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91

Sunday, December 8th 2013, 7:06pm

Learcan bemerkt nichts von seinem Verfolger, oder besser gesagt den beiden Verfolgern, denn auf einen Raben achtet er erst recht nicht. Seine Gedanken kreisen um Atevora und die vielen hilfreichen Ratschläge, die sie ihm gab. Im Bemühen, keinen der genannten Namen zu vergessen, geht er sie alle noch einmal im Geiste durch. Immer wieder schweifen seine Gedanken dabei jedoch in unterschiedliche Richtungen ab.

Entgegen seines ursprünglichen Plans sucht der Nordmann nicht gleich die Bibliothek auf. Zuerst will er sich ein Gasthaus suchen, denn ohne Zweifel wird sein Aufenthalt in dieser Stadt von längerer Dauer sein. Es ist ein paar Tage her, seit der Nordmann in einem richtigen Bett geschlafen hat und die Pasteten im Haus der Heilung haben ihn nicht satt gemacht. Schlaf und eine ausgiebige Mahlzeit. Das ist genau das, wonach ihm jetzt der Sinn steht. Die „Goldene Harfe“,vor der er steht, macht von außen einen guten Eindruck auf den Nordmann. Als Learcan sich der Tür nähert, wird diese gerade von innen geöffnet. Wärme und Stimmengewirr schlagen dem Nordmann entgegen.

-> Gasthaus Goldene Harfe

Modrok

Unregistered

92

Monday, December 9th 2013, 9:13pm

Es war bereits dunkel und still in den Straßen der Stadt geworden. Modrok schlenderte angetrunken durch die engen Gassen um die Herberge zu finden, die er vor einigen Stunden erst verlassen hatte. Talyra war so viel größer, als es ihm seine Freunde einst erzählt hatten - unzählige Winkel, Ecken, Gässchen und Plätze schienen in der Dunkelheit alle gleich. Mal wieder hatte er zu tief in die Becher geguckt, denn den Namen des netten Fräuleins, das er gleich am Tag seiner Ankunft kennen lernen durfte hatte er bereits wieder vergessen.
Es machte doch alles keinen Sinn - Modrok blieb stehen, schüttelte den Kopf und glitt an einer Wand in die Hocke. Seine übergroßen Hände stützten sich am Boden ab, um den Körper in Gleichgewicht zu halten - welch ein Rausch, und das schon am ersten Tag in der Stadt !
"Gleich morgen finde ich eine Arbeit, gleich morgen spreche ich alle an..." flüsterte Modrok, als er in die endlosen Straßen blickte.
Als seine Augen sich zu schließen begannen und der Schlummer sich in seinem Kopf breit machte, hörte er Schritte am Ende der Gasse. Eine Gestalt bewegte sich in seine Richtung.
Hastig stand er auf und schlenderte dem unbekannten Stadtbewohner entgegen.
"Hey, Hey du ! Ich habe, habe eine Frage an dich!"


...

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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93

Monday, December 9th 2013, 10:04pm

Die Nacht empfängt Tyalfen sternenklar. Ein Nordwind ist heraufgezogen, umstreicht den Elben mit seinem kalten Atem und lässt ihn seinen Umhang fester um sich ziehen. Mit leichtfüßigem Laufschritt, dessen leiser Widerhall kaum zu hören ist, lässt er das Viertel zügig hinter sich, folgt dem Weg, den er kennt durch engere Gassen und trifft keine Menschenseele. Auch aus den wenigsten Fenstern dringt noch Licht nach außen. Talyra hat sich in einen stillen Frieden gehüllt. Erst auf dem Marktplatz kommt ihm ein Vierertrupp Blaumäntel entgegen. Ihre Rüstungen und Schwerter blitzen im Licht der Straßenlaternen. Sie sprechen wenig und wachsam suchen ihre Augen die Umgebung ab. Tyalfen verlangsamt seine Schritte nicht, hat nichts zu verbergen und keinen Grund, den Wachen auszuweichen. Gleichwohl spürt er ihre prüfenden Blicke, als sie ihn entdecken. Als einer von ihnen die Hand hebt, bleiben auch alle anderen stehen. „Wozu die Eile?“, ruft ihm der Eine zu. Ein Anderer spottet: „Vielleicht fürchtet er das Nudelholz seines Weibes zu später Stunde.“ Sie lachen. Tyalfen hebt nur die Hand zum Gruße und erweckt ihren Argwohn nicht, dass sie ihn ohne Weiteres ziehen lassen.
Von nun an hält sich Tyalfen auf der Straße zum Verder Tor, um die Stadt möglichst bald gänzlich hinter sich zu lassen. An irgendeinem Haus kann er recht schnell eine Silhouette kauernd ausmachen. Der Elb hofft inständig, es wäre niemand, der verletzt oder krank wäre und dem er seine Hilfe nicht verweigern würde, denn die Zeit sitzt ihm wie eine eiserne Klaue im Nacken. Doch Jener rappelt sich hastig auf, als er des Elben gewahr wird und entpuppt sich als Menschenmann. <“Hey, Hey du ! Ich habe, habe eine Frage an dich!“>, lallt ihm der Fremde beim Näherkommen entgegen und Tyalfen riecht den schalen Geruch von Bier, der an ihm haftet und mit seinem Atem aus seiner Kehle kriecht. „Merkt sie Euch für den Tag, da wir uns wieder begegnen. Ich bin in Eile.“, ruft Tyalfen ungerührt zurück und ohne seinen leichten Laufschritt auch nur im geringsten zu verringern.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

This post has been edited 1 times, last edit by "Tyalfen" (Dec 9th 2013, 10:38pm)


