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Raven

Unregistered

1

Monday, June 18th 2012, 2:14pm

Die Tausendwinkelgassen

Die Tausendwinkelgassen sind zweifellos das wundersamste Stadtviertel Talyras - und das, das am schwersten zu finden ist, obwohl es mitten im pulsierenden Herzen der Stadt liegt. Verborgen vor allzu neugierigen Augen erstreckt sich dieses verwirrende Labyrinth, eingezwängt zwischen hohen Mauern, wie ein langgezogenes Dreieck vom Marktplatz bis hinauf zu den verschwiegenen Tempelhainen. Der Eingang zu diesem seltsamen Irrgarten aus verwinkelten Straßen, Gässchen, verborgenen Höfen und Plätzen, liegt gut versteckt im Hinterhof des Kupferkessels, eines kleinen Gasthauses am Nordrand des Markplatzes, das Magier, Seher, Hexenmeister, Schamanen, Zauberer und manch sonderbare Wesen geradezu wie ein Magnet anzuziehen scheint. Verlässt man die Taverne durch den hinteren Ausgang und betritt das verzwickte Gassenlabyrinth, taucht man unvermittelt in einen brodelnden Hexenkessel ein und glaubt, sich in einer anderen, magischen Welt wiederzufinden - in einer Welt der Zauberei, in der die Zeit und die Naturgesetze keine Macht zu haben scheinen.

Nicht enden wollendes Stimmengewirr in allen Zungen Rohas schwirrt durch die Gassen, das Geschrei von Händlern und Passanten, knurrig gemurmelte Zaubersprüche, Kinderlachen, Altweibergeschwätz und hitzköpfige Streitgespräche, Schimpfworte, Flüche und philosophische Diskussionen, aufgeregtes Feilschen in fremden Sprachen, melodischer Bardensingsang und Vogelgekrächz vermischen sich zu einer bunten, lauten, exotischen Geräuschkulisse, die man guten Gewissens ohrenbetäubend nennen kann. Die engen, verwinkelten Gassen, manche so schmal, dass sich kaum zwei Personen aneinander vorbeidrängen können, scheinen von seltsamem Volk nur so zu wimmeln und das Gewühl erinnert manchmal tatsächlich an einen wildgewordenen, magischen Ameisenhaufen. Spitzohrige Elfen drängen sich durch die Menge, ebenso wie kleingewachsene Gnome mit dunkler, ledriger Haut, waffenstarrende Zwerge, Gossenkinder, Bettler und Lahme, Kräuterweiber mit Huckelkörben voller Blätterbüscheln oder Bauchläden, in denen sie ihre Kräutlein, Tees und Tinkturen feilbieten, blassgesichtige Magieschüler und finster dreinblickendes Diebsgesindel schleichen durch die Gassen, Zauberer in eindrucksvollen, runenbestickten Roben findet man hier ebenso wie Menschen in einfachen Gewändern, Küchenmägde, Kobolde, rotgesichtige Händler, Beutelschneider, stolze Zentauren, hochgewachsene Faune, Gaukler, Gelehrte und winzige, schillernde Feen mit irisierenden Flügeln, die in den Gassen herumschwirren und die Luft mit ihrem glockenhellen Gelächter füllen.

Ein Laden reiht sich hier an den anderen, Alchimistenküchen und Edelsteinhändler, Kräuter- und Teeläden neben den Stuben von Schriftgelehrten, Übersetzern, Schreiberlingen und Pfandleihern, Apotheken, Buchläden und Wunderheiler, Wahrsager und Geschäfte mit magischen Zutaten. Vor manchen Läden baumeln an Ketten Dutzende von Käfigen in allen Größen und Formen, mit Brieftauben und kreischenden Paradiesvögeln, Eulen, Botenvögeln und schwarzgefiederten Raben, Eidechsen, Kröten, handtellergroßen Spinnen, Ratten, Salamandern und den merkwürdigsten Tieren, die man sich denken kann. Es gibt kaum etwas auf Rohas weitem Rund, das man in den Tausendwinkelgassen nicht erwerben könnte und die Läden und Schaufenster scheinen schier überquellen zu wollen von Schriftrollen und magiedurchwirkten Gegenständen, verstaubten Büchern, Schutzamuletten und Talismanen, verzauberten Waffen und magischen Klingen, seltsamen Apparaturen und Erfindungen, Liebestränken und magischen Zutaten, Phiolen mit erlesenen Essenzen, tödlichen Giften und allerhand merkwürdigen Flüssigkeiten, exotischen Musikinstrumenten, Runensteinen, Zauberstäben und allen nur erdenklichen Waren und Gütern.

Buntbemalte Holztafeln und edle Messingschilder baumeln über den Eingangstüren, blankgeputzte, spiegelnde Schaufenster prahlen mit protzigen Auslagen neben verstaubten Butzenglasscheiben, marmorne Säulen erheben sich neben krummem, spitzgiebligem Fachwerk. Manche der Häuser sehen aus, als hätte man sie in die schmalen Lücken, in denen kaum zwei Passanten aneinander vorbeipassen würden, einfach von oben hineingepropft, andere, als würden sie direkt aus dem Boden gewachsen sein. Manche Häuser neigen sich so windschief zur Seite, dass man Angst haben muss, sie könnten jeden Moment umkippen, andere kuscheln sich zusammen, als müssten sie sich gegenseitig stützen. Überall gibt es verwirrende Durchgänge und Tore, Treppen und Stiegen und überstehende Dächer, Balkone und winzige Erker. Manche Häuser und Ladenfenster sind von außen gerade mal so breit, wie man beide Arme ausstrecken kann, schaut man jedoch in das Innere, tun sich gewaltige Hallen auf; andere Geschäfte wiederum sind einfach nur da und dann auf einmal verschwunden oder an ganz anderer Stelle, wenn man sie für einen Moment aus den Augen lässt. Nicht wenige haben sich in diesem undurchschaubaren Labyrinth der Tausendwinkelgassen schon völlig verlaufen, deswegen gib acht, Wanderer, wenn du nicht in ihren Bann geraten willst.

NSCs:

Wagglefold, ein uralter, kaum schrittgroßer Kobold mit Watschelgang, dicken Augengläsern und einem Gesicht wie ein verhutzelter Apfel, der mehr über die Geschichte der Immerlande und ihre Völker weiß als so mancher Gelehrte. Er betreibt ein winziges Lädchen inmitten des Gassengewirrs, in dem er vor allem mit Informationen handelt, sei es, dass er - gegen entsprechende Entlohnung natürlich, denn auch Kobolde müssen von etwas leben - sein Wissen über Land und vor allem Leute preisgibt, wichtige Informationen auszuspionieren bereit ist oder magischen Gegenständen ihre Geheimnisse entreißt und ihre Rätsel entschlüsselt.

