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Aneirin

Stadtbewohner

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76

Monday, November 4th 2013, 5:43pm

Aneirin hält beim Kauen des Elbenbrotes inne und blickt die Wandlerin erstaunt an, dessen Stimmung sich von jetzt auf gleich wieder gewandelt hat. Mit einer Entschuldigung hat er, um ehrlich mit sich selbst zu sein, nicht gerechnet. Umso mehr freut er sich über den Sinneswandel und lächelt ehrlich.
Sie zieht die von Tyalfen gereichte Tunika über, die im Großen und Ganzen aber immer noch zu groß ist. Dann bedankt sie sich, wie ein artiges Kind, bei den beiden. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: <"Freunde nennen mich Dayan.">, spricht sie gerade noch hörbar und nimmt die Decke des Elben an sich.
Während dieser die Tunika der Kleinen noch richtet, hat Aneirin das Elbenbrot und ein paar der getrockneten Früchte gegessen und den Rest in der Tasche seiner Hose verstaut. Was Tyalfen ihr zu sagen hat, kann Aneirin nicht verstehen. Also sollte es nicht für seine Ohren bestimmt sein, entscheidet er und nimmt es hin.
Doch auch ihm hat Tyalfen etwas zu sagen: <„Wenn du kannst, hilf ihr. Mögen die Götter euch behüten.“> Mit diesen Worten wendet der Elb sich ab und lässt die beiden an Ort und Stelle zurück.
Überrascht blickt der junge Mann Tyalfen nach und es dauert einen Augenblick ehe Aneirin seine Sprache wiederfindet.
„A-Aber…“, stammelt er und schaut dann zu dem Wesen, das sich Dayan nennt, hinunter. Sichtlich überfordert fasst er sich mit der linken Hand an die Stirn und reibt diese als hätte er Kopfschmerzen. Mit vielem hatte er gerechnet, als er in diese Stadt kam, nur damit nicht. Nein, das war nicht ganz richtig. Genau genommen hatte er mit kaum etwas gerechnet, sondern wollte sich von der Stadt und ihren Einwohnern überraschen lassen. Und genau das hatte diese Stadt schon in den ersten Stunden getan: ihn überrascht.
Aneirin stemmt die Hände in die Seiten und blickt die Kleine nun aufgeschlossen und erwartungsvoll an. „Freunde nennen dich also Dayan?“ Er grinst. „Bedeutet das, dass wir jetzt Freunde sind? Dayan?“
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Dayan

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77

Monday, November 4th 2013, 9:07pm

Als Tyalfen ihr so Nahe ist, sie umsorgt wie eine Vierjährige,legt die Wandlerin eins ums andere mal abschätzend den Kopf zur Seite. Jedes Wort geht sie im Geiste durch. Zaghaft gleitet der gesunde Arm nach oben. Gern würde sie mit den Fingern den Elben spüren. Doch dann ist er fort und Dayan betrachtet noch eine ganze Weile den Punkt an dem er zuletzt gesehen worden ist. "Kenavo" *
Es ist nicht mehr als ein Flüstern und es ist Aneirin, der sie aus diesem Bann reißt. Er schaut sie mit kecken Ausdruck und den Händen an den Hüften an. Dayan lächelt schief und schuppst ihn beim Vorbeigehen mit der heilen Seite an : "Schätze schon, sonst müsstest du mich Dayananda Gaëlle nennen. Kommt, ich will aus diesem Vorgartenkostüm heraus, bevor mir so ein Waschweib einen Hut aufsetzt und mich zwischen die Blumen setzt."


Sie geht ein paar Schritte Richtung Tor und dreht sich nochmal zum Barden um. Es geht nicht darum sicher zu sein, er würde ihr folgen, denn dessen ist sie sich ziemlich sicher, sie musste noch etwas hinzufügen:"Nüssen helfen bei Kopfschmerzen!" Dayan zwinkert mit dem rechten Auge.


*Auf Wiedersehen!

