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Lorwen

Unregistered

166

Thursday, April 10th 2014, 11:29am

--> Arkendirs Heim

Sarnisa'ya sind nur wenig bekannt für für besonnene und ausgefeilte Taktiken. Sie besitzen wie ihre Vorfahren auch ein eher stürmisches, temperamentvolles Wesen, wenn überhaupt möglich, dann eher noch ausgeprägter. So auch Lorwen. Natürlich hört sie den dünn bekleideten Elben ihren Namen rufen und doch reagiert sie nicht. Für die nächsten 500 Herzschläge würde Tyalfen sie niemals finden und fürchterlich frieren. Das scheint er auch zu wissen und so kehrt er ins Warme zurück. Die Druidn wähnt sich sicher und ruft sich Begleiter hinzu. Nach einer tanzenden Handbewegung und einem alten Wort erscheinen nach 8 Herzschläge zwei Schwarzmilane.

Einen der überwiegend braun gefärbten Tiere schickt sie zum Haus zurück um einen weiteren Versuch Tyalfens sie einzuholen oder gar zu finden bereits im Keim zu ersticken. Seine Aufgabe soll es sein, den Elben durch rufen klar zu machen, dass er bleiben sollte wo er war.

Den anderen, an der Unterseite etwas helleren und einen rostbraunen Anflug habend, fordert sie auf sie zu begleiten. So wandert sie unbewusst ins Tempelviertel und macht sich dort auf einem der vielen Bäume bequem. Erneut wirkt sie Zauber, malt und flüstert Worte der Luft entgegen, um die aufkommende Kälte aus ihren Gliedern zu vertreiben und ihrer Erschöpfung ein wenig entgegen zu wirken.
Da hebt der Schwarzmilan seinen auffallenden Kopf. Die feine Stichelung hebt sich mit seiner graubraunen Färbung deutlich ab. "Ach komm Kleiner, pass etwas auf mich auf. Ja, das ist nett von dir. Ich muss nachdenken, ja?"

Sie lehnt den Kopf an den dicken Stamm. Der Abend ist gründlich schiefgegangen, wiese findet und hätte ganz, ganz anders verlaufen sollen. Unbewusst berühren ihre Fingerkuppen die Lippen. Trotz Wein, schmeckte sie den Wald, die Liebe eines Anirans an das Leben. Mit einem Seufzer schüttelt die Druidin die Gedanken fort. Sie würde keine Antwort finden, denn Schuld war der Wein, denn es war so einfach und plausibel. Morgen würde sie sich erstmal um den Überfall an sich kümmern und dabei Estas Erzählung, weniger dramatisch, über den Einbruch melden, auch wenn sie glaubt, dass kein Zusammenhang bestünde. Sie würde sich um vieles kümmern, aber nichts durfte mit Tyalfen einhergehen. Den Bogen um den Aniran musste sie dringend vergrößern. "Oh ein, nicht wieder diese Gedanken!"

Sobald die Nacht dahin geht und einem netten, wenn auch grauen Morgen weicht, sucht sie nach einem leichten Frühstück die Bibliothek auf um sich mit Bregond Finsterschimmer zu treffen.

--> Bibliothek

This post has been edited 1 times, last edit by "Lorwen" (Apr 13th 2014, 11:52am)