Grand Maester Cole - ein Mensch mittleren Alters, dick, glatzköpfig, behäbig und mit einem kugelrunden Mondgesicht ausgestattet - besitzt einen Laden am westlichen Rand der Tausendwinkelgassen, nahe der hohen Mauer. Dort geht er allerlei dubiosen Studien nach, worauf allein schon die Ladeneinrichtung schließen lässt, die wie eine Mischung aus Labor, Buchhandlung und Menagerie anmutet, zum anderen bietet er allerlei seltsames Getier zum Verkauf an, vom Feuersalamander bis hin zum ausgebildeten Botenvogel.

Die alte Lejula mag eine Gnomin sein, doch niemand weiß das so genau. Klein und bucklig von Wuchs, die braune, runzlige Haut von einem zarten Fell überzogen, mit langen, haarigen Ohren und einem Paar runder, schwarzglänzender Vogelaugen ausgestattet, sieht sie in jedem Fall reichlich gewöhnungsbedürftig aus. Lejula betreibt ein kleines Alchemiegeschäft in den Tausendwinkelgassen, in dem man allerlei magische Tränke, Elixiere und Zauberzutaten erwerben kann.

Frumpel, der Kräuterhändler, ist kaum größer als ein Zwerg, hat ein bleiches, hageres Gesicht, schütteres Haar und eine Nase, die eher an den hakigen Schnabel eines Raubvogels erinnert als an ein menschliches Riechorgan. Mit trüben, wässrigblauen Augen, die durch dicke, geschliffene Augengläser beinahe dreimal so groß aussehen, wie sie wirklich sind, mustert er mürrisch jeden Kunden, der sich in seinen Laden verirrt. Er ist vielleicht nicht der umgänglichste Mensch, doch dafür ist die Auswahl an Kräutern und Pflanzen, die er zu bieten hat, wahrhaft unübertrefflich, und gegen reichlich Bares besorgt er von Traumkraut bis hin zu seltensten exotischen Gewächsen alles, was das Kundenherz begehrt.

Tristram Thrickwiddle, ein schrulliger und leicht debiler Zauberer - zumindest tut er so, als wäre er einer - ist ein ausgekochtes Schlitzohr und außerdem ein gewitzter Runenwirker. Er führt im Norden der Tausendwinkelgassen einen kleinen Laden für Zauberzubehör, versieht Amulette mit Schutzzaubern und wichtige Schriftrollen mit magischen Siegeln, und handelt zudem mit allem möglichen magischen Krempel, von der "Unübertroffenen Bogensehne des unfehlbaren Treffens" bis hin zu magisch verstärkten Klingen, Unsichtbarkeitsumhängen und Sonderangeboten an schimmerndem Feenstaub - ob echt oder nicht, das herauszufinden, bleibt wohl dem Kunden überlassen. Thrickwiddle ist ein Kobold mit kleinen Knopfaugen, einer krötenähnlichen Haut und spitzen Ohren, aus denen die Haare wie dicke Grasbüschel wachsen. Oft macht er einen völlig verpeilten und verwirrten Eindruck, redet jeden mit "Jungchen" an und gibt sich schwerhörig, halb blind und tattrig wie ein altersschwaches Großväterchen, den die Sinne schon fast verlassen haben, doch wer sich davon täuschen lässt, ist selber schuld - und zudem einen Gutteil seiner Goldstücke los.

Atevora

Unregistered

2

Thursday, April 4th 2013, 10:07pm

<--- Der Marktplatz Talyras
<--- Der Kupferkessel



Taumond 513

Da hat er Recht, Morrak geht leichter über die Lippen und ist einprägsamer. Ob der Name eine spezielle Bedeutung hat? Sie wird ihn diesbezüglich ausfragen sobald sie zu Hause ist und auch noch einige andere Dinge zu dem Tier, dessen Benehmen sie sehr kritisch betrachtet. Auch wenn der Großteil spielerisches Austesten sein mag, sie hat noch nie ein Tier erlebt, dass derart viel Aggressivität bereits als Jungtier und trotz ständiger Korrekturen ein unerwünschtes Verhalten immer wieder zeigt. Ein Hundewelpe hat im Vergleich dazu rasch begriffen, dass gewisse Aktionen ungewollt sind und der Spaß zu Ende ist wenn er zu übermütig wird. Sie hofft das Tier benötigt nur etwas länger bis der Heller fällt, denn sonst könnte sich das Ganze zu einem Problem, oder einer ernsthaften Gefahr entwickeln. Sie wird sich jedenfalls so gut wie möglich noch über dieses Hyaenodon informieren, ob die Tiere schon erfolgreich domestiziert wurden, ob es überhaupt denkbar ist es in einem Stadt-Umfeld zu halten und darüber welches Vorgehen Doggra bei der Erziehung plant, und ihn auch darüber aufklären was sie von ihm erwartet wenn seine Bemühungen scheitern sollten.

>"Achtung Kobold im Anflug."<< Ein seichter Scherz, Atevora schmunzelt aus Galgenhumor trotzdem erheitert.
Der Kobold scheint ihr Schmunzeln glücklicherweise als freundliches Lächeln zu deuten, und darüber ist sie sehr froh. Wenn er wüsste was dahinter wirklich liegt hätte es sein können, dass er sehr ungemütlich wird, und wenn jemand eines nicht möchte, dann einen Erzmagier verärgern. Kurz wechselt sie ein paar Worte mit ihm und stellt ihren neuen Begleiter und dessen Haustier vor. Sie bemerkt seinen Gesichtsausdruck als er Morrak besieht. Vermutlich weiß Euron mehr über das Tier, und die Shin behält sich im Hinterkopf ihn gegebenenfalls diesbezüglich zu konsultieren.
Die Eismaid hält die Unterhaltung eher kurz und platt, während Doggra die Zeit nutzt um seinen Blick genauer über die gemütlichen Innenräumlichkeiten wandern zu lassen. Sie kann dabei aber nicht erkennen was er von dem Gasthaus hält, ob ihm das nicht zu erwartende Innere imponiert, oder eher sauer aufstößt, schließlich heißt es, dass Narge mit Magie nicht viel anzufangen wissen und dem ganzen Hokuspokus eher skeptisch gegenüberstehen. Ein Glück für den Armen, dass er ausgerechnet in die Dienste einer Magierin getreten ist, die auch noch mitten im bunten und verrückten Magierviertel der Stadt lebt. Vielleicht hätte sie diese Details beim mündlichen Vertragsschluss erwähnen sollen. Vielleicht hat sie ihm diese Informationen auch gezielt und mit voller Absicht nicht direkt auf die schuppige Nase gebunden. Sie hofft allerdings ihn damit nicht all zu sehr zu überfordern. Bisher hält er sich jedenfalls sehr wacker. Womöglich ist er auch nur zu erschöpft und ausgelaugt von den Strapazen, oder zu sehr abgelenkt von seiner schmerzenden Wunde und das kleine Fellmonster dürfte seine Aufmerksamkeit auch sehr ausreizen. Alles zusammen womöglich im Moment nicht einmal eine so schlechte Kombination.

