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Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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106

Sunday, January 5th 2014, 4:44pm

So hat der Elb die Fee noch nie erlebt. Selbst jetzt, da sie durch die Straßen eilen und Fyllyllylla Gelegenheit hat, ihm alle Einzelheiten des Geschehens in Shadâno Arkendirs zu schildern, hält es sie nicht in seiner Kapuze, wo sie sich aufwärmen könnte. Immer wieder springt sie heraus, um sich nahe seines Gehöres an sein Haars zu klammern, dass ihm auch ja keine Kleinigkeit entginge. Nicht ein Detail lässt sie dabei aus, eingefärbt mit der Sichtweise ihres Blickwinkels, wie es Tyalfen bewusst ist und nicht selten überschlägt sich ihre sonst so wohlklingende Stimme. Doch auch bei nüchterner Betrachtungsweise scheint die Lage im Haus über die Maßen besorgniserregend, schon allein durch die leichtsinnigen Verhaltensweisen der Frauen. Tyalfen rennt, als wäre eine Horde Dämonen hinter ihm her und so manch verständnisloser oder neugieriger Blick folgt ihnen die Straßen entlang, bis sie endlich in die heimische Seitenstraße einbiegen.
Das Fenster der Speisekammer, in welches der Gesetzlose eingestiegen sein soll, ist geschlossen und der vage Plan, sich dort schnell hineinzuschwingen, somit vereitelt. So bleibt nur die Tür. All innerer Anspannung und Sorge zum Trotz gönnt sich der Elb zwei tiefe Atemzüge vor der Tür und dreht seinen Schlüssel sehr vorsichtig im Schloss, jeden unnötigen Laut zu vermeiden und sein Eintreffen möglichst unangekündigt zu lassen.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Nuka Nuka

Unregistered

107

Sunday, January 5th 2014, 5:31pm

Mit beiden Bündeln in der linken Hand wühlt sich der Chanka durch das abendliche Gewimmel Talyra's. Hektische Gesichter, ruhige Gesichter, noch keine betrunkenen, dafür aber geschaffte Gesichter. Menschen, Zwerge, hier und da ein Elb und Rassen, die er gar nicht zuordnen kann. Bei einem Fiepsen und Surren wird er jedoch aufmerksam. So schnell kann er es auch nicht vergessen, nachdem, was keine zwei Stunden zuvor passiert war. Rasch biegt der junge Chanka in eine Gasse und lehnt sich dort an die Wand. Zwei Gestalten eilen an ihm vorbei, ein hochgewachsener Elb und etwas Surrendes, kleines, vermutlich die Mörderfee. Fast hätten sie ihn gesehen, vermutet er. Aber er ist ja noch rechtzeitig abgebogen. Nachdem die Luft wieder rein ist, will Nuka wieder ins Getümmel der Stadt eintauchen, wird jedoch von einem aus dem Takt gebrüllten 'Halt!' gestoppt. Aus dem Inneren tritt ein stämmiger Mann mit leicht ergrauten Haaren, einer roten Nase und glasigen Augen hervor. Ein Besoffener..., denkt sich der Chanka, bleibt aber wachsam. 'Hast dosicha ne Mak'fürn aldn Ongl wie mich?", lallt der Fremde ihm entgegen. Seine Fahne würde sich selbst noch auf den Sommerinseln riechen lassen. "Seh ich so aus oder was?". fährt ihn der Chanka an und deutet auf seine Kleidung herab. Sein Akzent ist dabei weitaus geringer als zuvor im Haus Arkendir's. Der Besoffene mustert ihn und bleibt an den beiden Beuteln mit Speisen hängen. 'Werd ma nich frech Jungchen! Was hasn da im Beudl?', stöhnt er hervor, gefolgt von einem Rülpser. "Geht dich nichts an! Muss los!", lautet Nuka's Erwiderung. Fast ist er auf der Straße, als ihn die große Hand an der Schulter packt und zurückzieht. Der Chanka dreht sich und bekommt prompt die Pranke des Besoffenen auf den Kopf gedrückt. Bei seinen zwei Kopf Vorsprung auch kein Wunder. 'So Junge, jetz ma', beginnt der Trunkenbold, endet jedoch in einem Schrei. Nuka hat seine beiden Hände auf die Finger der herunterdrückenden Pranke des Besoffenen gelegt und lässt sich mit einem Ruck auf die Knie fallen. Beide Bündel liegen neben ihm. Fast synchron kracht es vier mal leise, nur der Daumen bleibt verschont. Damit gibt der Chanka sich aber nicht zufrieden, auf die Dauer würde der Besoffene davon nur wütend werden. Auf der richtigen Höhe ist er durch die Knieposition ja, daher schnellt die Faust ins Gemächt des Hünen, der Keuchend den Oberkörper nach unten fallen lässt. Nuka winkelt in dieser Zeit ein Bein an, das andere kniet noch halb, wie bei einem Läufer am Start. Beide Hände packen kurzerhand den Kopf des Trunkenbolds und schlagen diesen, unterstützt von der Beinkraft einmal kräftig gegen die Hausmauer. Kurz ertönt ein dumpfer Ton, dann weicht jegliche Spannung aus dem Körper des Hünen und er sagt bewusstlos zu Boden. Gekonnt wird in die Hosentaschen gegriffen, diese sind aber leer. Eigentlich schade, verdient hätte der Drecksack es.

Mit vor Adrenalin zitternden Händen greift der Chanka sich die beiden Bündel und tritt wieder ins Getümmel der Stadt, ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen. Nicht, dass er sich sonderlich über das freut, was gerade passiert ist, aber ein Gedanke hält sich doch in seinem Kopf fest. Wenigstens haben die Besoffenen hier keine Messer...

108

Friday, January 10th 2014, 7:54pm

auf dem Weg zum Blaupfuhl

-> Haus der Bücher

Gemütlich und ohne Eile schlendern sie von der Bibliothek zu dem von Atevora beschriebenen Teich. Learcan lauscht Atevoras Ausführungen über Schlittschuhlaufen und das Wetter und fühlt sich wohl in ihrer Gegenwart. Nicht im Traum würde er glauben, dass von der Magierin eine ernsthafte Gefahr ausgehen könnte. Darum zögert er auch nicht, ihr von den Ergebnissen seiner Nachforschungen zu erzählen. Schließlich hat er Atevora bereits im Haus der Heilung von dem Stein erzählt, ihn ihr sogar kurz überlassen. Zwar wusste die Shin allem Anschein nach nicht viel mit dem Mondstein oder den darauf befindlichen Runen anzufangen, aber sie gab ihm immerhin wertvolle Hinweise für seine weitere Suche. Das macht sie beinahe zu so etwas wie einer Vertrauten. Zumindest in dieser Angelegenheit, denn generell vertraut der Normander nur sehr wenigen Menschen weiter als sein Schwertarm reicht.
"Leider sind es noch nicht viele Erkenntnisse, die ich bisher gewinnen konnte. Aber in der Bibliothek habe ich in einem Buch einen brauchbaren Hinweis gefunden. Das Buch selber konnte ich leider nicht lesen, denn es war in einer Sprache verfasst, die sich Ayoran oder so ähnlich nennt." Learcan kratzt sich bei diesen Worten leicht verlegen am Hinterkopf. Es ist eigentlich anhand seiner Statur und der schwieligen Schwerthände offensichtlich, dass er eher Kämpfer als Gelehrter ist. Dennoch ist es ihm unangenehm, Atevora gegenüber seine Bildungslücken zu offenbaren. Lieber gibt er sich als strahlender Held, der wichtige Erkenntnisse zuTage fördert. Daher redet er zügig weiter: "Es war eine Zeichnung darin, die sehr aufschlussreich war." Erwartungsvoll sieht Learcan zu Atevora hinunter. Wie erhofft scheint sie an seinen Lippen zu hängen.
"Es ist eigentlich merkwürdig, dass dieses Buch dort stand", schweift er plötzlich ab und runzelt leicht die Stirn. "Ich war schon mehrfach an genau dieser Stelle in der Bibliothek und bin mir sicher, dass es vorher nie dort gestanden hat." Learcan ist davon überzeugt, dass es ihm sonst aufgefallen wäre, denn schon rein inhaltlich passte es nicht zu den anderen Büchern in dem Regal und es war eindeutig kostbarer. Wahrscheinlich hat es jemand falsch einsortiert. Ein glücklicher Zufalll...denkt er und kommt dann wieder zum Kern seiner Ausführungen zurück, nachdem er eine leichte Ungeduld bei seiner Zuhörerin zu erahnen meint.
Äh, wo war ich stehengeblieben? "Naja, jedenfallls war auf der Zeichnung eine seltsame Szene zu sehen, vom Zeichner ziemlich grotesk ausgeschmückt, mit vier verhüllten Gestalten, die alle etwas in der Hand halten. Bei einer der Gestalten konnte man genau erkennen, was es war: Einen Stein, meinem ganz ähnlich, und mit ähnlichen Schriftzeichen darauf. Eindeutig dieselbe merkwürdige Schrift!"
Nachdenklich sieht er Atevora an und wartet auf ihre Reaktion. Den Rest der abgebildeten Szenerie verschweigt er, weil er die Einzelheiten für unwichtig hält. Wen interessiert beispielsweise schon, dass der Stein auf der Abbildung zu glühen schien? Er will seine nette Begleiterin schließlich nicht mit Details langweilen.

