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Nathanael

Stadtbewohner

Posts: 183

Occupation: CoffeeClubBetreiber

Location: Bavaria

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226

Wednesday, February 24th 2016, 7:55am

In einem schäbigen Wirtshaus - 08. Langschnee 515 - Mittag

Gebannt hört der ehemalige Hexer Rayyans Ausführungen zu. Ein Großteil seiner Erzählungen klingt wie eine der alten Überlieferungen und Sagen, die manchmal auf dem Markt von Schaustellern in blumiger Sprache vorgetragen werden. Nur fehlen diesmal die schwülstigen Umschreibungen, denn Rayyan kleidet, so wie man ihn kennt, die eigenen Erlebnisse und die seiner Freunde Colevar und Calait in knappe, deftige Worte. Da bekommt die verrückte Geschichte über Prophezeiungen, Dämonen und „nicht-ganz-tote-uralte-Schlampen“ einen ganz anderen Klang.

Während Nathan mit breiten Grinsen im Gesicht mit Rayyan zur Feier seiner bestandenen Maester Prüfung einen Kupfer nach dem anderen in einem Zug lehrt, vergeht bei den folgenden Worten dem Zauberer das Lachen.
„Und das ist noch nicht alles. Calait und Colevar sind nicht die Einzigen, die es mit Prophezeiungen zu tun bekommen haben. Um nun etwas über diese Prophezeiungen herauszufinden, braucht man angeblich die Bücher der Prophezeiungen und rate mal, wo sich eines dieser Bücher angeblich befindet…"

„Ne oder? Nicht DIE Bibliothek“, ist erstmal alles was Nathan herausbringt, ist er doch damit beschäftigt sich nicht an dem Kupfer zu verschlucken, als Rayyan schon zum nächsten Höhepunkt ansetzt.
„Genau da. Wir brechen morgen auf und du, mein Freund, wirst uns hinbringen - oder der Protektorin des Larisgrüns, du weißt schon, diesem angeblich uralten, unheimlich mächtigen, goldenen Spitzohr von einer Hohepriesterin, höchstpersönlich sagen, dass du ihre einzige Möglichkeit das Durcheinander zu entwirren in die Luft gejagt hast."
„ Warte! Warte!“ mit einem lauten "Rumps" stellt er den Krug auf den Tisch und starrt seinen Freund mit zusammengekniffenen Augen an. „Du willst morgen nach Ambar aufbrechen? Nach Ambar?“
„Wir“, erwidert Rayyan trocken wie die Wüste aus der stammt.

„Ray, die Bibliothek, die ist…die ist am Arsch! Nur noch ein Haufen Steine und Staub. Da ist nichts mehr. Ich weiß ja nicht einmal, ob überhaupt noch ein Teil des Gewölbes bei dem Einsturz heil geblieben ist, geschweige denn die dämlichen Bücher.“ Der Blick seines Freundes spricht nicht gerade dafür, dass er die Zerstörung der Bibliothek als Argument gegen eine Reise gelten lässt. Besonders da sein Meister weiß, welchen nicht gerade unbedeutenden Anteil sein Schüler an der Vernichtung der selbigen hatte.
Wenn die Protektorin des Larisgrüns davon erfährt, dass ich die olle Büchergruft in Schutt und Asche versenkt habe, kann ich mein eigenes Grab schaufeln. Wenn Kali davon erfährt, dass ich wieder nach Ambar reise übrigens auch! Tolle Aussichten!
„Und wer ist wir? Sind das nur wir Beide, die an der Schwachsinnssuche nach den „Büchern der Prophezeiungen“ teilnehmen oder ist der Kreis der glückseligen Vollidoten noch größer?“
Gut und Böse ist eine Frage des Standpunktes

Rayyan

Hänfling

Posts: 129

Occupation: Hexerjäger

Location: Talyra

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227

Wednesday, February 24th 2016, 12:22pm

In einem schäbigen Wirtshaus - 08. Langschnee 515 - Mittag

Rayyan kann praktisch sehen, wie es hinter Nathans heller Stirn hektisch arbeitet und tatsächlich möchte er ungerne in dessen Haut stecken. Nach allem was sein Freund ihm über diese Kali erzählt hat, dürfte sein erneuter Aufbruch nach Ambar ihr alles andere als gefallen. Also, was wird es: Der glühender Schürhaken oder die Sauurawiege? Nathanael, in seiner Verzweiflung – er sieht sich wahrscheinlich schon skalpiert, kastriert und in mundgerechte Häppchen zerlegt -, versucht noch ihn von der Reise abzubringen, doch Rayyan tut alle Argumente nur mit einem achtlosen Schulterzucken ab. Nicht nur würde er sich eher von einer Horde Branhörner zertrampeln lassen, als sich vor diesem uraltem, sehr mächtigen, goldäugigen Hohepriesterspitzohr für eine durch seinen Schützling zerstörte ebenso uralte, riesig große, geheime Bibliothek voller namenloser und unglaublich kostbarer Wissensschätze zu verantworten, Colevar und Calait stecken in dieser Sache mit drin und es gibt nichts, was er für den Sithechritter nicht tun würde.

"Und wer ist wir?", obsiegt dann doch Nathans Neugierde, oder einfach nur die Resignation: "Sind das nur wir Beide, die an der Schwachsinnssuche nach den „Büchern der Prophezeiungen“ teilnehmen oder ist der Kreis der glückseligen Vollidoten noch größer?" "Größer", antwortet Rayyan knapp, während er dem Wirt winkt. "Tiuri Butaxt, der Sohn von Borgil, kommt mit und noch jemand, von dem ich allerdings nicht mehr weiß, als dass die Protektorin ihm vertraut. Den sammeln wir ein auf unserer Reise nach Osten." Noch während er sich erhebt, tritt auch schon der Besitzer der zwielichtigen Taverne an ihren Tisch. Rasch kramt Rayyan ein paar Münzen aus einer Geldkatze an seinem Gürtel und zahlt für beide, ehe er kurz wartet, bis der Mann sich wieder hinter seine Theke verzogen hat.

