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Atevora

unregistriert

121

Samstag, 7. September 2013, 15:56

Cinaed, der bei gesellschaftlichen Belangen, oder ganz besonders bei den Arbeiten und Gegebenheiten die seinen Hof betreffen immer sehr erfahren, oder routiniert auftritt und hier eigentlich immerzu eine fast unerschütterlich fachmännische Gelassenheit ausstrahlt, wirkt nun von seinem Auftreten her ganz anders. Sie könnte es als seltsam unsicher, fast unbeholfen, oder Schüchtern beschreiben, und es ist auch nicht das erste Mal, dass er dieses veränderte Verhalten ihr gegenüber an den Tag legt. Er ist auch nicht die einzige Person bei der sich der Gestus in eine ähnliche Richtung ändert. Auch Azra, die sowohl ihre Kinder als auch den Gasthausbetrieb ungemein routiniert in Griff hat, ändert ihre Attitüde ihr gegenüber, ganz besonders, wenn sie mit ihr alleine ist. Atevora nimmt es zur Kenntnis, kommt aber im Moment nicht dazu wirklich darüber zu sinnieren, denn der Elb antwortet ihr prompt radebrechend und auch überrumpelt wirkend auf ihre vielleicht abermals etwas zu direkte Frage.

Wenn es nicht das ist, worüber er sich mit ihr gerne unterhalten möchte, dann ist sie jetzt gänzlich ratlos was es denn sonst sein könnte. Dementsprechend zögerlich setzt sie sich auf den bequemen Sessel, den ihr der Hofherr galant zurechtrückt. Eine etwas unerwartete Geste, die der Gutsbesitzer damit zeigt, genaugenommen ist es eine die man wohl schwer von einem Schafherdenhalter erwarten würde. Es ist etwas, was sich sehr gewinnend auf sie niederschlägt, dass der Elb in seinen Gesten oft nicht dem Bild entspricht, welcher der Landbevölkerung und den Bauernhofbeteibern im gemeinem anhaftet. In diesem Fall wird es wohl nicht nur daran liegen, dass er ein Elb ist, sondern womöglich ist es auch noch ein Nachhall seines Lebens und gesellschaftlichen Umfeldes in dem er sich befand, bevor er sich für das Leben als Hofherr entschieden hat.
Atevora richtet sich sitzend den Rock, setzt sich edel anmutend aufrecht hin und faltet sittsam die Hände über ihrem Schoß, während sie Cinaed eingehend und vielleicht ein wenig abschätzend betrachtet.
>>"Ihr habt in diesem Mond die vereinbarte Summe, die wir ausgemacht hatten, bereits gezahlt. Selbstverständlich werde ich Euch die entstandene Differenz zurückzahlen..."<<
Spricht der Elb schließlich, und die Shin ist sichtlich ein wenig irritiert über diese Gesprächseröffnung mit der sie in keiner Weise gerechnet hatte. Er wirkt als erwarte er eine Stellungnahme von ihrer Seite und darum antwortet sie: „Habt vielen Dank, doch ich erachte es nicht als notwendig. Seht die Summe als Zeichen meines guten Willens und als Entschuldigung für die vielen geduldfordernden Situationen.“ Es war jetzt mittlerweile ohnehin einerlei. Sie hatte Venditius das Geld für den ganzen Umbau vorgestreckt, diese Kosten, und vor allem die Hürden und der Zeitendgang waren viel tragender, als der bisherige monatliche Mietzins. Und nun? Alles umsonst. Venditius würde die Kosten dennoch Monat für Monat abstottern, natürlich würde sie ihm ihre Freigiebigkeit nun aber nicht in Rechnung stellen, schließlich war diese ihre alleinige Entscheidung.

Atevora merkt bald, dass das Thema Morrak wohl nur dem Zeitschinden galt, und es auch unerheblich war was sie darauf zu sagen hatte, denn plötzlich springt der Elb vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen zu einer völlig anderen Thematik, dass es sogar für Atevora schwer ist diesem Gedankensprung entsprechend zu folgen. Vor allem verwirrt sie, oder vielmehr versteht sie nicht, dass Cinaed die Zeit ihrer unbedeutenden Antwort nicht genutzt hat um sich die weiteren Worte wirklich zurechtzulegen. Das war doch normalerweise der Sinn hinter einer nichtigen Einleitung.
>>"Facilis scheint der irrigen Annahme erlegen sein, wir seinen Ehepaar..."<< Noch während der Elb spricht, ist sich Atevora mehr als sicher, dass auch das nicht den Kern trifft weswegen er eine Unterredung mit ihr wünschte. Irrig? Ja.. irrig.. Aber die Worte des Elben an dieser Stelle lassen sie die Augen niederschlagen und ihre Gedanken enden einen Moment sich zu fragen worauf er eigentlich hinaus möchte. Sie weiß nicht genau warum sie der Satz kränkt. Vermutlich ist es die Endgültigkeit die in der Wortwahl mitschwingt, denn sie verkündet auf eine gewisse Weise wie abwegig ihm des Magiers Annahme erscheint.
„Nun, um ehrlich zu sein fand ich den Gedanken des Herrn amüsant wie interessant zugleich.“ Gibt die Magierin. Dabei sieht sie dem Elben ins Gesicht und zeigt ein etwas trauriges sachtes Lächeln auf den Lippen, bevor sie den Blick vielleicht mit einer mitschwingenden niedergeschlagenen Brise zum Boden senkt. „Aber ihr habt wohl recht, es ist wirklich mehr als abwegig..“ Während sie so auf den Boden sieht, erspäht sie, dass der Elb noch immer mit bloßen Füßen da vor ihr im Raum sitzt. Ein wenig dreckig sind sie vom vorherigen aufgeregten Hetzen über den Hof. Es muss ihn aufgefallen sein, dass sie direkt auf seine Füße sieht und bei dessen Anblick vielleicht sogar ein wenig in sich hinein schmunzelt. Sie hat ihn am Hof so überraschend aus seinen Gedanken gerissen und abgefangen, dass er in der Zwischenzeit nicht einmal daran gedacht hat sich wieder Schuhe, oder Hauspantoffeln, überzustreifen. Vielleicht war das heute sogar einer der Tage von denen man irgendwann einmal lachend an einem Wirtshaustisch erzählen konnte, da sie so verquer und seltsam verliefen? Vermutlich aber nicht.
Dann kommt der Elb stockend endlich zum wahren Punkt weshalb er eine Unterredung wünschte. Von Atevoras Mine ist sofort jeder Hauch von Melancholie und auch jeder Anflug eines milden Lächelns hinfort gewischt. Also doch. Stellt sie schlicht in Gedanken fest. Sie wirkt ruhig und distanziert wie sie dem Gutsherren ernst und abschätzend zugleich ins Gesicht blickt, und dabei feststellt, dass er irgendwie erleichtert zu wirken scheint. Das Thema dürfte ihm tatsächlich unangenehm sein, oder fürchtet er sich sogar vor ihrer Reaktion, wie sich auch Azra im Grunde vor ihr und dem was sie tun könnte fürchtet? Sie nickt nur und gibt damit zu verstehen, dass Cinaed ihre volle Aufmerksamkeit genießt und er ruhig fortfahren kann.
>>“"Bitte entschuldigt, aber meine Leute stehen dem offenen Gebrauch von Magie ein wenig... kritisch... gegenüber. Falls ihr Verhalten Euch in irgendeiner Form beleidigt haben sollte, möchte ich Euch bitten ihnen dies noch einmal nachzusehen."<<
„Hm..“ Ist das Einzige das sie daraufhin kühl verlauten lässt. Sie hatte etwas ähnliches schon geahnt, aber, dass er sie bitte seinem Personal mit Nachsicht zu begegnen, anstatt von ihr als Gast zu verlangen sich zukünftig unbedingt nach den hier vorherrschenden Wünschen zu richten, ist ungewohnt für sie. Außerdem hatte sie jetzt auch nicht unbedingt am Verhalten seiner Leute etwas auszusetzen. Allerdings muss man zugeben, ist sie Ablehnung ohnedies mehr als gewohnt, und überdies nicht unbedingt das zartbesaitetste Wesen auf Rohas Rund, sodass sie es vermutlich von sich aus ganz frei ignoriert hat, oder schlichtweg für nicht besonders tragend erachtet hat. Da sie das Gefühl hat, der Gutsbesitzter ist mit seinen Ausführungen noch nicht am Ende, sieht sie davon ab bereits zu antworten, und wartet noch zu. Ob es nun ist, weil er annimmt sie würde darauf keine weitere Stellung nehmen, oder aus einem anderem Grund, wird sie wohl nie erfahren, aber er reicht tatsächlich noch etwas nach. Und dieses Thema, das anzusprechen dem Elb offensichtlich sehr schwer fällt, gefällt ihr nun wirklich nicht, trotzdessen der Hausherr alles was er mitzuteilen hat ausgesucht freundlich und mit süßem blumigen Zuckerrand formuliert. Vielleicht geschieht dies nicht aus wahrer Höflichkeit, sondern um nicht ihren Groll heraufzubeschwören, weil er eindeutig gemerkt hat, dass etwas mit ihr nicht stimmt? >>"Ich weiß Eure Hilfe sehr zu schätzen. Ihr habt meinem Gesinde einige Aufgaben sehr viel leichter gemacht... aber Eurer Reaktion auf Facilis Versuch einen Zauber zu wirken..."<<