Tiandaril

Unregistered

109

Saturday, January 11th 2014, 12:00pm

Welch schöner Tag für einen Spaziergang! Nur die klare Luft vermag es, den Gestank der Stadt und deren Energiekonsum zu dämmen. Schon fast er das Gefühl, jeden Tag müder zu werden, immer ein wenig mehr. Wo er in der Natur fror, war es ihm hier nicht selten zu stickig und zu beengend. Umso mehr ein Grund hinaus zu gehen, vor allem bei einem solch kalten Wetter. Kälte reinigt die Gedanken, hält sie kühl und lässt sie daher nicht hitzig werden. Zuvor hatte Tiandarîl natürlich geübt, eine knappe Stunde mit dem Schwert und zwei weitere ohne. Es folgte eine Teezeremonie und ein angemessenes Essen. Nicht wie das der Talyrer, fettig, deftig und in Übermengen serviert. Nein, Früchte, Gemüse, dazu ein wenig gekochtes Getreide, leicht und gut für Körper und Geist. Dieser Spaziergang ist also weniger ein Verdauungsmarsch nach einem fetten Braten oder Würsten, sondern viel mehr ein Versuch, sich selbst mehr mit der Natur, so wenig präsent sie hier auch war, auseinanderzusetzen und sein Eigen auf sie zu reflektieren. Aufgrund des Kältesturzes wirkt der Silberne heute nicht so pompös, er trägt einen Winterjimbei, eine Jacke, die die Brust relativ weit offen lässt, ansonsten, da übereinandergelegt, alles verschnürt. Dazu eine gleichfarbige Hose, in mattem weiß, dick gewoben, aber mit einer Beinfreiheit, die unmodisch, für einen Krieger aber vollkommen praktisch erscheint. So man denn wusste, dass er ein Krieger ist. Eine Klinge baumelt an seiner Seite, die Scheide ebenso schlicht, wie seine sonstige Aufmachung. Dass sich darin sein liebstes, ein äußerst gut geschmiedetes Elbenschwert mit meisterlichen Verzierungen befindet, lässt sich nicht erahnen. auf den ersten Blick mag das ganze Konstrukt vielleicht sogar wie ein simpler Stock erscheinen, der aus welchem Grund auch immer eher eliptisch als rund geformt ist. Auf seine Heimatetikette, immer drei Klingen bei sich zu tragen, verzichtet er heute, ein Spaziergang verdient eine leichte Ausrüstung, es ist schließlich kein Marsch eingeplant.

Mit sachten Schritten, die trotz seiner Größe nicht an das Tempo der Städter heranreichten, geht er voran, eine Hand locker an der Klinge, damit diese nicht aus Versehen ausschwingt und jemanden behindert, die andere schwingt sanft mit den restlichen Bewegungen seines Körpers mit. Gerade, als er in eine kleine Gasse biegen möchte, meint er kurz, einen bekanntes Gesicht zu erblicken. Welch Freude! Seit Tagen hatte er sich zurück gezogen, war höchstens ab und an im Haus der Bücher oder auf dem Markt, um neue Verpflegung zu besorgen. Und dann noch die Shin! Unter den wenigen Personen die er kannte, war sie wohl eine derer, mit denen er sich am meisten unterhalten hatte. Was bei seiner Klinge nicht allzu lang war. In ihrer Begleitung scheint zumindest ein Mann zu sein, vielleicht auch mehr, das konnte er in dem Getümmel nicht so genau erkennen. Auch sein Gesicht ist ihm bekannt, aber er kann es nicht mehr zuordnen. Wer das wohl sein könnte..., wundert er sich. Mit ein wenig beschleunigtem Schritt geht er auf sie zu, die beiden, vielleicht auch mehr, die linke weiterhin über der Waffe geneigt. Vielleicht würde er ein wenig bedrohlich wirken, vielleicht auch nur dringlich, ein Gedanke, der ihm jedoch nicht selbst einfällt.

Atevora

Unregistered

110

Saturday, January 11th 2014, 6:35pm

<--- Haus der Bücher


Es ist kalt und so ist, nachdem sie die Treppe hinter sich gelassen hat und zusammen mit dem Nordmann die gepflasterte Straße beschreitet, eine ihrer ersten Handlungen ihre Hände in den mitgebrachten Fellmuff ineinander zu falten, um ihre feingliedrigen Finger warm zu halten. Während sie langsam, fast schon die gemeinsame Zeit genießend, den Weg entlang in Richtung Blaupfuhl spazieren, beginnt Learcan willig zu erörtern, und was er zu erzählen hat ist auf seine Weise in der Tat nicht uninteressant.

Er konnte also doch einen sachten Hinweis finden, und zwar quasi erst vorhin. Ein Buch in einer Sprache derer er nicht mächtig ist. Ayoran? Hm, meinte er womöglich Ayaron? Die Vermutung liegt nahe, und es ist auch kein sonderliches Wunder, dass er mit der Schrift nichts anzufangen wusste, schließlich kann diese kaum noch jemand lesen. Angeblich ist es die Sprache der Götter und es beherrschen sie selbst unter den Elben nur noch die wenige, und zwar nur die ältesten unter denen, jene unter denen die Götter selbst einst noch wandelten, das heißt sofern sie deren alte Sprache über die Zeit nicht selbst längst vergessen haben. Wenn er es nicht lesen konnte, inwiefern konnte das Buch dann aufschlussreich sein? Noch während die Frage in ihrem Kopf herumgeistert, beantwortet Learcan sie ihr. Eine Zeichnung? Atevora verbietet sich jedoch den Mann mit einer Zwischenfrage zu unterbrechen, wobei es vielleicht gerade jetzt an der rechten Zeit dazu gewesen wäre, denn der Normander vergewissert sich mit einem Seitenblick, ob die Magierin überhaupt noch an dem Thema, das er hier aufwirft, interessiert ist. Natürlich ist sie das! Ihre Aufmerksamkeit ist mehr als Geweckt und das ist ihr auch von ihrer zierlichen kleinen hellen Nasenspitze abzulesen. Ihr Gesichtsausdruck sagt eindeutig mehr als es jede Zwischenfrage gekonnt hätte. Ihre tiefblauen Augen richten sich ausdrucksvoll, unschuldig und interessiert auf ihn, sie hängt förmlich an seinen Lippen und sie wartet fast schon ungeduldig, dass er fortfahren und die Details der Zeichnung erwähnen möge, aufdass sie erfährt auf welche Art diese aufschlussreich sein konnte, oder sein Interesse derart geweckt hatte. Leider schwenkt er um und spricht andere Gedanken - die er sich wohl gemacht hatte - laut aus. Wobei; das Wort 'leider' trifft es nicht. Auch den Bereich den er hier ausspricht empfindet sie als sehr Interessant, und sie stellt sich zu seiner Zwischenanmerkung ihre ganz eigenen Fragen. Wie konnte er so sicher sein, dass das Buch dort vorhin noch nicht stand? Wobei, gut ein altelbisches Buch besitzt wohl seine ganz eigene faszinierend anziehende Ausstrahlung, die womöglich auch einem ungeübten auffällig ins Auge fällt. Wie hat es überhaupt ausgesehen? Außerdem, solch ein Buch ist wohl eines der kostbareren der Bibliothek. Atevora kann sich also kaum vorstellen, dass es einfach so in den Abteilungen zur Geologie, Berühmte oder Bekannte Edelsteine, oder wo auch immer der Mann geneigt war überall seine Recherchen durchzuführen, herumstehen würde. Warum sollte es das auch? Wenn er sich tatsächlich nicht irrte (und sie traut ihm zu, dass er sich bei einen der Bibliothekangestellten erkundigt hat in welcher Sprache die Seiten verfasst sind) würde es auch wenig Sinn machen, wenn es unter den allgemeinen Nachschlagewerken stünde, denn wie sie zuvor schon festgestellt hat, ist nahezu niemand mehr befähigt die Schrift zu entziffern. Hat also jemand vor Learcan gezielt nach dem Buch gesucht, es sich bringen lassen und dann unachtsam und schändlich irgendwo ins Regal zurückgestellt? Musste dies notgedrungen da ihm Ungemach im Nacken saß? Wollte es jemand vielleicht entwenden? Oder wollte er eine gezielte Suche für jemanden erschweren indem er es für sich leicht zugänglich und jederzeit griffbereit zwischen Büchern offen versteckte, während die sorgsam suchenden Bibliotheksangestellten einen anderen Besucher der Bücherhallen vertrösten mussten, da sie das gewünschte Werk am dafür vorgesehenen Ort nicht mehr auffinden konnten? Waren dafür womöglich die selben Personen verantwortlich, welche Learcan den kleinkriminellen Verfolger aufgehetzt hatten? Denn sein Verfolger stellte sich nach knapper Recherche als solches heraus. Nach Berichten ihrer Rabendame war sie dem Verfolger nachgeflogen. Er hatte sich in eine Spelunke zurückgezogen und war schließlich von Blaumäntel, die spät in der Nacht gerufen wurden, eindeutig nicht mehr lebendig herausgetragen worden. Irgendjemand hat den Mann in der Taverne getötet. Direkt vor aller Augen und zwar so unauffällig, dass es niemanden aufgefallen ist, vermutlich bis jemand den toten versehentlich angerempelt hat und dieser eben leblos vom Sessel geplumpst war. Atevora vermutete als Tatwaffe Gift, oder eine vergiftete Eisennadel, zumindest sie würde sie diese Hilfsmittel wählen um schnell und unauffällig zu töten, und sie hat ich dieser auch durchaus schon bedient. Wer auch immer hinter Learcan her war, er oder sie waren ganz offensichtlich mit dem Ergebnis, das der Mann ihm mitteilte nicht sonderlich zufrieden, und sie hatten keinerlei Skrupel.

