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Raven

Unregistered

1

Monday, June 18th 2012, 2:16pm

Das Nordtor

Dort, wo die Ringstraße rund um die Westmauern Talyras auf die breite Nordstraße in Richtung Wegesend trifft, befindet sich das Nordtor, flankiert von zwei mächtigen Türmen, deren Mauern mit Reliefs brüllender Löwen, geschmückt sind. Sowohl die Türme, als auch das Vorwerk, ein gutes Stück der Stadtmauern links und rechts, das Tor selbst, das Fallgitter, die Zugbrücke - kurz, die gesamte Anlage, sehen zudem funkelniegelnagelneu aus.

Wie jedes Tor besteht auch das Nordtor aus zwei Tortürmen, zwischen ihnen ein mächtiges, zinnenbewehrtes Vorwerk über einem hohen, breiten eisenbeschlagenen Tor, durch das gut und gern zwei Ochsengespanne nebeneinander oder ein Kriegselefant samt Aufbau passen. Die Tore selbst sind aus steinhartem, eineinhalb Fuß starken Eichenholz, altersglatt und mit schweren Beschlägen versehen. Von Innen kann jedes Tor mit vier baumstammdicken Sperrbalken verriegelt werden und wird bei Bedarf zusätzlich von einem schweren Fallgitter geschützt. Das Nordtor verfügt - wie auch das Verder Tor -, über eine mächtige Zugbrücke, die sich in heruntergelassenem Zustand als Brücke über den Stadtgraben spannt. Alle Tore besitzen zudem eine in einen der Torflügel eingelassene Mannpforte, die separat zu öffen oder zu schließen ist. Diese Mannpforten werden in der Regel nur des Nachts benutzt, um einzelnen Reisenden selbst dann einen Durchgang zu ermöglichen, wenn das große Tor geschlossen ist und sind ausreichend bemessen, ein großes Pferd passieren zu lassen. Auch sind alle Tore immer - in wechselnden Schichten - von gut geschulten Torwachen, tagsüber acht, des Nachts vier an der Zahl, besetzt und zugleich Zollstationen, an denen von fremdländischen Händlern Warenzölle erhoben werden. An hohen Festtagen, wenn viel Volk nach Talyra strömt, sind die Tore mit doppelter Wachenstärke besetzt und rund um die Uhr geöffnet, da die Menge an Passanten sonst nicht zu bewältigen wäre. Sonst öffnen die Tore für gewöhnlich bei Sonnenaufgang für die einheimischen Händler und Bauern, die zu dieser Zeit mit ihren Waren zum Marktplatz eilen, für die Fischer, die ihren Fang zum Fischmarkt bringen und die Bürger, die ihr Kleinvieh aus den heimischen Ställen stadtauswärts in den Stadtgraben und auf die Weiden treiben. In den ersten Tagesstunden und kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Tore wieder geschlossen werden, herrscht also an fast allen Zugängen zur Stadt Hochbetrieb: Eselskarren, Fuhrwerke, Viehherden, Hausierer, Abenteurer und Reisende, die mit dem Strom treiben, Marktfrauen mit Kiepen auf den krummen Rücken, Hirten, Kinder, die schnatternde Gänse vor sich hertreiben, Jäger und Späher, die zu ihrem Tagwerk ins Larisgrün aufbrechen oder von nächtlichen Ausflügen daraus zurückkehren, Boten, die mit wichtigen Nachrichten an- oder abreisen und ähnliches Volk mehr. Des Nachts sind die Tore geschlossen. Spät ankommende Reisende oder Händler müssen entweder mit der Nyzemia als Unterkunft vorlieb nehmen und bis zum Morgen warten oder die Wachen bitten, sie durch eine der Mannpforten einzulassen.

NSC's:

Caitrin Airetach ~
Befehlshaberin des Nordtores, eine Airetach von Midforêt, deren Weiblichkeit - sehr zu ihrem Verdruss - oft erst auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen ist. Sie ist etwa sechs Fuß groß, kräftig und sehnig wie ein Mann und war zudem noch nie die Hübscheste. Ihr Haar ist nichtssagend mausgrau, ihre Augen sind ebenso farblos, aber ihr Verstand ist so scharf wie ihr Schwert, von ihrer Zunge ganz zu schweigen.

Eine kleine Auswahl weiterer Torwachen am Nordtor:
Krummbein, Skeldbearn Grauhaar, Neale, Roisin, Padraig Einarm ~ Gardisten und Torwächter


Anm. der Redaktion: Die Torwachen sind nur mit NSCs besetzt, das heißt, es ist allein euch überlassen, eure Ankunft in der Stadt oder eure Wege durch die Tore hinein oder heraus auszuspielen. Bitte beachtet dabei jedoch, dass ein Tor niemals unbesetzt ist und dass die Wachen weder total verblödete Hinterwäldler, noch überfreundliche Kaffekränzchendamen darstellen. Sie versehen ihre Aufgaben durchaus freundlich, aber auch gewissenhaft, wachsam und absolut unbestechlich. Es wird nicht automatisch jeder, der nach Talyra hinein oder aus der Stadt heraus will, aufgehalten und durchsucht. Die Wachen nehmen stichprobenartig Durchsuchungen von Fuhrwerken und Handelsgütern vor oder sehen sich genauer an, wer und was ihnen verdächtig vorkommt.

