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Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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121

Wednesday, January 22nd 2014, 10:29pm

24. Langschnee

Dayan spricht mit ihm, als wäre er etwas schwer von Begriff und wirkt dabei fast neunmalklug. Aber anstatt es sich zu Herzen zu nehmen, grinst Aneirin in sich hinein, weil er es überaus niedlich findet, wie sie ihn belehrt. Natürlich versteht er, was sie sagt, wenn ihm auch noch nicht bewusst wird, was sich hinter ihren Worten, vielmehr den Fähigkeiten der Fremden verbergen mag. Was ihn eher beunruhigen würde, würde er näher darüber nachdenken, ist, dass diese Elbin auch wie Tyalfen die Fähigkeit der Empathie besitzen musste. Bei Tyalfen kann er sich inzwischen darauf verlassen, dass er nicht ohne Grund und möglichst nicht ohne ihnen vorher Bescheid zu sagen, davon Gebrauch macht. Sicher weiß er es letzten Endes natürlich nicht, aber er vertraute seinem Freund diesbezüglich. Wie es aber die Fremde halten mag, gilt es noch herauszufinden.
Unweit vom Marktplatz bittet Dayan ihn, dem Elben noch nichts von dem, was er von der Wandlerin erfahren hat, preiszugeben. Bei ihrer zweiten Bitte allerdings ist ihre Leichtigkeit von zuvor dahin, das Lächeln verschwunden, der Blick eindringlich. Umso mehr bemüht er sich um ein aufmunterndes Lächeln. „Keine Sorge, ich bin sicher, das wird so schnell nicht wieder passieren“, erwidert er, beugt sich zu ihr herunter und drückt ihr einen Kuss auf die Stirn. „Aber ja, ich verspreche dir, ich werde dich zu ihr bringen“, fügt er hinzu und hofft, dass es sie etwas beruhigen wird.
Als sie den Markt erreichen lenkt Aneirin seine Schritte zielstrebig in die Richtung, in der Jenna ihren Stand hat. Ab und an bleibt er allerdings stehen, wenn Dayan etwas kaufen möchte, um zu bezahlen. Schließlich erblickt er die junge Frau schon von weitem und als er sich sicher ist, dass sie ihn auch wahrgenommen hat, winkt er ihr zu. Er schaut sich zu Dayan um, um sicherzugehen, dass sie ihm folgen würde. Dann geht er raschen Schrittes zu Jenna herüber, die auch schon um den Stand herum geht und auf ihn wartet.
Freudig lächelnd verbeugt er sich höflich vor ihr, woraufhin sie mit besorgtem Gesichtsausdruck seine Hand greift und drückt, sie aber kurz darauf wieder loslässt. „Verzeih, dass ich gestern nicht mehr vorbeigeschaut habe…“, beginnt er und erzählt ihr knapp von den Geschehnissen des letzten Abends. „Da bin ich aber froh, dass es so ausgegangen ist“, antwortet sie, nachdem er geendet hat. „Ich hatte mich schon gesorgt, dir… euch… könnte etwas geschehen sein.“ Erleichtert lächelnd wendet sie sich ab und greift nach drei unterschiedlichen Brotlaiben, die er stets mit heim brachte. „Jenna, sag, glaubst du, du kommst heute auch ohne mich zurecht? Ich hätte noch ein paar Dinge zu erledigen. Ich verspreche dir auch, morgen recht früh bei dir zu sein, um dir bei den Vorbereitungen zu helfen.“
Lächelnd schüttelt Jenna ihre braune Haarpracht und drückt ihm die Brote in die Hand. „Nein, schon gut. Wir kommen gut zurecht, mach dir keine Sorgen.“ Aneirin lächelt dankbar zurück. „Du bist die Beste! Ich danke dir“, lacht er, klemmt die Brotlaibe mit einer Hand an seinen Körper, um mit der anderen Hand ihre zu ergreifen und ihr in einer leichten Verbeugung einen Kuss auf den Rücken ihrer Hand zu hauchen. Verlegen lächelt die junge Frau und verabschiedet sich dann mit einem kurzen Wink ihrer Hand, um sich einem anderen Kunden zuzuwenden. Der Barde dreht sich um, um die Brote in den Korb zu legen, den Dayan zuvor trug.
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Dayan

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122

Thursday, January 23rd 2014, 12:26pm

24. Langschnee

Zunächst läuft alles einigermaßen nach Plan. Aneirin wird sich nach ihren Wünschen verhalten. Wenn er sein Wort gab, kann Mann sich auch darauf verlassen. So war es bisher immer. Hier und da ersteht sie Dinge, die sie in Estas Reich gesehen hat und die zur Neige gingen. Dabei stellt sie öfters fest, dass Estas Stimme im Ohr liegt. Wie es komme, dass sie so vieles nicht esse und dass es kein Zweifel geben möchte, warum sie so klein ist. Man habe sie nicht ordentlich versorgt. Nun Esta macht es sich seither zur Lebensaufgabe diesen vermeintlichen Fehler auszumerzen. Kurz hebt sich nun also die Stimmung, aufgemuntert durch ein zuckersüßes und liebevolles Lächeln.

Und so schleicht ein Ähnliches auch auf ihre Züge bis... Ja Jenna! Das rote Tuch, wandelnd auf Roha wie sonst kaum eine, taucht an einem Stand auf und sogleich schwänzelt sie um den Verkaufsstand herum wie so ein energisches, liebestolles Hündchen.
Und nicht zum ersten mal schleicht sich der Gedanke ein, ihr die hübschen grün-braunen Augen auszukratzen. Wäre es nicht Jenna, würde Dayan behaupten sie blickte freundlich und aufrichtig in die Welt, aber es war nun eben mal genau jene. Das Gespräch läuft recht einseitig ab und allein bei dem Gedanken, verbessert oder nicht, sie könne sich Sorgen um ihren Barden machen kocht Töpfen Dayan fast über vor Zorn. Ihre Haut juckt schon schrecklich und kurzerhand dreht sie sich mit ihren Besorgungen um und verschwindet mit ihrem guten Schritt Körperlänge in den Budengewirr. Mit Zorn im Bauch beobachtet sie wie er dem Bäckersfräulein einen Handkuss verpasst, formvollendet mit diesem Lächeln, dass Dayan so liebte und allein ihr zukommen sollte.

Letztlich hat sie genug und gerade dann als Aneirin ihrer wieder gewahr werden will verlässt sie ihr Versteck und läuft allein durch die Marktstände und da Aneirin heute alles bezahlen wollte reicht ihr Münzbeutel völlig aus um sich einen fein bestickten Schal in Weiß gestrickt und weißem Fell gefüttert nebst Mütze und Handschuhe zu besorgen.
Dummerweise nimmt bei solchen Frustkäufen die Aufmerksamkeit rapide ab und so entgeht ihr auch, dass sich mehrere dunkel gehüllte Gestalten aus mehreren Richtungen an sie heften und die Wandlerin langsam aber sicher auf dem Rückweg einkreisen.