Ganz geschäftlicher Wirt preist dieser auch das Menü des Tages an und erkundigt sich ob sie hier zu essen wünschen, doch Atevora lehnt freundlich ab. Sie möchte den Narg möglichst schnell aus diesem für ihn wohl beklemmenden Umfeld führen und durch die Gassen schleifen um ihn mit seiner neuen Bleibe bekannt zu machen und sich darum zu kümmern, dass sich jemand seiner Wunde annimmt, die längst wieder zu bluten begonnen hat. Obendrein, auch wenn sie es auf Strafe nicht zugeben würde, vermisst sie Shafir und Via, und sie sehnt sich nach ihren vertrauten vier Wänden in denen sie sich wohl und zuhause fühlt und das ihr als Rückzugsgebiet vor der wirren Welt dient.
Darum lehnt sie dankend ab, verabschiedet sich und bedeutet dem Narg ihr zu folgen.

Irgendwie schaffen sie es sich durch das Gassengewirr der Tausendwinkelgasse zu schlagen, und sie könnte dabei wetten, dass dem Narg das Umfeld mit dessen chaotischem, wirren und bunten Treiben alles andere als geheuer ist. Auch wenn es so wirkt als wäre sein Nervenkostüm nahe daran zu reißen, oder es höchst wahrscheinlich zumindest unangenehm zwischen Staunen Unbehagen und Ablehnung umherirrt, hält er sich noch immer gut. Sie ist allerdings froh darum, als sie endlich vor der vertrauten Häuserfassade ihres Wohnhauses angekommen ist, denn sie ist sich mehr als ungewiss wie lange sie dem Nargen diese Umfeld noch hätte zumuten können, ohne dass ein Unglück geschieht.
„Wir sind fast da, in diesem Gebäude dort befindet sich meine Wohnung.“ Sie deutet dabei auf das Gebäude vor sich das sich vermutlich wenig vertrauenerweckend und mit seinen Erkern fast schief und bedrohlich über die schmale Straße zu neigen scheint.

Gefolgt vom Nargen stapft sie an der Auslage des Schneiders vorbei ohne die ausgefallenen Kleider eines Blickes zu würdigen und tritt in das Gebäude. „Ich muss noch rasch Via und Shafir abholen.“ Erklärt sie ohne zu erklären wer Shafir und Via eigentlich sind. Anstatt gleich das Stiegenhaus hinauf zu ihrer Wohnung zu betreten, öffnet sie also die Tür zur Schneiderei wobei ein helles „klingeling“ von einer über der Tür angebrachten Glocke ihr Eintreten ankündigt.
Sofort kommt ihr wedelnd ihr schwarzes Hundegetier entgegen und überschlägt sich winselnd förmlich vor Freude, und sie streichelt ihm zur Begrüßung über den Kopf. >>“Ah! Mylady!“<< Hört sie die Stimme des Schneidermeister zusammen mit plötzlich geschäftlichem Rumoren aus den hinteren Räumlichkeiten. >>„Schön, dass ihr wieder da seid. Wartet ich bin gleich da, ich muss nur noch rasch die eigensinnigen Stoffballen hier verstauen. Wie war denn Euer Ausflug? - So, aber jetzt!“<<
„Ach, nicht derart erfreulich wie gewünscht.“
>>“Oh, das ist aber schade...“<< Tönt es zurück und sein Kopf erscheint im Türrahmen, und er trägt eine weiße Eule am Arm >>„Huch!“<< Was immer er auch sagen wollte, der ungewöhnliche Anblick des Nargen in seinen Räumlichkeiten bringt ihn aus dem Konzept.
„Ich hoffe Shafir und Via wussten sich zu benehmen.“
>>“Wie? Oh - sicher, sicher.“<<
„Das hier ist übrigens Venditius, er kommt aus Doggra in der Wüste. Er wird übrigens ab sofort ebenfalls im Gebäude wohnen.“
>>“Wird er?“<< Kommt es dem Mann leicht verdattert über die Lippen, aber Atevora übergeht des Schneiders Fassungslosigkeit und überwindet während sie spricht die Distanz zwischen sich und dem Mann der kaum größer ist als sie selbst.
„Venditius, das ist Maester Cordus Kameruk, der Schneider meines Vertrauens, ich würde meinen kaum jemand ist so geschickt im Umgang mit Nadel und Faden wie er, und obendrein ist er der Einzige bei dem Via keinen Unsinn treibt.“ Noch während sie ihm die Eule abnimmt blinzelt der leicht gebeugte und grauhaarige Schneider den unerwarteten Gast entgeistert an als rechne er mit allem, ganz besonders jedoch damit jeden Moment gefressen zu werden. „Ich bräuchte dann übrigens Eure begnadeten Fähigkeiten.“ Die Geschäftstüchtigkeit obsiegt über seine Überraschung. „Oh, tatsächlich? Womit kann ich Euch zu Diensten sein?“<< Seine Miene hellt augenblicklich auf und der betagte Mann ist sofort wieder in seinem Element: >>“Eine hübsche neue Robe, oder ein zartes Nachtgewand vielleicht?“
Sie freut sich innerlich diebisch auf das was jetzt kommt, lässt sich von ihrem schelmischen Anflug jedoch nichts anmerken und fährt im gewohnt emotionsarmen Tonfall fort. „Nicht ganz..“
>>„Nicht? Darfs denn ein hübscher Umhang sein? Bei dem grausamen kalten Wetter schadet ein edler Pelz gefütterter Umhang nie!“<<
„Also...“
>>„Ich hätte da ganz neu einen traumhaften Wollstoff der wundervoll..“<<
„Herr Kameruk!“
Der Schneidermeister ist den resoluten Tonfall von Atevora kaum gewohnt und verliert augenblicklich an Fahrt: >>“Huh? Ja?“<<
„Ich würde gerne Doggra von Euch neu einkleiden lassen. Ein Paar bequeme Hosen und Tuniken die ihn nicht behindern.“ Sofort klettert des Schneidermeisters Blick wieder zum Nargen, den er bereits gütig ausgeblendet hatte, und Doggra schenkt dem armen Kerl sogleich sein nargentypisch charmantes Lächeln, das auch gut ein Zähnefletschen vor einem Sprung an des Schneiders Kehle sein könnte.
>>„Achso. Ja. Das lässt sich natürlich machen.“<<
„Sehr schön!“ Antwortet die Magierin daraufhin mit versöhnlich erquicktem Tonfall. „Dann besprechen wir später weiteres. Danke nochmals dass ihr auf meine Tiere Acht gegeben habt, ich wünsche Euch noch einen wundervollen Tag.“

