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Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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136

Monday, February 10th 2014, 5:50pm

Ende Langschnee

Natürlich meinte er Jenna, welche andere Schwester hätte Jonne denn sonst noch zu bieten, fragt sich Tyalfen im Stillen und vermutet, dass sich Aneirin ob des ungefragten und unerwarteten Ratschlages überrumpelt fühlt und will gar nicht weiter auf ihn einwirken. Letztlich ist Aneirin ein erwachsener Mann und sein Hinweis nur ein wohlmeinender Rat von Freund zu Freund, der keiner Rechtfertigung oder Erörterung bedarf. Wenn Aneirin die Situation im Griff hat, ist jede Befürchtung ohnehin überflüssig.

Doch als sich der Barde fragwürdige Tiernamen gibt, nun ja nur einen, der dafür allerdings umso fragwürdiger ist, mustert Tyalfen ihn nun doch mit zunehmender Skepsis. Ohne es vorhersehen zu können, musste er wohl in ein Wespennest gestochen haben und nun summte und brummte es hinter seines Freundes Stirn. Eine Verlockung, nicht doch ein wenig darin zu lesen, denn sein Mienenspiel verrät eine gewisse Dramaturgie. Natürlich wird Tyalfen nichts dergleichen tun. Was Aneirin ihm anvertrauen wollte, würde er aussprechen und alles andere geht ihn nichts an. Um so mehr freut es ihn, dass Vertrauen seines Freundes zu genießen, denn tatsächlich lässt er ihn noch an seinen Gedanken teilhaben und offenbart, was heute morgen auf dem Markt der Grund für Dayans Ärgernis gewesen sein konnte … Eifersucht. Ein heikles Thema, an dem sich Tyalfen lieber nicht die Finger verbrennen möchte. So beschränkt sich Tyalfen darauf, Aneirin verständnisvoll die Hand an den Oberarm zu legen und zuzunicken.

„Dort drüben ist die Schneiderstube von der ich sprach. Lass uns sehen, ob der Meister nicht ein Kleid schneidern kann, dass uns an Dayan gefallen wird. Komm!“ Tyalfen führt Aneirin zu einem schmucken Haus am Platz. Ein Glöckchen klingt hell und einladend freundlich, kaum dass er die Tür öffnet und sie eintreten. In einem großzügigen, hellen Raum empfängt sie wohlige Wärme und nur wenige Herzschläge nach ihrem Eintreten auch der Schneidermeister, ein schlanker Herr Mitte 40 mit akkurat gestutztem Bärtchen, aufmerksamen grauen Augen und schon leicht schütterem, brünettem Lockenkopf. Wortgewandt heißt er sie willkommen, bietet ihnen Platz auf einer aparten Sitzgruppe an, weißt seiner Gehilfin an, heißen Tee ob der ungemütlichen Kälte zu servieren und lauscht aufmerksam Tyalfens Wünschen. Der Elb möchte zwei Kleider in Auftrag geben, eines für Dayan, wie Aneirin weiß und eines für Fyllyllylla in Menschengestalt, beschreibt Größe und Figur der beiden Frauen und vergisst auch nicht zu betonen, dass die Kleider eher festlich als denn zweckmäßig sein sollen, doch nicht zu überladen, da die beiden Damen sehr hübsch seien. Der Schneidermeister lächelt, lässt eine kleine, feine Auswahl an Musterkleidern unterschiedlichen Schnittes bringen und auf die Schneiderpuppen ziehen und öffnet einen Vorhang, der die gesamte Raumlänge ausschöpft und eine Regalwand mit unzähligen Stoffballen freigibt, öffnet breite Schubladen, die nicht minder vielfältige Borten, Kordeln, Verschlüsse und derlei Zierrat bereit hält und beginnt eine Vorführung aus verschiedenen Vorschlägen, dass es fast einem Theaterstück gleicht. Tyalfen gibt vor, dem Eifer des Meisters voll und ganz zu folgen, hat aber längst die Segel gestrichen und bemerkt im Stillen, dass es doch so viel einfacher war, einen Herrenmantel in Auftrag zu geben. Hinter der Teetasse verborgen flüstert er seinem Leidensgenossen zu: „Du sucht für Dayan aus, ich für die Fee!“ So müsste er wenigstens nur die Hälfte der Vorschläge und Kombinationen halbwegs im Kopf behalten, glaubt er und ertränkt seinen Seufzer in den Aromen des vorzüglichern Kräuteraufgusses.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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137

