You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Weltenstadt Forum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

46

Sunday, December 2nd 2018, 10:59pm

Sigourny lässt den Zwerg mit dem Pergament und dem Silberstift allein, lässt aber auch die Flasche Uisige und das Glas stehen. Im Schankraum ist es nach dem Tumult um die Flammenblüte etwas ruhiger geworden, ein Teil der Gäste ist mit den diversen Pfirsichen in den oberen Stock verschwunden, andere haben ihre Gläser geleert und das Gasthaus verlassen, so wie ein Halbelb, der nur der Gespräche wegen in den Pfirsich kommt. Im Gehen wirft er Sig einige Münzen hin. „Auch wenn ihr die Runden auf euch genommen habt: Ich habe keine Blüte, werde mir so ein Ding nie zulegen und drum zahl ich wie immer meine Zeche. Gehabt euch wohl Madame, man sieht sich!“ Einige wenige sitzen noch an Tischen oder, allein oder in holder Begleitung, in den Nischen. Tane lümmelt am Tresen herum, wie immer scheinbar unbeeindruckt von allem und doch: Es liegt ein glitzern in den Augen, dass Sig eine Augenbraue empor zeihen lässt. „Die meisten sind noch oben aber Ide hat aus unserem Gast mit der Urblüte noch herausbekommen, wo er den vermaledeiten Zettel her hat: Er arbeitet an den Docks und dort, also im Hafenviertel hat er den Schrieb von einem Gassenjungen in die Hand gedrückt bekommen, in der Nähe von Fliegengrund und Handwerksviertel. Und da das Geschäft unsere „Künstlers“ nicht weit ist, hat er sich gleich den Hintern verschönern lassen und kam dann hierher … zumindest hat er das behauptet“.

Das ist eine Spur, wenn auch eine magere. Und dieser würde sie morgen nachgehen zumindest hat sie das vor. Doch eher Sigourny beginnen kann, weitere Pläne zu spinnen, schwebt eine mehr oder minder säuerliche Amitaba die Treppen herab. Ihr Kunde, ein blasser Milchbubi, schleicht hinter ihr herunter, himmelt die schwarze Perle an wie ein liebeskranker Köter und stolpert beim Verlassen des Schankraumes beinahe über seine eigenen Füße. „War der überhaupt alt genug um hier zu sein?“ Die ehemalige Nandésklavin zuckt die Schultern. „Ich bin froh, dass der noch grün hinter den Löffeln war und sich im Bad in erster Linie die Tätowierung versorgen und ein wenig … naja Nachhilfe in weiblicher Anatomie haben wollte. Denn ansonsten …“ Und nun blitzt in den schwarzen Augen blanker Zorn „Müsste ich Dobesto sehr weh tun. Wo bei allen Göttern und Archonen steckt dieser verdammte Kobold? Das Wasser steht still eine der Nebengemächer ist überflutet!“ Dobesto …. Mit einem Mal wird Sigourny bewusst, dass die den Kobold schon den ganzen Tag nicht zu Gesicht bekommen hat, ist er doch normalerweise immer dort zu finden, wo es Ärger gibt. „Ich seh in seinem Kobel nach, ihr haltet die Stelle. Und das Bad ist für heute geschlossen, lasst euch was einfallen, wenn wer da rein will!“ Mit diesen Worten hastet Sigourny die Treppen hoch. Im ersten Stock begegnet ihr Briant, die ihr mitteilt, dass für den neuen Gast alles bereit sei … und ganz unschuldig hinzufügt, sie könne ihm gern Gesellschaft leisten, wenn er das wolle. „Wenn er will … aber bedräng ihn nicht, Aufregung haben wir heute schon genug. Und wer weiß, ich habe das Gefühl er wird hier vielleicht länger logieren …“ Sie zwinkert der Mogbar zu, hastet aber dann weiter in den zweiten Stock und von dort ins Dachgeschoss. Am hintersten Ende des Ganges befindet sich zwischen den Dachbalken der Kobel des Koboldmagiers. Leises Getuschel ist daraus zu hören.

„Dobesto! Ich weiß, dass du da bist, komm raus ich muss mit dir reden.“ Es dauert einige Sekunden, dann öffnet sich die Tür und ein reichlich verdrießlicher Kobold steckt seine spitze Nase heraus. „Was ist?“ brummelt er, in einem Ton, der eine Mischung aus Schuldgefühl und Angriffslust verspricht.

„Was los ist? Hast du vergessen, dass du Dienst im Bad hättest? Amitaba ist stocksauer und ich bin es auch. Da unten geht Roha halb drauf und du hockst hier oben und vergnügst dich … schau nicht so ich bin nicht von vor drei Siebentagen, ich weiß, dass du da eine Elfe oder Kobold Lady oder was weiß ich wen drin hast … außerdem ist dein Hemd falsch gebunden und ein Hosenstall steht offen!“

„Ahh … also … ich meine darf man sich hier nicht einen freien Tag gönnen? Ich meine immerhin halte ich de Wasserspiele am Laufen, Tag ein Tag aus, da wird doch mal ein Abend mit meiner L……, mit meinem Schätzchen drinnen sein. Außerdem. Was regt sich die feine Lady so auf, hat doch mit dem Spitzohr beschlossen, heute vor der Stunde des Dunklen zu schließen und das ist meiner geringen Meinung nach in wenigen Minuten soweit. Was will die schwarze Perle da noch in ihrem Bad anstellen? Ich kann dir aus Erfahrung sagen, die braucht mit ihren Freiern immer eine Ewigkeit und das was meine armen Koboldaugen da zu sehen bekommen, soll meine arme Seele nicht aufregen? Nur zusehen und kein Vergnügen … ich denke da ist mir ein freier Abend schon mal vergönnt. Hä!“ Streitlustig hat der Knirps die Fäuste in die Seiten gestemmt. Sind denn heute wirklich alle übergeschnappt? Sigourny fühlt sich so unsagbar müde und wenn sie jetzt mit diesem renitenten Kobold seine Arbeitszeiten und Vergnügungen ausdiskutieren muss, würde sie ihn an die Wand klatschen, so wahr ihr Inari helfe. „Dobresto …“klingt eine dünne Stimme aus dem inneren des Kobels. „Alles gut mein Schätzchen, ich regle das schon. Immerhin bin ich ein freier immerländischer Kobold mit dem Recht auf Freizeit. Jawohl! In dieser Angelegenheit hat mich mein Vetter vierten Grades der mit der Halbschwester der Großnichte des Cousins siebten Grades vom Ziehbruder Pumquarts verheiratet ist, aufs genaueste beraten.“ Der kleine Wassermagier scheint zu meinen er kann Sigourny mit der Verwandtschaft zum Koboldmagier der Steinfaust beeindrucken – sei diese nun echt oder eben erst erfunden. „Ach … halt den Schnabel!“ herrscht ihn die junge Frau hingegen an. „Für heute habe ich keine Lust mehr auf solche kindischen Diskussionen, mir reicht es. Aber das Thema ist noch nicht vorbei, das ist sicher. Und wenn du deine Stelle hier behalten willst, meldest du dich morgen zur Mittagsstunde im Bad und wehe ich hör noch Klagen, dann fliegst du mitsamt deinem Kobel und wer auch immer noch da drinnen hockt raus!“ Mit diesen Worten macht Sigourny am Absatz kehrt und stürmt die Treppe hinunter, und das nicht gerade leise und damenhaft.

So überhört sie, dass der Kobold sich im umdrehen an seine geheime Bekanntschaft wendet. „Ich hab dir doch gesagt, hier bist du sicher. Die Große keift nur rum, morgen ist alles vergessen. Und wenn sie schlafen, hol ich dir was zu essen …Lux, mein Schätzchen, meine Flammenblüte!“ Mit einem leisen „KLICK“ fällt die Tür des Kobels ins Schloss.
Avatar (c) by Azra 8)

This post has been edited 3 times, last edit by "Sigourny" (Dec 4th 2018, 7:08pm)


47

Monday, December 3rd 2018, 7:21pm

„Ach verdammt!“, „Es tut mir leid!“, „ … “, „Komm, ich kauf dir auch deinen Lieblingswein.“, „Wenn ich wegen deiner Dummheit ausfalle, kommst du mir mit einem billigen Wein nicht davon.“ Der Blick des leise mit dem Edelpfirsich streitenden, von einem der oberen Räume hinab kommenden, Gastes ob des Wortes „billig“ lässt Dar unvermittelt und ohne echte Belustigung kurz schmunzeln. Die rechte Hand des Pfirsichs ist stark gerötet, die Handinnenfläche von dicken Blasen übersäht und ihr Gesicht trotz der nur leicht gepresst klingenden Worte von starken Schmerzen gezeichnet. „Annest, bring mir eine Zwiebel, dieser… Gast hier meinte, bei seinen Kerzenwachsphantasien das rote Seidenkissen und beinahe das ganze Bett dazu noch in Brand stecken zu müssen. Hab's grad noch gelöscht gekriegt, aber du siehst ja selbst.“ Als Dar, aus einem Reflex heraus, zu ihr an die Bar eilt, die beiden Briefe darauf ablegt, mit einem Glas beschwert und drei – vermutlich zur Getränkekühlung dort platzierte – Kenenore, aus einem Krug klaubt, kann Annest es nicht vermeiden tadelnd zu dem sich nähernden Zwergen zu schauen. „Es tut mir leid Herr Zwerg, aber ich stehe euch heute nicht mehr zur Verf- Hey!“ Mit kräftigem Griff zieht Dar die Hand des Pfirsichs zu sich herab, das die darauf platzierten Zwiebelscheiben, ein vielgenutztes Hausmittel gegen Verbrennungen, von der Handfläche rutschen und so Platz für die Kenenore schaffen, die Dar ihr, in seine ledernen Geldkatze gesteckt, dass sie nicht direkt auf der Wunde ruhen, in die von Brandblasen bedeckte Handflläche, des so heftig wie vergeblich daran zerrenden Pfirsichs, gleiten lässt. „Oh… Danke! Das, das tut …danke!“