Aneirin

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78

Monday, November 4th 2013, 9:53pm

Schon eine Weile schlendern die beiden durch die Straßen. Zumindest genügt es, wenn Aneirin schlendert, denn seine Schritte sind um einiges größer als die der Wandlerin. Die Straßen sind inzwischen belebter, so dass er manchmal schon dem einen oder anderen ausweichen muss. Sichtlich zufrieden und sich immer wieder neugierig umschauend kaut der junge Mann seine Nüsse, die er an einem der zahlreichen Stände erworben hat. Gelegentlich sucht er mit seinem Blick nach Dayan, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Sie gibt Tempo und Richtung vor.
„Bist du dir sicher, dass wir in die richtige Richtung gehen?“, fragt er wie beiläufig, um sie bloß nicht zu verärgern, aber auch mit ehrlichem Interesse. Denn er selbst hat schon vor einiger Zeit jeglichen Sinn für Orientierung verloren. Was ihn aber im Augenblick nicht sonderlich stört. Vielmehr genießt er es mit seiner neuen Freundin durch die Straßen zu laufen. Es gibt schließlich genügend zu entdecken. An dem einen oder anderen auffälligeren Bau bleibt er interessiert stehen und versucht sich die Position des Gebäudes zu merken - obwohl er genau weiß, dass es hoffnungslos ist - um es irgendwann in den nächsten Tagen vielleicht genauer zu betrachten.
„Wenn wir dein Hab und Gut geholt haben, sollten wir uns vielleicht nach einer Bleibe für die Nacht umsehen. Tyalfen sprach von einer Gaststätte, allerdings… Ich habe keine Ahnung wie sie heißt. Er hatte irgendetwas von einem Pfirsich erzählt, vielleicht kommt in dem Namen ein solcher vor…“, redet er vor sich hin, ohne zu bemerken, ob er nicht vielleicht nur mit sich selbst redet.
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Dayan

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79

Monday, November 4th 2013, 10:35pm

Belustigt betrachtet Dayan den schier unersättlichen Barden, der erstaunlich gut seine Füße kontrolliert, obwohl er offenbar über keinerlei Orientierung verfügt. Nun, bei so vielen Straßen und Gassen ist es nicht leicht, aber Dayan kennt die Stadt von oben und weiß dass nahezu alle Wege zum Herzen der Stadt führen. Ausserdem verirrt sich Dayan so gut wie nie. "Ganz sicher", sagt die Wandlerin knapp. Leise, wie so oft. Immer wieder bleibt er stehen. Zunächst vermutet Dayan tut er dies, um ihr Luft und kleine Pausen zu gönnen, aber irgendwann stellt sie fest, dass ihr Gegenüber sich Gebäude besieht, verinnerlicht. Vermutlich weil sie irgendwie sein Interesse weckten. Er ist doch wohl kein Dieb?


Diesen Gedanken verwirft sie schnell, denn sie zeigt schließlich auf ein hölzernes Tavernenschild. Sie sind fast direkt am Verder Tor. Das zweistöckige Gebäude schmiegt sich dicht an die graue Stadtmauer. Dayan möchte die hervorstehenden Erker der Frontseite und als ihr Blick hinauf wandern entdeckt sie zahlreiche kleine Gauben. Von außen sieht es mit dem grünlasiertem Holz und dem Reetdach, dem großen Bogeneingang und den netten Fenstern wirklich nett aus. "Da haben wir schonmal deinen Gasthof. Magst du schon vorgehen und ich hole meine Sachen?"

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Aneirin

Stadtbewohner

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80

Tuesday, November 5th 2013, 4:59pm

Aneirin bleibt stehen und besieht sich das Schild über der bogenförmigen Tür des hellgrauen Gebäudes, auf das Dayan deutet. Es zeigt einen herzhaft angebissenen Pfirsich. „Tatsächlich. Ein Pfirsich“, murmelt der junge Mann und runzelt dabei die Stirn. Das Gasthaus sieht einladend aus, ja ruft gerade schon dazu einzutreten.
<“Magst du schon vorgehen und ich hole meine Sachen?“>, fragt die Wandlerin ihn. Er blickt Dayan an und schüttelt den Kopf. „Das hat noch Zeit. Wichtig ist, dass wir erst einmal deine Sachen holen.“ Schließlich will er ja auf sie aufpassen und will soll er das zustande bringen, wenn er nicht in ihrer Nähe ist.
Während er Dayan folgt, mustert Aneirin sie von oben bis unten. Sie wirkt noch etwas angeschlagen, was ihre sehr helle, kränklich wirkende, aber dennoch schon anzusehende Haut, noch zusätzlich unterstützt. Aber ihr Körperbau, wenn auch gerade mal einen guten Schritt groß, wirkt agil, auf eine Art sogar kräftig. Die in ihr dunkles, langes Haar verwebten Feder wiegen im Luftzug, der durch das Gehen entsteht. Aneirin hat den Eindruck, als könnte sie, wenn sie wollte, jeden Moment davon fliegen.
Das wäre vielleicht gar nicht mal so abwegig, nachdem, was er heute gesehen hatte. Das einzige, was sie wohl davon abhielt wieder in die Lüfte zu steigen, war wohl ihre verletzte Schulter, die sie vorerst schonen musste. Aneirin fände es bedauerlich, würde sie ihn von jetzt auf gleich zurücklassen. Gleichzeitig fragt er sich, welche anderen Gestalten wohl in ihr schlummerten oder ob sie nur diese eine Form des Raben annehmen konnte.
„Sag, Dayan, wie alt bist du?“, fragt er, bevor die Wandlerin das Gefühl haben könnte, dass er sie anstarrt.