Bregond

Herr Bergland

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2

Saturday, June 1st 2013, 8:56am

Die Sonne zeigt sich an diesem morgen stärker als die grauen Wolken der Tage zuvor, als sie das Nordtor erreichen liegt nur noch ein frühmorgendlicher Schleier über der Stadt. Die ersten Händlerkarren und Bauern versuchen schon von außerhalb in die Stadt zu kommen um den günstigsten Platz auf dem Markt zu bekommen um ihre Waren feil zu bieten. Mehr als einmal werden Lyana und Bregond von Reisenden überholt, so sehr der Elb sich gefreut hatte in die Stadt zu kommen ist er sich auch bewusst das Lyona ihrer Wege ziehen wird und Skor sein junger Freund erst später nachkommen wird. Als die junge Frau schnell zu reden beginnt erschrickt Bregond fast, hatte sie seit dem Überfall nicht mehr ein Wort gesagt. Ohne das Pferd zu zügeln geht er weiter und nickt ihr nur zu. Kurz vor dem Nordtor hält er sein Pferd dann doch an und dreht sich zu ihr um. „ Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen junge Lyona, es freut mich wirklich“ ein ernst gemeintes Lächeln umspielt die Lippen des Elben „ hinter uns liegen die Schatten der Vergangenheit, böse und dunkel. Doch seht wie der Dunst über der Stadt der von der aufgehenden Sonne vertrieben wird so werden auch diese Schatten vergehen. Lasst uns Talyra einen besuch abstatten und wenn ihr wollt begleitet mich zu meinem neuen Heim. Über einen Händler in Cardossa habe ich ein Haus hier in Talyra gekauft, es gehörte einst seinem Großvater. Es war zwar nicht günstig aber laut der Zeichnungen die er mir gezeigt hat jede Münze wert. Es wäre mir eine Ehre euch dort als meinen ersten Gast begrüßen zu dürfen.“ Und wieder einmal überkommt Bregond ein Redefluss bis sie das Tor erreichen und von den Blaumänteln nach ihrem Begehr gefragt werden kennt Lyona die gesamte Geschichte der Händlerfamilie aus Cardossa. Als der Elb ein Schriftstück unter seiner Weste hervor zieht und den Blaumänteln erklärt er wäre der neue Besitzer eines Hauses in der Stadt schauen diese erst verwundert, schmunzeln kurz als sie das Dokument lesen und geben dann lachend den Weg in die Stadt frei. „ Ihr solltet vorher den Markt besuchen und wohlriechende Öle kaufen“ ruft einer der Blaumäntel ihnen noch hinterher. Bregond schüttelt nur den Kopf und fügt noch kurz angebunden zu Lyona hinzu „ Nach der langen Reise ist es doch kein Wunder das wir ein Bad brauchen, das müssen sie uns ja wohl nicht auf die Nase binden.“
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Lyona

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3

Monday, June 3rd 2013, 2:32pm

Es beunruhigt sie, dass Bregond zunächst schweigend weitergeht und nichts sagt, ist er doch sonst mehr als redselig. Wahrscheinlich möchte er sich nicht weiter mit mir abgeben. Lyona heftet ihren Blick auf die beiden steinernen Türme des Nordtores und weiß nicht, welches Gefühl überwiegt – Freude oder Furcht?
>Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen junge Lyona, es freut mich wirklich<, spricht er sie nach einer Weile an. Sie freut sich über sein ehrliches Lächeln, doch seine gehobene Anrede verwundert sie. Auf sein Angebot, ihn zu seinem Haus zu begleiten, antwortet sie nicht gleich, er scheint es auch nicht zu erwarten in seinem folgenden Redeschwall.

Die brüllenden Löwen, welche die Mauern der Türme schmücken scheinen sie anzustarren. Ausdruckslos und kalt. Lyona ist froh, von einem Pferd getragen zu werden, welches sich gelassen dem Tor und den Wachen nähert. Sie beobachtet gespannt die Händler und Bauern mit ihren Karren, die in die Stadt gewinkt werden, die meisten ohne halten zu müssen.
Als sie schließlich vor den blaugewandeten Wachen stehen, wartet sie darauf, dass man sie anspricht, wenigstens befremdet auf sie aufmerksam wird. Vielleicht ist es das Pferd, auf dem sie sitzt oder der Umstand, dass Bregond dicht vor ihr steht, nach dem vergangenen Kampf selbst nicht wirklich sauber, und die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Jedenfalls lassen sie beide passieren, nachdem sie die Geschichte des Elben gehört und sein Dokument geprüft haben. So schnell? So einfach?
Die Bemerkung der Wachen ist ihr vollkommen egal, als sie durch das Tor gelangt ist. Lyona verengt die Augen und atmet zunächst die fremde Stadtluft ein. Sie riecht nicht so nach Freiheit wie die Luft des Waldes, ist schwerer, trägt beißende Gerüche. Doch Lyona stellt fest, dass sie auch verlockend riecht mit ihren unzähligen Düften und genauso lebendig ist wie außerhalb der Mauern. Mit dieser Luft atmet sie ein anderes Leben ein, ein bunteres, lauteres und vielleicht spannenderes Leben. Langsam öffnet sie ihre Augen weiter und lässt das Meer an Häusern und Menschen auf sich wirken, welches zu ihrer Freude auch einige grüne Flecken aufweist.
Sie schaut sich neugierig um, bis Bregonds Pferd gelangweilt beginnt mit den Hufen zu scharren. Das Beste wäre wohl, jetzt abzusteigen und sich von dem Elben zu verabschieden. >Es wäre mir eine Ehre euch dort als meinen ersten Gast begrüßen zu dürfen.<, hatte er gesagt. Eine Ehre, natürlich. Nein, ich darf seine Großzügigkeit nicht weiter ausnutzen. Ich werde versuchen, eine Arbeit zu finden. Doch sie möchte gar nicht daran denken, allein zu Fuß in das Häusermeer einzutauchen. Vielleicht...
Lyona wendet sich mit ein wenig Hoffnung an ihren Begleiter: „Ihr seit sehr freundlich zu mir. Ich kann Euch nichts geben, da ich kein Geld habe, vielleicht... Es ist unwahrscheinlich, aber vielleicht habt Ihr eine Arbeit für mich? Ich würde mich freuen, etwas für Euch tun zu können.“