Tuesday, February 11th 2014, 6:03pm

Ende Langschnee

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, folgt Aneirin dem Elben zum Schneider, während er in Gedanken noch das eine oder andere Verhalten Jenna gegenüber reflektiert und sich fragt, ob auch sie etwas aufgefasst haben könnte, was nicht in seiner Absicht lag. Zumindest versucht er sich einzureden, auch wenn er schlussendlich nicht einmal sich selbst damit wirklich überzeugt.
Als ein Glöckchen hell klingelt, weil Tyalfen die Tür zur Schneiderstube öffnete, verfliegen die Gedanken daran endlich. Die Wärme des Raumes umspielt ihn rasch und staunend betrachtet der Barde in dem großen, hellen Raum einige bereits angefertigte Gewänder, Kleider, Tuniken und dergleichen. Der Schneidermeister selbst heißt sie Willkommen und bittet sie Platz zu nehmen. Tyalfen erläutert seine Vorstellungen und Wünsche bezüglich der beiden Kleider, während die Gehilfen des Schneidermeisters ihnen Tee serviert. Aneirin lächelt ihr dankbar zu, nimmt sich gleich in der Breite des Lächelns wieder zurück, als die Gedanken von zuvor wieder an sein Gedächtnis klopfen.
Zwei Kleider? Der Barde stutzt und hört Tyalfen mit gerunzelter Stirn zu. Spätestens als der Elb mit dem Schneidermeister über die Maße der Kleider spricht, wird klar, dass nicht beide für Dayan gedacht sind. Interessiert beäugt Aneirin die Musterkleider, die nur einen Augenblick später über die Puppen gezogen werden. Schnell stellt er fest, dass es ihm nicht leicht fallen würde, sich für eines zu entscheiden, da ihm zumeist das eine genauso gut gefällt wie das andere. Als dann auch noch die riesige Regalwand mit ihren unzähligen Stoffballen freigegeben wird, resigniert er innerlich und ist froh, dass es Tyalfens Anliegen ist ihr ein Kleid zu kaufen.
„Wie bitte?“ Fast hätte er sich an dem Tee verschluckt, als Tyalfens Flüstern an sein Ohr dringt, das ihm offenbart, er solle für Dayan ein Kleid aussuchen, während der Elb sich um eines für Fyllyllylla kümmern würde. Gerade noch kann er verhindern, dass der Tee über den Tassenrand schwappt. „Ist das dein Ernst?“, fragt er sicherheitshalber noch einmal nach. Doch Tyalfens Blick verrät ihm, dass er es genauso meinte, wie er sagte. Kurz will er noch protestieren, doch just in diesem Augenblick wendet sich sein Freund scheinbar interessiert wieder dem Schneidermeister zu.
Aneirin stellt die Tasse ab und tritt näher an die Musterkleider heran, umrundet sie, während er sie begutachtet und seufzt dann tief. Die Schneidereigehilfen nähert sich ihm lächelnd und zählt ihm die Vorzüge der einzelnen Kleider auf und verwendet dabei Begriffe von denen er noch nie gehört hat. Er macht sich nicht die Mühe mitzuzählen wie oft ihm ein ‚Ach, so nennt man das‘ durch den Kopf geht. Letztlich verlässt er sich auf seine Augen und versucht gedanklich ein Kleid zusammenzufügen, das ihm an Dayan gefallen würde. Ganz schnell muss er auch ein paar Abstriche machen und die eine oder andere Vorstellung wieder verwerfen, weil er sich sicher ist, dass Dayan das eine oder andere Kleid niemals tragen würde. ‚Schade‘, findet er und ein leichtes Schmunzeln umspielt ihre Lippen. Da er nun einmal beginnen muss sich zu entscheiden, zählt er einfach einmal blindlings Dinge auf, die ihm gefallen oder eben auch nicht. Er zeigt dabei in einigen Fällen auch auf die Kleider und würde diese am liebsten in Einzelteile zerlegen, um daraus das Kleid zusammen zu setzen, das ihm – und hoffentlich auch Dayan – gefällt. Schließlich waren hier Experten zugange, die sicherlich schon etwas mit seinen Aussagen anzufangen wüssten.
Eisblau wie ihre Augen soll es sein und ein wenig weiß. Keinen herzförmigen Ausschnitt, kommt es ihm in den Sinn, als hätte es ihm ein Vöglein gezwitschert. Er vermutet, dass es Dayan nicht gefallen würde, wenn er selbst es auch gern an ihr gesehen hätte. Etwas breitere Träger soll es haben, da er glaubt, dass sie sich ohne unwohl fühlen würde. Dafür sollen aber wenigstens die Schultern frei bleiben und der Ärmel nur die unteren zwei Drittel des Oberarmes bedecken, legt er völlig eigennützig fest. Im weiteren Verlauf sollen sich die Ärmel etwa ab dem Ellenbogen trompetenförmig weiten. Aus den eisblauen Ärmeln soll leichter, weißer Stoff in einem feinen Übergang lugen. Zart, beinahe hauchdünn soll der Stoff sein, so dass man dein Eindruck hätte, sie würde jeden Moment davon fliegen, wenn sie ihre Arme schwang und der zarte Stoff im Wind flatterte. Hinten, nicht vorne, soll es geschnürt werden, mit weißen Bändern. Dafür soll sich schmaler, weißer Stoff um ihre Hüfte schmiegen, einem Ziergürtel gleich, der mittig lang herab fällt und in den Rest des Kleides übergeht. Nicht allzu lang auf dem Boden soll es sein, denn sie soll darin auch tanzen können, findet er.
Je mehr er beschreibt desto klarer wird die Vorstellung des Kleides in seinen Gedanken und er freut sich gar schon, Dayan irgendwann darin zu sehen. Die Gehilfin des Schneidereimeistert steckt ein Kleid nach seinen Wünschen und Vorstellungen grob um. Schnell erkennt Aneirin, dass sie ihr Handwerk versteht und ist froh darüber wie schnell und genau sie seine Beschreibung umsetzt. Während er noch über Kleinigkeiten, wie etwa Stickereien nachdenkt und die in Frage kommenden Stoffe begutachtet, schaut er sich zu Tyalfen um. Schließlich müsste dieser ein abschließendes Urteil fällen, ob es gefallen mochte oder nicht.
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Uio

Stadtbewohner

Posts: 73

Occupation: ehemaliger Handlanger, Dieb und Hexer! Seit anfang 513 Magierlehrling

Location: Arkana zu Sorbonn

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138

Wednesday, February 12th 2014, 10:03am

>>Das Ufer des Ildorel

Lange noch nachdem Uio mit seiner kleinen Fee den Strand verlassen hat, kreisen die Gedanken in seinem Kopf um diesen Wolf, diese Frau, die ein Wolf...ein Warg ist. Die Worte von Nathan, Rayyan und die Worte die er gelesen hat kommen ihm in den Sinn. Ein Warg! Halb Mensch, halb tier...nein nicht wirklich... eher, manchmal Mensch manchmal Tier! Ein gelegentlicher Blick nach hinten, so nebenbei, bestätigt sein Gefühl verfolgt zu werden. Dieses Mistvieh!
Zoe hingegen scheint mit ihrer leicht verträumten Sicht der Dinge, von all dem nichts mitzubekommen. Also gehen sie in Richtung Stadt. Zoe brabbelt wieder irgendetwas von ihrer Arbeit und Uio tut es mehr und mehr leid, nicht ganz bei der Sache zu sein. Nickt nur oder brummelt ein "hm hm!" "echt"..."oh ja"..."gut"
Aber so richtig verstanden hat er nicht, was Zoe ihm erzählt. Da hinten beim Einbiegen in die nächste Gasse konnte er den Wolf genau elkennen. Sie macht sich offensichtlich keine Mühe, sich zu verbergen!
"Uio wo gehst du hin?"
"Uuuuiooooo!"