--> Verder Tor
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Dayan

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81

Tuesday, November 5th 2013, 10:57pm

<-- mit Aneirin vom Verder Tor

In Gedanken muss Dayan sich beide Hände an die Wangen drücken, um das eine oder andere Grinsen und Schmunzeln wieder glatt zu streichen um nicht voraus zu preschen ihm die Wahrheit über ihr Haar gerade heraus zu sagen und sich somit jede Vorfreude auf des Barden Gesicht zu nehmen. Andererseits bricht sein Bedauern in seiner Stimme fast das Herz. Sie ist sich auch seines Blickes sicher, spürt ihn auf sich ruhen und auf einmal umfasst seine Hand die Ihre, umschließt sie gar schützend. Sofort hämmert ihr Herz und es braucht sie einiges an innerer Überredung sich einzureden, Aneirin wollte nur schnell wieder zurück in die Stadt.
Und doch fühlt es sich richtig an, behütet und sicher wie lange nicht mehr in ihrem Leben und so vergisst sie gar vor dem Eisengitter Furcht und Zurückweisung zu empfinden. Schon sind sie wieder vor dem Gebäude, dass offenbar dem Aniran gefiel. Ihn musste sie in den nächsten Tagen finden, aber wie sie das anstellen würde, braucht jetzt noch nicht ins Detail zu führen.


Ganz plötzlich bleibt sie wie versteinert stehen. Sagte er gerade Badehaus? Mit ihm? Im Grunde wildfremd. Ihre hellen Wangen färben sich und beschämt dreht sie ihren Kopf zur Seite, dass der Barde ihr Antlitz und die Röte nicht gleich zu durchschauen vermochte. Doch scheint er ähnlich verlegen zu sein. Sein Heil soll die Laute sein und seine wunderschöne, weiche und sinnliche Stimme. Wieder schafft er es, dass es ihr schwer ums Herz wird. Schon fragt sich Dayan ob Aneirin immer so war und was das für sie bedeuten mochte und keine Sekunde später rügt sie sich so einfältig und dumm und naiv und leichtgläubig und was sonst noch alles zu sein, aber seine Worte... So beflügelt und leicht... Es wärmt ihr Herz gleichermaßen wie es schmerzt.


Vor ihren Augen erhebt sich ein Tirinki, wandelt sich in Größe und Form und Farbe in jenen Raben des Gevatter Winters, der ihr so eigen und lieb ist. Dann lässt ihr Geist ihn unter Aneirins Worte fliegen, haucht ihm eine Seele ein. Benommen von der Schönheit seiner Stimme zwingt sie sich ihre Schritte fortzusetzen und ihrem ersten Ziel, dem Pfirsich, näher zu kommen. Das Bäderhaus kam ihr doch völlig verwegen vor, um es mit einem Unbekannten aufzusuchen... Wie man sich nur so täuschen kann wird Dayan wohl erst noch kennen lernen...


Die letzen Worte überhört sie geflissentlich und wie so oft erhält man von ihr keine Antwort. Diesmal aber, weil sie keine hatte und wäre sie nicht Teil eines Liedes, müsste es wohl auf die Liste der 1002 Fragen. Dann wären es 1004 Fragen und 1001 Unbeantwortet noch dazu. Wenn es so weiter geht, platzt mein Hirn und ich stolpere wie eine Irre mit schäumendem Mund durch die Gegend.