Bregond

Herr Bergland

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4

Tuesday, June 4th 2013, 7:13pm

Tausend und ein Geruch steigen dem Elben in die Nase sobald sie das Stadttor hinter sich gelassen haben. Ebenso viele Erinnerungen an nicht an eine so gute Zeit in der Steinfaust oder in den Kanälen der Stadt, doch dies war lange her und es scheint sich einiges in Talyra verändert zu haben, er hat tatsächlich mit einer strengeren Kontrolle am Tor gerechnet. Lyona scheint unsicher zu sein, ringt sich dann aber doch durch ihn nach einer Anstellung zu fragen ein stolzes Mädchen, mag sich nichts schenken lassen, das gefällt mir
Sanft streicht er seinem Pferd über die Nüstern und schaut zu Lyona hoch, lächelnd nickt er ihr zu „ Ich denke da lässt sich etwas finden, ich kann euch nicht all zu viel zahlen, wenn ihr sparsam lebt sollte es reichen. Etwas warmes zu Essen jeden Tag und ein Dach über dem Kopf gibt es außerdem obendrein. Langsam zieht er seine Lederhandschuhe aus, legt sie zusammen und reicht ihr die Hand „ Lasst uns das nicht auf offener Straße besprechen, ich würde mich freuen euch auf ein Essen in der Harfe einladen zu dürfen, und bitte lehnt nicht ab ihr würdet mir wirklich eine Freude machen. Es ist nicht weit und danach zeige ich euch mein neues Heim und eure neue Arbeit und Wohnstätte, als was sagt ihr Lyona?“ Das er immer noch mitten auf der Staraße steht und sich der ein oder andere Händler oder Bauer lautstark darüber auslässt scheint den Elben gerade nicht zu stören, er hält der jungen Frau weiterhin die schwarze Hand entgegen.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Lyona

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5

Tuesday, June 4th 2013, 9:17pm

Lyona beschließt, von seinem Pferd zu steigen, um mit ihm zu reden. Es wird Zeit, dass sie ihre eigenen wieder Beine benutzt und später muss sie sich schließlich auch zu Fuß in Talyra zurechtfinden. Außerdem ist es wohl unhöflich.
>Ich denke da lässt sich etwas finden...< Die Worte des Elben lassen warmes Glück durch ihren ganzen Körper fließen. Sie wird zu Essen bekommen, einen Platz zum Schlafen – und Arbeit verbunden mit dem Gefühl Bregonds Großzügigkeit auch verdient zu haben. Lyona hat fast erwartet, zunächst ganz auf eine Bezahlung durch Münzen verzichten zu müssen, schließlich ist sie ihm einiges schuldig. Es ist ein beruhigender Gedanke, bald die Freiheit zu haben, sich selbst etwas kaufen zu können. Kleidung braucht sie, besonders Schuhe. Die Löcher ihrer jetzigen störten sie nicht auf dem weichen Waldboden, doch die staubige, harte Straße der Stadt lässt sie sie deutlich spüren.
Die junge Frau hat keineswegs vor, seine Einladung in die Harfe abzulehnen, auch wenn er es zu befürchten scheint. Ich wäre wirklich dumm. Wie soll ich sonst ohne Geld an etwas zu Essen kommen? Ich werde ja wohl nicht stehlen, während er neben mir herläuft... Ich betrachte es ganz einfach als das täglich versprochene warme Essen – für meine kommende Arbeit.
Im Gegensatz zu dem gelassen wartenden Elben stören Lyona die lautstark vorbeidrängenden Menschen und sie kann es nicht erwarten, zur Harfe aufzubrechen. Ihr Gesicht lässt nicht erkennen, was es sie für eine Überwindung kostet, ihre blasse Hand in die schwarze ihres Begleiters zu legen, doch sie ist sich sicher, dass sie leicht zittert.
Ihre Stimme dagegen ist klar, von dem noch immer begleitenden Kratzen einmal abgesehen. „Eure Einladung nehme ich gern an und auch die Arbeit, die ihr für mich habt. Vielen Dank.“
Sie nimmt das Pferd sanft am Zügel und wartet gespannt, wo er sie hinführen wird.

--> Die Straßen der Stadt

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Aolyn

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6

Wednesday, August 28th 2013, 9:07pm

Einstiegspost

Das ist also Talyra. Sie ist lange gereist um hier hin zu gelangen. Sie hat ihre Heimat vor einer ganzen Weile verlassen und ist in der Welt der Menschen noch ziemlich neu. Sicher sie hat schon vieles gelernt wenn auch eher auf nicht so schöne Art und Weise. Ihr Vater ist immer noch nicht sonderlich glücklich darüber das seine Tochter weggegangen ist. Aber er muss es akzeptieren. Die Elbin ist nicht schwer bepackt ihre Harfe hat sie auf den Rücken und ihre Flöte in einer Tasche auseinander geschraubt. Die Laute hingegen hängt an ihrer Seite. Als sie sich umschaut fällt ihr das große Tor auf vor dem sie steht. Massives Holz mit Eisenbeschlägen. Sie erblickt beim genaueren Hinsehen erstmal nur zwei Wachen. Das musste aber nicht viel heißen denn es sind ja auch noch zwei Türme dort am Tor die besetzt sein können. Daher blieb sie bei den Wachen stehen und kramt in ihrem Kopf nach der Begrüßung für die Menschen: "Hallo werte Wächter. Sagt mir doch ob ich euch was schuldig bin für das Tor. Ähm wie nennt ihr das noch gleich Zollgebühren oder so?" Spricht sie in ihrem gebrochen Dialekt der Gemeinsprache. Und wartet auf die Antwort des Wächters den sie angesprochen hat.

