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Venditius

Unregistered

16

Tuesday, May 28th 2013, 10:18am

Die ihm entgegenschlagende Reaktion bestätigt Venditius nur in seiner Handlung. Natürlich ist ihm bewusst, dass er gerade einige Schritte zu weit geht, aber in diesem Moment ist ihm das herzlich gleichgültig. Er hebt die Stimme so dass es schon fast einem Schreien nahe kommt.

"Es geht gar nicht darum, dass Gefahren lauern. Dessen bin ich mir bewusst seit ich in Eure Dienste getreten bin. Allerdings hatten wir ganz klar vereinbart, dass Ihr mir mitteilt welcher Art die Gefahr ist wenn Ihr dies wisst. Und es ist sehr wohl ein Unterschied ob es ein Dolch aus dem Pöbel ist oder der Dolch eines Profis. Ihr bezahlt mich gut und dafür werde ich auch meine Arbeit so gut es geht erledigen."

Er atmet tief durch um den drohenden Aggressionsausbruch unter Kontrolle zu bekommen der seine Herrin wohl ein weiteres Möbelstück und ihn einen weiteren Teil seines Soldes kosten könnte. Dann fährt er etwas mit gedämpfterer Stimme fort:

"Versteht mich nicht falsch Herrin. Ich bin mir durchaus bewusst, dass Ihr sehr gut für mich sorgt und dafür bin ich Euch dankbar. Ich habe auch nicht des Geldes wegen zugestimmt weiterhin für Euch zu arbeiten und in die Kampfgruben zu steigen, sondern weil ich Euch schätze und respektiere. Aber ich kann euch nicht vernünftig beschützen wenn ich nicht weiß gegen was wir hier kämpfen. Ausserdem denke ich doch, dass es allmählich an der Zeit ist, dass Ihr mir vertraut."

Dieser letzte Satz bringt wohl am besten zum Ausdruck worum es ihm eigentlich geht. Aber das würde er natürlich so nie zugeben.

Atevora

Unregistered

17

Tuesday, May 28th 2013, 4:17pm

Wie ein riesiges Ungetüm baut er sich vor ihr auf geigt ihr auf ungestüme Nargenart seine Meinung. Die Aggression brandet nicht vollkommen unerwartet an Atevora, aber darum auch größtenteils an ihr vorbei. Er besitzt ein sehr aufbrausendes Gemüt und genau so führt er auch seine Streitgespräche bzw. trägt seine Meinungsverschiedenheiten vor. Aber in dem Fall kann sie seine Argumentation nicht nachvollziehen, ihr erschließt sich einfach nicht was so unklar ist, oder was er denn ganz genau von ihr will. Er konnte schon bei ihrem ersten Treffen Teile ihres prinzipiellen Tätigkeitsfeldes und ihren Charakter großzügig miterleben. Schon daraus ergibt sich ihrer Meinung nach wie selbstverständlich, dass sie vielen ein Dorn im Auge sein dürfte, und sowohl Stümper, als auch beauftragte Professionelle nach ihrem Leben trachten könnten. Er kann unmöglich so dumm sein, dass er das nicht genau wüsste. Außerdem entzieht es sich ihrem Verständnis wie es aus der vorherigen netten Szene zu so einer Entgleisung kommen konnte. Was denkt dieser Narg eigentlich wer er ist mit ihr so herumzubrüllen, in dem Ton? Und obendrein beginnen ihr bei dem Radau die Ohren ernsthaft zu dröhnen. Der Narg hat aber auch ein Organ... Den Disput braucht doch nicht das halbe Haus zu hören! Selbst durch die dicken Wände dürfte, wenn auch nicht klare Worte und Sätze dann jedoch zumindest ganz generell das Geschrei teilweise vernommen werden können.
„Bitte dämpft eure Stimme. Ich wohne hier nicht allein auf weiter Flur.“ Merkt sie kühl an und macht die Situation dadurch nicht besser. Des Nargen Nasenflügel beben daraufhin bedrohlich und sie rechnet schon damit, dass jeden Augenblick der Stuhl auf dem er vorhin gesessen hat durch den Raum segelt. Doch stattdessen schafft er es tatsächlich sein Gemüt zu zügeln und fährt in einem akzeptablen Ton fort.

>>"Versteht mich nicht falsch Herrin. Ich bin mir durchaus bewusst, dass Ihr sehr gut für mich sorgt und dafür bin ich Euch dankbar. Ich habe auch nicht des Geldes wegen zugestimmt weiterhin für Euch zu arbeiten und in die Kampfgruben zu steigen, sondern weil ich Euch schätze und respektiere. Aber ich kann euch nicht vernünftig beschützen wenn ich nicht weiß gegen was wir hier kämpfen. Außerdem denke ich doch, dass es allmählich an der Zeit ist, dass Ihr mir vertraut."<<
Vertrauen.. Langsam dämmert ihr um was es dem Narg tatsächlich geht und was ihn frustriert. Er hat vermutlich nicht unrecht. Es wäre wahrscheinlich langsam an der Zeit dazu. Aber sie ist dazu noch nicht bereit. Den genauen Zeitpunkt bestimmt noch immer sie und nicht er. „Ihr sagtet ihr seid nicht dumm. Ich weiß ihr seid es nicht, darum bin ich mir sicher ihr wisst ganz genau, dass eine Gefahr von beauftragten Mördern wie vom Pöbel gleichermaßen besteht. Habe ich Recht? Darum: Vertrauen... Ist es das um worum es euch hier geht?"

Venditius

Unregistered

18

Tuesday, May 28th 2013, 4:44pm

Es verwundert Venditius immer wieder wie sie es schafft Zusammenhänge auseinander zu reißen und ihn dadurch wie einen Idioten dastehen zu lassen. Vor allem schafft sie es immer wieder so gut, dass er es am Schluss fast immer selbst glaubt.
Doch in diesem Fall muss er sich wohl eingestehen, dass sie Recht hat. Worum ging es ihm genau?

"Ihr habt vermutlich Recht. Es geht um Vertrauen. Es geht immer um Vertrauen. Aber ich denke dieser Punkt ist noch nicht erreicht. Entschuldigt mich bitte, ich habe noch etwas zu erledigen. Und verzeiht meine Unverfrorenheit."

Mit diesen Worten legt er seine Axt sowie sein Schild an und verlässt den Raum in dem eine offenbar verwirrte Mistress zurückbleibt.

Venditius hingegen macht sich auf den Weg durch die Gassen. Scheinbar sieht man ihm seinen Gemütszustand an, denn die ihm entgegenkommenden Bürger machen einen noch größeren Bogen um ihn als sonst eh schon üblich.

