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Tiandaril

Unregistered

151

Friday, February 21st 2014, 7:28pm

Nach dem Gedue blickt der Silberelb auf die Straße vor sich, erwartet aber dennoch eine Antwort. Diese lässt jedoch auf sich warten. Stattdessen, obwohl der Elb sicher nicht danach sucht, fühlt er ein wenig Wut von Seiten Learcan's herüberschwappen. Er muss also wahnsinnig sauer sein. Denn normalerweise quetscht sich nicht viel durch die Ritzen des Empathiewalls, die er aufgestellt hat. Also wird der Krieger ein wenig aufmerksamer, versucht ganz sachgemäß der Tatsache auf den Grund zu gehen. Vielleicht ein Zufall? Unter Umständen hat Learcan etwas wichtiges zuhause vergessen. Soetwas kann einen Menschen sicherlich erzürnen. Zumal, so sein bisher leider wenig erprobtes Buchwissen, Menschen ab und an über ganz alltägliche Dinge zornig werden können. Die Wäsche ist nicht trocken, das Essen zu salzig oder die grüne Hose passt nicht zum blauen Hemd. Learcan würde der Silberelb jedoch nicht als solch eine Person einschätzen. Das würde einfach nicht passen. Vielleicht hat es also mit der Frage des Elben zu tun. War Atevora vielleicht doch nicht so fleißig, wie angenommen? Manchen Lehrmeister macht ein wenig erfolgreicher Schüler sehr zornig, obwohl dies natürlich kein gutes Attribut ist. Außerdem sollte ein Lehrer immer von einer Interdependenz zwischen Sender, Weg und Empfänger ausgehen. Wenn man einen Apfel in die falsche Richtung wirft, wird er nicht gefangen werden. Wenn man außerdem ein schrecklicher Werfer ist, hat das auch so seine Probleme. Es muss also nicht immer am Emp(Fänger) liegen. Auf jeden Fall sollte Tiandarîl besser nachfragen.

Was er jedoch nicht tut, da Learcan nur knapp und undeutlich antwortet und ihm dann eine Frage stellt. Ist solch ein Verhalten normal für den Normander? Dass man Fragen mit, abgesehen von einer halbfertigen Antwort, mit Fragen beantwortet? Zu schwammig, als dass Tiandarîl dieses Verhalten kopieren würde. Was, wenn er falsch liegt? <"Wie lange ist es her, dass du mit einer Frau zusammen warst">, lautet die Frage und der Elb will mit vorgestern antworten. Geöffnet wird der Mund, um das Gedachte zu versprachlichen, als der Normander seine Frage ergänzt. <"Im Sinne von körperlich sehr nah zusammen."> Es schließt sich der Mund und öffnet sich dann wieder, denn der Elb will eine Geschichte vom Kampf mit einer weiblichen Kriegerin zu Gute bringen. <"Du weißt schon... Ohne Kleidung."> Mund wieder zu, nur um geöffnet zu werden. Also ein nackter Tanz? Das hatte er noch nie getätigt, wobei er einmal als Kind mit einem Mädchen in einem kleinen Bach geübt hat. <"Und ähm... ich meine nicht zu Übungszwecken oder sonstigen kampforientierten Handlungen." > Noch ein letztes Mal schließt sich der Mund und öffnet sich dann, gleich einem Fisch, der versucht, an Land zu atmen. Fertig geatmet erwidert der für einen Fisch Gehaltene: "Hmm... also ich kann mich an damals erinnern, als ich in meinem Dorf zu einer etwas unkonventionellen Zeit baden war. Stell dir vor, wir haben heiße Quellen und nur durch eine Bambuswand getrennt waren drei Frauen. Ich nehme an, sie waren nackt. Schließlich wäre es ja unsinnig, mit Kleidung zu baden. Man wäscht Kleidung also nicht bei uns Bad, wir sind eine Badmögerkultur. Ist das richtig?" Wieso möchte der Normander etwas über sein Badeverhalten wissen... Ein wenig komisch ist er ja schon, aber dennoch glaubt der Elb daran, dass noch eine blühende Freundschaft aus dem ganzen wachsen wird.

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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152

Friday, February 21st 2014, 8:08pm

Ende Langschnee

„Was? Nein! Mir geht es gut…“, erwidert Aneirin rasch und lässt die Hand sinken. Doch Tyalfen fügt noch hinzu, dass die fremde Elbin ihm helfen könne, die Schmerzen zu lindern, während er die Stäbe besorgen könne. Verlockend ist das Angebot schon, wenn er es sich ehrlich eingestehen würde, aber es widerstrebt dem Barden jetzt kehrt zu machen. Großartig erklären könnte er es nicht. Er will das Gefühl haben, etwas tun zu können. Zuhause bliebe ihm nichts anderes übrig als abzuwarten. Es tut gut mit Tyalfen unterwegs zu sein, hatte ihn der Abstecher zum Schneider doch wenigstens für eine Weile seine derzeitigen Sorgen vergessen lassen.
Also schüttelt er kaum merklich den Kopf, damit dieser nicht noch kräftiger schmerzen würde. „So schlimm ist es nicht“, erwidert er und hofft, dass es überzeugend genug klang, während er Anstalten macht weiterzugehen. Am Morgen noch, etwa zu der Zeit als die Elbin ankam, hatte er noch geglaubt, es würde ein guter Tag werden. Dann enttäuschte er Dayan, diese Kerle versauten ihnen den Tag und als wäre das noch nicht genug, musste dieses nervig nasse Wetter die ganze Stimmung auch noch ein wenig weiter drücken. „Wer ist diese Lorwen überhaupt?“, wechselt der Barde das Thema nach einigen Schritten und öffnet den Mantel wieder, weil es ihm inzwischen zu warm wird. Ein ‚wenn ich fragen darf‘ lässt er bewusst weg. Er glaubt, sich inzwischen ein paar Förmlichkeiten Tyalfen gegenüber sparen zu können. Dennoch hofft er, dass es dem Elben nicht als Unhöflichkeit missfallen würde.
Avatar © 2013 liegt bei der wundervollen Azra