Aneirin

Stadtbewohner

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Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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123

Thursday, January 23rd 2014, 6:55pm

24. Langschnee

Überraschung zeichnet sich auf Aneirins Gesicht ab, als er Dayan nicht wie erwartet hinter sich erblickt. Vor einem Augenblick war sie doch noch hier gewesen. Er lässt seinen Blick durch die Menge die Stände entlang schweifen. Vielleicht hatte sie nur etwas in der Nähe entdeckt und würde jeden Moment wieder auftauchen. Ungeduldig wartet er sich umschauend einige Augenblicke, geht dann wenige Schritte in die eine und dann etwa die gleiche Anzahl an Schritten in die andere Richtung. Spürbar unruhig werdend kreist er um die Stände, den von Jenna immer Blick, sollte die Wandlerin dort wieder erscheinen. Warum hat sie ihm nicht Bescheid gesagt? Sie weiß doch selbst, dass es für ihn bei ihrer Größe nicht einfach ist, sie in einer Menschenmenge ausfindig zu machen.
Mit raschen Schritten durchquert er die Reihen an Ständen, kann Dayan aber nirgends ausmachen. Ratlos und besorgt bleibt er am Rand des Marktes stehen. Ob sie wohl schon den Weg nach Hause eingeschlagen hat? Es passt zu ihrem wechselhaften Gemüt sich auf die Schnelle um zu entscheiden, aber dennoch ist er sich sicher, dass sie ihm Bescheid gegeben hätte. Es sei denn, er hätte es auf unerklärliche Weise geschafft sie zu verärgern. Denn dann konnte es schon mal vorkommen, dass sie verschwand und Abstand suchte und ihn dabei im Ungewissen ließ. Aber das geschieht äußerst selten. Kurz überlegt er sie mit Hilfe der Flöte zu suchen, aber dazu sind es ihm zu viele Menschen um ihn herum, die davon nicht Kenntnis gewinnen müssen.
Noch während er darüber nachdenkt, erregt in seinem Augenwinkel etwas seine Aufmerksamkeit. Er könnte schwören, dass es Dayan war, sie soeben um eine Häuserecke gebogen ist. Die Richtung stimmt auch in etwa, wenn sie die üblichen Straßen nach Hause nehmen wird. Mit den Broten auf dem Arm läuft er der vermeintlichen Dayan nach. Nach nur wenigen Schritten jedoch hält er inne und stutzt, als zwei in einen dunklen Umhang gehüllte Gestalten eben hinter derselben Häuserecke verschwinden. Mit einem unguten Gefühl in der Magengegend läuft Aneirin noch einen Schritt schneller.
Als er hinter besagtem Haus in die Straße einbiegt, späht er diese sogleich entlang. Einige dieser Nebenstraßen und Gassen sind deutlich leerer als die großen Straßen, die vom Markt wegführen. Dayan bevorzugte diese, war der Weg nach Hause angeblich auch kürzer. So fallen ihm die beiden Reisenden gleich auf und als er sich ihnen mit schnellen Schritten nähert, wird das ungute Gefühl nur noch größer. Tatsächlich erblickt er endlich auch die Wandlerin und beschließt sich bemerkbar zu machen, indem er ihren Namen zwei Mal ruft und anschließend seinen Schritt noch einmal beschleunigt. In dem Moment, in dem er die beiden Dunklen vor ihm, der eine etwas größer, der andere kaum kleiner, überholt, wirft er einen flüchtigen Blick zur Seite. Doch die Kapuzen ihrer Umhänge sind tief ins Gesicht gezogen, so dass er nichts erkennen kann. Also wendet er den Blick ab und eilt Dayan entgegen.
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Nuuja

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124

Thursday, January 23rd 2014, 8:11pm

23. Silberweiß

~ Einstieg ~

‚Kalt.‘ Fröstelnd reibt Nuuja ihre zierlichen Hände aneinander und dann über die Wangen, dort, wo ihre zart beigefarbene Haut bereits einen leichten rötlichen Schimmer zeigt. Sie zieht sich die kleine Mütze mit dem Fellrand über ihre im Vergleich großen, aber feinen Ohren. Deren Spitzen lugen aber weiterhin unter dem Rand der Kopfbedeckung hervor, ebenso wie das rotgefärbte Haar in ihrem Nacken. Sie würde nicht von sich behaupten, dass sie sonderlich empfindlich in Bezug auf Kälte wäre. Doch jetzt, wo sich gerade noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages bemühen dem unaufhaltsamen Untergang der Sonne entgegen zu wirken, hat auch die Kälte zugenommen. Ohnehin ist es an diesem Tag kälter gewesen als am Tag zuvor. So ist sie froh, dass sie es wenigstens noch vor Einbruch der Nacht diese riesige Menschenstadt geschafft hat.
Ein wenig hilflos wirkend blickt sie sich mit ihren großen, bernsteinfarbenen Augen um. Sie ist nicht das erste Mal in einer Stadt der großen Leute, aber diese übertrifft alle bisherigen in Größe und Pracht. Hier fühlt sogar sie sich mit ihren vierunddreißig Sekheln plötzlich winzig. Ein Gefühl, das sie sonst eher selten verspürt, da ihr gesundes Selbstvertrauen bisher noch alles wettgemacht hat. Aber hier, mitten auf dieser bemerkenswerten Straße und dieser gigantischen Stadt, fühlt sie es doch allmählich schwinden.
Rasch schüttelt das Koboldmädchen den Kopf, als würde es helfen derlei Gedanken loszuwerden und greift entschlossen in die Tasche ihres sie sorgsam einhüllenden Mantels. Wiederholt studiert sie den für große Leute wohl winzig anmutenden Notizzettel in ihrer Hand. ‚Gorgalahk Hanfaghan‘ lautet der Name des Kobolds, den sie sucht. Alchemist soll er sein, nicht irgendeiner, sondern einer der Besten, und hier in Talyra einen Laden besitzen. Einige wenige weitere Notizen sind dort niedergeschrieben, aber keine, die ihr hier und jetzt weiterhelfen würden.
Also bleibt ihr wohl oder übel nichts anderes übrig, als sich durchzufragen. Hemmungen auf die großen Leute zuzugehen, hat sie nicht. Zielstrebig stapft sie auf den nächstbesten Großen zu, der nicht so aussieht, als würde er ihr sogleich den Kopf abreißen und fragt mit heller, aber nicht quietschender Stimme nach dem Weg zum Alchemieladen Hanfaghans. Fast wäre der große Mann über sie gestolpert als sie ihm so plötzlich vor die Füße läuft. Doch sie hat bereits Übung darin, den unachtsamen Schritten der Großen auszuweichen. Mehr als einen etwas verwirrten Blick hat er allerdings nicht für sie übrig. Wie unhöflich! Lange ärgert sie sich aber nicht, sondern versucht es bei einer stämmigen Frau, die zwar gewillt ist sie anzuhören, ihr aber nicht weiterhelfen kann.
Ein bisschen verwundert blickt sie der Frau nach. Gorgalahk Hanfaghan soll doch ein großer Alchemist sein! Wieso hatte sie dann noch nicht von ihm gehört? Rasch geht sie auf einen nach dem anderen zu, bis ihr endlich jemand zumindest schon einmal die Richtung weisen kann. So kämpft sie sich weiter fragend durch die Straßen, hoffend, dass sie ihn in dieser enormen und verwinkelten Stadt überhaupt finden würde.