Atevoras Überlegungen überschlagen sich förmlich, doch die damit einhergehende geringe Ungeduld, die es ihr durch eigene Nachlässigkeit nicht gelingt zu verbergen, deutet Learcan ohne ihr Wissen vollkommen falsch. Natürlich möchte sie mehr über die Zeichnung erfahren, weit mehr als er vermutlich ahnen möchte brennt das Verlangen in ihr, doch sein Einschub war keineswegs unbedeutend, oder uninteressant.
<<"Naja, jedenfallls war auf der Zeichnung eine seltsame Szene zu sehen, vom Zeichner ziemlich grotesk ausgeschmückt, mit vier verhüllten Gestalten, die alle etwas in der Hand halten. Bei einer der Gestalten konnte man genau erkennen, was es war: Einen Stein, meinem ganz ähnlich, und mit ähnlichen Schriftzeichen darauf. Eindeutig dieselbe merkwürdige Schrift!">>
So setzt er schließlich fort und der Inhalt nährt der Magierin Sorge. Verhüllte Gestalten. Das für sich bedeutete selten etwas gutes, zusammen mit einer Eminenz die sich offenbar ebenfalls für den Stein interessierte und womöglich danach trachtete ihn dem Mann abzunehmen, hatte es beinahe vielsagenden bedrohlichen Charakter.

„Dass ihr die Schrift nicht lesen konntet, wäre kein Wunder.“ Antwortet ihm die Magiern schließlich nachdenklich, als sie feststellt, dass der Mann wohl vorerst mit seinen Ausführungen geendet hat und eine verbale Reaktion von ihrer Seite erwartet. „Ayaron, ich glaube das meintet ihr und nicht Ayoran, ist angeblich die älteste Sprache Rohas. Nur noch wenige, wohl die ältesten des Schönen Volkes der Hochelben, vermag es sie zu lesen und zu sprechen.“ Sie blickt zu ihm auf und forscht in seinem Gesicht nach seiner Reaktion. Ob er sich ihrer Worte zu ihrer ersten Begegnung noch erinnern kann? Dort hat sie Elben genannt, die sehr alt an Jahren sein sollen. Eine von ihnen könnte die Sprache womöglich beherrschen, oder jemanden ihres Volkes kennen, die es noch können. „Vielleicht beherrscht Niniane, die Protektorin des Larisgrüns, die Sprache, oder kennt jemanden der es kann. Oder womöglich die Hohepriesterin der Anukis.“ Sinniert die Magierin und wirkt dabei eher als würde sie nur laut ihre gerade gesponnenen Gedanken aussprechen, denn ihr Blick richtet sich, während sie Spricht nach vorne auf den Boden und gleichzeitig doch ein wenig in die Ferne. Dann sieht sie wieder hoch zu ihm in seine freundlich blickenden Augen: „Es ist wirklich naheliegend, dass das Buch falsch eingeordnet wurde. Ihr habt doch sicher den Buchtitel und einige Seiten vor und nach dem Bild aus dem Buch kopieren lassen, um sie gegebenenfalls von einer ayaronkundigen Person übersetzen zu lassen, und das Buch wieder zu finden?“
Seine Reaktion macht ihr klar, dass dem nicht so ist. Ernüchternd. Da fällt dem Mann ein Buch in die Hände, das nur aus Glück frei zugänglich stand und vermutlich bald wieder verräumt wird und er kopiert die Seiten nicht damit er feststellen kann was das Bild bedeutet und vermerkt sich auch die Schriftzeichen des Bucheinbandes nicht um das Buch wieder zu finden! Stattlich, niedlich und wohlerzogen, aber wohl nicht immer unbedingt der Cleverste.

Noch während Learcan antwortet, nimmt Atevora etwas aus den Augenwinkeln, einen Umriss in nur wenigen Schritt Entfernung, wahr. Eine Gestalt die im raschen Tempo schnurstracks auf sie und Learca zuhält. Instinktiv, ohne noch zu registrieren wer es ist, oder um wen es sich handelt, ordnet sie die Person als eine Bedrohung ein. Dies ist nur plausibel, schließlich spaziert sie hier geradezu leichtfertig ohne ihren Geleitschutz durch die Straßen, unterhält sich soeben mit einer Person, die wohl tatsächlich von irgendjemand Zweifelhaften verfolgt wird, und aus ihrer Vergangenheit lauern auch reichlich Schatten, die nur auf einen geeigneten Moment warten, um über sie hereinzubrechen. Mitten in Learcans Satz richtet sich der Magierin Aufmerksamkeit somit ruckartig in eine andere Richtung. Sie fixiert kühl die Person die bedrohlich mit der Hand auf einer Schwertscheide direkt auf sie zuhält, und wappnet sich rein instinktiv sich zu verteidigen. Sich im selben Moment vollends bewusst, dass die Zeit für einen Zauber unmöglich reichen kann, greift sie unter dem Muff und unter den Stoff des Ärmels entlang behände zu der Halteschiene in der sich ihre Notfallwaffe, ihre geliebten drei Wurfmesser befinden, die ihr schon oftmals gute Dienste erwiesen haben. Doch noch während sie mit flinken Fingern eines hervorzuziehen gedenkt, registriert sie, dass sie die Person, die schon quasi bei ihnen ist, von irgendwoher kennt. Und kurz darauf hat ihr Hirn das Gesicht mit dem dazugehörigen Ereignis verknüpft. Der Kampfschulenbetreiber. Wie hieß er noch gleich? Tiandaril! Sie hat ihn ebenfalls auf der Eröffnung zum Haus der Heilung kennengelernt und einige freundliche Worte mit ihm gewechselt. Sie hätte ihn beinahe nicht wieder erkannt, denn nicht nur seine Aufmachung verschleiert seine Statur und hemmt die Schnellerkennung. Er schien dort zur Eröffnung, als würde er die Ruhe förmlich mit jedem Atemzug zelebrieren, und nun wirkt sein Schritt mit dem er eindeutig auf sie zuhält eilig. Unwillkürlich stellt sich ihr die Frage: Gibt es dafür einen speziellen Grund? Für sich selbst kann sie sich keinen vorstellen, aber vielleicht hat es mit Learcan zu tun, oder er gilt gar nicht ihnen und sie befinden sich nur zufällig auf seinem Weg? Doch die letzte Option wird sofort ausgestrichen, denn der Mann bleibt vor ihnen stehen. Ein wenig überrascht und doch bemüht etwas Freude über das Wiedersehen in ihre Stimme zu legen, grüßt die Magierin den stattlichen Elben. „Schwertkunstmeister Tiandaril; Seid begrüßt.“ Sie knickst anschließend artig und mit einem kühlen Hauch höflicher Distanziertheit, ganz so wie es sich geziemt, wenn edle Damen Personen begrüßen, von denen sie der Auffassung sind, dass ihnen diese Anerkennung und Aufmerksamkeit zusteht. Ein elbischer Kampfkunstmeister verdient ihrer Meinung diese Respektsbekundung durchaus. „Verzeiht, ihr wirktet gerade in Eile, gibt es dafür einen speziellen Grund?“