"Aua...ja...was?", sagt er schließlich und wird von dem Gezupfe von Zoe an seinen Haaren dazu gezwungen, sich wieder auf sie zu konzentrieren. "Ich dachte wir wollten bei Tamasius warme Klöße essen?"
"Ja...ja...klar wollen wir auch!"
"Du gehst aber völlig in die falsche Richtung!", Zoe kichert flattert vor seinem Gesicht her und stubst ihn an der Nase.
"Ach...echt?", fagt er und grinst neckisch. "Ich glaub ich war zu lang weg und ...hey flieg vor, du kennst den Weg besser!"
So ein Quatsch, Uio, du bist hier aufgewachsen und ein paar oder auch mehrere Monde fast ein Jahreswechsel bewirken nicht, dass du dich nicht mehr auskennst!
Zoe flattert sichtlich aufgeret los und zeigt den Weg an. Dabei dreht sie sich immer wieder um und lächelt ihren großen Lieblings-UIO an. Dieser folgt ihr mehr oder weniger aufmerksam, hin und wieder sich vergewissernd, dass der Verfolger noch da ist!

"OooooOOOOh das ist sooooo lecker!", Zoe knabbert an einem dieser Knödel und klatscht vor Begeisterung gelegendlich in die Hände. Auf einem kleinen extra Teller hat ihr Uio einen dieser Knödel abgegeben. Mit zierlicher Feeneleganz macht sie sich über diesen überdimmensionalen Knödel her, während Uio nicht besonders auf seine manieren achtend einen ganzen Knödel in den Mund steckt. Zoe macht große Augen und kichert. "Los sag was!"
"Waf!", kommt es grinsend aus Uios Mund. Er hat größe Mühe bei folgenden Lachen nicht die großen und kleinen Brocken quer über den Tisch zu verteilen.
Hach tut das gut! Während des Essens vergisst Uio sogar das Wolfsvieh und scherzt und lacht mit seiner Freundin.


UNKRAUT VERGEHT NICHT!

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(c) by Niniane

Lorwen

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139

Wednesday, February 12th 2014, 9:51pm

Den Mantel eng umschlungen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, ja so schlendert Lorwen mit einem begleitenden, monotonerem Tonk des augenscheinlichen Wanderstabes über das Pflaster der Straße. Sie möchte nach Estas Empfehlung sich ein Abendessen schmecken lassen und heute scheint irgendwie ein guter Tag dafür zu sein. Eigentlich schätzt die Elbin keine Tavernen, aber so hieß es wohl in der ganzen Stadt, soll die Harfe nicht nur im Namen etwas mit Musik zu tun haben. Sie liebt die Harfe, spielt selbst gern auf einer kleinen Handharfe. Es ist ihr dann immer ein wenig wärmer im Herzen und an so manchem dunklem Tag im frostigen Monaten sehnt sie sich regelrecht danach und so steht auch als bald am Ostende des Marktplatzes die Goldene Harfe auf. Esta hatte bei der Beschreibung nicht untertrieben. Das alte Gemäuer sollte an Sonnentagen tatsächlich romantisch anmuten, wenn der Wein in Frühjahr und Sommer mit grünen Blättern das Innere kühlten und im Herbst dann feurig rot Gäste von nah und fern einlud am warmen Feuer zu ruhen. Es wirkt sehr einladend mit den kostbaren Butzenscheiben, dem Fachwerk und den Schindeln.

Was auch immer diese eisenbeschlagenen Türen sollen... fragt sie sich und verwünscht sich, die Handschuhe vergessen zu haben. Sie hingen nahe am Kamin um zu trocknen. also schält sie sich ein wenig aus dem Mantel und umschlingt damit den Türknauf um einzutretten. Schon jetzt vernimmt sie ein stetes, wirren Geraune ganz verschiedener Stimmen.unter dem Vordach. Es ist dieses Stimmengewirr, das sie zögern lässt. Viele verschiedene Stimmen hießen auch viele verschiedene Völker und Lorwen ist so gar nicht geübt im Umgang mit mehr als nur sie. Ihr Blick fällt auf die wuchtigen Schnitzereien des Vordachs. Es ist die Harfe, die sie schließlich tief durchatmen lässt und eine kleine Ansammlung an Zeichen. Drei um genau zu sein. Überrascht stellt sie fest, dass hier jeder Hilfe und ein Dach über dem Kopf finden mochte.
"Dann mal los...", raunt sie in die kühle Abendluft und schiebt die Tür auf um dem Gemurmel Platz nach Draußen zu bieten und selbst im Gewirr einzutauchen.

--) Goldene Harfe

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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140

Friday, February 14th 2014, 2:58pm

Ende Langschnee

Und ob es sein Ernst ist! Tyalfen findet es nur allzu gerecht, dass sein Freund ebenso einen Beitrag dazu leistet, Dayan ein Kleid zu verpassen. Schließlich würde er ihren Anblick nicht weniger genießen und so macht er keinen Hehl aus der Entschlossenheit an seinen Worten, entzieht Aneirin kurzerhand jegliche Aufmerksamkeit, kaum dass er zu sprechen ansetzen will und nickt dem Schneidermeister gefällig zu. Wer hätte auch ahnen können, dass sich die Auswahl eines Kleides so kompliziert gestaltet und derart vieler, unsäglicher Entscheidungen bedurfte. Just muss er an Shadâno Arkendirs Worte denken, dass ein weiser Mann Aufgaben zu delegieren wüsste, bevor er der Kopflosigkeit anheim fiele und muss innerlich schmunzeln. Ihn würde sicherlich köstlich amüsieren, wüsste er, was sein Schüler hier trieb, ganz entgegen seinen sonstigen Vorhaltungen, er würde sich dem Alltag der Gegenwart entziehen, die Gesellschaft der Erinnerungen jener seiner Freunde vorziehen und der Schwermut Geist und Herz öffnen. Nichts von alledem trifft jetzt und hier zu. Geschieht augenblicklich nicht genau das, was der Hochmeister wünschte?

Tyalfen zieht es vor, nicht länger unliebsamen Gedankenspielen nachzuhängen und gibt sich redlich Mühe, dem Wirrwarr gezierter Begrifflichkeiten zu folgen. Besonders die Schneidergehilfin bedient sich derer reichlich, dass es grotesk anmutet. Wäre sie seine Schülerin, müsste er sie dringend ermahnen, an ihrer Verständlichkeit zu üben. Doch sie ist nicht seine Schülerin und Aneirin bewährt sich mit schneller Auffassungsgabe und einem bemerkenswerten Charme, der so manche Hürde galant umschifft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, dürfte sowohl herzländischen Konventionen entsprechen als auch Dayan schmeicheln. Ja je länger er das Kleid betrachtet und sich die ausgewählten Farben und Dayan dazu vorstellte - in einer lauen Sommernacht sich zum Tanz sich in Aneirins Armen drehend und wiegend – desto mehr gefällt es ihm.