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Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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3

Thursday, August 8th 2013, 3:37pm

Nachdem Bregond den Turm des Verrückten am frühen morgen verlassen hat um den Sitechtempel zu besuchen der ganz in der nähe liegt ist er nun auf dem Weg in die Tausendwinkelgasse. Jetzt da er alleine unterwegs ist sind seine Schritte wohlüberlegt und nicht zu hastig oder gar auffällig. Er trägt seinen Reiseumhang und hat dessen Kapuze tief ins Gesicht gezogen, hier und jetzt möchte er nicht unbedingt erkannt werden. Er kennt die Ecken und Winkel, die verborgenen Gassen in denen nicht regelmäßig Blaumäntel ihre Runde drehen. Immer wieder wechselt er die Richtung um etwaige Verfolger ab zu schütteln. Sein alter Teeladen in der Tausendwinkelgasse taucht irgendwann vor ihm auf, das kupfernde Schild baumelt an nur noch einer rostigen Kette und die Fenster sind mit schweren Brettern vernagelt. Gegenüber seines ehemalige Ladens backt der fettleibige Bäcker und seine hübsche Frau immer noch Brot und feine Zuckerleckereien. Mogbarkinder und Gnome flitzen durch die Gasse, ein Händler mit dubiosen Glücksbringern bietet seine Ware feil, alles ist so wie er es in Erinnerung hat.
Missmutig schaut der Elb auf den schwungvoll geschmiedeten Eisenschlüssel in seiner Hand, er hatte nie vorgehabt hierher zurück zu kommen und nun nach nur einer Nacht in Talyra steht er hier um sich wieder einmal in die dunkelsten Ecken der Stadt zu begeben. Ein letztes mal schaut er sich um, dann schleicht er zur Türe die sich trotz der Zeit in der sie verschlossen wurde schnell und lautlos mit dem Schlüssel öffnen lässt. Ohne das ihn jemand sieht betritt er den ehemaligen Verkaufsraum in dem es immer noch getrockneten Kräutern richt, sein Blick wandert zu der Verkaufstheke aus dunklem poliertem Holz, die nun mit einer dicken Staubschicht bedeckt ist, eilig huscht eine Spinne über den Boden um in einer Ecke zu verschwinden.
Das Gemälde an der hinteren Wand hängt immer noch an seinem Platz. Der Kapitän dessen Bildnis es zeigt lächelt Bregond immer noch an. Vielleicht sollte ich es mitnehmen in mein neues Heim, der gute sollte hier nicht so alleine sein denkt er noch, bevor das Bild zur Seite zieht.
Die dunkle Öffnung in der Wand klafft wie ein Dämonenmaul das gierig auf Beute wartet vor ihm auf, doch das lässt ihn nicht zurück weichen. Zügig klettert er die alte Leiter herunter und hört von oben wie das Bild wieder in Position rutscht. Sein Weg liegt dunkel vor ihm und er hofft das er nicht strauchelt in seinem Vorhaben, ein leises Gebet zu Sitech begleitet ihn ebenso wie Schattentod sein Silberdolch und seine ihm kleine zierliche Armbrust mit den vergifteten Bolzen.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Arwen

Stadtbewohner

Posts: 1,146

Occupation: Hohepriesterin der Anukis

Location: Vinyamar

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4

Tuesday, September 17th 2013, 10:43pm

Die Stunde der Ruhe ist gerade vergangen, als Arúen in Begleitung von Shu're Elthevir Vinyamar verlässt. Die beiden Elben gehen schweigend nebeneinander her. Und da die meisten Leute ihnen aus dem Weg gehen, haben sie selbst auf den zu dieser Stunde viel bevölkerten Straßen rund um den Marktplatz kein Problem, ihren Weg zu finden. Vorbei an der Harfe gehen sie am Rand des Marktplatzes entlang und erreichen jenes Stadtviertel, in dem der 'Kupferkesse' den Eingang zu den Tausendwinkelgassen beherbergt. Der namensgebende Kessel über der Tür quietscht wie zur Mahnung, als die beiden Elben sich der Tür nähern. Nicht gerade, dass er vor Unmut knurrt, aber die Miene Elthevirs zeigt ausnahmsweise nur zu deutlich, was er von der Idee seiner Herrin hält, diese Magierin aufzusuchen, deren Narg vor einigen Wochen bei der Ladeneröffnung für solchen Aufruhr gesorgt hatte. Arúen entgeht die Miene ihres Geleitschutzes natürlich nicht. Und den heftigen Wortwechsel, den sie geführt haben, nachdem sie dem Ritter von ihrem Plan berichtet hat, den hat sie auch nicht vergessen. Shu're Elthevir hat sofort gewusst, warum sie ausgerechnet an diesem Tag die Magierin aufsuchen will: Shu're Gildin, ihr Bruder ist in der Morgendämmerung mit seinen Männern zur Jagd ins Larisgrün aufgebrochen und wird nicht vor dem nächsten Tag zurück erwartet. Und der Sternenwächter hätte diesen Besuch niemals geduldet.