Und dann stehen sie vor dem Pfirsich.


--> Pfirsich

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Aneirin

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82

Thursday, November 7th 2013, 6:14pm

<-- Der Pfirsich am Verder Stadttor

Aneirin springt die Stufen des Pfirsich beinahe herab, ehe er wie angewurzelt stehen bleibt und sich in alle Richtungen nach Dayan umblickt. Augenblicklich schilt er sich dafür, dass er so lange gezögert hatte. Aber die Reaktion der Wandlern hat ihn mehr als überrascht. Kurz muss er an den Moment denken, an dem er ihre Lippen auf den seinen spürte. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Und was sollte er davon halten? Was wollte er davon halten?
Zuerst geht er ein kleines Stück in die eine Richtung. Dann wieder ein Stück zurück in die andere. Dayan ist nirgends zu sehen. Und, bei den Zwölfen, sie könnte überall sein. Er fragt einige vorbeigehende Passanten, ob sie ihnen begegnet sei, aber niemand hat sie gesehen.
Ich muss sie finden. Musste er? Sie kannten sich gerade einmal wenige Stunden und er wusste eigentlich so gut wie nichts über sie. Aber ich habe es versprochen. Hatte er? Vielmehr war es Tyalfen gewesen, der ihm diese Aufgabe übertragen hatte. Eigentlich ist er ihr nichts schuldig. Eigentlich…
Suchend läuft er durch die Straßen, ruft immer wieder ihren Namen. Nach einer gefühlten Ewigkeit bleibt er stehen, um zu Atem zu kommen. Diese Stadt ist viel zu groß. Es braucht eine andere Herangehensweise.
Er kommt zu einem kleinen Platz, in dessen Mitte ein großer Baum steht. Es ist hier ruhiger als in den geschäftigen Straßen, aus denen er kommt. Aneirin setzt sich unter den Baum und lehnt sich an dessen kräftigem Stamm an, der ihm Schutz und Sicherheit verspricht. Aus einer schmalen ledernen Hülle an seinem Gürtel zieht er eine feine Flöte. Er hat sie in letzter Zeit wenig gespielt, fällt ihm auf als er sie in seinen Händen betrachtet.
Sorgsam legt er den Flötenkopf an seine Lippen und beginnt zu spielen. Er spielt einfach darauf los, bemüht sich dabei aber an Dayan in ihrer Rabengestalt zu denken. Nach wenigen Augenblicken umgibt die Flöte ein bläuliches Leuchten. Nach und nach löst sich das Leuchten davon wie magische Fäden, die zu der Musik tanzen. Es werden mehr, die sich zu einem gemeinsamen Schein vereinten, der schließlich die Form eines Raben annimmt. Der bläulich leuchtende, durchsichtig schimmernde Vogel breitet die Flügel aus, löst sich im nächsten Augenblick von der Flöte und fliegt davon. Während Aneirin ihm nachsieht, tanzen die nächsten magischen Fäden auf der Flöte umher und nach einer Weile fliegt ein weiterer Rabe davon. So spielt Aneirin weiter, in der Hoffnung, dass die Erscheinungen Dayan den rechten Weg weisen würden.
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Dayan

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83

Thursday, November 7th 2013, 8:28pm

Kaum ist die zierliche Gestalt durch die schwere Tür, hüpft sie mit einem eleganten Hüpfer, trotz tauben Bleiarm, die drei Stufen hinab aufs Pflaster. Schwer atmend fühlt die Wandlerin mit den Fingerspitzen ihre Lippen, fühlen jenen Nachhall des Barden bevor sie mit fließender Bewegung kurzerhand hinter einem Ochsengespann verschwindet und kaum später in einer der Gassen abtaucht. Wenn sie nicht gefunden werden wollte, würde man auch vergebens nach ihr suchen. So ergeht es auch dem Barden. Immer wieder ruft er nach ihr, fragt hier und dort, ob man sie gesehen hat, bis er schließlich nach Atem ringend eine Pause einlegt.