111

Monday, January 13th 2014, 9:14am

Dann ist es genau so, wie Learcan dachte: Es war ein ganz besonderes Buch, das er in der Bibliothek in den Händen hielt. Ein Buch, geschrieben in der ältesten Sprache Rohas, in Ayaron. Was wiederum bedeutet, dass auch sein Mondstein etwas Besonderes sein muss. Warum sonst sollte ein Stein wie der seine in einem derart alten und kostbaren Buch einer Erwähnung wert sein? Learcan überkommt ein kurzer Schauer der Erkenntnis. Die Antworten auf viele seiner Fragen scheinen zum Greifen nah. Sie liegen wahrscheinlich verborgen in den Tiefen dieser Stadt. Er ist am richtigen Ort!
Interessiert hört der Normander zu, was Atevora ihm weiter zu berichten hat. Selbstverständlich hat er sich das meiste von dem gemerkt, was sie ihm bereits im Haus der Heilung sagte. Wie könnte er auch die Hohepriesterin der Anukis vergessen haben, deren Anblick ihm leider nur kurz vergönnt war.
<"Es ist wirklich naheliegend, dass das Buch falsch eingeordnet wurde">, vermutet Atevora. Aber hält sie es für einen Zufall, dass es dort stand?, fragt sich Learcan. Er selber ist sich dessen nicht so sicher. Zu viele seltsame Dinge geschehen, seit er in der Stadt ist. Er wird plötzlich verfolgt, ein Pfeil fliegt durch die Nacht und jetzt das kostbare Buch aus alter Zeit, gefunden zwischen "Narge, wie sie wirklich sind" und "Pflanzenkunde für Anfänger". Was ist, wenn jemand wollte, dass ich das Buch dort finde?, kommt es ihm plötzlich in den Sinn, aber diese Annahme klingt zu verrückt, um laut geäußert zu werden. Zum ersten Mal wird ihm nun jedoch bewusst, dass seine Suche nach Wahrheiten eine Dimension erreicht hat, die ihn zu beunruhigen beginnt. Irgendetwas geht hier vor. Learcan weiß noch nicht, was es ist, aber es hat mit seinem Stein zu tun. Ein Blick auf Atevora macht ihm klar, dass er die hübsche Shin warnen muss. Sie weiß nun ebenfalls sehr viel darüber. Er muss ihr unbedingt raten, niemandem davon zu erzählen. Sie darf nicht meinetwegen in Gefahr geraten!
"Nein, das habe ich zwar nicht", antwortet er auf Atevoras Frage, ob er Titel oder Teile des Buches kopieren ließ, und wenn seine Befürchtungen wahr sind, hält er das im Nachhinein sogar für entschuldbar, "aber ich habe ein gutes Gedächtnis für Zeichnungen aller Art und ich habe mir gemerkt..." Learcan stockt, als er bemerkt, dass Atevors Konzentration auf etwas anderes gelenkt wird. Er registriert nun ebenfalls die Person, die sich ihnen direkt nähert, stuft diese aber nicht als Bedrohung ein. Auf Learcan wirkt der Mann -ganz offensichtlich ein Elb- eher so, als sei er in Eile. Umso mehr irritiert ihn die Reaktion Atevoras. Wäre Learcan ein blauäugiger Naivling, würde er die kurze, kaum wahrnehmbare Bewegung als Nichtigkeit abtun. Er könnte glauben, sie greife nur nach einem Taschentuch, das sie in ihren Gewändern verborgen hält. Aber Learcan weiß, wie es aussieht, wenn jemand plötzlich ein Wurfmesser aus dem Ärmel zieht. Atevoras schnelle, fließende Bewegung ist dieser sehr ähnlich. Zu ähnlich. Daher geht er unbewusst einen halben Schritt zur Seite, während in seinem Hirn nur lauter Halbsätze entstehen wie: Sie hat doch nicht etwa. Sie kann doch nicht. Nein, das glaube ich nicht, bevor sich die Situation schnell wieder entspannt und Atevora den Hinzugekommenen als Schwertkunstmeister Tiandaril begrüßt und sich dabei artig damenhaft gibt. Learcan wirft noch einen zweifelnden Blick auf seine hübsche Begleiterin, dann nickt er Tiandaril grüßend zu. Abwartend schweigt er aber vorerst, während er den Elben und dessen Waffe interessiert mustert.

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Tiandaril

Unregistered

112

Monday, January 13th 2014, 10:05am

Einen Grund? Eigentlich keinen, der sich so verbalisieren lassen würde, denn es liegt dem Elben schließlich nur daran, mit ihr zu reden. Worüber weiß er noch nicht einmal. Vermutlich hat er sich nur so schnell auf sie zubewegt, weil ihm der Gedanke missfiel, ein bekanntes Gesicht, dass man gerade erst wiedergefunden hatte, erneut zu verlieren. Und Atevora ist eines der wenigen Gesichter, die er seit der Eröffnung der Heilungsstätte wiedergefunden hatte. Aber so kann er es doch wohl schlecht formulieren. Während er eine exakt fünfundfünfzig Grad tiefe Verbeugung vollführt, überlegt er mit rasendem Verstand weiter. Eine fünfzehn Grad weniger tiefe wird Learcan gewidmet. Seine Rolle ist dem Silbernen unbekannt, daher findet zunächst eine neutrale Begrüßung statt. Zunächst wird er jedoch nicht gemustert, die Gedanken müssen klar bleiben, um eine Antwort formulieren zu können. "Einen wohlen Tag, Lady Shin. Zu Euer Frage... nun... es hat mich einfach gefreut, Euch wiederzusehen. In dieser Stadt verliert man sich so schnell...", setzt er an, rügt sich jedoch innerlich bereits. Keine linguistische Glanzleistung, die er gerade vollbracht hatte. Aber es ist doch auch unhöflich länger zu warten, nicht wahr? Gerade da spürt der Elb etwas, eine kleine Bewegung in seiner Tasche, die dort nicht hingehört. Innerlich verwundert, äußerlich mit der ihm eigenen Gleichgültigkeit wandert seine Hand in die Gi-Tasche, wühlt kurz aufgrund ihrer Größe und zieht schließlich ein kleines Bündel hervor. Arme... Beine... Haare... Puppentyra! Jetzt erinnert er sich wieder. Vor einigen Tagen hatte das kleine Mädchen ihm diese Puppe gegeben, mit den leise genuschelten Worten Shin... Bitte... Noch konnte sie nicht sonderlich gut sprechen, sie ist weiterhin sehr schüchtern, aber es wird immer besser. Schon fast triumphierend, der Mund vom neutralen Strich zur zu fest gespannten Hängematte, überreicht Tiandarîl der Shin die Puppe. "Tyra hat sie angefertigt. Seit ich ihr beigebracht habe, wie man näht, macht sie alles mögliche mit Nadel und Faden. Und das schon weitaus besser, als ich es je konnte! Dies hat sie für Euch gemacht, Lady Shin." Eine kleine Puppe mit heller Haut und hellen Haaren, sowie einer kleinen Krone aus einem Dolchscharnierring sollte nun den Besitzer wechseln. Zwar ist dem Elben eine gewisse Nervosität von Seiten der Shin nicht entgangen, zu der Zeit, als er noch auf sie zuhielt, aber der Grund will sich ihm nicht erschließen.

Nachdem die Puppe übergeben wird, widmet er sich, vielleicht der Etikette nach ein wenig zu spät, Learcan. "Der Herr...", beginnt Tiandarîl in seiner ausdruckslosen, feststellenden Tonart, "mein Name es Tiandarîl und ich betreibe in Talyra eine Schule. Es freut mich, Euch kennenzulernen." Hiermit wird sich erneut verbeugt, wieder exakt vierzig Grad und der Elb erlaubt sich nun, seinen Gegenüber zu mustern. Für Krieger ist es nicht sonderlich schwer, einander als solche zu identifizieren. Allein durch seine Kampfgefährten, Übungskollegen und eigene Kampferfahrungen weiß man, wo die relevanten Muskeln liegen, die ein Schwertschwinger benötigt. Learcan's Arme wirken recht ausgeprägt, was auf jemanden schließen lässt, der eine, im Vergleich zu ihm selbst, eher schwere Waffe mit sich führt. Vermutlich aber kein Kriegshammer, dann wären die Arme noch dicker... Vielleicht ein Schwert, eine Axt, etwas zum Hacken und Schneiden, weniger zum Stechen. Auch anhand der Haltung lässt sich darauf schließen, selbstsicher, aber nicht imposant, wie zum Beispiel ein Juwelenhändler, der glaubt auf der Spitze der Welt zu stehen. Vermutlich würde sein Gegenüber ihm eines ähnlichen Blickes unterziehen, wenn womöglich jedoch etwas geschickter, als Tiandarîl, der dabei eher offensichtlich seine Augen auf und absenkt. Dabei verzieht er jedoch nicht, sein Gesicht, sodass alles etwas herablassend wirken könnte. Nein, im Gegenteil, die einzige Regung in seinem Gesicht stammt von seinen Augen, was ihn eher neugierig erscheinen lässt. Eine nicht vollkommen falsche Aussage.

