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Raven

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1

Monday, June 18th 2012, 2:15pm

Das Verder Tor

In der Mitte der Westmauer Talyras liegt das Verder Tor. Wie jedes Tor hat auch dieses zwei Tortürme, zwischen ihnen ein mächtiges, zinnenbewehrtes Vorwerk über einem hohen, breiten eisenbeschlagenen Tor, durch das gut und gern zwei Ochsengespanne nebeneinander oder ein Kriegselefant samt Aufbau passen. Die Türme des Verder Tores ziegen jedoch keine Reliefs, stattdessen erheben sich in ihrem Schatten zwei mächtige Steinstatuen links und rechts der Straße, die zwei Ritter in vollem Ornat zeigen, die Schwerter vor sich auf den Boden gestützt. Sie stellen Cobrin den Priester, Gründer Talyras, und seinen Knappen Kalmar Silberklinge dar.

Auch die Tore des Verder Tors sind aus steinhartem, eineinhalb Fuß starken Eichenholz, altersglatt und mit schweren Beschlägen versehen. Von Innen kann das Tor mit vier baumstammdicken Sperrbalken verriegelt werden und wird bei Bedarf zusätzlich von einem schweren Fallgitter geschützt. Das Verder Tor verfügt - wie auch das Nordtor -, über eine mächtige Zugbrücke, die sich in heruntergelassenem Zustand als Brücke über den Stadtgraben spannt. Alle Tore besitzen zudem eine in einen der Torflügel eingelassene Mannpforte, die separat zu öffen oder zu schließen ist. Diese Mannpforten werden in der Regel nur des Nachts benutzt, um einzelnen Reisenden selbst dann einen Durchgang zu ermöglichen, wenn das große Tor geschlossen ist und sind ausreichend bemessen, ein großes Pferd passieren zu lassen. Auch sind alle Tore immer - in wechselnden Schichten - von gut geschulten Torwachen, tagsüber acht, des Nachts vier an der Zahl, besetzt und zugleich Zollstationen, an denen von fremdländischen Händlern Warenzölle erhoben werden. An hohen Festtagen, wenn viel Volk nach Talyra strömt, sind die Tore mit doppelter Wachenstärke besetzt und rund um die Uhr geöffnet, da die Menge an Passanten sonst nicht zu bewältigen wäre. Sonst öffnen die Tore für gewöhnlich bei Sonnenaufgang für die einheimischen Händler und Bauern, die zu dieser Zeit mit ihren Waren zum Marktplatz eilen, für die Fischer, die ihren Fang zum Fischmarkt bringen und die Bürger, die ihr Kleinvieh aus den heimischen Ställen stadtauswärts in den Stadtgraben und auf die Weiden treiben. In den ersten Tagesstunden und kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Tore wieder geschlossen werden, herrscht also an fast allen Zugängen zur Stadt Hochbetrieb: Eselskarren, Fuhrwerke, Viehherden, Hausierer, Abenteurer und Reisende, die mit dem Strom treiben, Marktfrauen mit Kiepen auf den krummen Rücken, Hirten, Kinder, die schnatternde Gänse vor sich hertreiben, Jäger und Späher, die zu ihrem Tagwerk ins Larisgrün aufbrechen oder von nächtlichen Ausflügen daraus zurückkehren, Boten, die mit wichtigen Nachrichten an- oder abreisen und ähnliches Volk mehr. Des Nachts sind die Tore geschlossen. Spät ankommende Reisende oder Händler müssen entweder mit der Nyzemia als Unterkunft vorlieb nehmen und bis zum Morgen warten oder die Wachen bitten, sie durch eine der Mannpforten einzulassen.

SC:

Varin ~
Befehlshaber des Verder Tores, Offizier der Steinfaust und Hauptmann aller Torwachen. Varin ist etwas über sechs Fuß groß, braunhaarig, stets braungebrannt und unverschämt gutaussehend, was er auch weiß und weidlich ausnutzt.