„Dann soll es das sein!“, mit diesen Worten erhebt sich nun auch der Elb. „Wählt einen leichten, fließenden Stoff von sanftem Schimmer. Das Andere fertigt in gleicher Weise nur in der Farbe des Lavendels, die Ärmel weniger ausgestellt und es soll an den Seiten zu schnüren sein.“ Ob sie denn die Stoffe nicht selbst auswählen wollen und welchen Zierrat die Herren wünschen, begehrt der Schneidermeister so voller Unverständnis zu wissen, dass Tyalfen die Hand an des Schneidermeisters Rücken legt, um ihn ein gutes Stück beiseite zu nehmen, damit nur er ihn hören könne und raunt ihm zu. „Wenn wir uns länger mit diesem Tand mühen sollen, wird verdorren, was uns zu Herren macht.“ Doch statt amüsiert zu reagieren, messen des Schneiders graue Augen Tyalfen mit einem Blick, der den Elben irritiert. „Niemand würde das mehr bedauern als meine Wenigkeit.“, raunt der Schneider mit anzüglichem Beiton zurück, nur um sich im nächsten Moment abzuwenden und laut und vernehmlich zu sagen: „Die Herren werden zufrieden sein. Kann ich euch sonst noch zu Diensten sein?“ Tyalfen zieht es vor, den Schneider nur mehr mit einer Geste an Aneirin zu verweisen, dessen Mantel noch einer kleinen Reparatur bedurfte.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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141

Sunday, February 16th 2014, 10:00pm

Ende Langschnee

Den Mantel hätte Aneirin schon beinahe wieder vergessen. Rasch entledigt er sich diesem und zeigt dem Fachmann den Riss. „Eine Kleinigkeit. Das haben wir gleich“, erwidert dieser und reicht den Mantel an seine Gehilfin weiter. Und während diese sich mit dem Mantel ins Hinterstübchen begibt, heißt der Schneider die beiden Männer doch noch einen Augenblick Platz zu nehmen und sich noch eine Tasse Tee während des Wartens zu gönnen. Der Meister wendet sich indes den in Auftrag gegebenen Kleidern zu.
Aneirin setzt sich neben Tyalfen und beäugt diesen offen und mit einem leicht herausfordernd skeptischen Blick. „Für Fyllyllylla also…“, bemerkt er und kann nicht verhindern, dass etwas Schalk in Blick und Stimme mitschwingt. Dann klopft er dem Elben scherzhaft grinsend auf die Schulter, in der Hoffnung, er würde seine Andeutung nicht allzu ernst nehmen. Gleichzeitig fragt er sich, ob Tyalfen wohl eine Liebste irgendwo dort draußen hatte. Er hatte in seinen Gesprächen bisher nie erwähnt, ob es jemanden gibt, der des Elben Herz erobert hat. Vielleicht würde er ihn bei Gelegenheit danach fragen. Und womöglich noch mehr als das, weiß er doch so gut wie nichts über ihn.
Es dauert nicht lange bis der Mantel fertiggestellt ist. Der Riss ist sorgfältig vernäht worden und durch eine gleiche Ziernaht auf der anderen Brustseite, sieht es gar gewollt aus, als wäre er nie beschädigt gewesen. So könnte, den Zwölfen sei Dank, ein neuer Mantel noch ein Weilchen warten. Der Barde bedankt sich höflich, zieht den Mantel wieder über und kommt umgehend für die Kosten der Reparatur auf. Die letzten Absprachen bezüglich der Kleider lässt er Tyalfen klären und tritt anschließend mit dem Erklingen des hellen Glöckchens wieder nach draußen in die Straßen.
Tier atmet er die kühle Luft ein, die er im Augenblick der Wärme der Geschäfte vorzog, da ihm der Kopf langsam etwas zu schmerzen beginnt. Vorsichtig streicht er mit den Fingern seine Nase entlang. Wenn es nach ihm ginge, würde er den morgigen Tag am liebsten ausschließlich im Bett verbringen. Sein Blick ist wieder ernster, als er nach Tyalfens Augen sucht. „Waffenhändler?“, fragt er kurz und knapp, gerade nicht willens unnötig viele Worte zu verlieren. Schließlich möchte er schnellstmöglich mit dem Training beginnen. Seine rechte Hand verstaut den Geldbeutel wieder sicher in einer Tasche des Gürtels. Ob sein ‚Vermögen‘ wohl reichen mochte?
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Zoe

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Posts: 24

Occupation: kleiner Sonnenschein

Location: Sithechtempel

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142

Monday, February 17th 2014, 8:45am

Die junge Fee ist so voller Glück und so aufgedreht, dass sie überhaupt nichts von dem tierischen Begleiter mitbekommt, der auf leisen Sohlen ihnen beiden druch die Straßen der Stadt folgt. Dazu schwirren all ihre Sinne, Gefühle und Gedanken viel zu sehr um ihren Uio und all die Dinge, die er ihr ins Ohr geflüstert hat und ja...überhaupt!