"Bitte, Shu're Elthevir,… ich weiß dass Ihr um meine Sicherheit besorgt seid. Aber ich denke wirklich nicht, dass uns Gefahr von diesem Narg droht." Der Elb verharrt in der Bewegung, mit der er eben nach der Tür gegriffen hat, um diese zu öffnen. "Shu'ra…" Der Blick des Elben bekommt fast etwas Verzweifeltes. "Ich hoffe, dass Ihr Recht habt… Aber ich werde nicht das Schicksal herausfordern und es darauf ankommen lassen." Arúen nickt nur zur Antwort. Es hat vorhin nicht viel gefehlt, und Shu're Elthevir hätte sich schlichtweg geweigert, sie auch nur einen Schritt aus dem Haus tun zu lassen. Erst nachdem sie sich bereit erklärt hat, dass sie sich mit einem magischen Schild schützen wird, hat er notgedrungen eingewilligt. Ihr Kettenhemd anzulegen, hat die Elbin sich allerdings rundheraus geweigert. Mit einem derart offensichtlichen Zeichen des Misstrauens, bräuchte sie das Gespräch mit der Menschenfrau gar nicht erst zu suchen.

Die Idee, das Gespräch mit Lady Shin wegen des Nargen zu suchen, hatte Arúen schon am Tag von Dianthas Geschäftseröffnung und sie brachte sich wieder in Erinnerung, als sie mit der Frau auf der Hochzeitsfeier von Azra und Borgil im wahrsten Sinne des Wortes zusammengestoßen ist. Allerdings war die Feier nun alles andere als der geeignete Ort, um ein solches Gespräch zu führen. Als nun am Anfang des Erntemondes das Fuhrwerk erschien, um wie in jedem Mondlauf den Beitrag des Tempels für die Armenspeisung im Fliegengrund abzuholen, hatte sie gehofft, die Frau würde es begleiten, wie schon einige Male zuvor und sie könnte sie dann zu einem Gespräch einladen. Leider hatte sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Arúen hatte die Fuhrmänner gefragt, wann sie Lady Shin denn am Fliegengrund antreffen könne, und bekam die wenig hilfreiche Auskunft, sie wüssten nur selten vorher, wann die Lady käme. Und wo sie wohnt wüssten sie auch nicht. Es hatte sie einiges an Fragen gekostet, bis sie die Auskunft erhielt, Lady Shin lebe in der Tausendwinkelgasse… und der Narg wohne im selben Haus. Wo genau in der Tausendwinkelgasse, hat sie allerdings nicht herausfinden können. Insofern ist sie selber gespannt, ob es ihr gelingen wird, diese merkwürdige Frau und ihren ungewöhnlichen Begleiter zu finden. Wobei… ein Narg ist nun wirklich nicht zu übersehen, es sollte also jemand zu finden sein, der ihn gesehen hat und weiß, wo er wohnt.

Die beiden Elben wechseln einen letzten stummen Blick, dann öffnet Shu're Elthevir die Tür zum Kupferkessel. Kaum über die Schwelle getreten als sie in eine ganz andere Welt treten. Das bunte Durcheinander der Möbel, bei denen keine zwei Stücke zusammen zu gehören oder dasselbe Alter zu haben scheinen, strahlt gemütliche Behaglichkeit aus. Der Elbenritter begleitet seine Herrin nicht zum ersten Mal hierher, das wirre Gemisch aus den verschiedensten Sprachen, Pfeifendampf und dem Geruch nach Pilzeintopf und die knisternde Magie zwischen den Gästen überrascht ihn also nicht mehr. Mit einem kurzen grüßenden Nicken in Richtung Eurons durchqueren sie den Schankraum und verlassen ihn durch den unscheinbaren Durchgang neben dem Kamin gleich wieder. Nur wenige Schritte durch den Hinterhof zum nächsten Zugang, und sie stehen inmitten des bunten Treibens der Tausendwinkelgasse, der größten ihnen bekannten Ansammlung arkaner und sonstiger Händler, Magier, Hexer, Alchemisten, Maester jedweder magischen Profession. Es herrscht ein ebensolches Stimmengewirr wie es hier verschiedenen Läden gibt. Und es scheint obendrein so, als träfen sich hier noch mehr verschiedene und seltsame Rassen und Völker als ohnehin schon in Talyra.

Die Tausendwinkelgassen eine völlig andere Welt, fast eine Stadt innerhalb der Stadt. Verwinkelte Gassen, mal weit, mal eng, und in allen herrscht das gewohnte Drängeln, Handeln und Treiben, doch mit Elthevir halb hinter, halb neben sich, scheint es Arúen fast so, als würde sie in dem Gewusel anders als sonst von niemand anrempeln, so als wichen sie vor dem Elben zurück, der die meisten der Anwesenden fast um Haupteslänge überragt. Woran das offen an seiner Seite getragene elbische Langschwert und das Kettenhemd unter dem Waffenrock sicher ihren Anteil haben.

Da sie nicht sicher wissen, wo das gesuchte Haus liegt folgen sie einfach der breitesten Gasse und fragen sich durch.
Avatar (c) by Niniane

Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

Venditius

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5

Wednesday, October 2nd 2013, 5:55pm

Hastig bahnt sich Venditius seinen Weg durch die Tausendwinkelgassen. Die meisten hier kennen den Nargen inzwischen aber dennoch springen die meisten aus Furcht einen Schritt beiseite, denn es ist durchaus ungewöhnlich dass der Narg es so eilig hat. Die Tatsache, dass noch dazu seine Herrin nicht an seiner Seite ist bestärkt die Leute wohl in dem Glauben, dass es besser ist nun nicht im Weg zu stehen.

Und es ist wirklich so. Eigentlich hat sich seit dem Vorfall auf Glyn-y-Defaid alles eingespielt. Freyja arbeitete sehr zur Freude des Nargen nun ebenfalls für die Mistress und auch wenn bisher noch nichts konkretes vorgefallen war, so schienen beide zumindest einander nicht abgeneigt zu sein. Nur gelegentlich sind die Blicke die Freyja der Mistress hinterherwirft nicht ganz eindeutig.
Auch der Auftrag den die Mistress und der Narg für die Steinfaust zu erledigen haben, scheint sich nach und nach zu einer machbaren Aufgabe zu verwandeln. Die Kämpfe in den Gruben laufen gut und soweit man sagt, steigt der Preis für Venditius merklich an. Er ist gespannt, wann es soweit sein wird und die Falle zuschnappt.

Doch aktuell hat er ganz andere Sorgen. Die Shin hat sich nach einer anstrengenden Reise unter einem Schattenspender ausgeruht und war eingenickt, während Venditius sich um Getränke kümmerte. Es konnte niemand von beiden auch nur im entferntesten ahnen, dass dieser trottelige Aushilfskellner den Schattenspender verrücken würde und die Shin dadurch der prallen Sonne ausgesetzt werden würde.