NSC's:

Eine kleine Auswahl weiterer Torwachen am Verder Tor:
Aodán, Rinat von Brantôme, Cumall Sichelzahn, Drei-Zehen-Emeíd, Nynia Braunhaar, Owain der Junge ~ Gardisten und Torwächter

Anm. der Redaktion: Die Torwachen sind - bis auf Varin - nur mit NSCs besetzt, das heißt, es ist allein euch überlassen, eure Ankunft in der Stadt oder eure Wege durch die Tore hinein oder heraus auszuspielen. Bitte beachtet dabei jedoch, dass ein Tor niemals unbesetzt ist und dass die Wachen weder total verblödete Hinterwäldler, noch überfreundliche Kaffekränzchendamen darstellen. Sie versehen ihre Aufgaben durchaus freundlich, aber auch gewissenhaft, wachsam und absolut unbestechlich. Es wird nicht automatisch jeder, der nach Talyra hinein oder aus der Stadt heraus will, aufgehalten und durchsucht. Die Wachen nehmen stichprobenartig Durchsuchungen von Fuhrwerken und Handelsgütern vor oder sehen sich genauer an, wer und was ihnen verdächtig vorkommt.

marbo

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2

Tuesday, July 3rd 2012, 10:58am

Inaritag 512
Anaryamara ist etwas verärgert. Wenn dieser neunmal vermaledeite Sturm ein paar Tage nach ihrem Aufbruch nach Talyra nicht gewesen wäre! Sie hatte zwar etwas von der verlorenen Zeit wieder aufholen können, aber bei weitem nicht alles. Aber immerhin ist der Tag noch früh, Shenrahs Auge ist noch nicht lange über den Horizont gestiegen, und auch, wenn die sie ja eigentlich ein paar Tage vor dem Inarifest die Stadt erreichen wollte, zumindest hat sie bisher noch nichts vom Fest verpasst, insbesondere die Prozession nicht. Die Halbelbe und ihre Caedkenisyamar Sira sind einen großen Teil der letzten Nacht gelaufen, und eines ist ganz sicher: Es kann kaum einen majestätischeren Anblick auf ganz Roha geben als den, wenn das Morgenlicht über die Dächer der Weltenstadt flutet.
Ein bißchen zurechtgemacht hat sich die Halbelbe natürlich, wenn auch nicht halb so viel, wie sie es gern zu Ehren Inaris getan hätte. Auf ein neues Kleid für diesen Tag hatte sie gespart, aber dafür ist es jetzt wohl zu spät - dann wird sie das Geld eben im Tempel spenden. Je näher sie der Stadt kommt, desto mehr füllt sich der Kreuzweg, natürlich zieht es viele Menschen aus den umliegenden Dörfern an diesem Festtag nach Talyra. Und dann, endlich, hat sie das Verder Tor passiert. An einem anderen Tag hätte sie vielleicht die Zeit gefunden, die gewaltigen Steinstatuen zu bewundern, aber die kribbelige Vorfreude auf das Fest läßt sie nun auf nichts anderes mehr achten als darauf, möglichst schnell den Marktplatz zu erreichen. Von ihrer Erschöpfung merkt sie nichts mehr, sie schickt ein Dankesgebet an die Götter, gerade noch rechtzeitig angekommen zu sein. Nur der Hauptstraße - und dem Menschenstrom - bis zum Festplatz folgen...!