Doran

Stadtbewohner

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

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167

Friday, April 18th 2014, 1:31pm

<---Haus Sommerwind
Es ist nicht seine Art Stundenlang durch die Straßen zu wandern um mit den Nachbarn zu tratschen und die neusten Neuigkeiten der Stadt zu auszutauschen. Auch wenn ihm immer wieder Nachbarn freundlich grüßend zunicken bleibt er nicht bei ihnen stehen um einen Plausch zu halten. Vielmehr sind seine Gedanken in der Regel ganz woanders und beschäftigen sich mit irgendeinem Problem was die meisten gar nicht als solches Erkennen würden. Die meisten seiner Nachbarn waren mit ihren Alltäglichen Dingen so sehr beschäftigt das sie für das große ganze gar keinen Sinn hatten. Trotzdem lächelt er jedes mal und nickt kurz zurück, sie wussten es halt nicht anders und für sie war ihr großes Glück ihr Essen am Abend auf dem Tisch zu haben. Doran verachtet oder verurteilt sie nicht, ein jeder von ihnen hatte sein eigenes Leben und seine eigene Bestimmung.
Er kommt am Haus der Bücher vorbei, kurz denkt er darüber nach hinein zu gehen um das ein oder andere Buch aus zu leihen, es war schon vier Wochen her das er mit Maester Kameruk gesprochen hatte. Ein anregendes Gespräch über einen in dunkles Leder gebundenes Buch über einen Zentauren und die Bedeutung der Sterne. Der Alchemist lächelt und schüttelt den Kopf, nein heute war kein guter Tag um über philosophierende Zentauren zu reden. Gerade als er weitergehen möchte, erhält er einen kräftigen Schlag auf die Schulter. „ Na das glaub ich jetzt nicht, bist du es wirklich?“ Das Doran nicht nach vorne fällt ist einzig seinem Spazierstock zu verdanken mit dem er sich auffängt. „ Doran Goldauge, gut siehst du aus alter Freund!“ Der Alchemist dreht sich um und verdreht theatralisch die Augen, vor ihm steht Syler …. , seine Familie hatte damals in seiner Jugend gleich neben dem Haus der Sommerwinds gewohnt. Vater und Mutter beide bei der Garnison, geübte Kämpfer und angesehene Bürger. Ihr einziger Sohn hingegen eine einzige Endtäuschung, schon früh trieb er sich in Spelunken der übleren Art herum und verspielte ein halbes Vermögen, von seinen Frauengeschichten ganz zu schweigen. Noch schlimmer wurde es als seine Eltern beide im Feldzug gegen die Narge getötet wurden. Syler musste das Haus verkaufen und geriet immer mehr in die Fänge skrupelloser Gauner, die ihr Geld im Perlenhafen verdienen. „ Syler, lange nicht mehr gesehen, gut siehst du aus alter Freund“ Das allerdings war mehr als gelogen. Der einst große kräftige Kerl ist unrasiert und sein schwarzes Haar klebt im fettig am Kopf. Seine Augen liegen tief in ihren Höhlen umrandet von dunklen Ringen, deutlich sind die Spuren von Alkohol und Rauschkraut in ihnen zu lesen. „ Naja man schlägt sich so durch, hab schon bessere Zeiten gesehen. Das ist je ein Ding das ich dich hier treffe, gerade jetzt da ich dich sowieso gesucht habe um dir ein Angebot zu machen das du gar nicht ablehnen kannst.“ In Gedanken warnt sich Doran selber, frag nicht Doran, doch dann spricht er die verhängnisvollen Worte doch aus. „ Ein Angebot?“ Sie selber für seine Neugierde verfluchend muss er sich jetzt wohl oder übel alles anhören. Syler schaut sich argwöhnisch um, sein Blick huscht über ein paar Novizen die auf der großen Treppe sitzen hinüber zu den beiden Blaumänteln an denen Doran eben noch vorbei gegangen waren. Schnell tritt er näher zum Alchemisten heran wobei er einen Kneipenähnlichen Geruch mitbringt.“ Nicht hier Goldauge, zu viele neugierige Augen und Ohren, wenn du verstehst was ich meine.“ Doran versteht ganz genau und genau aus diesem Grund teilt er Syler mit das dies genau der richtige Platz für sein Angebot wäre. Beleidigt tritt der Trunkenbold einen Schritt von ihm weg, der Alchemist sieht seine Gedanken förmlich hinter seiner Stirn arbeiten. „ Na gut, hör zu Goldauge“ raunt er leise „ Ich kenn da so ein paar Typen, die verkaufen Dinge. Dinge die dich als Alchemist bestimmt reizen. Nicht ganz legale lebende Dinge.“ Doran hört noch zu, auch wenn er am liebsten die Gardisten rufen würde. Syler schaut ihn erwartungsvoll an und Doran weiß es eigentlich besser, dennoch gibt er ihm einige Heller aus seiner Geldkatze.“ Dafür das ich dich zu ihnen bringe verlange ich aber mehr als dieses lumpige Trinkgeld, dafür das ich dir einen Weg zeige um an eine Fee zu kommen, eine gefangene Fee verlange ich mehr“ Doran reisst förmlich die Augen auf, hatte der Mann vor ihm die Wahrheit gesagt, oder sprachen die Rauschgräser aus seinem Geist. „ Syler, was sagst du da?“ heftig greift er seinem gegenüber bei den Armen und schüttelt ihn kurz „ Eine gefangene Fee! Mensch bei den Göttern bist du irre, weißt du was das für dich und deine Freunde bedeutet wenn man euch erwischt und jetzt willst du mich auch noch in die Sache mit hinein ziehen, ich will damit nichts zu tun haben und nun geh. Das war das letzte mal Syler, aus alter Freundschaft und Verbundenheit zu deinen toten Eltern. Mach dich nicht unglücklich, melde die Halunken!“ Der Trunkenbold wechselt die Farbe von kalkweiss zu purpurrot. Seine Stimme ist nur ein hassverzehrtes Zischen als er dem Alchemisten Antwortet „ Ah ich hab vergessen der Herr ist ja jetzt rechtschaffener Gelehrter, wenn du die Fee nicht für deine kranken Experimente auseinander schneiden willst, könntest du sie ja retten indem du das Ding kaufst, schon mal darüber nachgedacht mein alter Freund!“

Uio

Stadtbewohner

Posts: 73

Occupation: ehemaliger Handlanger, Dieb und Hexer! Seit anfang 513 Magierlehrling

Location: Arkana zu Sorbonn

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168

Monday, April 21st 2014, 5:52pm

<< Anwesen de Winter im Langschnee 513

Kaum hat Uio das Anwesen verlassen, ist die Anspannung wie weggepustet
und er tut so, als wäre überhaupt nichts gewesen. Er ist den Schnüffler
los und hat seinem Unmut darüber Luft gemacht. Also ...Sache erledigt!
Jedenfalls für Uio!
Die Fee, die angespannte Stimmungen so gar nicht
mag, ist auch froh, als sie endlich wieder das Anwesen verlassen. Zuerst
sitzt sie ziemlich bedrückt auf Uios Schulter, den Kopf an seinen Kopf
gepresst. So braucht Uio eine Weile die kleine Fee wieder aus seinen
Haaren zu locken. Zum Glück schafft es Uio immer wieder sie aufzumuntern
und dauert es nicht lange und sie gehen beide wieder fröhlich scherzend
durch die Straßen der Stadt. Mal hier mal dort bleiben sie stehen, Zoe
zeigt Uio ein paar Orte an denen sie sich gern aufhält bis es
schließlich dämmert. Der Himmel jetzt so schön wolkenfrei färbt sich
rosa-orange-rot, während die beiden kichernd durch die Gassen ziehen.
Wenig später bringt Uio seine Freundin nach Hause und macht sich, nach einer langen und ausgiebigen verabschiedung wieder auf in die Unterstadt. Keeshar hat gesagt er kann ihn brauchen und Uio kann die Münzen gebrauchen um seinen Arkanaurlaub zahlen zu können und...die Überfahrt nach Sorbonn. Der Wintermonat ist milder als viele andere die Uio erlebt hat.
Das wird es einfach machen ein Schiff zu finden das für ihn bezahlbar ist.
Zoe weiß nichts von Kees, das hält Uio für besser. Er hat ihr versprochen das sie sich nochmal vor seiner abreise sehen und das wird er einhalten!


(Verzeiht das wirr warr... aber ich musste mal das RPG aus aktuellen Gründen umändern )
UNKRAUT VERGEHT NICHT!

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Arwen

Stadtbewohner

Posts: 1,148

Occupation: Hohepriesterin der Anukis

Location: Vinyamar

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169

Monday, May 26th 2014, 8:31pm

Der Morgen dieses strahlenden Grünglanztages ist nicht mehr jung, als ein von einem kräftigen Kaltblut gezogener Wagen das Tor von Vinyamar passieren und sich auf den Straßen der Stadt erst hoch zur Harfe und dann an dieser vorbei zum Marktplatz wenden. Um das dortige alltägliche geschäftige und nur scheinbar chaotische Durcheinander macht das Gespann dann allerdings einen weiten Bogen und hält sich am Rande des Stadtzentrums entlang nach Süden. Sie verlassen den Marktplatz und folgen der großen Straße, die bis zum Händlertor und dort zum Platz der Händler führt. Arúen will dort einige größeren Einkäufe für die Vorräte tätigen, während Cassandra die Aufsicht über die Arbeiten im und am Haus führt und Mägde und Knechte durch den alljährlichen Frühjahrsreigen aus Schrubben, Wischen, Scheuern, Waschen und Plätten dirigiert.