--> Der Laden „Alchemie für Jedermann“

Dayan

Unregistered

125

Thursday, January 23rd 2014, 9:38pm

24. Langschnee

Aneirin ruft ihren Namen und es hat nur zur Folge, dass sie schneller läuft. Dann ruft er wieder und diesmal verdreht sie die blauen Augen und bleibt sie genervt stehen. Dabei dreht sie sich mit einem vielsagendem Blick um. Aneirin hat sie schnell eingeholt mit der Frage auf den Lippen, wieso sie nicht gewartet habe. Dazu nimmt er ihr den Korb ab und legt die Brote hinein.
Das fragt er nicht wirklich?!
Verärgert dreht sie sich schnippisch weg. Gerade zur rechten Zeit! Schon schnellt einer der Verhüllten vor um sie zu ergreifen und ging ins Leere. Die Wandlerin hingegen schnappt sich Aneirin.

Laufen. Das war der einzige Gedanke im Kopf der Wargin.

"LAUF!", ruft sie und zerrt ihn mit sich. "Schneller, Aneirin!" Kaum zu glauben, dass im Hirn Dayans ein Begriff aus dem sportlichen Bereich herum spukte. Aber anders gesehen, machte sie nicht zum ersten Mal kehrt. Flüchten scheint ihr der einzige Weg.
Schon biegt sie urplötzlich in die nächste Gasse. "Gleich wieder rechts, dann links!" Laufen. Immer schneller auf der Straße, die in den nun mehr bernsteinigen Augen der Wandlerin nur verschwommen wahrgenommen wird. Immer wieder blickt sie sich um. Der Eine hat sich längst aufgerappelt und ist ihr dicht auf den Fersen, der andere ist verschwunden. Noch während sie die Gassen entlang rennt nestelt sie an ihrem Gürtel. Kaum ist sie abgebogen, stehen zwei Gestalten im Weg.
Sie reißt Aneirin herum und folgt der nächsten Abzweigung. Vier Verfolger zählt sie schon und sie sind noch zwei drei Ecken von einer größeren Straße, begangen von Blauröcken, entfernt. "Verdammt!"
Der Gürtel mit seiner Hornfassung und dem darin eingebetteten Mondstein hält sie fest in der Hand, so fest vor Furcht, dass die Knochen weiß hervortreten. "Aneirin!", keucht sie und hechtet um die nächste Ecke.

Ein lauter Schreckensruf entweicht ihr. Auch dieser Weg ist versperrt. Zudem war das Wetter mehr als schlecht, schnell umgeschlagen, sodass sich die meisten Bewohner des Freistaats wohl in ihren Häusern verschanzt hatten. Der Regen verschleiert ihre‘ eh schon von Tränen trübe Sicht, doch verlor sie bisher ihr Ziel nicht aus den Augen: eine möglichst breite, belebte Straße! Wieder eine Ecke, hinein! Schneller…Innerlich treibt sich die Wandlerin an und legte tatsächlich noch einen Zahn zu, sodass sie nur wenige Sekunden vor einem mächtigen Kuttenmann um die Kurve schlittert und dabei enorm aufpassen muss, nicht in der großen Pfütze, die sich urplötzlich gebildet zu haben schien, auszurutschen. Mit der freien Hand packt sie des Barden Seite und tritt langsam rückwärts schreitend über das Pflaster. "Meinst du, sie lassen dich in Ruhe?" , flüstert sie ihm zu, zwischen schnellen, hektischen Atemzügen.
Die große Gestalt, von einem schwarzen Mantel verdeckt, kommt fies lachend auf sie zu. "Na, da haben wir ja endlich das Schätzchen!", faucht er unheilverkündend.

Aneirin

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126

Thursday, January 23rd 2014, 10:35pm

24. Langschnee

Bevor er sich überhaupt Gedanken darüber machen kann, warum Dayan eingeschnappt ist, als jemand, ebenfalls in einen dunklen Mantel verhüllt wie aus dem Nichts auftaucht und nach Dayan greifen will. Geschickt weicht sie aus, woraufhin ihr ungewohnt laut eine eindringliche Aufforderung entfährt. Und schon läuft sie los, mit ihm an der Hand, lässt ihm dadurch nur einen kurzen Blick auf die beiden heransprintenden Gestalten hinter ihnen.
Gemeinsam flüchtet er mit ihr durch die Gassen, schafft es irgendwie mitzuhalten. Seine Schritte sind zwar größer, aber Dayan ist flinker und wendiger und hat eine größere Ausdauer. Besonders, wenn sie um die Häuserecken spurten. Schon nach der ersten hat er den Korb loslassen müssen, der ihn nur behinderte. Die Orientierung hat er schon längst verloren und vertraut daher auf ihre Anweisungen. Die Steine sind von dem eingesetzten Regen rutschig, so dass er sich konzentrieren muss, nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Schließlich müssen sie halten und sogleich schnappt er nach Luft. In seiner Seite sticht es. Er spürt Dayans Griff, während er den Verhüllten vor ihnen mit dem Blick fixiert, der Mund geöffnet, um die nach Luft schreienden Lungen mit eben jener zu füllen. <"Meinst du, sie lassen dich in Ruhe?"> Aneirin bemüht sich um ein freches Grinsen. „Das werden wir sehen. Wenn nicht, werde ich mir Mühe geben, dass sie es bereuen.“ Er wagt einen kurzen Blick zu ihr herunter. „Wandle dich und verschwinde. Ich komme schon zurecht.“ Tatsächlich ist er längst nicht so selbstsicher, wie er es gerne hätte. Aber sie sind nicht hinter ihm her. Dayan wollen sie, also muss sie fort.
„Wir treffen uns zu Hause“, fügt er noch leise hinzu und tritt dann einen Schritt schützend vor sie. Dann spricht er an die Gestalt gewandt, die ihnen entgegen kommt. „Ich fürchte, es muss sich um eine Verwechslung handeln. Sucht euch euer Schätzchen woanders! Ich kann euch den Pfirsich empfehlen!“
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Dayan

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127

Friday, January 24th 2014, 8:51pm

24. Langschnee

Dayan macht sich hinter Aneirin ganz klein und nutzt ihn als Deckung vor den Häschern. Ohne Aufmerksamkeit zu erregen schlüpft sie aus ihren Sachen. Nun würden sie ihr Geheimnis wissen, oder aber glauben, sie sei verschwunden. Das wäre die bessere Wahl. Also bleibt sie unauffällig und überlässt es dem Barden die beiden abzulenken.