Und so erreicht er ohne große Verzögerungen das Larisgrün.

----> Das Larisgrün

Atevora

Unregistered

19

Tuesday, May 28th 2013, 5:43pm

Dieser Narg! Atevora schnaubt teils unfroh und teils verärgert. Wo will er denn jetzt hin? Irgendwann raubt er ihr bestimmt noch den Verstand. Es ist so ungeheuer schwer sich mit ihm zu arrangieren. Na gut, ihm geht es mit ihr bestimmt nicht anders - dennoch, er möchte, dass sie ihm über sich und ihre Vergangenheit erzählt, obwohl er von der Seinen ebenfalls nichts Preis gibt? Er ahnt doch noch nicht einmal was er hier von ihr erwartet. Was er verlangt. Sie möchte nicht von ihrer Vergangenheit erzählen, sie möchte nicht einmal daran denken. Sie will nicht die Bilder heraufbeschwören, sich mit ihnen befassen und auch noch davon erzählen. Einem Wesen dessen Antrieb, Kultur und Vergangenheit sie nicht kennt. Die letzten Male als sie sich dem allen stellen musste waren aufwühlend genug und die eine Person der sie mehr Einblick gewähren ließ letztend Endes eine bittere Enttäuschung. Er wird nichts von sich herausrücken, wenn ich auf meiner Seite nicht dazu bereit bin. So eine Situation ist natürlich ganz ausgezeichnet!
Warum müssen solche Dinge oder Beziehungsebenen immer so verfahren sein?
Sie muss darüber nachsinnen, und gleichzeitig muss sie sich ablenken von ihrer Vergangenheit, etwas konstruktives in Angriff nehmen, sich auf wesentliches konzentrieren. Es wartet viel das zu erledigen ist. Sie wird etwas vorziehen. Jemanden wird für ihre Laune bluten, auf die eine oder andere Art. Und Nachts hört der Narg wieder, wenn sie mit sich ringt, weil alles nun einmal so ist, wie es ist.

This post has been edited 2 times, last edit by "Atevora" (May 28th 2013, 8:27pm) with the following reason: Manchmal fehlte ein Wörtchen..


Venditius

Unregistered

20

Wednesday, May 29th 2013, 8:49am

<----- Das Larisgrün


Normalerweise missfällt Venditius ein heimliches Vorgehen. Doch dieses eine Mal schleicht er sich so gut es geht ungesehen in Atevoras Wohnung. Vorsichtig legt er seine Errungenschaften vom Marktplatz vor sich ab. Er würde es bis zum Morgen schaffen und wenn er pausenlos daran sitzen würde. Aber er braucht noch die Maße. Und so gut es auch um sein Gedächtnis bestellt ist, er will diese nicht einfach aus dem Kopf nehmen. Schließlich soll es perfekt sein.

Und so fasst Venditius einen gewagten Beschluss. Vorsichtig lauscht er an der Tür zum Schlafsaal der Mistress.
Sie scheint tief und fest zu schlafen. So leise wie möglich öffnet er die Tür und hofft inständig Ihre zwei tierischen Begleiter schlagen nicht sofort Alarm. Doch er hat Glück. Die Eule würdigt ihn keines Blickes und auch der Hund hebt nur kurz den Kopf bevor er gelangweilt weiter schläft. Und so schafft Venditius es tatsächlich sich eines der Kleidungsstücke der Shin zu besorgen um von ihr die Maße zu nehmen.

Die ganze Nacht über nimmt er Maß, schneidet zurecht, näht und knüpft. Doch als die Shin am nächsten Morgen den unteren Bereich betritt sagt ihr überraschter Blick mehr als alle Worte. Und es reicht ihm völlig.

"Die hier ist für Euch. Ich dachte mir jeder Kämpfer braucht eine Rüstung die ihm gerecht wird. Und ich denke, dass habe ich ganz passabel hinbekommen. Sie ist aus geschwärztem Sulaleder. Hat mich fast meinen gesamten Sold und den Händler beinahe den Kopf gekostet. Die Ziernieten sind ebenfalls geschwärzt. Nicht, dass man euch darin noch von Weitem sieht. Ich weiß ja ihr liebt die Diskretion. Probiert sie an. Die Maße müssten stimmen. Und wenn ich mich recht entsinne gefiel euch die Bestie auf den anderen Rüstungen. Also hab ich sie hier ebenfalls verwendet. Los probiert sie an."

This post has been edited 3 times, last edit by "Venditius" (May 30th 2013, 4:49pm)


Atevora

Unregistered

21

Wednesday, May 29th 2013, 9:34pm

Die Magierin hat sich nicht geschont. Bald schon leistete sie zusammen mit zwei ihrer Vasallen etwas nachdrückliche 'Überzeugungsarbeit' in der Unterstadt, was so viel bedeutet, dass sie jemanden zusammenschlagen ließ und mit der Klinge ihres Dolches kitzelte. Als sie erfahren hat was sie zu wissen wünschte, überließ sie es der Entscheidung ihrer tüchtigen Aushilfsschläger was sie weiter mit dem blutspuckenden Kauz anstellen wollten, während sie selbst alle Spuren des Unterfangens an sich beseitigte.
Als sie am sehr frühen Nachmittag wieder ihre Wohnung betrat, begrüßte sie nur Shafir. Bis auf ihn und Via war ihr Heim leer, und noch alles haargenau am selben Platz wie am Vormittag. Venditus war in der Zwischenzeit nicht zurückgekehrt. Ob sich Morrak noch in seinem Zwinger befand? Vielleicht würde sie den Narg dort antreffen? Wenn es so wäre, was dann? Die Shin ist verärgert, sie ist empört, irgendwo unterdrückt tief innerlich tobt sie sogar vor Zorn. Zuerst nimmt sich dieser Schuppenwicht heraus in so einem Ton mit ihr zu sprechen, nein sie anzubrüllen und dabei Forderungen an sie zu stellen die ihm nicht ansatzweise zustehen! Und dann? Verschwindet er! Einfach auf und davon ohne ein Wort!
Sollte er das Dienstverhältnis gebrochen haben, würde sie ihn aufspüren und büßen lassen.
Hm. Warum treibt sie der Gedanke er könnte einfach gegangen sein und nicht mehr zurückkommen so zur Weißglut? Das ist absurd! Sie hätte Dienste in Anspruch genommen die sie nicht mehr bezahlen müsste, hätte sich nicht mehr mit diesem unberechenbaren Schuppenvieh herumzuschlagen, endlich wieder ihren Frieden und die Dankbarkeit für die kleinen Rüstungen könnte sie selbst einstreifen. Außerdem wäre endlich dieses elende Chaos - wo sie es doch so gern akkurat und geordnet hat - in ihren eigenen vier Wänden Geschichte. Warum also ist es ihr nicht Gleichgültig? Warum..kränkt sie der Gedanke, dass es so sein könnte? So sehr, dass sie beim Gedanken des Eintretens dieses Falles sogar nach Rache dürstet?
Ein knappes Winseln holt sie aus ihrem düsteren Sinnieren. Ich vernachlässige meine Tiere. Um zumindest diesen Missstand zu korrigieren, geht sie mit ihrem Hund (der die ganze Zeit brav in ihrer Wohnung auf ihre Rückkehr gewartet hatte), gefolgt von ihrer Eule hinaus, durch die Straßen der Tausendwinkelgasse zum Blaupfuhl und weiß dabei ganz genau, dass ihr brodelnder Ingrimm nicht allein Venditus gilt. Er richtet sich auch gegen sie selbst. Vertrauen, es geht immer um Vertrauen. Sie könnte schreien! Sie sollte es. Ihre eigenen Ketten lassen sie nicht los. Wieso ist alles immer so schwierig? Warum macht sie es sich immer selbst so schwer? Warum sucht sie sich gerade einen Narg? Wegen ihm hat sie viel zu oft täglich mehrfach das Bedürfnis ihren Schädel gegen die Wand zu donnern und langsam ist sie sich nicht mehr sicher, ob DAS alternativ nicht gesünder wäre als die derzeitige Konstellation. Andererseits ist ihr leider auch bewusst, dass alle Gründe die sie bewogen haben ausgerechnet den Narg bei sich einziehen zu lassen noch immer vollkommen aktuell sind.