Arwen

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7

Thursday, August 29th 2013, 10:45pm

Die Mittagsstunde ist kaum verstrichen, als sich zwei Reiter auf schlanken, hellen Pferden dem Tor Talyras auf der Großen Nordstraße nähern. Endlich wieder zuhause… Arúen ist ehrlich erleichtert, als das Nordtor endlich in Sichtweite ist. Ihrem Begleite Shu're Elthevir geht es dabei vermutlich nicht viel anders - wenn auch vermutlich aus anderen Gründen. Die Elbin hat die Tage nicht gezählt, aber ihrer Meinung nach sind es eindeutig zu viele gewesen, die sie unterwegs und fern von ihrer Tochter gewesen ist. Aber es gibt nun einmal zahlreiche Pflichten, die ihr als Hohepriesterin obliegen und die dann auch regelmäßig Reisen mit sich bringen. Und da Arúen ihre Pflichten schon immer sehr ernst genommen hat, käme sie nie auf die Idee diese nicht nachzukommen. Dieses Mal hat sie einige Tempel in Gríanàrdan aufgesucht, die aus den unterschiedlichsten Gründen um ihre Anwesenheit gebeten hatten.
Die Pferde scheinen die Nähe des heimatlichen Stalls zu wittern, was von Shur mit einem leisen Wiehern auch verkündet wird. Ohne von ihren Reitern dazu aufgefordert zu werden, beschleunigen beide Hengste ihren Schritt auf den letzten zweihundert Schritt vor dem Tor in einen leichten Galopp. Angesichts der schon zurückgelegten Wegstrecken der letzten Tage haben Arúen und Elthevir ihre Pferde an diesem Vormittag geschont, doch jetzt lassen sie ihnen ihren Willen und geben die Zügel frei. Erst ein Dutzend Schritt vor dem Tor zügelt Arúen Shur wieder und Shu're Elthevir lässt seinen Falben neben dem Grauschimmel Tritt fassen.

Sonst ist dieser Weg in die Stadt zu dieser Tageszeit überfüllt mit den Wagen und Karren der Händler die ihre Waren zum Markt bringen. Dazwischen dann noch der eine oder andere Bauer, der bereits Ende Beerenreif die ersten überzählige Gänse, Enten oder Schweine in die Stadt treibt, um hier zu verkaufen, was er weder selber schlachten und verwerten, noch über den Winter füttern kann oder will. Doch von diesem sonst steten Strom an Bauern, Händlern, Karren, Wagengespannen, Mägden auf dem Weg Besorgungen zu erledigen, Knechten, Hirten, Tagelöhnern auf der Suche nach einer Anstellung, Reisenden, Quacksalbern die obskure Tinkturen anpreisen, vereinzelten Söldnern, diesem Strom in dem es knarrt, quietsch, blökt, schnattern, kichert, redet, ruft, lacht und schimpft, ist an diesem Mittag nichts zu sehen. Dafür weht ein sachter Wind die gewohnten Gerüche der Straßenküchen von jenseits des Tores heran, die kleine Spieße mit gebratenem Fleisch oder gefüllte Brottaschen und Pasteten anbieten.

Deutlich hörbar klappern die beschlagenen Hufe der beiden Pferde auf dem Holz der Zugbrücke, als die beiden Elben sich dem eigentlichen Tor und den dort postierten Blaumänteln nähern. Da die zwei Torwachen gerade mit einem anderen Reisenden beschäftigt sind, zügeln sie ihre Pferde. Da sie bei ihrer Annäherung gerade noch das Wort "Zollgebühren" hören können, stellen sie sich darauf ein noch warten zu müssen, denn Zollgebühren werden eigentlich nur von Händlern erhoben, die fremdländische Waren nach Talyra bringen. Der junge Rekrut, der genau diese Frage dann zu klären versucht redet rasch, ohne Punkt und Komma und scheinbar auch ohne Luft zu holen. Die Stille, die nach dem Wortschwall aufkommt, lässt nicht nur die beiden Elben aufmerksam werden, sondern auch einen weiteren Blaumantel aus der Tür des Torturms dazu treten. Arúen kennt ihn vom Sehen her, es ist Padraig Einarm, ein altgedienter Blaumantel und Wächter des Nordtores. Auch er scheint die Priesterin zu erkennen, denn er nickt kurz grüßend in ihre Richtung, ehe er zu dem jungen Rekruten tritt um zu klären, warum das dort so lange dauert. Wirklich weiter scheint auch er nicht zu kommen, denn er verlässt nur wenige Worte später den Durchgang unter dem Vorwerk und tritt an den Grauschimmel heran und neigt grüßend den Kopf erst vor der Elbin und dann auch vor ihrem Begleiter. "Die Götter zum Grüße, Lady Arúen… Sire… Darf ich Euch um Eure Hilfe bitten, Erhabene? Dort bei uns am Tor ist eine Elbin, und anscheinend spricht sie unsere Sprache nur gebrochen." Im ersten Moment ist sie etwas überrumpelt von der Bitte des Blaumantels, dann wechselt Arúen einen kurzen Blick mit Shu're Elthevir und nickt zustimmend. Beide Elben sitzen von ihren Pferden ab und führen sie am langen Zügel hinter sich, als sie Padraig zum Tor folgen. "Khel Dar… Alasta I jadaer?"