Ihre Hand nun endlich wieder freigebend, erkundigt Dar sich nach der Intensität der Schmerzen. Ihren leisen aber sehr … bildhaften Flüchen, die selbst so manchen Seebären, und also erst recht Dar, zum Erröten zu bringen vermögen, folgt ein: „Was denkst du denn?“ Aber der Umstand das dieses Eingeständnis großer Schmerzen den Zwergen gar noch zu erfreuen scheint, bringt einen weiteren Schwall leiser, wie dieses mal wider Dar direkt gerichteter Verwünschungen zu Tage, das es ihm alleine schon vom Zuhören ganz warm um die Ohren herum wird. Andererseits ist er sich nun endgültig sicher, dass sie auch keinem Schock erlegen ist. »Das meiste von dem, was Ihr mir zu tun empfahlt, Teuerste, geht rein anatomisch schon gar nicht, aber ich wollte auch nur die Freude zum Ausdruck bringen, dass der Schmerz zeigt, dass die Wunde nicht zu tief und Narbenbildung also auch noch vermeidbar ist. Und Ihr«, wendet sich Dar an Annest, die schon nach einem schweren Bierkrug gegriffen hatte den vermeintlich aufdringlichen Gast damit in seine Schranken zu verweisen. »…Ihr könntet nicht zufällig etwa Arganöl wohl auftreiben, das diese Dame auch wirklich keine Narben zurückbehält?«

Ob es nun Dars gewinnendes Lächeln ist, das die alte Köchin überzeugt, ihn mit dem Edelpfirsich alleine zu lassen, oder – sehr viel wahrscheinlicher – das von dem Frogar unbemerkt in dessen Rücken getätigte Nicken eines schon eine Weile am Tresen herumgestanden habenden Menschen, wer vermag das schon zu sagen? Auf jedenfall nimmt Dar der Köchin die Rolle Mullbinden ab, sie geschickt und sicher um die verletzte Hand zu wickeln und nach ein, zwei Lagen kurz innezuhallten, die flusskieselgroßen Kenenore aus der Geldkatze heraus und in die nun bereits teilverbundenen Handinnenfläche zu legen und mit zwei weiteren Bahnen des Verbandes (nicht zu) fest zu fixieren. »Wenn eure Köchin mit dem Arganöl kommt, nehmt die Steine fort, benetzt den Verband über den Verbrennungen mit dem Öl und ich bin sicher, das die Hand in nullkommanichts wieder ganz die Alte und zu allen Verdorbenheiten wieder im Stande sein wird.«, sprichts, lächelt halb traurig, halb anzüglich und greift sich seine Briefe um just da die Treppe hinab kommende Briant zu entdecken. »Ah, wunderbar! Du kannst mir nicht zufällig den Weg zu meiner Kammer weisen? Ich bin ja sooo mühde.«, wobei das an diese Worte sich anschließende herzhafte Gähnen jede Frage einer in dieser Bitte, mehr oder minder, versteckte Einladung an den Pfirsich recht eindeutig, wie negativ beantwortet.

»Ah, und diese Briefe hier«, gähnt Dar ein weiteres Mal herzzereissend. »Könnte die wohl eines eurer Schankkinder morgen Früh austragen?« Das Sigourny ihn gebeten hatte einen weiteren Brief zu begutachten hat Dar inzwischen vollkommen vergessen, wirft vielmehr nur seine Rüstung auf's Bett und wendet sich mit einem erneuten Gähnen dem im Zimmer stehenden dampfenden Badezuber zu. »Danke!« richtet Dar noch ein Abschiedswort über seine Schulter an Briant, ehe er sich entkleidet, mit einem wohligen Seufzen und geschlossenen Augen in das heisse Wasser sinkt und ob seiner Müdigkeit nur hofft nicht darin einzuschlafen, unterzugehen und…
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

This post has been edited 2 times, last edit by "Dar" (Dec 3rd 2018, 10:03pm)


Shalhor

Stadtbewohner

Posts: 140

Occupation: Schiffbauer / Reeder

Location: Talyra

  • Send private message

48

Monday, December 3rd 2018, 11:25pm

Wie Shalhor mit Madam Sigourny besprochen hatte, wenn auch deutlich später als erwartet. nutzt der Elb das magische Gewirr, um sich kurz nach dem Verlassen der Goldenen Harfe von einem ruhigeren Seitengässchen aus, schnell und vor allem unbeobachtet in ihr Kontor zu porten, dass er zu dieser Stunde verlassen und dunkel vorfindet. Nur durch ein kleines Fenster hin zum Hinterhof dringt ein schwacher Schein kühlen Mondlichtes in diesen Raum. Doch das genügt scharfen Elbenaugen, sich darinnen zu orientieren. Ein paar Schriftstücke hat die schwache Windhose, aus der er getreten war, vom Schreibtisch gefegt, die abzugleichenden Inventurlisten womöglich, erinnert sich seine Lordschaft an das Gespräch mit der Hausherrin, bevor das Unheil seinen Lauf zu nehmen begann (zumindest für ihn) und hebt sie auf, um sie fein ordentlich übereinander arrangiert zurück auf den Schreibtisch zu legen. Du schindest Zeit, mahnt er sich selbst und gerade die haben sie nicht im Überfluss, denn die Schwarze Stunde wird nicht mehr ewig auf sich warten lassen. Und wenn er schon mit leeren Händen wieder kommt (so wenigstens glaubt er), müssen sie andere Vorkehrungen treffen, um für den angekündigten "Besuch" gewappnet sein.
Mit einem tiefen Seufzer, den sich Shalhor nur erlaubt, weil er hier unbeobachtet ist, knöpft er sich den Mantel wieder auf, um an den Schlüssel in der Innentasche seines Surcots zu gelangen. Der Besuch bei Borgil macht ihm mehr zu schaffen, als er sich eingestehen mag. Und was gäbe er jetzt nicht alles für einen ordentlichen Becher Rûm oder Arrak, oder doch gleich Zwergen ... Nein! Alles nur nichts zwergisches Sein Bedarf an Zwerg ist für heute wahrlich gedeckt. Und wo er gerade dabei ist, scheiß auf Arien ayrkiot Zêan! Wenn eine Frau das nächste Mal eine mysteriöse Nachricht erhält, nimm gefälligst die Beine in die Hand und lauf! Lauf so schnell Du kannst! Jetzt und hier ist das natürlich nicht mehr möglich, also fügt er sich ins Unvermeidliche.
Die Tür führt ihn direkt in den Schankraum, wenn auch an dessen rückwärtige Seite, wo er Madam Sigourny sofort entdeckt, was bei ihrem auffälligen, weißblonden, langen Haar auch keine große Kunst ist und steuert geradewegs auf sie zu. Er weiß noch gar nicht, wie er ihr schonend beibringen soll, nichts in Erfahrung gebracht zu haben. Wobei nichts SO nicht ganz stimmt. Soll er es vielleicht doch auf einen Versuch ankommen lassen? "Madam, bitte verzeiht meine Verspätung. Es war doch schwieriger als gedacht. Und wenn Ihr mir die Frage vorweg bitte erlauben wollt. Ihr habt nicht zufällig eine Fee im Haus?"
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