153

Saturday, February 22nd 2014, 10:46am

Es ist schlimmer als Learcan gedacht hat. Tiandaril muss viel zu lange überlegen, bevor er schließlich antwortet. Und das Ergebnis ist geradezu erschütternd. <"Ich kann mich an damals erinnern"> Damals! Wie lange mag das her sein? Nach elbischen Maßstäben vielleicht 20 Jahre oder mehr? Aber dann legt Tiandaril los mit seiner Geschichte und Learcan hört aufmerksam zu. So aufmerksam, dass er sich schon nach den ersten paar Worten wünscht, Tiandaril würde nun vorspulen und endlich zum wesentlichen Teil kommen, der dann aus drei Frauen hinter einer Bambuswand besteht. Vielversprechend..., findet Learcan anfangs und horcht auf, bevor seine Erwartungshaltung jäh zusammenbricht, als der Elb hinzufügt, dass er lediglich annimmt, dass die Frauen nackt waren. Er nimmt es an...? Das sagt wohl alles. Learcan seufzt leise in Gedanken und hört nur am Rande, dass der Elb ihm eine Frage stellt. "Ja, ich verstehe was du meinst. Aber mir fällt auch kein passendes Wort dafür ein. Badekultur? Ihr habt eine hohe Badekultur? Wir haben übrigens auch heiße Quellen in Normand", erzählt er, aber es klingt irgendwie müde. Eventuelle Nachfragen hierzu wird er nur wenig enthusiastisch beantworten, denn Learcan muss erst einmal verarbeiten, was er da soeben gehört hat. Nein, das darf nicht sein. Dem Mann muss doch geholfen werden! Und der Normander hat auch schon eine Idee, wie dies umgesetzt werden könnte.

"Tiandaril, mein Freund", beginnt er und haut dem Elben kurz freundschaftlich auf die Schulter, "ich denke, du solltest deine Erinnerungen an die holde Weiblichkeit auffrischen und durch ganz neue Eindrücke ergänzen. Es gibt hier ein Gasthaus, das sich der Pfirsich nennt. Ich war selber noch nicht dort und kann daher keine großen Versprechungen machen. Aber ich hörte davon, dass es dort Frauen gibt, die dir...ähm...helfen können, ganz neue Seiten zu entdecken und die vielleicht... deine Energien quasi in ganz neue Bahnen lenken können. Ich finde, wir sollten dort hingehen und uns das ansehen, was meinst du? Den Tee können wir danach noch besorgen", sagt er lächelnd und geht im Geiste den Inhalt seiner Börse durch. Ja, das sollte auf jeden Fall reichen, selbst wenn es ein kostspieligeres Unterfangen wird.

Tiandaril

Unregistered

154

Saturday, February 22nd 2014, 11:29pm

Oh. In Normand gibt es auch Quellen? Eigentlich macht dies auch sicherlich Sinn. Tiandarîl hatte schon früher etwas über das Verhalten der Menschen im Norden gelesen. Aufgrund der Kälte dort oben fühlen sich einige sehr zu Wärme hingezogen, können aber gleichzeitig nicht sonderlich gut mit den heißen Sonnen der Wüstenlande, Savannen und Steppen zurechtkommen. Der Elb nickt nur, es soll auch schon bald eine weitere Frage, beziehungsweise ein weiteres Angebot folgen. In ein Haus soll er, in dem er seine Bilder von Frauen erneuern kann. Sind diese etwa alt geworden? Verändern sich Menschen optisch so stark? Bisher wusste er nur von diesem Phänomen genannt Mode, das sich in den Menschenreichen wahnsinnig schnell verändern zu scheint. Schneller noch als ein Chamäleon heißt es manchmal. Auch, wenn der Silberelb nicht unhöflich sein will, aber ein solches Angebot interessiert ihn recht wenig. Frauen gibt es auf der Straße genug und vor zwei Tagen hatte er erst Atevora getroffen. Was sollte man da auffrischen. Vermutlich lag da die Ungeduld des Menschseins. Wer nur vierzig bis fünfzig Jahre ohne größere Beschwerden leben kann, geht sicherlich anders mit dem Thema Zeit um, als jemand, der rein theoretisch die Unendlichkeit vor sich hat. In den Menschenlanden sollen auch tagesnutzende Philosophie, ebenso, wie von Grund auf Traurige sehr beliebt sein. Etwas, das es irgendwann einmal noch zu ergründen gilt. Neue Seiten soll er entdecken? Er hat maximal vier und zwei davon sind recht dünn. Auch, wenn er nicht der Gelenkigste ist, hat er schon einiges davon gesehen, weiß wo Muttermale, Brustwarzen, Zehen, Finger und fast alle Muskeln sind. Neue Seiten? Soll er denn jetzt fünfkantig werden? Mit Magie möchte er sich zumindest in dieser Form nur sehr ungern auseinandersetzen.

Als jedoch von Energien die Rede ist, wird Tiandarîl ganz anders. Jetzt sprechen sie eine Sprache. So etwas, wie eine Kampfkunstschule? Sicherlich ist er dort dabei. Mit vielen Frauen? Vielleicht ein Ableger des Tae'Shoan, einer sehr langsamen, fast meditativen Kampfkunst, die jedoch durch explosionsartige Ausbrüche und ein wahnsinniges Maß an Kraft trumpfen kann. Zwar hatte er schon mal ein wenig in eine solche Form in seinem Dorf schnuppern können, aber umso lieber würde er eine menschliche Variante davon sehen können. Vielleicht ist es auch einer dieser berühmten Kampftänze, die einige der Naturvölker untereinander praktizieren. Seine Unsterblichkeit würde er schon fast aufgeben, um so etwas sehen zu können. Natürlich ist er dabei. Er nickt äußerst eifrig, für einen Elben. Also im Endeffekt so eifrig, wie der Applaus nach einem Laientheater über Steuererhebungen in Azurien. "Wenn du willst, können wir diesen Ort der Energien besuchen. Wirklich ich würde mich freuen, neue Erfahrungen zu sammeln!", lautet die für ihn durchaus begeisterte Antwort. Vorfreude keimt in ihm auf, so, als würde er zum ersten Mal jemanden etwas vorführen sehen.