Tyalfen

Unregistered

3

Tuesday, September 17th 2013, 11:25am

Einstiegspost

Prächtiges Talyra, im schmeichelnd goldenen Schein der absteigenden Sonne erhebt sich die Stadt zwischen Wald und Wasser. Ein eindrucksvoller Anblick mag der Reisende der einstigen Provinzhauptstadt aus längst vergangenen Tagen freimütig zugestehen. Doch ob er der näheren Betrachtung standhalten mochte, wagt eben Jener zu bezweifeln. Und dennoch ist sie das Ziel seiner langen Reise, kein selbst gewähltes wohlgemerkt. Einst nur behutsamer Vorschlag hatte sich Shadâno Arkendirs Gedanke zu dieser Reise bald zu eindringlichem Rat mit vielen leidenschaftlich hitzigen Gesprächen und letztlich zu seinem Geheiß gewandelt – einer Weisung, die keinen Widerspruch duldete. Der Shadâno zählte zu den wenigen Menschenfreunden, die es in diesen Tagen unter ihnen noch gab und bis Demarsan hatte er ihn begleitet - ihn der seit einem halben Jahrhundert keiner Menschenseele mehr begegnet war. Zu Sonnenfeuer hatten sie die Stadt an den Rotgoldseen erreicht, die ihm so unsäglich eng, so überfüllt und so unerträglich laut erschienen war, dass seine Sinne rebellierten. Dennoch hatte Shadáno Arkendir darauf bestanden, an den Feierlichkeiten zu Ehren Shenrahs teilzunehmen. „Du wirst den Straßen folgen und der Menschen Nähe nicht entsagen, willst du Talyra gewachsen sein!“, lautete des Shadános Rat am nächsten Morgen, als sich ihre Wege trennten. Er hatte ihn befolgt, hatte an ihren Tischen gesessen, ihre Speisen gekostet, ihren Reden und Liedern gelauscht und unter ihren Dächern genächtigt. Und doch ist der Reisende auch jetzt vor Talyras Toren noch weit davon entfernt, sich unter den Menschen wahrhaftig wohl zu fühlen. Allein an ihre Art zu leben, gewöhnte er sich allmählich.

Er wendet seinen Blick ab von den Mauern der Stadt hinauf zu Frendel, Arkendirs Blaufeuerschwinge, einem eigenwilligen Vogel, allein dem Lehrmeister treu und scheu gegenüber jeder anderen Seele. So manches Mal hatte er während einer Rast am Wegesrand die Blaufeuerschwinge mit Krumen seines Proviantes und sanften Worten anzulocken versucht - vergeblich. Nun war der Tag gekommen, dass Frendel heimkehren und Shadáno Arkendil von seiner wohlbehaltenen Ankunft berichten konnte. Zum Abschied hebt er die Hand. Auch wenn Arkendirs Bote ihm keine Gesellschaft leisten mochte, so war ihm seine Begleitung doch Trost in der Fremde. Möge er ebenso wohlbehalten Ferndartha erreichen.

Er selbst zögert nicht länger, sich unter Fuhrgespanne, Fußvolk und Berittene zu mischen, die nach Talyra zogen, bevor Faê'ra ihr Haar zu lösen gedachte. Wie eine Prozession wirkt der Strom der Heimkehrer unter den Augen zweier übermächtiger, steingewordener Wächter in prunkvollen Roben, nein eher wie eine Herde Opferlämmer, die blindlinks in den Schlund zogen, wohlwissend, dass jene Hirten zu dessen Seiten kein Ausscheren duldeten. Nun wäre es nicht Shadáno Arkendir selbst gewesen, der dies von ihm verlangte, er wäre augenblicklich umgekehrt. Einer der Männer in blauen Umhängen verlangt, seinem Namen, Herkunft und Absicht zu erfahren. So antwortet er: „Ich bin Tyalfen, ein Sohn des Wandernden Waldes und komme in Frieden.“ Es wird mit einem knappen Lächeln quittiert, dass eher belustigt denn gewinnend anmutet, doch er wird durch gewunken. Also passiert auch er nun den Schlund der Stadt.