Atevora

Unregistered

113

Monday, January 13th 2014, 7:24pm

Da ist er wieder, der Silberelb wie sie ihn kennengelernt hat. Selbst eine Antwort wird zum gedehnten Augenblick der Ruhe, der einem sterblichen nur all zu klar vor Augen führt, dass Zeit nichts ist, dessen Elben nicht zu genüge besitzen. Diese Zeit, derer er reichlich hat, lässt er sich auch um sich seine Worte im rechen Maß zurechtzulegen und schließlich auszusprechen. Die Magierin lässt sie ihm geduldig.

Während er seine Antwort gibt wird klar, dass des Schwertmeisters Aussprache der Handelssprache in den letzten Wochen um einiges Besser geworden ist. Obwohl die Magierin dies durchaus registriert, ist es dennoch eben eher von sehr nachrangiger Bedeutung. <<"Einen wohlen Tag, Lady Shin.“>> Auf diese Weise grüßt er sie höflich, bevor er ihr eröffnet: „Zu Euer Frage... nun... es hat mich einfach gefreut, Euch wiederzusehen. In dieser Stadt verliert man sich so schnell...">>
Das Ganze ist neu für sie. Eine frische Bekanntschaft, eher gemäßigter, überlegter und unterkühlter Natur, die sich freut sie wiederzusehen, und zwar so sehr, dass er ihr derart entgegeneilt? Sie kann nicht leugnen, dass es ihr schmeichelt. Sie muss auf der Eröffnung wirklich alles richtig gemacht haben um so eine Reaktion zu erreichen. Ihr wird auch bewusst, dass sie es bisher verabsäumt hat seiner Einladung nachzukommen, doch es wirkt nicht so als würde er es ihr übel nehmen, oder groß einen Gedanken auf die inzwischen verstrichene Zeit verschwenden. Trotz allem das sie positiv betrachten und mit wohlwollen entgegensehen könnte, kommt ihr die Begegnung gerade äußerst ungelegen. Sie wäre lieber weiterhin mit Learcan alleine um das Thema mit den Steinen fortzuführen. Natürlich lässt sie sich diesen Umstand nicht anmerken. Sie gibt sich stattdessen nach außen hin geschmeichelt. Ein zierliches erfreutes Lächeln, nicht mehr als ein sachter Anflug auf den gleichmäßigen Gesichtszügen ist zu erkennen, unterdessen der Elb spricht. Während sie bei Learcan aktiv, offen geradezu gefallsüchtig, und mit einer unleugbaren unterschwelligen Impulsivität agierte, ist ihr Gestus nun viel subtiler und feinerer Natur, geradezu mild und zurückhaltend, und nichtsdestotrotz freundlich, als sie dem Kheleda'ya schlicht zustimmt:. „Ihr schmeichelt mir sehr Herr.“ Antwortet sie ihm ehrlich. „Ihr habt recht, in dieser Stadt ist es leicht sich aus den Augen zu verlieren, und auch aus dem Sinn. Es gibt der wirren Ablenkungen zu vieler.“ Apropo Ablenkung. Der Silberelb wirkt gerade so, als würde ihr seine Aufmerksamkeit entgleiten, und sie selbst hat sich ebenso verleiten lassen und darum die Etikette vergessen. Sie sollte auch ihre Begleitung vorstellen, alles andere gilt als unhöflich, und diesen Eindruck möchte sie keinesfalls hinterlassen. Ein unverzeihlicher Fauxpas den sie gutzumachen gedenkt. „Apropo...“ Beginnt Atevora, wendet sich ansatzweise Learcan zu und möchte das verabsäumte nachholen. Doch sie kommt nicht dazu, denn plötzlich zieht der Elb etwas aus seiner Tasche hervor und hält es der Magierin unverwandt unter die Nase. „Huh?“ Ertönt es überrascht. Motorisch greift sie nach dem Objekt, da sie unterbewusst erfasst, dass es ihr dazu dargereicht wird. Da sie im Selben Moment ebenso erfasst was es ist, das er ihr hier gibt, rutscht ihr versehentlich ihr Gedanke laut heraus: „Eine Puppe?“ Spricht sie perplex und sieht fragend zu dem Mann hoch. Sie erhält auch prompt eine Erklärung, die allerdings weniger erklärt als sie Fragen aufwirft.

<<"Tyra hat sie angefertigt. Seit ich ihr beigebracht habe, wie man näht,“>>
Wie? Ihr näht? Der Gedanke sich diesen stattlichen Elben im Umgang mit Nadel und Faden, wie er diesen einem kleinen Mädchen beibringt, ist geradezu grotesk. Natürlich - das ist nicht von der Hand zu weisen, ist das Bild sehr lieblich, und viele Frauenherzen würden nun in flaumige Zuckerwolken fallen, doch die Magierin berührt es nicht. Sie ist innerlich hart und kalt und hat für solcherlei herzerwärmende Szenen keinerlei Sinn.
<<„macht sie alles mögliche mit Nadel und Faden. Und das schon weitaus besser, als ich es je konnte! Dies hat sie für Euch gemacht, Lady Shin.">>
„Für mich?“ Spricht sie erstaunt und ungläubig. Wieso? Atevora kramt in ihren Gedanken, ob sie in der Vergangenheit irgend eine Berührung mit dem Kind hatte, dass sich die Kleine aus Dankbarkeit ihrer entsinnt und nun etwas als Geschenkt für sie erdacht hatte, doch ihr fällt nichts derartiges ein. Hat Tiandaril sie gegenüber der Kleinen also erwähnt? Weshalb? Inwieweit? Und zu guter Letzt: Was um alles in der Welt soll ich mit einer Puppe?! Nungut, da weiterschenken und verbrennen wohl eindeutig nicht zur Option stehen, hat sie da durchaus eine Idee. Wenn sie das Püppchen in ihrer Wohnung schön adrett gut sichtlich irgendwo drapiert, jemand zu Besucht kommt und sich danach erkundigt, würde die Geschichte sie hätte das Püppchen von einem kleinen Mädchen geschenkt bekommen, gewiss eine positive Wirkung erzielen. Allem in allem hofft sie allerdings inständig, eine gewisse zukünftige Beliebtheit führt nicht zur übermäßigen Ansammlung von diversen Ramsch. „Oh!“ Gibt sie sich gerührt und fühlt in Wahrheit nichts. „Das ist herzallerliebst. Wie komme ich denn zu dieser Ehre?“ Erkundigt sie sich, schließlich weiß sie es nicht und würde es wirklich gerne erfahren, und sie schenkt dem Werkstück bald anschließend nach ihrer Frage einen milden Blick. „Hat das Püppchen etwa eine Krone? Wirklich entzückend.“ Mit den Worten drückt sie die Puppe, wie dankbar, an ihr Herz, und blickt schließlich zum Schwertkunstmeister auf. Ihre Lippen umspielt dabei ein zurückhaltendes, sachtes Lächeln, das jedoch die kühle, die von Atevoras Wesen allgemein ausgeht, nicht tilgen kann. „Ich werde mich wohl bei der kleinen Künstlerin für das Geschenk bedanken müssen?“ Warum tragt ihr es überhaupt mit Euch herum? Grübelt sie. Sie kann ihm kaum glauben, dass die Puppe wirklich für sie war, denn sie kann sich nicht vorstellen, dass er das Ding schon seit Tagen, oder vielleicht sogar schon seit Wochen in seiner Tasche nur auf Verdacht sie irgendwann einmal zu treffen mit sich herumträgt.

<<"Der Herr...">> Hört sie den Elb mit nüchternen Stimme sagen und lässt sie wieder zu den zwei Männern aufsehen. „Oh, verzeiht ich habe es versäumt Euch einander vorzustellen. Herr Tiandaril, dies hier ist Learcan, ich habe ihn ebenso wie Euch zur Eröffnung des Hauses der Heilung kennengelernt.“ Der forschende Blick des Kheleda'ya ist eine Liga für sich. Er macht sich nicht einmal die Mühe unauffällig den Gegenüber zu begutachten. Es sieht eher so aus als würde er gerade irgend ein Kaufobjekt, oder Stoffstück auf seine Qualität hin betrachten. Dieser Elb erinnert sie auf diese Weise abermals ein wenig an sie selbst. Wobei in seinem Blick keinerlei vermessene, oder herablassende Beinote liegt, wie es bei ihr vor Jahren noch der Fall war. Sie hatte es nie anders gelernt, und begegnete dem Umfeld zu häufig mit verblendeter Geringschätzung - eine Angewohnheit die sie sich über die Zeit abgewöhnt hat, ebenso wie ihre Sicht zur Gesellschaft.
<<"mein Name es Tiandarîl und ich betreibe in Talyra eine Schule. Es freut mich, Euch kennenzulernen.">>
Irgendwie ein wenig ungenau ist das schon, allerdings hat sie wohl mit der Art mit welcher sie den Elben begrüßt hatte schon enthüllt welche Art Schule es ist, die er betreibt. So hält sich die Magierin also anschließend ein wenig schweigsam im Hintergrund, während die Beiden sich miteinander bekannt machen. Sie wird ihr weiteres Vorgehen wohl auf die neue Situation abstimmen müssen, denn noch immer möchte sie eigentlich mit Learcan weiter über das vorhergehende Thema sprechen. Nungut, wenigstens hatte die im Moment eigentlich ungewollte Begegnung einen kleinen positiven Beieffekt: Die Gegenwart eines elbischen Schwertmeisters hüllte Beide hier in einen gewissen Mantel der Sicherheit. Vielleicht konnte die Zusammenkunft noch recht praktisch werden? Wenn sich die Beiden sympathisch sein sollten, und der Elb bemerken sollte, dass derjenige dessen Gesellschaft er schätzt bedroht wird...hm. Ein interessante Option. Das sollte sie eventuell fördern.