„Ja, ich habe die Änderung im Gestus der Personen bemerkt.“ Beginnt Atevora, und geht damit eindeutig auf die Anmerkungen zu des Elben Bediensteten ein. „Aber ich wusste sie zu Beginn nicht zu deuten, da mir eine Abneigung abwegig erschien, schließlich seid ihr hier der Besitzer und so wie ich weiß ebenfalls der magischen Künste mächtig, zudem seid ihr ein überaus respektvoller und umsichtiger Mann.“ Ja natürlich weiß sie es, auch von wem er nun als Zauberer ausgebildet wird, ist zu ihr durchgedrungen und sie findet es überaus bemerkenswert wen der Elb für sich als Lehrmeister gewinnen konnte. Und, weil Cinaed nunmal so ist wie er ist, sah sie im ersten Moment nicht, oder vielmehr kam sie absolut nicht auf den Gedanken, dass die Leute hier sonderlich negative Erfahrungen mit den magischen Künsten gesammelt haben könnten. Natürlich kann sie sich nach seiner Bestätigung ihrer Beobachtungen und aufgrund ihrer Erkundigungen einiges ausmalen, oder vielmehr rät sie ins Blaue. Es ist etwas das Venditius angesprochen hat, erst kürzlich. Wer hätte gedacht, dass der Narg ihr etwas bedeutendes vermitteln könnte? „Aber ich glaube ich erkenne den eigentlichen Grund der Abneigungen.“ Sie merkt eine Veränderung bei Cinaed, als sie diese Worte ausspricht. Vermutlich fährt sie hier einfühlsam wie sie ist in einer offenen Wunde herum. „Sie haben keinen Grund vertrauen in mich zu legen, und ich bin darum weit davon ab Ihnen die kritische Haltung übel zu nehmen.“ Ja, Vertrauen, es geht immer um Vertrauen sagte der Narg. Er hat Recht. Atevora fragt sich insgeheim, ob es leichter oder schwerer wurde für den Elb, nachdem sein Geheimnis keines mehr wahr? Und sie fragt sich auch, wie es ihm gelang seine Gabe so lange zu verbergen, obwohl so viele Personen um ihn herum waren. Seine Selbstbeherrschung und sein besonnenes Naturell muss mehr als erstaunlich sein. Aber sie wird wohl nicht mehr dazu kommen es näher auszukundschaften. „Was meine Handlung im Gesindehaus betrifft. Sie erschien mir die Sicherste und die Effektivste." Wer überrumpelt wird und damit beschäftigt ist nach Atem zu ringen, ist nicht in der Lage auch nur mit seinem Geist versehentlich einen Effekt heraufzubeschwören. Es entsteht eine kurze Pause und sie wendet den Blick kurz vo Cinaed ab während sie ihre Gedanken sortiert. „Doch ich habe über Eure Worte nachgedacht.“ Spricht sie schließlich weiter, und ihre Augenbrauen schieben sich zusammen, ganz so als würde sie ernsthaft über einer schwierigen Gleichung studieren, dessen Rechenweg sie soeben beschreitet, ohne zu wissen oder annähernd erfassen zu können was sie am Schluss ergeben wird. „Es war nicht richtig so zu handeln?“ Sagt sie schließlich mehr als Frage als eine Feststellung. Sie schüttelt ein wenig enttäuscht, vermutlich über sich selbst, den Kopf. „Ich bemühe mich sehr eine ausgewogene und angepasste Handlungsweise an den Tag zu legen.“ Setzt sie fort und wirkt dabei ein wenig müde und kraftlos. „Ich hatte mich zu wenig im Griff um wie üblich vorab entsprechend abzuwägen wie ich es ansonst zu tun pflege. Ich bedaure den Vorfall. Ich schätze die Toleranz die ihr mir bisher aufgrund unserer Geschäftsbeziehung entgegengebracht habt, und wenn ihr möchtet, dass ich Euch und den Euren ab nun besser fernbleibe, werde ich es akzeptieren.“

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122

Dienstag, 10. September 2013, 20:32

»Nun, um ehrlich zu sein fand ich den Gedanken des Herrn amüsant wie interessant zugleich, aber Ihr habt wohl recht, es ist wirklich mehr als abwegig«, merkt die Shin an, als Cináed auf Facilis Fehlannahme in Bezug auf die Einschätzung ihrer Beziehung zu sprechen kommt. Und dem Elben entgeht keinesfalls der betrübte Ausdruck auf ihrem Gesicht, während sie rasch zu Boden schaut. Die Ohrenspitzen des Gutsbesitzer färben sich ein wenig Rosa. "Mehr als abwegig...?", wiederholt er ihre Worte er verlegen und beeilt sich zu sagen: "Das wollte ich damit keineswegs zum Ausdruck bringen, immerhin seid Ihr eine gutaussehende Frau... ich dachte nur, es wäre Euch lieber, wenn..." ...das Missverständnis aus der Welt geräumt werden würde, will er noch sagen, kommt jedoch nicht dazu, da er von der Shin unterbrochen wird. »Ihr findet mich gutaussehend«, echot sie und starrt ihn fassungslos an. "Ähm, ja, gutaussehend", wiederholt Cináed verdutzt und noch etwas verleger als ohnehin schon, und schaut Lady Shin nun seinerseits mal wieder äußerst irritiert an. "Das seid Ihr schließlich, oder etwa nicht?"

Etwas hilf- und ratlos sieht der Gutsbesitzer der Magierin in die eisblauen Augen. Was Lady Shin an seinen Worten so überaus ungewöhnlich findet, ist ihm absolut schleierhaft - immerhin spricht er hier doch nur von Tatsachen... Sie IST schließlich gutaussehend, oder etwa nicht? Zugegeben, sie lacht - zumindest für seinen Geschmack - deutlich zu selten, ist etwas zu arg bleich geraten (vor allem um die Nasenspitze herum) und ihre spitzen Zähnchen entsprechen vermutlich auch nicht unbedingt dem vollkommenen Idealbild einer klassischen Schönheit. ABER sie hat keine schiefen Zähne, schielt nicht, ihr Haar geht ihr nicht aus, auch hat sie keine abstehenden Ohren... und soweit er das sehen und beurteilen kann, ist ihr schlanker Körper an allen richtigen Stellen, wenn auch nicht gerade üpig so doch durchaus angenehm weiblich gerundet. Was braucht es mehr um eine Frau als gutaussehend und apart zu bezeichnen?, fragt Cináed sich. Der Shida'ya schüttelt verständnislos den Kopf. Nun ja, was Frauen anbelangt, kann er schwerlich als Fachmann bezeichnet werden. Sein Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet ist - im Vergleich zu anderen Männern - eher begrenzt wie er sehrwohl weiß. Er wird das Mysterium Frau vermutlich nie vollständig ergründen können, ganz gleich wie lange er noch leben mag.

Dankbar stellt der Gutsbesitzer daher fest, dass die Shin nicht weiter auf dieses kleine, merkwürdige Zwischenspiel eingeht - vermutlich um weiteren Peinlichkeiten ähnlicher Art vorzubeugen - und ihn stattdessen mit seinem eigentlichen Anliegen fortfahren lässt, was er auch tut. Als er schließlich beim eigentlichen Kern für seine Bitte um diese Unterredung angelangt ist, hält er, wie bereits geschildert, erleichtert inne. Der Magerin hingegen kann man förmlich ansehen wie sie sich in sich selbst zurückzieht (wie eine Schnecke in ihr Haus) und eine Mauer aus höflicher, aber kühler Distanz um sich herum errichtet. »Ja, ich habe die Änderung im Gestus der Personen bemerkt«, gibt sie zu, »aber ich wusste sie zu Beginn nicht zu deuten, da mir eine Abneigung abwegig erschien, schließlich seid Ihr hier der Besitzer und so wie ich weiß ebenfalls der magischen Künste mächtig. Zudem seid Ihr ein überaus respektvoller und umsichtiger Mann.« Ihre Erklärung leuchtet ein, ja, sie ist sogar durchaus schmeichelhaft. Natürlich, Lady Shin kann nicht wissen, dass die Abneigung, die sein Gesinde der arkanen Magie und ihren Wirkern entgegen bringt, zum Teil sein Verschulden ist. Ohne es zu ahnen, bringt die Magerin das, was er sich hat zu schulden kommen lassen, sehr schön auf den Punkt: »Ich glaube, ich erkenne den eigentlichen Grund der Abneigungen. Sie haben keinen Grund Vertrauen in mich zu legen, und ich bin darum weit davon ab Ihnen die kritische Haltung übel zu nehmen.«

Ja, in dieser Angelegenheit dreht sich in der Tat alles um Vertrauen. Die Shin liegt nur in einem Punkt falsch - zumindest teilweise. Das Gesinde von Glyn-y-Defaid hat nicht nur kein Vertrauen zu ihr, sondern, was viel wichtiger ist, auch sein unerschütterliches Vertrauen in Cináed selbst ist verloren gegangen. Und das langjährige Schweigen des Gutsbesitzers, gepaart mit den unerwarteten Enthüllungen im vergangenen Zwölfmond, haben dazu geführt, dass seine Knechte und Mägde dieses Misstrauen in den letzten Monden auch auf andere Magiewirker immer mehr ausgeweitet haben. Cináed kann es ihnen nicht zum Vorwurf machen, nur sich selbst. Er schweigt betreten und lässt Lady Shin weitersprechen. »Was meine Handlung im Gesindehaus betrifft. Sie erschien mir die Sicherste und die Effektivste, doch ich habe über Eure Worte nachgedacht.« Eine sonderbare Pause entsteht. »Es war nicht richtig so zu handeln?«, erkundigt sich die Magerin schließlich, geradeso als brauche sie Cináeds Bestättigung dafür zur richtigen Schlussfolgerung gelangt zu sein. »Ich bemühe mich sehr eine ausgewogene und angepasste Handlungsweise an den Tag zu legen«, gesteht die bleiche Frau, sehr zur Überraschung des Elben, ein. »Ich hatte mich zu wenig im Griff um wie üblich vorab entsprechend abzuwägen wie ich es ansonst zu tun pflege. Ich bedaure den Vorfall. Ich schätze die Toleranz die Ihr mir bisher aufgrund unserer Geschäftsbeziehung entgegengebracht habt, und wenn Ihr möchtet, dass ich Euch und den Euren ab nun besser fernbleibe, werde ich es akzeptieren.«

Hastig winkt Cináed ab. "Nein, bitte", lenkt er rasch ein. "Ganz und gar nicht. Ich wollte Euch nur darum bitten, in Zukunft Eure Zauber vorher anzukündigen und gegebenenfalls zu unterlassen, falls einer meiner Knechte Euch darum bittet." Entschuldigend sieht er die Shin an. "Der Fehler liegt nicht bei Euch, sondern bei mir. Ihr habt Recht, es geht um mangelndes Vertrauen und das ist meine Schuld, nicht die Eure. Ich wollte Euch nur bitten, nun da wir darüber miteinander gesprochen haben, Rücksicht zu nehmen..." Der Shida'ya schaut der Magerin offen in die Augen und sein Blick wird ernst. "Was Eure Handlungsweise anbelangt... ich hoffe etwas derartiges wird sich nicht noch einmal wiederholen!" Cináeds Züge werden wieder milder. "Ich habe Euch die letzen Monde beobachtet", gesteht er nun seinerseits schließlich ehrlich ein, "und viele Eurer Reaktionen und Handlungsweisen geben mir Rätsel auf - nicht nur jene von gestern." Noch immer verweilt sein Blick ruhig auf dem Gesicht der Magierin. "Aber es steht mir nicht zu, über Euch zu urteilen..." ...nicht mir, dem ehemaligen Hexer. Ein freundliches Lächeln stellt sich auf dem Gesicht des Elben ein. "Ich sehe wie Ihr Euch bemüht", meint er endlich. "Und auch wenn ich Euch nicht immer ganz verstehe, weiß ich doch, dass es nicht immer leicht für Euch sein kann..." Der Shida'ya schweigt einen Moment und denkt an seine eigene Vergangenheit, an seine ersten Jahre als junger, dummer Hexer, der immer wieder getrieben von den eigenen Fehlern von einem Ort zum nächsten geflüchtet war.

