßennetz, ist mit der Entstehung der Stadt zu erklären. Sie wurde nicht planvoll angelegt, sondern ist gewachsen, zuweilen konfus und ausufernd. Bislang hat sich in Talyra aber nie jemand vollends verirrt und die Talyrer sind stets bereit, dem Wegsuchenden Auskunft zu geben und zu helfen.

Die einzelnen Stadtviertel:

Im Westen Talyras, oberhalb des Verder Tores, liegt das Westviertel mit seinen soliden Bürgerhäusern, kleineren und größeren Anwesen, durchsetzt von gepflegten Gärten und dem ein oder anderen besseren Laden und Handwerksbetrieb. Im Nordwesten schließt sich das Tempelviertel mit den heiligen Hainen und Tempeln im Herzen an, umgeben von den Residenzen und Stadthäusern reicher Kaufleute, hoher Priester, Stadträte und alteingesessener Bürger. Zwischen Marktplatz und Nordmauer liegen die Tausendwinkelgassen, das kleinste talyrische Stadtviertel, nicht mehr als ein unüberschaubares Gewirr winziger Gässchen und dicht an dicht stehender Geschäfte und Häuser.

Im Nordosten der Stadt befindet sich das Nordviertel, dessen Bild sowohl von Villen, Parks und Gärten, als auch von Läden und Bürgerhäusern geprägt wird. Im Osten Talyras entlang des Ildorelufers erstreckt sich das Seeviertel mit seinen herrschaftlichen Anwesen und riesigen Grundstücken. Zentral gelegen, mitten im Herzen der Stadt, befindet sich das laute, lebhafte Marktviertel, wo sowohl Gasthäuser, hunderte von Läden und Geschäften, exklusive Handwerksbetriebe als auch die Stadtresidenzen einiger reicher Kaufleute oder Adliger zu finden sind. Beherrscht wird das Marktviertel natürlich vom Marktplatz selbst und den alten, imperialen Stadtgebäuden wie der Stadthalle und den Badehäusern.

Westlich davon ist das Brückenviertel, benannt nach den gut drei Dutzend Brücken und Stegen, die über den mitten hindurchfließenden Llarelon führen. Viele einfachere Bürgerhäuser wechseln sich hier mit Werkstätten und Handwerksbetrieben, kleinen Läden und Geschäften und schlichten Hütten ab - das einzige besondere Gebäude dieses Stadtviertels ist TianAnmen, das Anwesen der Weißen Dame, das wie eine neue Silbermünze zwischen abgegriffenen Hellern glänzt. Ganz im Westen Talyras, zwischen Verder Tor und Händlertor befindet sich das Festungsviertel, überragt vom Schatten der Steinfaust, der großen Wehrburg der Stadt. Hier finden sich neben uralten imperialen Gebäuden wie dem Shenrahtempel und dem Haus der Bücher vor allem die Wohnhäuser der Stadtgardisten und mittelständischer Bürger.

Das Herzstück der Südstadt bildet das Handwerkerviertel, in dem sich eine Werkstatt an die andere reiht und die Betriebe der unterschiedlichsten Handwerker angesiedelt sind. Richtung Osten grenzt an das Handwerker- das Hafenviertel mit seinem so unterschiedlichen Erscheinungsbild - nirgendwo sonst in der Stadt findet man Reich und Arm so dicht nebeneinander wie hier und nirgendwo so viele grundverschiedene Kulturen. Gewaltige Speicherhäuser ragen neben winzigen Fischerhütten auf, schäbige Spelunken reihen sich entlang den Kais und mischen sich zwischen die prunkvollen Häuser reicher Reeder und Kaufleute. Direkt unterhalb des lebhaften Hafengebietes erstreckt sich das ärmliche Viertel der Gerber und Färber bis zur südöstlichen Stadtmauer. Im äußersten Südwesten, zwischen Händlertor und Sithechhain kauern die kleinen Häuser der Mogbars, die hier ihr buntgemischtes Stadtviertel haben.
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Uio

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2

Monday, June 25th 2012, 4:33pm

<< Der Marktplatz Talyras /Inari 512

Endlich einmal kommt ihm der lange Aufenthalt in der dunklen Unterstadt zu gute! Wäre es heller Tag, so hätte er vermutlich Schwierigkeiten mit dem grellen Licht, müsste sich erst daran gewöhnen, doch da es mittlerweile dunkel geworden ist und nur der Mond und die Lichter des Festes die Stadt erhellen, kann er sich wunderbar zurechtfinden. Seine an die Dunkelheit gewöhnten Augen schaffen es, die freche Rabendame in der Luft auszumachen und ihr zur Folgen. Ja es ist wirklich Rix! Nathans Rabe, der wie er vermutet bei der alten Made Kali und Zoe hausen wird. Folglich dessen beschließt er nach dem unbefriedigenden Gespräch, nun ja er versucht mit dem Vogel ein Gespräch zu führen, sollte man wohl der Ehrlichkeit halber sagen, ihr klammheimlich zu folgen. Zwischen einer Landung auf seinem Kopf, einem Schnabelhacker und verwirrenden Reimen bekam er diesmal die altbekannten Beschimpfungen, die Rix früher ihrem Herren immer entgegen geschleudert hat, ab. Der junge Hexer grinst in sich hinein und empfindet es eher als Lob, statt als Beleidigung wie sein Meister und vor allem von dem Raben seines Meisters so behandelt zu werden. Es fühlt sich auf groteske Weise gut an.
Geschickt überwindet er alle Hürden und Hindernisse und behält die freche Sithechrabendame im Auge. Plötzlich verschwindet sie aus seinem Blickfeld und er huscht schnell um eine Ecke und erhofft, sie dann wieder zu sehen. Nichts!
"Misst!", flucht er leise und läuft schnell um eine weitere Ecke, als er vor einer Mauer steht. Ein Knurren entfährt dem jungen Hexer und seine Gedanken drehen sich. Kurzentschlossen schaut e sich um. Niemand zu sehen! Mit wenigen und geübten Handgriffen zieht er sich an der Mauer hoch und hockt sich oben auf. Er muss sich beeilen, jemand auf einer Mauer hockend, da könnte man einen Dieb vermuten. Gar nicht mal so unrecht, aber er ist nicht hie rum zu stehlen!
Dort. Ja dort ein paar Häuser weiter meint er, etwas gesehen zu haben. Flink sprintet er einige Meter auf der Mauer bis zu einem angrenzenden Dach. Über das Dach gelangt er auf ein weiteres und ...tatsächlich Rix flattert aufgeregt auf der Stelle.
Leise schleicht er weiter über einen Vorsprung auf ein anderes Dach und versteckt sich hinter dem Schornstein. Es ist das letzte Haus bevor dann lange keines mehr steht. Er schaut sich um und versucht zu erkennen, wo er sich befindet, ein großer Platz, ein Tempelhain...er ist sich nicht sicher. Er hat zum einem mehr darauf geachtet Rix im Augen zu behalten und zu anderen gibt es Ecken, an denen er in Talyra noch nicht so oft war. Dagegen kennt er die Unterstadt besser! Nach einigem überlegen und Umsehen ist er sich aber sicher, wo der Marktplatz liegt und somit ist der Rest erst mal zweitrangig!
Bevor er hinter dem Schornstein hervor schleicht, setzt er seine Kapuze auf. Rix krächzt und krakelt irgendwas, was er nicht versteht. Schließlich ist er über die, bei diesem Haus nur leichte, Dachwölbung in geduckter Haltung geschritten und sieht zum ersten Mal mit dem Rix da redet, wenn man das als Reden bezeichnen kann. Ja, kann man! Denn Feen, nein Zoe versteht Rix und kann sich mit ihr Unterhalten!
Einen Augenblick bleibt er wie angewurzelt hocken. Eine kleine Fee sitzt auf der Kante der Dachsims und gestikuliert mit ihren zierlichen Ärmchen. Ihre im Mondlicht schimmernden Flügel, flattern aufgeregt. Mit einer beruhigenden Handbewegung versucht sie die aufgeregte Rix zu beruhigen, die plötzlich als sie die Anwesenheit der erstarrt hockenden Person wahrnimmt, noch lauter zetert. Zoe hält in ihrer Bewegung inne. Von seiner Position aus kann er nicht sehen, was sich auf ihrem Gesicht abspielt.

Einige lange Herzschläge passiert nichts. Die Welt um sie herum scheint eingefroren zu sein, obwohl im mehr heiß als kalt ist. Tief atmet er ein und aus. Warum hat er so ein verdammt lästiges Herzrasen. Zoe würde ihn nie verraten oder in wegstoßen? Doch aber genau davor hat er plötzlich Angst. Und er kommt sich vor wie der kleine hilflose Uio.
Zum Teufel mit Uio!!!, schimpft er gedanklich über sich, steht auf und geht ein paar Schritte auf sie zu.
"Hallo Zoe!", sagt er dann mit einer Stimme, die in Zoes Ohren einerseits tief, dunkel, fremd und doch weit entfernt, tief vertraut ist.
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Zoe

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Monday, June 25th 2012, 5:49pm

Die fremde, dunkle Stimme hinter ihr lässt die junge Fee zusammenzucken.
Ein Großer auf dem Dach? Ist das erste was ihr durch ihren kleinen Kopf zuckt. Eine Verknüpfung zu Rix aufgeregtem Gekrächze und der Bedeutung der seiner Worte des Fremden findet erst ein paar schnelle Herzschläge später statt. Noch ist Zoe wie erstarrt. Selbst wenn sie wollte, sie kann sich einfach nicht Umdrehen. Und dabei ist es weniger die Angst vor einem unbekannten Großen als die Furcht, dass all ihre Hoffnungen, die so schmerzhaft ihr Herz zusammen ziehen, wieder enttäuscht werden…
Ein ganz klein wenig Zucken ihre blauweiß schillernden Flügel hin und her. Das einzige Zeichen, dass die junge Feenfrau die Worte des Fremden sehr wohl gehört haben. Dann breitet sich eine Stille über dem Dach aus, die nur von dem hellen Knarzen unterbrochen wird, welche die Schritte des Großen auf den dünnen Schindeln hinterlassen.
„Zoe?“ der Tonfall der dunklen, rauchigen Stimme wird fragender, unsicherer und damit nur umso schmerzlich vertrauter in ihren Ohren.
Ein eiskalter Schauer läuft der jungen Fee über den Rücken, doch noch immer kann sie sich nicht bewegen. Es ist wie verhext! Was passiert, wenn die Stimme nicht zu ihrem besten Freund gehört? Was passiert, wenn sie wieder nur einmal im Bett liegt und schläft, nur um aufwachen und festzustellen, dass alles nur ein schöner Traum war? Diesmal ist es Rix der Zoe aus ihrer Erstarrung reißt. Plötzlich fängt die schwarze Sitcherabendame zu krächzen an und flattert mit ein paar Flügelschlägen auf den Fremden zu, um sich hörbar mit lautem Gefiederrascheln auf dessen Schulter nieder zu lassen.
„He.. Zoe, ich bin’s…“
Und nun dreht sich auch die Fee um. Ihre elfenbeinfarbenen Wangen sind feucht von Tränen und ihr Gesicht spiegelt unendliche Freude und Traurigkeit in einem. Hastig wischt sich Zoe den nassen Schleier, den die Tränen hinterlassen, von den Augen. Aus den verschwommen Konturen des Fremden wird ein stattlicher, hübscher Großer. Er sieht beinahe erwachsen aus mit einem Gesicht das nun mehr einem Mann als einem Kind ähnelt, verwuschelten rotbraunen Haaren und einem schlanken, straffen Oberkörper. Zoes Mund öffnet sich vor Stauen - ihr allerbester Freund ist so groß, so wahnsinnig groß geworden. In ihrem Kopf sieht sie ihren kindlichen Ritter-Retter Uio daneben stehen, mit schief gelegtem Kopf und einem frechen Grinsen auf Lippen. Und auch wenn die beiden so unterschiedlich in ihrem Aussehen nun sind, eins ist gleich geblieben, die brauen Augen, die Zoe mit diesem warmen Blick mustern, der nur zu ihrem besten Freund gehören kann.
Dann öffnet er seine Arme…