So sehr sie auch im Konflikt mit ihrer inneren Zerrissenheit ist, so erholend und einfach empfindet sie den Umgang mit Shafir. Warum kann es nicht mit allen Wesen im Umfeld so leicht sein? Wie er es gerne hat wuschelt sie ihr gutmütiges Fellungetüm, lässt ihm Zuwendung zukommen, geht mit ihm eine kleine Runde am Blaupfuhl entlang spazieren und achtet aber dabei darauf ihren alten Herrn nicht zu überfordern. Sie lässt ihn auch frei laufen und an interessanten Fährten schnüffeln. Während ihr Hund den Auslauf genießt übt sie einige Zauber und magische Gesten und ehe sie es sich versieht, hat sie sogar eine Hand voll Schaulustiger um sich herum.
Zurück in ihrer Wohnung fehlt von Venditus noch immer jede Spur und sie selbst hält sich auch nicht damit auf lange zu bleiben.
Den Rest des Tages verbringt die Eismaid abwechselnd mit Meditation und weiteren Übungen abseits der Stadt. Sie übt wie so oft Zauber zu halten, zeitgleich welche zu sprechen, sie schneller zu wirken, und steigert sich mit der Schwierigkeit immer weiter. Als der Tag langsam dem Abend zugeht, hat sie sich vollkommen verausgabt und mit der Reise durchs magische Gewirr zurück in ihre Wohnung endgültig den letzten Funken ihres Manas verbraucht. Sie ist körperlich und geistig vollkommen erschöpft und zu ausgelaugt, alsdass sie sich mit dem Thema Venditus auch nur noch einen einzigen Augenblick lang beschäftigen könnte. Stattdessen fällt sie nur noch ins Bett und schläft ein.

Es war ein traumloser und tiefer Schlaf der nach dem Erwachen das Zeitgefühl narrt, denn wenn es nach Atevoras Empfinden ginge, könnten zwischen dem Schließen ihrer Augen und dem Erwachen nur wenige Minuten gelegen haben. Während sie sich im Bett räkelt und streckt, schiebt bereits Shafir seine kühle Hundenase über die Bettkante und wünscht ihr mit seinen treuen braunen Augen einen guten Morgen. Auch Via tut es ihrer Herrin gleich und streckt sich, und während der Magierin Blick den Vogel streift, bemerkt sie das etwas nicht stimmt. Warum ist die Tür einen Spalt offen? Sie ist sich sicher, sie hat diese beim zu Bett gehen sorgsam geschlossen.
Langsam rutscht sie über die Bettkante, webt vorsorglich leise einen Zauber um sich nötigenfalls, je nachdem welche Situation sich ergibt, schnell in Sicherheit bringen zu können und geht vorsichtig nur mit ihrem zarten Nachtgewand bekleidet aus dem Schlafgemach. Sie kann aus dem unteren Stockwerk ein Rumoren vernehmen. Ist Venditus etwa wieder zurück? Ein schöner Leibwächter ist das, der einfach ohne ein Wort der Erklärung davon braust und für nahezu einen gesamten Tag spurlos verschwunden bleibt! Wenn er es wirklich ist und nicht ein Einbrecher – der ihr gerade wesentlich besser in den Kram passen würde als der Narg, hofft sie inständig, dass er sich mindestens unterwürfig vor ihr auf die Knie schmeißt und eine wirklich gute Erklärung für sein Fehlverhalten hat und ihr obendrein schwört, dass so etwas nie wieder vorkommen wird, wenn er nicht möchte, dass sie ihn mit einer Eiskalten Überraschung Augenblicklich vor die Tür setzt. Und selbst dann ist sie eigentlich eine Närrin ihm sein Verhalten durchgehen und eine zweite Chance zukommen zu lassen
Langsam schreitet Atevora mit bloßen Füßen über die dunklen Bodendielen ihres Wohnbereiches und geht leise die schmiedeeisernen Stufen ihrer gewundenen Treppe in die untere Etage ihrer Wohnung hinab.
Doch als sie den unteren Bereich erspäht und der Narg mit einem Wortschwall auf sie eintrudelt, ist alles was sie sich vornahm den Narg entgegen zu werfen, jeder Funken von Groll wie weggeblasen. Perplex, oder Verdutzt beschreibt nicht annähernd das was Atevora ist. Bevor sie auch nur irgendwas vernünftiges außer:„Euren Sold?“ und „Sulaleder?“ - sagen kann, oder einen sinnvollen Gedanken abseits von 'War das nicht dieses teure Leder?' fassen kann, schiebt er sie mit einer stolzen Begeisterung die seinesgleichen sucht weiter und fordert sie gleich zwei Mal auf sie müsse unbedingt und sofort anprobieren was er für sie gefertigt hat.
Atevora ihrerseits tätigt überhaupt keine Handlung, sie blinzelt nur reichlich verdutzt und ist sich nicht ganz sicher ob sie gerade träumt oder tatsächlich wach ist. „Moment.“ Spricht sie schließlich mit einer fahrlässigen Geste ihrer rechten Hand, sucht mit ihrem Blick, findet, überwindet die Distanz mit zwei knappen Schritten, packt den nächstbesten spitzen Gegenstand – ein Messer - und fügt sich eine Verletzung zu. „ar!..“ AUA; Verdammt! Sie ist ja tatsächlich wach!
„Ahm, ich, bin, ... sprachlos;“ Spricht sie zum Narg. „Das ist wirklich ganz außerordentlich! Da weiß ich gar nicht was ich sagen soll, also .. a .. Ich glaube ich, mir ist gerade eingefallen, dass ich, uhm – ich muss kurz weg.“