Jetzt muss Venditius schleunigst diese Salbe auftreiben um die Verbrennungen zu lindern. Doch er hat Glück. Der Händler dem ihm die Shin genannt hatte, ist in seinem Geschäft anzutreffen und mischt auch eilig die gewünschte Salbe an. Vielleicht liegt seine Eile nicht nur in der Besorgnis um die Shin begründet sondern auch daran, dass der Narg unmissverständlich klar macht, dass er nicht zu warten gedenkt.

Während er wartet, bemerkt Venditius einen kleinen Jungen der auf ihn zurennt. Es ist der Kleinere der Nachbarsjungen und er scheint ziemlich aufgebracht.

"Doggra, Doggra" ruft er aufgebracht während er sich immer wieder umblickt als wäre der Teufel höchstpersönlich hinter ihm her.

"Ganz ruhig mein Junge. Was ist denn? Hast du Ärger?" Während der Junge um Luft ringt, sucht Venditius die Gassen ab aber niemand scheint dem Burschen mehr Beachtung zu schenken als üblich.

"Nein. Nicht hinter mir. Aber dort hinten erkundigt sich jemand nach der Mistress. Eine Frau und ein ziemlich grimmig dreinblickender Krieger. Ich dachte das solltest du wissen."

Venditius wird mit einem Schlag aufmerksam. Eine Frau und ein Krieger erkundigen sich nach der Mistress? Wer könnte eine bewaffnete Eskorte in Talyra benötigen? Oder ist es am Ende keine Eskorte? Erst jetzt, da der Junge ihn vorgewarnt hat, bemerkt Venditius die Beiden.

Hmm sollte dies ein Anschlagsversuch werden, bei dem die Zielperson noch gesucht wird, dann verhalten sich die Beiden nicht gerade klug. Und wenn nicht, dann können Sie sich sicher erklären.

Venditius dankt dem Jungen, bezahlt die ihm gerade gereichte Salbe und macht sich dann auf den direkten Weg zu den beiden Elben. Schmerzen zu haben ist allemal besser als zu sterben. Das wird die Shin sicherlich ebenfalls so sehen und ihm die wenigen Momente Verzögerung nicht übel nehmen.
Als er die beiden Unbekannten erreicht, spricht er Sie direkt an.

"Ich habe gehört die Herrschaften suchen die Mistress? Darf man nach dem Anliegen für diese Suche fragen?"

Er bemüht sich um ein höfliches Lächeln, lässt Beide aber nicht aus den Augen. Sollte einer Anstalten machen, eine Waffe zu ziehen, wäre er durchaus bereit dazu diese Geste zu erwidern.

Arwen

Stadtbewohner

Posts: 1,146

Occupation: Hohepriesterin der Anukis

Location: Vinyamar

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6

Saturday, October 5th 2013, 1:20pm

Schon eine gefühlte kleine Ewigkeit fragt Arúen sich nun schon von einer Gasse in die nächste, bisher ohne wirklichen Erfolg - von einer konkreten Auskunft zum Wohnort von Lady Shin und ihrem Nargen einmal ganz zu schweigen. Und bei mehr als einer Person, die sie fragt wird die Elbin das Gefühl nicht los, dass man ihr bewusst nicht die gesuchte Auskunft gibt. Angst vor dieser Lady und ihrem Nargen? Oder einfach nur die ganz normale Zurückhaltung gegenüber jemandem, der hier nicht bekannt ist? Dann kommt der Moment, wo Shu're Elthevir und Arúen beide nahezu gleichzeitig stehen bleiben und sich ansehen. Für einen Herzschlag flackert in ihrer Nähe ein besonders intensives Gefühl von Wachsamkeit und Sorge auf, heftig genug um die Aufmerksamkeit der beiden Elben zu wecken. Auch wenn sie zwar nicht erkennen können woher oder von wem das Gefühl stammt oder gar den Gedanken hinter dem Gefühl erkennen können, aber es lässt die beiden Elben wachsamer werden. Sie brauchen in diesem Moment keine Gedanken oder Worte um sich zu verständigen. Irgendjemand, der weiß wo das Ziel ihrer Suche zu finden ist, ist auf sie aufmerksam geworden. Arúen lässt ihren Blick über die Personen in ihrer Nähe wandern, aber keiner scheint ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als den kurzen Blick auf jemanden, der hier nicht zum alltäglichen Straßenbild gehört.

Mit einem kaum merklichen Nicken machen Arúen und der Ritter an ihrer Seite sich wieder auf um ihre Suche fortzusetzen. Auch wenn ihm äußerlich kaum etwas anzumerken ist, kann Elthevir die innere Anspannung vor seiner Dienstherrin doch nicht verbergen, als er sich nun direkt neben ihr hält und nicht mehr den halben Schritt Abstand wahrt, wie noch im Augenblick zuvor. Shu're Elthevir weiß, dass seine Herrin solche Nähe alles andere als schätzt. Aber wenn sie auf diese Suche nach der Menschenfrau und dem Nargen und einem Gespräch beharrt, dann würde sie sich eben damit abfinden müssen. Alles hat seinen Preis... Der Ritter hofft nur, der Preis würde nicht sein Kopf sein, den der Sternenwächter ihm mit Sicherheit abreißen würde, sollte seine Schwester bei seiner Rückkehr auch nur den kleinsten Kratzer haben. Das sprichwörtliche Donnerwetter, weil er diesen "Ausflug" nicht verhindert hat, kann Elthevir schon jetzt über sich niedergehen spüren. Als ob irgendjemand Shu'ra Arúen von etwas abbringen könnte, was sie sich in den Kopf gesetzt hat...

Und dann geschieht das, was Arúen erhofft und der Elb an ihrer Seite befürchtet hat: Sie haben den Nargen gefunden.

Genauer gesagt, er hat sie gefunden, denn er steuert mit zielstrebigen Schritten direkt auf sie zu. Ein Narg von über sieben Fuß Größe so direkt auf sich zusteuern zu sehen ist eine durchaus beeindruckende Erfahrung. Wenngleich es weniger seine Größe ist, die Arúen beeindruckt - sie hat schon Elben und Menschen getroffen, die ähnlich groß oder sogar größer sind - sondern seine Ausstrahlung. Die Elbin gehört durchaus nicht zu jenen, die jemanden einfach wegen seiner Herkunft oder Volkszugehörigkeit vorverurteilen, aber in diesem Moment muss sie sich daran erinnern, unvoreingenommen zu bleiben.