Das ist das letzte Zeichen, das gefehlt hat. Ehe der junge Mann sich versieht, ist die Fee schon auf ihre Beine gesprungen und hat sich in die Größe eines Menschenmädchens gezaubert. Die junge Fee wirkt selbst in ihrer vergrößerten Form zart und zerbrechlich wie das feinste und edelste Porzellan, das im funkelnden Licht des Mondes glänzt und funkelt. Im Gegensatz zu Uios Füßen hinterlassen ihre zierlichen, nackten Füße selbst in Menschengröße kein Geräusch auf den Dachschindeln, als sie auf ihn zustürmt und ihm förmlich in die Arme fliegt.
Zoe, die Fee die Jeden mag!

Uio

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4

Monday, June 25th 2012, 5:50pm

Das kleine Feenmädchen sitzt wie erstarrt da, macht keine Anstalten sich zu bewegen oder sich umzudrehen. Ängstlich zucken ihre Flügel.
"Zoe?", fragt er schließlich nach einer Weile, unsicher ob es vielleicht doch nicht die kleine Fee ist, die er kennt. Doch das muss Zoe sein. Er erkennt ihre Flügel und warum sollte Rix zu einem anderen Feenmädchen fliegen als sie? Wie auf ein stilles Stichwort hin kommt die krächzende Sithechrabendame angeflogen und setzt sich auf seine Schulter, so wie sie es früher immer bei Nathan getan hat. Ein leichter Anflug von Stolz durchflutet ihn bei dem Gedanken...aber auch ein Quentchen Schuldgefühl will sich hervorgraben, welches ihn oft heimsucht. Doch Uio schlägt das schlechte Gewissen seinem Meister gegenüber in die Flucht und beobachtet die Fee ein paar Schritte vor sich. Ohne zu überlegen krault er Rix seitlich am Kopf, so wie er es hin und wieder bei Nathan beobachtet hat. Die Rabendame legt den Kopf schief und läßt sich kommentarlos kraulen.
Immernoch bewegt die Fee ihre Flügel als würde sie sich fürchten. Angst? Angst vor ihm? Nein, das will er nicht! Zoe soll keine Angst vor ihm haben, sie...sie soll sich freuen! So wie er sich freut und dem Tag entgegen gefiebert hat, sie endlich wieder zu sehen!!!

„He.. Zoe, ich bin’s…“, versucht er noch einmal sie anzusprechen und ihr zu zeigen, dass er es doch ist und sie keine Angst haben muss! Und tatsächlich! Langsam dreht sich das kleine Feenmädchen um. Auf ihrem Gesicht kann er Angst, Unsicherheit, aber auch Hoffnung erkennen. Sie wischt sich hastig über ihr hübsches Feengesicht.
Sind das Tränen?, fragt er sich und schaut sie sich genauer an. Zoe hat sich ziemlich verändet. Ihre Haare sind kurz und ihr Gesicht nicht mehr das eines Feenkindes. Wie er ist sie in den fast 2 Jahren nicht nur älter, sondern auch erwachsener geworden.
Oh man , Zoe...ich bin es doch!, sagt er sich gedanklich und öffnet mit bekanntem leichtem Grinsen seine Arme.

Noch bevor Uio etwas sagen oder denken kann, hält er die großgewordene Fee in seinen Armen. Fest schließt er sie in seine Arme und drückt seinen Kopf seitlich an den ihren. Ihre Haare sind zwar kurz, aber sie riechen so wundervoll wie früher und sind so unglaublich weich... Das Gefühl sie festzuhalten ist einfach fantastisch, nie wieder will er sie loslassen. Seine Arme, Hände pressen das Feenmädchen an seinem Körper. Tief atmet er ihren Geruch ein und schließt die Augen.
"Hab ich nicht gesagt, ich werde dich finden? Hier bin ich Zoe!", flüstert er in ihre spitzen Ohren. Seine Wange berührt ihre. Ihre Haut ist so zart und weich. Der junge Hexer lockert seine Umarmung etwas, als er darüber nachdenkt, dass er eine zerbrechliche Fee im Arm hält und kein Unterstadtmädchen für...
Uios Gedanken kreisen und sein Pulsschlag erhöht sich bei dem ein oder anderen Gedanken, der sich ihm plötzlich aufdrängt. Zoe ist so wie er kein Kind mehr und auch ihr Körper ist verändert. Und nicht nur das...sie ich einfach so wunderschön! Sie ist anders als alle Mädchen die er bisher im Arm hatte. Es ist unbeschreiblich...sie ist unbeschreiblich!!!

Uio ist von der Situation, nein viel mehr von Zoe so überwältigt das er keine Worte mehr findet und sich nur noch eines wünscht! Aus der anfänglichen Umklammerung wird eine sanfte Umarmung. Der junge Mann mit den rotbraunen Haaren streichelt dem strahlenden Feenmädchen mit der gesunden Hand übers Gesicht bevor er sie dann auf den Mund küsst! Dieser Kuss ist anders als die kleinen Schmatzer die Zoe ihrem Retter-Ritter Uio auf den Mund oder er ihr auf die Wange gegeben hat. Dieser Kuss ist ein Keylankuss! Feurig heiß ...und das ganz ohne Mana!

Nach für Uio eine geschätzte zuckersüße Ewigkeit in der er ihre weichen Feenmund genossen hat, beendet er den Kuss und schaut sie fasziniert an. Sie hatte auch die Augen geschlossen und öffnet sie nun langsam. Uio lächelt verzückt als ihn ihre strahlenden leuchtenden Augen anblinzeln. Sein Herz rast wie wild und er würde sie am liebsten noch weiter küssen, umarmen und vieles, vieles mehr. Es ist als wäre alles um sie herum plötzlich so unwichtig und weit weg. Das einzige was zählt ist...SIE! Seine gesunde Hand fährt ihr, fast ängstlich er würde den schönen Traum zerstören, sanft über ihre Wange in Richtung ihrer weichen zart rosafarbenen Lippen und sein Atem geht schneller als er es möchte. Er braucht eine Weile um seine Stimme wieder zu finden und flüstert schließlich zu ihr:
" Woow, Zoe...du bist wirklich viel schöner... als ich dich in Erinnerung hatte!"
Es entsteht wieder eine kleine Pause, in die Zeit wieder einfriert.
"...aähm, also ...mir geht es gut!" ,schießt es dann Plötzlich aus ihm heraus. Uio hat das Gefühl als würde sein Kopf rot anlaufen, was er vermutlich auch tut. Kurz stutzt er und denkt an das Mana in ihm...aber nein, dass fühlt sich anders an. Gaaanz anders! Wieder eine Pause in der keiner etwas sagt. Vorsichtig hebt er die linke Hand und streicht ihr mit seinen Fingern durch ihr kurzes Haar und spielt versonnen mir ihren Haarsträhnen.
"Und dir? Wie...wie geht es dir?", fragt er dann plötzlich mit besorgtem Tonfall.
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Zoe

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5

Monday, June 25th 2012, 5:51pm

Was auf dem Dach inmitten der durch Wein und Tanz angeheiterten nächtlichen Atmosphäre des Inarifestes passiert, überflügelt selbst die kühnsten Vorstellungen der jungen Fee. Nicht das Zoe noch nie gesehen hätte, wenn ein Mann und eine Frau sich gegenseitig auf diese ganz besondere und fast knisternde Art und Weise berühren oder sich sogar küssen, schließlich hat sie einige Monde mit Kali Maya und Nathanael unter einem Dach gelebt. Die beiden Hitzköpfe haben viel mit einander gestritten und geschimpft, doch es gab auch reichlich Momente, in denen die Luft von etwas ganz Seltsamen und Schönem erfüllt war. Oft hatte Zoe das Gefühl, dass das die beiden Großen aus Gründen, die sie zur der Zeit so gar nicht nachvollziehen konnte, nicht voneinander lassen konnten. Es waren diese intensiven Blicke, das undurchsichtige Lächeln, die flüchtigen Berührungen über Hals und Wangen mit dem Handrücken und dann natürlich die furchtbar langen Küsse, die die beiden austauschten, wenn sie sich von den Kindern für einen Moment unbeobachtet fühlten oder mal gerade nicht stritten, die Zoe in Erinnerung geblieben sind.
Doch hat sie diesen Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau nie direkt auf sich bezogen! Nie…Und ganz besonders nicht auf Uio, ihren aller besten Freund. Natürlich hat sie die vergangenen Monde immer wieder an ihn gedacht - daran, dass sie ihm ihr Leben verdankt und natürlich an all die schönen Erlebnisse mit ihm zusammen. Gefühlte tausendmal hat sich die junge Fee ihr Wiedersehen vorgestellt, die Umarmungen, die Freude und das gemeinsame Lachen. Doch ein Kuss kam in ihren Vorstellungen ganz sicher nicht vor.