Die Tische und Bänke vor der kleinen Backstube sind wie immer voll besetzt und Uio konnte gerade noch ein freies Plätzchen für sich ergattern. Gemeinsam mit ihrem Freund genießt die junge Fee eine kleine Auswahl an Köstlichkeiten, denn Tamasius warme Knödel sind wie immer umwerfend! Da sind die in Butter ausgebackenen Sesam-Knödel oder die Griesknödel mit Pflaumenfüllung, die so wunderbar duften, wenn man sie vorsichtig teilt und das heiße, blubbernde Mus nach draußen rinnt. Es gibt Kartoffelknödel mit roter Bohnenfüllung, die ganz sämig und cremig sind oder Tamasius dicke, fluffige Hefeknödel, für die er in ganz Talyra bekannt ist.
Zoe kichert glücklich, so viele Leckereien auf einmal vor sich zu sehen. Aber am meisten freut sie sich, dass heute hier und jetzt ihr Lieblings-Uio da ist. In einem Anfall von plötzlichem absolutem Feenglück flattert die Fee von ihrem riesigen Teller auf und setzt sich auf Uios Schulter. Dann drückt sie ihn einen innigen Kuss auf die raue, stoppelige Wange. Das kratzt und zwickt an ihren Lippen. Macht aber nichts…Große sind nun mal stoppelig im Gesicht.
Vorsichtig schiebt sie das Meer an roten Haarsträhnen zur Seite und flüstert leise in sein Riesen-Ohr „Ich hab dich lieb…“ Bevor Uio etwas erwidern kann schwebt die Fee elegant wieder zurück auf Uios Knie und schiebt sich ein weiterer Ministückchen des Griesknödels zwischen die Zähne. „Hmmmmmmm die sind so lecker! So was gibt es in Sorbonn nicht oder?“
Uio grinst sie verschmitzt an und schüttelt den Kopf. „Ne,so was leckeres wie dich gibt es in Sorbonn nicht! Da haste recht!“
„UIOoooooooooooooo…ich mein doch die Knödel. Mich gann man doch nicht essen!“
„Achso…echt? Also ich finde du schmeckst köstlich!“ Dabei wirft ihr Uio so einen ganz besonderen funkelnden Blick zu, der Zoe plötzlich ganz flau werden lässt. Da wird es im Bauch ganz warm und irgendwo kribbelt was Innen drin. Die Wärme wandert nach oben, steigt in den Kopf, läßt ihre Wangen tomatenrot werden und endet schließlich in ihren Spitzen Ohren, von denen sie das Gefühl hat, sie müssten nun hellen Flammen stehen.
„Aähm…ja…ähmmmm…was machen wir denn jetzt? Also, ich meine, wir könnten, wir, wir könnten Irisblüte besuchen. Ja, sie würde sich sicherlich freuen dich kennenzulernen und dann könnten wir auch zu Cinaed gehen oder wir laufen zum Tempel und besuchen Aruna. Was meinst du?“
Zoe, die Fee die Jeden mag!

143

Monday, February 17th 2014, 4:12pm

Es ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint, es ist nicht zu kalt oder zu warm und Learcan fühlt sich gut. Selbst die Nachwirkungen der Nacht sind kaum noch spürbar , was an der frischen Luft oder an dem Trunk liegen mag, den Tiandaril für ihn gebraut hat.
Zuerst schlendert der Normander etwas ziellos über den Markt, dann kauft er Gemüse und Obst, Eier, Speck, Hafermehl, Brot, Honig und andere nützliche Dinge. Sogar einen Korb kauft er, um alles besser transportieren zu können. Learcan ist guter Dinge, er plaudert entspannt mit den Marktfrauen und lässt sich Zeit für seine Besorgungen. Auf diese Weise vergeht fast der ganze Vormittag.

Bevor Learcan in sein neues Zuhause zurückkehrt, besucht er noch die Goldene Harfe, um dort ein schnelles Mittagessen einzunehmen, seine Sachen zu holen und die Rechnung für seinen bisherigen Aufenthalt dort zu begleichen.

Schwer beladen mit Einkäufen und seinem persönlichen Hab und Gut kommt er schließlich wieder in der Schule für Kampfeskunst an.

-> Hohe Schule der Kampfeskunst

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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144

Monday, February 17th 2014, 9:46pm

2. Blätterfall

<-- mit Dayan aus dem Larisgrün

Dayan schweigt den Rest des Weges und schenkt ihm auch sonst wenig Aufmerksamkeit, wendet sich gar von ihm ab. Kaum fällt das Stadttor in ihr Blickfeld, springt die Wandlerin unerwartet vom Wagen. Nur kurz blickt sie zurück, allerdings ohne ihn anzusehen. Aneirin wendet sich dem Fahrer zu und ruft ein „Habt vielen Dank“, ehe er sich ebenfalls vom rollenden Wage gleiten lässt und sich anschickt Dayan zu folgen.
Nur langsam nähert er sich ihr, das Lächeln verflogen, während er sich fragt, ob er sie verärgert hatte. Dabei liegt ihm nichts ferner als das. Im Gegenteil wollte er ihre Stimmung heben, doch schien der Zeitpunkt wohl schlecht gewählt. ‚Vielleicht ist sie auch einfach nur erschöpft‘, denkt er bei sich und erreicht sie schließlich mit wenigen großen Schritten. Er blickt zu ihr herunter und kurz wandert seine Hand ihr Gesellschaft anbietend in ihre Richtung. Dann entschließt er sich aber, sie vorerst in Ruhe zu lassen und zieht die Hand zurück an seine eigene Seite.
Womöglich hatte er sich ihr in der letzten Nacht zu sehr aufgedrängt. Ob sie es ihm wohl inzwischen übel nimmt, nachdem sie Zeit hatte darüber nachzudenken? Natürlich hatte er sie nicht völlig uneigennützig in Versuchung geführt. Aber es hätte nur ein deutliches Wort benötigt und er hätte sie in Ruhe gelassen. Zumindest versucht er sich das einzureden. Hatte er schließlich doch zu viel von ihr verlangt?
Der Barde folgt ihr durch die Straßen. Er hat sich vorgenommen das Schweigen zwischen ihnen nicht zu brechen. Stattdessen versucht er ihr nicht mehr allzu Aufmerksamkeit und Gedanken zu widmen und nimmt fleißig die Eindrücke der Stadt in seinem Geiste auf. In den kommenden Tagen würde es hier sicherlich viel zu entdecken geben. Auch nach einer Arbeit sollte er sich umsehen, sobald er beschließen würde, dass er gedachte länger hier zu verweilen.
Sein Blick wandert nun doch wieder zu der Wandlerin. Noch zu viele ungeklärte Dinge gab es zwischen ihnen. Wie würde es mit ihnen weiter gehen? Würde sie bleiben? Würde er bleiben? Sie hatten sich so Hals über Kopf in die Versuchung gestürzt ohne überhaupt abzuwägen, was der andere für Pläne und Wünsche an die Zukunft hatte.
Schließlich hält er es doch nicht mehr aus, überholt sie mit zwei großen Schritten und bleibt vor ihr stehen. Er bemüht sich dabei, sich nicht allzu sehr aufzubauen, so dass sie sich womöglich bedroht fühlte. „Hör zu, es tut mir leid“, spricht er und lässt offen, für was genau er sich eigentlich entschuldigt. Er holt Luft, denn gerade noch lag ihm eine Menge Ungesagtes auf der Zunge, doch jetzt, als er in ihre Augen blickt, scheint es wie verflogen. Er will sie weder bedrängen noch in diesem doch sehr unpassenden Moment fragen, wie es weitergehen soll. Also macht er einen Schritt zurück und dann zur Seite, um ihr den Weg wieder freizugeben und wartet darauf, dass sie weitergeht, um ihr zu folgen.
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Dayan