All das beobachtet Dayan. Nicht um Aneirin zu ärgern. Vielleicht eine Lektion zu erteilen? Möglich. Ehrlich gesagt, weiß sie es selbst nicht. Binnen weniger Herzschläge musste eine Entscheidung fallen und für jemand der einen festen Punkt, einen Plan und Anker braucht war ihr Handeln völlig fremd, ja sogar beängstigend und erschreckend. Langsam fragt sie sich, warum sie an einem einzigen Tag all ihre guten Eigenschaften für Sicherheit, Umsicht und vor allem Vorsicht über Board geworfen hatte. Ja gar mit freudigem Ausruf an all die Monster der Tiefen und Höhen 'Frühstück ist fertig' schreit.


Die Pilviihmiset holt mehrmals tief Luft. Normalerweise hilft es ihr einen klaren Kopf zu bekommen, normalerweise ist aber nicht heute. Für gewöhnlich würde sie auch nicht so ein Desaster anrichten, für gewöhnlich ist aber auch nicht heute. Heute, und mit unter passiert ihr schon täglich etwas dummes, geht nahtlos alles schief. Oder etwa nicht? Dayan sinnt die letzten Stunden nach. Die Sache mit dem Arm gehört sicher in die Schublade für unschöne Worte. Tyalfen, der Aniran, in den Korb für ausgesprochen Glück gehabt. Aneirin in die Kiste ... nein um Eas Willen nicht in die Kiste... Auf Wiedervorlage...
Gedankenverloren streift sie über ihre Unterlippen. Er schmeckte nach Nüssen, Wald und Wiesen, nach Blätterfall und Freiheit.


Und nach Fusel


Und gerade da beobachtet die Wandlerin wie der Barde eine Flöte aus einem Bündel holt und nach kurzem Zögern zu spielen beginnt. Ein ersticktes, heiseres und überraschtes Quietschen entschlüpft ihrer Kehle. Wie gebannt klotzt sie auf das Instrument. Versonnen reibt sie sich die Augen, aber das bläuliche Leuchten erklimmt im Nu und flimmert durchscheinend weit hinaus und formt sich aus erstrahlenden Fäden zu einem Raben und nicht nur das, sondern ihren, dann noch einer...
Fassungslos starrt sie auf das wunderbare Schauspiel und greift beherzt zu ihren Talismane bis zu den Sithechraben zu fassen bekommt, der ihr augenblicklich Halt gibt.


Ohne ihr Zutun rückt sie aus ihrem Versteck und näher an den Barden heran. Er sieht seltsam entrückt aus, wie er da so unter dem Baum sitzt, dessen bunte Blätter zu diesem Stand im Jahresrad sanft zu seinen Seiten fallen als huldigen sie seiner einzigartigen Melodie. Dazu tanzen die stolzen Raben, schimmernd schön und formvollendet.


Und dann steht sie da, einige Schritt weg, aber direkt in seiner Flucht und weiß nichts mit sich anzufangen. Dayan legt den Kopf in Neige und mustert den Barden mit ungehaltener Neugier, nicht wissend was erzschläge später passieren könnte.

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Aneirin

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84

Thursday, November 7th 2013, 9:21pm

Die beiden schimmernden Raben tanzen in der Luft, obwohl Aneirin gehofft hatte, dass sie womöglich in der Lage wären Dayan zu finden, wenn er nur fest genug daran glaubte. Aber erneut belehrte ihn die Magie der Flöte eines Besseren. Nämlich, dass sie sich nicht kontrollieren ließ. Einen Versuch wollte er noch wagen, schloss die Augen und dachte noch einmal fest an die Wandlerin. An diesem Tage hatte er so viele Facetten des Wesens kennengelernt und jede einzelne davon war auf ihre Art liebenswert.
Langsam öffnet er die Augen, woraufhin er sich vor Unglauben fast verschluckt, wodurch kurz ein, zwei unsaubere Töne entstehen. Da steht Dayan nur wenige Schritt entfernt und mustert ihn durch den Schein der beiden Raben hindurch. Sein Herz hüpft vor Erleichterung. Unschuldig wie ein Kind steht sie da, als wäre sie nie fort gewesen. Vielleicht ist sie nicht fortgewesen, dämmert es ihm und er fühlt sich ein wenig schuldig, der Magie wahrscheinlich Unrecht getan zu haben.
Aneirin gibt der Melodie ein ruhiges, aber fröhliches Ende, woraufhin die beiden Raben einen letzten Augenblick lang Dayan umtanzen, dann empor fliegen und sich in das Nichts auflösen, aus dem sie gekommen waren.
Wie gerne würde er aufstehen, sie in den Arm nehmen, ihr sagen, dass er sich Sorgen gemacht hat. Doch hat er Angst, es könne sie verschrecken, denn bisher reagierte sie immer anders, als er es erwartet hatte.
Bedächtig steckt der junge Mann die Flöte zurück in die Tasche an seinem Gürtel und nimmt stattdessen seine Laute zur Hand. Mit der freien Hand klopft er auf den Boden neben sich, um Dayan zu bitten sich zu ihm zu setzen. Es ist das Lied vom Mittag, das er zu spielen beginnt und doch auf seine Weise neu.