Tatsächlich schafft er das auch, denn der Kuttenmann verhöhnt den jungen Mann. „Was willst du Wicht! An dir sind wir nicht interessiert! Doch den Pfirisch, ja, von ihm habe ich gehört. Beste Ware. Nun weiß ich wie ihr zu diesem Biest gekommen seid. Ich will euch nichts, also gebt den Weg frei!“, er lacht tief und gruselig. Es vibriert auf Dayans Haut und dringt tief ein. Es war markerschütternd und böse, abgrundtief böse.
Doch der Mann scheint eitel genug zu sein, dass er mit seinem Nebenmann so manche Vorstellung wechselt wie sie es vorzogen Dayan zu quälen. Die Wandlerin schlüpft in die Gestalt des Rabens. Er war noch immer ein großer Vogel, aber kleiner als der weiße Luchs. Die restlichen Hüllen fallen und die Wolkenfrau schlüpft hinter eine Garnitur Hocker. Hier sitzen an warmen Tagen die Alten und spielen Hütchen- und Kartenspiele.
Ein spitzer Schrei entfährt einem der Verhüllten. „Cunlin! Sie ist weg?!“, schreit er und der Gerufene läuft unter seiner schwarzen Haube tiefrot an. „Verflucht nochmal! Schnappt ihn Euch!“
Da fliegt der versteckte Vogel hervor und schützt den Barden, indem sie den nächsten zu ihm im Lauf stört und mit dem spitzen Krallen und Schnabel nach ihm hiebt, , hoffend er würde die Beine in die Hände nehmen. Der Zufall will, dass eine Patrouille der Stadtwache seine Runde dreht. Sie wurden von aufmerksamen Augen gerufen, die die Gehüllten beobachten.

Dieser Schatten steht nun seinerseits in eine dunkle Kutte gehüllt, mit Sternen besetzt im Dunklen und sinnt, wie es sein kann, dass das Mädchen unter Druck gesetzt wurde. Bisher hatte er nur einen Normander seit der Eröffnung im Haus der Heilung auf der Liste schützender Personen. Damals kam ihn der Stein verdächtig vor und er erinnert sich gut daran. Mochte die Zeit gekommen sein, da sich die Steine wieder zusammenfügen? Er muss mehr herausfinden, doch alles zu seiner Zeit und so entschwindet er in dem Moment, da die Blaumäntel sie Situation bereinigen. Da man aber den Anführer und dessen rechte Hand nicht auffinden kann, zerstreuen sich die Dunklen schnell und den wenigen der Aufgegriffenen kann man ausreichend anhängen als eine Ermahnung.
„Ist ihnen wohl, der Herr?“, wird Aneirin gefragt. „Es gibt vermehrt Einbrüche. Aber diesen Burschen können wir kaum was anhaben. Wir nehmen sie jedoch mit, doch wir werden sie nicht festsetzen können. Ist ihnen gedroht worden?“