-> Die Straßen der Stadt

This post has been edited 2 times, last edit by "Tyalfen" (Sep 19th 2013, 12:57am)


Dayan

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4

Thursday, October 24th 2013, 8:16am

-- Einstieg --

________________________________________________________

Ein Raabe, nicht irgend ein Rabe, ein Sithechrabe, Dayan, kreist über die Stadt mit ihren 100 und mehr Gesichtern. 1001 Fragen steigen vor ihr Inneres auf. Zwei Fragen würde sie sicher an einem Tag beantworten können ZWEI! . Morgen würden weitere 1001 Fragen dazu kommen. Schrecklich, bis zum nächsten vollen Mond läuft mein Hirn über und ich werde mit schäumenden Mund und irrem Blick mit steifen Gliedern, ausgestreckten Armen und vermutlich einer Rotznase durch die Gegen laufen. So hatte ich mir mein Ende nicht gerade vorgestellt.

Dayan ruft ihren Ärger in die Nacht und bereut es augenblicklich. Als Rabe, als Sithechrabe, trägt Dayan Verantwortung. So mancher Greis mochte ihren Ruf hören und glauben Gevatter Tod schickt sie voraus. Lange echot der Hall wieder. Mist, Mist und dreimal Mist! Was war es nur, dass sie hier gelandet ist? Eine weitere Runde hoch über den Türmen. Sie würde durch dieses Tor gehen. Es war ein wenig anders als die Übrigen. Zwar hatte es zwei Türme und natürlich Türen: so gewaltig und bedrohlich, mit diesem schier unüberwindbaren Eisen beschlagen, aber die Reliefs fehlten. Dafür konnte man die Staturen nicht übersehen und wegen eben diesen würde die Wandlerin genau diesen Weg nehmen. Und warum ausgerechnet dieses Tor? Weil es das letzte wäre, dass sie eigentlich wählen würde. Sie mochte keine Waffen, brauchte keine und fürchte sich vor deren Gebrauch und noch mehr vor jenen, die sie nutzten. Und genau deswegen bin ich hier sicher. Niemand würde glauben, dass sie diesen Weg eingeschlagen hätte. Sie wäre sicher.

Später, wenn Schafe, Hirten, Bauern und weiß der Geier was noch alles aus dem Ameisenhaufen herauseilen und fleißige Arbeiter wieder zurückkehren folge ich dem Strom.
Doch dann…
Dayan hatte nicht darauf geachtet, dass sie an Höhe verloren hatte. Sie streift einen rauchenden Schornstein, verfehlt die Ziegelsteine nur knapp, und rutscht in einem steten krich, krich, krich über die gedeckten Dächer. Verzweifelt schlägt sie mit den Flügeln um wieder an Höhe zu gewinnen. Erfolg sieht irgendwie anders aus. Die Wanderin rutscht über den Sims und knallt auf das Pflaster der Straße. Bei der Erdenmutter! Sie verdreht die Augen und stöhnt auf. Sie flucht geistig in allen bekannten Sprachen. Die Augen schließen sich, wohlwissend, dass sie nicht so aussehen würden wie sie sollten.

Der Sithechrabe hüpft ein paar Schritte, spannt die Flügel um abzuheben. Doch augenblicklich tanzen bunte Sterne vor ihr Inneres und ein bis ins Mark erschütternder Schrei steigt aus ihrer Kehle, sowie der Schmerz von der Schulter ausgehend wie ein Kugelblitz durch ihren ganzen Leib schießt.

Großartig, Dayan, wirklich großartig!
Dayans Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen hatte wieder zugeschlagen. Ihr Hab und Gut blieb vor den Toren gut verborgen. Umwandeln wäre aus mehreren Gründen gerade zu undenkbar. Sie würde Dayan sein wie die Erdenmutter sie geformt hätte und ihre Schulter war mit aller größter Sicherheit ausgekugelt. Der Schmerz erreizt sie schon jetzt, was würde geschehen wenn sie es auch nur wagte?