Begleitet wird Arúen von ihrer Tochter Rialinn, dem Lehrmädchen Catryna und von Gerion, der den Wagen lenkt - und natürlich von ihre beiden Hunde. Wenn es nach Shu're Elthevir gegangen wäre - was es diesmal allerdings nicht tut - würde auch er sie begleiten. Seiner Ansicht nach ist das Gedränge auf dem Platz der Händler genau die Art von Situation, auf die jemand wie die Anhänger der Ancu es abgesehen haben könnten. Die Logik dieser Überlegung ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem besteht die Elbin darauf, dass der Klingentänzer seinen ihm zustehenden dienstfreien Tag auch dienstfrei verbringt. Immerhin ist sie ohne weiteres in der Lage, sich und ihre Tochter mit ausreichend starken Schutzzaubern zu umgeben - abgesehen davon, dass sie auch über die eine oder andere offensive Fähigkeit verfügt. Schließlich, nach einer erfreulich kurzen Debatte, hat der Elb sich ihren Argumenten gebeugt.
Im Moment sitzt Rialinn neben Catryna hinten auf der Ladefläche des Wagens, und die beiden Mädchen tuscheln und kichern vor lauter gespannter Erwartungen an den kommenden Besuch auf dem Platz der Händler. Da Gerion den Wagen sicher durch die Straßen lenkt und die beiden Mädchen miteinander beschäftigt sind, gönnt Arúen sich den Luxus einfach einmal an nichts zu denken und einfach die warme Sonne auf ihrem Gesicht zu genießen.
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Aidan

Stadtbewohner

Posts: 122

Occupation: Schreiner

Location: Talyra Schreinerei "Wulfor & Söhne"

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170

Tuesday, May 27th 2014, 3:41pm

Ausgerechnet an dieser engen Stelle vor einer schlecht einzusehenden Straßenbiegung muss ihm ein anderes Fuhrwerk entgegen kommen. Und als wäre dies nicht schon ärgerlich genug, muss sich dies auch auf dem Heimweg mit schwerer Ladung zutragen. Ein leicht zu rangierendes Fuhrwerk wäre ja auch wirklich zu einfach. Aidan flucht. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als vom Kutschbock zu steigen und den Grauschimmel mit eigener Muskelkraft zu unterstützen, diese verfluchte Karre ein paar Schritt zurück zu wuchten, um sie dann nah genug an die Hausmauer lenken zu können. Missgelaunt klettert er schließlich wieder auf den Kutschbock und will den anderen Fuhrwerker mit einem gepfefferten Spruch auffordern seinen „lahmen Gaul“ doch endlich in Bewegung zu setzen, um hier nicht noch Wurzeln zu schlagen, da fällt sein Blick auf dessen weibliche und obendrein sehr hübsch anzusehende Begleitung, die Aidan den Ärger glatt vergessen lassen. Statt böser Worte fliegt nun ein anerkennender Pfiff zum anderen Fuhrwerk hinüber, die Art Pfiff, die Mann nur schönen Maiden hinterher schickt, begleitet von unverhohlen ergötzten Blicken und frechem Grinsen. Er hat keine Ahnung, wen er da tatsächlich vor sich hat, sonst würde er sich eine solche Dreistigkeit vielleicht nicht erlauben -aber auch nur vielleicht, denn schließlich ist dieser „Lohn“ nach dem Ärgernis doch wohl verdient.
"Einen wundervollen guten Morgen, Schönheit. Wir könnten mal zusammen tanzen gehen. Morgen abend schon was vor?", zwinkert er ihr kühn zu, sie in Verlegenheit zu bringen. Allein der Spaß soll es ihm wert sein, denn Aidan ist natürlich nicht dumm genug, zu glauben, ein Spitzohr würde sich auf eine solche Verabredung einlassen.
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Arwen

Stadtbewohner

Posts: 1,148

Occupation: Hohepriesterin der Anukis

Location: Vinyamar

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171

Wednesday, May 28th 2014, 9:27pm

So ruhig der erste Teil der Fahrt durch die Weltenstadt auch gewesen sein mag - von zwei schnatternden und kichernden Mädchen auf den hinteren Plätzen einmal abgesehen - an einer Straßenbiegung, die nur schwer einzusehen ist, hat sich das erledigt. Ihnen kommt ein zweites Fuhrwerk entgegen, schwer beladen und von einem Grauschimmel gezogen. Ehe Gerion auch nur ein Wort sagen kann, dass er mit seinem leichteren und damit wendigeren Gespann zurücksetzen würde, ist der andere Wagenlenker bereits fluchend vom Kutschbock herunter und stemmt sich zusammen mit seinem Pferd gegen das Gewicht des Fuhrwerks. Es dauert eine Weile, wenn auch nicht ganz so lang wie man im ersten Moment vielleicht angenommen hätte, dann ist der Wagen einige Schritt weit zurückgeschoben und der junge Mann klettert behände zurück auf den Kutschbock und manövriert sein Gefährt so dich an die Hausmauer heran, dass ein geschickter Kutscher sein Fuhrwerk an ihm vorbei lenken kann. Und Gerion ist ein sehr geschickter Wagenlenker. Ein leises Zungeschnalzen genügt und mit einem leisen Schnauben zieht der schwere Wallach wieder an. Gerade als Arúen sich bei dem Mann dafür bedanken will, dass er sein Fuhrwerk zurückgesetzt hat, tönt ihr ein Pfiff entgegen, der ihr für einen Moment schlicht die Sprache verschlägt.