Und nun? Nun weiß Zoe nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Ihr Herz rast wie verrückt und ihr Schädel fühlt sich so seltsam leer an, aber in ihrer Brust, da arbeitet und rumort es. Ein Teil von ihr zieht sich während Uios überraschenden Kuss schmerzhaft zusammen, ein unangenehmes Gefühl, das Zoe in der Form noch nicht erlebt hat. Und obwohl sie Uio über alles liebt, möchte ihr Körper am liebsten sofort einen gehörigen Abstand zwischen sich und seinen bedrängenden Liebkosungen bringen. Doch da ist auch noch etwas anderes. Zoe ist plötzlich so warm. Eine heiße Welle durchflutet ihren zierlichen Körper und Uios Berührungen an ihrer Wange und der seltsame Geschmack seiner Lippen auf den ihren fühlen sich plötzlich so verführerisch süß an, das sie sich für einen Bruchteil eines Lidschlag wünscht, er möge niemals damit aufhören.
Zerrissen zwischen absoluter Hingabe und dem Wunsch nach Abstand, ist Zoe völlig unfähig sich zu bewegen. Sie steht einfach da und lässt Uio Hände über ihr Gesicht gleiten. Seine Handflächen fühlen sich rau und rissig an und sie sind so viel größer, als sie es noch vor knapp zwei Zwölfmonden waren.
"Woow, Zoe...du bist wirklich viel schöner... als ich dich in Erinnerung hatte!...Aähm, also...mir geht es gut! Und dir? Wie...wie geht es dir?"
Zoe schluckt. Es ist klar, dass ihr Freund nun eine Antwort von ihr erwartet. Doch was? Was soll sie sagen?
„Ich..bin…ich...“
Ihre Augen blicken in die seinen und das strahlende und glückliche Leuchten in ihnen verwirrt die junge Fee nur noch mehr.
Röte steigt ihr ins Gesicht und färbt ihre ebenmäßigen Wangen, während sie betreten auf den Boden starrt. Nun da sie Uio nicht mehr ansehen muss, ist es leichter ein paar vernünftige Worte heraus zubringen, die vielleicht auch einen Sinn ergeben.
„Ich..ich…wohne im Tempel, also im Sithech-Tempel zusammen mit Aruna und Kali und...und uns geht es gut. Ich kümmer mich um Aruna und ich…ich…helfe auch ein bisschen in einer Schusterei in den Tausendwinkelgassen aus.“
Was erzählst du denn da für einen Blödsinn. Das interessiert ihn doch bestimmt gar nicht, stellt sie entsetzt fest. Unsicher beißt sich Zoe auf ihre Lippen und schielt vorsichtig nach oben.
Ihre sonst so glockengleiche Stimme schwankt ein bisschen, als sie hastig ein: „Und… und wo lebst du?“ nachschiebt.
Zoe, die Fee die Jeden mag!

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Uio

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6

Tuesday, June 26th 2012, 5:11pm

>„Ich..bin…ich...“<,
bringt Zoe langsam heraus, während der einstige kleine Junge mit den rotbraunen Haaren, der jetzt kein kleiner Junge mehr ist, sie mit seinen braunen Augen verträumt anschaut. Uio kann es kaum fassen wie unbeschreiblich schön sie ist. Schöner als tausend funkelnde Diamanten...oder so wie er sich Diamantenvorstellen würde, den Echte hat er noch nie in seinem Leben gesehen. Während er versucht, in Gedanken zu beschreiben, wie hübsch seine...SEINE Zoe ist, findet die junge Fee einige Worte zu seiner Frage, die er aber nur zur Hälfte, wenn überhaupt, mitbekommt. Von ihrem bezaubernden Aussehen geblendet, könnte sie jetzt fast alles sagen und er würde schmachtend an ihren Lippen hängen.
>„Ich..ich…wohne im Tempel, also im Sithech-Tempel zusammen mit Aruna und Kali und...und uns geht es gut. Ich kümmer mich um Aruna und ich…ich…helfe auch ein bisschen in einer Schusterei in den Tausendwinkelgassen aus.“<
"Aha..."kommentiert er ihre Worte, ohne genau zu wissen, was genau sie gesagt hat.
>„Und… und wo lebst du?“<
Stille...dann wieder ein verträumtes: "Aha..."
Beide schauen sich an. Uios Herz schlägt bis zum Hals. Er hat Zoes Frage garnicht wahrgenommen. Er sucht immernoch gedanklich Worte dafür wie wunderwunderwunderschön dieses Mädchen da vor ihm ist.
"Zoe?", fragt er dann fast heiser. Was ist denn jetzt mit meiner Stimme los? Er räuspert sich und nimmt nochmal Anlauf: "Zoe...ich...hab dich gefunden und ...", wieder ein Räuspern, Keylan wär das sicher nie passiert! "...und...ich...also...ich..." Der junge Mann, als den er sich gern sieht und fühlt, ist plötzlich klein und unsicher und weiss nicht wie oder was er genau sagen soll. In diesem Moment beginnt das Feuerwerkt des Inarifestes und beide Zucken kurz zusammen, schauen sich an und beginnen plötzlich schallend laut zu lachen an. Oh wie das gut tut. So unbeschwert und überschwenglich hat er schon lange nicht mehr gelacht. Er nimmt ihre Hände und sie seine und dann drehen sie sich im Kreis.
Einmal, zweimal, dreimal...
Uio lacht die ganze Anspannung aus sich heraus und als sie beide umzufallen drohen, nimmt er sie ganz vorsichtig in den Arm und hebt sie sanft hoch. "Danke Zoe!",sagt er leise in ihr Ohr, "Danke das du da bist!" Uio
zittert, ohne es zu bemerken. All die Geschehnnisse der letzten Zeit kommen hoch und lösen sich mit einem mal wieder auf...sie sind nicht mehr ganz so schlimm und das...weil sie da ist! Sie ...Zoe...seine Zoe!
"Ich will dich nie wieder loslassen!"
Dann legt er seinen Kopf auf ihre Schulter, schließt die Augen und genießt ihren blumigen
einmaligen Geruch.
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Zoe

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7

Saturday, June 30th 2012, 3:37pm

Zoe hängt in seinen Armen. Ihre Füße baumeln fast zwei Spann weit in der Luft, während ihre blauen Flügel in einem langsamen, aber stetigen Rhythmus hin und her flattern. Es ist ein komisches Gefühl so von Uio umklammert zu werden, irgendwie anders als früher, aber auch schön…
Sie seufzt ein bisschen, ganz leise, so das nicht einmal Uio es hören kann, obwohl er sein Gesicht ganz fest an ihren Hals drückt. Dabei fällt der jungen Fee auf, dass seine Wangen gar nicht mehr so glatt wie früher sind. Sie kratzen ein wenig an ihrer feinen Haut an Hals und Schulter. Ob Uio wie alle männlichen Großen nun auch Haare im Gesicht bekommt? Die Vorstellung von Uio mit rotbraunen, gekräuselten Haaren um Mund und Kinn herum, lässt die Fee ein wenig kichern.
Vorsicht verschiebt sie ihren Kopf, um einen Blick auf Uio zu erhaschen. Der junge Mann hat seine Augen geschlossen und sein Gesicht sieht so glücklich und verträumt aus, dass ihr bei seinem Anblick ganz warm ums Herz wird. In diesem Augenblick ist es ihr egal, ob er einen dicken, kratzigen Bart bekommt oder nicht. Uio ist ihr bester Freund und sie mag ihn genauso wie er ist, egal ob dreckig und stinkig wie früher oder riesig und kratzig wie jetzt. Sanft senkt Zoe ihren Kopf und drückt Uio einen kleinen, zärtlichen Feenkuss auf die mit einem hellen Flaum bedeckte Wange. In diesem flüchtigen Kuss steckt all die große Liebe, die die junge Fee für ihren Freund empfindet.
„Darf ich jetzt wieder runter?“, fragt sie mit schiefgelegtem Kopf und einem leichtem Lächeln auf den Lippen.
Uio nickt hastig und setzt die Fee vorsichtig wie eine Schale aus hochzerbrechlichem Porzellan auf den Dachschindeln ab.

Das Lachen und Tanzen hat Zoe gut getan und ihr das unbehagliche Gefühl genommen, das sie bei Uios stürmischer Umarmung und seinem langen Kuss auf ihrem Mund empfunden hat. Aber an den irritierenden Kuss und alles andere mag sie jetzt gar nicht denken. Stattdessen will sie einfach die Zeit mit ihrem allerbesten Freund genießen, den sie über einen Zwölfmond nicht sehen konnte und so schrecklich vermisst hat.
Die Fee mit den blauen Flügeln greift nach Uios Hand und gemeinsam setzen sie sich an den Dachvorsprung. Noch immer erleuchten rote, blaue und grüne Feuerwerkssterne den Himmel und ziehen die Beiden in ihren Bann.
„Ist das nicht schön?“, fragt Zoe mit leiser Stimme. Uio nickt und schenkt ihr ein typisches Uio-Lächeln, das sie an ihren Ritter-Rettervon damals erinnert. Zoes Brust zieht sich bei dem Gedanken vor Glück zusammen.
Sie drückt seine große, raue Hand noch einmal so fest sie kann, dann beginnt sie in ruhigen Sätzen Uio von ihrem neuen Leben zu erzählen, denn plötzlich ist sie auch gar nicht mehr so aufgeregt wie noch vorhin, sondern fühlt sich in der Nähe des jungen Mannes wohl wie ein Fisch im Wasser.
Sie erzählt von Aruna und all den Dingen, die Kali Mayas Sohn schon gelernt hat und wie sie Beide die Welt des Sithechtempels und des Hains entdeckt haben. Sie erzählt von viel von Kali, in der sie wirklich sowas wie ihre „Ziehmutter“ sieht und von ihrer neuen Freundin Irisblüte, mit der sie neuerdings so viel Zeit verbringt. Natürlich darf nicht fehlen, dass sie nun auch wie alle Großen einer richtigen und wichtigen Arbeit nachgeht. Schließlich hilft sie Irisblüte beim Sammeln von Materialen im Larisgrün für die kleine Schusterei Hule in den Tausendwinkelgassen.

Zoe erzählt so viel, dass sie gar nicht wahrnimmt wie die Zeit vergeht. Erst als ihr Mund staubtrocken und sie plötzlich ein tiefe bleierne Müdigkeit überkommt, ein Zeichnen, dass sie sich schon viel zu lange „groß gemacht“ hat, wird ihr bewusst, dass es schon sehr, sehr spät sein muss. Und plötzlich fällt ihr auch etwas anderes Wichtiges siedend heiß ein, nämlich dass sie doch Fenora versprochen hat, nicht zu lange draußen zu bleiben und rechtzeitig nach Hause zu kommen, damit sie sich gemeinsam das Inarifeuerwerk ansehen können.
Oh nein!! Die junge Fee schlägt sich die Hände vor den Mund. Ich habe Fenora ganz vergessen!
Hastig richtet sie sich auf. Dabei fällt ihr Blick auf Uio, der sie verdutzt ansieht:
„Es..es tut mir leid. Ich muss ganz schnell zurück in den Tempel. Fenora wartet dort auf mich. Sie ist bestimmt schon wütend, weil ich sie so lange habe warten lassen. Ich…“
Zoe hält inne und plötzlich fällt es ihr ganz schwer, die Worte des Abschieds zu sagen. Was wenn sie Uio wieder eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr wieder sieht. Sie weiß ja nicht einmal, wo er wohnt, was er macht, wie er die Münzen verdient, auf die alle Großen so erpicht sind und die man hier zum Leben braucht. Ihre Augen bekommen einen traurigen, sehnsuchtsvollen Glanz, als sie schließlich sagt: „Ich mag eigentlich gar nicht gehen, aber ich muss…“
Zoe, die Fee die Jeden mag!