Cináed streckt der Magierin seine rechte Hand entgegen, die wie üblich mit einem ledernen Handschuh, dessen Fingerkuppen abgeschnitten wurden, geschützt ist. "Ich bin hier", sagt er schlicht. "Ich bin immer hier auf Glyn-y-Defaid. Auch dann, wenn Ihr einmal einen Freund braucht." Ohne mit einer Wimper zu zucken, hält der Gutsbesitzer dem eisblauen Blick der Shin stand, während er ihr weiterhin seine Hand zum Zeichen der Freundschaft anbietet. "Und ich werde mich nicht grundlos von Euch abwenden, nur weil es vielleicht der bequemere Weg zu wählen wäre." Mit diesen Worten endet er, alles ist gesagt. Nun ist es an der Magierin zu entscheiden, ob sie sein Angebot annehmen will oder nicht - das selbe Angebot, das er auch Nathanael einst gemacht hat. Denn, in Cináeds Augen vedient jeder eine Chance, auch Lady Shin, ganz gleich was man sich alles über sie erzählen mag. Und ganz gleich, was davon wahr ist oder nicht. Und ja, wenn er selbst mit etwas Freundlichkeit in der Lage ist vielleicht etwas zu verändern, einen Unterschied zu machen, dann ist er bereit dies tun. Der Elb ist alt genug um zu wissen, dass sich meist in allem irgendwo ein Funken Wahrheit verbirgt, und es gibt so manches was sonderbar ist an der Shin. Schon mehr als einmal hat er sich gefragt, warum die junge, oftmals etwas eigenartig anmutende Frau einen Leibwächter, noch dazu einen Sandnargen, braucht. Aber das alles spielt in diesem Augenblick bei seinen Überlegungen keine Rolle. Nein, seine Worte sind aufrichtig gemeint: ohne triftigen Grund wird er sich nicht einfach so abwenden oder sein Fähnlein nach dem Wind drehen. Nicht ohne guten Grund! Der Shida'ya steht zu seinem Wort.
"Who's Zed?" "Zed's dead, baby. Zed's dead." (Quentin Tarantino, Pulp Fiction)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cinaed« (10. September 2013, 21:25)


Atevora

unregistriert

123

Dienstag, 10. September 2013, 23:04

Atevora ist maßlos verwirrt, und mit jedem Satz des Elben steigert sich ihre Konfusion. Sie hat bisher angenommen er hätte längst erkannt, das bei ihr etwas wichtiges einfach fehlt, und er würde sie nur wegen der Geschäftsbeziehung hier dulden, und ihr freundlich begegnen, da er einfach ein sehr nettes und hilfsbereites Naturell ist, und es nunmal seinem Wesen entspricht so zu handeln so lange sie sich nichts schlimmes zu Schulden kommen lässt. Die Worte nach seiner Bitte etwas Rücksicht auf das Gesinde zu nehmen – was sich natürlich einrichten lässt, sie selbst aber nicht als wirklich zielführend erachtet – lassen vermuten, dass es nicht so ist. Aber wie könnte es sein? Er ist doch ein Shida'ya und die können diese Dinge wahrnehmen. Auf die Idee, dass er seine Sinne abschirmen würde, darauf kommt die Eismaid nicht. Warum sollte sie auch? Yasraena und Aurian taten es auch nie. Warum also ist ihm ihre Handlungsweise ein Rätsel? Er müsste es sich doch erklären können, und auch erkennen können, dass sie ihm nicht versprechen kann was er so entschieden hofft. Dann spricht er Worte, die eher ihre vorherige Annahme, dass er es längst erfühlt hat bestätigen würde.
>>“Weiß ich doch, dass es nicht immer leicht für Euch sein kann..."<<
Woher sollte er es denn sonst wissen, alsdass er es mit seinen Sinnen wahrgenommen hat? Aber das Verständnis, dass er ihr hier entgegenbringen würde ist ihr einfach zu unvorstellbar. Denn sonst, wenn die Leute auch nur einen linden Hauch von dem erkennen wie sie wirklich ist, abseits der tarnenden Fassade, dann nehmen sie Abstand von ihr, oder weisen sie offen ab. Als wäre sie inakzeptabel für die Gesellschaft, ein Monster, das keinen Platz in der Gesellschaft hat und das in dieser niemals etwas zu suchen hat.

Ihr Verwirrung wird nicht gelindert, als er sich schließlich zu ihr vorbeugt ihr eine seiner Hände offen entgegenstrekt - jene Hände die nahezu immer in Handschuhen stecken, so wie auch heute – eine modische Eigenheit die ihr sehr gefällt und ein kleines Gleichnis, das sie verbindet; schließlich trägt sie auch zumeist Handschuhe.
Sein Blick durchdringt sie entschlossen und sie kann daran erkennen, dass er seine Worte durchaus ernst meint und dass er auf eine Antwort wartet. Der Magierin Atem stockt. Sie ist im höchsten Maß durcheinander und es ist ihr auch anzusehen. Intuitiv weicht sie zurück vor der Geste, ein wenig, ihre Augenbrauen schieben sich zusammen und ihr Blick schweift irritiert und ratlos zu der Hand und verständnislos wieder zurück zu den rauchgrünen klaren Augen des Hochelben, während unzählige Fragen auf einmal durch ihren Geist rasen und jede davon um die Vorherrschaft kämpft um auf ihre Zunge und Lippen zu springen, die aber kein Wort und nicht einmal eine Silbe zustande bringen.
„Ich.. Ihr.. bietet mir Freundschaft an? Jemanden wie mir? Ich verstehe nicht. Ihr konntet doch spüren was mit mir nicht stimmt... “
Mit dem darauffolgenden Gesichtsausdruck erkennt sie mit Schreck den Fehler ihrer Annahme, und was sie mit den Worten die ihr versehentlich entkommen sind angerichtet hat. Der Elb blickt sie nämlich mehr als nur verwundert an. Er wusste es nicht. Wie konnte sie annehmen es würde jemand einfach so akzeptieren, dass es ihm egal wäre? Wie dumm sie doch ist. Und nun hat sie sich verplappert, eines ihrer am besten gehütetsten Geheimnisse, ihre größte Scharade von ihr selbst enthüllt.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Atevora« (10. September 2013, 23:28)


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124

Freitag, 13. September 2013, 17:26

Cináed lässt seine Hand auf die Lehne des Sessels zurücksinken, da Lady Shin keine Anstalten macht sie zu ergreifen. »Ich.. Ihr.. bietet mir Freundschaft an? Jemanden wie mir? Ich verstehe nicht. Ihr konntet doch spüren was mit mir nicht stimmt...«, stößt sie überrascht hervor und sieht ihn mit vor Erstaunen weit aufgerissenen Augen an. Die Verwunderung, die den Elben ergreift, ist mindestens ebenso groß wie die Verwirrung der Magierin und seine ehrliche Verblüffung muss ihm an der Nasenspitze abzulesen sein. Ganz unwillkürlich, ohne es eigentlich beabsichtig zu haben, lässt er die schützende Barriere, die seine Sinne sonst so sorgsam gegen die immer wieder dagegen anbrandenen Emotionen seiner Umwelt abschirmt, fallen. Zunächst fällt ihm allerdings nichts ungewöhnliches auf. Lady Shin ist zweifelsohne aufgewühlt und verwirrt, doch in der gegenwärtigen Situation erscheint ihm dies nicht ungewöhnlich. Es dauert einen Moment, bevor er den kleinen Fehler im Bild entdeckt und begreift, was falsch ist. Die Magierin verströmt pures Unverständnis.

Empathie, die Fähigkeit also die Gedanken, Emotionen und Absichten eines anderen zu erkennen und auch zu verstehen, ist nahezu allen Wesen zueigen - wenn auch nicht immer in dem Maße wie dies beispielsweise bei seinem eigenen Volk der Fall ist. Auch die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen, einzufühlen und eine eigene gesellschaftlich akzeptierte Reaktion auf die Gefühle seines Gegenübers zum Ausdruck zu bringen - zum Beispiel Mitgefühl oder Verständnis - gehören dazu. Lady Shin scheint jedoch, so nimmt der Shida'ya überrascht zur Kenntnis, nicht wirklich in der Lage zu sein, sein Verhalten ihr gegenüber auch nur ansatzweise richtig zu deuten. Eine Welle von Mitgefühl überkommt den Elben, als er seine schützende Barriere hastig wieder in die Höhe zieht, der kurze Eindruck, den er soeben gewonnen hat, genügt ihm. Vieles wird dadurch klarer und erscheint in einem anderen Licht. Er begreift, dass die Shin tatsächlich seiner Bestättigung bedurfte, dass ihr Handeln in Bezug auf Facilis Zauberversuch falsch gewesen war. Es erklärt auch ihre darauffolgende Entschuldigung - »Ich bemühe mich sehr eine ausgewogene und angepasste Handlungsweise an den Tag zu legen. Ich hatte mich zu wenig im Griff um wie üblich vorab entsprechend abzuwägen wie ich es ansonst zu tun pflege...« - welche ihm ein wenig sonderbar vorgenkommen war.

"Es tut mir leid", entschuldigt er sich. "Ich wusste es bis eben nicht...", gesteht der Gutsbesitzer. Sein Blick begegnet dem der Magierin. "Verzeiht, ich wollte nicht unhöflich sein... aber Eure Worte... ich war neugierig", versucht er seine Indiskretion zu entschuldigen. Als die Verwirrung nicht aus den Augen der Shin weicht, fügt er erklärend hinzu: "In den Elbenlanden gilt es also überaus unhöflich und respektlos, die Privatsphäre eines anderen ungefragt auf diese Weise zu verletzen. Normalerweise schirme ich meine Sinne gegenüber den Emotionen meiner Umwelt ab, deshalb..." Den letzten Teil eines Satzes lässt er unvollendet, auch so dürfte klar sein, was er damit sagen will. Mitfühlend sieht er die Shin an. Zwar kann er sich die Leere, die sie ausfüllen muss, nicht vorstellen, doch kann er zumindest ihre Reaktion vom Vortag nun besser nachvollziehen. Auch ihr recht gefühllos anmutendes Verhalten kurz zuvor am Zwinger ergibt nun mehr Sinn. Der Shida'ya begreift: Die Eismaid hat gelernt, Handlungsweisen, die in bestimmten Situationen von ihrer Umwelt erwartet werden und gesellschaftlich akzeptiert sind, zu imitieren ohne sie jedoch selbst wirklich zu empfinden und zu verstehen. Eismaid, denkt er. Der Name ist wirklich passend gewählt. Cináed schluckt, dann trifft er seine Entscheidung.