Dann dreht er sich noch einmal zu Nathan um und grinst, dieses Mal schon fast fröhlich: "Sieh es so. Ich für meinen Teil habe nicht vor nur nach diesem Buch zu suchen. Du hast doch auch etwas von ungeheuren Schätzen erzählt, welche die Malsebior angeblich horten, erinnerst du dich? Die werden wir uns ebenfalls holen und danach, mein Freund, werden wir reich sein – und du kannst dir endlich eine ordentliche Hochzeit leisten." Und ich für Táhirih endlich ihren Harcharmarmorpalast bauen lassen. Damit klopft er Nathan noch ein letztes Mal auf die Schulter: "Amurs Stolz läuft morgen früh bei Flut aus. Sei pünktlich", und verlässt die schäbige Spielunke in Richtung Haus der Heilung.

228

Sunday, July 31st 2016, 11:36am

Ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter und eine Laune die frische Milch in Rahm gerinnen lässt, drücken in etwa seine Gemütsstimmung aus. Er ist doch kein Laufbursche, er war schon ein gestandener Krieger als der Alte Lythander noch in die Windeln geschissen hatte, dutzende Kerben zieren den Stiel seiner Langaxt, jede Kerbe für einen besiegten Feind! In der schmalen Gasse durch die er stapft geht ihm jeder schnell aus dem Weg, wer will schon mit einem Zwerg in voller Krieger Montur zusammenprallen? Seine Brüder und er waren vor Wochen in den zugegeben gut entlohnten Dienst des Priesters getreten. Braxton kann sich nicht beklagen, auf dem Weg bis nach Talyra hatten die Zwergenbrüder auch genug zu tun, doch nun gammelten sie schon seit Wochen in verschiedenen Gasthäusern rum. Keine Köpfe zum einschlagen, selbst die kleinste Schlägerei hatte Lythander ihnen verboten. Bloß nicht auffallen, hatte er mehr als einmal gesagt. Warum ist dem grauhaarigen Zwerg allerdings ein Rätsel, er weiß nur das wenn sie nicht endlich dieses Kaff verlassen würden bekommt er einen einen Koller, der Höhepunkt ist auch noch das er ein blödes Buch in der Bücherei besorgen soll. Ein Buch, wozu noch mehr in alten Schriften stöbern? Würden sie dort Antworten finden, einen Weg zu den Schätzen ihrer Ahnen oder gar das Geheimnis der Unsterblichkeit, oder nur das Rezept für ein gutes Bier, ihm war es scheiß egal. Eine Dreiergruppe junger Tempelschüler springt zur Seite um nicht umgerannt zu werden, den Zwerg juckt das nicht das sie dabei einen Gemüsestand umwerfen und eine Traube schimpfender Menschen hinterlassen. Die Große Bücherei taucht wenig später vor ihm auf, die gewaltigen Treppen sind ihm in seiner Wut zu viel. Mit rot unterlaufernden Augen wendet er sich an einen der Schreiber der ihm unglücklicherweise gerade über den Weg läuft. „ Hey du Wortverdreher, ja du! Komm her“ Der junge Mann mit rosafarbener Haut und dem ersten Pflaum an Kinn, schaut sich unsicher um, nicht sicher ob der Zwergenkrieger ihn meint. Als dieser aber genau auf seine Brust zeigt sputet er sich, will er doch nicht seinen Zorn auf sich lenken. „ Mein Herr Zwerg, wie kann ich euch behilflich sein?“ Der junge Mann verbeugt sich höflich und versucht sich an alles zu erinnern was sein Lehrer ihm über Zwerge berichtet hat. „ Ich bin nicht dein Herr, ich bin müde, durstig und meine Hände brauchen Arbeit, bei all dem kannst du mir nicht helfen Bursche, aber du kannst da rein gehen und mir ein Buch herausbringen. Und wenn du mich nicht allzu lange warten lässt wird es dein Schaden nicht sein, hast du das verstanden Bursche?“ Verscherze es dir nie mit einem Zwergen, das war das erste was sein Lehrer ihm über Zwerge beigebracht hatte, und der junge Mann kann ihm nur beipflichten. „ Ich werde mich sputen und euch nicht allzu lange warten lassen“ Braxton flüstert ihm noch den Titel zu, so das nur er ihn hören kann, dann läuft er los, immer zwei Stufen auf einmal nehmend. Er würde den Zwerg nicht warten lassen, das Werk welches der Zwerg haben will ist leicht zugänglich und in hundertfacher Abschrift vorhanden, es würde ein leichtes sein es zu beschaffen. Das zweite was sein Lehrer ihm über Zwerge beigebracht hatte war das sie Gefallen stets gut entlohnten. Ein breites Grinsen macht sich auf seinem jungendlichen Gesicht breit. Heute würde er gewiss gut speisen und einen guten Wein verkosten.
Ich lauf des öfteren Gefahr, zu vergessen wie schön das Leben bisher war.
Söhne Mannheims