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114

Tuesday, January 14th 2014, 9:59am

Der Elb verfügt über gute Manieren, denn er verbeugt sich höflich vor Atevora und Learcan. Learcan beneidet das Elbenvolk bisweilen darum, dass ihnen gute Manieren scheinbar angeboren sind. Hinter Learcan liegt diesbezüglich ein langer Lernprozess.
Mit stoischem Gesichtsausdruck verfolgt er dann die Begrüßung der beiden. Learcan geht davon aus, dass sie nur gute Bekannte sind, keine engeren Freunde, denn Atevora bleibt freundlich unterkühlt. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem Tiandaril das Püppchen aus seinem Krambeutel zieht. Dies überrascht auch Learcan, der wirklich vieles in den Taschen eines elbischen Schwertkunstmeisters erwartet, aber ganz sicher keine kleinen Püppchen. Wahrscheinlich von seinem Kind. Er wird ein Kind haben, zu dem Atevora eine engere Beziehung hat, erklärt sich der Normander die Situation. Das wirft allerdings ein völlig neues Licht auf die Shin. Für familienorientiert und kinderlieb hatte Learcan sie bisher nicht gehalten. Aber eigentlich weiß er auch noch viel zu wenig von Atevora, um sich ein umfassendes Bild von ihr zu machen. Learcan ist neugierig, wie viele Facetten er noch von ihr zu sehen bekommt.
Atevora scheint von der Puppe ebenfalls überrascht oder vielleicht auch vor Freude überwältigt? So genau kann Learcan das nicht einschätzen. "Herzallerliebst", bestätigt sie dann dem Witwer, denn es muss ein Witwer sein. Sonst würde er ja seinem Kind nicht selber das Nähen beibringen. Soweit Learcans glasklare Logik. Mit gemischten Gefühlen beobachtet der Nordmann dann, wie die Puppe bewundert und geherzt wird. Für seinen Geschmack ist das alles ein wenig zu viel an Süßlichkeit. Vielleicht stört es Learcan aber auch nur, dass er nun nicht mehr Atevoras volle Aufmerksamkeit besitzt.

Als Atevora ihn dann freundlicherweise dem Elben vorstellt,verneigt sich Learcan leicht. "Es freut mich ebenfalls sehr Euch kennenzulernen", versichert er mit einem verhaltenen Lächeln, wobei er sich von der neugierigen Musterung seitens des Elben nicht aus der Ruhe bringen lässt. Er selbst hat seine Begutachtung des Mannes längst abgeschlossen und obgleich er Elben immer für etwas seltsam hält, ist er doch ehrlich interessiert, mehr über ihn und seine Kampfschule zu hören. Sofern es sich wirklich um eine solche handelt. Tiandaril selbst sprach nur von einer Schule und Learcan hofft inständig, dass er dort nicht Kindern das Nähen beibringt. Von seiner ganzen Art her und den breiten Schultern nach zu urteilen, glaubt Learcan aber eher an den Schwertkunstmeister.
"Ihr unterrichtet elbische Schwertkunst?“fragt Learcan vorsichtig nach, "ich habe schon viel von diesen Techniken gehört und würde sie sehr gerne einmal sehen. Gibt es eine Möglichkeit, Eure Fähigkeiten bewundern zu können?" Learcan denkt dabei an eine Art Schaukampf in der Schule, vielleicht zwischen zwei Elben, so dass man sich ein Bild davon machen kann.
Learcan selber ist ganz zufrieden mit den Techniken, die er beherrscht. Aber es immer interessant, Neues zu erfahren und nie verkehrt, neue Tricks zu lernen oder potentielle Gegner besser einschätzen zu können.

Tiandaril

Unregistered

115

Tuesday, January 14th 2014, 11:57am

Vielleicht hätte der Silberne die Gedanken seiner beiden Gesprächspartner lesen können, aber dies würde gegen seine Richtlinien verstoßen. Dennoch, etwas einfacher würde sich die Unterhaltung somit sicherlich gestalten lassen. So hätte er sich rechtfertigen können, zum Beispiel. Glücklicherweise fragt Atevora jedoch nach der Herkunft der Puppe oder viel mehr nach dem Grund, wieso sie diese erhalten hatte. Tiandarîl muss darüber nicht viel nachdenken, er lässt einfach der Wahrheit freien Lauf: "Die kleine Tyra bewundert Euch, Lady Shin. Als sie noch auf der Straße lebte, wollte sie immer so sein wie Ihr." Kurz überlegt er nach dem genauen Wortlaut, seine Stimme wird sogar eine Nuance höher, als er fortfährt: "Als elegant und stark hat sie Euch beschrieben, niemand auf den Straßen würde es wagen, Euch nicht zu respektieren." So waren damals Tyra's Worte, während ihre Augen dabei glänzten, wie nasse Perlen im Sonnenlicht. Vermutlich wurde ihre Vorstellung durch die Gerüchteküchte der Straße und einer guten Portion kindlicher Fantasie etwas überspitzt, in den Grundpunkten kann der Elb ihr jedoch ohne Umschweife zustimmen. Würde er wissen, dass die von ihm gewählten Worte vielleicht eine eher entblößende Wirkung haben könnten, so hätte er sie sicherlich nicht gewählt. Vielleicht wirkt er auch unweigerlich schleimerisch, was sich aber durch die relativ emotionlose Sprechweise relativieren sollte. Es scheint eher, als sei er ein motivationsloser Marktschreier, denn ein possenreißender Charmeur.

Wenn sie ihn nun gefragt hätten, wieso er nähen könnte, hätte er das hier aufgekommene Missverständnis sicherlich auflösen können. Zu der Form von Nähen, von der er spricht gehört nicht viel. Eine Nadel und ein Faden. Damit flickt er auf Reisen, im Krieg oder generell seine Kleidung, wenn irgendwo ein Loch entstanden ist. Schließlich sind nicht immer Damen zugegen, die so eine Arbeit für ihn erledigen könnten. Und trotz seiner für einen Elben eher ruppigen Natur legt er doch einigen Wert darauf, gut sitzende, von Löchern befreite Kleidung zu tragen. Da er jedoch nicht darauf angesprochen wird, scheint er wohl weiterhin ein wenig femininer, als erwartet.

"Es freut mich ebenfalls sehr Euch kennenzulernen", erwidert Learcan des Elben Begrüßung. Kurz darauf ist der Silberne auch fertig damit, ihn zu begutachten. Definitiv ein Krieger, so ist das Ergebnis nach Tiandarîl. Ob er seine Künste vorführen könnte? Sicherlich. Ob er alle elbischen Künste beherrschte? Gewiss nein, aber irgendwann würde er dies vielleicht. "Jawohl, Herr Learcan.", antwortet er zunächst knapp, fährt jedoch rasch fort. "Ihr könnt mich gerne einmal besuchen kommen, entweder zu einer Vorführung oder zu einer Übungsstunde. Man sagt, dass der beste Kampfstil immer der ist, der für alle anderen offen ist und deren Wissen mit Freude und Dankbarkeit aufnimmt." Ein schwaches Lächeln biegt sich in die Mundwinkel hinein, sein Lieblingsthema. "Ich möchte Euch jedoch nicht enttäuschen. Mir fallen lediglich zwei Meistertitel hin", er hätte 'zu' sagen sollen, "daher kann ich Euch leider nicht mit allen elbischen Kampfkünsten bedienen." So möchte er es jedoch nicht stehen lassen. Learcan ist ein Krieger und sein Wissen ließe sich gewiss auch für Tiandarîl verwerten. Daher setzt er noch einmal an: "Aber ich würde mich sehr glücklich rechnen, wenn Ihr mir ebenso Eure Kunst vorführen könntet." Tiandarîl impliziert dabei, dass Learcan weiß, dass er als Krieger gerechnet wird. Innerlich grinst der Elb weitaus mehr, als nach außen. Sicherlich würde er aus einer Übungsstunde oder einem Übungskampf einiges mitnehmen können.