49

Tuesday, December 4th 2018, 12:14am

Als Sigourny, ernstlich sauer auf den verantwortungslosen Kobold, die Treppen herunterkommt, erwartet sie schon die nächste Beinahe-Katastrophe: Tashjana, ihr Edel-Pfirsich aus Ardun, lehnt am Tresen, noch blasser als normalerweise, und ihre rechte Hand ist dick eingebunden. „Was ist passiert?“ Alarmiert starrt die Wirtin die Frau an. „Einer unser Flammenblütenarschjünger war zu hitzig und meinte seine feurigen Wachsfantasien an den Seidenkissen und dem Bett im Wintergemach ausleben zu müssen. …. Schau nicht so erschrocken, es ist nicht so schlimm, zumindest die Einrichtung, ich konnte es löschen aber ich hab mir die Hand ziemlich übel verbrannt.“ „Hat Annest dir Zwiebel gebracht, soll ich versuchen einen Heiler ….“ „Beruhig dich Sig, alles schon versorgt. Unser neuer Gast, der Zwerg mit der Pergamenten Kenntnis, scheint sich auch auf die Heilkunst zu verstehen. Und was ich gesehen hab nicht mal schlecht. Unsere Winterschönheit hat noch mal Glück gehabt würde ich sagen.“ Tane zwinkert den Damen zu, aber auch er ist etwas blass um die Nase. „Und den Feuerteufel hat Ronan vor die Tür gesetzt, aber eher zu seinem eigenen Schutz. Tasha hätte ihn wohl sonst umgebracht.“ Sigourny nickt und wendet sich zu dem Tisch um, an dem jener besagte Zwerg zuvor gesessen hat, doch ist dieser nun verlassen. „Briant, wo ist der Herr Zwerg hin? Ich möchte mich gern für seine rasche Hilfe bedanken.“ Die Mogbar deutet über ihre Schulter zur Treppe. „Ist in seiner Kammer, im Bett oder eher im Waschzuber. Der ist so erledigt, mit dem hätte ich heut nichts mehr anfangen können, außer ihm beim Schnarchen zu zuhören.“ Fast bedauerlich schaut die Hure da drein, ist der Zwerg doch ein ansehnliches Mannsbild und im Vergleich zu Menschen, Elben und Halbblütern auch mal in ihrer Größe.

Mittlerweile haben die beiden Türsteher auch die letzten Stundengäste hinausbegleitet, außer Dar gibt es im Moment keine Übernachtungsgäste. SIgourny fragt sich gerade, ob ihr Geschäftspartner Shalhor heute wohl noch kämme und wie sie die Türen des Pfirsichs vor wem auch immer am besten verbarrikadieren soll, da erscheint der Elb aus dem Gang, der zum Kontor führt. Irgendwie wirkt er angespannt und die Wirtin erwartet schlechte Nachrichten. Ihr habt nicht zufällig eine Fee im Haus? Eine Fee? Was hat eine Fee mit einer Flammenblüte zu tun? Im ersten Reflex will die junge Frau verneinen doch dann fällt ihr etwas ein. Ein Gedanke drängt sich ihr auf. Es wird doch wohl nicht … weiter kommt sie nicht denn aus der Küche dringt ein Getöse und dann ein „Du verdammter Hundsfott, was denkst du dir eigentlich? Hier einfach zu stehlen wie ein gewöhnlicher Gossenkobold! Und dann das Durcheinander, als hätten wir heute nicht genug Sorgen!“ Und dann taucht eine erboste Annest auf, einen Kobold am Ohr hinter sich herziehend wie einen frechen Gassenbengel. In der anderen Hand hält die ältere Dame (die die Energie einer Mittdreißigerin hat) einen Kochlöffel, drohend wie einen Rohrstock. „Ich hab mir doch schon heute Morgen gedacht, es fehlen Gebäck und Cocoa, aber mit der ganzen Aufregung um die Ratten an der Tür habe ich nicht mehr dran gedacht. Und jetzt komm ich in die Küche, weil ich noch mal Öl für Tashas Hand holen will und was seh ich da? Dieser Rotzlöffel hat seine schmierigen Pfoten im Pfirsichkuchen und aus der Hose steht ihm eine Flasche Sommerwein.“ Der Beschuldigte, niemand anderer Dobesto, der wassermagische Kobold, gibt keinen Mucks von sich. Vor Annest hat er nämlich Respekt, vor ihr und ihrem Kochlöffel. In Sigournys Kopf beginnen sich die Puzzelstücke zusammenzusetzen. „Wer ist da noch in deinem Kobel?“
Avatar (c) by Azra 8)

Shalhor

Stadtbewohner

Posts: 140

Occupation: Schiffbauer / Reeder

Location: Talyra

  • Send private message

50

Tuesday, December 4th 2018, 6:06pm

Madam Sigournys Züge sprechen Bände. Während sie noch über seine Frage nach einer Fee grübelt, schilt sich Shalhor schon einen Dummkopf. Er soll jedoch nicht mehr dazu kommen, der Hausherrin zu eröffnen, dass er nicht herausfinden konnte, was diese Flammenblüte sei, denn ihre Unterredung wird mit einem Mal von lautem Geschepper und derben Flüchen unterbrochen, dass sich schwerlich ignorieren lässt. Den Göttern sei Dank wird ihnen Beiden allerdings auch sofort klar, um was es geht, nämlich nur um einen Diebstahl und nicht schon wieder einen Anschlag aus der Unterstadt. Umso denkwürdiger ist das Bild, dass sich ihnen bietet, als die alte Köchin des Pfirsichs Zepter ... nein kochlöffelschwingend und rechtschaffenen Zornes, den ziemlich erbärmlich an seinem eigenen Ohr baumelnden Hauskobold in den Schankraum befördert, dass sich in Shalhor doch so ein winziges bisschen Mitgefühl für dem armen Tropf regen will - so von Spitzohr zu Spitzohr - nicht genug jedoch, um sich zu dessen Rettung animiert zu fühlen. Wenn es dem Kobold nicht zusteht, sich frei aus der Küche zu bedienen (und ganz danach sieht es aus) ist es natürlich der Hausherrin gutes Recht, dieses Vergehen zu ahnden, angemessen versteht sich. Aus solchen Dingen hält sich der Elb für gewöhnlich heraus und will es auch jetzt. Doch dann stellt Madam dem ertappten Dieb eine Frage, die ihn aufhorchen lässt. Sie scheint sich dabei zu sicher, dass der Kobold einen "Gast" in seinem Kobold beherrberge, dass sich auch in seinem Haupt gewisse Puzzleteile zusammenfügen wollen, darunter Eines, welches er als üblen Zwergenscherz schon aussortiert hatte. "Sag, dass es nicht Lux Flammenblüte, die Fee aus der Schwarzen Orchidee ist!", stöhnt Shalhor und weiß noch nicht so genau, ob er ihn oder nicht doch besser gleich sich selbst verdammen soll.
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

This post has been edited 1 times, last edit by "Shalhor" (Dec 4th 2018, 6:23pm)


Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

51

Tuesday, December 4th 2018, 7:07pm

Es wäre ja nicht so, dass Dobresto sich nicht in der Küche hätte bedienen können, das Recht haben alle Bewohner des Pfirsichs. Aber den teuren Sommerwein und den Pfirsichkuchen, der für die Bewirtung im Schankraum und in den Zimmern der Mädchen gedacht ist zu mopsen und dabei ein heilloses Durcheinander in Annests heiliger Küche zu veranstalten … da ist mit der alten Köchin nicht gut Kirschen … oder eher Pfirsich essen. Vor allem weil der Kobold immer wieder nichts besseres zu tun hat, als die Küchenperle zu ärgern. Sigourny ist allerdings die Küche im Moment so egal wie ein Pickel am Hintern oder der Nase der edlen Herrschaften der Stadt. Denn noch ehe der Missetäter ihre Frage nach seinem Gast unter dem Dach beantworten kann, spricht Shu`re Shalhor aus, was sie im tiefsten Innersten befürchtet >Sag, dass es nicht Lux Flammenblüte, die Fee aus der Schwarzen Orchidee ist!< In der nun einsetzenden Stille hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Dobresto schaut drein, als hätte man ihn mit der Hand in der Leibwäschetruhe einer Hochwohlgeborenen erwischt, Sigourny wird blass wie ein Leichentuch und Tane schaut drein, als hätte er einen Erzdämon persönlich vor der Nase. Briant, Annest und Tasha haben keine Ahnung, wie gewaltig der Schlammassel, in dem sie stecken wirklich ist. Aber sie ahnen Übles, auch eingedenk der Geschehnisse von heute morgen. „Bist du denn von allen guten Geistern und Archonen verlassen? Wie kommst du auf die irre Idee, eine Fee aus der Orchidee zu entführen …. Hast du dir das letzte bisschen Hirn mit deiner Magie aus dem Schädel gespült?“ Sigs Stimme ist sehr leise, ein sicheres Zeichen, dass sie verdammt wütend ist. Doch der Kobold ist entweder zu geschockt ob des Auffliegens seiner Tat oder absolut von sich und seinem Handeln überzeugt. Tane zieht den Kopf ein und geht ein paar Schritte zurück. Einer Sigourny, der das Temperament durchgeht steht man besser nicht im Weg. Unauffällig zieht er auch das Spitzohr ein wenig zurück, so aus männlicher Solidarität. „Ist besser für euch …“ raunt er dem verblüfften Elben zu.