--> Straßen der Stadt

This post has been edited 1 times, last edit by "Dayan" (Oct 24th 2013, 8:35am)


Dayan

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5

Tuesday, November 5th 2013, 6:48pm

--> zusammen mit Aneirin auf den Straßen

Dayan nickt nur und lenkt augenblicklich ihre Füße zum Tor. Acht wachsame Männer zählt sie. Zölle werden erhoben, so mancher Händler kontrolliert, eben alles Gewöhnliche, was man an einem Stadttor wie diesem erwarten würde oder sollte. Reges Treiben, doch bei Weitem nicht das Gedränge der frühen Abend - und Morgenstunden. Sie malt in jede der vier großen Winde ein Zeichen in die Luft und duckt sich leicht als sie durch das schwere, offene Gitter geht. Metalle waren nicht ihre Welt, so einfach ist es. Hinaus gelangt man auch schnell und dann kommt etwas das die Formwandlerin nicht in ihre 1001 Fragen des Tages geplant oder ersinnt hatte. Damit waren es also 1002 Fragen, wie sie dümmlich feststellt und dann noch eine, die bleiben würde und zu den 999, jetzt satte 1000 Fragen gehörten, die unbeantwortet blieben. Sie legt ihren Kopf schief und mustert ihren Barden eindringlich. Warum nur stellte er diese Frage? Sie zuckt nur mit den Schultern, zuckt dann nochmal ob diese Bewegung nicht ganz so zuträglich für ihre Genesung ist. Dann wechselt sie nach kurzer Strecke die Richtung, vom Weg ab als folge sie einem unsichtbaren Pfad, ein Wildpfad vielleicht, direkt vor der Stadt.
Dayan zählt ihre Schritte, dreht sich hier und da und schließlich hält sie abrupt an, weicht sogleich einen Schritt aus, weil sie sich sicher ist, dass Herr von und zu Orientierungslos direkt in sie hineinläuft.


Die Wandlerin hebt einen Arm und kreist mit dem Mittelfinger um Aneirin zu verdeutlichen er habe sich umzudrehen während sie sich zu ihrem Bündel, gut verborgen, beugt. Relativ rasch kleidet sie ihre Hose über, schlüpft aus dem überlangen Elbengewand und streift sich ihre eigene Tunika über. Dabei ist ihr geschundener Arm eine reine Plage und erst ihr Haar. Viel zu viele Strähnen haben sich gelöst und wirren ihren Blick. "Mist! Kaoc’h!", zischt sie und schnappt sich kurzerhand einen geschliffenen Stein, eingepackt in einem Stück Ledertuch, aus ihrem Beutel, der tatsächlich so messerscharf ist, wie er aussieht: "Aneirin," sie dreht sich zu ihm, "halt doch mal eben". In einer einzigen Bewegung drückt sie ihm den Bund ihrer aufgefangenen Haare in die Hand und mit einem Ratsch ist die unbändige Mähne ab. Einfach so. Wortlos sammelt sie die Schmuckfedern ein und verstaut sie sorgsam zusammen mit dem Stein.
Dann hängt sie sich ihre Amulette über und hält die ganzen Kordeln abschätzend in der Hand. "Meinst du, du kannst mir damit auch helfen?" Grinst sie ihn an, als wäre es das normalste von der Welt sich einfach mir nichts dir nichts das Haar abzuschneiden.

This post has been edited 1 times, last edit by "Dayan" (Nov 5th 2013, 6:58pm)