Nuka Nuka

Unregistered

94

Tuesday, December 10th 2013, 6:54am

Es ist kalt, einfach nur kalt. Vor einem Jahr hätte er sich nicht einmal erträumen lassen, so etwas wie Schnee so fernab größerer Berge zu sehen. Weiß und kalt. Mehr fällt dem Knaben von knapp einundzwanzig nicht ein. In eine einfache Decke ist er gewickelt, mehr hatte er sich nicht erbeuten können. Und will es auch nicht. Es gibt keinen Grund, mehr zu stehlen, als man braucht. Überleben würde genug sein. Wieso ist er eigentlich hier? Weil sie es auch ist. Er spürt es. Sie hat zu ihm gesprochen, im Traum. Nach langer Zeit hat sie sich ihm wieder zugewandt, die Hoffnung nicht aufgegeben. Ihr Mund formte die Worte "Talyra" und Nuka Nuka wusste sofort, wohin er musste. Nun ist er hier, ohne Anhaltspunkt und ernste Aussicht auf Schlaf. Er kann nicht einfach draußen übernachten, das wäre sein Ende. Er muss eine Bleibe finden, wenn auch nicht für lang.

Schon seit einiger Zeit schlendert der junge Erwachsene durch die Stadt, die für ihn so neu und vor allem so groß ist. Keine Ecke lässt er sich entgehen. Sie könnte ja überall sein. Aber heute würde er sie nicht mehr finden. Morgen wahrscheinlich auch nicht. Er muss sich wieder eine Basis schaffen, von der er Leben kann, um seine freien Momente der Suche widmen zu können, ohne Hunger leiden zu müssen. Mittlerweile ist er nicht unweit des Verder Tors, zu einer Zeit, zu der man nicht mehr außerhalb des Hauses sein sollte. Trunkene, Halunken und Huren treiben sich zu dieser Zeit herum. Er fühlt sich irgendwie wohl. Kein Verstellen, keine Etikette, um irgendwelchen Neureichen den Speichel von den Schuhen zu lecken. Einfaches Volk um sich herum zu haben ist natürlicher, sicherer, einfach besser. Am Eingang einer schmalen Gasse lehnend, fällt dem Chanka vor allem eine Person auf, die nicht schnurrstracks gen Haus und Hof torkelt, sondern dabei reichlich verwirrt aussieht. Gleichzeitig scheint die Gestalt nicht allzu betrunken zu sein. 'Ein Reisender...' kommt Nuka in den Sinn. Jemand, der sich in der Stadt noch nicht auskennt und womöglich sein Gasthaus nicht mehr findet. Nichts, bei dem der Junge helfen könnte. Kurz scheint es, als ob ein Elb dem verirrten Reisenden helfen will, aber dieser scheint nur vorbeizugehen und ihm etwas zuzurufen, das einige des niedrigen Volkes durchaus als arrogant ansehen konnten. Nun sie würde womöglich alles, das über ihre eigene Sprechweise hinausgeht als arrogant betiteln, aber das war nun nicht von Belang. Nuka hofft, dass niemand mit genug Alkohol im Kopf und Kribbeln in den Fäusten dies gehört hat. Wer einen Grund zum Prügeln sucht, wird ihn immer finden.

Modrok

Unregistered

95

Tuesday, December 10th 2013, 5:36pm

"..., ich bin in Eile" hallte es in Modroks Ohren. Er schlenderte zurück, wollte noch einmal um Hilfe bitten, doch sein verlorenes Gleichgewicht und der Stolz des Immerfroster schnürten seine Kehle fest. Enttäuscht torkelte er die Straße entlang. "Talyra, welch Gesocksenstadt..", lallte er vor sich her. Dass Stadtbewohner egoistisch, falsch, ja sogar arrogant wären, hatte er in vielen Geschichten seiner Freunde gehört. Doch einenum Hilfe bittenden Mann in sichtbarer Not sitzen zu lassen sei in den schlimmsten Gassen seines Heimatortes nicht vorgekommen.


Modroks Augen wurden mit jedem Schritt schwerer und als der harte Steinweg unter seinen Sohlen schmerzte, hielt er inne. Einige Meter entfernt stand ein kleiner, unscheinbarer Mann vor ihm, der ihn seit einiger Zeit beobachtet hatte. Berauscht schob Modrok seinen Kopf in den Nacken und schlug die Augen weit auf. Obwohl er nur mehr wenige Schritte vor dem Mann stehengeblieben war, konnte er nicht mehr als seine langen, dunklen Haare erkennen.
Modrok rieb sich die Nase, holte tief Luft und sagte: "Gegrüßt seist du! Ich bin *hicks* neu hier in der, in der Stadt, also heute erst angekommen - und du musst wissen, dass ich, also ich trinke normalerweise nicht so viel. Aber man muss Menschen kennen lernen und du weißt ja wie das ist..." Modrok grinste und hoffte auf eine positive Reaktion seines Gegenübers, doch vergeblich. Der kleine Mann stand regungslos vor ihm und betrachtete ihn mit leicht angewinkelten Kopf. Modrok fuhr fort: "Also ich heiße Modrok, ich komme aus dem hohen Norden. Wenn du mir sagen könntest wo die nächste Bleibe ist, wäre ich dir mit meinem Namen zu tiefsten *uargh* Dank verpflichtet. So, so macht man das bei uns. Wie ist dein Name?"

Wieder grinste er seinem Gegenüber zu und hoffte auf eine Antwort. Als er auf den Mann herabsah und seine Haare betrachtete, zuckte er zusammen, streckte ihm seine große Hand entgegen und schrie: "Oh! Ganz vergessen."