"Ja, ich biete Euch meine Freundschaft an", stellt er schlicht fest. "Jeder braucht Freunde. Und ich glaube, Ihr sogar mehr noch als andere..." Der Elb sieht die Magierin geradeheraus an. "Glaubt nicht, bloß weil ich so weit draußen vor den Toren der Stadt lebe, hätte ich die Gerüchte über Euch nicht gehört", gibt er unumwunden zu. "Ich habe sie gehört...! Aber es steht mir nicht an darüber zu urteilen, was davon wahr und was erfunden ist... Mir gegenüber habt Ihr Euch bisher immer höflich und fair verhalten und daraus schließe ich, dass Eure Worte von zuvor der Wahrheit entsprechen. Ihr bemüht Euch. Und solange Ihr Euch mir und den meinen gegenüber weiterhin so verhaltet und keine zwielichten Geschäfte nach Glyn-y-Defaid tragt, kann ich Euch akzeptieren wie Ihr seid." Ernst sieht der Gutsbesitzer die Magierin an. Die Aufrichtigkeit seiner Worte ist unmissverständlich. "Denkt in Ruhe darüber nach." Langsam erhebt er sich und deutet hinüber zur Tür. "Wie schon gesagt, ich bin schließlich immer hier... Doch nun kommt, lasst uns zu den anderen zurückkehren", beendet er das Gespräch.
"Who's Zed?" "Zed's dead, baby. Zed's dead." (Quentin Tarantino, Pulp Fiction)

Facilis

unregistriert

125

Montag, 16. September 2013, 12:35

Facilis sitzt ruhig da, versucht noch etwas Brot herunter zu würgen, was ihm kaum mehr gelingt, da einfach kein Platz mehr in seinem Magen frei ist. An den Blicken die ihm Cinaed & Atevora zuwerfen, sieht er, dass sie anstatt ihm Vorwürfe, für seinen kurzen Wutanfall, der fast zur Eskalation geführt hätte, zu machen, ihm Mittleid entgegen bringen. Sie können sich scheinbar gut in seine Lage hinein versetzen. Der angeschlagene Magier, mit seinem verwundeten Bein, kriegt noch einen Schlag mit der Axt auf seine Verletzung ab. Er bekommt sogar eine Entschuldigung für Venditius Verhalten. Seelen ruhig sitzt er nun da, von seinen Mordgedanken gegen den Narg, fehlt jede Spur. Er trinkt in großen Schlucken einiges Wasser um sich von dem Schreck zu erholen. Die Heilerin erscheint, hebt ihn kurz hoch & murmelt etwas von Verbandwechseln. Facilis ist das sehr unangenehm. Er hätte lieber vorher noch weiter gefrühstückt. Er will vorerst Ruhe & etwas Erholung von all dem Schrecken haben & hat keine Lust gleich wieder verarztet zu werden. Er reist sich von ihr los und setzt sich wieder an den Tisch.
"Das kann noch bis nach dem Essen warten."
Er nimmt einen kräftigen Schluck, während die Kräutermirrle über seine Unverantwortlichkeit schimpft & ihm einen Vortrag darüber hält, wie schnell frisches Blut trocknet & dass es sehr schmerzhaft für ihn wird, wenn er den Verband nicht sofort wechselt. Bei der Schauererzählung davon, dass sein Verband an der Wunde zu kleben beginnt & dann herunter gerissen werden muss, sobald das Blut trocknet, vergeht Facilis der Appetit & er sieht ein, dass er besser mit ihr mit kommt.
Oh verdammt. Ich hätt' so gerne noch länger an der Tafel gesessen. Etwas Erholung, Entspannung. Einfach nur friedlich hier sitzen. Nicht über die verdammte Verletzung nachdenken. Einfach nur in Ruhe das Leben genießen & so tun als wäre alles noch in Ordnung. Ja in Ordnung. Mein Bein ist noch dran, mein Bein ist noch dran. Alles ist gut. Meinem Bein geht es gut. Ahhhchh hört sich so an, als hätte ich keine Zeit mehr & der Verband muss sofort gewechselt werden. Dabei will ich noch länger bei der Runde bleiben. So viele interessante Gesichter. Gut muss wohl sein.
Facilis kann sich nicht los reißen und start auf das Glas vor ihm. Ihm ist mulmig zu Mute. Plötzlich fährt Atevora hoch und sagt, dass es nach Rauch riecht. Facilis nacken Haare stellen sich auf. Oh Gott nicht wirklich oder?? Ich war das nicht!!! Ich war das nicht!!! Die geben sicher mir die Schuld! Ich bin der Feuermagier!
Er blickt verschreckt in die Runde.
Schaut mich an! Schaut mich an! Ich sitze hier friedlich in eurer Mitte! Wie sollte ich da bitte irgendwas abgefackelt haben? Ich bin hier meine Hände in den Hosentaschen vergraben! Ich habe nichts, nichts angestellt! Wie sollte ich auch! Ich bin hier, hier nicht draußen. Ich hab vorher nicht gezaubert, das müsst ihr mir glauben! Das hättet ihr doch mit bekommen?
Die Runde beginnt nervös zu werden. Atevora rennt zur Tür.
Kommt schon. Ihr habt mich gesehen! Oder seid ihr dumm? Haltet ihr euch selbst für dumm? Ihr wisst, dass ich nix angestellt haben kann. Wie soll ich von hier herinnen da draußen was abfackeln? Ich seh ja nicht Mal was da draußen ist. Zugegeben, dass hätte mich nicht vom abfackeln abgehalten. Aber ... ich hab' meine Kräfte unter Kontrolle! Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich einfach ziellos irgendetwas abfakel', ohne, dass ich überhaupt hin schaue was? So bösartig bin ich nun auch wieder nicht. Bin ich überhaupt bösartig?
Facilis verzweifelte Gedanken Gänge werden unterbrochen. Atevora schnüffelt immer noch auf der Suche nach der Quelle des Rauches herum. Cinaed springt plötzlich auf und stürmt hinaus. Er nimmt sich nicht einmal die Zeit Schuhe anzuziehen. Man merkt, dass er in Alarmbereitschaft ist. Anscheinend ist es ihm egal, wer der Übeltäter und Feuerleger ist. Denn er geht Facilis nicht gleich an die Gurgel, sondern rennt an ihm vorbei. Atevora verschwindet kurz darauf ebenfalls. Sie lassen Facilis einfach so allein.
Nun gut, dann Frühstücken wir halt nicht gemeinsam weiter. Ich bleib dann hier friedlich sitzen.
Er bewegt sein Glas zum Mund, da fällt ihm plötzlich auf, dass immer noch die Kräutermirrle neben ihm steht & ihn wütend anschaut.
"Ich glaube es ist nun ein guter Zeitpunkt zum Verbandswechseln."
Immerhin ist jetzt eh kaum mehr wer da. Wieso schaut diese Magd Cinaed so wütend hinter her. Findet sie es wichtiger, dass er sich vorher noch die Hände wäscht & die Schuhe anzieht, statt dass er den Hof rechtzeitig vor dem Brand rettet?
Kommentarlos erhebt sich Facilis und begibt sich mit Kräutermirrle in das Gesindehaus um den Verband zu wechseln.

Atevora

unregistriert

126

Montag, 16. September 2013, 16:11

Pures Entsetzen und Panik steigen im ersten Augenblick in der Shin hoch. Sie würde der Situation nun gerne entfliehen in die sie sich hinein manövriert hat, aber das ist nicht möglich. Wie ein in die Ecke gedrängtes Tier fühlt sie sich, irritiert, verwirrt, versteht nicht das Unwissen und ahnt dennoch was aufgrund ihrer zu losen Zunge kommen wird, unweigerlich kommen muss. Verschreckt zieht sie sich darum zurück, gewinnt Abstand zwischen sich und den Elben bis ihre 'Flucht' von den Sessellehnen begrenzt wird.
Und dann stellt er auch schon die Fragen. Die Magierin ringt mit sich. Ob sie sofort brüsk das Gespräch abbrechen und davon stürzen soll, oder ob sie Offenheit wagen soll? Beides birgt große Risiken. Steht erste Option überhaupt zu Debatte? Nein, sie ist sich relativ sicher, ein zurück gibt es nicht mehr. Welche Option bleibt offen? Offenheit gegenüber einem Elb der sich bisher fair verhält, einen ehemaligen Hexer der um die Last von Geheimnissen nur zu gut weiß. Stoßhaft seufzt sie ob des Sprunges ins kalte Wasser.
Dennoch sie wird es nicht ganz frei heraus erzählen. Nicht ohne ihn zu bitten Diskretion zu wahren. Sie hat den Elb kennen gelernt, wenn sie ihm ein Versprechen abringen kann, ist sie sich sicher, dass er es halten wird.