Varin

Stadtbewohner

Posts: 32

Occupation: Blaumantel

Location: Talyra

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229

Thursday, August 4th 2016, 10:41pm

~ Das Inarifest ~

30. Sturmwind/1. Grünglanz 516
Irgendwann am Nachmittag, irgendwo im Festungsviertel


Am Nachmittag, als das Festtreiben – vor allem das Festmahl und die Tänze – auf dem Marktplatz in vollem Gange sind, sind selbst die kleinen Gassen und Nebenstraßen zum Zentrum Talyras vollkommen verstopft und nirgendwo ist mehr ein Durchkommen. Varin, ausnahmsweise im Dienst, hat es übernommen, die jungen Rekruten, die gestern in Eid und Pflicht genommen worden waren und jetzt zur Feier ihrer Vereidigung allesamt frei haben und zwei unbeschwerte Tage genießen dürfen, wenigstens noch ein Stückweit auf dem Weg zum Verder Tor hinein ins wilde Festspektakel zu begleiten. Es sind zwölf neue Gesichter und elf von ihnen sind noch recht milchbärtig, das zwölfte jedoch gehört Ako, seit gestern frischgebackener Jung-Späher der Steinfaust. Nicht, dass er viel älter aussehen würde als diese elf pickeligen Sommerjungen hier, herrje. War ich je so jung? Waren Olyvar und Cole, Cinn, Cedric und Karmesin, Petyr, Connloath und die anderen je so jung? Doch auch wenn Ako selbst noch jung sein mag, er ist deutlich älter als der Rest der meist sechs-und-zehn oder bestenfalls acht-und-zehn Sommer zählenden Schar. Gleich vier für die Schwere diesmal, Maelnive wird sich freuen, sinniert er, während er in die lachenden Gesichter blickt. Und vier für die Reiterei, während Vareyar sich in der Indigogarde mit nur zwei begnügen muss. Dafür haben die Schützen und sogar die Sappeure welche abbekommen... Die meisten der Neuen kennen das Treiben zu Inari in Talyra sehr gut, denn bis auf den Moorà kommen alle aus der Stadt oder dem Umland und Ako… nun, Varin ist sich ziemlich sicher, dass ihn seine Kameraden schon vorgewarnt und ihm alle möglichen und unmöglichen Geschichten über das Fest aller Feste erzählt haben. Vielleicht glühen seine Ohren ja deshalb jetzt so rot. Er wird schon merken, wie der Hase läuft… oder besser gesagt, der Rotfuß. Die Rekruten waren gemäß ihren Fähigkeiten in ihre zukünftigen Einheiten verteilt worden und der junge Moorà war selbstverständlich bei den Spähern und Kundschaftern gelandet, etwas, das ihm wirklich liegt und indem er tatsächlich bereits einige Erfahrung besitzt. Er hatte in den vergangenen drei Monden seine Grundausbildung absolviert und gestern zusammen mit den anderen seinen Eid abgelegt… nun liegt es an ihm zu beweisen, dass er würdig ist, den blauen Mantel zu tragen. "Also nochmal. Ihr seid Blaumäntel, auch wenn ihr nicht im Dienst seid, und ihr werdet euch entsprechend benehmen", schärft Varin ihnen allen ein. "Es gibt genug Rotfüße und willige Huren in der Stadt, ich will keine Beschwerden von Jungfrauen oder Eheweibern zu hören bekommen, ist das klar? Ihr könnt heute über die Stränge schlagen, saufen bis ihr euch vollkotzt und euch das Hirn zu den Ohren rausvögeln, aber bleibt mir von den sittsamen Jungfern und den Ehefrauen fern, verstanden? Das gibt nur Ärger, glaubt mir. Abgesehen davon ist ein mordlustiger Ehemann oder ein wütender Vater gar nichts gegen das, was euch von Rhordri erwartet, wenn ihr euch nicht daran haltet. Und jetzt verschwindet – habt Spaß. Lasst es richtig krachen, so jung wie heute seid ihr nie, nie wieder. Und in zwei Tagen kommt ihr brav zurück zum Dienst gekrochen – falls ihr dann noch kriechen könnt, aye? Jetzt aber ab mit euch – na los!"

Ako Kraun

Stadtbewohner

Posts: 26

Location: Talyra

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230

Friday, August 5th 2016, 1:21am

Aus spaß schlägt Ako die Hacken zusammen und salutiert. “Natürlich doch! Das letzte, was ich möchte, ist Ärger mit Rhordri! Es gibt bestimmte Erfahrungen, die niemand machen möchte und ich habe das Vergnügen, noch im Dunkeln zu tasten, was Rhordri und seine Strafen betrifft.“ Er dreht sich um und lässt den Gardisten-Hauptmann zurück. Ako schlendert ein wenig umher, betrachtet die Architektur Talyras und die Anatomie der Frauen. Nur hinsehen, nicht anfassen. Die Natur soll eben verehrt werden und Menschen sind nunmal ein Teil dieser. Nach einiger Zeit betritt er eine kleine Schenke. Gemütlich ist sie schon, nur ziemlich heuntergekommen. Trotz des leicht ärmlichen Zustandes ist sie gut gefüllt und Ako muss sich in der letzten Ecke einen Platz suchen. Er drückt der leichtbekleideten Magd ein paar Münzen in die Hand und fragt nach Bier.

Es sind bereits einige Stunden vergangen und Ako ist komplett besoffen. Nachdem er vor der Schenke auf den Boden kotzt, torkelt er in Richtung Steinfaust, bis er irgendwann zusammenklappt. Seinen Spaß hatte er, die Magd war nämlich unverheiratet und sehr anzüglich. Daraufhin wurde er jedoch vom Wirt um ein wenig Geld erleichtert und auf die Straße geschmissen. Immerhin kennt ihn noch niemand und Ako ist zumindest vor Rhordri sicher. Er kotzt nochmal und legt sich neben die Pfütze hin, denn stehen kann er nicht mehr und auch sein Denkvermögen ist völlig dahin. “Ealara... hilf mir, bitte...“, krächzt er.

Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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231

Friday, August 5th 2016, 9:49pm

Er ist und war noch nie ein Freund großer und öffentlicher Feiern, das würde sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern. Zügellos und oft zu freizügig mit ihren Reizen versuchen die Feiernden sich vom Alltag abzulenken und schlagen nicht selten dabei über die Strenge die Folgen für sich oder gar andere zu bedenken. Überall in der Stadt wird gesungen und getanzt, und nicht aus wenigen Fenstern dringen schreie, die mal Lustvoll ein andermal schmerzhaft klingen. Bregond geht an Schenken vorbei, an privaten Feiern oder auch nur an verliebt dreinblickende Paare. Wieder einmal ist er im Auftrag des Tempels unterwegs, in einer Pergamenttasche sind einige Papiere die im Haus der Bücher abgeschrieben werden sollen. Seit Monaten schon übernimmt der dunkle Elb mehr und mehr Aufgaben für die Priester und ist häufig für sie unterwegs, sein Gesicht ist vielen inzwischen bekannt und er ist sehr froh über diese Tatsache.
Inzwischen ist es spät geworden, fast alle Straßen,Gassen und Hohlwege sind verstopft, kurz denkt er an frühere Tage zurück als er sich noch keine Gedanken über Wege und Straßen gemacht, er war über Dächer und durch die Kanäle an sein Ziel gekommen und in der Regel ungesehen. Jahre war es her das er so die Stadt erkundet hat, schmunzelnd geht er weiter. Lange ist es her...