Uio

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Sunday, July 1st 2012, 8:02pm

Verträumt hört Uio dem Feenmädchen neben sich zu und schaut sich mit
ihr händchenhaltend das Feuerwerk an. Immer wieder blickt er breit
grinsend zu ihr hinüber und kann sich gar nicht sattsehen an ihrer
funkelnden Schönheit. Zufrieden seuftzt der junge Hexer und vergisst
wirklich für diese endlos erscheinende Zeit, die er am liebesten niemals
beenden würde, woher er kommt und wohin er wieder gehen wird.
Eigendlich vergisst er alles. Nur Zoe mit ihrer süßen Stubsnase, den
leuchtenden Augen, dem frechen, kurzen Haar und der glockengleichen
Stimme ist wichtig und ...was braucht er mehr? Grade in diesem
glückseeligen Gefühl beginnt sich, Zoes Gesichtausdruck zu verändern.
Sie schaut erschrocken drein und sagt irgendwas was vom Gehen?
Gehen?...äh?
Uio stutzt und es braucht eine Weile bis sich das Wort und seine
Bedeutung durch sein von Zoe eingenommenes Hirn windet und er es dann
wieder nach einigen Herzschlägen versteht...oder doch nicht?
"Gehen? ", fragt er ungläubig als höre er das Wort zu ersten Mal. "Warum gehen?"
Zoe seufzt und versucht es ihm erneut zu eklären.
Tempel, Feno...ra...oder so...aha...wartet auf sie. Hm...blöd... Kali Maya
...mieses Drecksstück...mist, das sag ich Zoe besser nicht! Verdammt...
,
winden sich die Worte in seinem Kopf zu einem wirren
Salat, während das Feenmädchen ihm wiederholt, warum und weshalb sie
gehen muss, aber es eigendlich nicht möchte. Sie erklärt es länger und
ausgedehnter, hat das Gefühl, Uio versteht nur wenig, womit sie recht hat.
"Zoe!", kommt es dann ziemlich ernst, als sie fertig ist mit
ihrer Erklärung und sie schon nervös auf der Stelle tritt, aus Uios
Mund. Und seine Stimme ist wieder tiefer und sein Blick plötzlich nicht
mehr so lustig. Wie sag ich ihr das jetzt...
"Hm ja?", fragt sie unsicher.
"Zoe, ich..., verdammt!", beginnt er und steht auf. Er schaut ihr direkt in
die Augen und nimmt ihre Hände in seine. Zoe wirkt plötzlich unsicher
und schaut auf seine Hände, die ihre berühren. Die eine Hand trägt einen
Handschuh, die andere nicht. Ein Detail, das sie erst jetzt bemerkt,
aber nicht zu Sprache bringt. "Kali Maya scheint gut für dich zu
sorgen,...das ist...gut!" , ringt er sich innerlich würgend, dass er sie
so erwähnen muss, ab und spricht schnell weiter. "Aber sie und ich
kommen nicht gut aus. Sag ihr nichts von mir. Sag, wenn du was sagen
willst, du hast jemanden kennengelernt der Keylan heißt! Das ist
verwirend, aber das ist jetzt mein Name. Keylan! Ich...ich...komme in
zwei Tagen wieder hier her! Versprochen!!! Und...Zoe?"
Die Fee blinzelt der komischen Worte wegen und stößt wieder ein verdutztes,
"hm?" aus.

"Darf ich...dich zum Abschied küssen?"

Das Feuerwerk ist bereits zu Ende und oben auf einem nur leicht schrägen
Dach stehen ein Dieb, Hexer und Unterstädter, der einer Fee kurz bevor
diese wieder auf ihre Feengröße schrumpft, einen verliebten Kuss auf
ihre zarten Lippen haucht. Auch noch lange Zeit steht er da und schaut
seufzend in die Richtung in der sie verschwunden ist. Er muss nicht
gehen. Er hat keine Zeit, zu der er da sein muss, keinen Job, den er
erledigen müsste. Also setzt er sich noch eine Weile hin und schreibt
verträumt drei Buchstaben mit den behandschuhten Fingern auf die
Dachziegel. ZOE...
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Morgana

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9

Monday, July 2nd 2012, 10:45pm

<-- Haus Alvinyard

Langsam geht Morgana mit Ian an der Hand durch die Straßen Talyras. Die Stadt an sich hat sich nicht wirklich verändert, das spürte sie genau, aber es war nicht das Große und Ganze, an dem sie merkte, das doch einige Jahre vergangen sind, es sind die kleinen Details. An der Ecke stand ein neues Haus, dort gab es einen neuen Zaun und hier drüben waren neue Sträucher und Bäume gewachsen, und an dem alten Haus, dass sie noch von früher kannte, ist ein Schuppen angebaut worden. Die Menschen haben sich auch nicht wirklich verändert, die Kleidung hat sich kaum geändert in den Jahren, außer vielleicht bei den höher gestellten Damen, die gerne jeden neuen Schneider mit seinen Modellen ausprobierten. Das einfache Volk trug aber immer noch die selbe Kleidung. Was sich geändert hat für Morgana ist, das sie kein einziges Gesicht mehr kennt, dem sie auf dem Weg zur Harfe begegnet und wenn sie doch ein Gesicht zu erkennen glaubt, huscht es zu schnell an ihr vorbei, ehe sie sich sicher sein kein, das es die alte Frau ist, die früher immer Kräutertee von ihr gekauft hat.

Es dauert nicht lange und Ian und sie erreichen den großen Marktplatz inmitten vor Talyra. Morgana bleibt stehen, und Ian, der dies nicht bemerkt, stolpert fast über seine Füße, da er weitergeht und trotzdem die Hand seiner Mutter festhält. „Was ist los Mama?“ Fragt er etwas skeptisch guckend, weil er so ein Gesicht bei seiner Mutter noch nicht gesehen hat. Es spiegelt so viele Gefühle gleichzeitig wider, das Ian fast schwindelig davon wird und er lieber mit großen Augen den Marktplatz bewundert und sich schon ausmalt, wie toll man hier und dort klettern und spielen könnte. Morgana geht es im Grunde nicht anders als Ian, sie betrachtet alles ganz genau. Wie oft war sie über diesen Platz gegangen, wie oft hatte sie hier gefeiert und mit Freunden gelacht. Ja es ist eine schöne Zeit gewesen hier, vielleicht die schönste meines bisherigen Lebens,denkt sie und geht ein paar Schritte weiter, die Harfe steht noch und sie atmet erleichtert aus. „Es ist nichts Ian, es sind nur....Erinnerungen,“ antwortet sie Ian, der seine Frage schon längst vergessen zu haben scheint und jetzt nur ein knappes „Ach so“ hervorbringt.

Der Marktplatz sieht eigentlich aus wie früher, die Harfe steht da wo sie immer stand, der Festbaum,die Stadthalle und auch die Badehäuser sind am gleichen Platz. Doch wie auch eben auf den Straßen, steckt das Neue im Detail. Die Harfe wirkt größer als früher, war da nicht ein Erker der vorher nicht da gewesen war? Und die Badehäuser war die Fassade früher nicht anders gewesen? Morgana kneift die Augen zusammen um genau hinzusehen, und ja die Badehäuser sehen anders aus und auch die Stadthalle. Einige Geschäftshäuser beherbergen nun andere Geschäfte als früher und auch ihre Fassaden sehen irgendwie anders aus, und dann erinnert sich Morgana und ein einziger Gedanke schießt durch ihren Kopf. SETHAI! Und jetzt wird ihr klar, das deshalb selbst die alten Gebäude irgendwie neu und anders aussehen. Sie würde sich alles genau ansehen müssen, aber dazu ist noch genug Zeit, erst einmal ist wichtig, das sie heute Abend ein Dach über dem Kopf haben.

„Mama kann ich zu dem See gehen?“ Unterbricht Ian ihren Gedankengang, mit einem Gesicht das einem kleinen Welpen alle Ehre gemacht hätte. „Nein, Ian schlag dir das aus dem Kopf, du hast schon deine Hose und dein Hemd ruiniert und ich brauche dich jetzt nicht klitschnass und triefend, wenn wir in die Harfe gehen ,“ sie betrachtet ihren Sohn kurz, sein Gesicht ist schmutzig, genauso wie der Rest von ihm, im Haar hängen noch ein paar Blätter, die er beim kriechen durch die Büsche am Haus mitgenommen haben muss. „Obwohl,“ sagt sie dann lächelnd, „ein Bad wirst du heute mit Sicherheit noch nehmen, nur nicht in dem See, sondern in einem der großen Waschzuber in der Harfe.“ Sie wuschelt kurz durch Ians Haar, pflückt ein Blatt aus ihnen und nimmt ihn an die Hand.“Komm lass uns zur Harfe gehen und schauen, ob Borgil da immer noch sein Unwesen treibt.“

Uio

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10

Wednesday, July 11th 2012, 9:26am

<< Unterstadt Todes End<<

- Mehr als einen Siebentag nach Inari -

Nach einigen Stunden Abrackerei braucht Uio frische Luft. Er konnte sich nur schwer konzentrieren und musste immer wieder an Zoe denken. Das blieb den Anderen nicht verborgen und sie begonnen dumme Sprüche zu machen, die Keylan/Uio erst ignorierte und dann schließlich anfing, sich mit dem ein oder anderen Blödschwätzer anzulegen. Es endete in einer Schlägerei mit dem Typen mit dem er zusammen Geld eintreiben sollte.
"Scheißtag!", murrt er und wischt sich das Blut von der Nase. "Arsch!", knurrt er und spuckt auf die Straßen der Stadt. Doch in der Spucke ist kein Blut zu sehen. "Hoffentlich blutet ihm die Fresse." Gregor beendete die Schlägerei nur, weil die beiden einen Job zu erledigen hatten und sich gefälligst später prügeln sollten, was dann nicht geschah. Beiden ist klar, dass der Job erledigt werden musstes sonst wird ih Boss ungehalten.
"Hey Keylaaaan, das nächste mal!", hatte Vinc ihm hinterhergerufen und er hatte ihm eine eindeutige Handgeste gezeigt und fies gelächelt. Also steht eine Schlägerei noch aus. Und dann würde er ihm, wenn es sein muss, ordentlich einheizen! Niemand betitelt seine Zoe mit so schmutzigen Worten! Der Drecksack hatte Glück, dass er diesen Hexerzwischenfall vorher hatte, sonst hätte er vermutlich jetzt ein Bratarsch! Ein bisschen grinsend über diese Vorstellung und das Abschweifen seiner Gedanken in Richtung seiner kleinen geflügelten Feefreundin lässt ihn unachtsam werden und direkt in eine kleine Person laufen die soeben vom Marktplatz in die Straße einbiegt, in der er schnell geradeaus geht.
"Man passt doch auf!", keift er grummelig drauf los, will einfach weitergehen und erstarrt kurz darauf, als er die kleine Frau aus den Augenwinkeln erkennt. Er hällt inne und stammelt:
"Oh ähm...also, entschuldigt...ich..."
Hastig dreht er sich um und schaut, ob jemand auf ihn aufmerksam gewoden ist. Etwas was er jetzt gar nicht gebrauchen kann, ist hier und jetzt in Talyra erkannt und zu den Blaumänteln geschlept zu werden. Es schreit aber keiner laut auf, zeigt mit dem Finger auf ihn oder es kommen Leute der Stadtgarte aus allen Ecken gerannt. Man beruhig dich, es ist lang her und sie suchen dich nicht mehr so wie damals! Der junge Hexer holt tief Luft und atmet tief durch. Es ist schon komisch die Frau die er als Kind für eine Schneeprinzessin gehalten hat wieder zu sehen. Sie ist jetzt viel kleiner, nein, er ist viel größer. Seine schlechte Laune ist verflogen. Wäre es irgendwer anderes gewesen hätte er dem Angerämpelten keine Beachtung geschenkt. Aber so! Er kann sie nicht einfach da liegen lassen, dass...nein...
Ob sie ihn wohl wiedererkennt? Schließlich ist er nicht mehr der kleine dreckige Straßenjunge der er einst mal war. Er erinnert sich wie sehr die Frau sein Schicksal mitgenommen hatte, was für ihn aber normal war, ist...nein war. Er verscheucht die Gedanken und reicht ihr seine gesunde linke Hand um ihr aufzuhelfen.
"Ich hab Euch nicht gesehn, Madame Azra...", sagt er dann freundlich und lächelt sie an, "Habt ihr Euch wehgetan?"
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Azra