Er lässt sich tatsächlich darauf ein. Atevora nimmt ihm ein Versprechen ab die Information nicht weiter zu tragen und erklärt ihren Satz. Sie ahnt dabei nicht, dass der Gutsbesitzer nun erstmals die Barriere die er immer um seine Sinne zieht fallen lässt, als würde er ihre Worte überprüfen. Als sie endet wiederholt sie ihr Angebot sich zu entfernen und zukünftig Abstand zu wahren, doch der Elb geht nicht darauf ein. >"Es tut mir leid"< Hört sie ihn stattdessen sagen und im ersten Moment denkt sie es ist eine höfliche Einleitung dafür ihre Zusicherung anzunehmen, und sie zu bitten seinen Hof zu verlassen. Ihrer Annahme entgegen gibt er zu, dass er bis eben nicht wusste wie es in der Magierin wirklich aussieht. Sie kann es noch immer nicht nachvollziehen und erwischt sich bei der Vermutung, dass er eventuell nicht die selben Fähigkeiten besitzt wie sie beispielsweise Yasraena hatte, und darin der Grund liegt weshalb er es bisher nicht wusste oder zumindest stark geahnt hatte. Um so mehr verwirrt sie der nachgereichte Satz in dem er sich für sein unhöfliches Verhalten entschuldigt obwohl er nur ihr gegenüber saß. Sie braucht die Frage die sich ihr unweigerlich aufzwingt nicht zu stellen, denn der Herr über das Tal der Schafe beantwortet sie von sich aus.
>>"In den Elbenlanden gilt es alo überaus unhöflich und respektlos, die Privatsphäre eines anderen ungefragt auf diese Weise zu verletzen. Normalerweise schirme ich meine Sinne gegenüber den Emotionen meiner Umwelt ab, deshalb..."<< Dann bin ich bisher vorwiegend unhöflichen begegnet..
Nach seiner Erklärung betrachtet er sie lange und eindringlich. Zu ihrer Überraschung erkennt sie keine Ablehnung in seinen hübschen Augen. Er sieht auf keine Maske, nicht auf etwas von dem er erwartet wie sie sein sollte, sondern wirklich sie und er wendet den Blick nicht ab von ihr.
>>"Ja, ich biete Euch meine Freundschaft an."<< Wiederholt er ernst und ehrlich.
>>“Mir gegenüber habt Ihr Euch bisher immer höflich und fair verhalten und daraus schließe ich, dass Eure Worte von zuvor der Wahrheit entsprechen. Ihr bemüht Euch. Und solange Ihr Euch mir und den meinen gegenüber weiterhin so verhaltet und keine zwielichten Geschäfte nach Glyn-y-Defaid tragt, kann ich Euch akzeptieren wie Ihr seid."<<
Er beschämt sie. So viele Energien um die Wahrheit zu verdecken, und nun? Kann es so einfach sein? Oder spricht er leichtfertig?
>>"Wie schon gesagt, ich bin schließlich immer hier... Doch nun kommt, lasst uns zu den anderen zurückkehren"<<
Er macht bereits Anstalten aufzustehen, doch Atevora greift nach seiner Hand und hält den Elb zurück. „Bitte wartet. Ich..“ Sie möchte ihn schon fragen ob er sich wirklich bewusst ist, was ihr Makel genau bedeutet, ihn darauf hinweisen und erzählen welches Monster sie doch sein kann und welche schlimmen Dinge sie schon getan hat. Sie erkennt, sie würde wieder alles tun um ihn von seinem Entschluss abzubringen, den Gegenüber wegstoßen um jeden Preis. Darum lässt sie den angerissenen Satz ersterben und schließt sie den Mund wieder. Sie überlegt kurz und setzt dann fort: „Ihr seid der Erste der von meinem destruktiven Wesen weiß.“ Spricht sie ehrlich und ernst. „Normalerweise schlägt mir Ablehnung entgegen, sobald mein Makel kurz durchscheint.. Ich bitte darum nochmals, tragt Euer Wissen über mich nicht weiter, ich kann nicht davon ausgehen, dass mich mein Umfeld akzeptiert. Ich habe Euch übrigens ebenfalls beobachtet. Eure Geduld und Ausgeglichenheit und wie ihr eurem Umfeld begegnet. Und ihr habt Recht, ich kann jemanden brauchen der mir beisteht, jemanden bei dem ich Rat einholen und an den ich mich orientieren kann.. Wenn ihr wirklich dazu bereit seid, dann nehme ich eurer Angebot gerne an und ich biete Euch im Gegenzug auch meinen Beistand an.“ Und wie würde der aussehen? Was kann sie ihm anbieten? Wohl vieles, das jemand wie er niemals in Erwägung ziehen würde in Anspruch zu nehmen. Außerdem wird ihr Ton wieder viel zu gegenständlich. „Hm.. es klingt schon wieder wie eine Geschäftsvereinbarung. Wir sollten wirklich zu den anderen zurückkehren bevor ich noch darauf bestehe, dass wir einen neuerlichen Vertrag mit gegenseitigen Rechten und Pflichten aufsetzen..“

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127

Dienstag, 17. September 2013, 17:32

Der Gutsbesitzer hält inne, als die Magerin nach seiner Hand greift, während er schon dabei ist sich zum gehen zu wenden. »Bitte, wartet...«, beginnt sie und setzt dann noch einmal von neuem an. »Ihr seid der Erste, der von meinem destruktiven Wesen weiß«, erklärt sie. »Normalerweise schlägt mir Ablehnung entgegen, sobald mein Makel kurz durchscheint. Ich bitte darum nochmals, tragt Euer Wissen über mich nicht weiter, ich kann nicht davon ausgehen, dass mich mein Umfeld akzeptiert. Ich habe Euch übrigens ebenfalls beobachtet. Eure Geduld und Ausgeglichenheit und wie Ihr eurem Umfeld begegnet. Und Ihr habt Recht, ich kann jemanden brauchen der mir beisteht, jemanden bei dem ich Rat einholen und an den ich mich orientieren kann. Wenn Ihr wirklich dazu bereit seid, dann nehme ich Eurer Angebot gerne an und ich biete Euch im Gegenzug auch meinen Beistand an.« Sie unterbricht sich kurz. »Hm.. es klingt schon wieder wie eine Geschäftsvereinbarung. Wir sollten wirklich zu den anderen zurückkehren bevor ich noch darauf bestehe, dass wir einen neuerlichen Vertrag mit gegenseitigen Rechten und Pflichten aufsetzen.« Cináed nickt. "Ja, lasst uns gehen", erwidert er schlicht und sieht die Shin freundlich an. "Und glaubt mir, wenn ich sage, dass ich werde Euer Geheimnis für mich behalten werde, wenn dies Euer ausdrücklicher Wunsch ist." Dann beginnt er mit einem Mal herzlich zu lachen. "Und jetzt genug davon", erklärt er der Magierin. "Erste Lektion: Freundschaft erwartet keine Gegenleistungen. Sie rechnet keine Gefälligkeiten und dergleichen gegeneinander auf." Galant geleitet der Gutsbesitzer die Eismaid zurück in die Küche.
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Mittwoch, 18. September 2013, 15:50

Freyja hatte all das beobachten können und sie schüttelt verwirrt den Kopf. Das ganze Gerede und dieser komische Kautz von einem Magier. Cinaed, den Freyja nicht einschätzen kann. Lady Shin, die immer etwas unterkühlt wirkt, wobei das bei einer Eismagierin wohl bestimmt nicht ungewöhnlich war. All die anderen Menschen um sich herum. Sie hat genug zu tun alle zu beobachten und sich ein Bild von ihren Persönlichkeiten zu machen. Nicht ein Bissen erreicht ihren Mund. Auch die Art, wie der Narge sein Frühstück herunter schlingt , faszinierte sie so, dass es einfach nicht möglich war den Blick abzuwenden. Wenn es ihr möglich gewesen wäre, dann hätte sich Freyja bestimmt eher ein ruhigeres Frühstück gewünscht. Auch die Gepflogenheiten irritierten sie. Ein Gebet? Zu wem denn? Sie muss wirklich mehr darauf achten, dass sie die Sitten und Gebräuche aufschnappt. Aber im Moment braucht sie eher was in den Magen, denn schon wieder schwindelt es ihr ein wenig.
Doch schon laufen alle wegen Rauchgeruch vom Tisch davon. Auch der Magier schaut kurz und verlässt dann den Tisch. Murmelt etwas von Verband wechseln. Freyja kann einfach nicht mehr an sich halten. Steht doch der ganze noch voll mit Frühstück und leere Teller, angebissene Brote, halbvolle Becher stehen herum. Die ersten werden schon wieder abgeräumt von den guten Seelen des Hauses. Freyja langt schnell zu und füllt sich ihren Teller. Endlich Ruhe. Langsam aber genüsslich isst sie, während sich der Tisch langsam klärt. Die Aufregung im Hof bekommt sie nicht mit, besser gesagt, ignoriert sie. Denn Odin hätte sie gewarnt, wenn es etwas bedrohliches gewesen wäre. Sie lacht immer wieder vor sich hin, wenn sie an den Magier und Venditius denken muss. Allerdings hat sie auch registriert, wie der Krieger der Lady Shin folgsam war. Das, gesteht sie sich ein, irritiert sie doch ungemein. Was für eine komische Beziehung. Ein riesiges Glas Milch wird von ihr geleert und als sie fertig ist, hilft sie schnell beim abräumen. Schließlich ist sie das auch von zuhause gewohnt. Schräge Blicke werden ihr zugeworfen, doch das ist für Freyja einfach nichts neues mehr.
Dann kommen Cinead und Lady Shin in die Küche.

Atevora

unregistriert

129

Mittwoch, 18. September 2013, 18:07

Atevora nickt dankbar, als der Elb ihr nochmals versichert ihr Geheimnis zu bewahren. Ob sie ihm wirklich glauben soll, oder es kann, wird sich noch zeigen, aber im Moment ist sie dezent zuversichtlich. Es steht aber fest, dass sie es wagen möchte. Eine Freundschaft mit dem Elben kann ihr nur zu Gute kommen, schließlich ist er ein geschätztes und anerkanntes Mitglied der Gesellschafter, und er ist jemand derallerorts gern gesehenen ist. Sie würde die Chance, die er ihr bot zu nutzen wissen. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht gegenseitig enttäuschen.

Cinaeds Angebot jedenfalls bereits einen entscheidenden Effekt. Die Magierin hat nun endgültig einen weiteren Entschluss getätigt zu dem sie sich zuvor nicht durchringen konnte. Ihre Furcht vor dem was daraufhin folgen würde war dazu zu groß. Nun aber besinnt sie sich des Spruches auf ihrem Dolch. 'Den Mutigen die Welt' Steht dort in der Klinge eingeätzt; Eventuell, so überlegt sie, sollte sie diesem Spruch in solchen gesellschaftlichen Belangen nachkommen, denn womöglich ergibt die Möglichkeit auf ein lohnendes Ergebnis, und wenn nicht, dann gab es nun vielleicht einen Ort und eine Person die sie aufsuchen konnte. Die Magierin lächelte. Zum Schluss hin schien es so, als hätte das aggressive Tier, aus dem Süden, welches der Narg so klingend Morrak getauft hatte, doch einen Wert, auch für sie. Vielleicht sogar einen der sich nicht mit Geld aufwiegen ließ. Denn, das wird ihr bewusst, ohne dem Tier und seine gefährliche Eigenart, die sie zwang etwas zu unternehmen um es sicher unterzubringen, wäre sie wohl niemals wirklich näher mit Cinaed ins Gespräch gekommen.