Vor einer der zahlreichen schäbigen Schenken liegt jemand zusammengerollt wie eine Katze mitten auf dem Boden neben einer lache erbrochenem, ein junger Mann zweifelsohne zu betrunken um überhaupt noch zu stehen. Bregond währe wahrscheinlich auch an ihm vorbei gegangen ist dieser Anblick bei solchen Festen leider keine Seltenheit, hätte er nicht die Rekutenuniform der Steinfaust getragen. Der Elb kennt inzwischen einige der Soldaten recht gut da er ein gern gesehener Gast im Zeughaus ist. Niemand hat etwas gegen ein gutes Bier zu sagen und jeder ist schon mal mit einem Kater aufgewacht von der größe eines Minotauren, allerdings sieht dieser hier vor ihm nicht wirklich gut aus. Sein Vorgesetzter wird nicht all zu glücklich darüber sein das einer seiner Rekruten und wenn es auch am Festtag ist, sich so sehr aus dem Leben nimmt.
Zwei junge Burschen versuchen gerade ihm die Stiefel zu klauen, als der Elb aus dem Schatten tritt, ein kurzer Blick lässt sie erstarren und dann das weite suchen, ohne die Stiefel von dem jungen Tor. „ Na komm mein junger Fährtenleser, wollen wir doch mal sehen ob wir dir nicht den rechten Weg zeigen können“ Bregond ist sich nicht sicher ob er junge Mann ihn versteht, er öffnet wohl kurz die Augen als er ihn hochnimmt. „ Du musst mir ein wenig helfen, ich bin nich sonderlich stark und es ist nicht mehr weit bis zur Feste“ murmelt er während er ihn stützt.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Ako Kraun

Stadtbewohner

Posts: 26

Location: Talyra

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232

Saturday, August 6th 2016, 1:07am

Ako hört den Elben und versucht selbst ein wenig zu laufen, taumelt aber. “'tschuldigung... Kann nix machen...“
Er unterdrückt den erneut aufkommenden Würgereiz. So schlecht fühlt er sich noch nie, weder auf den Festen in seinem Dorf, noch bei den seltenen Besuchen des fahrenden Händlers, der sie ab und an im Sumpf besucht. Sogar, als Ako mit einer Handlerkolonne reiste und sich eines Abends an eines Lagerfeuer setzte und soviel des billigen Weines trank, dass er kaum noch alleine zum Wagen fand, in dem er schlafen durfte, hatte er sich nie so schlecht gefühlt. Ako fühlt sich schmutzig und elendig, des Geldes und der Würde beraubt. Tränen fließen ihm über die Wangen und er stößt sich von Bregond ab, lässt sich an einer Mauer nieder und fängt an zu schluchzen.
Was würden Mutter und Vater nur denken? Ich bin eine Schande, sogar Ealara und die zwölf Götter haben mich bestimmt aufgegeben.

Wovor er nun aber mehr Angst hat, sind Rhordri und Varin.
“H...Herr...“ Ako lallt, bringt kaum einen richtigen Satz auf die Reihe. “Bitte... nich' zu... Stein... F-faust! Ich will nich' bestraf... werd'n!“
Er versucht aufzustehen und taumelt auf Bregond zu. “Sie sin' doch 'n... guter Herr, nich' wahr? Sie helfen...M... mi-“
Ako dreht sich um, stürzt auf die Knie und kotzt sich wiedermal die Seele aus dem Leib. Mit größter Mühe steht der junge, besoffene Moorâ auf und hält sich an Bregond fest. “Sie sind'n guter Herr...“



Azra

Stadtbewohner

Posts: 1,058

Occupation: Wirtin der Goldenen Harfe

Location: Talyra

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233

Friday, August 19th 2016, 5:06pm

So es die Götter wollen

04. Sturmwind 516

Am nächsten Morgen verlässt Azra dick eingepackt in ihrem caramelfarbenen Mantel aus getüpfeltem Luchspelz die Harfe bereits zur Stunde der Jungfrau in Richtung Tempelviertel, den eben erst gefütterten und jetzt zwar munteren, aber ruhigen Braiden in seinem mit Lammfell ausgelegten Weidekörbchen unter dem einen und ein geknüpftes Tuch voller kleiner Opfergaben – eine Handvoll Nüsse, zwei Orangen, ein halbes Hühnchen und ein kleine Carsaistatue aus gebranntem Lehm - unter dem anderen Arm. Sie hat vor genau das zu tun, was Niniane ihr aufgetragen hat: für Calait und Colevar und ihr ungeborenes Kind zu beten. Auf den frostüberzogenen Straßen herrscht die übliche frühmorgendliche, noch etwas verschlafene Emsigkeit derer, die zu dieser götterunfreundlichen Zeit bereits auf den Beinen sind und ihrer Arbeit nachgehen. Die letzten Blaumäntel der Nachtwache, die noch nicht von ihren Kollegen der Tagschicht abgelöst würden, lehnen auf ihren Hellebarden oder wärmen sich die Hände über den Feuerkörben und können das eine oder andere Gähnen nur noch mit Mühe unterdrücken. Feuermagier der arkanen Gilde bringen die Laternen und Fackeln entlang der Haupt- und der wichtigsten Nebenverkehrsadern mit nichts weiter als einer unscheinbaren Geste und etwas unverständlichem Gemurmel zum Erlöschen. Sogar ein einzelner Händler treibt bereits ganz gemütlich eine Schar Ziegeln vor sich her, wahrscheinlich um sie auf dem Viehmarkt außerhalb des Händlertors zu verkaufen. Nur aus dem Inneren der verschiedenen Bäckereien, die ihren Weg säumen, dringt bereits reges Stimmengewirr und der Duft nach frischgebackenem Brot und süßem Gebäck strömt verführerisch durch die Gassen. Darüber hinaus liegt der Großteil der talyrischen Bewohner aber noch in tiefem Schlummer.

Auch Amitaris Hallen liegen noch leer und verlassen. Nur eine einzelne Novizin ist zu erkennen, die wahrscheinlich zur Nachtwache eingeteilt war, aber irgendwann eingeschlafen sein muss und jetzt halb zusammengesunken neben dem Altar leise vor sich hinschnurchelt. Azra erkennt das Mädchen, das ursprünglich aus dem Fliegengrund stammt und mit den letzten Sommerkindern in den Tempel gekommen ist und legt ihr sanft eine Hand auf die Schulter, um sie zu wecken, denn in weniger als einer Stunde findet die Morgenandacht statt, die sie vorbereiten muss . Der diensthabende Priester wäre wahrscheinlich nicht amüsiert, wenn sie ihre Pflichten verschliefe. Das Mädchen schreckt auf und wirkt für einen Herzschlag lang regelrecht entsetzt, bevor es erkennt, dass nicht etwa ein verärgerter Lehrmeister über ihr thront, sondern Azra. "Guten Morgen, Sera." "Oh, Madame Blutaxt, ich… ich habe…" "Fleißig die Flammen gehütet, ich habe es genau gesehen", lenkt Azra lächelnd ein und erntet dafür ein ebenso dankbares, wie erleichtertes Strahlen.