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11

Saturday, July 21st 2012, 3:51pm

Mehr als einen Siebentag nach Inari

Gedanklich im Kampf mit Backpulver, Mehl, Hefe, Zucker, Rosinen und Cofeabohnen verstrickt, achtet Azra nicht auf den Weg vor sich – und bereut es an der nächsten Ecke. Ihr Gegenüber ist zügigen Schrittes unterwegs, und ausserdem fast einen Kopf grösser und nicht ganz so schmal, und sie kann gerade noch rechtzeitig einen der schwer belandenen Körbe fallen lassen und ihr Gleichgewicht retten, bevor sie wahrscheinlich sehr unsanft auf ihrem Allerwertesten gelandet wäre.
Rüben, Kohlköpfe und Kartoffeln rollen über die bucklichen Pflastersteine in alle Richtungen davon, aber Azra, eine Hand flach auf ihr Herz gepresst, das sich nur langsam von dem Schrecken erholt, braucht ein paar Sekunden um sich zu fangen. "Man passt doch auf!" Raunzt der andere, wird danach aber plötzlich still, als ob er den Rest seiner Verwünschungen einfach vergessen hat.
Schon im Begriff sich für ihre Tollpatschigkeit zu entschuldigen und zu fragen, ob es dem anderen gut gehe, sieht sie zu ihrem Gegenüber auf – und starrt ihn mit offenem Mund sprachlos an.
Vor ihr steht ein Junge – an manchen Ecken und Enden schimmert bereits der Mann hindurch, zu dem er einmal heranwachsen wird -, das rotbraune Haar glatt und schulterlang und (überraschend) sauber, das Gesicht sonnengebräunt und (überraschend) sauber, die Augen braun wie Nandéhaut und ohne das vorwitzige Funkeln und insgesamt ist er wie Unkraut in die Höhe geschossen.
Aber so sehr er sich auch verändert hat, sie würde dieses halb verlegene, halb schelmische Lächeln unter Tausenden wieder erkennen. Beinahe fällt ihr auch der zweite Korb noch aus den Armen. „Uio?!“
Sie klingt so fassungslos, wie sie ist, und vergisst darüber hinaus völlig, dass der Junge seit dem tragischen Geschehen am Smaragstrand und dem darauf folgenden Hexerprozess – der Talyra für einen ganzen Siebentag lang in ein wild gewordenes Wespennest verwandelt hat – noch immer gesucht wird... wenn auch nicht offiziell.
"Oh ähm...also, entschuldigt...ich..." Sein Blick, mit dem er wachsam nach unerwünschtem blau bemänteltem Besuch Ausschau hält, straft seiner Ungezwungenheit Lügen, und sogar Azra begreift augenblicklich, dass er sich noch immer versteckt hält... und mit noch grösserem Schreck, dass es ihre Pflicht als Bürgerin Talyras wäre ihn auf der Stelle bei der Steinfaust zu melden. Uio weiss das mit Sicherheit auch. Und trotzdem läuft er nicht weg. Möglicherweise hat er bereits einen günstigen Fluchtweg erspäht und denkt schneller weg zu sein, als ich ‚Garde‘ rufen könnte – womit er wahrscheinlich recht hat -, oder er vertraut darauf, dass ich ihn nicht verrate – womit er sehr sicher recht hat.

"Ich hab Euch nicht gesehn, Madame Azra... Habt ihr Euch wehgetan?" Erklärt er ihr noch nicht ganz entspannt, aber mit dem kecken Lausbubenlächeln, mit dem er sie damals schon um den kleinen Finger gewickelt hat. Es funktioniert auch dieses Mal. Vergessen ist sein Gesucht-Status, das Obst und die Jahre, die vergangen sind, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hat, und bevor er weiss wie ihm geschieht, hat sie den zweiten Korb auf dem Boden abgestellt, seine Hand ergriffen und ihn in eine herzliche und überaus mütterliche Umarmung gezogen. „Gute Götter“, schnieft sie ganz ergriffen von diesem unerwarteten Wiedersehen, drückt ihn noch etwas fester an sich, schnieft noch einmal und schiebt ihn dann an den Schultern von sich, um ihn von Kopf bis Fuss ganz genau zu mustern. Arme, Beine, Kopf... alles noch dran. Er ist sauber und sieht gesund aus. Ein wenig mager und bleich und... Dann zieht seine rechte Hand ihre Aufmerksamkeit auf sich und sie wird noch blasser, als sie schon ist. Borgil hatte ihr von der Verhandlung erzählt und sie gerade noch rechtzeitig festgehalten, bevor sie bei der Erwähnung der abgebissenen Finger einfach zur Seite weggekippt wäre. Im Nachhinein hatte sie sich tagelang selber Vorwürfe gemacht, weil sie Uio hatte verschwinden lassen und sich nicht besser um ihn gekümmert hatte.
Aber ich kann es nicht ändern. Muss sie sich eingestehen und mit einem etwas hilflosen Lächeln wischt sie sich die Tränen von den Wangen und nickt einfach nur: „Ja. Keine Sorge. Mir ist nichts passiert. Aber du... ich meine... Götter auf Roha, du bist gross geworden. Du musst schon grösser als Borgil sein. Wie ist es dir ergangen seit... seit...“ Unweigerlich wandern ihre Augen zurück zu seiner Hand und sie muss schlucken, um den Kloss, der sich mit einem Male in ihrem Hals bildet, wieder los zu werden. „Ich habe gehört, was geschehen ist.“ Mitgefühl füllt ihr Gesicht, als sie seine Rechte zwischen ihre schmalen, kleinen Finger nimmt und leise seufzend die gut geheilte Wunde betrachtet. „Ich konnte es erst kaum glauben, aber Borgil war bei der Verhandlung dabei und hat mir erzählt, was die Wargin getan hat. Oh Uio, ich habe mir solche Sorgen gemacht, dass du mit einer schwärenden Wunde irgendwo in der Unterstadt hockst, vielleicht deine Hand, deinen Arm oder sogar dein Leben eingebüsst hast. Ich habe so sehr gehofft, dass Olyvar dich rechtzeitig findet... wie hast du es geschafft die Wunde zu versorgen? Wo bist du die ganze Zeit gewesen? Oh... nein... sag nichts.“ Dieses Mal ist sie es, die einen ängstlichen Blick nach links und rechts wirft, aber es ist weit und breit kein Blaumantel in Sicht. „Nicht hier“, fügt sie etwas leiser hinzu und lächelt unsicher, in der Hoffnung in ihn verschreckt zu haben. „Hast du Hunger? Bestimmt hast du Hunger. Sigrun hat frischen Wildeintopf. Oh, und das Bort müsste auch gerade aus dem Ofen kommen... ahm... könntest du mir nur vorher kurz helfen das ganze Obst wieder einzusammeln? Sofern du... ich meine... möchtest du überhaupt etwas essen? Borgil ist nicht im Haus. Der hat am Hafen ein paar Scherereien mit einem Bierlieferanten. Und wir können den Hintereingang benutzen... und eigentlich kannst du auch einfach durch die Vordertür spazieren, weil sowieso niemand ausser mir weiss, wer du bist. Oder?“
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Monday, July 23rd 2012, 9:18am

Niemand außer Madame Azra scheint ihn erkannt zu haben, niemand schaut erschrocken oder verräterisch in seine Richtung, niemand ruft laut seinen Namen oder etwas, das Genügen würde, die Stadtgarde antanzen zu lassen. Die wenigen Leute in den Gassen und angrenzenden Straßen gehen ihrer nomalen täglichen Beschäftigung nach und beachten die Beiden wenig oder überhaupt nicht. Doch der Unterstadtjunge und Handlanger von Keeshar ist wachsam und als die kleine Frau ihn schwundvoll umarmt, schaut er aufmerksam unter seinen kinnlangen Haaren umher, prüft die Lage und erdenkt sich zwei...nein, drei Fluchtwege. Nur für den Fall. Wobei sich Uio auf eine komisch sonderbare Art und weise sicher ist, das Azra ihn nicht verraten würde. Gleich nach der Umarmung wird er genau von der kleinen Frau begutachtet. Diese braucht nicht lange, um dann seine rechte Hand in ihre kleinen Hände zu nehmen und besorgt zu schauen.
>„Ja. Keine Sorge. Mir ist nichts passiert.", sagt sie schnell und lässt seine Hand wieder los. > "Aber du... ich meine... Götter auf Roha, du bist gross geworden. Du musst schon grösser als Borgil sein."<
Unweigerlich muss der junge Hexer grinsen. Ja, das letzte mal war er kleiner als sie und nun überragt er sie bei weitem. Es fühlt sich gut an, wenn jemand sowas sagt. Er sei gewachsen, groß! Ein Mann! >"Wie ist es dir ergangen seit... seit...", beginnt Azra dann und schaut sie ihn wieder genau an. Uio müsste schon taub, blind und vollig emotional verkrüppelt sein, wenn er nicht bemerken würde, dass Azra mehr als nur fröhlich oder erstaunt ist, ihn wieder zu sehen. In Ihrer Mimik und ihren Worten spiegeln sich Sorge, Angst, Mitgefühl und ...das Wissen! Das Wissen, was passiert ist. Der Redeschwall, der Uio nun entgegen schlägt, lässt ihn bei bestimmten Worten mehr oder weniger finster drein schauen, die Augenbrauen zusammenziehen oder die Mundwinkel verachtend verziehen.
>„Ich habe gehört, was geschehen ist. Ich konnte es erst kaum glauben, aber Borgil war bei der Verhandlung dabei und hat mir erzählt, was die Wargin getan hat. Oh Uio, ich habe mir solche Sorgen gemacht, dass du mit einer schwärenden Wunde irgendwo in der Unterstadt hockst, vielleicht deine Hand, deinen Arm oder sogar dein Leben eingebüsst hast. Ich habe so sehr gehofft, dass Olyvar dich rechtzeitig findet... wie hast du es geschafft die Wunde zu versorgen? Wo bist du die ganze Zeit gewesen? Oh... nein... sag nichts.“<
Ja es ist besser, wenn er nichts sagt! Weder von dem, was er erlebt hat, wo er lebt, noch wer ihn aufgenommen hat. Auch wenn er dieser Frau, warum auch immer, vertraut, ein bitterer Beigeschmack aus Zweifel und Mißtrauen ist da. Nein, er sagt besser nichts! Uio atmet tief durch. Viele Fragen, viele Gedanken...und Antworten, die er nicht beantwoten will, kann...
>„Nicht hier“<, spricht sie dann leise weiter, als wäre sie eine Vertraute Freundin die sich schützend vor ihn stellen würde, egal was kommt. >„Hast du Hunger? Bestimmt hast du Hunger. Sigrun hat frischen Wildeintopf. Oh, und das Bort müsste auch gerade aus dem Ofen kommen... ahm... könntest du mir nur vorher kurz helfen das ganze Obst wieder einzusammeln? Sofern du... ich meine... möchtest du überhaupt etwas essen? Borgil ist nicht im Haus. Der hat am Hafen ein paar Scherereien mit einem Bierlieferanten. Und wir können den Hintereingang benutzen... und eigentlich kannst du auch einfach durch die Vordertür spazieren, weil sowieso niemand ausser mir weiss, wer du bist. Oder?“ <