----> Die Goldene Harfe

This post has been edited 3 times, last edit by "Atevora" (May 30th 2013, 4:55pm)


Venditius

Unregistered

22

Sunday, June 2nd 2013, 7:28am

Verdutzt steht Venditius in der Wohnung seiner Dienstherrin. Sie hat ihn zwar nicht bei lebendigem Leib gehäutet, doch ist ihre Reaktion auf sein Geschenk dennoch etwas anders ausgefallen als er erwartet hatte.

Wohin hat Sie sich denn jetzt teleportiert. Und das im Nachthemd.

Er weiß gerade nicht, was er davon halten soll. Doch im Augenblick kann er nichts anderes tun als es so hinzunehmen. Und so beschließt er das Chaos, welches seine Handwerksarbeiten hier veranstaltet haben zu beseitigen.
Es ist erstaunlich langwierig die Unordnung zu beseitigen, was ihn vor allem aus dem Grund wundert, da es ihm während seiner Arbeit gar nicht so gravierend chaotisch erschien.
Doch nach einiger Zeit hat er es dann doch geschafft und es sieht zumindest in gewissen Maßen wieder einem Wohnraum ähnlicher als dem Sterbebett eines Höhlenbären.

Die Mistress ist noch immer nicht zurückgekehrt und so hinterlässt er ihr eine Nachricht und macht sich auf den Weg zu Morrak um weiter mit ihm zu trainieren.

-----> Glyn-y-Defaid

This post has been edited 1 times, last edit by "Venditius" (Jun 2nd 2013, 9:51am)


Atevora

Unregistered

23

Sunday, December 8th 2013, 7:48pm

Irgendwann Anfang Nebelmond


Sie verachtete Stunden wie diese, wenn ähnlich gewobene Ereignisse wie jene aus der Vergangenheit ebenjene Geschehnisse die sich bereits zutrugen in die Gegenwart zerrten. Wenn es mehr als zu einer Erinnerung wurde die wieder hervorbrach. Wenn sich sattdessen die Zeiten miteinander verwoben und den umgebenden Personen andere Gesichter und Stimmen gaben, sodass es ihr kaum noch möglich war das Jetzt vom Damals zu unterscheiden. Desorientiert und nahezu unfähig auf das Umfeld korrekt zu reagieren, die Individuen um sich als jene wahrzunehmen die sie wirklich waren, war sie im ersten Augenblick auch dieses Mal, doch sie hat ihren Zustand wie durch einen Schleier erkannt und sie war bald durch das konfuse Gewirr der Straßen geflüchtet an einen Ort der etwas Beständigkeit und Sicherheit versprach: Ihre Wohnung.

Als der Schub wieder abklang, lies er sie verwirrt zurück, und brachte keine Antworten. Nur die selben Fragen standen im Raum mit dem Wissen einen Fehler begangen, falsch reagiert, gehandelt, oder gesprochen zu haben. Es ist immer ein ähnliches Spiel, obwohl sie nicht weiß was es auslöst, auslösen wird und wann es kommt. Es braucht nur einen Reiz und dann durchlebt sie manches immer wieder, egal ob am Tage oder in der Nacht. Ereignisse deren Geschehen sie gerne anders in Erinnerung hätte, in denen sie anderes gesagt, oder getan hätte, es jedoch nicht tat. Es ist wie ein wiederkehrender, elender Fluch, eine Schleife in ihrem Hirn, wie peitschende Wellen die verdrängtes und auch einst als unwichtig abgetanes aufwühlen und hervorwerfen. Manches Mal gelingt es ihnen ein Verstehen hervorbringen und ein Wissen in Zukunft andere Wege beschreiten zu können. All zu oft bleibt es aus. Die Erkenntnis ist nicht greifbar, so wie auch heute. Wie für gewöhnlich ist sie, einsam, allein mit sich selbst und ihren Gedanken, dem Wissen dass neue Wellen drohen könnten, mit zitternden Händen und einer Anspannung wie vor einer großen Schlacht, ohne die Möglichkeit mit jemanden sprechen zu können, der ihr Antworten geben könne.
Doch hat sie wirklich niemanden? Kann sie mit niemanden Reden und sich anvertrauen? Die Magierin wirft einen Blick hinaus durchs Fenster. Es ist noch stockfinster. Wie spät es wohl sein mag? Wie lang sie in ihrer Unruhe verharrte? Sie verliert jedes Gefühl für die Gegenwart wenn sie diese Nachhallerinnerungen einholen und sie mit sich kämpfen lassen. Trotz der Ungewissen Stunde zögert die Shin nicht. Venditius schläft vor der Tür oder wacht und harrt dort und hat ihre Unruhe sicher längst bemerkt. Vor ihm kann sie es jedoch nicht wagen diese Schwäche offen zu zeigen, und dort wohin sie zu gehen gedenkt, wird sie seiner Dienste nicht benötigen. Hoffentlich.