Dem Kobold ist eh nicht mehr zu helfen, denn der redet sich gerade um Kopf und Kragen. „Ich hab sie doch nicht entführt, was denkst du denn?“ ereifert sich dieser gerade. „Sie ist meine Liebe, mein Seelenstein. Ich habe sie aus dem Dunkel der Stadt geholt. Aus diesem Sünden Pfuhl hierher in den Tempel der Liebe, zum Hochpreis Inaris! …. Und glaubt mir, sie ist eine wunderbare Dienerin der Göttin.“ Bei diesen Worten schleicht sich ein lüsternes Glitzern in die Augen des kleinen Kerls. Aber sofort setzt er seine Lobpreisungen auf die ominöse Flammenblüte und seine rechtschaffenen Gefühle für sie fort. Von Dienst an der Göttin (wird in etwa fünf Mal erwähnt). Über Rettung aus der Verderbtheit (ungefähr dreimalige Erwähnung) über ewige Liebe und Bestimmung (da hat Sig aufgehört zu zählen) reichen die Ergüsse. Nach gefühlten Stunden, die in Wahrheit nur Minuten sind, platzt der Wirtin der Kragen. „HALT….DEINE ….VERDAMMTE KLAPPE!!!!!“ In ihrer Wut, die das einzige ist, was zwischen ihr und der Angst steht, packt sie einen unschuldig auf dem Tresen stehenden Bierkrug und pfeffert ihn an die nächste Wand. Dort zerschellt er mit einem lauten Knall. „Weißt du eigentlich was das bedeutet?“ Einen Moment starrt sie den liebestollen Kobold noch an, dann lässt sie sich auf den nächstbesten Stuhl fallen und vergräbt das Gesicht in den Händen. Alles was sie sich in den letzten acht Jahren hier aufgebaut hat, scheint ihr bedroht, so als würde das Gift der Schwarzen Orchidee sie zusammen mit ihrer Vergangenheit einholen.
Avatar (c) by Azra 8)

52

Tuesday, December 4th 2018, 8:22pm

Mit einem nervenzerreißenden Kreischen stürzt die gesichtslose schwarze Gestalt aus dem Dunkel auf Dar hinab, Reetgras rieselt dabei links und rechts neben ihm hernieder, derweil dünne schwarze und ölig schimmernde Krallen nach seinen Armen greifen, nadelspitze Nägel sich mit einem ätzenden Brennen tief in die Haut und das darunter liegende Fleisch bohren. Verzweifelt reißt Dar den Mund auf, um um Hilfe zu rufen, vor dem Überfall zu warnen. Doch während sich ledrige, mehrere Schritt weite, nachtschwarze Schwingen hinter der gesichtsloses Gestalt entfalten und mit einem Ruck, die Gestalt samt des ihr hilflos ausgelieferten Fro'gar empor heben, erneut streifen Reste des zerstörten Reets des Daches sein Gesicht, als der Winddämon mit seiner Beute in den Nachthimmel empor steigt, höher und höher sich schraubt, bekommt Dar keine Silbe der Warnung oder auch nur der Panik hervor. Denn unter dem ihn gepackt haltenden Armpaar, graben sich unaufhörlich zehn krallenlose Finger eines weiteren Armpaares dieser seelenlosen Kreatur in seine Seite und… kitzeln ihn dermaßen geschickt, dass Dar vor stummem Gelächter kaum Luft holen, geschweige denn auch nur eine einzelne Silbe über seine Lippen hervorgebracht bekommt. Schon wird die Luft kalt und dünn, das nicht mehr alleine das unaufhörliche Kitzeln ihm den Atem raubt, da lässt die Gestalt ihn plötzlich los und *PLAAAAATSCH* Wild um sich schlagend erwacht Dar im inzwischen eiskalten Wasser des Zubers, derweil das Kreischen des gesichtslosen schwarzen Dämons tiefer wird, leiser und mehr und mehr … menschlich, zornig und ärgerlich eher, denn irgend etwas anderes. Zwei drei Herzschläge braucht es noch, ehe Dar sich beruhigt, den Albtraum abgeschüttelt bekommt und sich wieder erinnert, wo er ist. Rasch steigt er aus dem kalten Wasser, greift im Dunkeln nach einem Handtuch und zieht sich rasch das abgelegte alte Hemd und die des Tags zuvor getragene Hose wieder über. Seine Schleuder und den Beutel mit Geschossen greifend schnappt sich Dar ansonsten nur noch den Schild, ehe er schuhlos, mit wilder und noch ziemlich nasser Haarpracht gen Gastraum eilt. Auch wenn es inzwischen verdächtig ruhig geworden ist, bleibt Dar nichtsdestotrotz wachsam, lauscht und eilt zugleich so leise vorwärts wie es die unter seinem Gewicht mühsam ächzenden Bodendielen nur erlauben. Tatsächlich hört er recht bald etwas, das ihn vermuten lässt, ein liebeskranker wie entweder sehr untalentierter oder aber trunkener, vermutlich gar beides zugleich, Minnesänger gäbe hier zu nächtlicher Stunde noch sein Können zum Besten: „Sie ist meine Liebe, mein Seelenstein. Ich habe sie aus dem Dunkel der Stadt geholt. Aus diesem Sünden Pfuhl hierher in den Tempel der Liebe, zum Hochpreis Inaris…“

Der sich dem anschließende Blic,k die nun freie Treppe hinab, zeigt Dar indes das ungewöhnlichste Bild, das er seit zwei Monden erblickt hat. So ruhig die Szenerie scheint, die Bewohner bei einer nächtlichen Zusammenkunft sich austauschend, wirkt es doch beinahe als wenn eine unsichtbare, unhörbare und unendlich langsame Explosion dort unten um Sigourny und einen Kobold herum sich ausbreitet und alle Umstehenden wie von unsichtbarer Hand von diesen beiden fort treibt. Dar ist inzwischen schon die Treppe hinab, derweil der liebeskranke Kobold immer noch um Kopf und Kragen sich redet, das sogar Dar, der von der Hausherrin doch nur deren durchaus nicht unansprechende Rückseite erblickend am liebsten den Kobold schüttelnd riete, doch um Sils willen endlich den Schnabel zu halten.„…und ihr göttlicher Liebreiz, ihre Unschuld, ihr von Damarias selbst geschenkte Unbändigkeit konnte ich doch unmöglich in diesem Pfuhl, diesem Kerker lassen! Nein, bei Renaya daselbst habe ich mir selbstlos und edelmütig geschworen zu aus dieser Hölle zu befreien, diese Liebreizende, diese Zuckersüße, diese…“ „HALT….DEINE ….VERDAMMTE KLAPPE!!!!!“ Das Zittern der Schultern, das Verkrampfen der Hände, alles eigentlich jedem vernünftig Denkenden klare Zeichen seiend, wie sehr die Hausherrin bis zuletzt um ihre Fassung ringt, entlädt sich mit einer Vehemenz, das wieder etliche der Umstehenden zusammenfahren, derweil Dar näher an das Geschehen heran tritt. … „Weißt du eigentlich was das bedeutet?“ Da Dar den Beginn des Dramas, inklusive der Eröffnung, was es mit der Flammenblüte auf sich hat, nicht mitbekommen hat, greift er sich kurzentschlossen den noch auf seinem Tisch platzierten Uisige nebst Becher, stellt Beides vor Sigourny ab, füllt den Becher. Einen Hocker herbeiziehend hakt er seinen Fuß unter ihre Beine und habt diese, Sigourny mit einer Hand auf ihrer Schulte am Aufstehen hindernd, sollte sie derlei vorhaben, sacht auf den Hocker. »Atmet tief durch und lasst die Füße oben. Vertraut mir! Und hat vielleicht wer eine warme Decke, einen Mantel oder dergleichen? – Ach ja, und trinkt das i n - l a n g s a m e n - Z ü g e n.« Dann, immer noch ein Hand auf ihrer Schulter, wendet Dar sich leise an die Umstehenden. »Und da ich nicht von hier bin: Könnte mich vielleicht wer hier darüber aufklären, was das alles denn nun bedeutet, da zumindest ich das nicht weiß?« Dann wieder an Sigourny gerichtet: »Wer ein Problem kennt und in Ruhe überdenkt, findet schlussendlich immer auch eine Lösung, und sei sie auch bitter und schwer bekömmlich. Und je mehr Ruhe gezeigt wird, desto bekömmlicher wird die Lösung. Was also«, wendet sich Dar wieder an die Anderen, da inzwischen einer der Pfirsiche sich Sigournys weiter annimmt und beruhigend auf sie einwirkt, »…ist hier bitte gerade das Problem?«
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

This post has been edited 1 times, last edit by "Dar" (Dec 4th 2018, 9:47pm)


Shalhor

Stadtbewohner

Posts: 140

Occupation: Schiffbauer / Reeder

Location: Talyra

  • Send private message

53

Wednesday, December 5th 2018, 2:14am

Nicht nur Madam wird blass ums Näschen, auch seine Lordschaft fühlt sich verdammt unwohl in seiner Haut, wenn auch aus anderen Gründen. Fahrig streicht sich Shalhor übers zurückgebundene Haar, nennt sich im Stillen einen Hornochsen und legt den Kopf in den Nacken. Mit geschlossenen Augen führt er sich die letzten Momente in der Goldenen Harfe vor Augen, derweil sich die Hausherrin den Kobold vorknöpft. Er nimmt es nur mit halben Ohr wahr.