"Wer ...ich bin...", Uio seufzt schwer. Diese bescheuerte Sache am Strand hat eine viel zu große Welle geschlagen. So große, das sogar sie davon weiss. Ihr Mann, Borgil, bei der Verhandlung war und wer weiss was noch...? Schnell beschließt Uio, nicht weiter darüber nachzudenken. Er muss nur aufmeksam bleiben und immer mindestens zwei Fluchtwege im Auge haben, dann sollte nichts schief gehen!
Wieder schaut er sich um. Nicht zu hektisch, auffällig... er ist ja kein Anfänger! Er weiss wie man das macht schon seit seiner Kindheit!
Nichts! Gut!!!
"Ich...ich weiss nicht, wer etwas weiss.", sagt er dann schließlich.
"Seit versichert, mir geht es gut, egal was ihr gehört habt!", und da ist es wieder, dieses bekannte Uioginsen! Frech, aber auch irgendwie charmant, neckisch! Mit ein paar geschickten Handgriffen hebt er schnell die verlorenen Früchte auf und legt sie zurück in den Korb. "Eine leckere Mahlzeit bei Euch ist wirklich sehr verlockend, aber ich möchte Euch keinen Ärger machen, Madame Azra!"
Nein, das will er nicht. Sie in Verlegenheit bringen, einen Gesuchten in ihr Haus gelassen zu haben und ihn nicht verraten zu haben, nein. Nachher würde sie wegen ihm dann in diese Sache hineingezogen. Das möchte er auf keinen Fall. Und...wenn ihr Mann bei der Verhandlung war, wird ihm schlagartig bewusst, dann hat er etwas mit der Steinfaust zu schaffen, mit dem Rat oder mit diesem Olyvar...dem Obersteinfaustchef. Nein! In seinem Blick liegt nun etwas Tauer, denn er würde wirklich gern mit ihr gehen und einen kurzen Augenblick diese ganze Angelegenheit vergessen...
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Azra

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13

Wednesday, August 8th 2012, 5:30pm

"Ich...ich weiss nicht, wer etwas weiss. Seid versichert, mir geht es gut, egal was ihr gehört habt!" Will er ihr mit einem Ohr-zu-Ohr-Lausbubengrinsen glauben machen, aber dieses Mal lässt sich Azra nicht von seiner aufgesetzten Fröhlichkeit lumpen. Sie will gar nicht wissen, was der Junge alles mitgemacht hat, seit sie sich das letzte Mal begegnet sind, aber gut ist etwas anderes. Gut wäre ein warmes Bett, genug zu essen, saubere Kleidung und ein offenes Ohr, wann immer ihm etwas auf dem Herzen liegt. Kein abgebissener Finger, kein täglicher Kampf ums Brot, keine Angst vor irgendeinem Hohen Magischen Rat, kein Name auf einer Gesuchtenliste und erst recht keine Flucht ohne Ende. Während sie ihn anschaut, sich fragend ob sie eigentlich irgendetwas tun kann, um ihm das Leben ein wenig einfacher zu machen, klaubt er flink das Obst und Gemüse vom Boden auf und legt es zurück in den Weidekorb. Gross ist er wirklich geworden. Und breiter. Scheint hart zu arbeiten. Was er arbeitet will sie ebenfalls nicht wissen. Wahrscheinlich nichts ehrliches. Wie es ihm wohl mit der Magie ergeht. Ob er jemand anderen gefunden hat, der ihn lehrt? Der Hexer müsste doch schon bald wieder auf freiem Fuss sein. Wann war es? Erntemond? Hm... Hoffentlich bringt er den Jungen nicht wieder in Schwierigkeiten. Das schlechte Gewissen nagt an ihr, denn sie weiss von Borgil, dass der Hohe Magische Rat noch immer auf der Suche nach Jungen ist. Wie diese Suche organisiert ist, wer sie anführt und ob sie erfolgreich ist, das sind alles Details, die von den Vögelchen nur in ein bestimmtes Ohr gezwitschet werden, nämlich das ihres Mannes, und die er ihr wiederum wohlweislich verschweigt. Nicht weil er ihr nicht vertraut, sondern weil es sie einfach nichts angeht. Uio, schon sehr lange kein zwölf Jahre alter Schelm mehr, scheint sich ebenfalls Gedanken über ihr Dilemma zu machen, denn als er ihre Einkäufe schliesslich erfolgreich vor irgendwelchen gierigen Fingern gerettet hat, sieht er sie an und zieht mit einer nicht mehr ganz so fröhlichen Grimasse die Schultern in die Höhe. “Eine leckere Mahlzeit bei Euch ist wirklich sehr verlockend, aber ich möchte Euch keinen Ärger machen, Madame Azra!"
In Schwierigkeiten geraten würde sie mit Sicherheit, wenn Borgil oder Olyvar zu Ohren kommen würde, dass sie den Jungen zu sich ins Haus geholt und satt gefüttert hatte, ohne irgendjemanden, und sei es nur den Stallburschen, über seine Anwesenheit zu informieren. Allerdings macht sie sich darüber überhaupt keine Gedanken. Ihre Sorge kreist nicht um ihren eigenen Namen, sondern um den ihres Mannes, der automatisch in das ganze Durcheinander mit hinein gezogen würde, immerhin ist sie seine Frau und die Goldene Harfe sein Gasthaus. Die Leute würden nicht sagen: Hast du gehört, Madame Blutaxt hat...., sondern: Hast du gehört, in der Goldenen Harfe wurde..., und das kann und will sie nicht riskieren.

„Ich befürchte du hast Recht.“ Muss sie also kleinlaut eingestehen und fühlt sich dabei fürchterlich. Erst dem Jungen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und sich jetzt feige seiner eigenen Haut besinnen. Die Unterlippe leicht zwischen die Zähne gezogen richtet sich ihr Blick einen Moment lang nachdenklich auf Uios verdreckte Stiefelspitzen, dann erhellen sich ihre Züge schlagartig und beinahe wäre ihr wieder ein Korb auf den Boden gefallen, als sie nach seinem Ärmel greift, sich noch einmal umsieht, und ihn dann einfach in Richtung Tausendwinkelgassen zieht. „Dann lass uns doch beim Schwarzen Beck eine Schüssel Fischeintopf bestellen. Dort bin ich öfters mit den Kindern... und...ahm... und auch alleine im Moment, weil ich liebe diese süssen, in Brotteig gerollten Gandeln. Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und habe unheimliche Lust auf seine gesalzenen Mondaugen. Borgil hat schon einmal Lo vor Sonnenaufgang losgeschickt, weil ich ihm die halbe Nacht lang von Krabbenpasteten, Mandelfischkuchen und in Honig eingelegtem Wolfsaal vorgeschwärmt habe. Das war bei Brenainn und Bræn auch schon so. Irgendwie scheinen Schwangerschaften bei mir einen Hunger auf alles, was mit Wassertieren zu tun hat, zu wecken. Ich kann sogar ein Schiff betreten, ohne dass mir andauernd schlecht wird. Ach ja,“ ihre Augen glitzern ganz entzückt , als sie mitten im Schritt innehält und Uio, der wahrscheinlich schon bei ‚Schwangerschaft‘ begriffen hat was die Stunde geschlagen hat, aufklärt: „Ich bin schwanger!“ Und gleich darauf mit einer Bestimmtheit, die nur werdenden Müttern zu eigen ist, hinzufügt: „Und es wird ein Junge.“ Ob dem wirklich so ist, lässt sich zwar nicht sagen, aber der bislang unkomplizierte Schwangerschaftsverlauf, der Heisshunger auf Krabben und Fische und die fehlende Seekrankheit – und in Hinblick auf Brenainn und Bræn – sind eindeutige Hinweise auf das Geschlecht des Ungeborenen. Möglicherweise ist es bei einem Mädchen genau das Gleiche, überlegt Azra, derweil sie weiter läuft, eine Hand noch immer auf Uios Arm. Halla ist ganz anderer Meinung, und auch Marthea, selber Mutter einer vielköpfigen Kinderschar, hat eingeworfen, dass Mädchen etwas ganz anderers wären.