Aneirin

Stadtbewohner

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128

Sunday, January 26th 2014, 12:24am

24. Langschnee

Das Lachen des Fremden geht Aneirin durch Mark und Bein, als es an sein Ohr dringt. Es übertönt für einen Moment sogar den stetig fallenden Regen, der auf die Pflastersteine schlägt. So etwas Beängstigendes hat er noch nie zuvor gehört und es schüchtert ihn mehr ein, als er sich eingestehen will. Seine Kiefer pressen aufeinander, dass es fast schon schmerzt und die Finger graben sich tief in die Handinnenflächen, als würden sie sich am liebsten verstecken. Es ist allein der Gedanke an Dayan wegen der er sich nicht von der Stelle rührt, um ihr die Zeit zu verschaffen, die sie benötigt, um zu entkommen.
Der Regen rinnt über sein Gesicht, tropft von Nasenspitze und Kinn. Doch Aufmerksamkeit schenkt Aneirin der Nässe trotz ihrer Hartnäckigkeit nicht. Die liegt nämlich bei den beiden Männern vor ihm. Seine Augen verengen sich, als diese in ihre widerlichen Fantasien in Worte fassen. Der Barde erinnert sich an einen der ersten Tage, als sie im Larisgrün unterwegs waren, um dem Häschen, das Tyalfen für Dayan erlegt hatte, Ehre zu erweisen. Er hat die Wandlerin wieder vor seinem geistigen Auge, als sie vor der Falle des Füchsleins kniete mit Tränen in den Augen und Hilflosigkeit und Angst im Blick als sie von ihnen bereichtete. Er würde es nicht zulassen, dass sie Hand an Dayan legten. Sie alle hatten gehofft, sie hätten die Suche nach ihr endlich aufgegeben. Sie fühlten sich sicher. Bis zum gestrigen Abend.
Tief in ihm regt sich ein Verlangen, dieses Pack von vom Erdboden zu tilgen, damit seine Liebe endlich wieder Ruhe hätte. Er ist aber nicht so dumm, sich unbewaffnet mit den Fremden anzulegen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Waffen trugen. Ein schneidender Windstoß wirbelt durch sein nasses Haar und fast augenblicklich lenkt ein Aufschrei zu seiner Linken seine Aufmerksamkeit wieder auf das eigentliche Geschehen. Dayan hat es also geschafft, nimmt er erleichtert zur Kenntnis. Doch Zeit zum Entspannen hat er nicht, als sie daraufhin stattdessen ihm an den Kragen wollen.
Der Kerl zu seiner Rechten reagiert am schnellsten. Doch ehe er Aneirin erreicht, schießt hinter seinem Rücken der Rabe hervor, genau in den Lauf des Mannes, so dass dieser ins Stolpern gerät. Das verschafft Aneirin wiederum die Zeit, sich auf den Angreifer zu seiner Linken zu konzentrieren. ‚Beobachten‘, erinnert er sich an Tyalfens Lektion. Der Mann hält seinen rechten Arm vor dem Oberkörper, die rechte Hand etwa auf Hüfthöhe. Da fällt ihm auch die blitzende Klinge ins Auge. Aneirin unterstellt ihm die Absicht, die Klinge von dieser Position aus nach schräg oben ziehen zu wollen, quer über seine Brust. Schön und gut, denn um sich eine angemessene Reaktion oder gar Abwehr zurecht zu legen, fehlt ihm einfach die Zeit. So macht er im letzten Moment einen Satz zurück, so dass nur die Spitze der Klinge an einem Mantel hängen bleibt und ihn aufreißt.
Rasch verlagert der Barde sein Gewicht, um vorspringen zu können ohne auf den rutschigen Steinen das Gleichgewicht zu verlieren und rammt dem Typen seine Schulter gegen die Brust, ehe dieser Zeit findet erneut mit dem Dolch auszuholen. Er schafft es sogar ihn dadurch zu Fall zu bringen, gerät aber auch selbst ins Straucheln. Möglichst schnell sucht er mit den Füßen festen Halt und richtet seinen Oberkörper wieder auf. In diesem Augenblick wird ihm plötzlich schwarz vor Augen und ein stechender Schmerz weitet sich von seiner Nase ausgehend in seinem Gesicht aus. Instinktiv kneift er die Augen zusammen und greift mit einer Hand um seine Nase. Mit der anderen sucht er Halt, während er zurückstolpert bis er eine kalte und feuchte Häuserwand in seinem Rücken spürt.
Einen Augenblick später dringen weitere Schritte und Stimmen an sein Ohr und er blinzelt bis er wieder klar sehen kann. Fast alle Angreifer sind spurlos verschwunden und eine Patrouille Blaumäntel kümmert sich darum, die Situation zu bereinigen. Die Szene beobachtend fährt er mit dem Handrücken unter seiner Nase entlang und betrachtet missgestimmt seine blutige Hand. Dabei sollte er den Göttern dankbar dafür sein, dass ihn die Klinge nicht erwischt hat und er lediglich mit einer blutigen Nase davon gekommen ist.
Einer der Blaumäntel fragt nach seinem Wohlergehen und Aneirin versucht darzustellen, dass er grundlos angegriffen worden sei, während die beiden, die sie erwischt haben, darauf beharren, er selbst hätte sie beleidigt und den Streit sowie die Prügelei angezettelt. Notwehr sei es gewesen. Der Barde rollt mit den Augen. Noch unglaubwürdiger geht es wohl kaum, findet er. Doch steht es Aussage gegen Aussage und ohne Zeugen würden die Wachen die beiden Kerle zwar mitnehmen, aber nicht lange halten können. Mürrisch sieht Aneirin ihnen schließlich nach.
Erst jetzt kommt er langsam wieder zur Ruhe und hält nach Dayans Rabengestalt Ausschau. Der Regenguss hat etwas nachgelassen, aber ein feiner Regen hält sich hartnäckig. Als er die Wandlerin nicht entdeckt, greift er nach ihren Sachen, die er klatschnass hinter ein paar Hockern findet. Sicher ist sie schon auf dem Weg nach Hause. 'Diese Sachen sollte sie so auch nicht mehr tragen‘, denkt er bei sich. Er streicht sich das nasse Haar mit kalten Fingern hinter die Ohren und blickt sich noch einmal suchend um. Dann entscheidet er, den Weg zurückzugehen und nach Estas Korb mit den Einkäufen zu suchen.
Während er durch die vor Nässe glänzenden Straßen schreitet, muss er sich immer wieder über die Nase streichen. Es dauert ein Weilchen bis er nicht mehr das Gefühl hat, dass ständig etwas aus seiner Nase läuft. ‚Diese Elenden‘, flucht er in Gedanken. Sie wussten also, dass Dayan sich in der Stadt aufhielt. Bleibt zu hoffen, dass sie noch nicht herausgefunden haben, wo genau sie untergekommen ist. Auch fragt er sich, ob der Junge am gestrigen Abend tatsächlich nur bei ihnen eingedrungen war, um etwas Essbares zu stehlen. Wenn man wollte, könnte man einen Zusammenhang vermuten.
Aneirin muss mehrere Häuserecken ablaufen, ehe er Estas Korb in einer Pfütze liegend findet. Enttäuscht lässt er die Schultern hängen. Natürlich ist er leer. Als wäre ein herrenloser Korb voller frischer Lebensmittel lange vor hungrigen Straßenkindern oder herumstreunenden Hunden sicher. Seufzend greift er nach dem Korb. Zumindest den würde er Esta zurückgeben können. Andernfalls hätte er wohl mehr als nur eine schmerzende Nase ertragen müssen. Dayans Kleider legt er hinein. Kurz überlegt er, ob er noch schnell wenigstens ein paar Kleinigkeiten besorgen soll. Aber eigentlich möchte er nur möglichst schnell nach Hause, um nach Dayan zu sehen. Der Appetit ist ihm inzwischen sowieso vergangen und die nasse Kleidung klebt unangenehm auf seiner Haut.
Auf dem Heimweg nutzt er Straßen, die ihn nicht direkt zu Arkendirs Haus führen. Stattdessen macht einige Umwege, obwohl es ihn schnellstmöglich Heim zieht. Sollte man ihn aber noch beobachten, so hoffte er, dass sie ihn irgendwann aus den Augen verlieren würden. Währenddessen hängt er verschiedenen Gedanken nach. Konnte er Dayan überhaupt noch alleine aus dem Haus lassen? Oder war es gar besser? Hätte sie vorhin nicht auf ihn Rücksicht nehmen müssen, wäre sie vermutlich schneller vorangekommen und hätte sich verstecken können. Aber er würde umkommen vor Sorge, wäre sie alleine unterwegs. Sie würden dringend darüber reden müssen, wie sie mit der neuen Situation umgehen würden.
Nach einer gefühlten Ewigkeit biegt er, sich sorgsam umschauend, in die Straße ein, in der sich das Haus befindet. Aneirin betet inständig zu den Göttern, Esta möge nicht mehr im Haus sein…

--> Meister Arkendirs Haus
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Tyalfen

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129

Thursday, January 30th 2014, 9:05pm

Das Wetter wollte sich inzwischen nicht deutlich gebessert haben, auch wenn die Stärke des Regens etwas nachgelassen hat, ist es nicht wirklich gemütlich im Nieselregen bei kalten Winden auf der Straße unterwegs zu sein und auf die Fuhrwerke Acht geben zu müssen, dass einen deren Spritzwasser aus den Pfützen hochgepeitscht nicht von Kopf bis Fuß durchnässte. Tyalfen hüllt sich fest in seinen Mantel. Sie würden sich durchfragen müssen, Aneirin und er, denn bislang hatten sie die Dienste eines Waffenhändlers nicht benötigt, noch hat der Elb zufällig einen Solchen ausmachen können. Doch das ist es nicht allein, was Tyalfen heute zu besorgen gedenkt und mit einem Seitenblick zu Aneirin fragt er ganz unvermittelt. „Sag, hast du Dayan jemals in einem Kleid gesehen? Ich weiß einen sehr guten Schneider am Markt und würde ihr gern eines schenken. Ob sie sich darüber wohl freuen würde?“
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Aneirin