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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155

Tuesday, February 25th 2014, 6:03pm

Ende Langschnee

Wirklich überzeugen können Tyalfen die Worte des Freundes nicht. Wie auch, hat er sich dessen Verletzung selbst angesehen und ahnt, dass die Wärme der Schneiderstube, das wilde Pulsieren und Dröhnen seines Schädels wieder geweckt haben musste. Anmerken lässt er es sich ihm gegenüber jedoch nicht. Aneirin ist schließlich kein Narr, der Leichtsinn Vorzug vor Vernunft gibt. An der frischen Luft ist es zudem kalt genug, dass es seine Beschwerden lindern mochte, je länger sie sich draußen aufhalten. Also nickt Tyalfen einverstanden und sie setzen den Weg fort.
Nach nur wenigen Schritten fragt Aneirin nach Lorwen, was verständlich ist, so überraschend wie sie aufgetaucht war. Doch was soll er ihm sagen? Das Wenige, was er weiß, wirft nur noch mehr Fragen auf, auch unliebsame. „Ich weiß es nicht. Ich habe sie nie zuvor gesehen und ich kann mich auch nicht erinnern, dass Shâdano Arkendir sie mir gegenüber einmal erwähnte. Gefällt sie dir?“ wirft er einen schelmischen Blick über die Schulter auf das Antlitz des Freundes. „Dann sei besser auf der Hut. Sie weiß Avancen eindrucksvoll zu unterbinden. Und das meine ich durchaus wortwörtlich“ Ein leises, warmes Lachen gluckst in seiner Kehle, doch auf weitere Worte, die erklären könnten, was der Elb damit meinen könnte, muss Aneirin vergeblich warten.

-> Händlerplatz
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Anarshunjon

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156

Sunday, March 2nd 2014, 8:35pm

Einstieg

"Du dämlicher Herzländer! Schaff dich jetzt her. Ich will nicht einen Wimpernschlag auf dein Wehwehchen warten! Unser kleiner Freund macht sicher bald die Augen auf und es wäre doch Schade, wenn ich ihm gleich wieder eins verpassen müsste!" Zischt ein fast-Glatzkopf mit tätowiertem Hinterkopf. Fast-Glatzkopf weil er länger geflochtener, schwarzer Schopf sich im Auge der Tätowierung sich wie eine bösartige Schlage am Hals hinunter schlängelt. Meist trägt er seine Schwarze Mantelkapuze bis zu den dichten, langen Augenbrauen und nimmt damit große Ähnlichkeit mit seinem Schlangenzopf an.

"Ja Meister Cunlin!" spottet die Antwort fast. "Ich kann nichts dafür, dass du nur die dicken und die Doofen in deiner Schar aufnimmst! Ich will Fleisch! Auf Kanalrattenfraß habe ich null Bock! Lass uns was anständiges essen und uns ein, zwei Weiber mitnehmen. Die kleine Schlampe wird dir noch Hunderte Male entwischen. Wissen die verdammten Götter, wie sie es macht!"

"Halt dein dummes Maul, sonst stopfe ich es dir!" Tritt der Eine auf den Anderen und zieht ihn unsanft herum. Dabei legt sich ein Emplem frei. Eine weiße Faust, einen Kolben umgreifend. "Was ich von ihr will? Du Holzkopf! Ihre Augen will ich in Gläser stecken, eins in Orange, eins in blau. Und ihr will ich täglich das Fell über die Ohren ziehen bis ich herausfinde, wie ihre Haare wachsen. Du hast ja keine Ahnung! Welch prachtvolles Stück für meine Sammlung! Genau wie dieser Kleine hier!"

Er rüttelt den verdeckten Käfig an seiner Tragevorrichtung. "Ich habe jetzt wieder Feenstaub, dass wir uns an sie heranschleichen können. Offenbar, hat sich unsere kleine Süße verliebt. Überlege nur, wie ihre Augen glühen werden, wenn wir diesem Bastard die Stimmbänder herausreißen."

Die Männer bewegen sich durch die Straßen, weg vom Händlerplatz. Unterdessen hebt sich im Käfig ein kleiner nachtblauer Kopf. Es wackelt schrecklich und der Fee hat Schwierigkeiten von den nun Knien auf die Beine zu kommen. Schließlich gibt er diese Idee auf. Sein Gefängnis muss erst stehen, sonst wird er so nie erfolgreich sein. Das weiß er mit der Gewissheit wie auch die Tatsache, dass er je länger er gefangen ist, weniger Erfolg auf Flucht haben wird. Unzählige Versuche scheiterten bereits. Anarchunjon rutscht zum Rand, hin zu den Stäben. Er wird sie nicht anfassen, wie zuvor, da hatte es ihm die Hände versengt und ihn zurückgeworfen.
Doch außer diesem schweren schwarzen Stoff kann er noch immer nichts ausmachen. "Bei der grünen Weltenmutter, ich werde es euch heimzahlen! Jedes Herz, dass nicht mehr schlägt. Ich werde es rächen!"

"Oh höre doch, Herzi, es flucht schon wieder. Wie niedlich!"
"Nenn mich nicht Herzi!"
"Doch tue ich, ich bin dein Herr, vergiss das nicht, niemals..."