This post has been edited 1 times, last edit by "Modrok" (Dec 10th 2013, 5:46pm)


Nuka Nuka

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96

Tuesday, December 10th 2013, 6:51pm

Zuerst entscheidet sich Nuka Nuka, nicht zu antworten. Der kleine, dürre Chanka hatte keine Lust darauf eventuell in eine Rangelei mit einem Betrunkenen zu geraten. Die meisten Menschen übersehen ihn und gehen einfach weiter. Eine Gegebenheit, die durchaus von Vorteil sein kann. Obwohl Modrok sich entscheidet, auf den Chanka zuzugehen, unternimmt dieser keinen Versuch, sich von dem Großen Mann zu entfernen. Hätte er es gewollt so hätte er in den dunklen Gassen verschwinden können, eins werden mit den Schatten und nur wenige würden ihn finden können. Nicht, weil er sonderlich gut war, nein, viel mehr waren die Umstände einfach passend für ein gutes Versteck. Sei's drum, der Chanka bleibt und hört sich die Begrüßung an. Modrok heiße er. Aus dem Norden komme er. Und trinken würde er auch nicht so viel... Und schließlich, Nuka hatte recht, sei er ein Neuling, ob Reisender oder nicht, sollte noch offen bleiben. Bewusst schweigt der Kleine zunächst. Es ist besser, seinen Gegenüber zu beobachten und vielleicht sogar ein wenig zu testen, wie dieser mit einer etwas peinlicheren Situation umgehen würde. Sein Gegenüber scheint nett zu sein, ein einfacher, vielleicht sogar ehrlicher Mann, kein Hochadel, kein Halunke und kein Intrigenspinner zu sein. Insofern man das nach so kurzer Zeit beurteilen kann. Viele Menschen, viele Masken. Manche sieht man, manche nicht. Eine Devise, der Nuka Nuka stets die Treue hält.

Nach einigen Momenten entscheidet er sich, doch zu antworten. Seine Kenntnisse in der hiesigen Sprache sind begrenzt, aber er würde sich schon verständlich machen können. Ein wenig hatte er ja gelernt. Ein Handschlag wird jedoch nicht erwidert. "Mein Name ist Nuka Nuka, aber sagt zu mir Nuka.", lautet die knappe Antwort. Danach erst überlegt der kleine Kerl, wo er denn einen Gasthof gesehen hat. Vielleicht ein paar hundert Schritt weiter und dann rechts? Er tut sich noch etwas schwer damit, zu lesen, aber auf dem Schild der Taverne war auch ein Bett abgebildet. "Glaube, da hinten, wenn du so hundert Schritt gehst. Da war ein Gasthaus mit Betten. Also hundert Schritt und dann rechts. Dann kannst du das sehen.", konstruiert sich Nuka die Worte zusammen, während sein Gesicht eher ausdruckslos, aber nicht feindlich gesonnen ist. Er hatte die Sprache schon einmal fast flüssig beherrscht, sie aber seit langem nicht mehr gesprochen. Ein wenig Entrostungsarbeit lässt sich wohl nicht vermeiden.

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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97

Tuesday, December 10th 2013, 11:19pm

Spätestens mit der Entdeckung eines Jünglings unweit im Hausschatten lehnend, dessen Aufmerksamkeit auf dem Betrunkenem und ihm ruht und der sich doch auffällig unbeteiligt gibt, rechnet Tyalfen mit einem Täuschungsmanöver, erwartet dass der Trunkene ihn anrempelt, sich ihm in den Weg stellt oder auf sonst eine Art und Weise seine ganze Achtsamkeit einzufordern versucht, damit der Andere zuschlagen kann, auf welche Weise auch immer. Tyalfens Körper spannt sich und all seine Sinne lauern auf das kleinste Anzeichen. Doch nichts passiert. Bald schon hat er die Männer hinter sich gelassen, hört sie noch miteinander sprechen ohne noch verstehen zu können, was sie sagen und blickt sich auch nicht nach ihnen um noch verliert er einen weiteren Gedanken an sie. Die Sorge um Dayan treibt ihn voran, macht ihn die steinernen Schluchten und die unerträgliche Enge zwar nicht vergessen, doch lässt sie sich ausblenden, besser als am Abend zuvor, obwohl dieser Tag nicht weniger ereignisreich war und Tyalfen nur zu gut weiß, dass vor allem seine Sinne bald ausgiebiger Ruhe bedurften.
Das Verder Tor ist zu dieser Stunde verschlossen, den Mächten sei Dank jedoch nicht unbesetzt. Wieder sind es genau vier Blaumäntel, denen der Elb dieses Mal jedoch entgegen eilt. Ohne Umschweife bittet er sie, ihn passieren zu lassen, unterzieht sich ihrer abschätzenden Musterung und beantwortet bereitwillig die Frage nach seinen Gründen ohne ihnen jedoch von der Wandlerin zu berichten, die kraftlos in ihrer Tiergestalt feststeckt. Genau an diesem Tor gerät sein Vorhaben ins Wanken, als ihm einer der Blaumäntel unbeirrt eröffnet, die Jagd wäre nur zur Zeit der großen Büffelwanderung gestattet und sei eine alte Tradition dieser Stadt. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Der Blaumantel eröffnet ihm, die Protektorin des Larisgrüns oder der Lord Commanders der Steinfaust besäßen die nötige Kompetenz, anders zu entscheiden. Natürlich könne er auch einen der Landbesitzer fragen, sofern er auf deren Ländereien bliebe. Tyalfen entschließt sich zunächst, den Lord Commander zu sprechen. Doch als sein Blick der gewiesenen Richtung folgt und er in jene Feste verwiesen wird, die sich gegen den Nachthimmel abhebt, fürchtet Tyalfen, diesem mächtigem Bauwerk nach diesem Tag unmöglich gewachsen zu sein und lässt sich den Weg zur Protektorin beschreiben, nicht jenen zurück durch die Stadt und durch das Nordtor hinaus, sondern der Ringstraße rund um die Westmauern folgend. Nur äußerlich geduldig lässt er auch die Mahnung über sich ergehen, nicht zu wildern, wenn sie ihn jetzt hier hinaus ließen. Tyalfen nickt und als sie endlich die Mannpforte innerhalb eines der wuchtigen Torflügel für ihn öffnen, schlüpft er eilig hindurch.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