Atevora

Unregistered

116

Tuesday, January 14th 2014, 7:25pm

Die kleine Tyra bewundert sie? Sie wollte immer so sein wie sie? Wie erhebend, und wie beschämend zugleich. <<"Als elegant und stark hat sie Euch beschrieben, niemand auf den Straßen würde es wagen, Euch nicht zu respektieren.">> Respekt. Etwas das viele mit etwas anderem verwechseln und umgekehrt. Respekt muss hart erkämpft, und verdient werden, und ist doch so rasch verloren. Furcht wird gesät und geerntet und hält für lange Dauer. Die Einen fürchten sie, die Anderen kennen sie nicht. Wie Learcan des Elben Worte wohl auslegen wird? Die Formulierung, dass es niemand wagen würde ihr gegenüber eine gewisse Verhaltensweise an den Tag zu legen, ist durchaus heikel, doch Atevora übergeht den Beiklang eindeutig. Sie ist elegant, stark und wird respektiert. Ein sehr positives Bild, und in einer Tonlage gesprochen als würden hier schlichte Fakten aufgezählt. Wie alt mochte das Mädchen wohl sein, wenn es solche Aussagen tätigt? Die Magierin schmunzelt erfreut und hält sich ansonsten bedeckt.
Die Beiden Männer tauschen sich kurz ein wenig miteinander aus, wobei sich beim Elben nun doch wieder Formulierungsschnitzer einschleichen.

<<„Man sagt, dass der beste Kampfstil immer der ist, der für alle anderen offen ist und deren Wissen mit Freude und Dankbarkeit aufnimmt.“>> Hm. Dies hat sie so noch nie vernommen, aber sie muss zugeben, dass es eine gewissermaßen faszinierende Aussage ist, die sie sich wohl für die Zukunft merken wird. Ob es eine elbische Philosophie unter kundigen Kämpfern ist? Im Grunde ist es einerlei, die Magierin kann dem Inhalt nur zustimmen. Sie nickt darum beipflichtend.
Das Resümee aus der vorhergegangenen kurzen Unterhaltung: Learcan wäre also an einer Vorführung interessiert, der Elb daran Learcans Fähigkeiten zu sehen, vielleicht der eigenen Übung wegen. Sie hat an dem Ganzen Konstrukt ebenfalls ein gewisses Interesse und überdies ist ein informeller Besuch der Schule von ihrer Seite her auch längst überfällig. Gibt es einen Grund der sie davon Abhält in die daraus folgende Richtung aufzubrechen? Sie wird das Kind einfach beim Namen nennen.
„Verzeiht meine Neugierde, doch welche zwei Meistertitel fallen euch zu Tiandaril? Und.. ich möchte einen gewagten Vorschlag vorbringen. Da ihr, Learcan, an einer Präsentation von Tiandarils Fähigkeiten interessiert seid , Tiandaril sich, wie es den Anschein hat, über einen freundschaftlichen Schlagabtausch mit euch glücklich schätzen würde,“ Ja Atevora formuliert hier absichtlich ein wenig umständlich und bereinigt dabei Tiandarils Fehler ohne dabei belehrend zu korrigieren: „und ich mich einerseits gerne bei Tyra für das Geschenk bedanken würde, und ich außerdem die Kampfkunstschule schon immer einmal von innen sehen wollte, UND“ Die Magierin schmunzelt hintergründig: „natürlich auch sicher nichts dagegen hätte zwei stattliche Männer beim Ausüben ihrer Waffenkünste beobachten zu können: Wie wäre es unsere gemeinsamen Interessen in Einklang zu bringen? Was hieltet ihr davon die Räumlichkeiten der Kampfschule als Ziel ins Auge zu fassen? Oder käme es ungelegen?“

117

Wednesday, January 15th 2014, 4:33pm

Dann ist es sicher ein Findelkind und nicht sein eigenes, korrigiert Learcan seine erste Vermutung, dass es sich bei dem Mädchen Tyra um des Elben Tochter handeln könnte. Und das Mädchen bewundert also Atevora. Learcan schaut interessiert zu der Shin, um deren Reaktion darauf einzufangen. Zumindest wird sie nicht rot, wobei sich Learcan fragt, ob Atevora überhaupt Röte in ihrem blassen Antlitz zulassen würde und wie das dann aussehen mag. Ansonsten misst er den Worten des kleinen Mädchens keine weitere Bedeutung zu. Kindergeschwätz (noch dazu von Kindern, die er überhaupt nicht kennt) interessiert ihn ungefähr so viel, als würde an der nächsten Ecke ein Hund bellen.
Wesentlich interessanter ist Tiandarils Angebot, dass Learcan ihn doch gerne bei einer seiner Vorführungen besuchen möge. Der Elb lässt auch gleich noch den passenden Spruch dazu fallen. Wie wahr, wie wahr...Sicherlich eine elbische Weisheit, denkt sich Learcan und nickt erfreut, denn hier bietet sich für den Normander vielleicht eine Möglichkeit, nicht nur mehr über elbische Kampfkunst zu erfahren, sondern mit Glück auch etwas über Elben im allgemeinen zu lernen, um sie hinterher besser verstehen zu können, womit Learcan hin und wieder noch seine Schwierigkeiten hat.
"Ich werde Euer Angebot mit Freude annehmen und Euch alsbald besuchen, um Eure Künste zu bewundern", versichert Learcan mit einem aufrichtigen Lächeln im Gesicht. "Und ich bin sicher, dass mir zwei Meistertitel vollends genügen werden", fügt er noch hinzu und ist schon drauf und dran, Tiandaril mit Wucht kumpelhaft auf die Schulter zu hauen, bis ihm gerade noch rechtzeitig einfällt, dass Elben so etwas nicht besonders schätzen. Der bereits erhobene Arm wird zweckentfremdet, um sich durch die Haare zu fahren.

Im Folgenden wird Learcan dann sowohl von Tiandaril als auch von Atevora gedrängt, sich selber aktiv an einer Demonstration von Kampfkünsten zu beteiligen. Atevora geht sogar noch einen Schritt weiter und schlägt vor, dies sofort in die Tat umzusetzen. Wie? Jetzt gleich? Ganz so hatte sich der Normander das allerdings nicht vorgestellt. Learcan hatte sich eigentlich eher in der Zuschauerrolle gesehen. Es reizt es ihn nicht sonderlich, sein Schwert, mit dem er schon Leben nahm, zum reinen Zeitvertreib zu ziehen. Außerdem ist er nicht gerne Teil irgendwelcher Vorführungen, deren Sinnhaftigkeit zweifelhaft ist. Um Verletzungen zu vermeiden, würde er nicht mit voller Wucht kämpfen können und somit kein realistisches Abbild seines Könnens zeigen. Und schließlich ist Learcan auch überhaupt nicht der Typ, der sich auf diese Weise gerne in Szene setzt.
Sein eben noch begeistertes Lächeln wird deutlich dünner und macht einer nachdenklichen Miene Platz, während er den Vorschlag überdenkt. Obwohl nicht unbedingt begeistert, will er sich aber nicht zieren wie ein kleines Mädchen und stimmt daher spontan zu. Nach dem langen Herumsitzen in der Bibliothek ist etwas Bewegung ohnehin nicht schlecht.
"Nun gut, von mir aus. Schlagen wir den Weg zur Kampfschule ein, wenn es Eure Zeit erlaubt, Tiandaril?"
Zum Glück führt Learcan sein Schwert mit sich, so dass er vorher nicht noch zum Gasthaus gehen muss. Dort liegt seine Armbrust, aber auf eine Demonstration dieser Waffe wird heute sicher kein Wert mehr gelegt.

Tiandaril

Unregistered

118

Thursday, January 16th 2014, 10:43am

Durch die Eigendynamik des Gespräches scheint es, als ob der Elb in nicht allzu ferner Zeit einen Kampf auszutragen hat. Selbstverständlich einen Freundschaftlichen, aber kurz kommt er dennoch ins Stocken. Dass so schnell eine Entscheidung fallen würde, hätte nicht gedacht, dass er vermutlich in wenigen Minuten einen Schlagabtausch vor sich haben würde, noch weniger. Dennoch, ein leichtes Lächeln zieht sich über seine Lippen. Learcan würde aus einem ganz anderen Holz geschnitzt sein, als seine Schüler und er würde sicherlich einen großen Geschenkkorb an unbekannten Techniken mitbringen, aus dem der Elb sich so einiges an Leckereien herauspicken könnte. Um Ruhm geht es ihm dabei nicht, für Ruhm zu kämpfen, ist ein ziemlich niedriger Beweggrund, so zumindest nach Auffassung des Silbernen. Ehre ist da nicht viel besser. Selbstverständlich gilt es ehrenvoll zu kämpfen, aber sich wegen einer gekränkten Ehre zu Tode zu prügeln widerspricht seinem Konzept von Kampfkunst. Ums totprügeln wird es jedoch selbstverständlich nicht gehen, sondern viel mehr um einen Austausch, eine Art der Muskeln, darüber zu sprechen, was sie auf ihren Reisen so alles erlebt haben. Dass Learcan ihn an der Schulter packen möchte, bekommt er nicht mit, dank seiner überschwelligen Überlegungen. Nicht, dass es ihn gestört hätte, er ist nicht von dem Schlag Elben, die Berührung meiden, sondern ein Krieger, der seither Berührungen nie scheute.