Bracks Stube ist zur Mittagsstunde gut besucht und es ist ihr Glück, dass eine Gruppe schwarzgesichtiger Schornsteinfeger gerade einen Tisch räumt, sonst hätten sie nämlich keinen vernünftigen Sitzplatz gefunden. Azra grüsst hier und dort eines der Mädchen, darunter auch Bracks Schwiegertöchter, und winkt auch dem Tavernenbesitzer kurz zu, bevor sie sich setzt und die Weidekörbe unter dem Tisch in der Nähe ihrer Füsse verstaut, wo sie hoffentlich mehr oder weniger sicher sind – sofern nicht wieder Ole, der nimmersatte und viel zu fette Kater umherstreift.
Sie sitzen noch keine drei Augenblicke, als Myrthe, die jüngere der besagten Schwiegertöchter, bereits vor ihnen steht und erst Azra lieb grüsst und sagt, dass ihre Gandeln bereits bestellt wären – was Azra ganz leicht erröten lässt -, bevor sie sich an Uio wendet: „Und was darf es für euch sein, Herr?“ Er zögert nur kurz, aber es reicht für Azra um ihm auffordernd die Hand zu tätscheln und ihm zu versichern: „Bestell einfach, worauf du Hunger hast. Ich lade dich ein.“
Uio tut, nach einem weiteren Moment der Zurückhaltung, glücklicherweise wie ihm geheissen und hat schon ganz rote Wangen vor Hunger, als Myrthe nickt und in Richtung Küche verschwindet, um die Bestellung durchzugeben. Azra lächelt sanft in sich hinein, noch immer nicht ganz sicher, ob dieses Zusammentreffen durch Glück oder Pech entstanden ist. „Wie geht es dir denn?“, fragt sie schliesslich, nachdem zwei Becher und ein Krug verdünnter Kräuterwein vor ihren Nasen abgestellt wurden. „Ich meine wirklich. Wie ist es dir ergangen seit dem Unglück am Smaragstrand? Hast du ein Dach über dem Kopf? Arbeit? Kümmert sich jemand um deine magischen Fähigkeiten?“ Das sie den Jungen mit ihrer Neugierde, so aufrichtig sie auch sein mag, wahrscheinlich verschreckt, ist ihr nicht wirklich bewusst.
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Uio

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14

Friday, August 10th 2012, 1:39pm

>„Ich befürchte du hast Recht.“ < sieht die kleine Madame Azra es auch ein und schaut, wie Uio findet traurig zu Boden. Betretene Stille breitet sich aus und grade will Uio ihr etwas aufmunternd sagen, wie , dass sie sich keine Sorgen machen muss und er gut zurecht kommt und es besser ist wenn sie ihn nicht mit ihn die Harfe nimmt, da ergreift sie seinen Arm und zieht ihn mit schnellen aufgeregten Worten mit:
> „Dann lass uns doch beim Schwarzen Beck eine Schüssel Fischeintopf bestellen. Dort bin ich öfters mit den Kindern... und...ahm... und auch alleine im Moment, weil ich liebe diese süssen, in Brotteig gerollten Gandeln. Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und ..."< der Redeschwall überrascht Uio und er lässt sich ohne widerstand mitziehen. Erst etwas kritisch dreinschauend, dann aber als er merkt das immer noch keiner ihm auf den Fersen ist und Azra sich grade warm redet beginnt er zu grinsen.
"...Ich kann sogar ein Schiff betreten, ohne dass mir andauernd schlecht wird. Ach ja,“
als sie schließlich eine kleine Pause macht und ihn anschaut und dabei einfach Märchenprinzessinhaft lächelt, hat Uio es schon geahnt was jetzt kommt. Keeshar hat ihn davor gewarnt. Frauen! Er soll bloss keiner ein Kind machen sonst hat er sie am Hals sein leben lang!!!
> „Ich bin schwanger!“ < Uio nickt, grinst immer noch und denkt an ihren Mann, den Zwerg Borgil der dann schon das dritte Kind mit ihr hat.
>„Und es wird ein Junge.“< Uio nickt wieder und denkt sich das da doch eher mal ein Mädchen fällig wäre...hat sie nicht schon zwei Jungs? Wie wäre es denn mal mit einem Mädel?
"Ähm...ja das ist...gut!", bringt er etwas steif heraus. Azra aber hingegen beachtet seine Worte kaum, scheint in Gedanken und zieht ihn weiter Richtung Tausendwinkelgassen.

An Bracks Stube angekommen, überprüft Uio wieder die Lage und die Umgebung, setzt sich aber schließlich Azra gegenüber ,die sich mit einigen Leuten grüßende Gesten und Worte austauscht. Dann kommt auch schon ein junges Mädchen heran, begrüßt Azra und berichtet dass ihre Bestellung bereitgelegt ist. Dann richtet sie an Uio das Wort: > „Und was darf es für euch sein, Herr?“ Der junge Hexer weiß nicht so recht was er sagen oder bestellen soll, da schaltet sich Azra ein und bittet ihn einfach loszulegen, egal was er möchte, sie würde ihn einladen. Also bestellt er einfach diesen Fischeintopf von dem Aza eben noch gesprochen hatte und lächelt dem Mädchen kurz zu. Diese nickt und verschwindet dann in Richtung Küche um die Bestellung weiterzuleiten.

Uio schaut ihr nach und muss sich unweigerlich wieder umsehen um wieder neue Fluchtwege im Auge zu haben. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl hier oben zu sein...aber auch irgendwie gut und aufregend. Nach der langen Zeit die er sich nicht hat blicken lassen können in der Oberstadt. Das war eine wirklich heftige Zeit, besonders die Zeit in der Kanalisation. An manchen Tagen dachte er er wird wahnsinnig, er käme nie wieder raus und würde den rest seines Lebens in diesem Kanal leben müssen...oder sich schnappen lassen und das selbe Schicksal wie sein Meister erlangen. Uio muss sich augenblicklich zusammenreißen...und seine Körperhaltung wird kurz angespannt und alles andere als locker und entspannt. Immer wenn seine Gedanken an diese Zeit zurück kommen und er an Nathanael denken muss, an all das was er durchmachen muss und er, der dumme junge Hexer davon nichts weiss, sogar schuld hat, wird er schnell übellaunig und dann passieren schnell Dinge die er nicht kontrollieren kann...das geht jetzt wo er hier mit Azra sitzt gar nicht. Also zwingt er sich dazu an etwas anderes zu denken. Er bemerkt nicht das ihm seine Gesichtszüge kurz entglitten sind. Einen Moment noch beißt er unbewusst die Zähne zusammen, zieht gepresst Luft durch die Nasenflügel und beleckt schließlich die trocken gewordenen Lippen. Seine Haltung wird ganz langsam lockerer und auch seine Gesichtszüge wieder etwas entspannter.

>„Wie geht es dir denn?“< reißt ihn die frage der Madame Azra dann aus den Gedanken und das Mädchen stellt grade zwei Becher vor sie ab und ein Krug. Uio schaut Azra an und vermutet das dies nicht die schwierigste Frage ist die sie noch auf Lager hat. Richtig. Uios schweigen bringt sie dazu, kurz nachdem das Mädchen wieder den Tisch verlässt weitere Fragen loszuwerden. Fragen die Uio eben nicht beantworten wollte, kann und auch jetzt nicht beantworten will.
> „Ich meine wirklich. Wie ist es dir ergangen seit dem Unglück am Smaragstrand? Hast du ein Dach über dem Kopf? Arbeit? Kümmert sich jemand um deine magischen Fähigkeiten?“<

"Ihr seit...", beginnt er zögernd, weicht ihrem Blick aus und schüttet ihr und dann sich selbst etwas in den Becher ein. "echt gut informiert!...Pfeifen es noch immer die Spatzen von den Dächern oder hat es sich gelegt?!" Urplötzlich ist seine Kehle trocken und er trinkt einen tiefen Schluck aus dem Becher bevor er weiterspricht. Natürlich haben sich die Wellen geglättet, sonst wäre er nicht hier oben! "Mir geht es gut, wirklich! Ja ich habe einen guten SICHEREN Platz zum Schlafen und Arbeit...aber fragt nicht was und wo, dass kann ich euch nicht sagen...echt nicht! Versteht das bitte! Ich bin alt genug und ...", der junge Hexer unterbricht seinen Satz als die Bedienung ihre Speisen bringt und einen kurzen Plausch mit Azra hält.
Verdammt was tue ich hier eigentlich. Was ist wenn dich wer erkennt Uio, Dummkopf, was ist wenn? Kurz überlegt er seine Kapuze aufzusetzen, lässt es aber sein, da dies noch auffälliger ist. Ja jemand der am Tage die Kapuze tief ins Gesicht zieht hat immer etwas zu verbergen. Und das er was zu verbergen hat muss er ja nicht an die große Glocke hängen. Innerlich verflucht er sich und die Tatsache, dass er sich hat überreden lassen sich hier hinzusetzen und etwas zu essen. Was wenn ihn jemand erkennt?
Würde Nathanael es wollen das sie dich jetzt auch noch kriegen.
Was ist wenn Keeshar davon erfährt...
...oh heilige Götterscheiße er wird mir die Ohren langziehen
...wenn ich Glück habe! Wenn nicht schlimmeres!!!


Der leckere Duft der Suppe lenkt ihn ab und auch Azra ist fertig mit der kurzen Unterhaltung bei der es offensichtlich um ihre Schwangerschaft ging. Wieder schaut er sich um, kann nichts erkennen, lächelt die kleine Madame wohl wissend an und beginnt die Suppe zu löffeln.
"Danke!", sagt er kurz zwischen dem herunter schlucken der Suppe und dem neuen Löffel vor dem Mund. "Ich komm in des dunklen Küche wenn das hier schiefgeht
...aber dennoch danke!"
Die Fischsuppe ist herrlich lecker und er muss sich sichtlich anstrengen sie nicht einfach herunter zu schlingen. Trotz seinem Versuch es nicht hastig aussehen zu lassen sieht Azra sehr wohl wie sehr er es nicht gewohnt ist langsam und angemessen ordentlich zu Essen. Uio würde wohl eher sagen er hat einiges an benehmen und Essmanieren dazugelernt seit der Zeit als sie sich das letzte Mal sahen, aber das ist wohl Ansichtssache. Ja er ist kein Straßenjunge mehr, aber er ist auch kein wohl erzogener junger Mann aus gutem oder sagen wir mal einigermaßen ordentlichen Hause. Er ist Keeshars Handlanger, Dieb, Hexer dem man ein Mindestmaß an Verhaltensregeln beigebracht hat um zu überleben. Nicht mehr und nicht weniger!

"Ich hab eine...Freundin.", sagt er dann plötzlich verschmitzt lächelnd und hofft das Gesprächsthema umschwenken zu können. Außerdem ist es einfacher und angenehmer über Zoe zu reden! Wenn er jetzt mal genau Nachdenkt...er hat mit noch Niemanden über sie geredet. Mit wem auch? Nachdenklich legt er den Löffel beiseite. Die Suppe ist aufgegessen und sein Becher noch halb voll. Er nimmt ihn in die linke gesunde Hand und dreht ihn lächelnd eine Weile.
"Sie ist ...das wunderhübscheste Wesen auf der ganzen Welt!...ähm...naja, ihr seid auch hübsch Madame Azra aber...ähm...", stammelt er dann etwas verlegen. "Ich werde sie gleich besuchen und hoffe sie ist da! Wir treffen uns heimlich...naja, klar oder? Aber das ist nicht schlimm. Ich freue mich schon sie wieder zusehen!"
UNKRAUT VERGEHT NICHT!