Nicht, dass die Elbin nicht wüsste, was er bedeutet. Sie hört so etwas auch nicht zum ersten Mal. Normalerweise gelten solche Pfiffe jedoch nicht ihr. Zeit ihres Lebens war sie nicht in der Situation, dass Männer (seien es nun Elben oder Menschen) derart offensichtlich auf sie als Frau reagiert hätten. Einmal ganz abgesehen davon, dass sie sich selber nicht als schön ansieht, sondern einfach für ganz normal hält. Insofern ist eine leicht verständnislos hochgezogene Augenbraue auch ihre erste Reaktion auf den Pfiff und die ihm folgenden Worte. Dass Gerion neben ihr vor lauter Schreck ob der Dreistigkeit kreidebleich wird (und in Gedanken allen Zwölf Göttern und ihren Archonen einzeln dankt, dass der Elbenritter jetzt nicht hier ist), bemerkt sie nicht.
Für den Bruchteil eines Augenblicks ist da der durchaus verlockende Gedanke, dass es sie nur eine kurze Geste und ein paar Worte kosten würde, den dreisten Kerl für einige Minuten seiner Stimme zu berauben. Doch im selben Herzschlag meint sie die Worte der ehrwürdigen Mutter der Erinnerung zu hören >Das erste, was eine angehende Hohepriesterin lernen sollte, ist Beherrschung. Wenn der Bär jedes Wiesel, das ihn von der Seite anfaucht, mit Brüllen und Pranken in die Flucht schlüge, wäre er bald heiser und müde. Abgesehen davon, dass man es im Wald vor lauter Lärm nicht mehr aushielte.< Also atmet sie einmal durch - und stockt gleich wieder, als Rialinn hinter ihr auftaucht, die sich neugierig auf die Zehenspitzen stellt um ihrer Mutter über die Schulter schauen zu können.

"Mama, wer ist das und warum pfeift er so wie Tolan, wenn Daira an ihm vorbeigeht?" In dieser Haltung, den Kopf direkt neben dem ihrer Mutter, könnte nicht einmal ein Blinder übersehen, wie sehr sich die beiden Elbinnen gleichen, die eine die jüngere Ausgabe der anderen. "Ich weiß nicht, wer das ist, min Arzaen", ist die ebenso sachliche wie trockene Antwort, ehe Arúen sich dem Mann wieder zuwendet. Und warum er so pfeift, weiß ich auch nicht… und ich will es auch nicht wissen… Abschätzend wandert ihr Blick über den Mann und sein Fuhrwerk, nicht unfreundlich, aber nichts desto trotz höchst aufmerksam, fast schon wachsam. "Die Götter zum Gruße", richtet sie das nun Wort an ihn. "Vielen Dank, dass Ihr Euren Wagen zurückgesetzt habt", ignoriert sie die dreisten Worte erst einmal, kann es sich dann aber doch nicht ganz verkneifen. "Eine… interessante… Einladung - aber nichts für mich." Kurz schimmert das Siegel Anukis' auf ihrer Stirn auf. "Ihr werdet Euch eine andere Begleitung zum Tanz einladen müssen." Arúen nickt Gerion kurz zu, der das Zugpferd wieder antreten lässt. "Einen schönen Morgen noch", gilt ein kurzer Gruß noch dem Mann mit dem Grauschimmel-Fuhrwerk.


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min Arzaen = mein Schatz
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Aidan

Stadtbewohner

Posts: 122

Occupation: Schreiner

Location: Talyra Schreinerei "Wulfor & Söhne"

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172

Thursday, May 29th 2014, 7:45pm

‚Das ist alles, nur ein lausig kurzer Blick?’ Und dieser ist noch nicht einmal entsetzt oder wenigstens empört, einfach nur abschätzend, ob er noch alle Tassen im Schrank habe und überhaupt nicht dazu geeignet, Aidan wenigstens einen kleinen Triumph an diesem verkorksten Morgen zu gönnen. Sein freches Grinsen perlt an diesem aalglatten Spitzohr ab, wie Wassertropfen von Seerosenblättern, nur deutlich weniger elegant. Denn wie dieser Morgen beschlossen haben musste, alles verquer laufen zu lassen, was sich nur quer stellen kann, taucht neben der Schönheit ungerührtem Gesicht, dass eines Mädchens auf - viel zu jung, für so gewagte Plänkeleien. Sie sehen einander auffällig ähnlich, vielleicht ihre kleine Schwester oder ihre Tochter oder nichts von alledem. Diese Spitzohren sehen doch irgendwie alle gleich aus mit ihren makel- und ausdruckslosen Gesichtern.

Aidan gibt sein freches Grinsen auf, das mit Sicherheit schon eingefroren wirken muss. Sie kann ohnehin nichts für seine Übellaunigkeit, ist nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Oder vielmehr ist er es, zuckt er nur mit Schultern, von einem Seufzen begleitet und will gar nicht wissen, was die Beiden da zu tuscheln haben. Dieser Tag konnte nur besser werden, immerhin noch einer ohne das Joch, das sein alter Herr kaum erwarten kann.

„Nichts für ungut“, winkt Aidan bei ihrem Dank nur ab und rechnet nicht damit, dass sie überhaupt auch nur ein einziges Wort zu seinen Avancen verlieren würde. Überraschender Weise tut sie es doch und lässt Aidan die Zügel in seinen Händen wieder anziehen. Mit verräterisch zuckenden Mundwinkeln schaut er hinüber. ‚Interessante Einladung? Scheinst ja doch Humor zu haben.’ Doch um der Kleinen Willen denkt er über eine gewitzte Erwiderung besser gar nicht erst nach und tut gut daran, wie sich gleich zeigen soll. Mit einem Korb hat Aidan ja gerechnet, nicht aber mit diesem glühendem Zeichen auf ihrer Stirn. Und mag es auch noch so kurz zu sehen sein, so riecht es doch verflucht noch mal nach Unheil, dass er auf seinem Kutschbock regelrecht erstarrt. Es ist sehr beunruhigend, nicht erkennen zu können, wozu das gut sein sollte oder was sie damit bewirkt hatte.