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130

Friday, January 31st 2014, 4:10pm

Ende Langschnee

Wenn er ganz ehrlich mit sich selbst war, würde Aneirin lieber mit Dayan in seinem Arm in dem Sessel vor dem wohlig wärmenden Kamin sitzen, anstatt mit diesem hartnäckigen und nervigen Nieselregen in seinem Nacken und dem kühlen Wind, der sich unter den Mantel frisst, durch die Straßen zu ziehen. Außerdem wollte dieses fremde Gefühl um die Nasengegend herum nicht verschwinden und sicherlich würde es noch ein paar Tage dauern, bis er es nicht mehr bemerkte. Trotz allem war der Drang etwas tun zu wollen stärker gewesen, so dass er nun neben Tyalfen schritt und ihm so durch die Straßen folgte.
Gerade lassen sie einem daher polternden Wagen vorbeiziehen als der Elb ihn fragt, ob er Dayan schon einmal in einem Kleid gesehen hätte. „Dayan in einem Kleid?“ Aneirin stutzt überrascht ob der unerwarteten Frage und blickt dann nachdenklich die Straße entlang, während Tyalfen erklärt, dass er ihr gerne eines schenken würde. „Hm…“, fällt dem Barden im ersten Augenblick nur ein, denn er muss tatsächlich tief in seinen Erinnerungen kramen und kann dennoch nicht behaupten, dass er sie jemals in derlei Kleidung gesehen hat.
„Erinnerst du dich noch an unter ersten Zusammentreffen auf den Straßen? Als du Dayan in deine Tunika gehüllt hast, die für sie ein Kleidchen hätte sein können, aber mehr wie ein übergroßer Sack an ihr wirkte?" Er lacht leise als er sich dessen erinnert. „Ich schätze, das zählt wohl nicht. Und somit muss ich leider verneinen“, grinst er und es überrascht ihn selbst, dass ihm dies zuvor noch nicht aufgefallen war. Nun, mal abgesehen davon, dass er ihren Anblick gänzlich ohne Kleider sowieso lieber bevorzugte, wäre Dayan in einem Kleid sicher hübsch anzuschauen.
„Ich bin sicher, sie würde umwerfend in einem Kleid aussehen. Aber ehrlicherweise vermag ich nicht zu sagen, ob sie sich darüber freuen würde.“ Er runzelt kurz die Stirn. „Aber wenn es von dir kommt, könnte sie es wohl kaum abschlagen, es wenigstens ab und an mal zu tragen.“ Und wenn er sie daran dann betrachten könnte, hätte er sogar auch etwas davon. „Von daher… bin ich dafür!“, nickt er mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. „Und wenn wir schon einmal dort sind, könnte ich auch gleich den Mantel nähen lassen“, fügt er hinzu und betrachtet den Riss auf der linken Brusthälfte. Irgendwann würde er sich vielleicht auch einen neuen leisten. Aber in Anbetracht der bevorstehenden Ausgaben, muss dies wohl noch eine Weile warten. Er hoffte, dass er sich einen Kampfstab überhaupt leisten konnte. Notfalls würde er doch Lorwens Angebot annehmen müssen.
„Also fügen wir dem Besuch beim Waffenhändler noch einen Abstecher zum Schneider hinzu. Dann hat es sich wenigstens gelohnt bei diesem Wetter noch einmal aus dem Haus zu gehen.“, meint Aneirin und blickt dann fragend zu Tyalfen hinüber. „Gibt es sonst noch etwas, was du erledigen musst oder möchtest?“
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Tyalfen

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131

Saturday, February 1st 2014, 12:11am

Natürlich erinnert sich Tyalfen an diesen Morgen auf den Straßen. Es war der erste Morgen seiner Ankunft in dieser Stadt nach einer Nacht, die er so schnell nicht vergessen würde, auch wenn er es gern würde. Dennoch muss Tyalfen an Dayans Anblick in seiner grünen Tunika erinnert lachen. Die Tunika hatte sie wirklich nicht vorteilhaft gekleidet, auch wenn sie unter all ihren Kleidungsstücken einem Kleid wohl am nächsten kam. „Nein das zählt wohl wirklich nicht. Ich glaube, an heißen Tagen oder wenn du sie zum Tanz ausführst, könnte ihr ein Kleid vielleicht gefallen.“, meint Tyalfen mit einem Seitenblick auf seinen Begleiter und schmunzelt ob seines Grinsens nicht weniger. So sind sie also schon zwei, denen der Anblick der Wargin in einem Kleid gefallen könnte und Aneirins Zuspruch lässt den Elben weniger befürchten, sie könnte ihm ein solches Geschenk womöglich um die spitzen Ohren werfen … ja und wenn sie doch sowieso zum Schneider mussten, schließlich kann Aneirin nicht bei solchen Witterungsverhältnissen in einem zerfetzten Mantel draußen sein … vielleicht mag es sogar den Anschein der Zufälligkeit wecken. Und so nimmt die Absicht, Dayan ein schönes Kleid zu verpassen konkrete Form an, ein Kleid so blau wie ihre Augen es sein konnten, wenn ihre Seele Frieden spürte, eines dass um ihre flinken Beine schwingt, wenn sie die Hüften schwingt und sich doch leicht wie eine Feder trägt.
„Wir brauchen auch noch Lebensmittel und dann will ich noch den Laden eines Alchemisten aufsuchen und dort ein paar Kleinigkeiten besorgen, die ich benötige. Wir könnten auch eine Kleinigkeit essen, während dein Mantel geflickt wird. Die Goldene Harfe ist nicht weit vom Schneider entfernt. Was meinst du?“
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Aneirin