Siehst du das Vöglein in den Lüften fliegen
Sich erheben
Und schweben
Durch den Himmel weit, weit fort?

Ach, könnte ich wie das Vöglein fliegen
Mich erheben
Und schweben
An einen anderen Ort

Doch schon breitest du weit deine Arme aus
Und dann fliegst du
Und schon merkst du
Dieses Dasein ist dein Glück.

Du schwingst dich empor über Straße und Haus.
Weiter fliegst du,
Aber siehst du
Auch einmal zu mir zurück?

Ich schaue sehnsuchtsvoll hinauf zum Himmel.
Ich seh‘ dich nicht.
Ich hör‘ dich nicht.
Wann wird mein Wunsch endlich wahr?

Doch dann schließlich durch der Wolken Gewimmel-
Das dacht ich nicht…
Ich glaub es nicht…
Bist du wieder hier fürwahr.

Mit möglichst wenigen Bewegungen legt Aneirin die Laute neben sich und schaut schweigend zum Himmel. Dann schaut er die Wandlerin an und lächelt erleichert und aus tiefstem Herzen.
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Dayan

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85

Thursday, November 7th 2013, 10:06pm

Sie wagt es nicht zu bewegen, nicht mal mit dem großen Zeh zu wackeln. Selbst den Atem hält sie an, nur um die hauchzarten Raben nicht entschwinden zu sehen. Doch als der letzte Ton verklingt steigen die beiden schimmernden Raben gemeinsam empor und verlieren sich. Dayan schaut ihnen nach, bevor sie wieder des Barden Antlitz studiert. Er hingegen verstaut die Flöte und tauscht sie gegen seine Laute, nur um ihr anschließend einen Platz an seiner Seite zu weisen.


Natürlich erkennt Dayan die Melodie wieder, doch das verwobene Wort ist neu eingekleidet, spricht es etwa was Aneirin nicht zu sagen vermochte?


Kein Sterbenswörtchen, kein Rascheln nichts. Er ist ganz still geworden, geschützt unter dem leerer werden Blätterdach. Sein Blick ruht in den vorbeiziehenden Wolken und erreicht zusammen mit einem Lächeln ihr Gesicht und ihr Herz.


Bestürzt stellt die Wandlerin fest, dass er sich nicht zum ersten Male an diesem Tag Sorgen um sie macht. Behutsam hebt sie eine Hand, zittrig und zart legt sie sie an seine Wange, so wie sie es heute schon beim Elben Tyalfen tun wollte. Eine Zeit rührt sie sich nicht und blickt tief in die smaragdgrünen Tiefen ohne Worte zu verlieren.


"Evit kaout e ranker goulenn. Um zu bekommen, muss man bitten, Aneirin", flüstert sie.

Aneirin

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86

Friday, November 8th 2013, 8:55am

Mit ihren blauen Augen sieht sie ihn, aber was sie denken oder fühlen könnte, bleibt dem Barden verborgen. Die Hand an seiner Wange ist so leicht wie ein Lufthauch, aber angenehm warm und wohlig. Er sinnt gar nicht erst darüber nach, was man einander sagen könnte. Der Moment scheint perfekt, so wie er gerade ist. Er hebt eine Hand und streicht mit seinen Fingern bedächtig das Haar aus ihrem Gesicht hinter das Ohr. Dann fahren die Finger sanft über kaum merklich geröteten Wangen und die zarten rosa Lippen.
Es fällt schwer an sich zu halten. Und zugleich überfordert ihn diese für ihn völlig neue Situation. Nicht, dass er zuvor noch kein Mädchen gehabt hatte. Im Gegenteil, es waren schon einige gewesen, aber nie für lang, meist sogar nur eine Nacht. Es war ihm – und meist auch dem Mädchen – zuvor stets bewusst gewesen und er wollte es auch bisher gar nicht anders haben. Bei Dayan aber scheint alles anders. Vielleicht liegt es daran, dass sie einfach anders ist, als alle anderen zuvor. Da er sich aber nicht erklären kann, warum er sich bezogen auf die Wandlerin anders fühlt, fällt es ihm schwer sich auf etwas einzulassen, was sie verletzen könnte. Denn ihr weh zu tun, ist das letzte was er will.
<"Evit kaout e ranker goulenn. Um zu bekommen, muss man bitten, Aneirin", flüstert sie und reißt ihn damit aus seinen Gedanken. Der junge Mann zögert einen Moment erstaunt. Dann aber kommt das selbstbewusste Lächeln zurück. Er beugt sich näher zu Dayan herunter, so dass seine Lippen fast ihr Ohr berühren. Mit einem Grinsen und gesenkter Stimme bittet er: „Gehen wir bitte ins Badehaus?“
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Dayan