Aneirin

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6

Tuesday, November 5th 2013, 8:36pm

Auf seine Frage hin starrt Dayan ihn an, als hätte er ihr eine zu tiefst intime Frage gestellt. Gerade beginnt er sich ob ihres Blickes unwohl zu fühlen, als sie einfach nur ein, nein zweimal mit den Schultern zuckt, und ohne ein weiteres Wort weitergeht. Er weiß ja, dass Frauen manchmal schwer zu verstehen sind, aber dieses Wesen gibt ihm ein Rätsel nach dem anderen auf. Für den Moment will er sich aber damit begnügen. Mit der Zeit würde er sicher noch das eine oder andere erfahren.
Ehe er sie aus den Augen verliert, macht er ein paar große Schritte, um Dayan einzuholen, die inzwischen einem Pfad abseits der Straße folgt. Abrupt bleibt die Wandlerin stehen, macht aber noch schnell einen weiteren Schritt zur Seite, was ihren agilen Körper unterstreicht, so dass Aneirin neben ihr zum Stehen kommt. Ehe sie in ihrem Beutel kramt, bedeutet sie dem jungen Mann mit einer Handbewegung sich umzudrehen. Aneirin tut wie ihm geheißen, was ihm seine grundlegende Neugierde aber nicht gerade einfach macht. Er erwischt sich dabei, wie er kurz davor ist über die Schulter zu lugen. ‚Reiß dich zusammen. So nötig hast du es ja wohl nicht.‘, geht es ihm durch den Kopf. Außerdem will er ja auch das erst frisch erworbene Vertrauen nicht gleich wieder verlieren.
Er hört die Wandlerin fluchen und einen Augenblick später spricht sie ihn an. <"Halt doch mal eben">, bittet sie, nein, fordert sie ihn auf und legt einen Bund ihrer langen Haare in seine Hände, das sie vermutlich beim Anziehen behindert. Aneirin fährt mit einem Daumen über ihr Haar, dass sich trotz seiner Wildheit sehr sanft anfühlt und betrachtet die eingewebten Federn als mit einem Ratsch plötzlich das Bündel in seinen Händen vom Rest der Haare löst.
„A-Aber…“ Verdattert starrt Aneirin auf das Bündel Haare in seinen Händen und dann zu Dayan, die scheinbar nichts darauf zu geben scheint. „Das schöne Haar! Wie kannst du nur-?“, entfährt es ihm und sein Herz blutet bei dem Anblick der Haare in seinen Händen. Doch anstatt darauf einzugehen, hält sie ihm grinsend ein paar Kordeln entgegen und deutet auf ihre Hose: <"Meinst du, du kannst mir damit auch helfen?">
Aneirin verstaut das Bündel Haare in einem umgehängten Beutel, da er es nicht wagt sie auf den dreckigen Boden zu legen, und greift nach den Kordeln. Er muss auf ein Knie gehen, so als wolle er sich die Schuhe binden, um die Kordeln um ihren Wadenbereich zu legen, so dass sie die weiße Hose halten. Wie beiläufig wirft er einen Blick auf ihre nackten Füße. Er spart sich eine Frage diesbezüglich, denn wenn sie Schuhe tragen wollen würde, würde sie es wohl auch tun.
„Zufrieden?“, fragt er schließlich als er die letzte Kordel verschnürt hat, blickt auf und schaut direkt in Dayans Gesicht, das sich nun auf gleicher Höhe mit dem seinen befindet.
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Dayan

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7

Tuesday, November 5th 2013, 9:14pm

Dayan betrachtet abwesend wie Aneirin die Kordeln um ihre schlanken Waden wickelt und schließlich mit einem 'Zufrieden' klärt ob es so bleiben kann. "Um die zwanzig Zwölfmonde" flüstert sie statt einer Beantwortung seiner zuletzt gestellten Frage. Dabei ist sie sich ganz plötzlich der Nähe ihrer Gesichter bewusst und sie schluckt verlegen. Dann greift sie beherzt in ihren Beutel, holt den Apfel heraus und nimmt ihren Sachen an sich. Wieder läuft sie an dem jungen Mann vorbei: "Fang!" Meint sie und wirft den Apfel mit den gleichen Worten wie zuvor Tyalfen über ihren Kopf hinweg zielsicher zu Aneirin.