Erst als Hufgetrappel und Räderklappern des anderen Fuhrwerks nicht mehr in seinen Ohren klingen, wagt Aidan sich vorsichtig wieder zu rühren, darauf bedacht, sofort vom Karren zu springen, sollte sich der Himmel auftun und irgendwas auf ihn hernieder sausen wollen. Als nichts dergleichen geschieht, schaut er argwöhnisch an sich herab, tastet Gesicht und Schopf nach Warzen, Hörnern oder sonst welchem Hexenwerk ab und wirft zu guter Letzt einen prüfenden Blick auf die Ladung. Sein alter Herr würde sich nicht umstimmen lassen, sollte der Holzlieferung irgendetwas zugestoßen sein. Es scheint alles wie zuvor, welch Lichtblick an diesem Tag. Er konnte ja auch nur besser werden. So ganz will sich das mulmige Gefühlt während der restlichen Heimfahrt jedoch nicht abstreifen lassen, auch wenn ihn niemand komisch ansieht, Medina ihm zuckersüß zulächelt, während sie die Federbetten lüftet ( und eines davon hatte es dringend nötig, so verschwitzt, wie sie sich letzte Nacht darin gewälzt hatten) und Hannen, der Metzgersohn und enger Freund ihm nur zuruft, ob es denn Morgen dabei bliebe. Freilich bleibt es dabei, wo die Abende doch endlich mild genug sind, sie auch im Freien zu verbringen. Außerdem hatten sie doch schon eifrigst verbreitet, dass sie zum Tanz aufspielen und damit die Saison eröffnen würden. Und als Aidan das Tor des heimischen Gehöftes passiert, hat er den Vorfall beinah schon vergessen, jedenfalls gut genug, um keine Unannehmlichkeiten mehr zu erwarten.
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Dayan

Unregistered

173

Tuesday, June 3rd 2014, 10:05pm

--> Arkendirs Heim

Dayan holt erst draußen auf der Straße richtig Luft. Keine Sekunde zu spät, denn sie sieht schon Sternchen. Ihr eigentlicher Plan hat sich deutlich verschoben. Zwar ist sie wie angedacht zur Tür heraus, aber heimlich sieht anders aus. Jetzt steht zu befürchten, dass man sie aufhält. Tanzen...
Ja das würde sie gerne tun, eigentlich... Sie nimmt die Hand vom Türrahmen, der ihren bebenden Leib Halt bot. "Schuhe kaufen..." schüttelt Dayan ungläubig den Kopf. "... Etwas dümmeres mochte dir nicht einfallen!"
Die Wargin sucht die Dächer nach den Schwarzmilanen ab. Mit einem Seufzen muss sie feststellen, dass sie nicht da sind. Schon viel zu lange waren sie fort und damit auch die Druidin. Jede Hoffnung die Dienerin der Weltenmutter zu finden dahin und im Grunde auch der Plan in den Wald zu flüchten. Doch dieses Theater hält sie einfach nicht mehr aus.

Zunächst tragen ihre Beine sie nur zur nächsten Gasse. Erstmal weg vom Haus. Von da an geht es kreuz und quer durch die Straßen. Man könnte glauben sie wüsste genau Bescheid wohin sie geht, doch dem ist nicht so. Mit Nichten! Dayan hat überhaupt keine Ahnung und bald sieht jedes Haus gleich aus. Allein das Wissen, dass jede größere Straße zum Kern führt leitet sie. All die sicheren Tritte, die gnadenlos fehlerfreie Orientierung, ist weg als habe jemand das Wissen in Watte gepackt. Sie ist immer so vergesslich und müde. Es war zum Verrückt werden!
Normalerweise konnte man sie auch nicht überraschen und wenn sie nicht wollte folgen ohne große Geschicke an den Tag zu legen. Das zählt natürlich mehr für Menschen und weniger für elbischen Waldläufer und so merkt sie Tyalfens Schwester auf ihren Fersen auch nicht. Auch wenn sie sich hin und wieder umdreht, nur um sicher zu gehen, dass sie allein ist.
Manches Mal schaut sie in die Lüfte... Und Wehmut kehrt in ihr Herz. Doch hilft ja alles nichts und so verfolgt sie ihren Plan weiter.
--> Platz der Händler

This post has been edited 2 times, last edit by "Dayan" (Jun 4th 2014, 8:11am)


Meowin

Stadtbewohner

Posts: 79

Occupation: Späher

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174

Friday, June 13th 2014, 4:41pm

Ein versunkenes Summen begleitet den Jungen, als er durch die Straßen läuft. Er hat überlegt, den Mauern für den Rest des Tages zu entfliehen. Schließlich ist er aber doch im Handwerksviertel gelandet. Häuser und Werkstätten von all denen, die hier schaffen und ihr Handwerk ausüben, reihen sich seinen Weg entlang. Schneider, Böttcher und Bäcker, Korbflächter, Sattler und Radmacher. Die freudigen Stimmen, die an ihm vorbeiziehen, wecken seine Neugier erneut. Meowin folgt den jungen Leuten, welche es unbestreitbar in eine Richtung treibt.
Vor einem kleinen Schuhmachergeschäft hält er kurz inne. Ein mit einem Papier bestücktes Holzschild lehnt davor. „Wir suchen...“ entziffert er und fühlt sich an eine andere Stadt, einen anderen Schusterladen mit einem ganz ähnlichen Aushang erinnert. Er könnte die Möglichkeit nutzen und hätte ein Auskommen. Doch es würde ihn nicht glücklich machen, das weiß er schon lange. Er möchte sich einer anderen Sache verpflichten. Sollte es sogar bald tun.

Er geht weiter und nun weist ihm die Musik den Weg. Sie klingt ihm entgegen, sodass er meint, die Menschen bereits tanzen zu sehen. Kleine Zweifel bleiben. Aber was soll er allein sein an einem solchen Ort der Geselligkeit wie dieser Stadt? Wieder beginnt Meowin zu summen, diesmal zur gespielten Melodie. Endlich erreicht er die Schreinerei. Er tritt in den geschmückten, mit Tischen bestellten und inzwischen mit viel Fröhlichkeit gefüllten Innenhof.

→ Schreinerei „Wulfor & Söhne“

Aidan

Stadtbewohner

Posts: 122

Occupation: Schreiner

Location: Talyra Schreinerei "Wulfor & Söhne"

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175

Saturday, July 19th 2014, 4:18am

-> Schreinerei "Wulfor & Söhne"