Der Narg bleibt direkt vor ihnen stehen, und allein das genügt, um den beiden Elben den Weg zu versperren. Und mit Floskeln und Höflichkeiten hält er sich auch nicht erst auf, als er ohne Umschweife erklärt, er habe gehört, dass sie nach der Mistress suchen würden, und fragt, ob er nach dem Anliegen für diese Suche fragen darf. Sein Gesicht verzieht sich dabei zu etwas, das ein Lächeln sein könnte. Aber Arúen ist mit der Mimik dieses Volkes zu wenig vertraut, um zu erkennen ob es höflich oder freundlich sein soll. Und die höchst beeindruckenden Reißzähnen, die dabei sichtbar werden, machen es nicht gerade leichter zu erkennen, ob es ein wirklich ein Lächeln oder vielleicht doch eher ein Zähnefletschen ist.

Größe und Statur, die Haltung und Bewegung eines Kämpfers… der Narg braucht nicht zu einer Waffe zu greifen, er ist selber eine. Und genau das macht ihn in den Augen des Elbenritters zu einer kaum kalkulierbaren Gefahr für seine Dienstherrin. Er reagiert ohne darüber nachdenken zu müssen. Der halbe Schritt nach vorne, um halb vor der Elbin und damit zwischen ihr und dem Nargen zu stehen, und die Hand an das Heft seines Schwertes zu legen sind eine einzige Bewegung und brauchen kaum einen Herzschlag. Elthevir zieht sein Schwert nicht, aber seine Haltung lässt keinen Zweifel daran, dass er jederzeit bereit ist, einen Angriff auf seine Herrin zu verhindert.

Während Arúen der trockene Gedanke kommt, auf die Frage des Nargen zu antworten, dass er gerne nach ihrem Anliegen fragen dürfe, doch ob sie ihm darauf antworte seine etwas ganz anderes, ist ihr gleichzeitig klar, dass eine solche Antwort wenig förderlich für ein weiteres Gespräch wäre. Und ehe die reflexhafte Bewegung ihres Geleitschutzes bei ihrem Gegenüber wer weiß welche Reaktion provoziert, legt sie ihre Hand sacht auf den Arm des Ritters. "Shu're Elthevir… firây…" Ihre Stimme ist ruhig und sanft wie stets, und doch ist ist dieses eine Wort nicht weniger als ein Befehl, der sehr wohl verstanden wird. Arúens Miene ist vollkommen unverbindlich, aber alles andere als unfreundlich oder gar ablehnend, als sie sich nun dem Nargen direkt zuwendet. "Die Götter zum Gruße… Wenn Ihr mit 'Mistress' Lady Shin meint, ja, dann sind wir auf der Suche nach ihr." Nun schleicht sich doch so etwas wie ein Lächeln in das Gesicht der Elbin, auch wenn es kaum mehr als ein Funkeln ist, dass durch ihre Augen huscht. "Und was mein Anliegen angeht… Ich möchte Lady Shin sprechen."

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firây = nicht
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Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.
[Benjamin Franklin, (1706 - 1790)]

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Venditius

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7

Thursday, October 17th 2013, 10:11am

Dass der Elb zu seinem Schwert greift überrascht Venditius nicht. Die Reaktionen von Leibwachen auf Ihn sind doch immer die Gleichen, völlig egal zu welchem Zweck er deren Befehlshaber aufsucht. Er unterdrückt den Reflex dem Elben den Schwertarm brechen zu wollen, als seine Dienstherrin ihn zwar mit sanftem Tonfall aber sicherlich nicht minder deutlich zur Vernunft ruft.

Während Sie ihm Ihren Wunsch Lady Shin zu treffen vorbringt, beobachtet Venditius Ihre Mimik. Schon allein aus diesem Grund hasst er Elben. Sie waren fast ohne jede für Ihn wahrnehmbare Mimik, egal welcher Stimmungslage Sie auch gerade verfallen sie behalten immer einen für seine Ansichten eisernen, neutralen Gesichtsausdruck. Er kann beim besten Willen nicht sagen, ob Sie es ernst meint doch da Elben selten zur Hinterlist neigen beschließt er, dass es wohl kein zu großes Wagnis ist Sie zu seiner Herrin zu führen.
Er schnaubt kurz, allerdings mehr um Ihren Begleitschutz zu reizen statt als ernsthafte Drohung. Dann wendet er sich wieder der Elbin zu.

"Nun dann folgt mir, ich werde euch zur Mistress führen. Allerdings ist Sie gerade etwas... angeschlagen, daher kann ich Euch nicht versprechen, dass Sie Euch empfangen wird."

Mit einem kurzen Blick zum Elbenkrieger fügt er noch wie beiläufig hinzu.

"Ach ja. Und die Hände bleiben weg von der Waffe. Sonst muss ich dafür Sorge tragen, dass Ihr Sie nicht mehr benutzt."

Danach nickt er nur kurz in die Richtung in die er Sie führen wird und macht sich auf den Weg durch die neugierige Menge die sich angesammelt hat in der Hoffnung oder Befürchtung einer Auseinandersetzung zwischen dem Narg und dem Elben.

Arwen

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Occupation: Hohepriesterin der Anukis

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8

Thursday, October 17th 2013, 2:47pm

Das Schnauben des Nargen ist kaum dazu geeignet, auf Shu're Elthevir als Drohung zu wirken. Er trägt seine vier Ringe nicht erst seit vorgestern. Er hat in seinem Leben schon zu viel gesehen und erlebt, zu viele Schlachten geschlagen und überlebt. Und da sich die Körperhaltung des Nargen außerdem nicht um einen Sekhelrin verändert, ist jeder Versuch den Elben mit dem Laut zu reizen von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Eine leicht hochgezogene Augenbraue ist somit auch die einzige Reaktion des Ritters auf das Geräusch. Um ihn zu beeindrucken oder gar zu einer Reaktion zu verleiten, müsste schon mehr geschehen.