98

Thursday, December 19th 2013, 4:41pm

zu später Stunde am selben Tag

Die Nacht ist klar und kalt. Learcan atmet einmal tief durch. Nach dem warmen Gasthaus und dem schweren Essen ist die frische Luft eine Wohltat.
Ziellos schlendert der Nordmann durch die Straßen. Zuerst begegnen ihm noch einige Leute. Ein Mann eilt an ihm vorbei, ein Stück weiter schlendert ein Pärchen Arm in Arm.
Ohne es zu bemerken gelangt Learcan etwas später in eine einsamere Gegend. Hier stehen die Häuser noch enger beieinander. Deren Bewohner scheinen zu schlafen. Wenig Licht fällt auf das dunkle, unebene Pflaster. Trotz der späten Stunde fühlt sich der Nordmann sicher in dieser Stadt. Doch hier täuscht er sich. Seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit er das Haus der Heilung verließ, wird er verfolgt. Unbemerkt zunächst. Aber in der Gasse, in der seine Schritte widerhallen, stutzt der Nordmann und bleibt einen Moment stehen. Er wähnt sich allein, nirgendwo ist eine Seele zu sehen. Doch Learcan meint, soeben das Geräusch weiterer Schritte gehört zu haben. Arglos schaut er sich um und legt dabei in einer automatisierten Geste die Hand an den Griff seines Schwertes. Die Gasse hinter ihm erscheint auf den ersten Blick leer. Etwas huscht schnell über die Straße und verschwindet in einem nahen Gebüsch. Zu sehen ist nichts.Tiefe Schwärze herrscht an jener Stelle. Learcan kneift in einem hilflosen Versuch die Dunkelheit zu durchdringen die Augen zusammen. Nur ein dämliches Tier, denkt er und entspannt sich wieder. Trotzdem bleibt es merkwürdig, denn Learcan glaubt, deutliche Schritte gehört zu haben. Ein Geräusch, dass umherirrende Ratten, Marder oder Katzen ganz sicher nicht machen.

Gerade als er sich wieder umdrehen und seinen Weg fortsetzen will, geschieht jedoch etwas Unerwartetes. In dem Gebüsch raschelt es erneut. Ein weiteres Tier, das aufgeschreckt wurde, vermutet Learcan, denn jetzt vernimmt er ein flatterndes Geräusch wie von einem Vogel, der aufsteigt, mit den Flügeln schlägt und einen kurzen Laut von sich gibt.
Zu weiterem Nachdenken kommt der Normander nicht, denn im selben Augenblick fliegt eine Armeslänge von ihm entfernt ein Pfeil sirrend an ihm vorbei und landet ohne sein Ziel zu treffen klappernd vor ihm auf dem Pflaster. Erschrocken duckt sich der Nordmann und sucht augenblicklich Deckung in einem der Hauseingänge. Schritte entfernen sich schnell und dann hört Learcan nichts mehr außer seinem eigenen Herzschlag, der deutlich schneller geht.
Was war das jetzt?, fragt er sich verstört, denn es ergibt für ihn keinerlei Sinn. Sollte Learcan das Ziel gewesen sein, das verfehlt wurde,dann war es ein schlechter Schütze, der dies beabsichtigte, denn der Pfeil ging weit daneben. Oder wurde der Schütze von dem Tier abgelenkt und traf nur deshalb nicht? Diese gedankliche Möglichkeit bereitet dem Nordmann reichlich Unbehagen, erscheint ihm aber am wahrscheinlichsten. Räuberisches Gesindel findet sich eben überall. Es wäre ein Leichtes, einen arglosen Menschen aus der Entfernung zu töten und sich seiner Habseligkeiten zu bemächtigen. Die letzte Möglichkeit, dass der Angreifer auf das Tier zielte, hält der Normander für unwahrscheinlich.
Was auch immer dahinter steckt, Learcan hat genug von jeglichen Überlegungen und vor allem vom Spazierengehen im nächtlichen Talyra. Vorsichtig löst er sich aus dem Schatten des Hauseingangs und sieht sich lange um, bevor er aus der Deckung tritt. Neben dem Pfeil bückt er sich, um diesen genauer zu betrachten. Es ist nichts Ungewöhnliches daran. Learcan nimmt ihn trotzdem mit und kehrt so schnell er kann in das Gasthaus zurück.