Zuvor muss Tiandarîl jedoch noch reagieren. Fast hätte er das in seiner Gedankenflut vergessen. "Meine Meistertitel liegen in den Bereichen der Kunst des schnellen Schwertziehens und der Kunst des harmonischen Energie. Zwei eher selten verbreitete Künste, selbst unter den Vertretern meines Volkes. Im meinem Dorf jedoch werden die alten Kampfkünste in ihrer natürlichen und ursprünglichen Form bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben.", erzählt er kühl, während seine Augen jedoch glänzen. Dann war noch die Sache mit Tyra. Wie sie reagieren wird, lässt sich nicht sagen, denn ihre Gefühlslage ist so konstant, wie Erfolg bei einem Glücksspiel. Besorgnis würde jedoch nicht bestehen. "Was Tyra ausbetrifft... sie ist sehr schüchtern und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie mit niemandem reden wird. Ich hoffe, dies ist kein Problem für Euch?". Schlußendlich kommt die Frage, auf die er eigentlich die ganze Zeit antworten wollte und sie rast hervor, wie ein Kutscher, dem zum zehnten Mal in Folge die Vorfahrt genommen wurde. "Selbstverständlich wäre ich damit einverstanden." Etwas knapp fällt sie aus, aber sie enthält alles nötige. Als Learcan dann auch noch zustimmt, ist es geradezu perfekt. Schon seit langem hatte er keinen Kampf mehr, der nennenswert war, auch wenn er seinen Gegnern, so jung und unerfahren sie auch sein mochten immer mehr, als den ihnen gebührenden Respekt zollte. "Gut, sobald Ihr möchtet, können wir uns auf den Weg zu meiner Schule machen, sie ist nicht weit von hier."

Atevora

Unregistered

119

Friday, January 17th 2014, 11:37pm

Während Tiandaril, soweit man das anhand des eher minimal gehaltenen Mienenspiels überhaupt entsprechend abzulesen vermag, vom Vorschlag durchaus angetan scheint, hält sich Learcans Begeisterung in Grenzen. Dies ist eindeutig an seinem sonst so gewinnenden Lächeln zu sehen, das mit einem Mal ein wenig ausdünnt. Obwohl er offensichtlich etwas anderes im Sinn hatte, oder sich vielleicht auch nur einfach nicht direkt mit einem elbischen Kampfkunstmeister generell oder nur vor ihr messen möchte, stimmt er dennoch der Eismaid Vorschlag zu. Sehr zur Freude Atevoras wohlgemerkt, denn sie würde gerne wissen wie es um die Verteidigungskünste des Mannes bestellt ist. Sie möchte schließlich nicht, dass er vorschnell verlebt, wenn er doch noch das Geheimnis für sie lüften soll, damit sie nicht selbst all zu offen in die Aufmerksamkeit der bösen Buben gerät, die eindeutig bereits an Learcans Fersen kleben.

Tiandaril seinerseits lässt sich zum Antworten wieder die nötige Ruhe. Das Verhalten ist durchaus eigenwillig und ungewohnt, doch jedes Mal schafft er es den Zeitpunkt abzuwarten an dem die verstrichenen Augenblicke noch im rechten Maß erscheinen und der Gegenüber somit nicht geneigt sein kann zu überlegen, ob überhaupt noch mit einer Antwort zu rechnen ist, oder nicht. Es erweckt beinahe ein wenig den Anschein, als lebe er in einer Zeit die einen hauch langsamer vergeht als die eigene, und die Magierin selbst reißt dies angenehm aus dem gewohnten oft übereiligen Gang der Welt.
So geht der Elb also zu aller Erst auf die Frage zu seinem Können ein, und trotz dessen er ihre Frage zweifellos beantwortet hat, bleibt sie für Atevora weiterhin offen, denn unter den genannten Titeln kann sie sich schwerlich wirklich etwas vorstellen. Sie hatte eher mit einer Antwort gerechnet wie: Er hätte sich spezialisiert auf den Kampf mit dem Langschwert, oder dem Stab, oder etwas in diese Richtung. Aber harmonische Energie und schnelles Schwertziehen? Was soll das sein? Setzt er sich etwa vornehmlich auf den Grund und meditiert dann den Gegner in Grund und Boden? Bezwingt er ihn mit dem Überraschungseffektes eines schnell gezogenen Schwertes mit einem Streich? Gut, das Bild macht zumindest einen sinn, doch was ist dann in Schlachten wo alle ihre Waffen bereits gezogen halten? Hat er dann das Nachsehen? Nun, es wird sich sicher alsbald zeigen wie es um seine Kunstfertigkeit tatsächlich bestellt ist.
<<"Was Tyra ausbetrifft... sie ist sehr schüchtern und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie mit niemandem reden wird. Ich hoffe, dies ist kein Problem für Euch?">> Auf diese Frage hin versichert sie ihm: "Nein, keineswegs. Seid unbekümmert.“ und spricht hier die volle Wahrheit. Die Kleine ist ihr nämlich im höchsten Maße gleichgültig, und somit auch wie sie reagieren würde. Wichtig war nur selbst den Anschein von Einfühlsamkeit, Geduld und das Bild der mildtätigen Wohltäterin der Stadt zu vermitteln, zu üben und sich selbst herauszuforden, und diesem Zweck würde die Kleine dienen egal wie sie sich tatsächlich geben würde. Zusätzlich würde sie heute nicht nur erfahren können wie gut es um Learcans Selbstverteidigungskünste bestellt ist sondern obendrein noch eine nette Kampf-Vorstellung an sich zu sehen bekommen, womöglich sogar mit verschwitzten nackten Oberkörpern zweier attraktiver Vertreter des Männlichen Geschlechts. Ja, vor allem Letzteres fände sie mehr als anregend!
„Hervorragend, dann sind wir uns einig. Tiandaril wärt ihr so freundlich uns den Weg zu weisen?“ Natürlich ist der Elb so zuvorkommend und lotst sie verlässlich durch das Straßengewirr.

----> Hohe Schule der Kampfeskunst

Dayan

Unregistered

120

Wednesday, January 22nd 2014, 5:42pm

24. Langschnee

--> Meister Arkendirs Heim

Dayan verdreht die Augen, ob der Frage nach der Elbin. Wie kann er auch nicht wissen, was ein Kind des Wolkenvolks über Druiden dachte. Unverständnis liegt auf ihren Zügen. Manchmal fragt sie sich wer hier Jahre in der Wildnis verbracht hat. Aber es lockt auch dieses freche Grinsen auf ihre Züge. Jenes das ihm verrät wie hinterweltlich er ist.

"Eine Druidin, mein Lieber, ist ein Hüter des Gleichgewichts, man wird dazu geboren. Es gibt keinen Druiden ohne ein reines Herz, verstehst du das nicht? Nun, ganz gleich wie groß das Ungleiche ist, er wird es heilen. Ich frage mich allerdings wieso sie gerufen wurde. "
Es war noch nicht ausgesprochen, da hat ihr scharfer Verstand, eine Antwort gefunden und es war etwas das sie Aneirin nicht sagen wollte. Sie schwor ihrem Freund Tyalfen, der wie ein Vater über sie als Tochter wacht, niemals wieder ein Laut über sein Leben vor über 500 Jahren zu verlieren und so würde es sein.

"Wie könnte ich also ein Diener Ealaras nicht Ehren ohne mich selbst zu verraten. Nein, es ist mir nicht möglich schlecht über sie zu sprechen, denn so wird es niemals sein und da du nicht aus den 9 Höllen stammst, wie ich weiß, brauchst du sie nicht fürchten. Falls aber doch, sei gewarnt, desto mehr Schlangenringe, desto größer die Macht. Meine Großmutter diente der Weltenmutter und sie vermochte Zauber zu sprechen, die du für eine Mahr halten würdest."

Beide schlagen den Weg zum Marktplatz ein während die Wandlerin erzählt. "Aneirin, zwei Dinge muss ich dir erzählen. Erstens, überlasse es Tyalfen herauszufinden, was ich dir erzählt habe und ...", Dayan hält inne, formt ihre Worte bewusster. "Wenn ich es nicht schaffe mich zurück zu verwandeln, musst du mich zu ihr bringen. Viel Elend hätte es vermieden, wenn sie damals da gewesen wäre."

Ja vieles wäre Aneirin, Tyalfen und den Tieren, ja gar mir erspart geblieben. Letztlich ist das Lächeln verschwunden, auch wenn sie die Entscheidungen der großen Mutter niemals in Frage stellen wollte. Es schmerzt, allein der Gedanke daran.

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