Während Sera im Hintergrund mit den Vorbereitungen zur Morgenandacht beginnt, zieht sich Azra in eine kleine, halbrunde Alkove zurück, in deren Mitte eine lebensgroße, kunstvoll aus lichtem Birkenholz geschnitzte Statue einer überaus weiblichen Frau, die ihre Finger schützend vor ihrem Bauch verschlungen hält und eine geflochtene Krone aus Getreidehalmen, Gras und Blumen trägt. Zu ihren Füßen steht eine große, flache Schale, in welche Azra, nachdem sie Braiden in seinem Körbchen auf dem Boden abgestellt und sich hingekniet hat, die mitgebrachten Opfergaben hineinlegt.

Mit ehrerbietig gesenktem Kopf lauscht Azra für eine Weile Seras leisen Schritten, bevor sie ihre Kapuze zurückschlägt, zu der Archonin aufblickt und die Hände mit nach außen gedrehten Innenflächen vor sich hält.

"Carsai, Hüterin der heiligsten aller Flammen, Wächterin des Lebens, ich trete heute vor dich, um deinen Beistand zu erbitten und für das Wohl von Colevar und Calait Lorcain zu beten. Beide haben sie viel durchgemacht, auf ihrem Weg zum gemeinsamen Glück. Sie haben, wie es ihnen prophezeit wurde, den Schatten ins Auge geblickt und sind siegreich aus einer tausend Jahre anhaltenden Schlacht zurückgekehrt. Nun erwarten sie ein Kind. Ein Gedanke deiner schöpferischen Liebe nimmt in Calait Gestalt an und beide sind dir für dieses Leben, mit dem du ihren langen Kampf gekrönt hast, dankbar, doch Calait trägt schwer an deinem Segen. Ich stelle deine Entscheidung, ausgerechnet diesen zwei Menschen ein derart ungewöhnliches, schwieriges Kind anzuvertrauen, nicht in Frage, denn deine Augen sehen alles und meine nur das Offensichtliche, aber ich bitte dich, gnädige Carsai, hilf ihnen. Lass dieses Kind nicht das Ende, sondern der Anfang sein. Der Anfang eines gemeinsamen Lebens, dass Calait und Colevar sich mehr, als irgendjemand anders verdient haben. So es die Götter wollen."

Geduldig wartet Azra, bis auch die letzten ihrer Worte vollständig verhallt sind, bevor sie sehr viel leiser und mit unverhohlenem Wehmut eine weitere Bitte vorträgt und dabei ihre eigenen Hände, gleich der Carsaistatue, vor ihrem Unterleib faltet: "Du hast meinen Leib gesegnet… und ich habe Schande über mich gebracht. Bitte verzeih mir meine Sünden, vergib mir meine Schuld und schenke mir erneut dein Segen. Ich gelobe bei meiner Liebe zu meinen bereits geborenen Kindern…", flüchtig kommt ihr milchheller Blick auf dem kleinen Gesicht ihres Sohnes zu ruhen, der völlig still daliegt und die Welt aus großen, schwarzen Augen betrachtet, "… und jenen, die du mir vielleicht noch anvertrauen wirst, dass ich niemals wieder ein Geschenk aus deinen Händen…" Es gibt keine schöne Umschreibung für das, was sie getan hat, weshalb sie es einfach unausgesprochen lässt. "Niemals wieder." Womit sie sich ein wenig vorbeugt und den durch viele Jahre und tausende von hilfesuchenden Fingern glattgeriebenen Kleidersaum der Archonin küsst: "So es die Götter wollen."

Wenig später verlässt sie den Amitaritempel wieder, ihren Sohn in den Armen und etwas Hoffnung im Gepäck.
Avatar (c) by Niniane

An Irish taxi driver: "We Irish don't tell lies. We just try hard not to tell the truth."


nyanyanyanyanyanyanyanya.... BAT-CAT! :yell:

You walk me animally on the cookie! - Du gehst mir tierisch auf den Keks! ;D

Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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234