Tiandaril

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157

Monday, March 3rd 2014, 10:17am

<--- Pfirsich am Verder Stadttor

Die ersten Schritte nach einem Bad sind immer die schwersten, heißt es. Weich seien die Knochen geworden, geschmeidig die Muskeln und das Herz würde die barmherzige Wärme vermissen. Allesamt würde eher vom Alltag wegtreiben, als darauf hinzuführen. Für den Elben ist dies jedoch nur halb wahr. Zwar fühlt er exakt das Beschriebene, dazu gesellt sich jedoch eine Hochachtung vor der noch immer nicht zu verachtenden Kälte auf den Straßen. Sein Gewand möglichst eng geschnürt, atmet er dennoch so tief ein und aus, als sei es sein erstes oder letztes Mal an der frischen Luft gewesen. Während sein noch von innen heraus heißer Atem zu einem nebeligen Hauch kondensiert, lässt der Silberelb noch einmal Revue passieren. Bis jetzt ein äußerst ereignisreicher Tag, der definitiv Lust auf noch mehr bereitet. Dann jedoch konzentriert er sich auf das, was noch vor ihnen liegt. "Also Learcan, wir brauchen noch etwas Sancha, Genmencha und Mugicha. Letzteres wird wohl am schwersten zu finden sein, auch wenn es eigentlich am einfachsten aufzustellen ist. Vielleicht müssen wir also zum Müller oder Bäcker gehen. Danach gehen wir zu einem der Holzstände, ist das in Ordnung?", fragt er mehr rhetorisch, als wirklich auf eine Antwort wartend. Mehr dient es als eine Abhakliste, die dem Normander erneut präsentiert wird.

Vom Verder Stadttor her braucht es nicht sonderlich lang und die beiden schaffen es an den Rand des Marktes. Man kann dies sowohl am erhöhten Stimmengewirr, als auch an den mannigfaltigen Geruchsnuancen erkennen, die ein nicht wegzudenkendes Merkmal des hiesigen Marktes sind. Holz, Käse, Fisch, Gewürze, orientalische Düfte, Öle der ästhetischen und handwerklichen Art und noch so vieles mehr schlängelt, dann stopft sich zwischen beide Nasenflügel des Elben. Obwohl alles etwas unnatürlich scheint, schließlich ist eine solche Konzentration von Dingen alles andere, als natürlich, genießt er schon allein das, was er noch eher entfernt vom Markt bereits wahrnehmen kann. Sein Kriegerherz jedoch würde ebenfalls höher schlagen, wenn er sich nicht durchgehend unter Kontrolle hätte. Genau in diesen Vorgassen, die aufgrund ihrer Häufigkeit so wenig befahren und begangen werden, könnte ständig der Tod lauern. Das Stimmengewirr würde jeden Schrei verdecken, die Gerüche vermutlich sogar einen verwesenden Leichnam. Auf dem Markt selbst sind die Kunden und Händler zu sehr damit beschäftigt, gute Angebote herauszuschlagen und nicht angerempelt oder ausgeraubt zu werden. Wenige bis keine würden da auf die kleinen Gassen achten, in denen sonst etwas passieren könnte. Hingegen ist der Markt selbst vermutlich eine etwas sicherere Angelegenheit. Zu viele Menschen, die zu achtsam auf das direkte Drumherum sind. Außerdem könnte eine Paniksituation jederzeit alles an Planung ruinieren, furchtsame Massen besitzen meist eine unschätzbare, brutale Kraft, die alles zwischen ihrem sicheren Hort und der Gefahr im Rücken niederwalzt.

Derart in Gedanken vertieft bemerkt der Elb gar nicht, was eigentlich mit Learcan ist und ob er sich überhaupt noch in seiner Nähe befindet. Daher holt sich der wieder zurück in eine Phase der vollsten Konzentration. Schließlich würden sie auch bald auf dem Markt sein und seine Augen und anderen Sinne müssten scharf, wie seine Klinge selbst bleiben, um nicht die kleinen Taschendiebe zu übersehen, die dort herumschleichen.

158

Tuesday, March 4th 2014, 5:24pm

Nach den Wasserdämpfen im Pfirsich ist die frische Luft tatsächlich eine Wohltat. Allerdings würde Learcan die herrschenden Temperaturen niemals als kalt beschreiben. Für den Nordmann hat das Wort kalt eine ganz andere Dimension und die Schwelle zu warm ist sehr schnell erreicht, selbst wenn manch anderer noch fröstelt. Doch ist es nicht die Witterung, die den Nordmann derzeit gedanklich beschäftigt. Learcan ist sich sicher, wieder verfolgt zu werden. Einen der beiden Männer, die scheinbar zufällig den gleichen Weg nehmen, hat er schon einmal gesehen. Learcan erkennt ihn an seinem schlecht gestutzten Bart, unter dem sich ein Ausschlag verbirgt, an dem der Mann regelmäßig hingebungsvoll kratzt. Den anderen hat Learcan nie zuvor gesehen. Er ist groß und schlank und sieht wie ein normaler Bürger auf dem Weg zum Markt aus. Als sich Learcan zu ihnen umsieht, sehen beide sehr unauffällig überall hin, nur nicht in Learcans Richtung und als sich der Nordmann zurückfallen lässt, um sich irgendetwas am Wegesrand genauer anzusehen, verlangsamen sie ebenfalls das Tempo, so dass sich Learcan seiner Sache ganz sicher ist.