Auf exakt dem gleichen Weg wie sie gekommen ist, kehrt Dayan auf die Straße zur Stadt zurück, wohlwissend, dass ihr neuer Freund dicht hinter ihr ist. Sie war hingegen durchaus in der Lage nahezu lautlos zu sein, wie es alle Kinder des Wolkenvolkes es vermochten. "Komm, weine nicht gleich. Das wächst wieder!" Die Wandlerin erspart sich zu erklären wie schnell. Wüsste er es, würde er es vermutlich nicht so sorgsam behüten. Dayan grinst, freut sich schon auf das Gesicht in das sie morgen blicken würde. Es wäre sicher ähnlich wie das eben. Entzückend entrückt, ja gar entgeistert, einfach herrlich!


Sie erreichen wieder das Tor und warten bis die kleine Schlange Händler und Besucher der Stadt von den wachsamen sechzehn Augen abgefertigt sind bevor sie an der Reihe sind.

Aneirin

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8

Tuesday, November 5th 2013, 10:05pm

<"Um die zwanzig Zwölfmonde"> Aneirin braucht einen Augenblick um zu begreifen, dass dies die Antwort auf eine andere Frage war. Doch ehe er darauf reagieren kann, wendet Dayan sich ab, greift nach ihren Sachen und läuft an ihm vorbei, den Weg zurück, den sie zuvor gekommen waren.
<"Fang!">, ruft sie und wirft einen Apfel in seine Richtung, den er problemlos mit der rechten Hand fängt. Er besieht sich den Apfel, schön rot und wahrscheinlich saftig, in seiner Hand. ‚Die Kleine macht mich noch fertig‘, schmunzelt er, lässt den Apfel in einer seiner Taschen verschwinden und läuft ihr nach.
Als er sie eingeholt hat, antwortet sie erneut neckisch auf eine Situation von zuvor. <"Komm, weine nicht gleich. Das wächst wieder!">, meint sie in Bezug auf ihr Haar. „Wenn du wüsstest, was so manche Frau für dieses Haar gegeben hätte“, antwortet Aneirin immer noch ein wenig bedauernd. Aber nun lässt es sich eh nicht mehr ändern. Er mustert Dayan, die vor ihm herläuft und sich nur ab und an zu ihm umsieht. Und schließlich findet der junge Mann, dass der kürzere Haarschnitt der Wandlerin gar nicht so schlecht steht. Es unterstreicht ihre freche Seite.
Als sie das nun an beinahe an der Reihe sind, bemerkt Aneirin den skeptischen Blick einer der Wachen, die Dayan mustern. Kurzum nimmt er sie an der Hand des gesunden Armes, setzt wieder sein umwerfend sympathisches Lächeln auf und nickt den Wachen höflich und respektvoll zu, die die beiden schließlich durchwinken.
„Sooo… Da wir jetzt alles beisammen haben, sollten wir uns vielleicht in dem Gasthaus von vorhin nach einem Schlafplatz erkundigen. Oder wie wäre es zuvor mit einem Besuch im Badehaus?“, lächelt Aneirin zu der Wandlerin herunter. In diesem Moment wird ihm bewusst, dass er noch Dayans Hand hält und lässt diese augenblicklich los. Er hüstelt etwas verlegen und greift im Weitergehen nach der Laute auf seinem Rücken.
Einen Augenblick starrt er nachdenklich in den mit wenigen Wolken behangenen Himmel, beginnt schließlich zu spielen und zu singen:

Siehst du das Vöglein in den Lüften fliegen
Sich erheben
Und schweben
Durch den Himmel weit, weit fort?

Ach, könnte ich doch wie das Vöglein fliegen
Mich erheben
Und schweben
An einen anderen Ort

Doch schon breitest du weit deine Arme aus
Und dann fliegst du
Und schon merkst du
Dieses Dasein ist dein Glück.

Du schwingst dich empor über Straße und Haus.
Weiter fliegst du,
Aber siehst du
Auch einmal zu mir zurück?


--> mit Dayan in die Straßen der Stadt
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This post has been edited 2 times, last edit by "Aneirin" (Feb 12th 2014, 3:37pm)