Die Hand an seinem Arm dagegen spürt er deutlich und schaut überrascht auf Tane, zu dem diese gehört. Was besser für ihn sei, ahnt er, als der Bursche ihn von Sigourny wegzuziehen versucht und er ist klug genug, diesem Ratschlag zu folgen. Dass sie die Fassung verliert, kann jeder sehen und hören. Wie ungünstig sich das auf alle Umstehenden auswirken könnte, weiß er dagegen nicht. Er kennt Madam nur von ihrer liebenswürdigen Seite, aber noch eine Dummheit will er sich an diesem Tag nun wirklich nicht leisten. So wird er Zeuge der wohl schwülstigsten wie frivolsten Liebeserklärung, die er in seinem Leben je gehört hatte und voraussichtlich auch zu hören bekommen wird. Aber ihm entgeht dabei auch nicht, dass Madam dem Kobold die Entführung der Fee vorgeworfen haben muss, während dieser enthusiastisch beteuert, seine Liebste befreit zu haben - ein Umstand, dem er unverzichtbarer Weise nachzugehen gedenkt, schließlich ist kein Geschöpf der Besitz eines Anderen und das sehen glücklicherweise nicht nur die Ilfaya so, sondern auch die Herren dieser Stadt mit Hinblick auf die Zweibeinigen. Niemand Anderes als Lux Flammenblüte selbst hat zu entscheiden, ob sie in die Schwarze Orchidee zurückkehren will oder ein Leben an der Seite ihres glühenden Verehrers und im Pfirsich vorzieht und nur danach darf sich ihre weitere Vorgehensweise richten, Ultimatum hin oder her.

Plötzlich zuckt selbst Shalhor zusammen. Nein, so kennt er Madam wahrlich nicht, tauscht er mit Tane einen knappen, vielsagenden Blick und will Sigourny an die Seite eilen. So kraftlos wie sie auf den nächstbesten Stuhl zusammensinkt, ist sie alles andere mehr als eine Gefahr für irgendjemanden. Shalhor ist nicht in der Heilkunde bewandert, aber das sieht selbst für ihn verdammt noch mal nach einem Schwächeanfall oder Nervenzusammenbruch aus. Doch ... wo in aller Häuser Namen kommt dieser Zwerg auf einmal her? Nicht von draußen, dessen ist er sich gewiss und das wirken von Magie, wie sie arkane Wege nun einmal benötigen, hätte er gespürt. Llaeron? Hatte ich denn nicht schon genug Zwerg für einen Tag? Der Archon hat kein Einsehen und seiner Lordschaft bleibt nichts anderes, als sich dem Schicksal zu fügen. Es scheint wenigstens so, als wisse der Fremde genau, was er tut, als er sich um die Hausherrin kümmert und das wiederum beruhigt ihn ein wenig. Als dieser nun nach einer warmen Decke, einem Mantel oder dergleichen fragt, löst Shalhor den Waffengurt, streift sich seinen Mantel ab und reicht ihn dem Zwergen, um sich den Waffengurt gleich wieder umzulegen und an Tane zu wenden. "Die Schwarze Stunde naht. Löscht hier im Schankraum alle Lichter und behaltet die Fenster im Auge. Wenn sich da draußen etwas regt, dass nach Unterstadt ausschaut, ruft mich. Ich muss unbedingt mit der Fee reden." Tane nickt und erklärt ihm kurz und knapp, wo er den Kobel des Kobolds finden kann, denn der Pfiffikus hat die Ablenkung um Madam natürlich zu nutzen gewusst, um sich in Sicherheit zu bringen.

Im Dachgeschoss und wie beschrieben am Ende des Ganges zwischen zwei Dachbalken findet er den gesuchten Kobel und räuspert sich kurz, um sich bemerkbar zu machen, denn der flüchtige Kobold ist deutlich zu hören, wie er der Fee gerade erklärt, dass sie sich aber bloß keine Sorgen machen müsse. Vermutlich hat er ihr wohl gerade erklären müssen, dass ihr "Besuch" aufgeflogen war. "Fräulein Flammenblüte, ich muss Euch in dringlicher Angelegenheit sprechen. Wenn ihr die Freundlichkeit hättet, Euch zu zeigen, will ich auch nicht lange stören."
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

54

Wednesday, December 5th 2018, 2:40pm

Unterm Dach bei Dobestos Kobel

>Fräulein Flammenblüte, ich muss Euch in dringlicher Angelegenheit sprechen. Wenn ihr die Freundlichkeit hättet, Euch zu zeigen, will ich auch nicht lange stören. < Dobresto und auch die Fee verstummen. Die Stimme ist beiden unbekannt, aber ob der Kultiviertheit der Ausdrucksweise klingt es nicht nach Unterstadt. Dennoch bleibt der Kobold misstrauisch: seine Dienstherrin war ziemlich wütend gewesen und die alte, Kochlöffelschwingende Hexe hat seinem armen Ohr (und das ist nebst gewissen anderen Körperteilen das empfindlichste an einem Kobold) ordentlich weh getan. Gut, vielleicht hätte er nicht gerade den teuersten Wein nehmen sollen und den frischen Kuchen und dass er dabei die Speisekammer durchwühlt hat und diese nun aussieht, als wäre ein hungriger Eber eingedrungen, trägt vielleicht auch nicht gerade dazu bei, dass sie gut auf ihn zu sprechen ist. Aber zu seiner Verteidigung: Seine Blüte hatte Hunger und er ob des allgemeinen Aufruhrs nicht viel Zeit. Eigentlich will Dobresto, ganz Beschützer, als der er sich gerade fühlt, an Stelle der Fee vor die Tür treten und dem Eindringling sagen, dass er gefälligst abhauen soll, doch Lux hat in dieser Angelegenheit eindeutig mehr Grips. „Lass mich, das ist niemand von unten. Die würden nicht klopfen, sondern diesen Kobel einfach einreißen, glaub mir. Und ich hab dir ja von Anfang an gesagt, dass es eine Schnapsidee ist, sich ausgerechnet hier zu verstecken, direkt im Dach des Pfirsichs. Vor allem weil du …. Naja nicht gerade unauffällig warst, als du mich abgeholt hast!“ Der sanfte Kuss auf die Koboldnase nimmt ihren Worten die Schärfe und so lässt diese sie zur Tür, folgt ihr allerdings auf dem Fuß.

Im Gang steht ein Spitzohr und als Lux die Tür des Kobels öffnet, verbeugt sich dieser leicht vor der Fee. Ihr geübtes Hurenauge erkennt den Mann von Welt in ihm, sicher ist er von höherer Geburt. Ganz selten verirren sich solche Leute in die Orchidee und dann sind es jene, die das außergewöhnliche und exquisite suchen. Also genau solche Personen, die zu ihrem Kundenkreis zählen …. Oder gezählt haben. Gerade deshalb aber bleibt das kleine Wesen jedoch misstrauisch, denn mitunter verbirgt eben eine edle Fassade eine dunkle und grausame Seele. „Und wer wünscht mich zu sprechen? Und in welcher Angelegenheit?“ fragt sie daher reserviert. So sehr sie sich auch zu beherrschen versucht, ganz gelingt es ihr nicht und ihre in warmen hellem kirschrot, flammenorange und sonnenblumengelb schillernden Schmetterlingsflügel beben.

Zur selben Zeit im Schankraum


Briant hat sich Sigournys angenommen und während Tane die Kerzen löscht, berichtet Annest dem Zwerg, was sich heute früh zugetragen hat: Tote Ratten an der Tür sind nun ja wirklich nicht alltäglich. Aus dem hinteren Teil des Hausen, wo eine Tür in den Hof und zum angehörigen Mietstall führt sind mittlerweile auch Ronan, Gurvan und Ronans Sohn Perrin zu ihnen gestoßen. Die drei Männer haben die Pferde versorgt und alles gewissenhaft abgeschlossen. Eigentlich ist das allein Perrins Aufgabe, aber Ronan wollte seinen Sohn, auch wenn er bereits achtzehn Sommer zählt, nicht allein lassen. „Geh zu deiner Schwester, du weißt, wie sehr sie sich fürchtet, wenn es dunkel ist. Aber die Kerzen müssen heute alle gelöscht werden!“ Perrin nickt. Er würde zwar gern unten sein Zuhause verteidigen aber er weiß um Maddies Ängste und er liebt seine kleine Schwester zu sehr, als dass er sie auch nur eine Minute allein im Dunkeln lassen würde, wenn es sich vermeiden lässt. „Gib auf dich acht Da!“ Dann steigt er die Treppen hinauf.