Dayan

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99

Sunday, December 29th 2013, 10:08pm

2. Blätterfall

-- Meister Arkendirs Heim
Nach dem sie einem Mann mit spitzen Hut einen Stein an die Robe gekickt hat, lässt sie es besser sein. Da kommt auch schon --der Elb aus der Tür. Ohne Aneirin. Betrübt sieht sie unter sich. "Andere Wertvorstellung", murmelt sie leise vor sich hin. Mit einem langen Blick auf die hölzerne Tür wendet sie sich schließlich ab und ersteht am Markt Pfeifenkraut. Sie braucht den Weg nicht zu erfragen. Ihre Karte ist in ihrem Kopf. Die Stadt von oben, wohl gemerkt, aber verlaufen ist ihr nicht eigen. Das nächste Tor findet sie leicht. "Du trägst Pfeil und Bogen?" gibt sie nach einer Zeit des Schweigens leise von sich. Es war mehr eine Vorstellung, denn einer Frage. Sie seufzt, reibt sich diese blöde Schulter. Wie nur konnten die Dinge ihr so aus der Hand gleiten, wie nur konnte sie so willensschwach sein. Hatte sie gar alles nur durch einen Schleier der Träumerei und geschundenen Leib und Seelenglück erlebt. Viele Fragen gehen ihr durch den Kopf. Es ist alles so unwirklich. Du musst wirklich völlig irre sein.

"Tyalfen, meinst du, Aneirin, lebt des Genießens wegen?" Dayan legt den Kopf zur Neige und schüttelt anschließend den Kopf. Nein, dieses Unrecht will sie ihm nicht andichten. "Nein... tut er nicht", gibt sie sich selbst die Antwort und geht mit einem Schutzzeichen durch das Stadttor. Kaum hindurch: "Du hast doch das Päckchen geöffnet! Tyalfen? Es sollte nicht warten."
Dieser Versuch, aus ihrer Sprunghaftigkeit entstanden, vermag auch nicht über ihre Trauer hinweg täuschen. Dayan hält an, wartet bis ein Karren vorbei poltert. "Kein Mann des Volkenvolks würde die seine nicht begleiten. Ist es so vermessen von mir, etwas anderes zu erwarten? Ich vermag es nicht zu begreifen? Sind wir so verschieden?"

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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100

Monday, December 30th 2013, 4:32pm

2. Blätterfall

Schweigsam und zügig geht Dayan an seiner Seite und es wäre keineswegs unangenehm, würde ihr Geist keine Kämpfe ausfechten. Ihre innere Anspannung schreit lauter, als es ihre Kehle je hätte tun können, gleichwohl er weder ihre Gedanken noch ihre Gefühle antastet, ja so laut, dass es auch den Elben nicht unberührt lässt. Tyalfens Gedanken gehen allerdings der Frage nach, warum es sie nach all den turbulenten Geschehnissen des letzten Tages einschließlich der Nacht nicht nach Stille sehnte, keiner angespannten wie im Augenblick, sondern einer, in der sie sich ganz auf sich selbst besinnt und alle Grübeleien über Andere beiseite schiebt.
Der Markt mit seinem geschäftigen Treiben und vielfältigen Sinneseindrücken ist dafür allerdings auch kaum geeignet und er wird sie auch nicht fragen, warum sie unter all den feilgebotenen Waren ausgerechnet Tabak erwirbt. Ihm steht nicht der Sinn nach Einkäufen. Seine Blicken streifen nur flüchtig die Auslagen, bleiben knappe Augenblicke an Kräutern und Ölen und etwas weiter an Keramiken hängen und wenden sich ob des allgemeinen Gedränges rasch wieder ab.
Erst als sie den Marktplatz hinter sich lassen und sich die Stadttore vor ihnen erheben, bricht Dayan das Schweigen. „Ja“, er trägt Pfeil und Bogen. Eigentlich wäre ihre Feststellung ein guter Ansatz, endlich nach der Gefahr zu fragen, in der sie sich wähnt, vor der sie Aneirin und ihn schützen wollte. Doch die Frage will Tyalfen ob Dayans Gemütslage nicht über die Lippen kommen. Und so sieht er sie nur an.
Endlich rückt sie heraus mit der Sprache, was sie so beschäftigt, stellt eine weitere Frage, die Tyalfen sofort mit einem energischen Kopfschütteln beantwortet. Aneirin lebt nicht des Genusses wegen, auch wenn sie einander noch wenig kannten, er selbst den jungen Mann noch weniger, als sie das tat, so hat der Elb doch erfahren, dass sich Aneirin um Andere, so sie in Nöten waren sorgte, selbst wenn sie ihm gänzlich fremd waren und dass er nicht nur hilfsbereit war, sondern genauso willig Verantwortung zu übernehmen. Das spricht keinesfalls für einen Mann, der allein eigenen Sinnesfreuden folgte und er muss ihr dies auch gar nicht sagen. Sie weiß es selbst.
Der Strom derer, die aus der Stadt strömen, umschlingt sie nun wie eine Flut, deren Sog sie durch die Tore folgen, begleitet von prüfenden Blicken der Blaumäntel. Tyalfen hebt seine Augen in eines der Gesichter, ein ernstes, hochkonzentriertes, doch keines, dass er letzte Nacht gesehen hatte.
Ob er das Päckchen geöffnet hatte? Ganz erstaunt kehrt seine Aufmerksamkeit zur Wandlerin zurück: „Nein, ich will es gebührend würdigen, wenn mein Geist wach und frei von allem anderen ist.“ Er hätte ihr allerdings genauso gut antworten können, dass Päckchen hätte sich auf wundersame Weise selbst geöffnet und gleichermaßen Aufmerksamkeit erfahren – nämlich keine. Und allmählich wird der Wandlerin Anspannung so unerträglich, dass Tyalfen sie nun doch darauf ansprechen will, sobald dieser polternde Karren vorüber gezogen sei. Doch auch Dayan hält die Spannung nicht länger aus und ihre Qual entlädt sich in verzweifelten Fragen.
„Nun er ist kein Mann des Wolkenvolkes“, antwortet Tyalfen behutsam, „und wird mit den Gepflogenheiten deines Volkes nicht vertraut sein. Was weiß du über die Sitten seines Volkes? Vielleicht ist es in seinem Volk Brauch, dem Tempel Inaris aufzusuchen, um sie um den Segen für die junge Liebe zu bitten. Vielleicht plant er auch eine Überraschung, um dir eine Freude zu machen oder sucht eine Anstellung, sich deiner würdig zu erweisen. Doch wie dem auch sei, so lass mich dir eines raten. Legst du ihm Fesseln verpflichtender Bräuche an, wirst du dich immer fragen, ob er tatsächlich um deinetwillen an deiner Seite ist. Gib ihm den Freiraum zu gehen, wann immer er will. Liebt er dich, wird er ein jedes Mal sehnsüchtig zu dir zurückkehren.“
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Dayan