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Colevar

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15

Sunday, September 9th 2012, 1:37am

Beerenreif 512


<- Das Larisgrün

Die Stadt liegt ruhig und schläfrig vor ihnen und vom sonst so geschäftigen Treiben an den Toren und auf den großen Straßen ist nichts zu hören oder zu sehen – es ist ein heißer Tag, selbst für Talyra im Beerenreif. Die Wachen nehmen Haltung an, als sie sie erspähen, entspannen sich jedoch sofort wieder, als sie Colevar erkennen. Er übergibt ihnen Finlay, schärft dem Jungen noch einmal ein, bei Rhordri besser die Wahrheit zu sagen, wenn er mit einem blauen Auge davonkommen will, und schickt dann einen der Männer mit einem kurzen Bericht über die Schmuggler und einer Beschreibung, wo die Leichen – oder was von ihnen übrig wäre – zu finden sind, samt dem Bengel und dem Maultier zur Steinfaust. In der Stadt ist die Hitze womöglich noch größer, weil die von der Sonne aufgeheizten Gebäude und das bucklige Kopfsteinpflaster sie noch zu reflektieren scheinen. Colevar wischt sich mit dem Hemdsärmel über das Gesicht und bindet seufzend das lange Haar zusammen, in der vergeblichen Hoffnung, ein verirrter Luftzug würde ihm den Nacken kühlen. Ihm läuft der Schweiß in Rinnsalen den Hals hinunter und das Leinenhemd klebt ihm längst zerknittert und durchnässt auf Brust und Rücken. Lady Shin dagegen muss unter ihren zahlreichen Stoffschichten förmlich gegrillt werden. Selbst das Atmen fällt schwer, weil die heiße, feuchte Luft einen fast zu ersticken scheint. "Ich bringe Euch zur Harfe, aye? Dort wolltet Ihr doch hin. Borgil wird sich darum kümmern, dass Ihr ein Bad bekommt und einen Heiler, wenn Ihr wollt." Die Magierin nickt nur kraftlos und sie beeilen sich, in Richtung Marktplatz zu gelangen. Nirgendwo herrscht Gedränge, selbst die großen Straßen sind bis auf einige wenige Passanten und die ein oder andere Blaumäntelpatrouille hin und wieder geradezu ausgestorben, so dass sie zur Abwechslung einmal rasch vorankommen... nur auf dem Marktplatz ist nach wie vor Leben, weil sich schwitzende Händler selbst bei Gluthitze noch um die wenigen Kunden bemühen, die sich zwischen ihren buntgestreiften Buden und Ständen bewegen oder untereinander ein Schwätzchen halten. Colevar bringt Lady Shin wie versprochen zur Goldenen Harfe, wo er sie, ihr Pferd und Shafir in Borgils Obhut übergibt und sich von ihr verabschiedet. "Passt gut auf Euch auf, aye? Und wenn Ihr Euch Findronach bei Gelegenheit einmal ansehen wollt, lasst es mich wissen."

Kaum hat er die Harfe wieder verlassen und sich erneut in den Sattel geschwungen, um endlich, endlich, endlich das letzte Stück seines langen Weges zu Calaits Hütte an der Nordmauer hinaufzureiten, kaum hat er Filidh in Richtung Ildorel getrieben, meldet sich prompt Großmütterchen wieder und das auf ihre unnachahmlich charmante Art.
'Links!' Kommandiert sie im besten Feldwebelton.
"Ich kenne wohl den Weg zu Calaits Hütte und ich reite garantiert am Strand entlang, wo hoffentlich ein Luftzug vom See her weht", knurrt er leise und klopft Filidh beruhigend den Hals, der wegen seines gereizten Tonfalls schon verwirrt die Ohren spielen lässt. Reykir, der unter der Hitze vermutlich mehr leidet als er und der Fryslâner zusammen, legt sich hechelnd in den Schatten der Harfenmauer und harrt schicksalsergeben der Dinge, die da kommen würden.
'Nein, links!' Beharrt Großmütterchen stur und Colevar meint fast, eine gewisse Erheiterung in der alten Lispelstimme herauszuhören. Mit einem sturen Schnauben lenkt er Filidh nach rechts in Richtung Seeufer und fühlt sich gleich darauf von einem Paar unsichtbarer und ganz und gar irrealer, aber nichtsdestotrotz kräftiger, faltiger, kalter Finger am Ohr gepackt wie ein ungehorsamer Lausebengel. "Autsch! Lass das!"
'Lass du das. Links. Jetzt. Schnell.'
Das Gefühl der Unruhe kehrt zurück, so prompt, als habe ihm jemand in den Magen geboxt und er kann beim besten Willen nicht sagen, ob dieser renitente Urgroßmutterngeist oder irgendwelche kosmischen Mächte hier vielleicht ihre Finger im Spiel haben, oder ob es ganz allein aus ihm selbst kommt. Calait. "Na schön!" Faucht er ebenso verwirrt wie zornig und überquert den Marktplatz gehorsam in Richtung Norden. "Dann eben durch die Stadt." Reykir folgt ihm hechelnd und er könnte schwören, der Hund grinst. Colevar will eigentlich zwischen Kupferkessel und Blaupfuhl zum Nordtor hinaufreiten und das schafft er auch gerade noch, doch auch auf diesem Weg kommt er nicht sehr weit, und das, obwohl die breite, gepflasterte Straße absolut menschenleer vor ihm liegt und geradezu nach einer schnelleren Gangart schreit.

Kaum ist er nämlich auf Höhe des Inaritempels, wird er schon wieder vom Weg abgebracht, wieder nach links, vermutlich der Lieblingsrichtung der alten Schachtel, dann wieder nach links und noch einmal, dann nach rechts, nach links, nach rechts, dann wieder zurück, weil Madame sich geirrt haben, zurück, noch einmal nach links, wieder nach rechts, bis er in einem schlingernden Zickzackkurs am Nordrand des Tempelviertels angelangt ist und vor einem Gewirr kleiner Gassen und Gässchen steht – und ihm endgültig der Geduldsfaden reißt. Schlagartig wird es bitterkalt in der hochsommerlichen Hitze ringsum. "Es reicht! Verschwinde aus meinem Kopf oder erklär dich auf der Stelle! Ich bin hier, in Talyra, was an sich schon ein reines Wunder ist, ich will jetzt zu Calait, die seit Monden darauf wartet, etwas von mir zu hören und ich werde mich nicht einen Herzschlag länger von einem kryptischen Geist kreuz und quer in der Stadt herumschicken lassen. Wenn dir so langweilig ist im Totenreich, dann geh und fall Sithech auf die Nerven, aber lass mich in Ruhe!"
'Sehr angenehm die Kühlung, besten Dank auch, aber jetzt denk an mein Rheuma, mein Junge, sei so nett, ja? Die nächste rechts. Und bitteschön gleich, bevor sie noch auf die Nase fällt.'
"Was?! Wer zum Kuckuck?"
'Calait. Sie ist blind, schon vergessen? Also rechts, und ein bisschen plötzlich, wenn ich bitten darf!' Mit einem unterdrückten Fluch lässt er Filidh in die Seitengasse einbiegen. Sie ist genauso ausgestorben wie alle anderen, und doch... die unruhige Leere in seinem Inneren ballt sich zusammen und zieht ihn nach Norden, er kann es so deutlich spüren wie ein Stück Eisen einen Magneten. Götter im Himmel... Dort oben an einer Häusermauer regt sich etwas, vier-, vielleicht fünfhundert Schritt entfernt: eine kleine Gestalt, die aus dem Schatten tritt, behutsam wie ein Reh, das versucht, sich nach alle Seiten zu orientieren und doch genau weiß, dass es die schützende Deckung des Waldes verlassen muss, will es weiterkommen. Calait. Endlich.
'Kein Wort über mich. Kein einziges Wort, Sithechritter', wird ihm noch eingeschärft, dann ist Großmütterlein weg und seine Gedanken gehören wieder ganz ihm allein. "Feigling!" Zischt er, aber im Augenblick ist er viel zu erleichtert, als dass er ihr ernsthaft böse sein könnte. Abgesehen davon hatte sie ihn hergeführt... wäre er zu Calaits Hütte geritten, wäre dort niemand gewesen.

Er treibt Filidh an, der in einen raschen, raumgreifenden Trab fällt und ihn damit in einem einzigen, kurzen Augenblick die letzten hundert Schritte zu ihr trägt, dann zügelt er sein Pferd und steigt aus dem Sattel, den Blick fest auf ihre sich vortastende Gestalt und ihre leicht verzweifelte, leicht ungeduldige Miene gerichtet, die beim Klang von Filidhs Hufschlag schlagartig aufmerksam wird. Dann streckt sie die Arme aus, die Handflächen nach außen und dreht den Kopf hin und her. > He! Halt! Ahm, Hilfe.<
Er wirft Filidh die Zügel über den Hals, überbrückt die letzte Distanz zwischen ihnen mit drei, vier großen Schritten und nimmt sie an beiden Armen. "Calait. Ich bin hier. Ich bin hier." Es ist absurd – er kann ja sehen, dass ihr nicht das geringste fehlt – es ist sogar lächerlich, aber er muss den Drang, sie hastig und gründlich abzutasten um sich zu vergewissern, dass sie tatsächlich wohlauf und gesund ist, heftig niederkämpfen. "Es tut mir leid, dein Brief... ich bekam ihn erst vor zwei Tagen und ich bin so schnell her geritten wie ich konnte." Die ganze Anspannung der letzten Tage, der tödliche Schrecken, den ihm ihre Nachricht eingejagt hatte, die verrückten und verworrenen Ereignisse seiner Rückkehr, sämtliche Stolpersteine, die vorlaute Alte, von deren penetrantem Geist er heimgesucht wurde – all das stürzt in diesem Augenblick über ihm zusammen und am liebsten hätte er sie gehörig durchgeschüttelt dafür, dass sie ihm solche Angst gemacht hatte. "Was fällt dir eigentlich ein, dich in eine solche Gefahr zu begeben? Götter im Himmel, ich sollte dich übers Knie legen – allein bei einem Sturm in den Wald zu rennen, blind wie du bist! Hast du die leiseste Ahnung, welche Sorgen ich mir um dich gemacht habe, du hättest sterben können!" Jetzt schüttelt er sie wirklich, aber nur um sie gleich darauf so fest an sich zu ziehen, dass es ihr mit Sicherheit den Atem aus den Lungen treibt. Er weiß nicht, wie viel Zeit vergeht, während sie so dastehen und sich aneinander festklammern wie zwei Ertrinkende, aber irgendwann findet er seine Stimme wieder... und auch die Kraft, seine Umarmung wenigstens so weit zu lockern, dass sie wieder atmen kann. "Tut mir leid. Es tut mir leid, es ist nur... ich bin... " er drückt einen Kuss auf ihre Stirn und zieht sie noch einmal fest an sich. "Wo sind die Hunde? Warum bist du hier allein unterwegs?"
Some say the world will end in fire. Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice, I think I know enough of hate
To say that for destruction ice is also great - and would suffice.
R.Frost

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