Eilig schließt Learcan zu Tiandaril auf, der sein Zurückfallen gar nicht bemerkt hat. "Wir werden verfolgt", sagt er schlicht. "Die beiden Männer hinter uns. Grüner Umhang und Bartträgerfreund. Ich denke, ich sollte einen kleinen Umweg machen, bevor wir zum Markt gehen." Learcans Worten folgt eine knappe Verbeugung, so als wolle er sich von dem Elb verabschieden. Dann biegt Learcan in die nächste Gasse ein und wählt damit absichtlich einen Weg, der von den belebteren Straßen wegführt. Er geht nicht auffällig schnell, denn er will seine Verfolger in Sicherheit wiegen. An der nächsten Ecke bleibt er jedoch stehen und lauert ihnen mit gezogenem Schwert auf. Es ist jedoch nur der Mann mit dem Bart, den er auf diese Weise überrumpeln kann. Von dem anderen oder von Tiandaril ist nichts zu sehen. Learcan hält seinen Verfolger von hinten fest und bringt sein Schwert direkt an die Kehle des Mannes, so dass es unmittelbar an dem frisch aufgekratzen Ausschlag liegt, was bei dem Normander ein Gefühl aufsteigenden Ekels verursacht. "Warum verfolgst du mich? Wer steckt dahinter?" Als keine Antwort erfolgt, drückt Learcan etwas stärker zu, bis das Schwert die Haut um den Kehlkopf einritzt. Diese Drohung scheint zu genügen. "Der Stein. Sie wollen den Mondstein", antwortet der Mann gepresst. "Wer?" will Learcan weiter wissen, aber in diesem Moment sind sie nicht mehr allein in der Gasse. Ein junges Paar nähert sich dem Geschehen und bevor diese die Situation überblicken können, löst Learcan seinen erbarmungslosen Zugriff und senkt sein Schwert. Nur wenig, aber es genügt dem Mann, sich wie ein Aal Learcans Griff zu entwinden. Es kommt zu einem Handgemenge, dann ergreift der Bärtige die Flucht. Learcan steckt sein Schwert weg und nimmt die Verfolgung auf. Aber es gelingt ihm nicht, den Flüchtigen einzuholen, der sich hier bestens auskennt, schnell um Ecken biegt und unbeirrt seine Flucht in Richtung Markt fortsetzt, um dort schließlich im Gewirr unterzutauchen. Learcan gibt schließlich auf und bleibt stehen.
Der Bärtige hat eine kleine Spur der Verwüstung hinterlassen, Leute angerempelt und Stände beinahe umgekippt, so dass einige Waren auf dem Boden liegen und von schimpfenden Marktfrauen wieder eingesammelt werden. Learcan wird dabei kaum beachtet. Eine Situation wie diese kommt hier häufig vor. Ein Taschendieb auf der Flucht. Kein Grund, sich übermäßig aufzuregen. Learcan seufzt vernehmlich und sieht sich zwischen den Ständen um, in der Hoffnung, irgendwo den Elben ausfindig zu machen.

Tiandaril

Unregistered

159

Wednesday, March 5th 2014, 10:16am

Tiandarîl schaltet sofort auf ernst, als Learcan ihm davon berichtet, verfolgt zu werden. Seine Sinne werden schärfer, Augen, Ohren und Nase konzentrieren sich nur noch auf die beiden als Verfolger deklarierten Kerle. Ein kurzer Blick nach hinten, unauffällig, genügt, um die Situation einzuschätzen. Vielleicht sollten die beiden schlichtweg konfrontiert werden. Oder man sollte sie in einen Engpass locken. Vielleicht aber auch eine andere Falle. Learcan jedoch kommt jeglicher Planung des Elben zuvor und verschwindet in einer Gasse. Kurz überlegt Tiandarîl, ihm zu folgen, entscheidet sich jedoch dagegen. So könnte man wohl besser eine Falle kreieren. Noch ein weiterer Blick nach hinten verrät dem Krieger, dass der unbebartete Kerl verschwunden ist, während der Bartträger gerade dem Normander in die Gasse folgt. Umso mehr fühlt Tiandarîl sich in seiner Theorie bestätigt. Nicht mehr beobachtet läuft er bis zur nächsten Gasse, biegt dort ein, vermutet grob den Punkt, an dem Learcan den Bärtigen stellen wird und geht noch weiter hinaus, um dann schon fast auf dem Markt zu sein. Kurz vorher biegt er ab, sieht nach einigen Schritten auch schon den Komplizen des Bärtigen, der lauert und darauf wartet, das Learcan in seine Richtung kommt. So aber nicht mit dem Elben. In einer hunderttausendfach geübten Bewegung streift er die Sandalen von seinen Füßen und schleicht sich langsam auf den Kerl zu, der ihm immer noch den Rücken zuwendet. Hinter ihm angekommen, bleibt der Elb stehen, den Verfolger um sicherlich über zwei Köpfe zu überragen. Zudem kann Tiandarîl von hier aus die Szenerie beobachten. Learcan schlägt sich wacker, ist dem Verfolger eins zu eins definitiv überlegen. Als dieser dann wegrennt und Learcan ihm versucht, auf den Fersen zu bleiben, setzt sich auch der andere Verfolger in Bewegung. Ganze zwanzig Sekhel, um genau zu sein, dann stoppt ihn die definierte Brust des Silberelben. Der Aufprall hat dem Kerl ein wenig die Luft aus der Lunge getrieben, er blickt den Elben verdutzt an. "Aus dem Weg!", grölt er und versucht Tiandarîl an der Schulter beiseite zu schieben.

Wohl eine der eher weniger weise gewählten Entscheidungen im Leben des Verfolgers, denn der Elb geht lediglich in eine seitliche Stellung, greift die Hand des Kerls und biegt sie in dessen Innenseite, während weiterhin der Weg des Schubsers gefolgt wird. Bis zum richtigen Moment natürlich, dann folgt eine ruckartige Kraftausübung nach innen, sodass der Verfolger eine Kurve beschreiten muss, um dem Schmerz entgegenkommen zu können. Die Kurve selbst endet jedoch in einer Liebkosung aus Stirn und steinerner Mauer, die in einem Lust vollen Dong! ihre Ende findet. Kurz geht der Kerl in die Knie, hält sich die vom Stein liebkoste Stirn und richtet sich dann wutentbrannt auf. "Du hast dich mit dem falschen angelegt!", knurrt er und zückt einen Dolch. "Und Ihr solltet Euch nicht mit Steinmauern messen.", lautet die kühle Antwort des Silberelben, der jeglichen Zorn meisterlich unterdrückt. Grünmantel greift ihn an, ein wenig sauber ausgeführter Stich gen Magengrube. Wieder dreht der Elb sich einfach nur zur Seite, greift die Hand, folgt ihrer Bewegung und zieht sie nach oben, hinter den Kopf des Angreifers, um ihn dann auf den Rücken plumpsen zu lassen. Im Gegensatz zum Übungskampf mit Learcan wird dieses Mal nicht abgebremst, sondern der Rücken des Angreifers wird ebenfalls inbrünstig vom Stein geküsst. Wieder wird die Hand verdreht, der Angreifer muss sich auf den Bauch rollen, da fällt ich, nach einem Fingergriff schon das Messer aus der Hand. "Manchmal sind es die kleinen Dinge, die die Welt am meisten beeinflussen können.", lehrt Tiandarîl den unfreiwilligen Schüler und biegt dessen kleinen Finger zunächst gleich einer Faust nach innen, um dann auf den Nagen zu pressen und diesen aus der Haltung nach oben zu drücken.