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Khel Dar… Alasta I jadaer = Guten Tag… Kann ich helfen?
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Aolyn

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8

Friday, August 30th 2013, 8:36pm

Als der Wächter auf sie einredet legt die junge Elbin verständnislos den Kopf schief. Sie versteht die Allgemeinsprache noch nicht so gut. Sie zuckt entschuldigend die Schulter und blickt die Wache ein wenig deprimiert an. Auf ihr Schweigen hin kommt ein weiterer Sodalt aus dem Haus und auch dieser redet auf die Elbin ein und wieder versteht sie nur Karawanserei. Nach der Enttäuschung mit der Stadt ist sie der Überlegung beinahe erlegen ihr wieder den Rücken zu kehren um ihr Glück woanders zu finden. Aber dazu sollte es erstmal nicht kommen. Bevor sie ihrer Wege gehen kann, hört sie hinter sich Hufgetrappel zweier Pferde. Sie dreht sich um als die beiden Tiere hinter ihr zum stehen kommen, da der Blaumantel vor ihr zu den Reitern hinging und mit ihnen was zu besprechen scheint. Aolyn wartet mit hinter dem Rücken verschränkten Händen was nun auf sie zukommen wird. Auf alle Fälle kommt der Wächter nach einen kurzen Moment wieder und ihm folgten offentsichtlich die Reiter der Pferde. Als sie näher kommen, erkennt Aolyn schon das Symbol auf dem Schild des Wächters. Ist dies eine Elbin aus dem Hause Sternadler? Dann hat Aolyn es hier mit einer höheren Persönlichkeit zu tun. Sie weiß zwar nicht genau wie das mit den Häusern ist, aber ihre Meinung nach ist das Haus Sternadler ein Höheres.

Als das Dreiergespann bei ihr ankommt wurde sie von der Dame angesprochen ob sie ihr helfen kann und Aolyn ertappt sich selber bei einem dankbaren Lächeln und verneigt sich vor der anderen Elbin. Denn sie will auf keinen Fall unhöflich wirken: "Khel Dar, Shu'ra." Dann fährt sie in Elbisch fort: "Ich fürchte ich habe die beiden guten Männer ein wenig in Verlegenheit gebracht. Ich will meine Zollgebühren zahlen wie immer. Aber irgendwas scheint damit nicht in Ordnung zu sein. Vielleicht habe ich ein Gastgeschenk vergessen." Sie ist naiv spätestens nach diesen Worten merkt man das sehr schnell oder sie ist auch einfach unerfahren und unbedarft. Sie blickt die Dame vor sich aufmerksam an ehe ihr klar wird das sie eben ohne Punkt und Komma gesprochen hat.: "Entschuldigung. Das war eben nicht sehr höflich von mir . Ich habe euch ja keine Chance gelassen zu antworten."

Arwen

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9

Saturday, August 31st 2013, 1:10pm

Arúen erwidert die grüßende Verneigung der jungen Elbin mit einem höflichen Lächeln und verbannt allen Unmut über diese unerwartete Verzögerung so kurz vor dem Ziel aus ihrem Denken. Ja, sie ist müde und will nach Hause zu ihrer Tochter. Ja, ihre Reise hat schon viel zu lange gedauert, was an dem Staub auf ihrem braunen Mantel mit dem Zeichen einer Anukispriesterin unschwer zu erkennen ist, und sie seht sich nach einem heißen Bad. Aber sie sieht auch die Jugend im Gesicht der Elbin, die ein wenig verlegen bei den Blaumänteln steht. Arúen kann sich auch nach all den Jahrhunderten nur zu gut an ihre erste Zeit in der Welt der Sterblichen erinnern. An die oft noch unverständliche Sprache. An die unbekannten und verwirrenden Sitten, Gebräuche und eben auch Gesetze. Und so nimmt die Elbin sich die Zeit um zu helfen, indem sie übersetzt.

Die Worte der elbischen Reisenden liefern schon die ersten Hinweise, wo das Miss- oder vielmehr Nichtverständnis liegen könnte, was sich dann bei den knappen Erklärungen des Rekruten auch bestätigt. Ich habe ihr noch gar nicht meinen Namen genannt, wird Arúen in diesem Moment klar, Ich muss doch müder sein, als ich dachte… Wenn das Gesinde auf Vinyamar, die Priester im Tempel oder ihre Familie wüsste, dass Arúen ihre schon fast sprichwörtliche Selbstdisziplin abhandengekommen ist, würden sie den Tag knallrot im Kalender anstreichen. "Entschuldigt, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt… Ich bin Arúen Liasiranis, Priesterin im Anukistempel von Talyra." Ihre Titel und den Namen ihrer Familie lässt sie bewusst weg. Einerseits ist das Wappen der Sternenadler auf dem Mantel Shu're Elthevirs unübersehbar, und falls die Elbin es nicht kennt, ist Arúen andererseits auch alles andere als böse darüber. "Ihr habt kein Gastgeschenk vergessen, das ist an Stadttoren auch weder notwendig noch üblich", erklärt sie mit einem freundlichen Lächeln, das auch ihre Augen erreicht. "Und was den Torzoll angeht", der Blick der Elbenpriesterin wandert über die Gestalt vor ihr, über das spärliche Gepäck in dem sich der Umriss einer Harfe abzeichnet und über die Laute, die die ELbin an ihrer Seite trägt. "Zoll wird hier in Talyra nur erhoben, wenn man fremdländische Waren einführt, die für den Handel bestimmt sind. Sofern Ihr nur Euer Gepäck bei Euch habt und keine Handelswaren, braucht Ihr auch keinen Zoll entrichten."
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Aolyn

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10

Wednesday, September 25th 2013, 11:42am

Aolyn lauscht den Worten der Elbin aufmerksam: "So muss ich nicht immer Zollgebühren entrichten? Mein Name ist übrigens Aolyn vom Hause Yaêlhodor. Ich bin erfreut euch kennen zulernen Mylady." Die junge Elbin lächelt kurz und schaut dann nur auf ihre Instrumente: "Nein ich denke nicht das ich was einführen möchte außer mich und meine Instrumente. Aber das sind keine Waren?" Fragt das junge Ding nun noch mal nach: "Was zählt denn zu den fremdländischen Waren die ihr angesprochen habt." Davor wandte sie sich kurz an die Soldaten: "Verzeihung das ich sie in Verlegenheit gebracht habe." Das sind Worte die sie bereits lernen konnte auf ihrer Reise. Ihr ist das peinlich wenn sie Leute in eine unangenehme Situartion bringt. Schließlich wendet sie sich der Elbin vollendes zu: "Ihr seid Pristerin der Anukis hier in der Stadt? So kann ich einen Tempel oder einen Schrein hier in der Stadt finden dem ich meine Aufwartung machen kann für die Glückliche Jagd die mich an so manchen Tagen am Leben gehalten hat wenn ich mal eine Durststrecke ohne Aufträge durchstehen musste?"