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145

Tuesday, February 18th 2014, 9:41pm

2. Blätterfall


Dayan verdreht die Augen. Wie er schon da steht, eine Entschuldigung auf den Lippen ohne zu wissen für was. Das sieht dem Menschen ähnlich. Es ist so dämlich. Schon allein wie er versucht sich nicht groß und sicher vor ihr aufzubauen. Herrje, wie sollte das alles nur Enden? Böse kann man dem Kerl doch so wirklich nicht sein und käme jetzt noch das albere Grinsen, sie wäre hoffnungslos verloren.

Die Wandlerin versucht jedoch hart zu bleiben und zieht tonlos an ihm vorbei. Ein paar Schritte nur, dann verdreht sie erneut die Augen. " komm schon, oder willst du Wurzeln schlagen?" Neckt sie ihn bevor sie sich umdreht. "Du hast wirklich keine Ahnung was du gemacht hast oder? Bei Ea? Wie bist du nur groß geworden?"
Sie streckt ihm eine Hand entgegen, ganz ähnlich wie er es tat bevor er es sich anders überlegt hat. "Das nächste mal, lasse kein Hase zur falschen Zeit am falschen Ort in deine Lieder sein, wenn ich gerade traurig bin, dass ich ein Leben nehmen lies, weil ich zu geistlos und blöd war, mir die Konsequenzen in den Kopf zu hämmern! Ich hätte mich besser ersäufen sollen, als all das! Ich muss echt bescheuert sein. Was habe ich mir nur gedacht? Ich sage es dir, nichts, so wie du!"

Und ganz ähnlich wie Aneirin überlegt sie es sich anders und zieht die Hand zurück, als könnte sie sich an der Bardenhaut verbrennen. "Ach verdammt! Was macht das jetzt schon?!" Mit zwei drei schnellen Schritten ist sie bei ihm und schlingt ihre Arme um seine Beine. "Alles läuft aus dem Ruder! Das alles ist einfach so falsch!" Jammert sie, in ihrem gewohnten Flüsterton. "Bringst du mich nach... Hau... Zu Tyalfens Haus? Bitte?" Schon bebt der schlanke Leib der Wandlerin unter Aneirins Händen. Sie hingegen zieht sich fest an sein Bein und umklammert ihn haltsuchend als könnte er sie vor allem Übel fern halten.

Tiandaril

Unregistered

146

Thursday, February 20th 2014, 5:36pm

In eine Tracht aus dicker, grauweißer Baumwolle gehüllt, verlässt Tiandarîl gemeinsam mit Learcan das Haus. Sein Schwert nimmt er aus dem Grund mit, dass er sich nicht im Leben davon trennen würde. Viel mehr ist es nun zum Schmuck da, als dass er erwarten würde, angegriffen zu werden. Sein Schwert ist für ihn, wie seine Seele, ein Krieger ist daran ein Leben lang gebunden. Auf sein mittleres Schwert und den Dolch jedoch verzichtet er. Das Holz würde sperrig genug werden, er muss es sich nicht noch komplizierter gestalten. Die spitzen Ohren werden mithilfe einer Tuchkonstruktion verdeckt, der Kälte will der Elb seine Ohren nicht aussetzen. Auf dem Programm steht der Einkauf von Holz, genauso wie ein Besuch bei einem der hiesigen Gewürzhändler. Man hatte Tiandarîl angeraten, dort nach seinen Teesorten zu suchen, man würde es ansonsten wahrscheinlich nicht allzu oft finden.

Zuvor hat der Krieger dem Normander zugestimmt, das 'Du' zu verwenden, daher spricht er ihn, wenn auf etwas ungewohnt auf eben diese Art an: "Learcan, hast du auch Pläne für heute? Im Moment gehe ich in Gedanken den besten Weg durch. Wenn wir also woanders halten sollten, sag mir Bescheid." Wirklich, das 'Du' ist dem Elben noch nicht ganz geheuer. Noch nie hatte er es in der Allgemeinsprache verwendet, bisher hatte er sogar seine Schüler gesiezt. Und umgekehrt. Vielleicht sollte er dieses Konzept auch aufbrechen? Vielleicht würden Dreikinn und Tyra sich so besser fühlen? Nicht, dass sie sich unwohl fühlten, zumindest glaubt Tiandarîl das nicht, aber ein natürlicherer Umgang würde ihnen sicher ein Einfacheres sein. Und Tiandarîl könnte sich so besser an die hiesigen Gepflogenheiten gewöhnen. "Du", murmelt er also zwischendurch kaum hörbar, um sich mit dem Begriff, dem Konzept, dem ganzen Eisberg, der hinter diesen zwei Buchstaben steckt, vertrauter zu machen. Mit jedem mal wird es auch ein wenig besser, fast, als wäre jeder Luftstoß einem Blasebalg gleichzusetzen, das eine Esse des Sprachgefühls entfachen lässt.

Irgendwann muss jedoch Schluß sein, selbst der Silberelb kommt auf den Gedanken, dass es komisch sein muss, fast einem mantraähnlichen Herumgedue zuzuhören. Aber zumindest vergehen so einige Momente und der Elb fühlt sich schon viel gelassener. Da fällt ihm auch noch etwas ein. "Richte bitte auch Atevora meinen Dank aus. Es war ein durchgezeichneter Abend. Auch möchte ich ihren Eifer bei den nächtlichen Übungsstunden loben, selten habe ich soetwas erlebt." Dabei lächelt der Elb sogar, sich vollkommen unbewußt, gerade in ein riesiges Fettnäpfchen getreten zu sein. Mit starrem Blick auf die Straße konzentriert er sich wieder auf den Weg, ganz der beiläufigen Bemerkung angemessen, die er von sich gegeben hat.