Monday, August 22nd 2016, 7:40pm

Ganz eindeutig ist der junge Mann vor ihm noch nicht lange in der Stadt. Die Versuchungen sind zu groß für viele die neu vom Land hierher kommen, er hält sich wahrscheinlich für einen Helden auf den alle nur gewartet haben und hat gleich versucht die alten Haudegen unter den Tisch zu trinken, was ihm nicht gut bekommen ist, das er überhaupt noch lebt ist einzig den Göttern zu verdanken. Zu recht fürchtet er jetzt die Strafe seiner Vorgesetzten, nicht weil er betrunken ist zu betrunken um selbständig zu laufen, nein deshalb nicht.
Nachdem er er sich wieder auf dem Pflaster übergeben hat schaut er aus trüben Augen zu dem Elben hoch, seine Worte kommen wirr und lallend über seine besudelten Lippen. „ Na komm mein Junge, wollen wir erst mal dafür Sorgen das du nicht so zu deinen Kameraden zurück kommst von deinem ersten Abenteuer.“ Diesmal schultert Bregond den Jungspäher so das er nicht wieder umfällt, bis zum nächsten Brunnen ist es nicht so weit, auch wenn er dafür durch eine der etwas volleren Gassen muss, die Menschen geben sich ihren Feierlichkeiten hin und niemand beachtet die beiden, sind sie auch nicht die einzigen die zur späten Stunde nicht mehr alleine stehen können.
Am Brunnen angekommen überlegt er erst ob er den Jungen einfach mit dem Kopf solange untertaucht bis er wieder bei Sinnen ist, verwirft diese Idee aber recht schnell wieder, der Junge dessen Name er noch nicht mal weiß hält ihn schließlich für einen guten Herrn. Das sollte möglichst so bleiben, also lehnt er ihn an den Brunnen dessen kleiner Speyer in Form einer Fee freundlicherweise immer frisches Wasser über eine Blüte in das Steinoval fließen lässt. Zwei Kupferlaternen die zusätzlich mit bunten Girlanden geschmückt sind erhellen das ganze so das er zum ersten mal den Jungen genauer betrachten kann, sein langes Haar klebt im wirr in der Stirn und seine Haut ist an die Wildnis gewöhnt, scheinbar hat er tatsächlich einen jungen Burschen vom Land vor sich. „ Na dann wollen wir mal sehen das wir dich wieder nüchtern bekommen.“ Mit einer Kelle flösst er ihm etwas Wasser ein, sein Kopf wird morgen dröhnen und aus Erfahrung weiß er das Wasser es etwas lindert, zwar fließt eine Menge daneben, aber das meiste behält er drinnen. „ Varin ist also für dich zuständig ja?“ Bregond kann sich nur zu gut an den Hauptmann erinnern und irgendwie hat er keine guten Erinnerungen an den Mann obwohl er ihm nie etwas angetan hat, mag Bregond den Offizier nicht, warum kann er nicht sagen. Wahrscheinlich einfach nur weil er eine Uniform an hat, der dunkle Elb muss schmunzeln. So langsam sollte er seine Vorurteile wirklich ablegen. Die Zeit als er sich verstecken musste ist lange vorbei und er hat für seine Taten gebüsst und das nicht zu knapp. „ Du solltest nicht zu viel billigen Wein trinken mein junger Freund, lieber etwas gutes auch wenn es mehr kostet. Wein ist etwas wunderbares wenn man es nicht übertreibt, aber das ist mit allem so und ich denke das wirst du noch lernen in deinem Leben.“ Bregond redet die ganze Zeit während er den jungen Moora wieder herrichtet. Er wäscht ihm das Gesicht und versucht zumindest die Haare ansehnlich nach hinten zu Kämmen und seine Kleidung befreit er von den gröbsten Flecken, dabei fällt ihm das breite Lederarmband auf mit dem geschliffenen Onyx, wahrscheinlich ein Erbstück! Kopfschüttelnd bindet Bregond einen breiten Stoffstreifen darum so das der wertvolle Stein nicht mehr zu sehen ist. „ Junge du kannst von Glück reden das ich dich gefunden habe, für sowas haben andere schon ihre Hand verloren oder gar ihr Leben gegeben.“ Bis zur Steinfaust ist es nicht mehr weit und auch der Morgen lässt nicht mehr lange auf sich warten, hat Bregond doch die halbe Nacht neben dem Jungen gesessen und auf ihn acht gegeben. Irgendwo in einem der vielen Hinterhöfe begrüßt ein Hahn den neuen Tag als er aufsteht und den immer noch halb benommenen Ako auf die Füße hilft. „ Es wird Zeit für dich, na komm lass dich nicht so hängen.“ Trotz der frühen Stunde sind zahlreiche Leute auf den Straßen und die beiden brauchen doch länger als gedacht, die ersten Händler öffnen ihre Geschäfte, kehren vor der Türe und beginnen ihre Auslagen wieder mit Ware zu füllen, die letzten Nachtschwärmer versuchen sich vor der aufgehenden Sonne zu verbergen oder schlafen ihren Rausch an einer Häuserwand aus. Den ein oder anderen merkwürdigen Blick fangen die beiden sich zwar ein, davon bekommt Ako aber nichts mit und Bregond ist es gewohnt. Als die beiden dann das Tor der Steinfaust erreichen werden sie schon in Empfang genommen, den wie immer stehen einige Blaumäntel davor. Bregond stellt sich vor und berichtet davon wie er den jungen Mann, einer der ihren in einer Seitengasse hinter einer Schenke gefunden hatte, so wie es aussah hat man ihm übel mitgespielt, wahrscheinlich etwas ins Getränk gemischt um an seine Geldkatze zu kommen. Er bräuchte nur etwas Ruhe um wieder auf die Beine zu kommen, ein guter Junge zweifelsohne versichert Bregond dem Wachhabenden noch.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Ako Kraun

Stadtbewohner

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Location: Talyra

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235

Tuesday, August 23rd 2016, 7:35am

"Kein... billiger Wein meeeh...", lallt Ako vo sich hin. "Dan... kää. Wie heiß'n Sie, guten Herr? Ich bin Aggo, Aggo Graun!" Für einen kurzen Moment scheint es, als müsse er sich wieder ebrechen, fängt sich jedoch und stößt als Ersatz einen langen Rülpser aus. Nachdem Bregond ihn so gut behandelt hat, fühlt er sich yieder ein wenig besser und empfindet weniger Verzweiflung als Verwunderung, doch noch einmal die Morgensonne zu erblicken, so tief steckt die Angst vor seinen Vorgesetzten, die rein auf Gerüchten basiert. Ako taumelt zu Bregond und murmelt in dessen Ohr: "Guter Herr, egal, wie Sie heiß'n, sie sind GUT. 'ch würd' ja gern' 'nen Sirlberling oder...", er rülpst erneut, ".. zwei da lassen, aber..." Ako blickt traurig an Bregond vorbei und bricht in Tränen aus. "... die bösen Menschen ha'm mir das Geld abgeluchst!" Der junge, besoffene Moorá klammert sich an Bregonds Kleidung und blickt verstohlen zu den Blauhemden. "Die steck'n doch alle unter einer Decke. Guter Herr, woll'n sie nich' 'n bisschen helfen?"

Plötzlich werden Akos augen glasig und er blickt est zum Boden, danach wieder zu Bregond. "Guter Herr, 'ch muss mich entschuldig'n. 'ch'ab Unsinn geredet. Nix' falsch mit den Blauhemden, bin ja selbst einer." Er blickt an sich herunter. "Ulkig. Is' der Morgen nich' romantisch? Soll ich ma' was erzählen? 'ch kenn noch andere gute Herren, wiss'n Sie?" Ako steht auf und hebt den Zeigefinger, als würde er Bregond tadeln wollen. "Aber erst müss'n Sie sagen, wie Sie heißen!"
Der frischgebackene Späher taumelt auf Bregond zu und es kommt, wie es kommen musste; Ako stürzt. Erneut. Die beiden wachhabenden Gardisten kommen auf ihn zu und heben ihn an den Armen hoch. "Entschuldigt, aber wir bringen den Neuling lieber rein.", sagt einer der Beiden. "Tschau, guter Mann!", ruft Ako und fügt hinzu: "Wie heiß'n Sie denn jetzt?!"

Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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236

Saturday, September 3rd 2016, 1:15pm

Bregond möchte nicht mit dem jungen Mann tauschen, sein Kater wird wahrscheinlich so groß sein das er sich an nichts mehr erinnern kann, was in der Nacht geschehen ist oder wer ihm geholfen hat. Erneut fragt er nach seinem Namen wahrscheinlich hat er ihn nicht gehört als Bregond sich bei den Wachen vorgestellt hat, was kann es also schaden sich bei ihm vor zu stellen, er wird ihn sowieso vergessen haben wenn er wieder erwacht. Die beiden Blaumäntel nehmen ihn in ihre Mitte um ihren Kameraden zu stützen.
„ Nun mein junger Freund Aggo Graun, die Menschen dieser Stadt nennen mich Bregond. Bregond Finsterschimmer und ich bin Silberschmied. Wenn ihr mich finden wollt so sucht im Fliegengrund, dort gibt es einen Turm mit kleinem Garten. Wenn ihr wieder klar seit würde ich mich über einen Besuch freuen und vielleicht erzählt ihr mir dann etwas von eurem aufregenden Leben in den wilden Landen bei einem guten Glas Wein!“ Als er in die unterlaufenden Augen des Mannes blickt wird ihm klar das dies zu diesem Zeitpunkt zu viele Worte mit zu vielen Informationen für ihn waren. „ Na ich würde mich freuen, mögen die Götter ein Auge auf euch haben“ mit diesen Worten verabschiedet sich der Elb mit einem nicken zu den beiden Blaumänteln und verlässt das Tor der Steinfaust.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Ako Kraun

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Location: Talyra

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237

Sunday, September 4th 2016, 3:28am

Ako lässt den Kopf ein paar Mal fallen, was aussehen soll wie ein Nicken. "Finster... und Flieg'ngrund... klar, merk ich mir...", murmelt er, während er, unterstützt von einem der Wachsoldaten - der andere ist wieder auf seinem Posten -, in sein Schlafgemach, eine einfache Kammer mit Bett, Tisch und einem Schrank, stolpert, um dort seinen Rausch auszuschlafen. Nachts träumt er uruhig.

"Ich stehe in einem Sumpf, im brachigen Wasser. Neben mir ist es dunkel, schwarz. Vor mir türmt sich eine riesige Kreatur auf, ein riesiger, dunkelgeschuppter Dunmor. Es ist ein Männchen. Ich drehe mich um, versuche zu rennen, während der Dunmor auf mich zu prescht. Im letzten Moment werde ich zur Seite geschlagen von einer jungen Frau. Ihr Gesicht ist ebenfalls nur eine schwarze Wolke. Die anderen Jäger umkreisen den Dunmor, welcher noch immer sehr wütend ist und mit einem kurzen Angriff mehrere Moorà gleichzeitig tötet. Plötzlih springt er auc mich und die Frau zu und schlägt sie blitzschnell weg. Sie kracht gegen einen Baum und fällt bewusstlos ins Wasser. Der Dunmor setzt nach, fliegt aber selbst gegen jenen Baum, weil er von einem Pfeil getroffen wurde. Der Baumstumpf geht zu Boden und die Wurzeln erschaffen einen Sog, ziehen die Frau unter Wasser, fesseln sie. Die Jäger lassen Vorsicht walten, aber ich stürme los, versuche sie zu befreien. Sie bäumt sich auf, erschlafft. Sie ist tot. Zwei Wörter drängen sich in meine Gedanken. 'Finster. Fliegengrund'."

Ako liest sich durch, was er aufgeschrieben hat. Es ist ein Traum, den er hatte, nachdem man ihn besoffen in sein Zimmer abgeliefert hat. Weder weiß er, was passiert ist, noch kann er seine Geldbörse finden und der Traum, der ihn mit Tränen in den Augen aufwachen ließ, macht das ganze nicht besser. Aber immerhin hat er jetzt etwas zu tun, an seinem verbleibenden freien Tag. Noch immer verkatert richtet Ako sich nochmal auf und zieht sich die Uniform an. Vorerst möchte er herausfinden, was in der vergangenen Nacht passiert war und was es auf sich hat mit dem "Finsteren Fliegengrund". Er macht sich auf die Suche nach den wachhabenden Gardisten, in der Hoffnung, somit auf die Soldaten der letzten Nacht schließen zu können.

Rialinn

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238

Thursday, September 22nd 2016, 7:26pm

~ Irgendwann im Sommer 516 ~




Es ist ein sonniger und schon seit dem frühen Morgen warmer Tag, der keinen Zweifel daran lässt, dass man sich mitten in einem strahlenden Sommer befindet. Mit anderen Worten, ein Sommer ganz nach Rialinns Geschmack. Das Mädchen ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang draußen unterwegs: Schwimmt im Ildorel, reitet aus, übt mit Mutter oder Tante Bogenschießen oder zusammen mit ihren Eltern den Umgang mit dem Stab, macht den vinyamarschen Garten unsicher, tobt mit den Hunden am Strand, futtert sich kreuz und quer durch die sommerliche Obsternte - und das alles mal alleine oder in stetig wechselnden Kombinationen mit ihren Freunden. Zumindest dann, wenn sie nicht gerade der unterrichtsfreien Sommerzeit zum Trotz bei ihrer Mutter im Tempel ist (was den Göttern sei Dank nur selten vorkommt) oder es übernimmt, den Erntearbeitern auf den Feldern vor der Stadt das Essen für das Mittagsmahl hinaus zu bringen (und bei der Gelegenheit gleich noch Krebse zu fangen, die Cassandra dann zum Abendessen kocht).

An diesem Morgen steht allerdings keine ihrer sonst so geliebten Sommerbeschäftigungen an. Glücklicherweise ist es aber auch keine ungeliebte Pflicht, die Rialinn durch Talyras führt. Leise ein Lied vor sich hin summend hüpft sie die Straßen entlang. Ihren Leinenbeutel hat sie dabei fest in der Hand, immerhin enthält er ihr absolutes Lieblingskleid. Das grün-graue Schleierkleid, das sie zu festlichen Anlässen so gerne trägt.
Dummerweise ist Rialinn in diesem Jahr um einiges in die Länge geschossen. Cassandra hatte lachend behauptet, sie würde wachsen wie zu gut gedüngte Stangenbohnen. Und nun ist das Kleid zwar nicht zu eng, dafür aber um einiges zu kurz. Da sie sich aber nicht von ihrem Lieblingskleid trennen will, selbst dann nicht, wenn sie ein neues bekäme, das genauso aussieht, weil das dann ja nicht mehr das Geschenk ihres Großvaters wäre, ist sie nun auf dem Weg zum Schneider. Es ist nicht der erste Besuch dort, aber zumindest was dieses Kleid angeht wird es der letzte sein.
Der Schneider hatte am Vortag einen Botenjungen geschickt, dass das in Auftrag gegeben Kleidungsstück fertig sei und nach einer letzten Anprobe (nur um wirklich sicher zu gehen, dass alles perfekt sitze) mitgenommen werden könne.
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Am Grunde des Herzens eines jeden Winters liegt ein Frühlingsahnen, und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
(Khalil Gibran)