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87

Friday, November 8th 2013, 9:46am

"Raus aus der Bratpfanne, rein ins Feuer" Mit einem Seufzer steht sie auf. "Im Ernst, Aneirin, wenn du mich nochmal in eine solche Lage bringst, drehe ich dir deinen hübschen Hals um und verspeise dein Herz zum Abendessen." Und das war irgendwie keine leere Drohung, denn desto leiser der Tön, desto gefährlicher wird die Wargin. "Wir nehmen ein Bad und dann rupfe ich mit Tyalfen ein Braess! Vielleicht sollte ich das zuerst machen!" Sie schaut zum Barden ohne eine Antwort zu erwarten: "Einwände? Nein? Gut!"

Geschmeidig wie kraftvoll schleicht Dayan wie ein Valkoinen Ilves um den Stamm, nur um Aneirin einen Vorgeschmack zu geben, dass man es mit ihr nicht verscherzen sollte, wenn man kein Schwert oder Bogen sein eigen nannte.

Wo wollte sie anfangen den Langbeiner zu suchen? Natürlich, an einem Ort der Heilung. Dort würde man ihn finden oder zumindest kennen. Sein Talent ist groß, gar mächtig. Es wäre ungewöhnlich, wenn sie in dieser Hinsicht nicht Recht behielt.
Ursprünglich wollte sie eigentlich das Elbentuch waschen, aber dies war erstmal verspielt und zwar mit einem Freudenhaus, als ob sie sowas brauchte... Über Barden spricht und hört man schon anderes... Doch das tut kaum was zu Sache. Dayan ist nicht in der Laune für solche Scherze und Tyalfens Humor braucht ganz offensichtlich einen Dämpfer. Aneirin würde sein Fett auch noch abbekommen. Für ihn plant sie schon ein herzliches Dankeschön!

Kurzerhand fragt sie nach dem Weg. Redselig wie der Alte ist, beschreibt er mit Stock und Hand wild gestikulierend die Schritte, die sie überwinden muss. Zudem wird sie gewahr, dass es unter neuer Führung sei, es erst eröffnet hat und jeder sicher in den besten Händen sei... Redselig eben, zu viel Plauderton, aber irgendwann hört sie sich dankend verabschieden. Wenige Atemzüge später blickt sie sich nach ihrem Barden um. "Komm, Vögelchen, lass uns fliegen...".

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Aneirin

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88

Friday, November 8th 2013, 2:17pm

Dayans Laune scheint sich noch nicht wesentlich gebessert haben. Immer noch schwingt der drohende Unterton in ihrer Stimme mit. Dabei ist Aneirin sich keiner Schuld bewusst und findet nichts Schlimmes daran. Aber ihm ist auch bewusst, dass es nicht jedermanns, in diesem Falle jederfraus, Sache ist und somit akzeptiert er Dayans Verlegenheit, ja Ablehnung, diesbezüglich. Aber die junge Frau mit den vollen… Lippen! Lippen! Sie war schon hübsch anzusehen und ein klein wenig Bedauern kommt in dem Barden auf. Wenigstens lehnt Dayan einen Besuch im Badehaus nicht mehr ab. Aneirin würde sich wirklich wohler fühlen endlich mal wieder ausgiebig zu baden.
<"Komm, Vögelchen, lass uns fliegen...">, erklingt Dayans Stimme, Lyr sei Dank wenigstens ohne den drohenden Unterton. ‚Das Wichtigste ist‘, denkt er bei sich, als er ihr nachläuft, ‚dass sie wieder da ist.‘ Erneut fällt ihm auf, wie sehr er die Wandlerin innerhalb weniger Stunden ins Herz geschlossen hat. Ein Lächeln umspielt seine Lippen, während sich die beiden ihren Weg durch die Straßen zum Haus der Heilung bahnen.