Unbeschreibliche Schmerzen durchfahren den grünen Kerl, binnen weniger als einem Moment steht er kerzengerade und gibt nur einen 'Ayayayayay'-Laut von sich, wie es die meisten tun. Dass ein kleiner Finger die Quelle unsäglicher Qualen sein kann, ist dem Kerl bisher nicht bewusst gewesen. "Was wollt ihr?", fragt der Elb, kühl, wie Eisen. "Ayayaya-Stein! Stein! Den Mondstein!! Ayayayay!", lautet die gequälte Antwort. "Wer schickt euch?", lautet die nächste Frage. "Ayayayaya - Ggggg (ab hier wird das Wort nur noch für den Elben verständlich)! Ayayayayay!". Genug Antworten. Mehr braucht Tiandarîl im Moment nicht, die Leute beginnen bereits, ab und an in die Gasse zu starren. "Ich werde Euch jetzt gehen lassen. Wenn Ihr noch einmal wagt, meinen Freund oder mich anzugreifen, dann werde ich keine Gnade kennen. Lasst dies Eure erste und letzte Warnung sein.", stellt Tiandarîl kühl fest und erlöst den Grünmantel von seinem Schmerz. Dieser rennt ebenfalls, wie vom Teufel gejagt, über den Marktplatz hinweg.

Völlig gelassen begibt sich der Elb ebenfalls auf den Marktplatz, den Dolch jedoch für weitere Untersuchungen eingepackt. Irgendwo muss Learcan sich ja befinden.

Uio

Stadtbewohner

Posts: 73

Occupation: ehemaliger Handlanger, Dieb und Hexer! Seit anfang 513 Magierlehrling

Location: Arkana zu Sorbonn

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160

Thursday, March 6th 2014, 12:54pm

Drei Tage nach Uios Ankunft in Talyra

Nach dem wirklich leckeren Essen
und einiger vergangenen Zeit machen sich Zoe und Uio gefolgt von
ihrem befellten Beobachter auf in Richtung des Ladens in dem Zoe
arbeitet. Sie schwärmt und erzählt was sie dort alles gelernt und erlebt
hat in Uios Abwesenheit. Eigendlich hat Uio überhaupt keine Lust diese
Irisblüte zu besuchen oder sich über arbeiten von ihnen zu unterhalten.
Aber Zoe scheint es ein Anliegen zu sein und Uio kommt in dem
Redeschwall nicht dazu, irgendwas zu sagen. Also stehen sie eine Weile
in dem Laden von Irisblüte herum, die beiden Feen schnattern aufgeregt
und Uio lächelt und bemüht sich, nicht den Unhold im Feenladen zu
spielen. Nach einer gefühlten Ewigkeit verlassen sie Irisblüte, die
beiden noch viele gute Worte mit auf den Weg gibt, und sie schlendern
wieder durch die Straßen der Stadt. Zoe überglücklich an den Hals ihres Uio geklebt
und einfach nur froh diesen Feenwahn endlich entommen zu sein.

Warum kann Uio garnicht sagen, aber plötzlich ist es dort wieder, das Gefühl
das etwas nicht stimmt. Er hält kurz inne und geht in sich. Zoe bemerkt
Uios verwirrten und düster werdenen Blick. Doch auf die Frage, was los
sei, winkt Uio nur ab. Schließlich geht er weiter. An einer Hausecke
nutzt er die Gelegenheit in die Staße zurück zu schauen und...
"Hab ichs doch gewußt", flucht Uio als er weitergeht und seinen Blick wieder auf den Weg heftet.
Zoe erkundigt sich sogleich, nachdem was er gewußt hat, und versteht nicht so recht, was Uio dann erzählt.
"Wie werden verfolgt. Schon die ganze Zeit. Ich bin aus der Übung. Ich habs unterschätzt, verdrängt und...egal!"
"Verfolgt? HM? Wie"

Uio macht sich nicht die Mühe, Zoe etwas zu erklären, was sie seiner
Meinung nach sowieso nicht versteht und nimmt einige Gassen und Wege,
die sie Richtung Strand führen. Er hat nicht vor, an den Strand zu
gehen, aber etwas was in Strandnähe ist.
Das Anwesen von Lady de Winter!
"Besuchen wir jetzt doch nicht Cinaed?", fagt Zoe verwirrt.
"Nein!", sagt Uio rauh, "Wir bringen zuerst einen entlaufenen Köter zu seiner Herrin!"

>>
Das Anwesen de Winter
UNKRAUT VERGEHT NICHT!

Avatar und Profilbild
(c) by Niniane

161

Thursday, March 6th 2014, 6:32pm

Zum Glück verfügen sowohl Learcan als auch Tiandaril über eine Körpergröße, die einem eine gute Sicht über diverse Köpfe hinweg verschafft, so dass sich der Normander und der Elb nach kurzer Suche wieder begegnen.
Learcan ist froh, den Elben unversehrt zu sehen. Im Gegensatz zu ihm, der durch das Gerangel mit dem Gegner und die anschließende Verfolgung etwas mitgenommen aussieht, ist der Elb noch immer ein Muster an Ausgeglichenheit und Perfektion, so als hätte er sich kaum bewegt. Lediglich die Abwesenheit der Sandalen verrät, dass etwas vorgefallen sein muss. Learcan wirft Tiandaril einen fragenden Blick zu, in dem aber auch Verstehen und Dankbarkeit liegen.