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101

Monday, December 30th 2013, 10:30pm

2. Blätterfall

Auch Dayan hebt ganz unverwandt ihr Haupt. Ihre Aufmerksamkeit ist es nicht entgangen, dass er ganz offenbar nicht den Kopf frei hatte. Was war es nur, dass ihn bedrückt. Klare Augen ruhen auf dem Smaragdelben lozen ab, was der Grund sein mochte.
"Ich folge keinen Gesetzen, aber du schon", meint sie nachsinnend und betrachtet wieder den Bogen.
"Und du sagest, ich könne dich begleiten. Nicht umgekehrt. Was ist es also?"

Dayan schaut Tyalfen an. Als nächstes würde sie den Kopf zur Seite senken als könnte man die Situation so aus einer anderen Sicht betrachten.

"Natürlich...", sagt sie nur und betrachtet ihr Gegenüber mit einem wissenden Blick. Es ist nicht einfach, wenn gar fast unmöglich, Dayan etwas zu verschweigen, würde man nicht gänzlich seine Zunge hüten. Ihre Probleme mehrten sich schrecklich in letzter Zeit. Alles schien sich geradezu gegen sie zu wenden und ihr geradezu die Stirn bieten zu wollen. Auf ihrer Reise hat sie die Gesetze vernommen, aber es liegt an ihr sie nach ihrem Ermessen auszuweiten. Sie allein ist sich verpfändet und nur der Allmutter Rechenschaft schuldig. Ihr Handeln bestimmt allein. Sie nimmt sich vor, das ist sie Tyalfen mindestens schuldig erneut für ihn zu sprechen, denn nichts anderes konnte es sein.

Er hingegen scheut sich nicht und ist gar gewillt ihre verwirrten Sinne wieder zu entknoten und die Dinge die sind, auch in Dinge die sein könnten und Dinge die werden zu betrachten. Völlig anders als ihr Denken sinnt sie alsbald nicht mehr über Tyalfens selbstauferlegte Verfehlung nach, sondern über dessen Worte.
"Nein, kaum einer kennt mein Volk. Es wundert mich, dass du es weißt. Ich habe offenbar viele meiner Geheimnisse mit dir geteilt." Der Klang ihrer Stimme weißt keinerlei Vorwurf aus. Es ist eine Feststellung, mehr nicht. Nervös und sinnend knabbert sie auf ihrer Unterlippe. "Du magst die Dinge richtig sehen. Dennoch mag es mir nicht ..."
Weiter kommt Dayan nicht. Eine Augenbraue wandert erstaunt nach oben. Dann erhellt sich ihr Antlitz merklich.

"El lec'h m'emañ ar mor emañ ar pesked", und zeigt hinter den vorbei eilenden Handkarren nebst Bauer.
"Wo die Meere sind, da sind die Fische. Komm, wir gehen ihm entgegen und dann sprechen wir für dich und deine Wilderei". Dayan sagt das so beiläufig, dass man sich mal wieder nur wundern kann. Dann hüpft sie freudig Aneirin entgegen und fällt ihm gar in die Arme.

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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102

Monday, December 30th 2013, 10:48pm

2. Blätterfall

<-- Meister Arkendirs Haus

Dicht an dicht drängen sich die Menschen in den Gassen, die zum Markt führen, und zwingen Aneirin seinen Schritt zu verlangsamen. Aber selbst wenn er gewollt hätte, muss er nun gemächlicher voran gehen, da seine Lungen nach Luft schreien. Ein wenig verärgert über sich selbst, weil er wenige Male falsch abgebogen war und sich durchfragen musste, schiebt er sich durch die Menge. Diese Stadt ist entschieden zu groß und er würde sicher eine Ewigkeit brauchen, sich hier blind zurecht zu finden, sofern es ihm überhaupt möglich ist.
Auf dem Markt selbst, bleibt ihm etwas mehr Raum, um sich zu bewegen. Er lässt seinen Blick über die unzähligen Gesichter wandern, aber die beiden bekannten, die er sucht, findet er nicht. Natürlich nicht. Er musste sich ja verlaufen, damit sie ihren Vorsprung ausbauen konnten. Er versucht sich von den verlockenden Gerüchen und bunten Waren nicht allzu sehr ablenken zu lassen und wirft nur flüchtige Blicke auf die Auslagen. Dafür bleibt ihm in den nächsten Tagen noch genügend Zeit. Als es aber in seiner Nähe rumpelt und leise sowie laute Flüche ertönen, blickt er sich doch etwas genauer um.