--> Mit Dayan zum Haus der Heilung zu Talyra (Llwyfanen Llawr)
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89

Friday, November 22nd 2013, 11:24am

in der Stadt angekommen


Durchaus imposant. Das ist das erste, was Learcan durch den Kopf geht, als er Talyra durch das große Verdertor betritt und dann weiter die Straße entlang ins Zentrum geht. Der Normander ist auf seiner Reise schon durch viele Orte gekommen, große und kleine, armselige und weniger armselige, schöne und hässliche, aber selten hat ihn eine Stadt gleich zu Anfang so beeindruckt wie diese. Er denkt an seine Heimat und unwillkürlich wieder daran, wie anders es hier ist und wie gut seine Entscheidung war, sich auf Wanderschaft zu begeben, um etwas von der Welt zu sehen. Langsam schlendert Learcan die Straße hinunter. Er hat kein besonderes Ziel und lässt sich treiben in dem Gewühl aus Menschen und Vertretern anderer Völker, die in die Stadt hinein oder aus ihr heraus streben. Niemand schenkt dem Normander Beachtung.
Beiläufig streift Learcans Blick ein Wirtshaus, auf dessen Schild ein seiner Meinung nach nicht sehr gut getroffener, angebissener Apfel zu sehen ist. Zumindest hält der Nordländer die Frucht für einen Apfel. Er hat in seinem Leben einfach noch nicht genügend Pfirsiche gegessen, um den Unterschied sofort zu bemerken.

Kurz erwägt Learcan, das Wirtshaus zu betreten und sich eine Unterkunft für die Nacht zu sichern. Dann verwirft er dieses Vorhaben aber gleich wieder. Es ist noch Zeit. Er will sich zuerst in der Stadt umsehen. So geht er weiter in Richtung Markt.

-> Markt

Tyalfen

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Location: Ferndartha / Talyra

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90

Tuesday, November 26th 2013, 10:45pm

<- Haus der Heilung / 1. Blätterfall, später Nachmittag, früher Abend

Es ist später Nachmittag als Tyalfen in Begleitung von Dayan das Haus der Heilung verlässt. Über die Brücke schlendern sie zum Markt, wie er zuvor schon Aneirin geheißen hatte, denn nur von dort aus ist ihm der Weg zu seines Lehrmeisters Haus bekannt. Zudem will der Elb noch Lebensmittel kaufen, denn was im Haus vorrätig sein könnte, beschränkt sich ausschließlich auf lang Haltbares, wenn überhaupt. Tyalfen kauft das Nötigste, einen Laib Brot, Butter, Käse, Schinken, Äpfel, Nüsse, Honig, Salat, einen Bund Minze und einen Weidenkorb, um die Einkäufe transportieren zu können. Es dämmert schon, als sie vom Markt aufbrechen, ein Stück am Seeufer entlanggehen, während Tyalfen die Seitengassen zählt und sie schließlich in eine einbiegen, sich mal nach links, mal nach rechts wenden und irgendwann in ein Viertel gelangen, dass trotz dieser Stunde, da alle vom Tagewerk heim kehrten erstaunlich beschaulich wirkt. Die Häuser hier sind größer geworden. Tyalfen weist in eine Querstraße. „Dort muss es sein, ein helles Haus mit grünen Butzenscheiben und auffälligem Schnitzwerk an der Pforte.“ Sie müssen nicht lang danach suchen, finden es genau dort und genauso vor, wie es Arkendir beschrieben hatte. Tyalfen kann nicht leugnen, dass er gespannt ist, was sie erwartet – eine gewisse Exzentrik ist dem Lehrmeister durchaus eigen. Der Schlüssel passt, lässt sich bereitwillig im Schloss drehen und die Tür springt einen Spalt weit auf. „Nach dir, wenn du dich traust!“, witzelt er erleichtert, ihr zuhause ohne Probleme gefunden zu haben, Dayan zu und stößt die Tür weiter auf.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

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