"Entschuldige die Unannehmlichkeiten, aber ich habe etwas in meinem Besitz, das von allgemeinem Interesse zu sein scheint", erklärt Learcan und es klingt resigniert. Was hat ihm der Stein seines Vaters bisher auch gebracht außer Ärger und Sentimentalitäten? Eine Erklärung seiner Mutter oder ein Brief hätte ihm nützlicher sein können. Stattdessen nur offene Fragen und weitere Rätsel. Als wäre das nicht genug, bringt ihn der Stein nun auch in Schwierigkeiten. Er bringt sogar Unbeteiligte in Gefahr. Learcan fühlt sich Tiandaril gegenüber zu einer Erklärung verpflichtet. "Dahinter steht eine lange Geschichte, die ich dir gerne erzählen will. Allerdings an einem anderen Ort als diesem", fügt er hinzu und seufzt vernehmlich. "Wir sollten jetzt deinen Tee kaufen gehen, hm? " Mit diesen Worten versucht Learcan, den Zwischenfall zu verdrängen und sich wieder den angenehmeren Seiten des Tages zuzuwenden. Im Verdrängen war Learcan schon immer ein Meister, daher kehren wie auf Knopfdruck seine Zuversicht und ein selbstsicheres Lächeln zurück.
"Wie hieß das Zeug noch gleich, das wir suchen? Sancha und Mancha...?" fragt er und sieht scheinbar entspannt über die Auslagen der Marktstände hinweg. Allerdings entgeht ihm dabei nicht die geringste Bewegung in seiner Nähe. Seine Kampfinstinkte kann er –einmal geweckt- nicht einfach auf Knopfdruck wieder ausschalten. Es wird noch einige Augenblicke dauern, bis er nicht mehr hinter jedem harmlosen Gesicht einen potentiellen Verfolger wittert.

Tiandaril

Unregistered

162

Friday, March 7th 2014, 2:37pm

Auch der Elb freut sich, Learcan wiederzusehen. Ein wenig mitgenommen, sieht er schon aus, aber anscheinend hat er keine ernsthaften Schmerzen. Zumindest das ist eine gute Nachricht. Tiandarîl lauscht aufmerksam den Worten des Normanders. Einige Lücken klären sich dadurch auf, andere bleiben wohl weiterhin ein Geheimnis. Irgendwas würde jedenfalls wegen diesen Kerlen getan werden. Wer weiß, ob das nächste Mal so glimpflich ausgehen würde? Vielleicht würden die beiden in der Unterzahl sein oder man würde versuchen, sie einzeln zu stellen. Und was ist mit Atevora? Wenn diese Leute schon über längere Zeit hinweg beschatten, was heißt das dann für die Shin oder für Tiandarîls Schüler? Viele Fragen, die einer kühlen, aber nicht allzu gemächlichen Planung bedürfen. Dennoch haben die beiden noch immer ein paar Dinge zu erledigen, wie Learcan bereits angemerkt hat. Der Elb nickt und gibt lediglich ein "Sencha und Mugicha" zum besten. Innerlich plant er bereits, wie er weiter verfahren sollte. Ebenso, wie Learcan, ist er durchgehend alarmiert, bleibt dabei jedoch ruhiger, als sein braunhaariger Kumpan.

Nach ein paar Minuten kommen die beiden auch schon bei einem Gewürzstand an. Tiandarîl selbst nickt dem Händler zu, dieser lässt ein "Ah!" verlauten und verschwindet hinter einer Wand aus Tüchern. Generell ist dieser Stand nicht viel mehr als das. Ein paar Tücher, die eine hintere Kammer markieren sollen, in der sich wohl die eher wertvolleren Gewürze befinden. Auch ist der Stand nur knapp einen Mann Lang und vielleicht noch mal anderthalb breit, an sich also wirklich ein kleines Ständchen, das unter den vielen pompösen Warenanbietern eher untergeht. An den Preisen, die folgen sollten, lässt sich jedoch erkennen, dass dies kein einfacher Gewürz- und Kräuterhändler ist. Alles Tarnung. Man will kein normales Volk hier haben, sondern die, die sich auch die teureren Preise leisten können. Nach wenigen Momenten kehrt der Besitzer, ein kleiner, untersetzter Mann mit olivfarbener haut und schwarzem, kurz gestutzten Haar mit zwei Beuteln zurück. Tiandarîl riecht an beiden, nickt dann bestätigend und holt seinen Goldbeutel hervor. Münzen klimpern und die beiden Beutel wechseln den Besitzer. "Willst du noch etwas, Learcan? Hier gibt es wirklich Erlesenes. Vielleicht hat ein Tee oder auch ein bestimmter Alkohol es dir besonders angetan? Ich übernehme das dann, schließlich muss ich mich noch für die Vorführung im Pfirsich bedanken.", bietet der Elb an. Nicht, dass er weiß, wie viel Münzen über den Tresen kullern mussten, aber er ist sich sicher, dass zumindest das Bad und die Verpflegung seinen Zoll gefordert hat.

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Saturday, March 8th 2014, 12:25pm

Mit den Waren des Gewürzhändlers kann Learcan nicht viel anfangen. Darum lehnt er Tiandarils Angebot, sich etwas auszusuchen, mit einem "Nein danke" höflich ab.
"Ach, das habe ich doch gerne getan", fügt er noch hinzu, als der Elb den Pfirsich erwähnt und grinst dabei selig angesichts der Erinnerung daran. Falls es Tiandaril drängt, Learcan etwas auszugeben, so wird er sicher irgendwann noch Gelegenheit dazu haben.

Als nächstes begutachten sie andere Stände, wobei Learcans Interesse angebotenen Werkzeugen und Materialien gehört. Aber auch hier findet der Normander nichts Passendes. Entweder sind seine Ansprüche zu hoch oder das Angebot zu schlecht oder Learcan ist ein wenig die Lust am Marktgeschehen abhanden gekommen. Immer wieder schweifen Augen und Gedanken ab. Ohne echtes Interesse begutachtet er Waren, um sie gleich wieder zurückzulegen und am Ende trottet er eigentlich nur noch hinter dem Elben her.
An den Ausläufern des Marktplatzes entdeckt Learcan jedoch etwas, das seine Aufmerksamkeit erregt: Den Kupferkessel. Jene ominöse Taverne, von der Atevora sprach und die er nie besucht hat, was er eigentlich dringend nachholen könnte. Schließlich ist seine Kehle ohnehin etwas trocken. "Was hältst du von einer kleinen Erfrischung, Tiandaril?" fragt er und dreht sich zu dem Elben um.