Sie schaut sie nun sehr ehrerbietig an. Sie fühlt sich zu Lyr verbunden als Gott der Künstler und Musiker noch mehr alledings fühlt sie sich Njar'da von den Nachtigallen verbunden als Herrin der Musik und Patron der Zaubersänger und Harfner, Barden und Skalden. Sie weiß das sie die Gabe hat Harfnermagie zu wirken doch fehlt es ihr bisher an vernüftigen Lehrmeistern. Daher förderte ihre Mutter ihre musikalische Begabung. Als sie merkt das sie sich in Träumereinen verloren hatte schüttelte sie kurz den Kopf und fragte nochmal: "Könnt ihr mir sagen ob ich auch einen Lyr-Tempel hier finden kann oder ob ich dafür woanders hinreisen muss." Sie wird hier zwar erstmal eine Rast einlegen damit sie etwas Geld verdienen kann. Aber ihr ist es ein Bedürfnis auch in nächster Zeit einen Lyr-Tempel aufzusuchen um eines ihrer geschriebenen Werke dort vorzutragen als Opfergabe und Dank an Lyr und Njar'da. Wenn sie hier in Talyra vielleicht die Allgemeinsprache ein wenig besser zu sprechen gelernt hat und sich etwas besser verständigen kann und nciht stets auf andere Hilfe angewiesen zu sein. Denn sie weiß das sie nicht überall das Glück besitzt auf eine Elbin zu treffen.

Arwen

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11

Thursday, September 26th 2013, 9:33pm

Yaêlhodor? Das Haus Steinfalke?... Dann stammt sie aus dem Riathar… Eine ziemlich lange Reise für eine so junge Elbin. Während Arúen noch Gedanken über die junge Feuerelbin, den Riathar und Kizumu durch den Kopf gehen, erwidert sie zurückhaltend das Lächeln Aolyns. "Nun ja, fremdländisch sind alle Waren, die nicht hier in der Umgegend hergestellt wurden. Theoretisch zählen dazu auch Musikinstrumente, sofern sie aus fernen Gegenden stammen und ihr sie nicht nur für Euren eigenen Gebraucht bei Euch führt, sondern mehrere habt, mit denen Ihr Handel treiben wollt." Die Worte, mit denen die junge Elbin sich bei Padraig Einarm und dem Rekruten entschuldigt, entlocken den beiden Männern nur ein knappes aber höfliches Kopfnicken als Reaktion. Sie haben tagtäglich mit Reisenden aus nahen und fernen Ländern, den Vertretern der unterschiedlichsten Völker und Händlern der alltäglichsten und unglaublichsten Waren zu tun. Eine junge Elbin, die in der Gemeinsprache nicht sattelfest ist, bringt sie so schnell nicht in Verlegenheit.

"Ja, ich diene im Anukistempel hier in Talyra. Wenn Ihr dem Verlauf dieser Straße folgt, kommt ihr nicht weit von hier am Tempelviertel vorbei. Dort findet Ihr Tempel für zehn der Mächte, auch einen für Lyr. Einzig die Tempel Shenrahs und Sithechs liegen separat. Das Hohe Haus Sithechs steht im Süden der Stadt und der Tempel Shenrahs liegt im Südwesten der Stadt, neben der Steinfaust… das ist die Festung der Stadtgarde", setzt sie erklärend nach. "Wenn Ihr eine Unterkunft sucht, gibt es in Talyra zahlreiche Gasthäuser, für jeden Geldbeutel das passende. Die 'Goldene Harfe' direkt am Marktplatz ist mit Abstand das beste Haus der Stadt, aber da sind auch noch der 'Grüne Aal' am Hafen oder der 'Kupferkessel' im Nordviertel." Den 'Pfirsich' verschweigt Arúen wohlweißlich. Auch wenn sie selber alles andere als prüde ist und keinerlei Vorurteile hat, was solche Häuser angeht, so ist Aolyn in ihren Augen einfach zu jung und zu unerfahren in der Welt der Sterblichen, als dass sie ihr raten würde sich ausgerechnet im 'Pfirsich' nach einem Zimmer zu erkundigen. "Das sind mit die bekanntesten unter den Gasthäusern der Stadt, aber es gibt noch zahlreiche weitere Gasthäuser und Herbergen."
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Aolyn

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12

Friday, September 27th 2013, 3:53pm

Aolyn nickt verstehend. Die Infos die die Elbin ihr gerade gibt werden ihr in der Stadt sicherlich hilfreich sein. Es gibt also einen Lyrtempel hier in der Stadt soviel Glück hat das Mädchen nicht erwartet. Aber so ist es unter Umständen auch gut hier in der Stadt die Allgemeinsprache etwas besser zu lernen. Denn wenn es Tempel gibt, gibt es bestimmt auch Bibliotheken wo Aolyn Bücher über die Allgemeinsprache finden kann um diese Sprache zu lernen.