Atevora ist noch ein wenig in Gedanken, als der Elb plötzlich zu Lachen beginnt. Von dem unerwarteten Geräusch überrascht, zuckt sie fast erschrocken. Obwohl sie nicht nachvollziehen kann was den Hochelben dazu bewegt, oder was so amüsant ist, werden ihre Gesichtszüge fast weich, der Blick mild und ihre Mundwinkel wandern in die Höhe. Sie betrachtet das schöne Volk immer gerne, natürlich auch Cinaed mit seiner anregenden Statur, den feinen Gesichtszügen und seinen freundlich blickenden grünen Augen. Sie stellt fest, dass sie ihn noch etwas lieber betrachtet wenn er glücklich ist und lacht, und sich diese kleinen unscheinbaren Fältchen um seine Augen bilden, die seinem Gesicht noch mehr Ausdruck verleihen. Er ist wirklich ein schöner Mann. Bestimmt besitzt er einen von der Arbeit durchtrainierten Körper für manch leidenschaftliche Genüsse. Überdies ist er auch noch wohlhabend, alles andere als dumm, und besitzt an den Vorgaben der gesellschaftlichen Norm der Herzlande gemessen, einen hervorragenden Charakter. Warum befand sich eigentlich keine Frau an seiner Seite? Der Gedanke war so abwegig, dass er ohne Gemahlin sein könnte, dass es kein Wunder war, weshalb Fracilis geneigt war einer der anwesenden Personen diese Rolle zuzuteilen. >"Und jetzt genug davon"< Erwähnt der Elb passend, und die Magierin gibt ihr Einverständnis mit einem Nicken kund, während der Hofherr aufsteht und ihr galant den Arm hinhält, wie ein Gentleman einer Dame, damit sich diese bei ihm einhängen kann. Diese Geste gefällt der Magierin natürlich sehr und sie kommt ihr nach. Während sie das Zimmer verlassen, eröffnet der Gutsbesitzer in der ihm neu zugeteilten Rolle, mit etwas scherzendem Ton den Unterricht: >"Erste Lektion: Freundschaft erwartet keine Gegenleistungen. Sie rechnet keine Gefälligkeiten und dergleichen gegeneinander auf."<
Vermutlich sollte Atevora schmunzeln, aber stattdessen wird sie ernst und analytisch. Freundschaft. Da spricht er einen Begriff an den Atevora selbst sehr schwer zu deuten weiß, und lange nicht, oder vielmehr noch immer nicht gänzlich entschlüsselt und begriffen hat. Es ist wohl eine der ersten Hürden: Das was Atevora unter Freundschaft versteht, weicht vermutlich um einiges von dem ab als was es Cinaed beschreiben würde, und dieser Satz ist dazu der erste dezente Hinweis. Natürlich hat die Eismaid begriffen, dass in Dingen Freundschaft niemand genau Buch führt, aber sie hat doch erkannt, bedingungslos ist Freundschaft nicht. Außerdem beansprucht sie viel Zeit und Energie, sie muss gepflegt werden, sonst verläuft sie sich im Nichts, und es ist immer ein gewisser Antrieb dahinter zu beobachten, wenn auch oft emotionaler Natur, welchen sie nicht wirklich zu entschlüsseln weiß. „Aber die Parteien die sich als Freunde bezeichnen sind dazu angehalten etwas einzubringen und einen Ausgleich zu schaffen um die Beziehung zu pflegen und sie zu erhalten. Freundschaft ist somit geprägt von einem gegenseitigem Gewinnverhältnis. Nicht?“ Der Elb bedenkt Atevora mit einem eigentümlichen Blick und Atevora verharrt im Schritt. „Nicht?“ Erkundigt sich die Magierin mit etwas mehr Nachdruck. „Oh.. hm, könntet ihr mir das zu Grunde liegende Konstrukt hinter dem Begriff vielleicht näher erörtern? Ich fürchte fast ich habe in etwas eingewilligt, von dem ich nicht genau weiß was es genau ist, oder was dafür zu tun ist um es zu behalten.“ Gibt die Eismaid zerknirscht zu während, sie sich mit dem Elb, der seltsamer Weise von von der Magierin Worten erheitert wirkt, wieder in Richtung Küche in Bewegung setzt.

In der Küche angekommen, stellt sie fest, dass nur noch Freyja an der Tafel sitzt, und die Mägde den Tisch bereits größtenteils abgedeckt haben und mit dem Abwasch beginnen. Die Vorherrschende Atmosphäre in der Küche ist allerdings alles andere als locker und gelöst. Selbst der Magierin entgeht nicht die seltsame Stimmung die von den letzten Anwesenden ausgeht, und das will schon viel bedeuten. Die Anstrengung mit der Situation umzugehen und die gebotene Freundlichkeit gegenüber einigen Gästen,ihres Arbeitgebers zu zeigen ist ihnen auf den Leib geschrieben und der Wunsch, dass sie wohl vor allem von Atevoras und Venditius aufwühlender Gesellschaft für heute, oder besser die nächsten Tage, bald erlöst werden, dampft ihnen förmlich aus allen Poren. Atevora seufzt diesbezüglich in sich hinein. Zeit zu gehen bevor das Ganze nicht noch in offene Gereiztheit überschlägt. Dabei überkommt sie so etwas wie eine ansatzweise einfühlsame Eingebung. Sie selbst kann sich tatsächlich zurückziehen und von diesem verrückten Morgen gut ablenken. Aber Cinaed lebt hier, und auch ihm wird misstrauen und Ablehnung von jenen die ihm wohl am Herzen liegen entgegengebracht. Wie das wohl sein muss, wenn man nicht so ist wie sie ist, eine weit größere emotionale Palette besitzt und einem das tatsächlich ernsthaft bedrückt und bekümmert? Sie kann es unmöglich feststellen, aber sie überlegt dafür wie es ihr wohl ginge, wenn sie hier als magisch begabte jeden Tag, jede Stunde mit einer unterschwelligen Abneigung gegen einen Teil dessen was sie ist und was sie ausmacht zu Rande kommen müsste. Sie kommt zu dem Schluss, dass es sehr anstrengend und bitter wäre, da sie diese Abneigung schließlich durchaus auf eine gewisse Art und Weise mehr als gut kennt.

Auf die Frage hin, wo die anderen sind, wird ihnen beschieden, dass sich Mirrle mit Fracilis in die Gesindekammer zurückgezogen hat, um ihm den Verband zu wechseln. Die Anderen sind vermutlich noch draußen und beobachten das Feuer, und das höchst wahrscheinlich nicht weniger kritisch und aufmerksam wie den Narg der es gelegt hat. „Ich denke ich werde mich wohl in die Stadt aufmachen. Ich danke herzlichst für das vorzügliche Mahl,“ Beginnt Atevora ihren Abschied und richtet die ersten Worte an das Küchenpersonal, bevor sie allgemeiner erwähnt: „die Gastfreundschaft die Ihr uns entgegengebracht habt,“ und sich schließlich dem Elb zuwendet: „und danke für alles Andere.“ Bei den letzten Worten ist der beschwingt freundliche Ton einem ernsten gewichen. Freyja am Tisch beäugt die Magierin bei ihrer Dankesrede aufmerksam, das entgeht ihr keineswegs. Sie entsinnt sich dabei wieder ihres Angebotes vom Vortag. „Freyja, wie fühlt ihr Euch? Ich werde nun mit Venditius in die Stadt aufbrechen. Mein Angebot gilt noch, ich biete an den Weg zu Fuß zurückzulegen und Euch nach Talyra zu begleiten.“ Bevor sie endgültig geht, wird sie allerdings noch so edelmütig sein und Mirrle für ihre Dienste bezahlen. „Edler Gemahl?“ Wendet sie sich schließlich an Cinaed, der - obwohl er gewiss (ebenso wie Atevora) viele andere Dinge zu tun hätte, in der Küche verblieben ist - und ein schelmisches Funkeln ist bei der Anrede in Atevoras Augen zu sehen. Im Hintergrund vernimmt sie zwar ein nicht wirklich amüsiertes Schnauben - im Sinne von 'von wegen Gemahl' - von der Küchenherrin, welches der Magierin aber herzlich gleichgültig ist: „Begleitet ihr mich noch vor die Tür?“

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Montag, 23. September 2013, 22:11

"Gewiss", entgegnet Cináed auf Lady Shins Frage hin, nachdem diese sich in aller Form von allen Anwesenden verabschiedet hat. Ihre kleine Anspieling übergeht er mit einem schiefen Lächeln, wobei sich seine Ohrenspitzen leicht röten. Bevor er die Magierin jedoch zur Hintertür hinüber begleitet, wendet er sich Freyja zu. "Kommt Ihr mit uns", erkundigt er sich freundlich, da die Shin der Normanderin schließlich soeben angeboten, dass sie und Venditius auf ihrem Weg zurück nach Talyra begleiten könne, wenn sie wolle. "Ich hoffe das Morgenmahl hat Euch gemundet und Ihr hattet eine angenehme Nacht. Ich wünsche Euch viel Glück in Talyra. Es war mir eine Freunde Euch kennen zu lernen." Der Elb lächelt der jungen Frau freundlich zu, dann lässt er sich von der Magierin aus dem Haus führen. Gemeinsam schlendert sie durch den Garten zum Hof hinüber, wo sie sich nach Venditius umsehen.

Nachdem sie den Nargen ausfindig gemacht haben, verabschiedet sich Cináed noch einmal in aller Höflichkeit bei seinen unterschiedlichen Gästen. "Ich wünsche Euch einen guten Reiseweg", erklärt er. "Auf ein Wiedersehen." Der Elb nickt noch einmal freundlich in die Runde und wartet, bis sich die kleine Gruppe soweit entfernt hat,d ass sie außer Sichtweite gerät. Erst dann wendet er sich ab und geht zum Gesindhaus hinüber, wo Mirrle vermutlich noch damit beschäftigt ist Facilis Verletzung zu versorgen. Der Gutsbesitzer hat das Anliegen des jungen Magiers nicht vergessen. Er ist dem Feuermagier noch eine Antwort schuldig und diese gedenkt er ihm nun zu geben.

Nachdem Cináed kurz höflich gegen den Türrahmen geklopft hat, betritt er die Kammer, in der Mirrle und Facilis sich gerade aufhalten. Der Gutsbesitzer schaut zwischen der Heilkundigen und dem magier hin und her und wendet sich dann mit folgenen Worten Facilis zu: "Wie geht es Euch? Die Wunde ist höffentlich nicht so stark wieder aufgeplatzt?" Besorgt schaut er Kräutermirrle an, doch die winkt ab. "Halb so wild", meint sie freundlich. "Aber das Bein sollte einige Zeit geschont werden..." Cináed nickt verständnisvoll, bevor er sich wieder an den Magier wendet. "Ich habe über Euer anliegen nachgedacht", erklärt er dem jungen Mann höflich. "Ein paar saubere Ersatzkleider kann ich Euch zur Verfügung stellen." Der Elb mustert den Magier von Kopf bis Fuß. "Unter meinen Gewändern wird sich sicher ein paar Hosen und ein Hemd finden lassen, welche Euch halbwegs passen sollten."

Der Shida'ya unterbricht sich kurz. "Was den Rest anbelangt... Einer meiner Knechte wird Mirrle mit dem Karren in die Stadt bringen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr sie begleiten, das wäre vielleicht die beste Lösung." Mirrle nickt bestättigend. "Oh ja, keine schlechte Idee. In der Stadt könnte ich auch schneller zur Stelle sein, falls Ihr meine Hilfe nochmals benötigen solltet. Eure Wunde würde ich mir auf jeden Fall später gerne noch einmal ansehen, um sicher zu sein, dass alles ordentlich verheilt und sich nichts entzündet." Die Alte sieht den Magier an, während sie spricht. "Eine Entzündung könnte böse Folgen haben, und Ihr wollt Eurer Bein ja gewiss nicht verlieren." Cináed lächelt. "Dann sage ich Emrys also, dass er Euch beide in die Stadt bringen soll, ja?", frag er, um sicher zu gehen, dass nicht nur Mirrle, sondern auch Facilis mit dem Vorschlag einverstanden ist.