Mit Korb, Hund und Käuzchen verlassen sie den Hof und während Räuber sie schon aufgeregt immer wieder umrundet, ist von dem Käuzchen bald nichts mehr zu sehen, wenigstens nicht für Aidans Augen. Dafür hat er Medina unter den Gästen des Harfengartens entdeckt, die dort mit zwei ihrer Freundinnen an einem Tisch unter den blühenden Linden sitzt, deren Duft zu ihnen hinüberweht. Auch sie hat ihn gesehen und will ihm zuwinken. Ihre Hand sinkt jedoch rasch, als Aidan Narsaêns Hand ergreift. Hätte er geahnt, dass er hier auf sie treffen würde, hätte er freilich einen anderen Weg gen Nordtor hinaus zur Feenwasser gewählt. Nun ist es zu spät, abzubiegen und einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen und ihm bleibt kaum etwas anderes, als den Dreien grüßend zuzunicken. Keine der Dreien erwidert seinen Gruß. Medina gibt sich kühl und gelassen, während ihre Freundinnen die Köpfe zusammenstecken. „Hat Aidan schon wieder eine Neue? Kennst Du die?“ „Nein, aber was will er denn mit der? Die hat doch nicht mal ordentlich Holz vor der Hütte?“ „Stimmt, wo der doch sonst nicht die Augen aus Medinas Dekolleté bekommen hat.“ „Und nicht nur die Augen“, kichert die Andere. „Die wird ihn schnell langweilen.“, mischt sich nun Medina selbstsicher und hochnäsig in das Getuschel der Mädchen. „Ich gebe ihr keine zwei Siebentage, dann klopft er wieder an mein Fenster.“ „Du wirst Dich doch nicht wieder auf den einlassen?“ „Oh er wird ganz reumütig angekrochen kommen wie schon einmal. Doch dieses Mal wird um meine Hand anhalten müssen, bevor ich ihn wieder erhöre.“ Die Mädchen lachen. „Ja wenn ihn Eine zähmen kann, dann wohl Du.“

Eiligen Schrittes hat Aidan seine Liebste am Hafengarten vorbei über den Marktplatz gezogen und im Gegensatz zu der Elbin feinem Gehör nicht hören können, was die Drei getuschelt haben mögen, als sie an ihnen vorbei mussten. Und so fragt er sie ganz unbedarft als sie in die nächste Straße einbiegen. „Was würdest Du sagen, wenn wir Dir eine eigene Werkstatt bei uns einrichten? Wenn sich herumspricht, dass Du Bögen fertigst, wirst Du Dich vor Aufträgen kaum retten können. Viele aus unserem Viertel gehen nicht zur großen Herbstjagd, weil es gute Jagdbögen höchstens bei den Handelkarawanen zu erstehen gibt und deren Preise sind jenseits von Gut und Böse. Die Kaufleute schlagen bestimmt noch einmal das Doppelte obendrauf. Und bei uns steht das Atelier leer. Meine Mutter hat dort früher Möbel bemalt. Was denkst du?“
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Narsaen

Stadtbewohner

Posts: 206

Occupation: Waldläuferin / Bognerin

Location: Talyra

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176

Saturday, July 19th 2014, 1:27pm

Als Aidan nach ihrer Hand greift, blickt Narsaên auf und lächelt ihn an. Aber er schaut nicht zu ihr, sondern hat etwas anderes im Blick. Oder jemanden. Sie folgt seinem Blick hinüber zum Harfengarten und entdeckt recht schnell drei junge Frauen, die zu ihnen hinüber sehen. Starren trifft es eher. Vor allem die eine, mit ihrem scheinbar gleichgültigen Gehabe, aber diesem Blick, der der Elbin alles zu wünschen scheint, nur nichts Gutes. Das ist also Medina. Musternd betrachtet Narsaên die junge Frau, die schon rein äußerlich so ganz anders ist, als sie selbst. Volle Lippen, eine nicht zu verachtende Oberweite, sehr weibliche Rundungen…
Verflucht sensible Ohren. Noch nie hat sie sich über ihr Gehör geärgert. Jetzt tut sie es. Und das, was sie hört, verunsichert sie. Und dass es sie verunsichert, verwirrt sie noch mehr. Denn eigentlich ist Narsaên keine Elbin, die etwas auf das Geschwätz anderer Leute geben würde und schon gar keine, die sich derart leicht verunsichern lässt. Aber in so einer Situation wie jetzt war sie noch nie zuvor. Aidan hat sie alle ihre Überzeugungen über Bord werfen lassen. Sie hatte nicht vorgehabt, sich zu verlieben. Schon gar nicht in einen Menschen. Das kann zu nichts Gutem führen. Ach nein? Und warum fühlt es sich dann so gut an?
Aidan zieht sie weiter über den Marktplatz, für dessen Treiben sie keine Augen hat. Stattdessen sieht sie ihn an und fühlt wie die anfängliche Skepsis wieder in ihren Geist zurückkriecht. Wird sie ihn tatsächlich langweilen, wenn sie sich ausgetobt haben? Und wird er sich dann wieder das nächste Mädchen suchen oder gar zu dieser Medina zurückkehren? <„Mein Herz ist Dein.“> Solch bedeutungsvolle Worte… Oder doch nur Worte? Narsaên presst sich die freie Hand gegen die Schläfe. Sie sollen aufhören, diese unnützen Sorgen. Sie will es genießen, zu lieben und geliebt zu werden. Und wenn es nur für einen Augenblick ist, dann soll es eben so sein, will sie sich zerknirscht zugestehen. Nur ein flüchtiger Augenblick…
<"Was würdest Du sagen, wenn wir Dir eine eigene Werkstatt bei uns einrichten?"> Narsaêns Brauen heben sich fragend und noch ein Stückchen weiter, als er seinen Vorschlag genauer ausführt. Was bedeutet das? Warum schlägt er ihr das vor? So einen Vorschlag macht doch niemand, der nicht über ein Stück gemeinsamer Zukunft nachdenkt. Sollen sich diese Menschenmädchen geirrt haben? Narsaên würde es sich wünschen. Oh, und wie sie es sich wünscht. Ihre Schritte verlangsamen sich bis sie schließlich stehen bleibt, Aidans Hand immer noch haltend.
„Ist das dein Ernst?“, fragt sie und blickt neugierig zwischen seinen Augen hin und her. Oh, wie gerne würde sie jetzt seine Gedanken hören. Aber es sind zu viele Leute in der Nähe, deren unkontrollierte Gedanken und Gefühle ihr Selbst wie eine riesige Welle hinfort spülen würden. Um das zu wagen, ist sie nicht geübt genug. „Wir kennen einander erst einen Tag, nicht einmal das, und das reicht dir, solch einen gewagten Vorschlag zu machen?“ Ungläubig schüttelt sie den Kopf und senkt den Blick. Was hätte sie schon zu verlieren? Außer Zeit. Und von der hat sie doch wahrlich genug. Warum es also nicht wagen? Wenn es nicht funktionieren würde, könnte sie einfach wieder heimkehren und das alles vergessen. Heimkehren… Tyalfen…
Sie hebt den Blick wieder und lächelt Aidan an. „Der Gedanke gefällt mir“, antwortet sie schließlich. „Aber ich…“, flüchten ihre Augen kurz vor den Seinen. „Ich würde vorher gerne mit meinem Bruder darüber sprechen.“ Rasch hebt sie die freie Hand an Aidans Wange und haucht ihm einen beruhigenden Kuss auf die Lippen. „Das gestern… So ist er eigentlich nicht. Er ist wirklich liebevoll und fürsorglich. Aber er hat viel durchgemacht, gerade in den letzten Monden, und… reagiert derzeit schnell ein wenig über.“ Sie streicht ihm zärtlich eine Locke hinter die Ohren, die sich nicht von dem Lederbändchen in seinem Haar hat bändigen lassen. „Bitte… Es bedeutet mir viel, dass er die Möglichkeit bekommt es gutzuheißen.“
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Aidan