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132

Saturday, February 1st 2014, 10:27pm

Ende Langschnee

Tanzen, ja, gerne würde er mit ihr demnächst einmal Tanzen gehen. Auch das war etwas, was sie bisher noch nicht gemeinsam getan hatten. Manchmal wog sich Dayan zu seinem Lautenspiel oder bewegte sich gar auf tänzerische Weise. Auch einige ihrer eigentümlichen Rituale kamen Tänzen gleich. Aber sie beide gemeinsam zur Musik hatten sich auf diese Weise noch nicht bewegt. Eine Herausforderung ob ihres Größenunterschiedes wäre es unter Umständen, aber keine, der er sich nicht stellen würde, um diesen Moment gemeinsam mit ihr zu genießen. Vielleicht in einigen Tagen zum Glücksmaidentag, denn irgendwo in der Stadt würde es doch sicherlich Festlichkeiten zu Ehren Soris‘ geben. Spätestens aber würde der kurz darauf folgende Musentag einen Anlass geben, sie zu einem Wintertanz einzuladen.
„Einverstanden“, antwortet Aneirin auf Tyalfens Vorschläge bezüglich des weiteren Vorgehens, „Aber dann lass uns auf dem Weg zum Markt zuvor an der Bäckerei vorbei. Neues Brot brauchen wir eh und vielleicht hat der kleine Jonne Zeit und Lust sich ein paar Münzen zu verdienen und für uns einzukaufen. Dann brauchen die Damen daheim nicht allzu lange hungern.“ Dayan isst normalerweise zwar nicht viel, aber nach der bisherigen Aufregung, kann auch sie sicher den einen oder anderen Happen vertragen. Lorwen hat eine längere Reise hinter sich und eine Stärkung würde ihr sicherlich ebenfalls gut tun. So könnten Tyalfen und er selbst in Ruhe ihre Besorgungen machen, wenn sie die beiden versorgt wüssten. Und Esta könnte ihnen nicht vorhalten, dass sie sich nicht um ihre Schützlinge kümmern würden. Also lenkt Aneirin ihre Schritte in Richtung Bäckerei.
Auf dem Weg dorthin bleibt er an der Auslage eines Schmuckladens stehen und besieht sich einige Schmuckstücke, die aus oder mit einem Granatstein gefertigt sind. Zum Glücksmaidentag, der ja nun nicht mehr allzu fern ist, ist es üblich, dass ein Ehemann seiner Angebeteten Granatschmuck schenkt, sofern er es sich leisten kann. Zwar ist sich der Barde nicht sicher, ob Dayan Soris‘ Hochtag überhaupt begeht und wie viel ihr an diesem Brauch liegt, aber dennoch hat er das Bedürfnis diesem nachzukommen. Nachdem er sich allerdings einige Schmuckstücke besehen hat, muss er feststellen, dass er sich wohl noch um zusätzliche Arbeit bemühen werden muss, um ein solches erwerben zu können. Also bedeutet er dem Elben, den Weg zur Bäckerei wieder aufzunehmen.

--> Bäckerei Brachinger
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Tyalfen

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133

Sunday, February 2nd 2014, 7:45pm

Aneirins Vorschlag stößt auf des Elben offene Ohren, so umsichtig wie er ist und bedarf keines langen Augenblickes, um ihm zuzustimmen. Es gibt ihnen die Möglichkeit, alle Besorgungen mit Sorgfalt ganz ohne Hast erledigen zu können und in der Harfe Neuigkeiten aufzuschnappen - von sich häufenden Einbrüchen oder Überfällen beispielweise. Und während sein Begleiter die Auslagen eines Geschmeidehändlers begutachtet, versichert sich Tyalfen, den roten Edelstein, wie das angeschnittene Seil sicher in ein Tuch eingeschlagen in der geschulterten, ledernen Tasche verwahrt zu haben.

Sie haben tatsächlich Glück, die Bäckerei vielmehr Fräulein Jenna, die junge, herzliche Bäckerin kann Jonne entbehren. Ungern hat sie ihn gehen lassen, dass war ihr anzumerken, doch Jonne wusste mit großen Kinderaugen und quengeligem Gezupfe Aneirins umwerfenden Charme zu unterstützen und letztlich hatte die Bäckermaid gar keine Wahl. Schmunzelnd verlässt Tyalfen die Bäckerei nun mit zwei Begleitern, anderthalb genau genommen und fragt sich im Stillen, ob es wirklich nur die Aussicht auf ein paar Münzen ist, die den Jungen so begeistert. So erwartungsvoll wie er sie immer wieder anblickt und zu erfahren wünscht, wo sie denn nun genau hingingen, scheint er ein kleines Abenteuer zu erwarten. Natürlich erwähnen sie dem Jungen gegenüber nicht, später noch einen Waffenhändler aufsuchen zu wollen, doch scheint schon die Aussicht, einen Alchemisten zu besuchen jugendlicher Phantasie genug Nahrung zu geben. Er fragt Aneirin Löcher in den Bauch, was genau ein Alchemist denn nun sei, ob er auch richtige Zaubermittel herstellte, die jemanden unsichtbar machen oder in jemand anderen verwandeln könnten. Mit großen Augen starrt Jonne Tyalfen an, als er sich in das Gespräch einschaltet und bedeutet, dass es tatsächlich ein Pülverchen gäbe, dass einen unsichtbar machte, doch so rar und kostbar sei, dass es unwahrscheinlich sei, jemals an ein solches zu kommen, verneint, dass es etwas gäbe, dass einen Jungen von jetzt auf sogleich groß und stark geschweige denn unbbesiegbar machte. Und als Jonne nicht mehr zu diesen Künsten auf den Herzen brennt, beginnt er Aneirin über Elben auszufragen, wohl weil er sich nicht traut, Tyalfen selbst zu fragen. Und während sich der Barde bemüht, dem großen Wissendurst des Jungen zu stillen, bemüht der Elb den einen oder anderen Passanten nach dem rechten Weg. Die meisten wissen nichts über einen ansässigen Alchemisten, doch eine Greisin kann dem Elben letztlich weiter helfen und weist den Weg in eine unscheinbare Seitengasse.
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Tyalfen

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134

Sunday, February 9th 2014, 5:45pm

Ende Langschnee

Kaum verlassen die Männer, wie der Junge den Alchemieladen des Kobolds, ziehen sie rasch wieder die Kapuzen ihrer Mäntel über die Köpfe und beeilen sich, alle Besorgungen an den Ständen des Marktes zu machen, um nicht unnötig lang den unwirtlichen Wetter im Freien ausgesetzt zu sein. Obst, Gemüse, Käse, Eier, Schinken und die ein oder andere feine Wurst wandern in Jonnes Korb, gerade so viel, wie der Junge problemlos zu tragen imstande ist, wobei Tyalfen eher seiner eigenen Einschätzung vertraut, als den Beteuerungen des Jungen, der sich nur zu gern ein wenig größer und stärker sehen mag, als er eigentlich ist. Zu Aneirins Münzen, die er dem Jungen als Entlohnung versprochen hatte, gesellt sich eine Tüte Honigmandeln, die der Elb dem Burschen als kleinen Dank zusteckt. Und als sich Jonne anschickt, ihre Einkäufe eilig zu den Frauen in Arkendirs Haus zu bringen, blicken sie ihm noch einen Augenblick nach.
„Ein aufgeweckter, junger Mann.“, murmelt der Elb dem Barden zu. „… nicht weniger beherzt als seine Schwester. Ihr pflegt einen sehr unbekümmerten Umgang. Gib nur Acht, dass sie es nicht missversteht und ihr Herz an dich verliert.“
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Aneirin