"In der Stadt findet Ihr gewiss auch ein dankbareres Publikum für Eure Künste, als hier auf dem Hof", stellt er zu guter Letzt noch fest. "Einer Darbietung Eurer Künste auf meinem Grund und Boden muss ich leider ablehnen, auch wenn Gwyn und Úna Euer Können bestimmt gerne bewundert hätten." Als der Shida'ya den Blick des Magiers bemerkt, fügt er entschuldigend hinzu: "Bitte entschuldigt, das alles hat nichts mit Euch zu tun. Aber ich habe meinem Obersten Knecht und seiner Frau eine Vereinbarung getroffen, die ich einzuhalten gedenke." Cináed sieht Facilis entschuldigend an, geht aber nicht weiter auf Details ein. Auch erwähnt er dem jungen Magier gegenüber mit keinem einzigen Wort, dass er selbst die Kräfte des Feuers ebenfalls zu beschwören und zu lenken vermag. Facilis braucht davon nichts zu wissen und Cináed hat nicht die Angewohnheit mit seinem magischen Talent hausieren zu gehen. Schon gar nicht wenn es nicht nötig ist. "Ihr könntet Eurer Glück im Kupferkessel und in den Tausenwinkelgassen versuchen."
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Montag, 30. September 2013, 09:42

Interessiert lauscht Freyja der Dankesrede von der Lady Shin, die in ihrer etwas entrückten Art sehr schön ist. Als sie geendet hat, wendet sich Lady Shin freundlich an sie selbst und erneuert ihr Angebot, mit Vendetius und ihr in die Stadt zu reisen. Freyja ist froh, dass Atevora ihr Angebot noch einmal erneuert hat. Wird sie doch auf der Reise mit der Magierin und dem Narge sicherlich ein paar Gewohnheiten aufschnappen, die ihr Behilflich sein können sich ein wenig besser anzupassen. „Danke, mir geht es recht gut. Ich werde heute noch viel trinken und dann sollte alles wieder beim Alten sein. Ich danke auch sehr für das Angebot und würde sehr gerne mit Euch in die Stadt reisen.“ Nach nur einer kurzen Pause wendet sich Cinead beim hinausgehen an sie. Ob sie mit hinaus geht und ob ihr das Morgenmahl geschmeckt hat. Und zu guter Letzt ob sie gut geschlafen hatte. Wünschte ihr Glück und freute das sie sich kennengelernt hatten. Sie war verblüfft, wie freundlich er war, wo sie doch, wie die anderen auch, seine Gastfreundschaft ziemlich auf die Probe gestellt hatte. Sie verbeugte sich kurz. „Ich danke sehr für das weiche Bett und die herrliche Nachtruhe. Das Frühstück war vorzüglich und hat mich genug gestärkt, dass ich keine neuerliche Schwäche befürchten muss. Es tut mir leid, dass ich so viele Leute hier in Angst und Schrecken versetzt habe. Umso mehr danke ich Euch für die entgegengebrachte Gastfreundschaft. Ihr habt mir sehr geholfen. Und nun hole ich nur noch schnell meine Sachen und richte das Zimmer wieder her, dann bin ich reisefertig.“ Ohne zu zögern steht sie sogleich auf und verschwindet auch schon um ihr Hab und Gut zusammen zu sammeln. Sie ist ein wenig unsicher, ob sie die richtigen Worte angeschlagen hat. Bei ihr zu Hause wurden nicht so viele Worte gemacht. Deshalb hat sie das Gefühl, dass sie vielleicht ein wenig übertrieben hat? Aber Lady Shins Rede war wortreicher gewesen als ihre. Mit einem Nicken bestätigt sie sich selbst, dass es wohl nicht verkehrt war. Beim hinaus gehen hört sie die Stimme von Atevora „Edler Gemahl?“ und grinst in sich hinein. Scheint so als wäre noch nicht ganz raus, ob Venditius oder der Gutshofbesitzer den Vorzug in Atevoras Zuneigung inne hat.

Freyja hält nicht an und erreicht wieder da ihr zugewiesene Zimmer. Dort stellt sie es nach ihren Möglichkeiten wieder in den Ursprungszustand zurück. Der Bottich wurde schon abgeholt. Somit richtet sie nur das Bett und hinterlässt keine Habseligkeiten. Dann eilt sie auch schon in den Hof hinaus. Odin trottet ruhig auf sie zu und lässt sich von Freyja hinter dem Ohr kraulen, bevor er mit seiner riesigen Zunge über ihre Hand fährt. Dort verabschiedet sich der Gutsherr Cináed noch mal in aller Höflichkeit und schon geht die Reise los.
Ein kurzer Blick zu Vendetius, um seine Stimmung einzuschätzen, schließlich war sein Tier gerade gestorben. Allerdings kann sie seinen Gesichtsausdruck nicht deuten. Er steht einfach da und blickt sie an. Ist er überhaupt einverstanden, dass sie den Weg mit Atevora und ihm zurück legt?

Atevora

unregistriert

132

Sonntag, 8. Dezember 2013, 19:51

<--- Atevoras Wohnung

Irgendwann Anfang Nebelmond

Die Magierin steht vor der Haustür des Haupthauses und hebt die Hand zum Klopfen, doch sie stockt mitten in der Bewegung und lässt sie unverrichteter wieder sinken und dreht sich stattdessen um. Der Innenhof liegt ländlich idyllisch vor ihr. Ruhig und verschlafen, genau so wie die Bewohner dieses Gutes, die noch friedlich in ihren Betten ruhen dürften. Die Magierin seufzt, macht einen Schritt zur Seite und lehnt sich gegen den Türstock der Haustür. Das Geräusch lässt einen in der Nähe dösenden Hund, eine der großen Doggen, die Kopf heben. Die große Hundenase zuckt, sie schnuppert in die Nachtluft und mustert die Magierin abschätzig, welche den Blick zum Sternenhimmel richtet. Langsam lässt sie sich zu Boden gleiten, während sie dunstige Atemwolken in die kühle Luft hauchend, und unverändert grübelnd in das endlose Nachtblau mit seinen fernen funkelnden Lichtern starrt.

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133

Montag, 9. Dezember 2013, 21:32

~ Auf dem Hof ~
Irgendwann Anfang Nebelmond

Hoch oben am nachtschwarzen Himmelszelt funkeln abertausend Sterne und der bleiche Mond überzieht die spitzen Giebel der Hofgebäude mit seinem milden Licht. Aus dem nahen Wald heraus kann man gelegentlich den Ruf eines heiseren Käuzchens herüberklingen hören, ansonsten herrscht ringsumher selige Stille. Die leisen Schritte der Magierin haben Mabon und Modron aufschrecken lassen. Mabon hebt wachsam den Kopf und auch Modron kommt auf lautlosen Pfoten herangeschlichen. Als die beiden Tiere die Shin erkennen, behalten sie sie jedoch nur kurz im Auge, bevor Mabon den wuchtigen Kopf wieder auf die ausgestreckten Füße sinken lässt und Modron sich unbemerkt wieder tiefer in die nächtlichen Schatten zurückzieht. Als die Magierin sich gegen den Türstock lehnt, schaut Mabon noch einmal kurz auf, schenkt der Shin einen prüfenden Blick und schließt dann wieder die müden Augen. Einige Zeit nachdem die Magierin sich neben der Tür hat zu Boden sinken lassen, erhebt er sich allerdings, schleicht geräuschlos zu ihr hinüber, lässt sich dicht neben ihr nieder und lässt den schweren Kopf in ihren Schoss sinken. Wenige Augenblicke später verrät sein ruhiger, regelmäßiger Atem, dass er wieder eingedöst ist.

So aneinandergekuschelt findet Rhona Tier und Magierin schließlich, als sie gut zwei Stunden vor Sonnenaufgang vom Gesindehaus zum Haupthaus herübergeeilt kommt, um ihr übliches Tagwerk zu beginnen. Bass erstaunt starrt die Köchin einige Sekunden lang völlig verständnislos auf die schlafende Gestralt der Magierin hinab, bevor sie entschlossen zu der bleichen Frau hinübergeht und sie resolut an der Schulter rüttelt. "Aufgewacht, mîn Frouwe!", brummt sie. "Ihr holt Euch hier ja sonst noch den Tod! Husch, husch! Ins warme Haus mit Euch!" Rhona bedenkt die Shin mit einem missbilligenden Blick bevor sie sie wie eine eifrige Glucke hastig ins Hausinnere scheucht, nachdem sie die schwere Eingangstüre aufgesperrt hat.
"Da, hierher mit Euch!", kommandiert die Oberste Magd die Magierin in mütterlichem Tonfall herum und bugsiert sie mit sanfter Gewalt zu einer kleinen Sitzecke hinüber, die sich am hinteren Rand der Eingangshalle befindet. Rhona drückt die Shin sacht in einen der beiden Sessel. "Bleibt sitzen und rührt Euch nicht vom Fleck", erklärt sie. "Ich mache Feuer, sage Herrn Cináed Bescheid, und dann hole ich Euch erst einmal eine Decke und etwas Warmes zu trinken." Mit diesen Worten wendet sie sich ab und macht sich daran das Feuer im nahen Kachelofen zu schüren, bevor sie geschäftig davon eilt, um ihren Herrn zu suchen von dem sie weiß, dass er zu dieser frühen Stunde gewiss schon auf den Beinen ist.