Tiandaril

Unregistered

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Monday, March 10th 2014, 8:14pm

Tiandarîl macht sich schon fast ein wenig Sorgen um seinen Freund. Während der ganzen Zeit scheint er neben der Spur zu stehen. Auch, wenn Tiandarîl kein sonderlicher Empath ist, so etwas bemerkt auch er. Soweit er den Normander kennt, ist dieser durchaus für Werkzeug und handwerkliche Arbeit zu begeistern, auch wenn der Kampf seine eigentliche Disziplin ist. Wenn es ein Gefühl gibt, für das der Elb feinfühlig ist, dann ist es Desinteresse. Als Schüler und als Lehrer bekommt man davon schließlich genug mit. Vor allem, wenn man gut über hundert Jahre dabei ist. Ein wenig tut dieses Desinteresse dem Elben sogar weh, da es einfach seinem eigentlichen Glauben widerspricht. Eins und eins zusammenzuzählen fällt zudem nicht schwer. Learcan ist sicherlich noch etwas durch den Überfall mitgenommen, nicht jeder konnte sich davon so arg distanzieren, wie Tiandarîl. Vielleicht ist es auch besser so, denn was es zeigt, ist definitiv Menschlichkeit und die Fähigkeit zu fühlen. Etwas, das dem Elben hingegen schon fast ein Unmögliches ist. Natürlich empfindet er Freude, Trauer, Zorn und andere Gefühle, aber viel mehr so, als würde man versuchen, Teig durch einen Nudelsieb zu pressen. Umso mehr faszinieren ihn daher Menschen, die mit vollkommener Filterlosigkeit all diese außerweltlichen Einflüsse aufnehmen und gleichzeitig durchleben können.

Den Wunsch, den Kupferkessel zu besuchen, sieht Tiandarîl als eine Ausflucht, um mit den erfahrenen Problemen und Schwierigkeiten umzugehen. Freunde sind füreinander da, daher nickt Tiandarîl schließlich und meint sogar: "Ja, eine Erfrischung würde mir gut tun. Wir sind ja schon eine ganze Weile unterwegs.". Wenn es Learcan helfen sollte in eine Taverne zu gehen, dann ist das dem Elben recht. Ob er selbst Alkohol zu sich nehmen wird, bleibt zu bezweifeln, aber zumindest könnte Learcan seine Gefühle etwas stärker in den typischen Dunstnebel alkoholischer Getränke tauchen. Tiandarîl geht sodann auch voran, er weiß, dass es der Kupferkessel sein soll, zumindest glaubt er, es zu wissen. Ansonsten ist nämlich keine weitere Taverne im näheren Umfeld zu erkennen. "Komm oder willst du, dass dein Bier gorogorogoro macht?". Dem Elben fehlt leider das Wort blubbern oder vielmehr ein Wort, dass die Trennung von Kohlensäure und Flüssigkeit beschreibt, daher hat er einfach ein lautmalerisches Wort seines Dorfes genommen.

--> Kupferkessel

Tyalfen

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Tuesday, March 11th 2014, 1:22am

<- Platz der Händler

„Tut mir Leid.“ murmelt Tyalfen und lässt offen, ob er wegen des verwehrten Essens oder der Art und Weise wie er nach Hause gelangen würde, Mitleid empfindet. Bregond jedenfalls hatte sich entschieden, beherzt mit anzupacken und ob es seinem Freund nun gefällt oder nicht und dafür ist ihm Tyalfen sehr dankbar. Bei dem Tempo könnten sie allerdings tatsächlich bis zum Sommer brauchen und ziehen dabei entschieden zu viele Blicke auf sich. „Bregond, greift zu!“, schiebt er die Enden der beiden Kampfstäbe hinter Aneirins Oberschenkel dem Dunkelelben zu und heißt Aneirin, sich darauf zu setzen, kaum dass Bregond diese mit sicherem Griff gepackt hat. Ein wenig holprig geht es zunächst vorwärts, bis die Elben ihre Schritte aufeinander abgestimmt haben, doch als sie das meistern und den Platz endlich hinter sich lassen, gelangen sie recht zügig voran.

Eines will Tyalfen jedoch nicht aus dem Kopf gehen. Wenn Bregonds Heimstatt der Turm des Verrückten genannt wurde, ist er dann nicht jener Verrückte? Bislang kann Tyalfen kein Anzeichen für eine Geisteskrankheit ausmachen, doch das muss natürlich nichts heißen. Manche solcher Erkrankungen bedurften eines bestimmten Auslösers bzw. spezieller Situationen, andere traten im Wechsel zwischen akuten und beschwerdefreien Phasen auf und wieder andere sind auch ohne diese Merkmale nur schwerlich zu bemerken. Andererseits lässt sich nicht ausschließen, dass die Sterblichen ihn auch nur so nannten, weil er ihnen nicht geheuer ist und sei es nur ob seines Aussehens. Die Menschen nannten schließlich viele Dinge verrückt, ganz gleich ob sie überhaupt beseelt sind oder nicht.

Schließlich biegen sie schneller als gedacht (zumindest ist es noch nicht Sommer) in die ruhige Seitenstraße, die Arkendirs Villa beherbergt und stehen kurz darauf vor dem Haus mit der auffälligen Eingangstür. „Aneirin? Kannst du stehen? Nur kurz, damit ich aufschlie0en kann.“ Tyalfen wartet, bis der Freund sicher auf seinen eigenen Füßen steht, bevor er die Stäbe fahren lässt und den Schlüssel aus der geschulterten Tasche angelt. Und während er aufschließt, ahnt er noch nicht, dass sie gleich auf einen vollkommen Fremden treffen werden.

-> Meister Arkendirs Haus
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

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