Die Drohung bezüglich seiner Hände an der Waffen wird von dem Elben schlicht ignoriert. Er denkt nicht eine Sekunde daran, seine Hand vom Heft des Schwertes zu nehmen. Die Worte zeitigen dafür allerdings eine Reaktion von Seiten Arúens. "Nein." Binnen eines Augenblicks zeigt sich in kräftigem Grün das Zeichen Anukis' auf ihrer Stirn und sie sieht dem Nargen direkt in die Augen. Sie will ihm nicht drohen, aber sie will unmissverständlich klarstellen, dass sie sich auch nicht drohen lässt. "Wir werden Euch nicht folgen. Ich lasse weder mir noch meinem Begleiter drohen. Richtet Eurer Mistress aus, dass die Vorsteherin des Anukis-Tempels nach ihr gesucht hat. Sollte ihr an einem Gespräch gelegen sein, weiß sie ja, wo sie mich finden kann. Tut uns allen einen Gefallen: Folgt uns nicht." Schon halb im Gehen, wendet Arúen sich noch einmal dem Nargen zu.

"Und Ihr solltet selber die Hände fern von jeder Waffe halten, sollten wir uns ein anderes Mal an einem anderen Ort treffen. Ansonsten werde ICH dafür sorgen, dass Ihr sie nicht mehr benutzt." Dass Arúen ebenso wie seine Dienstherrin nicht zwingend eine Waffe benötigt um sich zu verteidigen, sollte dem Nargen spätestens jetzt klar sein. "Ich wollte nur mit Eurer Mistress reden… Ihr solltet vielleicht nicht gleich jeden bedrohen, der Euch gegenübertritt. In ihrem Interesse ebenso wie in Eurem eigenen." Vor allem nicht, wenn Ihr keine Ahnung habt, wem Ihr gegenübersteht. Götter… so weltfremd kann auch kein Narg aus den Wüsten aufgewachsen sein, dass er sich darüber wundert, dass ein Elb auf ihn reagiert, in dem er die Hand an die Waffe legt. Was hat er erwartet, als er so auf uns zugesteuert ist? Arúen spricht ihre Gedanken nicht aus. Aber die Worte des Nargen geben ihr schon zu denken. Wie es scheint, verwendet der nicht einen Gedanken daran, dass die Narge einst vom namenlosen Dunklen zum Gespött der Elben erschaffen wurden und dass die Kinder des Morgens die Narge ebenso inbrünstig verachten (und oft auch hassen) wie die Shebaruc. Weiß er nichts von der Entstehungsgeschichte seines Volkes, oder ignoriert er es einfach? Das eine wie das andere kann gefährlich werden, für ihn ebenso wie für andere. Diese und ähnliche Gedanken wälzend folgt die Elbin Shu're Elthevir durch die Gassen zurück zum Kupferkessel. Der Ritter hält seine Position direkt neben ihr ebenso unbeirrbar, wie seine Hand unverändert am Heft des Schwertes liegt. Sie kann an seiner Haltung erkennen, dass er aufs Äußerste angespannt ist und dem stehengelassenen Nargen nicht einmal soweit traut, wie er ihn werfen könnte. Es sind nur Kleinigkeiten, aber Arúen hat es früher schon bei ihrem Bruder, bei Andovar und auch bei anderen Kriegern gesehen. Sie erkennt darin die Haltung eines Kämpfers wieder, der sich auf unbekanntem Terrain befindet und auf alles gefasst ist, von einem Angriff aus dem Hinterhalt bis hin zu einer Begegnung mit Freunden.
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Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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9

Monday, March 3rd 2014, 7:16pm

Wie immer geht es in den engen mit Waren aller Art vollgestellten Gassen emsig zu. Bregond genießt die abwechslungsreichen Gerüche aller Art die in nach so langer Zeit in der Kanalisation wie eine Sinnesexplosion entgegenschlagen. Vor einer kleinen Schenke Unterhalten zwei Barden die vorbeieilenden Besucher gleichermassen wie Bewohner der Gasse. Eine junge Frau singt ein Lied über die Freiheit eines Falken, dabei versprüht sie solch eine Freude und Lebenslust das sogar Bregond stehen bleibt um ihrem Gesang zu lauschen. Neben ihr musiziert ein eher mässig talentierter Junge auf einer Laute, doch das scheint keinen zu stören. Es gibt diejenigen die einfach weitergehen und die beiden keines Blickes würdigen, aber auch welche wie Bregond die stehen bleiben und den Liedern der beiden zuhören. Ein jedes ihrer Lieder handelt von Freiheit, der Freiheit zu tun was man will. Nichts und niemand, so scheint es kann diese beiden Aufhalten. Der Elb klatscht Beifall in einer Pause und ein lächeln liegt in seinem Gesicht, in diesem Augenblick fühlt er sich Glücklicher als jemals zuvor in Talyra. Freudig lässt er einige Münzen in eine Kappe fallen die vor den beiden auf dem Boden steht und geht glücklich weiter.
An einem Stand kauft er sich gebratenes Kaninchenfleisch, das klein geschnitten in einem Brotleib mit dunkler Sause angeboten wird. Genüsslich beißt er ein großes Stück ab, so das der Saft nur so über sein Kinn trieft, er weiß das er alles andere als Elbisch aussieht und sich sicherlich auch nicht verhält. Zumindest kann er das aus dem Gesicht der Händlerfrau ablesen. Aber es ist ihm egal, er ist so hungrig! Wie lange hatte er nichts mehr gegessen. Er hat das Gefühl das es mindestens tausend Jahre her sein muss, so hungrig ist er. Erst als er an einem Glasfenster vorbeigeht erkennt er warum er so neugierig von so manchem Bewohner der Tausendwinkelgasse gemustert wird. Seine Kleidung ist von den Kanälen mehr als nur verschmutzt, seinen Stiefeln fehlt jeglicher Glanz und sein Haar hängt wirr und strähnig an seinem Kopf. Lyona wird mich nicht wiedererkennen, ich sehe ja fürchterlich aus. Es wird Zeit das ich nach Hause gehe. Nicht ohne sich vorher noch einige kandierte Früchte zu kaufen, verlässt der Elb die verwinkelten Tausendwinkelgassen und macht sich auf zum Turm des Verrückten. In der Hoffnung das sein treuer Begleiter Skor das alte Gemäuer einigermaßen in Schuss gebracht hatte in seiner Abwesenheit.Die junge Waldbewohnerin hatte das ungastliche Viertel bestimmt schon verlassen und ich kann es ihr nicht einmal übel nehmen. Hat sie sicherlich nicht damit gerechnet mich je wieder zu sehen. Warum sollte sie auch auf mich warten,sie kannte mich schließlich nur einige wenige Tage und ich war mehr als unzuverlässig als Arbeitgeber.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

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