Tane hat sich zum Zwerg gesellt und überlässt es Gurvan, den Rest der Kerzen zu löschen und die Fenster zu verriegeln. Nun berichtet er dem Fremden von dem Schreiben mit dem Ultimatum. „Shu’re Shalhor wollte uns noch einige seiner Seeleute zum Schutz schicken aber …. „Mit einem Mal schleicht sich ein sardonisches Grinsen in das Gesicht des jungen Mannes. „Sig, weißt du wer heute Dienst hat? Varin vielleicht?“ Die Wirtin schüttelt den Kopf. „Varin nicht, glaube Drei-Zehen-Emaid ist da. Und Doug. Warum? Du kannst nicht die Garde mitreinziehen, dass macht alles nur schlimmer!“ „Beruhig dich Sonnenschein …“ dieser ihr verhasste Spitznamen bringt etwas Energie zurück und sie funkelt ihn fast schon wieder an wie immer, wenn er sie so nennt. „ …. Ich hab nur vor, ihnen zu stecken, dass ich ein paar verdächtige Gestalten in der Gegend herumschleichen gesehen hab. Den Rest machen die schon und wenn ein Unterstädtler einen Gardisten riecht, verkriecht sich die Ratte wieder im Loch. Mag ja nicht von der Katze … der Garde gefressen werden!“ Tane knüpft diese Überlegung an den Umstand, dass Madame Grappe wohl ihre Flammenblüte ohne viel Aufsehen zu erregen zurückhaben will, denn der ehemalige Dieb hat den Verdacht, dass das Verschwinden der Fee vor dem Herrscher des Abschaums, Nurio Kulgur, noch geheim gehalten wurde. „Lass mich nur machen, mit Doug komm ich gut zurecht.“ Und schon ist er bei der Tür draußen.

Iza k'Dar, so hat sich der Zwerg vorgestellt, hat mit seiner Behandlung Erfolg, den der Uisige, wirklich von Sigourny in langsamen Zügen getrunken, tut seine Wirkung. Langsam bekommt die junge Frau wieder einen klaren Kopf. Irgendwie schämt sie sich, so die Nerven verloren zu haben aber im Gegensatz zu den Anderen weiß sie, was es bedeutet sich mit der Unterstadt anzulegen. Nicht einmal Tane weiß so genau darüber Bescheid, hat der ehemalige Dieb und stadtbekannte Weiberheld doch nur kurz in diesem Loch gelebt ehe er wieder das Weite gesucht hat und sich lieber von reichen Witwen aushalten lies. „Meister Dar, auf ein Wort“, wendet sie sich an ihren Gast. „Es tut mir leid euch geweckt zu haben. Und habt Dank für eure Hilfe, auch zuvor. Tasha hat mir von der Verbrennung erzählt. Und unser Haus dankt euch mit einer solch unruhigen Nacht. Bitte seht euch als unser Gast, freie Kost und Logis.“
Avatar (c) by Azra 8)

55

Wednesday, December 5th 2018, 6:56pm

Den Pfirsich zu bewachen abgerufene Seeleute, die Unterstadt, vor der man ihn gewarnt hatte, als er frisch in Talyra nach einer möglichst tief gelegenen Behausung gefragt hatte, wobei ihn die Beschreibung derselben als stinkende Verlängerung der Talyrischen Kanalisation mehr geschreckt hatte, denn die beschriebene Rechtlosigkeit und Anomie dort unten, die Erklärung was, oder besser wer die Flammenblüte nun war und der daraus herleitbare drohende Halbweltkrieg… wo in aller Grausedruden Namen war er hier nur hineingeraten? »Zuerst einmal«, beschließt Dar – ganz nach Zwergenart – das Pferd von hinten aufzuzäumen, »…ich bin kein Meister von gar nichts. Nicht einmal die Ausbildung zum Heiler habe ich abgeschlossen, auch wenn ich das nachzuholen heute gerade beschlossen habe. Also nennt mich bitte nur Dar und wenn Ihr mir einen noch größeren Gefallen tun wollt, lasst das Ihr und Euch weg. Kost und Logis aber nehme ich sehr gerne an!« grinst Dar derweil müde. „Wenn ich wegen deiner Dummheit ausfalle, kommst du mir mit einem billigen Wein nicht davon.“ erinnert sich Dar der kürzlich erst vernommenen Worte. Wenn hier gerade der Ärger bevorsteht, den die Hausherrin befürchtet, stellt er sich offensicht dümmer an, als der Edelpfirsich und täte vermutlich besser daran das Haus umgehend zu verlassen und irgendwo unter einer Traufe wild zu nächtigen. Aber hatten die Heiler ihm nicht geraten, mal was gänzlich anderes zu tun, die alten Sorgen hinter sich zu lassen? Nun, grinste Dar innerlich ein Krieg der Bordelle war unbestreitbar sowohl etwas Neues, wie er auch mit Fug und Recht behaupten konnte, derlei mit absoluter Gewissheit noch nicht unter seinen alten wie abzulegenden Sorgen zu wissen. Also genau das, was Ketell mir verordnet hat! schlussfolgert Dar mit einem traurigen Grinsen auf den Lippen in Gedanken, schlägt die Hände zusammen und spricht: »Na denn, da ich ziemlich gute Augen im Dunkeln habe, wäre es wohl selten dämlich, mich nicht an eines der Fenster zu bugsieren, nicht? Es hat nicht zufällig wer einen lange gezogenen, fein fermentierten NIR-Tee, den Schlaf mir aus den müden Knochen zu spülen?« Dann, schon auf halbem Weg zu einer Bank in einer Fensternische, von der aus er eine Seitenstraße neben dem Prirsich gut im Blick hätte, hält Dar plötzlich inne, sieht an seiner, nur von einer schlackernden Hose und einem dünnen Hemd unter ihm gezierten Gestalt auf ihm seine ihm ob der plötzlichen Aufmerksamkeit frech entgegen wackelnden zehn Zehen herab. »Vielleicht sollte ich mir zuerst aber mal Rüstung und Schuhe wieder anziehen, ja!« Sprichts und stapft die Treppe hinaufund zu seiner Kammer. Ja, das verspricht wirklich etwas Neue zu ergeben, also ganz so wie Ketell von ihm gefordert hatte!
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

This post has been edited 2 times, last edit by "Dar" (Dec 5th 2018, 8:44pm)


Shalhor

Stadtbewohner

Posts: 140

Occupation: Schiffbauer / Reeder

Location: Talyra

  • Send private message

56

Wednesday, December 5th 2018, 10:16pm

Das Nächste, dass seine Lordschaft hört, ist das leise Wispern zweier Stimmen, für menschliche Ohren vielleicht unverständlich, für elbische dagegen nicht und es entlockt ihm ein kleines Schmunzeln, wie sie darüber debattieren, ob ihm zu trauen sei. Dabei erübrigt sich die Frage, derentwegen er die Fee eigentlich zu sprechen wünscht, denn aus der Debatte geht eindeutig hervor, dass Lux Flammenblüte nicht gegen ihren Willen hierher entführt wurde. Sie hält den Kobel hier für keine besonders gute Wahl als Versteck, und Shalhor stimmt ihr dabei im Gedanken unumwunden zu, das ist aber auch das Einzige, was sie an ihrer Logis auszusetzen hat. Doch wenn er schon einmal hier oben ist, bietet sich an, ein paar noch völlig unklare Details in Erfahrung zu bringen, besonders da sich die Fee gegen die Einwände ihres Galans entscheidet und sich ihm zeigt.
"Die Götter zum Gruße", neigt seine Lordschaft das Haupt vor dem vor ihm schwirrenden, in ihrer Erscheinung tatsächlich an eine flammende Blüte erinnerndes Geschöpf. Der gelb-orange-rot geflammten Schopf ist kunstvoll in wirren Wellen noch oben toupiert und gewandet ist sie selbstredend in eine äußerst hübsche, exotische Blüte. Misstrauisch und mit reserviertem Abstand beäugt sie den Elben und verlangt schließlich zu erfahren, wer er sei und was er wolle. Dieser Aufforderung kommt er natürlich freundlich nach:
"Ich bin Shalhor aus dem Hause Danjafaên, meines Zeichens Schiffbauer, Seefahrer, Reeder und Lieferant dieses Hauses, mit der Unterstadt in keinster Weise verwoben und es gibt nichts, weswegen Ihr mich fürchten müsstet. Ich bot Madam Sigourny meine Hilfe an, da heute ein Ultimatum aus der Unterstadt in den Pfirsich flatterte, dass Eure Rückgabe fordert und wollte mich versichern, dass Ihr Euch aus freien Stücken hier befindet, wovon ich inzwischen allerdings überzeugt bin. Nun erscheint mir die Hausherrin über alle Maßen erschreckt und im Gegensatz zu mir wisst Ihr um die Gefahren der Unterstadt und könnt mich vielleicht kurz und bündig ins Bild setzen, wovor genau Madam sich fürchten muss?"
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

This post has been edited 1 times, last edit by "Shalhor" (Dec 5th 2018, 10:44pm)


Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

57

Thursday, December 6th 2018, 1:05pm

Unterm Dach, beim Kobold Kobel

Das Spitzohr erscheint der Fee recht aufrichtig und höflich, so dass sie ein wenig von ihrer Vorsicht fallen lässt. „Natürlich bin ich meinem Honigschätzchen freiwillig gefolgt.“ Lux wirft dem hinter ihr stehenden Kobold einen koketten Blick zu. „Er hat sich ja auch sehr angestrengt, ich denke einige der Teppiche in der Orchidee sind nicht mehr zu retten, Wasserflecken gehen ganz schwer raus aus Plüsch.“ Der Elb, der sich als Shalhor vorstellt, erläutert Lux kurz seine Beweggründe, der Herrin der Pfirsiche zu helfen. >…und im Gegensatz zu mir wisst Ihr um die Gefahren der Unterstadt und könnt mich vielleicht kurz und bündig ins Bild setzen, wovor genau Madam sich fürchten muss? < Lux legt den Kopf schief und lässt sich auf einem der Dachsporne nieder. „Ihr wisst nicht viel über Sigoury al Mere nicht wahr?“ Der Reeder schüttelt den Kopf. „Nun, sie ist ein Kind der Unterstadt, genauer gesagt der Orchidee. Ihre Mutter war eine der Treppenkatzen, den Vater kennt man nicht. Kann ein Freier aus der Oberstadt sein oder eine verlauste Kanalratte oder. Sie war schon als Kind hübsch aber auch sehr willensstark …. Und sie hasst die Grappe. Ob es daran liegt, dass sie ihr die Schuld gibt, dass ihre Mutter von einem betrunkenen Freier umgebracht wurde, als sie vier war, oder daran, dass die Grappe sie schon als Mädchen von zehn Sommern an Männer verschachern wollte … wer weiß das schon, wahrscheinlich beides. Maura, eine der alten Katzen hat sie aufgezogen und lange beschützt aber als die Grappe sie dann wirklich an den Mann gebracht hat …. Keiner weiß was damals wirklich passiert ist aber Sigourny, muss damals so etwa dreizehn Sommer gewesen sein, ist abgehauen. Jahrelang hat man nichts von ihr gehört und dann ist sie hier aufgetaucht, hat den Pfirsich übernommen und den Gestank der Unterstadt abgeschüttelt. Aber der Hass, den die beiden aufeinander haben, muss ungebrochen sein, denn in der Orchidee erwähnt man den Namen Sigourny nicht, wenn einem die eigene Gesundheit einen Kupferling wert ist.“ Die Fee blickt den Elben an. „Sie ist die einzige, die je aus der Unterstadt nach oben ging und die einzige die es gewagt hat, der Grappe zu trotzen. Und außerdem …. Mich hätte auch mancher gern zurück aber ich will nicht. Eigentlich gefällt es mir hier, ich hab mein Honigschätzchen … äh Dobresto kannst du mir noch was von dem Wein geben bitte? Erzählen macht soooo durstig!“ Und der Kobold macht sich sofort auf, folgsam wie ein Hund. „Außerdem kann man hier Spaß haben, kennt ihr das Bad im ersten Stock? Und ich denke wirklich viel tun wird uns die Grappe schon nicht, immerhin sind ja nebenan die Wachen. Und mit denen will sie sich sicher nicht anlegen. Ein bisschen Ärger, ja, aber das ist doch die Würze des Lebens oder? Vielleicht doch nicht so schlecht, sich hier zu verstecken?“ Nachdenklich tippt Lux sich mit dem Finger an die Lippen.
Avatar (c) by Azra 8)

Shalhor

Stadtbewohner

Posts: 140

Occupation: Schiffbauer / Reeder

Location: Talyra

  • Send private message

58

Thursday, December 6th 2018, 11:51pm

Nein, er weiß wirklich nicht viel über die Frau hinter Madam, denn es hat keine Rolle gespielt. Alles was bislang gezählt hatte, war die unaffektierte, verlässliche und liquide Geschäftspartnerin, die ihn nie für irgendwelche, krumme Geschäfte zu gewinnen, noch auf unwürdige Weise herunterzuhandeln versucht hatte, die nichts Unmögliches einforderte oder unverschämt wurde, sondern jedes Entgegenkommen zu schätzen weiß und selbst sehr zukommend ist - kurzum eine durch und durch angenehme Zeitgenössin und ganz nebenbei noch eine ausgesprochene Freude für das Auge. Natürlich war auch Madam gelegentlich Anlass von Klatsch und Tratsch, doch wer ist das nicht und man ist gut beraten, nicht all zu viel auf das Geschwätz der Leute zu geben. Also nein, schüttelt Shalhor den Kopf, er weiß nichts weiter als das, was sie ihm heute zur Stunde der Ruhe offenbart hatte. Und das war viel zu vage, um der Fee nicht interessiert an den Lippen zu hängen, um ihre Situation besser verstehen zu lernen, außer wenn das Fräulein Flammenblüte all zu weit abschweift. Er lächelt nur nachsichtig, wenn die Fee von ihrem Honigschätzchen spricht, genau wie vom Bad hier in der ersten Etage, dass er nicht kennt. Doch anders als Madam reagiert die Fee nicht beunruhigt wegen des Ultimatums, erwartet nur ein bisschen Ärger und schätzt das Gesindel der Unterstadt nicht so gefährlich ein, als dass sie oben Auseinandersetzungen mit den Blaumänteln des nahen Stadttores riskieren würden. Das beruhigt Shalhor, auch wenn er Madams Zusammenbruch noch nicht so recht einzuordnen vermag. "Ich danke Euch sehr für Euren offenen Worte und wer weiß, ob ihr nicht die Zweite seid, die der Unterstadt gänzlich entsagt", wobei er dem Kobold mit einem raschen Seitenblick zuzwinkert - so von Spitzohr zu Spitzohr - und die beiden nicht länger zu stören gedenkt. "Ich meine, ihr seid in den besten Händen und wünsche eine geruhsame Nacht." Letzteres will er lieber gar nicht so genau hinterfragen, neigt recht schnell das Haupt zum Abschied und kehrt in den Schankraum zurück.

Wie angeraten sind alle Lichter gelöscht, die Fensterläden geschlossen und dort wo der Lichtschein der Nachtfeuer aus den hohen Eisenkörben der Straße durch die wenigen unverriegelten Fenster einzudringen vermag, erkennt er die Silhouetten der Männer, die eine Auge darauf haben, was sich dort draußen regt. Zu dieser Stunde ist jeder rechtschaffene Stadtbewohner üblicherweise zu Bett gegangen, um mit dem neuen Tag erfrischt ans Tagewerk zu gehen. Er selbst wäre es unter anderen Umständen auch längst, aber heute war eben kein Tag wie jeder andere und es ist noch nicht vorbei. Es bleibt abzuwarten, ob er noch genug Mana im Blut haben wird, wenn der zu erwartende Ärger abgewehrt war, um noch nach hause zu gelangen. Ansonsten wäre es wohl das Beste, Madam Sigourny um ein Gästezimmer zu bitten. Wo steckt sie überhaupt? Shalhor bemerkt sie erst, als sie sich hinter dem Tresen wieder aufrichtet, wo sie vermutlich gerade die Scherben des Bierkruges aufgesammelt hatte, während der Zwerg inzwischen wieder vom Erdboden verschlungen worden zu sein scheint. Sollte Llaeron also doch ein Einsehen mit Dir haben?, lächelt er ein wenig verwundert und gesellt sich zu ihr an den Tresen. "Geht es Euch wieder gut? Ich habe übrigens noch Euren Schlüssel", beginnt er vorsorglich erst einmal sehr behutsam und reicht ihr besagten Schlüssel vom Kontor.
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

Avatar © 2015 gewichtelt by Niniane, der Bezaubernden

This post has been edited 1 times, last edit by "Shalhor" (Dec 7th 2018, 12:11am)


59

Friday, December 7th 2018, 1:34pm

Rasch eilt Dar die Treppe hinauf. Nach dem, was er unten erlebt hat, insbesondere auch ob der Reaktion der Hausherrin, sieht er in Gedanken schon Brandbomben auf das Grasdach stürzen, mit giftigen Nadeln bestückte Blasrohre aus dunklen Hauseingängen lugen oder tollwütige Normander Bluthund die mit brennenden Strohbündeln an den Ruten durch die Türe zum Pfirsich getrieben werde. So kommt es, das er kaum den zehnten Teil einer Stunde später mit festgeschnürten Stiefeln, zu einem dicken Zopf zusammengeflochten Bart – so im direkten Kampf weniger An-griffs-möglichkeiten darzubieten und der angelegten Rüstung wieder die Treppe hinab stapft. »Ich versteh sowieso nicht, wieso ihr es hier oben immer so hell braucht. Ist doch viel brorndk so, fast so angenehm, wie im Sitechtempel.« Erst ob der Reaktionen Einzelner in dem Gastraum, erkennt Dar die Missverständlichkeit dieser Worte und beeilt sich zu ergänzen: »Nur der den Augen so wohltuenden Dämmrigkeit, ich wollte damit wirklich nicht – ich meine Sitech steht ja nicht nur für den Tod, nicht? Freut ihr euch nicht auch schon auf dieses, dieses … Julfest am 21. Hochschnee und zu seinen Ehren?« Der Platz, an dem Dar seinen Schild abgelegt hatte ist von einem Menschen besetzt, der jedoch ungefragt Dar Platz macht, als der sich nähert, sodass er die Straße drumherum im Blick habt.