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Saturday, July 19th 2014, 10:42pm

„Mein voller Ernst!“, stellt sich Aidan liebevoll lächelnd ihrem forschenden Blicken und muss zugeben, seinem männlichen Ego schmeichelt auch ein wenig, dass sie ihn wohl doch nicht ganz so wehrlos in ihrem Netz zappeln wähnt. Welcher Mann behält nicht gern das Ruder in der eigenen Hand.. „Ich muss natürlich noch meine alten Herren überzeugen. Vater wird sich vielleicht etwas schwerer tun. Aber ich weiß schon, wie ich ihn ins Boot bekomme. Er kann eigentlich gar nicht nein sagen.“ Ihr jedoch gelingt es mit einem einzigen Satz, ihm das Ruder zu entwenden. Er könnte ihr gewiss all die geschäftlichen Argumente aufzählen, die er seinem Vater und dem Oheim vortragen wollte, angefangen von besseren Rohholzpreisen bei größerer Abnahme, über stetige Einnahmen aus Pacht und Zuschnitt bis hin zum gegenseitigen Kundengewinn, von ihren Vorteilen ganz zu schweigen. Doch all diese Dinge stehen nicht für seine eigenen, wahren Gründe. Er will sie bei sich haben, so oft es nur geht. Sie nennt es gewagt und schüttelt den Kopf, schlimmer noch entzieht sie ihm ihre wunderbaren Augen. 'Haben wir denn heute nicht schon viel mehr gewagt?’ Aidan muss daran denken, sie ohne jede Vorsicht geliebt zu haben. Ist ihr nicht bewusst, welche Folgen das haben könnte? Könnte es doch, oder? Doch er hat schon von Halbblütern gehört, er ist sich recht sicher. Da lächelt sie ihn wieder an, ein Lächeln, das Aidans kleine Welt wieder in Ordnung bringt, wenigstens für den Moment, da sie es ihm schenkt. Eine Meisterin des Abers seufzt Aidan im Stillen und ihr Bruder ist ein verdammt großes Aber. Er will ihr schon vorschlagen, doch lieber gleich mit ihrem Vater zu sprechen, immerhin hätte mit diesem auch ein kleines Anliegen zu bereden, doch da sieht sie ihn wieder an mit diesem Blick, mit dem sie Eisberge zum Schmelzen bringen könnte, ihre zarte Hand auf seiner stoppeligen Wange, ihr hauchzarter Kuss auf seinen Lippen … sie weiß, wie sie ihn vergessen macht, dass seine Eingeweide auf dem Spiel stehen. „Sag ihm, es ist ein lichtgefluteter Raum und Du bekommst ihn nach Deinen Wünschen eingerichtet.“ Er zieht sie an sich, um seine Stirn an ihre zu legen. „Sag ihm, Du bekommst das Holz über die Schreinerei preiswerter. Sag ihm, Du profitierst von unseren Kunden und dass es sonst niemand gibt, der Bögen macht. Sag ihm, Du zahlst erst dann eine kleine Pacht, wenn Dein Geschäft läuft. Sag ihm … noch nichts von uns.“
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Narsaen

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Sunday, July 20th 2014, 1:21am

Mehrere Herzschläge lang blickt sie ihn nur an, ohne dass man ihren Zügen ansehen kann, was ihr durch den Kopf geht. Und das ist eine Menge. Nicht nur, dass sie noch keine Ahnung hat, wie sie mit Tyalfen darüber reden soll, ohne dieses klitzekleine, offenbar völlig unbedeutende Detail auszulassen, dass Aidan und sie betrifft und ihn auch gleichzeitig noch glaubwürdig davon überzeugen soll, wie vorteilhaft es wäre, eine eigene Werkstatt zu besitzen. An sich wäre es kein Problem, doch gibt es da noch etwas, von dem Aidan nichts weiß. Nämlich der geplanten Abreise im Herbst. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf würde nichts, das sie Tyalfen auftischte, auch nur ansatzweise überzeugend erscheinen. Ganz abgesehen davon, dass sie ihren Bruder nicht belügen könnte. Etwas verschweigen, so wie ihre heimliche Abreise von zuhause, vielleicht. Aber bewusst lügen? Niemals...
Ohne Antwort löst sie ihre Stirn von seiner und zieht ihn grüblerisch weiter, ohne wirklich zu wissen wohin. Was soll sie ihm antworten, ohne dass er sich verletzt fühlt oder vielleicht etwas missversteht? Warum überhaupt soll sie Tyalfen nichts von ihnen erzählen? Sicher, es würde ihm nicht gefallen. Vermutlich würden sie streiten, womöglich würde er ihr sogar verbieten, Aidan weiterhin zu sehen. Was sie natürlich nicht davon abhalten würde, sich weiterhin mit ihm zu treffen. Aber wenigstens würde es klare Verhältnisse schaffen und sie müssten nicht Versteckspielen. Oder ist gar nicht ihr Bruder der Grund? Ist es vielleicht, weil er sich doch die Möglichkeit auf ein anderes Mädchen offen halten möchte? Diese Medina beispielsweise?
Narsaên bleibt wieder stehen und lässt ihn den Schritt zu ihr aufschließen. Sie sollte mit offenen Karten spielen, damit Aidan verstehen kann und hoffentlich verstehen wird, was sie zögern lässt, warum sie ihm nicht um den Hals fällt und zu allem ja sagt. „Das ist nicht so einfach…“, hebt sie den Blick und schaut ihn an. „Du musst wissen, dass ich eigentlich nicht in dieser Stadt lebe, sondern meinen Bruder hier derzeit besuche. Und… vorgesehen ist eigentlich, dass wir im Herbst gemeinsam heimkehren, zurück in unsere Heimat. Also bald und entfernt genug, als dass ich ihm glaubwürdig vermitteln könnte, für diese kurze Zeit eine Werkstatt eröffnen zu wollen. Er kennt mich zu gut, um nicht hellhörig zu werden.“ Bedauernd und zugleich entschuldigend huschen ihre Augen hin und her, pressen sich ihre Lippen immer wieder aufeinander.
Nein, sieh mich nicht so an!‘, versucht sie noch ihre Augen rechtzeitig von den Seinen zu lösen. Doch da klopft ihr Herz bereits wieder schneller, wirbelt die Gedanken in ihrem Kopf erneut durcheinander und verbannt ihre Sorgen und mögliche Konsequenzen wieder in irgendeine Ecke. „Vielleicht…“, schließt sie kurz die Augen, wie um sich zu besinnen. „Wenn ich ihm aber nur sage, dass du mich bei euch in der Werkstatt arbeiten lässt, quasi als… Zeitvertreib… bis zum Herbst…“ ‚Dummerchen…‘, erklingt diese nervige Stimme namens Gewissen oder Vernunft oder Verstand in ihrem Kopf wieder. ‚Du bist doch sonst so ein kluges Ding. In was reitest du dich eigentlich hinein? Du solltest besser die Finger davon lassen, die Zeit bis zur Abreise mit anderen Dingen überbrücken und dann im Herbst mit deinem Bruder heimkehren. Und aus.‘ „U-Und im Herbst dann… könnte ich bleiben… wenn du noch möchtest.“ Ein tiefes Seufzen hallt in ihrem Kopf wieder.
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Aidan