"Ich denke dann werde ich im Kupferkessel im Nordviertel erstmal Quartier beziehen. Die goldene Harfe scheint nicht in meinen Geldbeutel zu passen und der Hafen ist mir nicht so ganz geheuer." Sie schaut sich kurz um und beobachtet einen Moment die Sonne: "Das hier ist das Nordtor nehme ich an. Dann muss sich der Kupferkessel hier im Viertel befinden, oder?" Sie will sich noch mal vergewissern das sie mit ihrer Vermutung richtig liegt: "Wenn ich mich dann ausgeruht habe werde ich bestimmt die Tempel aufsuchen. Allerdings möchte ich euch nun nicht mehr aufhalten Shu'ra Arúen. Ich denke ihr werdet auch eine gewisse Reise hinter euch haben. Ihr habt mir sehr geholfen. Und danke für die Erklärung der Waren. Ich trage nichts zum verkaufen bei mir zumindest nichts von alle dem was ihr eben erwähnt habt. Aber nun denn. Ich danke euch wirklich sehr das ihr euch die Zeit genommen habt mir hier zu helfen. Ich glaube ich wäre sonst weiter gewandert und wäre woanders wahrscheinlich wieder vor einen Tor gestanden und hätte nicht weiter gewusst. Vielen Dank und solltet ihr eine Musikerin suchen. Ihr findet mich im Kupferkessel." Danach verneigt sich Aolyn nochmal vor der Priesterin und auch ihrem schweigsamen Begleiter grüßt sie höflich. Ehe sie zur Seite tritt um die beiden Reiter vorbei zulassen. Irgendwann würde sie bestimmt auch mal ein Pferd haben. Sie liebt Tiere Falken und Pferde gehören allerdings zu ihren Lieblingen. Erst wenn die Reiter durch waren wird sich das Mädchen auf machen den Kupferkessel suchen. Sie hofft das es nicht so schwer sein wird.

tbc: Kupferkessel

Tyalfen

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13

Tuesday, December 17th 2013, 2:49am

Atemlos erreicht Tyalfen das Nordtor und das blasser werdende Licht der Gestirne verrät, dass der Morgen nicht mehr weit ist. Die großen Flügeltore sind noch geschlossen, doch schon in einer Stunde würde hier wohl vermutlich geschäftiges Treiben herrschen. Es wäre sicherlich klug, diese Geschäftigkeit abzuwarten, doch Tyalfen weiß nicht, wie es zu dieser Stunde um die Wandlerin stehen mochte und muss es wagen. Sein Klopfen findet schnell Gehör und eine Luke in der Mannpforte wird geöffnet. „Wer da?“ klingt die Stimme eines Blaumantels abgestumpft. Der Elb nennt unverzüglich seinen Namen, sagt, dass er ein Aniran ist und er dringend Einlass erbitte, weil eine Patientin seiner Hilfe bedürfte. Prüfend mustert ihn der Blaumantel „Ein Aniran, sagt ihr? Wozu dann der Bogen?“ Tyalfen lächelt freundlich. „Um heil die Tore dieser Stadt zu erreichen.“ Was der Blaumantel in seinen Bart brummelt, ist zu undeutlich, um es zu verstehen, doch er öffnet die Mannpforte und lässt ihn eintreten. Was immer in diesem Augenblick in Tyalfen vorgehen mag, bleibt verborgen, genau wie der tote Hase, den er unter seinem Umhang noch fester an seinen Leib presst. Tyalfen dankt dem Mann, nicht zu überschwänglich, als dass es Verdacht erregen könnte, da fragt er. „Habt ihr sonst nichts bei euch? Verbände? Kräuter? Salben?“ und wirkt misstrauisch, dass Tyalfen keine Tasche bei sich trägt. Doch statt Tyalfen antwortet ein weiterer Blaumantel grinsend, seinem Kameraden auf die Schulter klopfend, „Anirani sind Zauberheiler, die flicken dich auch ohne zusammen!“ und winkt Tyalfen zu, seiner Wege zu ziehen. Erleichterung macht sich in Tyalfen breit, als diese Hürde überwunden ist und er das Stadttor hinter sich lassen kann.

-> Meister Arkendirs Heim
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Lyona

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Location: Der Turm des Verrückten

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14

Sunday, January 5th 2014, 12:03pm

Anfang Silberweiß 514

Als die Dunkelheit gerade erst dem frühen Sonnenlicht gewichen ist, huscht eine schmale Gestalt durch die Straßen. Die Schritte schnell, die Arme dicht am Körper, um sich warm zu halten. Es liegt kein Schnee, alles liegt unbedeckt und scheinbar wartend auf die wirkliche Kälte des Winters. Lyona begegnet nicht vielen zu dieser frühen Stunde, doch als sie sich dem Nordtor nähert, vermehren sich auch die Stimmen. Bauern und Händler, Reisende und Viehhirten sammeln und drängen sich. Die meisten ziehen in eine Richtung, hinein nach Talyra. Sie möchte hinaus, endlich, unbedingt. Sie muss hinaus.
Wie gern besäße sie Flügel! Dann könnte sie über die Mauern fliegen und das bedrohliche Tor umgehen. Ohne im Gedränge zu landen, ohne prüfende Blicke zu spüren. Schon oft hat sie die Tiere der Lüfte um ihre Flügel beneidet. Einmal, wollte sie da nicht hinein? Und hat es ohne Schwierigkeiten durchs Tor geschafft. Sie hat das Nordtor wohl gewählt, weil sie es kennt mit seinen Türmen, aus deren Mauern kalte, erstarrte Löwen brüllen. Nun erhebt es sich vor ihr und mit ihm auch furchtsame Gedanken.Was soll schon passieren, sie hat nichts zu verbergen. Trotzdem ist es ihr nicht geheuer, dieser erdrückende Durchgang mit vier Wachen auf jeder Seite. Das letzte Mal saß sie auf einem Pferd, diesmal ist sie zu Fuß. Kurz überlegt Lyona, einfach zwischen den anderen Ein- und Ausgehenden unterzutauchen und zu versuchen, ganz unbemerkt hindurch zu gelangen. Aber sie ist schließlich nicht unsichtbar und vielleicht ließe sie gerade das verdächtig erscheinen.
So verlangsamt sie ihre Schritte und geht ruhig auf Tor und Wachen zu. Eine nickende Begrüßung in Richtung zwei der Blaumäntel, dann heftet sie den Blick auf einen von einem Esel gezogenen Karren, der ihr entgegenkommt... und schon ist sie durch das Tor. Fast könnte sie selbst über sich lachen!