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135

Sunday, February 9th 2014, 8:12pm

Ende Langschnee

Obwohl das Wetter draußen immer noch ungemütlich ist, freut sich Aneirin zu einem Teil wieder an der frischen Luft zu sein, wenngleich er dafür auch die Wärme des Alchemieladens aufgeben muss. Aber die Düfte dort begannen allmählich in seiner Nase zu kribbeln, so dass er nun die kühle, aber klare Luft tief einatmet und sich anschließend die Kapuze wieder ansatzweise über den Kopf zieht. Ihm gefällt nicht, dass die Kapuze sein Sichtfeld einschränkt, und würde sie daher erst tiefer ziehen, wenn Regen ihm dauerhaft ins Gesicht peitschen würde oder der Wind sie ständig von seinem Kopf wehen würde. Da es aber immer noch lediglich nieselt, gibt er sich damit zufrieden, dass die Kapuze gerade so sein Haupt bedeckt.
Er folgt Tyalfen durch die Straßen und über den Marktplatz, versichert sich dabei immer wieder, dass Jonne in ihrer Nähe weilt, schließlich hatte er Jenna versprochen auf ihn Acht zu geben. Doch der Junge macht keinerlei Anstalten ihnen von der Seite weichen zu wollen. Aufmerksam geleitet Jonne sie, hält artig den Korb bereit und scheut keine Mühen ihnen zur Hand zu gehen. Auch als Aneirin ihm vorschlägt den Korb für eine Weile zu tragen, lehnt der Kleine ab. Kräftig, groß und alt genug sei er schließlich. So hätte der Barde ihm vielleicht noch die eine oder andere Kleinigkeit mit in dem Korb gelegt, doch Tyalfen bremst ihrer beider Eifer, indem er dafür sorgt, dass der Korb nicht allzu voll und schwer wird.
An einem der Stände ersteht Aneirin einen kleinen Lederbeutel für Jonne, in den er ihm den ‚Lohn‘ für seine Arbeit legt. Er geht etwas in die Hocke, als er dem Jungen den Beutel überreicht und ihn anmahnt gut darauf acht zu geben. Anerkennend klopft er ihm auf die Schulter, bevor Jonne sich auf den Weg macht den Botengang zu erledigen. Gemeinsam mit Tyalfen blickt er ihm noch einen Augenblick nach. <„Ein aufgeweckter, junger Mann“>, spricht Tyalfen neben ihm. „In der Tat“, nickt Aneirin bestätigend. <“… nicht weniger beherzt als seine Schwester.“>, fügt Tyalfen hinzu und ein breites Lächeln zieht über des Barden Antlitz.
„Die beiden machen ihre Arbeit wirklich gut und schaffen es inzwischen schon die Bäckerei so gut wie ohne Hilfe zu führen.“ Etwas Stolz schwingt in seiner Stimme mit, denn das ist er auch. Die beiden haben sich wirklich gut gemacht. Jonne saugt gierig alles auf, was Aneirin ihm lehrt, wie ein trockener Schwamm, der ins Wasser getaucht wird. Und Jenna gelingt es inzwischen immer mehr sich die Arbeit zu einzuteilen, dass sie sich selbst nicht überfordert. Was natürlich zu einem Teil auch daran liegt, dass er selbst ihr Arbeit abnimmt, denn ohne Unterstützung hätten es die beiden es wohl noch recht schwer. Aber seit Jenna nicht mehr ständig überarbeitet ist und unter Schlafmangel und Überforderung leidet, sieht sie auch wieder viel gestärkter aus mit ihren rosigen Wangen und dem lebhaften Blick ihrer grünbraunen Augen.
<“Ihr pflegt einen sehr unbekümmerten Umgang. Gib nur Acht, dass sie es nicht missversteht und ihr Herz an dich verliert.“> Überrascht blinzelt der Barde und blickt Tyalfen mit gerunzelter Stirn an. „Jenna?“, fragt er ungläubig, obwohl es auf der Hand liegt, dass der Elb eben jene meint. „Jenna doch nicht…“, lacht er etwas unsicher, „Sie ist wie eine… Schwester…“ Noch während er spricht, kramt sein Gedächtnis Bruchstücke einer Erinnerung hervor, nämlich die wenigen Minuten vor dem Überfall, als er mit Dayan auf dem Markt bei Jenna war. Den Moment als die Wandlerin plötzlich verschwunden war und sie wütend ihre Schritte beschleunigte als er drauf und dran war sie einzuholen. Eine seiner Hände drückt gegen seine Stirn und sein Gesicht wirkt wie schmerzverzerrt, als hätten ihm die Erinnerungen Schmerzen bereitet.
„Ich Hornochse…“, schilt er sich selbst und seufzt nach einem Augenblick ergeben. Hatte sein Verhalten Jenna gegenüber mehr vermittelt als tatsächlich dahinter steckt? Wenn selbst Tyalfen ihn auf derlei ‚Gefahr‘ hinwies, was mochte Dayan gedacht haben, dass sie gar die Flucht ergriffen hatte? Keine Frage, Jenna war ein hübsches und fröhliches Mädchen und ihm inzwischen ans Herz gewachsen, genau wie ihr kleiner Bruder. Zugegeben, noch vor wenigen Wochen hätte er nicht lange gefackelt und ihr mit Sicherheit Avancen gemacht, wie zuvor auch anderen Mädchen, die ihm gefallen hatten. Verständnislos schüttelt er den Kopf. Hatte er Dayan nicht erst vor wenigen Tagen, die man sogar noch an einer Hand abzählen konnte, feierlich sein Herz geschenkt und aufrichtig versprochen, sie wäre die Einzige für ihn? Zweifelt sie etwa dennoch daran?
„Danke“, merkt Aneirin an, als er den Elben wieder ansieht und versucht zu erklären: „Ich glaube, ich kenne jetzt den Grund, der Dayan auf dem Markt verärgert hat.“ Entschuldigend lächelt er und zuckt etwas hilflos wirkend mit den Schultern. „Ich werde darauf achten“, fügt er schließlich hinzu, setzt ein weiteres Gesprächsthema auf seine gedankliche Liste abzuarbeitender Themen und macht dabei Anstalten seinen Weg fortsetzen zu wollen. „Wollen wir weiter?“
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