----> Glyn-y-Defaid

This post has been edited 1 times, last edit by "Atevora" (Dec 9th 2013, 10:07am)


Atevora

Unregistered

24

Tuesday, January 7th 2014, 8:35pm

<---- Haus der Heilung zu Talyra (Llwyfanen Llawr)


1. Blätterfall 513


Pock, pock pock. Tönt es mitten in der Nacht vom Fenster her durch den Raum. Atevora lag im ihrem Bette noch kaum im Schlummer und weiß wohl wer es sein mag, der zu dieser Stund ans Fenster klopft. Ein Schnabel ists von einem Vogel so Schwarz wie die Nacht. Schlagartig öffnet die Magierin die Augen, setzt sich in ihrem Bett auf und schiebt ihre Beine über die Bettkante. Sie nimmt einen bereitgelegten Umhang und legt ihn über den Arm während sie mit bloßen Füßen über die Holzdielen schleicht und leise die Tür öffnet. Natürlich sinnlos, der Narg schlief nicht, sondern wachte sorgsam vor der Tür. Sie lächelt ihn an und bittet ihn sie allein zu lassen, denn vor dem Fenster wartet Besuch. Pock Pock Pock, ertönt es neuerding, dieses Mal ungeduldiger und fordernder. Ohne Widerworte, oder ein Hinterfragen oder auch nur ein Wort zu sprechen nickt er nur und kommt der Narg der Aufforderung nach und durchmisst mit großen langen Schritten den das wohnliche Zimmer und begibt sich die gewundene Treppe in seinen eigenen Bereich hinab. Pock Pock Pock! Tönt es wieder, laut und eindringlich, als wollt die Scheibe bald klirrend brechen und Atevora öffnet bevor es gar tatsächlich geschehen kann. Herein geflattert kommt ein eindrucksvoller Vogel, ganz im dunklem Kleid und doch nicht bar von jeder Farbnuance, denn sein Gefieder schimmert silberfarben im Licht des Mondes. Doch dann weichen die Federn zurück und bald sitzt, nein kniet, eine Frau kleiderlos wie die Götter sie schufen vor Atevora und sie wippt gleich darauf vom Schmerz der Wandlung gepeinigt mit dem Oberkörper hin und her. Kurz ruhen der Eismaid Augen auf der Blöße, doch nicht Lustvoll, sondern mit Acht mustert sie den Körper ob er unbeschadet blieb oder Anzeichen einer Verletzung zeigt die versorgt gehört. Die Haut scheint makellos. Mit einer Bewegung faltet die Magierin den Mantel auf und legt den samtweichen Stoff um die nackten Schultern, lässt sich in die Knie zu der Frau sinken und streichelt sanft, liebkosend wie eine Mutter ihrem lieben Kind um Trost zu spenden über der jungen Frau Wange um die Bewegung zu Enden. Es gelingt. Die Augen glänzen von ungeweinten Tränen feucht und klar in der nächtlichen Dunkelheit des Raumes, als die junge Frau ihren Kopf der Magierin zuwendet, die ihr ein mildes Lächeln schenkt. „Alles wieder gut?“ Erkundigt sie sich gutmütig und sanft. Ein stummes Nicken antwortet ihr, und die Eismaid erhebt sich, tritt zum Fenster durch das die kühle Nachtluft in den Raum dringt. Kurz lässt sie den Blick über die Dächer schweifen - doch Via erspäht sie nicht und so schließt sie das Fenster sorgsam wieder um die Kälte wieder auszusperren. „Dann erstatte mir Bericht.“

Atevora

Unregistered

25

Thursday, March 20th 2014, 7:12pm

Es ist ein sehr beschaulicher und sonniger Tag, als Atevora auf der Eckbank an ihrem Tisch sitzt der von Zetteln, Bücherseiten, Wachstafeln und Folianten nebst Griffel, Feder und Tinte schier übergehen zu droht. Geschäftliche Rechnungen, Zinsen, Einnahmen, Ausgaben, Risikokalkulation, Investitionen, Tageslosungen, Berichte, Aufstellungen und hieroglyphische Zahlenauflistungen und Reihen kämpfen miteinander ums vorrecht und wollen durchgesehen, berechnet, abgewogen und überprüft werden. Während der Magierin der Kopf langsam vor Zahlen schwirrt, und die Additionen den Subtraktionen tanzen und siedie Mutiplikationen sowie die Divisionspünktchen bereits in Wilder jagt nicht nur über das Blatt, sondern durch ihre ganze Wohnung hetzen sieht, und sich zusätzlich in stiller Zwiesprache mit ihren Schreibutensilien befindet, sitzt Venditius eine Etage tiefer und geht einer seiner liebsten Beschäftigungen nach. Er entwirft Lederwämse, und er ist wirklich sehr gut und mittlerweile sogar sehr kunstfertig darin. Das hat dazu beigetragen, dass nun auch Atevora Kleidung besitzt, die zumindest ein wenig Schutzwirkung hat, und die Gespräche und Diskussionen über Sinnhaftigkeit, Praxistauglichkeit und Unsinn bezüglich modischer Wünsche und Abänderungen sind mit dem Narg auch immer ganz amüsant. Womöglich konfrontiert sie ihn sogar ab und an ganz absichtlich mit kapriziösen Wünschen die er zumeist dann tatsächlich umsetzt, oder es zumindest versucht.

Die Magierin addiert soeben wieder eine weitere Zahlenwurst von Einnahmen, und lässt die Federspitze in das Tintenglas tauchen, als sie Venditius schwere Schritte auf der gewundenen Treppe hört. Fragend ziehen sich der Eismaid schmalen Augenbrauen zusammen, und sie blickt zum Narg, der im Aufgang erscheint. Sie möchte sich erkundigen was denn sei, doch er bedeutet ihr nur still zu sein. Er wirkt als lausche er, und geht geradewegs zum Eingang ihrer oberen Etage. Dann klopft es schon laut und vernehmlich. Er muss Schritte im Treppenhaus vernommen haben. Sein Gehör ist bemerkenswert. Schwungvoll öffnet der Narg die Tür.

Wer auch immer davor steht, ist mit einem zweienhalb Schritt großen leicht, echsenhaft aussehendes Wesen mit bronzefarbener Haut und klauenhaften Händen konfrontiert, dessen Haupt beinahe an der Decke kratzt. Die Reißzähne, die sich beim Sprechen zeigen, dürften ebenfalls nicht gerade vertrauenserweckend wirken, ebenso wenig wie seine harte dunkle Stimme, wobei, nein, der dunkle grollende Bass ist vermutlich noch das was am angenehmsten erscheinen und obskurer Weise ein Gefühl von Schutz vermitteln könnte, das heißt sofern der dazugehörige Narg in den eigenen Reihen und nicht einem Gegenüber steht. Es ist klar, er ist niemand der mit sich verhandeln lässt, er ist in seiner Aufgabenerfüllung gewissenhaft, und unbestechlich und sein Naturell entspricht sicher nicht dem einer überfreundlichen Kaffeekränzchendame, was seine Wortwahl auch sogleich bestätigt. Ohne große Umschweife, oder höfliche Floskeln, erkundigt sich der Narg sofort gerade heraus wer die Männer seien und was ihre Absichten sind, und seine Hand ruht dabei unmissverständlich auf der Axt die er, wie Atevora nun erkennt, am Gürtel bei sich trägt.