Aneirin

Stadtbewohner

Posts: 649

Occupation: Bäcker

Location: Talyra

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147

Thursday, February 20th 2014, 6:21pm

2. Blätterfall

Tatsächlich schreitet Dayan nach einem Augenblick wortlos an ihm vorbei, nachdem sie ihn gemustert und die Augen verdreht hat. Was er davon genau halten soll, weiß er leider immer noch nicht. Doch nach wenigen Schritten bleibt sie stehen und wirkt ein wenig genervt, als sie ihn auffordert ihr zu folgen. Als sie sich endlich umdreht ist ihr Blick nicht zornig. Aber auch wirklich gut scheint sie sich nicht sonderlich zu fühlen. Womöglich also tatsächlich einfach nur erschöpft. Kurz ist er versucht ihre Hand, die sich ihm entgegen streckt, zu fassen. Aber endlich rückt sie mit dem raus, was sie bedrückt. Dass er mit dem Lied den falschen Zeitpunkt gewählt hat, kann er noch verschmerzen, aber dass sie derlei verdrießliche Worte über sich selbst verliert, lässt sein Herz schmerzen.
Gerade als er sich entschließt nach ihrer Hand zu greifen, zieht sie diese zurück und fällt ihm stattdessen um die Beine. Verzweifelt klingt ihre leise, zarte Stimme, so dass er auf die Knie geht und sie fest an sich drückt. „Sag bitte so etwas nicht. Du hast es nicht verdient, dich so zu grämen.“ Zärtlich drückt er einen Kuss auf ihren Kopf, so dass ihr wildes, aber weiches Haar über seine Lippen streift. „Ssssch…“, fügt er hinzu, als ihr kleiner Körper anfängt zu beben und er muss nun schon genau hinhören, als sie ihn bittet, sie zu des Elben Heim zu bringen. Beruhigend lächelt er, was sie zwar nicht zu sehen vermag, so wie sie ihr Gesicht in seinen Kleidern vergraben hat, aber hoffentlich hören kann: „Natürlich, Liebes. Verlass dich auf mich und ruh dich aus.“
Bedächtig positioniert er seine Arme und steht langsam auf, so dass er sie sorgsam anhebt. Widerstandlos lässt sie sich von ihm tragen, während ihr gesamter Körper nun pure Erschöpfung ausstrahlt. Er verliert keine weiteren Worte auf dem Rückweg, lässt allein seine körperliche Nähe ihr Trost spenden, auf dass sie sich schon jetzt ein wenig erholen mochte.

--> Meister Arkendirs Haus
Avatar © 2013 liegt bei der wundervollen Azra

Lyall

Stadtbewohner

Posts: 458

Occupation: Magd

Location: Anwesen de Winter

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148

Friday, February 21st 2014, 3:08pm

--> Ufer des Ildorel


Langsam folgt die Wargin Uio und der kleinen Fee, die aufgeregt plappernd vor ihm herfliegt. Wirklich beeilen tut sie sich dabei nicht, lässt den Abstand zwischen sich und dem Paar jedoch nie zu groß werden. Sie spürt, dass der Junge um ihre Präsenz weiß und als würde er ihre Gedanken hören, dreht er sich so unauffällig wie möglich um und versucht hinter sich zu blicken.
Zoe scheint immer noch keinen Verdacht zu schöpfen, versucht sie doch gerade den geistesabwesend scheinenden Uio wieder auf den richtigen Kurs zu lenken.
Ihr Weg führt immer weiter in die Stadt hinein und zunehmend mehr Leute befinden sich auf den Straßen. Ab und zu versperren sie Lyall die Sicht, doch dieser Umstand lässt sie völlig kalt. Sie braucht keinen Sichtkontakt, um den Beiden folgen zu können. Ihre Nase würde sie selbst in völliger Dunkelheit zu ihm bringen, muss sie doch nur Uio's Duft folgen, der sich – buchstäblich - in ihr Hirn gebrannt hatte.

Gemächlich umrundet sie einen mit Rüben beladenen Karren und späht dann vorsichtig auf die kleine Kreuzung, die sich vor ihr auftut. In den Lücken zwischen den Passanten, Karren und Berittenen kann sie auf eine kleine Bäckerei blicken, die zu dieser Tageszeit gut besucht zu sein scheint. Vor dem Laden sind mehrere grob gezimmerte Bänke und Tische aufgestellt, die mit der Kundschaft der Bäckerei fast schon etwas überladen sind. Und auch Uio sitzt dort und bestellt etwas von der Kost, die es dort wohl zu kaufen gibt.
Er bezahlt für sein Essen? Das ist ja mal etwas ganz Neues...
Langsam schleicht sie im Schatten von mehreren abgestellten Kornsäcken in eine der Bäckerei gegenüberliegende Gasse. Schnuppernd hält sie ihre Nase in den aufkommenden Wind, der ihr einen süßlich würzigen Geruch zuträgt. Unverkennbar: der Geruch nach Hefe und Früchten, aber auch Bohnen und Gewürzen.
Schnaubend setzt sie sich und versucht das hungrige Grummeln in ihrem Bauch zu unterdrücken. Sie darf gar nicht daran denken, dass Avila sie jetzt gerade suchen musste, da auch im Anwesen nun das Essen serviert wird und sie dabei fehlte. Aber sie muss einfach wissen, wohin dieser Bengel unterwegs ist! Ihre Herrin würde diese Informationen sicherlich nützlich finden, da dieser Nichtsnutz damals sang und klanglos verschwunden war, nachdem er fast das gesamte Anwesen abgefackelt hatte!
Wahrscheinlich ist dieser Gedanke etwas zu melodramatisch, waren doch nur ein paar Dielen und ein Vorhang den Flammen zum Opfer gefallen. Doch Lyall hatte diesem undankbaren Schuft nicht vergeben. Und würde es auch nie... nicht nach dem, was vor ein paar Zwölfmonden passiert war...
Mit ihren bernsteinfarbenen Augen fixiert sie Uio, der gerade ausgelassen lacht.
Ihr wölfisches Naturell gebietet ihr ruhig zu bleiben und geduldig zu warten, wie ein Jäger auf seine Beute. Und doch würde sie gern näher rutschen, um vielleicht einen dieser Knödel - nachdem er zufällig auf dem Boden gelandet ist - abzustauben.
'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, ' but what is that on your shoulders?'
'It's... a fur collar,' said Nanny.
'Excuse me, but i just saw it flick its tail.'
'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'
~Terry Pratchett "Maskerade"~