In der Tat findet Rhona Cináed bereits wach und putzmunter in seinem Arbeitszimmer vor, wo er bei Kerzenschein über einigen geschäftlichen Briefen und Dokumenten brütet. "Ihr verderbt Euch noch mal die Augen, mîn Herr", rügt Rhona den Elben ohne sich groß mit einem höflichen Morgengruß aufzuhalten. "Im übrigen... Ihr habt Beusch." "Besuch?", echot der Gutsbesitzer erstaunt und blickt verdutzt auf. "Zu dieser Stunde?" Die Oberste Magd zuckt mit den Achseln. "Lady Shin. Ich habe sie schlafend auf der Türschwelle vorgefunden. Hätte sich beinahe den Tod geholt, wenn ich sie nicht gefunden hätte..." Der Klang von Rhonas Stimme macht sehr deutlich klar was sie von soviel Dummheit hält. "Dann werde ich wohl besser mal nach ihr sehen", entgegnet Cináed, erhebt sich und streicht sich geistesabwesend das wirre Haar aus der Stirn. "Besser ist das", brummt Rhona zustimmend. "Ich habe sie in der Halle zurückgelassen." Sie drückt dem Gutsbesitzer eine Decke, die sie auf dem Weg zu seiner Kammer für die Shin herausgesucht, in die Arme. "Und ich mache dann mal Tee..." Mit diesen Worten macht Rhona auf dem Absatz kehrt und begibt sich ohne weitere Umschweife auf den Weg zur Küche. Cináed schaut ihr etwas irritiert nach, dann verlässt auch er seine Kammer und steigt die Treppe zur Eingangshalle hinab, um nach der Shin zu sehen.
"Who's Zed?" "Zed's dead, baby. Zed's dead." (Quentin Tarantino, Pulp Fiction)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cinaed« (9. Dezember 2013, 22:13)


Atevora

unregistriert

134

Dienstag, 10. Dezember 2013, 20:23

Der Magierin wird langsam aber sicher kalt, und sie beginnt zu zittern. Unbewusst zieht sie ihre Beine dicht an ihren Körper und schlingt die Arme um sie um der Kälte welche sie umgibt weniger Angriffsfläche zu bieten. Doch nicht nur Kälte auch Müdigkeit zerrt an ihr, und die beschauliche Stille, die sie vom sachten Mondlicht beschienen umgibt, beginnt sie zunehmend einzulullen. Nur kurz wird sie wieder zurück in die Wache Welt geholt, als einer der Hunde beschließt langsam zu ihr rüber zu trotten, sich dicht an ihre Seite zu kuscheln und seinen massigen Kopf auf ihren Schoß zu legen. Mit bereits leicht steifen Fingern streichelt die Magierin über den kurzbefellten Hundeschädel und krault die große Dogge hinter dem Ohr, wobei sie das bittere Gefühl, oder der Gedanke heimsucht, dass vielleicht selbst der Hund mehr Einfühlungsvermögen besitzt als sie selbst. Kurz darauf, vom ruhigen Atem des Hundes angeregt, senken sich ihre Augenlider und die sie schläft ein.

Atevora sitzt entspannt im kühlen Gras. Es ist seltsam still um sie herum, kein störendes Geräusch, kein Lüftchen weht und kein Schmerz zerrt an ihr, obwohl sie nur leicht bekleidet in feine hauchdünne Seide gehüllt im hellen Schein der Sonne sitzt. Sie gibt keine Wärme, wie frostiges Wasser umfließt ihr Licht ihre Wangen, die nackten Unteramre und Finger. Die Magierin schließt die Augen und genießt den Frieden und die Taubheit die der silbriggoldene Schein auf ihren Körper hinterlässt.
Plötzlich bebt die Erde, das Gras und die Bäume erzittern, zerbersten splittern gar wie fragiles Glas. Die Welt um sie löst sich auf, stürzt in lärmendes Dunkel das an ihrer Schulter unnachgiebig rüttelt und reißt, als wollte es sie als nächstes verschlingen.

Die Magierin reißt die Augen auf. Jemand schüttelt sie. Rhona. Meldet ihr wach gebeuteltes Gehirn, als sie die fast etwas missmutig, oder sogar besorgt brummende Stimme der Frau hört und ihre Silhouette vor der Finsternis erkennt. <<„Husch, husch! Ins warme Haus mit Euch!“>> Mit diesen kompromisslosen, resoluten Worten wird sie von ihrem Sitzplatz förmlich aufgescheucht, während der Hund beinahe schon vor der Standhaftigkeit der Frau flüchtet und etwas schneller als er müsste davontapst. „Ich wünsche auch einen guten Morgen?“ Bringt Atevora dünn, als auch überrumpelt über ihre blauen Lippen eintainierte Höflichkeiten hervor, unterdessen sie mit steifen Gliedern und tauben Fingern und Zehen äußerst ungelenk aufsteht. Ihre Worte tauchen vollkommen ins Leere und erhalten nur einen seltsam tadelnden Blick als Antwort, bevor sie förmlich ins Gebäude, und weiter in den großen Saal gedrängt wird und mit einem Befehl der keine Widerrede duldet einen Sitzplatz zugewiesen bekommt.
Nun hat der Körper endlich begriffen etwas gegen die klamme Kälte die viel zu tief ins innere Vorgedrungen ist, unternehmen zu müssen, und ihre Muskeln beginnen zu zittern. Ihr desolater und verschlafener Zustand hält die Magierin aber nicht davon ab bei Rhonas Gehabe ein wenig erheitert in sich hinein schmunzeln. Sie kommt sich fast schon vor wie ein kleines Kindchen das von ihrer Mutter zurecht gewiesen wird, während sich diese gleichzeitig hingebungsvoll um ihren eigensinnigen Spross kümmert. Glucke oder Hausdrache? Sie ist sich bei der Frau nie ganz sicher. Fest steht, die Magierin setzt sich artig wie ihr geheißen. Irgendwie schätzt die gewisse Art, das bodenständige Gebaren der Frau, es erheitert und amüsiert sie, und ganz besonders schätzt sie der Magd ihre Kochkünste. Ob ich die gute Frau womöglich dazu bringen könnte mir eines von ihren vorzüglichen Milchbrötchen zum Verzehr zu überantworten? Bestimmt, wenn sie freundlich darum bittet, oder? Vielleicht später..
„Ich danke Euch, das ist sehr freundlich.“ Antwortet sie ihr stattdessen.

Als die Frau geschäftig davon geeilt ist um den Hausherren zu holen, erhebt sich die Magierin ganz entgegen der Weisung von ihrem Sitzplatz, aber nur um näher an den Kamin heranzutreten und ihre Finger dem erwachenden Feuer entgegenzustrecken. Nun da sie hier ist, und wieder wach, sowie mit ihren Gedanken alleine, beginnt die Unruhe wieder an ihr zu nagen. Was hat sie sich eigentlich dabei gedacht? Genau so wenig wie damals, als sie Hals über Kopf nur mit ihrem Nachtgewand bekleidet zur Harfe aufgebrochen ist. Nungut, zumindest bist du dieses Mal anständig bekleidet. Das ist schonmal ein Fortschritt.
In dem Moment hört die Magierin Schritte auf der Treppe, die allerdings nicht wie jene der Magd klingen. Doch die sie nimmt es wahr, wie sie es gleichzeitig auch nicht wahrnimmt, denn ihr Blick hat sich zusammen mit ihren Gedanken im Spiel des Feuers verloren. Erst als der Elb den Raum betritt und sie seine Präsenz beinahe schon körperlich neben sich spüren kann, dreht sie sich noch immer von der hartnäckigen Kälte die sich einfach nicht ganz vertreiben lässt, ein wenig schlotternd dem Hausherren zu, ohne sich dabei vom wärmenden Feuer wirklich abzuwenden. Sie erkennt, dass des Elben Haar ein wenig ungewohnt wirr aussieht, was ihn seltsamer Weise noch einen Hauch sympathischer wirken lässt. Vielleicht weil es einen an jemanden denken lässt, der erst vor kurzen ebenfalls aufgewacht und aus dem warmen Bettchen aufgestanden ist, was allerdings hier vollkommen absurd erscheint, schließlich schlafen Elben nicht und die wenigsten liegen in einem Bett zu ihrer Ruhe-Meditation.
„Ljea ti, S'ljea“ Haucht die Magierin verfroren und hofft dabei mit der freundschaftlichen Begrüßung keinen Fehlgriff geleistet zu haben. „ Entschuldige die unselige Stunde. Ich weiß selbst nicht was mich geritten hat, oder was ich mir dabei gedacht habe, aber mich überkam das drängende Bedürfnis deinen Rat zu suchen, und ich bin einfach umgehend aufgebrochen. Verzeih mir. Hättest du Zeit für mich und meine Fragen?“

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Beruf: Schafzüchter

Wohnort: Glyn-y-Defaid

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Donnerstag, 12. Dezember 2013, 19:27

"S'ljea", erwidert Cináed den informellen Gruß der Magerin freundlich und fragt sich dabei insgeheim, wo sie die paar elbischen Brocken aufgeschnappt hat. Vielleicht in den Tausenwinkelgasssen, wo wohnt. Was den Shida'ya gleich zur nächsten Frage führt: Warum befindet sie sich nicht dort, in ihrem warmen Bett, sondern HIER? Nun, wie er die Shin kennt, würde er dies vermutlich gleich erfahren, und soll damit auch Recht behalten. »Entschuldige die unselige Stunde. Ich weiß selbst nicht was mich geritten hat, oder was ich mir dabei gedacht habe, aber mich überkam das drängende Bedürfnis deinen Rat zu suchen, und ich bin einfach umgehend aufgebrochen. Verzeih mir. Hättest du Zeit für mich und meine Fragen?« Cináed nickt gutmütig, wobei er ein kleines Schmunzeln nicht ganz verbergen kann, und legt der Magierin - die aussieht wie ein tiefgerorener Eiszapfel - die mitgebrachte Decke um die Schultern, um sie wieder etwas aufzutauen.

"Sicher", entgegnet er freundlich. "Warum nicht." Er streicht sich ein paar wirre Haarsträhnen aus dem Gesicht und fährt sich über das unrasierte Kinn. Zu soll früher Stunde kann nun wirklich niemand von ihm erwarten, dass er bereits salonfähig ist - nicht das es den Schafzüchter groß kümmern würde. "Lass uns in die Küchehinübergehen", schlägt er vor und deutet galant mit der Hand den Weg. "Dort ist es warm und Rhona wird sicher heißen Tee oder warme Ziegenmilch für uns haben - was immer du bevorzugst. Lächelnd hält er der Shin die Tür zur Küche auf und lässt sie hindurchtreten. In dem großen Raum ist es in der Tat bereits gemütlich warm. Das sachte Pfeifen eines Teekessels erklingt, gefolgt von Rhonas geschäftigen Schritten. Wenige Augenblicke nachdem sie sich gesetzt haben, stehen zwei Becher Tee vor der magierin und dem Hausherren auf dem Tisch. Dicke Dampfwölkchensteigen davon empor. "Vorsicht, heiß!", merkt Rhona überflüßigerweise an.

Cináed grinst, nickt ihr dankbar zu und wendet sich dann der Shin zu. "Also dann, was führt dich zu solch früher Morgenstunde nach Glyn-y-Defaid heraus?", erkundigt er sich. "Wie kann ich dir behilflich sein?" Der Elb mustert die Magerin eingehend. Abgesehen von einer leichten Unterkühlung und etwas zu wenig Schlaf scheint es ihr gut zu gehen, aber vorsichtshalber fragt er lieber noch einmal nach: "Ist alles in Ordnung?"
"Who's Zed?" "Zed's dead, baby. Zed's dead." (Quentin Tarantino, Pulp Fiction)

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