Tiandaril

Unregistered

26

Friday, March 21st 2014, 4:01pm

Die beiden finden sich einer riesigen Gestalt gegenüber, einem Sandnargen. Tiandarîl bleibt ruhig, der Blick ganz dem Haupt, ein wenig auch der Axt, des Riesen gewidmet. Angst zeigt sich jedoch nicht und ist auch nicht vorhanden. Leben und Tod sind nur zwei Seiten der gleichen Münze. Wenn man diese Lehre akzeptiert und verinnerlicht, ist Angst um das eigene Leben ein nicht existenter Zustand. Somit zuckt der Elb auch nicht. Schreckhaftigkeit ist das Ende des törichten Kriegers, Kontrolle und Wahrnehmung hingegen sein Triumph. Die imposante, durchaus bedrohliche Erscheinung spricht der Elb seinem eigentlichen Erbfeind jedoch nicht ab. Vorsicht ist geboten, aber zumindest vernimmt der Elb keinerlei agressives Gebahren. Manch einer mochte eine rohe, wilde Art als solches deuten, aber wahre Aggressivität und Mordlust stehen in einem ganz anderen Kapitel geschrieben. "Einen schönen Tag, der Herr.", beginnt der Elb also ruhig, wie ein Bambushain bei Windstille. "Mein Freund und ich würden sehr gerne Eure Frauin Atevora sprechen, wenn dies denn möglich ist." Dabei sieht er dem Hünen in die Augen, hat dabei jedoch weder einen bedrohlichen, noch provokativen oder abschätzigen Blick. Dabei zaubert sich sogar ein leichtes Lächeln, das mehr einem Muskelzucken aufgrund von Magnesiummangel gleicht, auf seine Lippen. Die linke Hand ruht an der Scheide seines Schwertes, die Rechte distanziert sich aber vollkommen von einer herausfordernden Haltung. Generell die Haltung, die durchgehend gezeigt wird, um das kostbare Holz nicht herumbaumeln zu lassen, während man zeitgleich in der Lage ist, nicht tödliche Schläge auszuteilen und Angriffe zumindest rudimentär abzuwehren. Hoffentlich würde der Narg diese Haltung nicht als aggressiv aufgreifen, aber ein erfahrener Kämpfer, sollte eine solche Situation gut genug einschätzen können. Probleme mag es vielleicht aber doch geben, denn zumindest der Elb ist nicht bereit, seine Waffe seinem Gegenüber zu überlassen. Das Schwert ist die Seele des Kriegers und seine Seele vertraut man keinem Fremden an. Normalerweise hätte er einen Schüler, der dies übernehmen würde, aber diese sind vermutlich gerade bei ihren Übungen in der Schule der hohen Kampfkünste. Im Falle eines Konfliktes würde der Silberelb draußen warten, Learcan alleine und der Narg würden sicherlich ausreichen, um die Shin zu beschützen, falls wirklich ein Anschlag in Planung sein sollte.

27

Saturday, March 22nd 2014, 11:39am

Den Narg hatte Learcan fast vergessen. Erwartungsvoll rechnet Learcan damit, dass sich Atevoras lieblich bleiches Antlitz in der Tür zeigt und er setzt schon zu einem breiteren Lächeln an, um sie zu begrüßen. Doch statt der zarten Shin sieht sich Learcan nun der riesigen, bedrohlich wirkenden Gestalt des Sandnargen gegenüben. Sein Lächeln erstirbt sofort und er greift instinktiv zum Griff seiner Waffe, entspannt sich aber augenblicklich wieder, als er die Situation überblickt. Es ist nur der Wachhund der Magierin, von dem Learcan schon hörte. Trotzdem beobachten sich Nordmann und Narg einen Moment lang argwöhnisch und abschätzend, während Tiandaril äußerlich ruhig bleibt und sehr höflich ihr Anliegen vorträgt.
"Eure Herrin", verbessert Learcan beiläufig. "Mein Name ist Learcan und dies ist der werte Herr Tiandaril", ergänzt Learcan noch, damit der Narg weiß, wen er zu melden hat. Es ist ungewohnt für Learcan, zu jemandem so weit hochzublicken zu müssen. Sehr oft kommt das nicht vor und dem Normander gefällt es nicht besonders. Genauso wenig wie ihm die riesige Streitaxt des Nargen gefällt. Aber ähnlich wie Tiandaril rechnet Learcan nicht mit echten Schwierigkeiten, obwohl er sehr wachsam bleibt. Geduldig wartet er darauf, dass ihnen Einlass gewährt wird. Mit oder ohne Waffen, denn der Normander vertraut der Herrin dieses Heims und somit ein Stück weit auch ihrem Wachhund. Vor allem aber dem ungeschriebenen Gesetz, dass keinem Gast in einem Hause Gefahr für sein Leben drohen sollte.

Atevora

Unregistered

28

Saturday, March 22nd 2014, 3:27pm

Die gelassene und emotionsferne Stimme an der Tür kommen ihr vertraut vor, doch es dauert einen kleinen Augenblick bevor sie den angenehmen Klang zuteilen kann. Ja natürlich! Und dann hört sie bereits eine Zweite, ebenso bekannte dunkle Herrenstimme, die dem Narg gegenüber die Namen nennt. Es verwundert sie schon ein wenig, dass die Beiden hier erscheinen, doch sie hat vor sie gebührend zu empfangen. Das bedeutet allerdings ihren Leibwächter zurückzupfeifen, denn auch wenn sich der Schwertmeister sehr offen gegenüber Nargen präsentiert hat, möchte sie dies keinesfalls unnötig auf die Probe stellen. Auch ein Elb mit den besten Absichten und bisher sehr gleichmütigem Auftreten kann sich durch einen sehr eifrigen Leibwächter mit der Hand an einer Axt provoziert sehen. Die Vergangenheit der Langlebigen ist nun einmal angereichert mit konflikthaften Auseinandersetzungen – und ja das ist eine wundervolle Untertreibung – mit den Nargen, und hier können Emotionen aufkochen. Emotionen sind unberechenbar und verleiten zu unbesonnenem, unlogischen Verhalten, sodass das Risiko besteht, dass es vollkommen gleichgültig wird, dass sich die Männer hier vor ihrem Heim befinden, in dem ihre Regeln gelten, und der Narg nur gewissenhaft seine Arbeit verrichtet.

Hurtig erhebt sich die Magierin von ihrem Sitzplatz, drängt sich aus der Enge zwischen Sitzbank und Tisch, und durchmisst mit zügigen Schritten ihren Wohnraum um mit raschelndem Stoff ihrer hellen und Figur schmeichelnden Kleidung dem Eingang entgegen zu eilen.