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179

Sunday, July 20th 2014, 12:13pm

Aidan kann sie nur fassungslos anstarren, kann das Ausmaß dessen, was sie ihm da sagt, gar nicht auf Anhieb überblicken. Nur das es alles andere als einfach ist, dass wird auch ihm sehr schnell bewusst. Ob er sie jeden Tag in seiner Nähe haben könnte verliert immer mehr an Gewicht. Sie gehört nicht einmal hier her, ist nur zu Besuch und schon im Herbst würde sie fortgehen, nein heimkehren und wenn auch ihr Bruder ging, gibt es wohl keinen Grund mehr für sie, je wieder nach Talyra zu kommen. Sie wird ihn verlassen, dämmert ihm. Wie kann er sie da noch zuversichtlich anlächeln. Er steht auf so entsetzlich dünnem Eis, dass er sich kaum zu rühren wagt und immer stärker bezweifelt, dass er ihren Worten in der Werkstatt die richtige Bedeutung beigemessen hat. Sie hat ihm ganz und gar gehört, als sie in seinen Armen lag und offensichtlich hat sie gar nichts anderes gemeint, als sich ihm für den Moment völlig hinzugeben. Was ist er doch für ein Idiot! Und nun hat er sie mit seinen Plänen gänzlich in die Enge getrieben, bis hin zu einem abgenötigten, fadenscheinigen Angebot. Er selbst hat Mädchen schon zu oft Möglichkeiten in Aussicht gestellt, ohne wirklich etwas zu versprechen, um das nicht zu durchschauen. Nun fällt es auf ihn zurück. Irgendwann musste es wohl einmal so kommen.

„Bis zum Herbst lohnt es sich wirklich nicht.“ mimt Aidan ein unbeschwertes Lächeln. „Es war ja auch nur eine fixe Idee. Du kommst einfach vorbei, wenn es Dir passt.“ Er weiß, dass er ein ganzes Stück zurückrudern muss, will er bis zum Herbst wenigstens ihr Zeitvertreib sein. Jeder weitere, zu offensichtliche Versuch, sie an sich zu binden, könnte das Ende bedeuten. So war es bei ihm immer gewesen. Niemals wieder darf er von der unbeschwerten Leichtigkeit abweichen, sondern mit sinnlichen Freuden immer wieder aufs Neue locken. „Lass uns keine Zeit verschwenden.“, senkt Aidan seine Stimme zu diesem samtig dunklen Schnurren, das die Mädchen seufzen ließ und beugt sich dicht an ihr Ohr, dass kein Passant die Worte hören mag, die nur für sie bestimmt sind. „Du bist so aufregend nackt zwischen deinen Schenkeln, dass ich es kaum erwarten kann, dich zu schmecken. Komm!“
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Narsaen

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180

Sunday, July 20th 2014, 1:02pm

Nein. Es war mehr als eine fixe Idee. Sie hat es in seinem Blick gesehen. Dieses Glück, diese Zuversicht, die sie mit ihren Worten einfach hinfort geweht hat, wie der Wind eine zarte Feder. Dabei hatte sie sich noch vor wenigen Herzschlägen gewünscht, sie könnten einfach weiter gehen, mögliche Zukunftspläne vorerst Pläne sein lassen und den Augenblick genießen, einander lieben, wieder und wieder, ohne sich Gedanken um ein Morgen machen zu müssen. Was würde sie nun dafür geben, diese Fassungslosigkeit aus seinem Blick zu verbannen, um dieses erdrückende Gefühl, das ihr Herz einnimmt, wieder loszuwerden. Seine Lippen lächeln, doch seine Augen erreicht es nicht vollständig.
„Aidan…“ Da ist es wieder, dieses samtig weiche wie warme Dunkel in seiner Stimme, das ihr diesen kalten Schauer über den Rücken jagt, dass sie sich zusammenreißen muss, sich nicht zu schütteln. Keine Zeit verlieren, ja, das ist es doch, das sie eigentlich wollte. Jede Sekunde mit ihm auskosten und alles andere um sie herum vergessen. Und als er sich dann auch noch vorbeugt und ihr diese Dinge ins Ohr flüstert, dass es ihr die Röte auf die Wangen jagt, sind ihre Sorgen wieder in weite Ferne gerückt. Verlegen blickt sie sich hastig um, ob es jemand gehört haben mag, ehe sie ihm einen Klaps auf die Wange gibt, schon mehr ein Streicheln als auch nur der Ansatz einer Ohrfeige, und leise lacht, ehe sie ihm folgt: „Du bist wirklich unmöglich.“

--> Mit Aidan ins Larisgrün
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