Mit beiden Händen greift Jenna den großen Korb mit den frisch gebackenen Brötchen, die sie vor wenigen Augenblicken aus der kleinen Bäckerei ihres Vaters her gekarrt hat. Während ihr Vater, in den letzten Tagen kränklich und eigentlich viel zu schwach, sich um den Verkauf um Marktstand kümmerte. Die meiste Arbeit in der Bäckerei muss sie daher alleine erledigen, da auch ihr kleiner Bruder Jonne keine große Hilfe ist. Im Gegenteil, seit ihre Mutter verstorben ist, muss sie sich zusätzlich auch noch um den Kleinen kümmern und aufpassen, dass dieser keinen Unsinn anstellt. Müde und ausgelaugt fühlt sie sich in diesen Tagen immer mehr.
Tief seufzend hebt Jenna den Korb und pustet gleichzeitig eine Strähne ihres braunen Haares aus dem Gesicht, um ihn herüber auf den Stand zu heben. „Jonne, gib Acht!“, ruft sie noch, ehe sie im nächsten Moment über die Füße ihres Bruders stolpert und sich noch alle Mühe gibt, dass wenigstens nicht alle Brötchen aus dem Korb fallen. Entgeistert blickt sie der Handvoll Brötchen nach, die in diesem Moment auf den Boden treffen. Doch während das letzte Brötchen über die Steine kullert, hört sie bereits ihren Vater aus dem Hintergrund schimpfen, dass man diese nun wohl kaum noch verkaufen könne.
Jenna stellt ihre Ohren auf Durchzug, doch die Enttäuschung ist ihrem Gesicht anzusehen. Langsam stellt sie den Korb auf dem Stand ab und beginnt die herumliegenden Brötchen aufzulesen. Da schiebt sich plötzlich eine helfende Hand in ihre Sichtfeld, die ihr hilft die Brötchen aufzulesen. Jenna hebt den Blick und starrt dem jungen Mann mit dem schulterlangen, blonden Haar in dessen smaragdgrüne Augen, als er sie anlächelt, dass es ihr ganz warm ums Herz wird.
„Ich nehme diese hier“, merkt er an und lässt die vier Brötchen, die er aufgesammelt hat bereits in seinem Rucksack verschwinden, woraufhin er ihr auch gleich Münzen in die Hand drückt. Verdutzt blinzelt Jenna auf die Münzen in ihrer Hand. „Aber…“, beginnt sie gerade, wird jedoch gleich von ihm unterbrochen. „Verzeiht, ich habe es eilig. Könntet Ihr mir wohl den Weg zum nächsten Stadttor beschreiben.“ Jenna stutzt kurz, aber nur einen Augenblick. „J-Ja, natürlich“, antwortet sie und beschreibt ihm den schnellsten Weg zum Tor.
Der Fremde bedankt sich mit einer Verbeugung und einem angedeuteten Handkuss, dass ihr die Röte ins Gesicht steigt. „Herzlichsten Dank, …“ Fragend schaut er sie an. „Oh, äh, Jenna“, erwidert sie. „Auf Wiedersehen, Jenna“, verabschiedet er sich und will schon gehen, als er noch einmal inne hält. „Mein Name ist Aneirin“, lächelt er. Und noch ehe Jenna irgendetwas erwidern kann, ist er in der Menge verschwunden. Nun ebenfalls mit einem Lächeln auf den Lippen, reicht sie ihrem Vater die Münzen und macht sich wieder an die Arbeit.

Dank Jennas guter Beschreibung und den sich in eben jene Richtung bewegenden Massen, erreicht Aneirin schließlich das Stadttor. Er bleibt stehen, was sich bei der Masse an Ein- und Ausreisenden nicht als sonderlich einfach gestaltet, und blickt sich suchend nach Dayan und Tyalfen um. Eigentlich mehr nach dem Elben, denn Dayan bei ihrer Größe in der Menge zu finden, scheint ihm ein Ding der Unmöglichkeit. Als er immer noch nicht fündig wird, beschließt er die Stadtwachen zu befragen. Er beschreibt zwei nebeneinander stehenden Blaumänteln die beiden, die aber nur mit den Schultern zucken und auf die Masse an Reisenden deuten.
„Sie sind hier durchgekommen“, spricht ihn ein dritter mit ernstem Blick an und nickt Richtung Tor. „Erst vor wenigen Augenblicken. Wenn Ihr Euch sputet, solltet Ihr sie noch erreichen.“ Der Barde bedankt sich lächelnd und eilt durch das Tor hinaus, nachdem er einem polternden Karren ausgewichen ist.
Er muss noch einige Schritte machen, als er sie schließlich erblickt und vergrößert seine Schritte das letzte Stück noch einmal. Gerade als er nach den beiden rufen will, dreht Dayan sich herum und trifft seinen Blick, als hätte sie ihn erwartet. Schnaufend kommt er vor Dayan zum Stehen die ihm sogleich sie ihn erreicht in die Arme hüpft. Freudig überrascht drückt er sie an sich, ehe er aufblickt und sie anlächelt. „Tut mir leid, dass ich jetzt erst komme. Ich habe mich doch glatt verlaufen“, lacht er verlegen und reibt sich den Hinterkopf. Dann blickt er sie liebevoll an und drückt ihr einen Kuss auf die Wange.
„Und, Dayan?“, mit gespielt tadelndem Blick sieht er sie an und hebt den Finger, wie als wolle er ein Kind rügen. „Du musst mir demnächst schon sagen, was du denkst. Denn ich kann keine Gedanken lesen, weißt du?“, tadelt er und tippt mit dem Finger erst auf ihre Nase dann gegen ihre Stirn. Dann stutzt er kurz und blickt zu Tyalfen, als ihm eine der Fragen vom letzten Abend in den Sinn kommt. Unterwegs würden sie sicher die Zeit haben darüber zu reden, sinnt er, als er aufsteht und nach Dayans Hand greift, um mit ihr zu dem Elben herüber zu gehen.
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Tyalfen