Der Narg indes wirkt im Eingang wie eine unüberwindbare Mauer, und doch verdeckt er die Personen vor der Tür nicht gänzlich. Ihr Leibwächter möchte schon ansetzen, dass die Personen ihre Finger von der Waffe nehmen sollen, denn die Hand an der Waffe ist hier in diesen Räumen nicht erlaubt, da wird er allerdings im Ansatz unterbrochen. „Learcan! Tiandaril!“ Hört man es mit heller Stimme freudig klingen. Der Narg blickt nach hinten und dreht seinen Körper ein wenig zur Seite, damit er den Blick besser auf die zwei Besucher frei gibt.

„Welch freudige Überraschung, wie schön euch Beide zu sehen. So kommt doch herein!“ Klingt es mit milder Euphorie, während der Narg seiner Herrin Platz macht um zu den Männern an der Tür zu gelangen, und diesen in Folge auch ungehindert zu ermöglichen in die Wohnung zu treten. Aufmerksam bleibt er dennoch, um gegebenenfalls zur Stelle zu sein und die Magierin zu schützen. „Ich danke dir Venditius, wenn du willst, kannst du wieder nach unten gehen.“ Doggra tauscht noch einen Blick mit seiner Herrin, als wollte er etwas bestätigt sehen, dann nickt er und zieht sich dezent zurück. Das heißt so dezent es ein Narg eben vermag, der Aufrecht kaum in die Wohnung passt. Eben aus dem Grund hat er vermutlich auch wenig dagegen wieder nach unten gehen zu können, denn ein Stockwerk tiefer kann er sich tatsächlich auf die Zehenspitzen stellen, ohne sofort mit den Schuppenplatten am Kopf gegen die Decke zu stoßen. Außerdem wird die Magierin schon wissen, weshalb sie vor den Beiden ihre eigenen Regeln beugt. Ja, das tut sie auch. Sie war bei dem Silberelb über Nacht zu Gast und dabei auch noch betrunken. Wollte er, oder Learcan ihr böses, hätten sie an diesem Tag jede Gelegenheit dazu besessen ihr etwas anzutun. Aus diesem Grund bringt sie ihnen auch das Vertrauen entgegen mit den Waffen eintreten zu dürfen, die sie sonst in ihren Räumen nicht an der Seite ihrer seltenen Gäste duldet.

„Mit Eurem Besuch hatte ich gar nicht gerechnet. Was verschafft mir die Ehre? Bitte kommt nur weiter.“ Mit den Worten geht sie zurück und führt ihre Gäste in den großzügig dimensionierten Wohnraum, der im Winter vermutlich unmöglich ausreichend angenehm zu temperieren ist. Der Tisch ist noch immer fast vergraben von unzähligen Aufzeichnungen, Büchern, Tafeln und Pergementrollen, doch obwohl er schier vor Last überquillt, wirkt es nicht wild oder chaotisch, denn die Blätter und Wachstafeln sind akkurat aufeinander geschlichtet, und alles liegt säuberlich zum etappenweisen Aufarbeiten am Tisch bereit. Die übrige Wohnung erweckt eher einen kargen und leeren Eindruck. Zwar sind die Möbel eindeutig aufwendig mit einigen kunstvollen Intarsien und Schnitzereien versehen, und es ist mehr als ersichtlich, dass deren Erwerb durchaus kostspielig war, doch ansonst befindet sich kein Zierelement irgendwo im Raum. Fiele das Licht nicht durch die gelben Butzenscheiben in der Wand würde der Raum äußerst kalt und unpersönlich wirken, und davon könnte nicht einmal das große Graubenfenster Ablenken, welches viel Helligkeit in den Raum transportiert. Hier findet das Auge keine Vase, kein Deckchen, keine süßen Figuren, keine Bilder an der Wand. Nur einige Bücher sind gestützt von zwei Buchhaltern zu erkennen, und erwecken zusätzlich den Eindruck, dass sie es hier mit keiner verarmten Frau zu tun haben, denn Bücher sind sehr teure Güter, und da ist natürlich die Puppe die Tiandarils jüngster Schützling für Atevora gefertigt hat. Sie sitzt im Eck, auf der Lehne der Eckbank, und überschaut mit den Knopfaugen kritisch den ovalen Tisch mit den darauf befindlichen unterlagen, und wirkt insgesamt vermutlich ein wenig verloren und deplatziert in der Wohnung.
„Entschuldigt die Unordnung.“ Meint die Magierin, als ihr Blick zum Tisch hin streift, der mit der Fülle der darauf befindlichen Unterlagen insgesamt gar nicht so unordentlich wirkt, nur eben etwas angeräumt. „Gehen wir doch in die Küche, der Tisch dort quillt nicht vor Arbeit über. Möchtet ihr eventuell etwas zu trinken? Ich hätte Melissen und Holundersirup, diverse Teesorten hier, und einen nicht entkorkten halbtrockenen Wein.“

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Tiandaril

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29

Tuesday, March 25th 2014, 11:47pm

Tiandaril nickt dem Narg noch einmal aufrichtig zu, als dieser sich an einen anderen Ort zurückzieht. Auch wenn der Elb nicht sonderlich viel humanoide Kenntnisse hat, so ist er doch trotzdem sehr beeindruckt, wie der Hüne hier überhaupt zu leben vermag. Viele Menschen und Elben würden ihn aus Blindheit und Unüberlegtheit meiden oder sogar hassen. Auch Elben, wenn nicht sogar vor allem das unsterbliche Geschlecht. Wenn Tiandarîls Volk einen Nachteil hat, dann ist es wohl am die Unveränderlichkeit. Kriege die hunderte oder tausende von Jahren in der Vergangenheit werden nicht selten immer noch so behandelt, als seien sie frisch, wie Tauwasser. Venditius ist für den Silbernen in erster Linie ein Krieger, seine Rasse ist in der Definitionspyramide erst weit unten zu finden. Im Glaube des Cha'an wird Rasse und Herkunft nivelliert, lediglich das, was man aus sich selbst macht ist entscheidend.