Avatar © by Niniane :soppy:

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Friday, February 21st 2014, 4:54pm

"Nein, ich habe keine besonderen Pläne", gibt Learcan zu und das trifft auf ziemlich viele Lebenslagen des Normanders zu. Er lässt sich gerne mal im breiten Strom des Schicksals dahintreiben. Allerdings ist er nie ganz unvorbereitet, daher trägt auch Learcan stets sein Schwert bei sich, das er sorgsam jeden Morgen pflegt. In diesem Punkt haben Tiandaril und Learcan einiges gemeinsam. Ansonsten ist der Elb für Learcan jedoch immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Jetzt zum Beispiel murmelt Tiandaril ständig etwas vor sich hin. Eine Aneinanderreihung von Du-Lauten. Zuerst reagiert der Normander mit einem knappen "Hm?" als Nachfrage, aber sehr bald merkt er, dass das Gemurmel gar nicht ihm gilt. Er ist schon ein wenig seltsam, findet Learcan, aber irgendwie mag er die spröde und sonderbare Art des Elben.

Allerdings geht Tiandaril mit seiner nächsten Äußerung eindeutig zu weit. <"Richte bitte auch Atevora meinen Dank aus. Es war ein durchgezeichneter Abend. Auch möchte ich ihren Eifer bei den nächtlichen Übungsstunden loben, selten habe ich soetwas erlebt.">
Bitte WAS? Learcan meint, sich soeben verhört zu haben. Meint er das im Ernst? Hat er uns dabei beobachtet oder wie? Learcan findet das ganz und gar nicht witzig. Was in jener Nacht dort hinter (zugegebenermaßen) dünnen Wänden passierte, geht nun wirklich nur Atevora und ihn etwas an und bedarf keinerlei nachträglicher Beurteilung seitens des Elben. Jeder Kommentar erübrigt sich da! Zum Glück konzentriert sich Tiandaril gerade mit starrem Blick auf die Straße, sonst könnte er erkennen, wie es in Learcan brodelt und er seine Faust ballt als wolle er gleich auf den Elben losgehen. Doch dann besinnt sich der Normander noch rechtzeitig. Etwas stimmte nicht an der Reaktion des Elben. Man konnte fast annehmen, dass er wirklich meint, was er da sagte. Kann das sein? Der Elb mag seltsam sein. Aber so seltsam? Das muss Learcan näher hinterfragen. Vorsichtig tastet er sich an das Thema heran: "Diese Übungsstunden..." Learcan ist das Thema sichtlich peinlich. Er weicht dem Blick des Elben aus und sucht krampfhaft die richtigen Worte. Wäre Tiandaril nicht Tiandaril sondern ein Normander, würde Learcan ganz ungeschönte (vielleicht zu) deutliche Worte finden, um seine Frage zu formulieren. In Hinblick auf des Elben Eigenartigkeit ist Learcan aber zögerlicher. "Wie lange ist es her, dass du mit einer Frau zusammen warst?" fragt er. Und um auszuschließen, dass der Elb jetzt auf ihr Zusammensitzen mit Atevora verweist, formuliert es es konkreter: "Im Sinne von körperlich sehr nah zusammen. Du weißt schon... Ohne Kleidung. Und ähm... ich meine nicht zu Übungszwecken oder sonstigen kampforientierten Handlungen." Gespannt, mit viel gutem Willen und Verständnis ausgerüstet wartet Learcan auf die Antwort auf diese kompliziert gestellte Frage. Ein kleines Hintertürchen hält er sich aber dennoch offen: Wenn er jetzt wieder einen unpassenden Kommentar zu den Aktivitäten zwischen mir und Atevora macht, haue ich ihm vielleicht doch noch eins aufs Maul , nimmt er sich im Stillen vor.

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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Friday, February 21st 2014, 5:03pm

Ende Langschnee

Bezweifelte Aneirin etwa, dass das zweite Kleid für Fyllyllylla gedacht ist? Erst jetzt ob des Freundes offenkundigem Argwohn wird Tyalfen klar, dass dieser nichts über der Feen Fähigkeit weiß, für eine kleine Weile Menschengestalt annehmen zu können. Dayan wusste in jedem Fall davon, resümiert der Elb, doch bislang war auch kaum Zeit für sie und ihn geblieben, über die gestrigen Ereignisse zu sprechen. Selbst ihrer Beider Gang zum Markt war von überraschenden Ereignissen überschattet, dass sie wohl kaum dazu gekommen waren, dass ohnehin sehr heikle Thema anzuschneiden. Trotz dieser Erinnerung muss Tyalfen lächeln, als ihm der Freund lachend auf die Schulter klopft, als wolle er ihm sagen, ihm müsse er doch nichts vormachen. Ja was sollte er darauf wohl antworten, ohne Fyllyllyllas Geheimnisse preiszugeben. So etwas wie: „Irgendeine Begleiterin werde ich brauchen, wenn wir zum Tanz gehen wollen. Vielleicht frage ich ja Alana.“ Sie wäre schließlich auch eine ausgezeichnete Wahl, sofern Shu’ra Mealla sie beide gleichzeitig entbehren konnte. Dann allerdings würde er sich um eigene, traditionelle Kleidung kümmern, denkt er lächelnd und bedauert doch gleichzeitig, nichts dergleichen mitgenommen zu haben. Das er sich überhaupt über derlei leichtlebige Vergnügungen Gedanken macht, ja sich darauf freut, grenzt schon an ein kleines Wunder, als vermochten die Menschen wieder ein Fünkchen Lebensfreude in sein Herz zu pflanzen.

„Waffenhändler!“. bestätigt er knapp, aber mit sorgenvollem Blick auf seinen Freund. Es will schon etwas heißen, wenn der Barde so wortkarg wird und der Griff an seine Nase verrät dem Aniran, dass ihm die Folgen des Schlages wieder zuzusetzen beginnen. "Aber vielleicht ist es besser, Du gehst nach hause und ruhst dich aus. Lorwen ist in der Kräuterkunde bewandert. Sie könnte Dir Linderung verschaffen. Und ich kann die Stäbe auch allein besorgen. Den ersten Stab bekommt man ohnehin immer von seinem Lehrmeister."
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

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