Kaya

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239

Saturday, September 24th 2016, 10:18pm

Es ist warm. Viel zu warm für Kayas Geschmack. Unter dem dichten Wolfspelz läuft ihr der Schweiß unter dem dünnen Leinenhemd spürbar den zarten Rücken hinab bis er am Hosenbund angelangt und dort vom Stoff aufgesaugt wird. An Tagen wie diesem wünscht sich Kaya nichts sehnlicher als den Winter herbei. Mag er an diesem Ort noch so mild sein, es ist besser als diese nervige, allmählich unerträgliche Hitze. Und nein, den Wolfspelz abzulegen, kommt für Kaya gar nicht in Frage. Zumindest nicht außerhalb von Taresnar. Aber von genau dort braucht sie im Augenblick eine Pause. Gleich nach dem Frühstück hat das Mädchen das Anwesen verlassen, um durch die Stadt zu streifen. Shu’re Shalhor hat sie Bescheid gegeben – mehr oder weniger, denn „Ich gehe in die Stadt“ ist keine sehr genaue Angabe ihres Aufenthaltsortes oder Vorhabens. Dennoch hat er sie ziehen lassen. Er weiß genauso gut wie Kaya, dass sie auf sich selbst aufpassen kann. Und mögen sie zur Zeit noch so große Differenzen haben (die Kaya momentan mit so ziemlich jedem hat, denn diese Erwachsenen sind einfach so fürchterlich nervig, dass es oft nicht viele Worte braucht bis Kayas derzeit ungemein kurzer Geduldsfaden reißt), der Rhaskeda’ya weiß auch, dass das Mädchen früher oder später wieder heimkehren wird.

Kaya seufzt tief, lässt den Blick schweifen und verharrt dann doch noch ein paar Augenblicke länger in der schmalen, schattigen Gasse, in der es sich zwischen den kühlen Steinmauern zu ihrer Linken und Rechten einigermaßen auszuhalten ist. Die schlanke Gestalt mit den schwarzen Haaren, die ohne hinein zu blicken an dem Gässchen vorbeiläuft, erkennt Kaya sofort. Das Elbenmädchen von Vinyamar ist derzeit die einzige Person, die Kayas Laune nicht verschlechtert. Im Gegenteil legt sich gar ein freudiges Lächeln auf des Mädchens Züge. Rasch hüpft Kaya von der Kiste auf der sie saß hinunter und spurtet aus der Gasse hinaus auf die Straße. Für einen Augenblick schaut sie Rialinn hinterher, blickt sich dann abschätzend um und verschwindet mit einem Grinsen in einer anderen Seitengasse. Eilig rauscht das Kind durch ein paar weitere enge Straßen, während sie mit einer Hand den Wolfskopf auf ihr Haupt zieht. Schließlich lugt sie aus einem Durchgang vorsichtig um eine Häuserecke, presst sich dann in den Schatten, zieht das Fell noch etwas tiefer ins Gesicht und verharrt abwartend und lauschend. „Roooaaar“, hüpft sie mit einem kräftigen Knurren direkt vor Rialinns Füße.

This post has been edited 1 times, last edit by "Kaya" (May 7th 2017, 10:22pm)


Rialinn

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Location: Vinyamar

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240

Sunday, October 2nd 2016, 5:18pm

"Wuiiiik!" Rialinn macht einen Satz rückwärts und quietscht wie eine aufgescheuchte Fledermaus - das kommt davon, wenn man schreien will, obwohl einem das Herz gerade mitten im Hals schlägt. "Kaya!" Ihr schlägt das Herz so hart gegen die Rippen, dass das Mädchen jeden Eid leisten würde, dass man es mehrere Schritt weit hören können muss. Rialinn muss erst einmal durchschnaufen und ihren rasenden Herzschlag wieder einsammeln. "Götter im Himmel… hast DU mich erschreckt!" Die Hände noch auf den Knien abgestützt sieht sie zu dem Wolfsmädchen auf und kann gar nicht anders als von einem spitzen Ohr bis zum andere zu grinsen. Sie macht selber gern mal Streiche (und der hier wäre genau einer nach ihrem Geschmack gewesen) und kann obendrein auch gut über sich selber lachen. Genau das tut sie jetzt auch und sammelt ihren Beutel wieder ein, den sie vor Schreck hatte fallen lassen und klopft den Staub der Straße ab. Zum Glück ist er fest zugebunden und das Kleid konnte nicht herausfallen. "Wo kommst Du denn plötzlich her?"

Aufmerksam mustert sie das Mädchen und hebt unwillkürlich eine Augenbraue, als ihr Blick auf das Wolfsfell fällt. Rialinn selber trägt bei der Wärme nur ein ärmelloses Sommerkleid aus leichtem Stoff und so sehr sie den Sommer und die Wärme auch liebt, sie will sich gar nicht vorstellen, wie warm es unter dem Fell sein muss. "Uki? Ist euch das nicht zu warm bei dem Wetter?" Sie kennt Kaya und deren Bindung an den Geist jener Wölfin, von der das Fell stammt inzwischen gut genug um von der zu reden, als sei sie zwar nicht lebendig aber trotzdem anwesend. Und alle beide, Menschenkind und Wölfin, stammen aus sehr viel nördlicheren Regionen als das Elbenmädchen je gesehen hat. Aber immerhin so viel weiß sie aus Erzählungen ihrer Mutter: Es ist dort kälter als hier in den Herzlanden, sehr viel kälter.

Insofern hätte sie das Mädchen eher innerhalb der kühlen Mauern Taresnars oder am bzw. im Ildorel vermutet. Dass das Menschenkind einen Botengang für Shu're Shalhor erledigt, ist dermaßen abwegig, dass Rialinn es nicht für einen Herzschlag als Möglichkeit in Betracht zieht. Und da die Sommersonne ihr hier mitten auf der Straße mittlerweile etwas unangenehm auf das schwarze Haar brennt, verzieht sie sich in den Schatten jener Hausecke, hinter der Kaya hervorgesprungen ist um sie zu erschrecken.
Avatar (c) Niniane

Am Grunde des Herzens eines jeden Winters liegt ein Frühlingsahnen, und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
(Khalil Gibran)

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