Zunächst sagt der Krieger nichts, nickt der Shin aber ruhig und für seine Verhältnisse freundlich zu. Was es zu erzählen gibt, sollte nicht zwischen Tür und Angel besprochen werden. Auch auf einen Sprachakt sollte man sich ganzheitlich konzentrieren, nicht nebenbei umherschlawänzeln, sodass die Empfängerin womöglich noch nicht einmal alles mitbekommt. Derlei experimentelle Vermischung von Handlungen überlässt Tiandarîl den Menschen, er bleibt lieber auf eines fokussiert, im Moment, den Weg hinter Atevora zu finden. Während dessen kommt er natürlich nicht herum das Zimmer zu betrachten. Bücher, ansonsten eher rustikal eingerichtet. Was in diesem Raum steht, ist hingegen von Wert und feiner Arbeit. Die Shin scheint jemand zu sein, der sich auf das Nötigste beschränkt. An sich ein Konzept, mit dem der Elb gut auskommt. Auch fällt ihm die kleine Puppe auf, die von Tyra angefertigt wurde. Nun entweicht ihm sogar ein für Menschen gut sichtbares Lächeln. Seit die Shin zu Besuch war, ist die kleine Tyra noch wilder, als je zuvor. Dabei versucht sie eine Adrettheit an den Tag zu legen, die der Shin gleicht. Mit jedem Schritt stolziert sie wie eine Dame, wirkt dabei machtumwoben, doch gütig. Natürlich ist das Verhalten der kleinen Tyra maßlos übertrieben und sie stellt sich dabei stellenweise äußerst ungeschickt an. Nichtsdestotrotz hat sie ein Vorbild gefunden und scheint dadurch einfach glücklicher zu sein.

Als sie in der Küche angekommen sind, nimmt der Elb nach dem es ihm angeboten wurde, Platz. "Einen Tee hätte ich gerne. Mit den hiesigen Arten kenne ich mich aber weniger aus. Wie sagt man: Ich lasse mich überraschen?". Während er auf das kochende Wasser wartet, fasst er noch einmal das Geschehene zusammen. Er will weder zu viel aussparen, noch zu viel plappern. Seine Antwort ist also gewohnt knapp: "Learcan ist verfolgt und angegriffen worden.". Seine Stimme dabei ist trocken, kühl, feststellend. Den Rest überlässt er dem Normander, schließlich ist dieser weitaus stärker davon betroffen, als der Silberelb. Auch wird er vermutlich mehr darüber wissen, als Tiandarîl. Eine doppelte Erklärung wäre also vollkommen unnötig.

30

Wednesday, March 26th 2014, 6:28pm

Eine Konfrontation mit dem Nargen an der Tür bleibt glücklicherweise aus, da Atevora daheim ist und die beiden Besucher sogleich freundlich willkommen heißt. Der Wachhund wird zurückgepfiffen und die Shin zeigt sich freudig überrascht. Auch auf Learcans Gesicht kehrt ein sehr positiver Ausdruck zurück.
Gemeinsam mit Tiandaril folgt er Atevora in ihren Wohnraum, der auf Learcan entgegen Atevoras Worten keineswegs unaufgeräumt wirkt. Im Gegenteil, alles scheint sehr klar strukturiert. Besondere Beachtung schenkt der Normander der Einrichtung allerdings nicht. Learcan hat generell kein Auge für Vasen, Deckchen und Zierrat. Daher vermisst er deren Abwesenheit auch nicht. Solche Dinge nimmt er entweder nur am Rande wahr oder wenn sie sich unangenehm ins Blickfeld drängen. Einzig an der seltsamen Puppe bleibt sein Blick etwas länger hängen.

Sie gehen weiter und während Learcan der Shin in die Küche folgt, sieht er sich längst nicht mehr in der Wohnung um, sondern betrachtet nachdenklich Atevoras Rückseite. Er ist sich nicht sicher, wie sie nun eigentlich zueinander stehen. Die Entwicklungen in jener nicht lange zurückliegenden Nacht haben das frisch geknüpfte freundschaftliche Band etwas kompliziert. Learcan bereut das keineswegs, aber er weiß nicht recht, ob es eine einmalige Angelegenheit war oder ob Atevora an einer Wiederholung interessiert ist. Leider gibt Atevoras Hintern, den er gerade anstarrt, keine Antworten auf diese Frage, darum schiebt er das Thema für den Moment gedanklich von sich. Schließlich sind sie aus einem anderen Grund hier.

In der gemütlich wirkenden Küche nimmt der Normander neben Tiandaril Platz. "Für mich das gleiche", äußert er seinen Getränkewunsch, denn er will nichts unnötig komplizieren. Im Grunde verspürt er nach dem Bier im Kupferkessel noch keinen großen Durst.
Tiandaril bringt dann sogleich auf den Punkt, was sie beschäftigt und hierher geführt hat. <"Learcan ist verfolgt und angegriffen worden."> Damit ist ja eigentlich schon alles Wesentliche gesagt. Dennoch sieht sich Learcan veranlasst, die Geschehnisse noch etwas weiter auszuschmücken:
"Ich habe einen der Verfolger wiedererkannt. Ein hässlicher Kerl mit Ausschlag. Er ist mir schon des öfteren gefolgt. Du hattest Recht",sagt er in Richtung Atevora, "sie sind hinter dem Stein her. Der Kerl hat es eindeutig zugegeben. Und nun scheinen sie ungeduldiger geworden zu sein und schrecken wahrscheinlich auch vor Gewalt nicht mehr zurück." Leichte Besorgnis schleicht sich in Learcans Blick: "Du solltest ebenfalls vorsichtig sein und dich zukünftig vielleicht öfter von deinem Nargenfreund begleiten lassen", rät er ihr und wirkt dabei nachdenklich.

Schließlich wendet er sich an Tiandaril: "Der Stein, um den es geht, ist das Erbe meines Vaters. Nicht von dem Vater, der mich großzog und den ich für meinen Erzeuger hielt, sondern von meinem leiblichen Vater, von dessen Existenz ich lange Zeit nichts wusste. Es sind seltsame Runen auf dem Stein, die mir bisher niemand deuten konnte. Ich dachte, dass der Stein nur einen persönlichen Wert besitzt. In Talyras Bibliothek fand ich in einem uralten Buch jedoch ein paar sehr brauchbare Hinweise. Anscheinend gibt es mehrere von diesen Steinen und sie scheinen von großer Bedeutung zu sein. Dennoch gibt mir das Ganze noch immer eine Menge Rätsel auf. Das einzige, was ich weiß ist, dass sich- seit ich in Talyra bin- noch jemand anderes für diesen Stein interessiert.
Learcan zögert einen Moment, dann fördert er seinen Stein etwas umständlich zu Tage, denn er hat ihn gut versteckt in seiner Kleidung verborgen. Vorsichtig, als hätte er ein frisch geschlüpftes Vögelchen in der Hand, hält Learcan den Stein dem Elben entgegen, damit dieser ihn betrachten kann. Der blasse Mondstein wirkt sehr harmlos und nichtssagend in der großen Pranke des Nordmanns.

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