„Darf ich?“, fragt Briant und setzt sich indes, ohne die Antwort überhaupt auch nur abzuwarten, auf die Bank, eine Tablett mit Tee und zwei Schälchen zwischen sie beide auf die gepolsterte Bank absetzend. „Ein Heiler also, soso. Na dann erzähl mal, was treibt einen zwergischen Heiler so weit fort von zu Hause?“ »Du gibst auch nicht so leicht auf, hm?« grollt Dar, während ein schwach rotes Schimmern über seine Augen huscht. Aber da der Pfirsich ja nun schon offensichtlich seine Tore geschlossen hat, meint er offene Neugierde in der Dirne Interesse zu erkennen, die sich sicher Besseres, als freiwillig auferlegte Überstunden während ihrer Freizeit vorstellen kann. »Hm, wo fange ich da am besten an?« Und so vergehen einige Minuten in denen Dar so Manches erzählt – etwa von seiner Verbannung aus der Heimatstadt, seiner Reise an die Oberwelt, seiner Panik in den Himmel zu fallen – und Anderes – wie etwa den Grund seiner Verbannung oder jene anderen seiner Geheimnisse, jene die ihn manipulierbar machten – indes für sich behält. »…weißt du, und genau darum habe ich den Sitechtempel vorhin erwähnt. Seitdem ich hier in Talyra bin, ist der Tempel der erste und bisher einzige Ort, an den ich mich halbwegs wie damals unter der Oberfläche fühlte.«

Wieder stiehlt sich ein rotes Funkeln in seine Augen und ein trauriges Lächeln auf seine Lippen. »Wer ist übrigens der Elb da vorne? Ich kann mich nicht erinnern ihn am Abend hier gesehen zu haben. Wenn er kein Pfirsich, sondern ein später Übernachtungsgast ist, hoffe ich, das ihr ihm gegenüber genauso misstrauisch seid, wie ihr es mir gegenüber besser wärt?«
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

This post has been edited 2 times, last edit by "Dar" (Dec 7th 2018, 3:37pm) with the following reason: Eine Verneinung unvollständig gelassen, so das daraus eine Bejahung wurde… was dringendst geändert gehörte.


Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 105

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

  • Send private message

60

Friday, December 7th 2018, 1:57pm

Tane war inzwischen wieder in den Schankraum zurückgekehrt und streckt den Daumen hoch. „Hab mit Doug ein Schwätzchen gehalten und ihm vermittelt, dass der Pfirsich heute aus persönlichen Gründen früher schließt, was ihn doch betrübt hat. Und dann hab ich noch eingestreut dass ich auf dem Weg zu ihm ein paar zwielichtige Gestalten herumlungern gesehen habe, die das eventuell zum Anlass nehmen um Ärger zu machen! Somit haben er und seine Kameraden heute wohl ein besonderes Auge in unsere Richtung, kann nicht schaden!“ Sigourny schenkt den Freund, eigentlich ist er fast wie ein Bruder, ein Lächeln. Mit seiner offenen, charmanten Art hat er es in Windeseile geschafft, sich ein gutes Verhältnis zu den Gardisten zu schaffen. Sie weiß genau, dass er in deren Augen ein liebeswerter Gauner ist, dem man zwar auf die Finger schaut, bei dem man aber genauso gut weiß, dass er eigentlich ein herzensguter Kerl ist. Ein liebenswerter Lump eben.

Sig war eben unter dem Tresen verschwunden um die Spuren ihres Ausbruchs zu entfernen. Den Göttern sei Dank war der Krug leer gewesen, sodass ihnen zumindest eine Alesauerei erspart geblieben war. Aber die Scherben müssen weg, denn ein zerschnittener Fuß ist das letzte, was sie jetzt noch brauchen können. Als sie aufsteht, sieht sie sich dem Elben gegenüber. Sie hat ihn gar nicht kommen hören und einmal mehr wird ihr bewusst, was für ein ansehnliches Mannsbild er doch trotz seiner Fremdartigkeit ist – schön, unnahbar, geheimnisvoll. „Danke!“ Sigourny lässt den Schlüssel in der Innenseite ihres Ausschnitts verschwinden, in eben jener eingenähten Tasche am Kleidersaum in der schon der Schlüssel zur Truhe mit den wichtigen Dokumenten liegt. Die Bewegung hat nichts Anzügliches an sich, es ist so, als würde ein anderer einen Gegenstand in die Manteltasche stecken. „Bitte verzeiht meinen Ausbruch vorhin, es muss auf euch ausgesprochen kindisch gewirkt haben. Bei allen Göttern, ich bin die Letzte, die der Fee eine mögliche Flucht aus diesem Drecksloch von Unterstadt missgönnt und, egal wie es scheinen mag,, ich würde ihr auch sofort dabei helfen. Aber sie einfach hier zu verstecken, mich im Unklaren zu lassen und mich mit dem Rücken zur Wand zu stellen …. Dafür könnte ich diesen verdammten Kobold mit seinen Spitzohren an den nächsten Balken nageln.“ Sigourny atmet tief durch. „Ich denke Ihr könnt auch mal einen Schluck vertragen!“ Mit diesen Worten stellt sie ihm eine Flasche Feuerwein vor die Nase, nebst einem Glas für ihn und eines für sich selbst. „Geht aufs Haus.“ Und dann nach einer kurzen Pause „Ich … ich wollte mich auch noch für eure Hilfe bedanken. Ich weiß, dass alles ist nicht euer Belang, die meisten hätten sich wohl schon heute Mittag umgedreht und wären gegangen. Aber … das kann hier noch hässlich werden und …“ Die junge Frau strafft die Schultern. „Wenn es dazu kommt, bitte fühlt euch nicht verpflichtet zu bleiben, nutzt die arkanen Wege und bringt euch in Sicherheit.“ Bei diesen Worten nimmt sie ihr Glas und prostet ihm zu.

Vor einigen Minuten ist, kurz vor dem Elben auch Dar wieder die Treppen herunter gekommen, voll gerüstet. So ausgestattet ist der Zwerg eine imposante Erscheinung und auch die Türsteher machen ihm Platz. Was nicht nur seiner Rüstung sondern auch seinen Ausführungen zu Sithech geschuldet sein mag. Einzig Briant lässt sich nicht davon beeindrucken. Sie hat bei Dar ein gutes Gefühl und ihre Menschen-, Zwergen, Elben- und sonst was Kenntnis hat sie in all den Jahren noch nie getäuscht. So bringt sie nicht nur den Tee, den er sich gewunschen hat sondern auch gleich eine Tasse für sich selbst. Ohne viel Aufhebens setzt sie sich zu ihm. Als Dar ihr erzählt, wie er nach Talyra gekommen ist, fühlt die Mogbar Mitleid mit ihm. Sie kann es sich nicht vorstellen, aus der Heimat vertrieben zu werden. Sie hat Talyra, den Ort ihrer Geburt nie verlassen und ihre Familie lebt nach wie vor im Mogbarviertel und sie sieht sie immer wieder. Sie ist eine Hure und ihre alte Großmutter hat ob der Berufswahl ihrer Enkelin einige weiße Haare mehr bekommen aber wie hat sie so schön gesagt: „Es ist dein Leben Mädl und mir is eine Hure mit einem goldenen Herzen beim Dunklen lieber als eine Edle mit Gift in der Seele! Wirst immer meine Kleine bleiben … aber wenn dir einer dumm kommt, denk dran, ein Tritt in die tiefen Regionen hat noch jeden Kerl zur Vernunft gebracht!“ Die alte Dame ist mittlerweile einhundertzwei Sommer alt und nach wie vor die graue Eminenz in ihrer Gasse.

>Wer ist übrigens der Elb da vorne? Ich kann mich nicht erinnern ihn am Abend hier gesehen zu haben. Wenn er kein Pfirsich, sondern ein später Übernachtungsgast ist, hoffe ich, das ihr ihm gegenüber genauso misstrauisch seid, wie ihr es mir gegenüber besser wärt< „Das? Das ist Shu’re Shalhor, angesehener Reeder, Schiffsbauer und Händler. Sigourny bezieht schon seit Jahren Wein und andere erlesene speisen von ihm. Er war heute Mittag zu gegen als Tane den verdammten Brief mit dem Ultimatum gebracht hat. Der, wo die Herausgabe der Flammenblüte gefordert wird.“ Briant schielt zur Treppe. „Wüsste ja zu gern, was sich dieser Kobold dabei gedacht hat! Und jetzt hockt er mit ihr da oben und lässt uns den Schlamassel hier ausbaden! Aber so ist er nun mal: Lüstern, großmäulig aber wenn’s drauf ankommt … nie um eine Ausrede verlegen! Mich wundert’s ja dass er sich in die Unterstadt gewagt hat!“
Avatar (c) by Azra 8)

1 user apart from you is browsing this thread:

1 guests

Similar threads