Sie denkt gar nicht daran, stehen zu bleiben und zu warten. Läuft einfach los, geradewegs auf die Bäume zu. Die Luft schmeckt klar und der Blick reicht weit, nirgends an eine Mauer stoßend. Nur die Straße, die in den Wald hineinführt, dessen Bäume zwar eine Art Mauer bilden, aber eine lebendige, durch die sich gehen lässt... Immer tiefer, zwischen neue Bäume, hinein in das Larisgrün. So lang ist sie nicht dort gewesen, fast einen ganzen Zwölfmond. Eine Art selbst auferlegte Probe, ihr langes Fernbleiben. Nun kann sie nicht einfach zurückkehren, Talyra ist jetzt auch ein Ort ihres Lebens. Trotzdem verspürt sie eine Freude, Leichtigkeit und vor allem Freiheit, wie es sie nur außerhalb der Stadtmauern für sie geben kann.
Lyona bleibt stehen, bevor die vertrauten Stämme sie umgeben. Natürlich wird sie warten, wie sie es ausgemacht haben. Sie kehrt um, ein paar Schritt neben der Straße und nähert sich ein zweites Mal dem Nordtor. Einen kahlen, aber dicht gewachsenen Strauch wählt sie als Warteplatz. Sie hockt sich dahinter, das Tor hat sie gut im Blick, doch sie selbst scheint niemand zu beobachten. Es ist auch nicht leicht, auf sie aufmerksam zu werden, wenn man sie dort nicht vermutet. Die Farben ihrer Kleidung verschmelzen geradezu mit der ihrer Umgebung und ihr Haar, das nun wirklich eine auffällig helle Farbe hat, ist versteckt unter der Kapuze ihres Wollumhangs.
Sobald sie sie erblickt, wird sie hervorkommen, doch bis dahin genießt sie es, allein zu warten und das auf der Straße ziehende Volk zu beobachten.

Shiya

Stadtbewohner

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Occupation: Harfner

Location: Talyra

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15

Monday, January 6th 2014, 11:43am

Anfang Silberweis 514

Was hatte sie nochmal zu dieser ungastlichen Stunde aus dem Bett getrieben? Für einen Moment war sich Shiya da nicht sicher. Wie immer wenn sie Müde war, schlürfte sie mehr müde dahin, als das sie Energie geladen wäre. Sicher sie war es durchaus gewohnt früh auf zu stehen.... im Sommer viel ihr das nicht einmal schwer. Aber jetzt wo es hier doch für ihre Begriffe immer noch kühl war, blieb sie gerne etwas länger im Bett. Schließlich war sie eine Harfnerin. Als solche musste sie nicht immer früh auf stehen. Allerdings konnte sie sich schon denken, warum Lyona auf so einen frühes Treffen gedrängt hatte. Noch immer war sie recht Menschen scheu und der Trubel bei den Stadttoren wäre sonst wohl zu viel für sie. Schon seltsam das Shiya da weniger Schwierigkeiten hatte. Aber vielleicht lag es auch daran, das ihr keiner bisher zumindest zu nahe gekommen war. Vielleicht aus Respekt gegenüber ihrem können. Da war es vermutlich auch nicht verwunderlich, das Shiya sich dem Tor ohne bedenken näherte. Auch wenn sie wieder einmal die Steinernen Figuren am Tor bewunderte. Ruhig nickte sie den Wächtern im vorbei gehen kurz zu. Die armen Kerle taten ihr ein wenig leid. Bei dem Wetter dort stehen zu müssen und das viele Stunden, erschien ihr kein erstrebenswertes Ziel zu sein. Schließlich passierte hier wenig um die Langeweile ein wenig vertreiben zu können.

So verlässt auch Shiya die Stadt, auch wenn sie es deutlich weniger eilig hat, als die Händler die mit ihr die Stadt verlasen. Erst hier draußen atmet sie richtig auf. Auch wenn sie schon einige Monate in der Stadt ist, ein wenig bedrücken sie die engen Gassen und die vielen Steinernen Häuser schon. Es ist nichts das sie mit dem Begriff Freiheit verbinden würde. Auch hatte Lyona ihr versprochen, dass sie heute zusammen das Laris grün erforschen würden. Auch wenn es nicht mit dem wandernden Wald mit halten konnte, so war es doch ein schöner Wald, der sicher so einiges zu bieten hatte. Ihren Bogen hatte Shiya genauso dabei wie ihre Harfe. Vielleicht wollte Lyona ja jagen gehen.Und wenn nicht würde sich sicher die Gelegenheit für ein bisschen gemeinsamen Gesang ergeben. Vielleicht fand sie auch einen Ort der ihr zum Üben geeigneter erschien als das in der Stadt. Ruhig sieht Shiya sich um, kaum das sie die Stadt verlassen hat. Hier irgendwo wollte Lyona auf sie warten. Wobei Shiya sie nicht einmal wirklich sah. Nun dann blieb ab zu warten ob Lyona nach ihr kommen oder sie so entdecken würde. Schließlich ihre roten Haare waren schwerlich zu übersehen.

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