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103

Tuesday, December 31st 2013, 1:48am

2. Blätterfall

„Ich weiß nur von deinem Volk, da du es eben erwähntest.“, will Tyalfen nicht unversucht lassen, wenigstens diesen einen Irrtum aufzuklären, auch wenn er schon vermutet, dass es sie von der Ahnung über der Elben empathische Fähigkeiten kaum abbringen wird. Tatsächlich hat sie ihm nur ein Geheimnis offenbart, sofern man überhaupt von einer Offenbarung ob der nur all zu vagen Kenntnis sprechen konnte. Es wäre kein ebenbürtiger Vergleich zu den Geheimnissen, die sie ihm so mühelos entlockte. Vielleicht gibt es unter der bemerkenswerten Schriftensammlung Talyras neben Aufzeichnungen über Warge auch solche über die Völker der Menschen, speziell über dieses Wolkenvolk, die er studieren könnte, sobald es seine Zeit erlaubte. Sein Wissensdurst ist geweckt.
Dayan reißt ihn wiederum aus seinen Gedanken, allerdings mit fremder Zunge, deren Übersetzung ihm genauso verschlossen bleibt. Erst als er sich mit ihrem Fingerzeig zurückwendet, kann er den Fisch deuten und des Elben Züge erhellen sich sowohl der Metapher als auch des Umstandes wegen, dass sich Dayans Kümmernis letztlich in Wohlgefallen auflöst.
…. und dann sprechen wir für dich und deine Wilderei? Irgendetwas in seinem Innersten sagt ihm, dass sie damit nicht meint, vor Ealara zu sprechen, obwohl er ihr wohlweislich nicht darauf antwortete, was er meinte, dass sie ihn begleiten könne statt umgekehrt. Es mag das Eine sein, ihr nichts vormachen zu können, doch etwas völlig Anderes, die Regelung eigener Angelegenheiten aus den Händen zu geben. Es liegt gewiss nicht in der Wandlerin Absicht, doch just mischt sich ein fader Beigeschmack unter ihre Vorwarnung. Sie mochte ihm seinetwegen nicht zutrauen, für sich selbst zu sprechen. Er jedoch ist dessen Manns genug. So will der Elb Aneirins Gegenwart als äußerst glückliche Fügung nehmen und seine Pläne ein klein wenig ändern.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Dayan

Unregistered

104

Wednesday, January 1st 2014, 5:33pm

2. Blätterfall

Aneirins Worte holen sie aus ihren Gedanken. oder war es der zarte Kuss auf die Wange? Gleich wie... Dei Wandlerin blickt in eine tadelden Miene. Ein Finger ist streng erhoben. So hat sie seit ihren Kindertagen niemand mehr gerügt. Nun ja, er hat nicht Unrecht mit seinem Vorwurf. Ja, sie muss ihm dringend mehr von sich sagen und gleichzeitig fürchtet sie genau das. Die allgegenwärtige Angst die beiden noch tiefer ins siedene Wasser eines riesigen Kessels zu tauchen lähmt sinnvolle Gedanken fast gänzlich. Seine Finger tippen auf ihre Nase. Dann wandert sein Blick vielsagend zu Tyalfen, dem Smaragdelben und Gastgeber und Freund. Irgendwas beschäftigt den musiker. Da ist sie sich augenblicklich sicher und Dayan nimmt sich vor die beiden genau im Auge zu behalten. Irgendwas verschwiegen sie ihr. Das zum Thema sagen was man denkt.
Als ein Bauer ihren zu ruft, sie sollen gefälligst aus dem Weg gehen, nickt Dayan nur und nimmt Aneirin bei der Hand und läuft mit ihm zu Thyalfen hinüber.
Sie schenkt ihr ein dankbares Lächeln, dann zieht sie die beiden ein Stück Richtung Larisgrün.

--x Larisgrün

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Dayan

Unregistered

105

Saturday, January 4th 2014, 8:39pm

23. Langschnee

Weit oben fliegt der Sithechrabe über die rauchenden Dächer hinweg. Die scharfen, schwarzen Knopfaugen sehen weit ins Land, aber von der kleinen hellen Fee fehlt jede Spur und so sinnt Dayan deren Taten. Sie flog aus dem Fenster der Speisekammer und dann... Aneirin kam leise, also für ihn leise, ins Haus. War in der Küche mit einem Schüreisen getreten und so muss er von dem Fremden gewusst haben. Doch wie? Einzig Fyllyllylla wusste um ihn. War es möglich, dass Aneirin ihr über den Weg gelaufen ist? Aber er war früher nach Hause gekommen als gewöhnlich und er sah nicht gerade so aus, mit seiner Arbeit fertig gewesen zu sein. Natürlich nicht! Sonst hätte er diesen Zopf, von ihr geflochten noch dazu, nicht im Jahr gehabt. Aber könnte der unwahrscheinliche Fall eingetroffen sein, dass Fyllyllylla zu ihm, ihrem Barden, geflogen ist und...
Fast hätte sich der Unfall vor gut zwei Monden wiederholt. Im letzten Moment schlägt sie einen kräftigen Schlag und gewinnt schnell an Höhe. Dayan rügt sich, die Konzentration aufs Fliegen zu beschränken und schlägt die Richtung des Haus der Heilung an und dann dreht sie urplötzlich wieder um. Aneirin ist wegen ihr so schnell nach Hause gekommen, getrieben von Angst um sie. Natürlich, was sonst! Und so kehrt sie heim, durchs offene Fenster direkt die Treppen hinauf um sich erst kurz vor der Kaminzimmertür zu wandeln. Die Fee würde es ohnehin nicht finden, wenn diese es nicht wollte. Dennoch bricht es der Wanderin fast das Herz, sie hier draußen zu wissen.

--] Meister Arkendirs Heim

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