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Samstag, 6. Oktober 2012, 22:09

Von all dem bekommt Keeshar erst zwei Tage später etwas mit.
Er sitzt gerade an seinem Arbeitstisch, brütet über einigen Abrechnungen - auch in der Unterstadt musste man Buchführungen betreiben, wenn man einen Überblick über all seine Geschäfte, die Gewinne, Verluste und tagtäglichen Ausgaben behalten will.
Im Schein einer Öllampe kratzt Keeshar mit einem Federkiel über die Seiten seines Geschäftsbuchs, trägt mit der Tinte eine Zahl nach der anderen in die dafür vorgesehenen Spalten ein, greift hin und wieder nach einem Abakus um etwas nachzurechnen.
Es herrscht Stille, außer dem Kratzen der Feder und dem hölzernen Klackern, wenn die Perlen des Abakus hin und her geschoben werden.
Diese geschäftige Ruhe wird irgendwann von Stimmen unterbrochen, die von draußen kommen.
Keeshar seufzt. Er versteht nicht genau, worum es geht, aber es klingt nach Streit zwischen seinen Männern.
Der Rothaarige versucht das Geschrei zu überhören, arbeitet weiter, knurrt auf, als er sich verrechnet. Er ist sich sicher, dass seine Zahlen stimmen, also hat er irgendwo seine Konzentration verloren und einen Fehler begangen.
Immer mehr Geschrei und Gejohle.
"TJES!" brüllt Keeshar, während er versucht sich auf seine Rechnungen zu konzentrieren und den Fehler sucht.
Fast sofort erscheint der oberste Handlanger, lächelt schmierig wie immer und zeigt sein verfaultes Gebiss. >Ja, Boss?< "Was bei Liktik Schnellfinger ist da unten los?" >Ich werde mich darum kümmern, Boss, dass die Männer ruhig sind. Sie machen sich nur einen Spaß mit einem alten Krüppel, der irgendetwas davon nuschelt, dass er wertvolle Informationen für dich hat. Sei unbesorgt, Boss, sie necken ihn nur etwas, machen sich einen Spaß, sie werden ihm nichts tun, Boss<
Schon will Keeshar nicken, sich seinen Aufgaben wieder zuwenden, da spricht Tjes auch schon weiter: >Wirklich kaum zu glauben, kommt der Kerl einfach hier angekrochen, stinkend und kaum zu verstehen...<
Das lässt Keeshar jetzt doch aufhorchen und innehalten. "Was?"
Schon eilt er nach unten, lässt Tjes hinter sich her hetzen. Stößt erst die Tür auf, und dann seine Männer auseinander, die um eine Gestalt am Boden herumstehen.
Tatsächlich, es ist der Mann, den er als Spitzel auf Uio angesetzt hat.
Was hat das zu bedeuten? Warum ist er hier? Da stimmt etwas nicht.
"Lasst ihn in Ruhe!" knurrt Keeshar, brüllt beinahe, und die Männer lassen sofort von dem Krüppel ab.
Es ist tatsächlich der Mann, den er beauftragt hat ein Auge auf Keylan zu haben. Warum ist er hier? Und warum hat er nicht, wie aufgetragen, einen der Unterstadtbälger los geschickt.
>Verzeiht mir, Sire, aber ich...< beginnt der Mann, aber Keeshar winkt ab.
"Du und Du, helft ihm rein. Bringt etwas zu Essen, etwas weiches. LOS!"

Wenige Herzschläge später sitzt Keeshar auf einem Schemel, der Alte liegt auf einer Pritsche. Es ist dem Krüppel sichtbar unangenehm hier zu sein.
"Was ist los?" beginnt Keeshar. Der Krüppel hat einen Grund, warum er den beschwerlichen Weg auf sich genommen hat - einer ist bestimmt, dass er eine große Belohnung für sich erhofft - und da konnte man sich keine Zeit für Höflichkeiten lassen.
>Sire, entschuldigt dass ich eure Zeit in Anspruch nehme, Sire, aber... der junge Hexer...< "Komm zur Sache!" >Ja, Sire, sowohl Sire! Seit zwei Tagen ist der junge Hexer nicht mehr in seiner Bleibe aufgetaucht....<
In Keeshars Kopf arbeitet es.
Einen Moment lang kommt Ärger in dem Einäugigen hoch, weil sich der Bursche nicht an sein Verbot gehalten hat. Sicherlich war er nach oben, zu seinem Mädchen hin, um sich vor dem Unterricht zu drücken, um nicht bei dem Hexer zu sitzen.... Aber dann kommen ihm Zweifel. Egal wieviel Ärger der Bursche bisher immer gemacht hat, er hat sich an die Anweisungen gehalten. Es war also entgegen Keylans Verhaltensweisen, dass er einfach nach oben verschwindet.
Und noch ein Gedanke kam in Keeshar auf. Was war mit dem Hexer?
Der tättowierte Glatzkopf kam hier regelmäßig herein, beschwerte sich über das Lernverhalten seines Schülers - zurecht, wie Keeshar zugeben musste. Immerhin fackelte Keylan in den letzten Siebentagen keine Sachen mehr ab.
Aber wo war der Hexer, um sich diesmal zu beschweren?
Ein ungutes Gefühl machte sich in dem Rothaarigen breit.
"Wann hast du Keylan das letzte Mal gesehen?" >Sire, es tut mir leid, dass kann ich nicht so genau sagen, die Zeit da unten...< "WANN?" Langsam reißt ihm der Geduldsfaden mit der Herumkriecherei des Krüppels.
>Er ist zu seinen Unterrichtsstunden aufgebrochen.<
"TJES!!"
Eine Mischung aus Besorgnis und Ärger ist in der Stimme Keeshars zu hören.
Schon kurz danach machen sich Keeshar und Tjes - alleine, ohne Begleitung - auf, erst zu Keylans Wohnung und als sie dort nichts finden, zu Lys Wohung.

"Lys? Hexer? Keylan?"
Der Höflichkeit wegen, und falls doch jemand anwesend ist, ruft Keeshar mehrfach, bevor er dir Tür mit seiner Schulter öffnet. Es geht nur allzuleicht.
Das Haus ist wirklich verlassen. Schnell zündet Tjes die Öllampen an, damit beide Männer besser sehen können, dann verschwindet der Glatzkopf die kleine Treppe nach oben, wo die Hausherrin sein müsste..
Die Kleinigkeiten, die Keeshar bemerkt, lassen seine Laune weiter in die Tiefe schwinden.
Ein Tisch in der Mitte des Raumes, zwei Stühle, darauf Becher. Einer umgekippt, mit weinroten, eingetrockneten Flecken. Ein Krug, mit Wasser.
Keeshar schnuppert an dem einen Becher, meint Schlehenwein zu erkennen. Er erinnert sich, dass er dem Hexer welchen überlassen hat.
>Oben ist niemand.< ruft Tjes nach unten.
Lys ist also auch weg - das kann sie alleine in ihrem Zustand nicht geschafft haben.
Mit vor Wut zusammengekniffenen Augen streicht Keeshar über die Schatulle, die ebenfalls auf dem Tisch steht, daneben ein versiegelter Brief, an ihn adressiert.
Der Einäugige will diesen Brief nicht öffnen. Noch kann er sich einreden, dass es einen guten Grund gibt, warum die drei weg sind.
Ein Ausflug irgendwo hin, um Lys letzte Tage irgendwie annehmlich zu machen. Irgendein Hexerritual. Lys ist verstorben, und die beiden bestatten sie gerade.
Alles absolut unwahrscheinlich, aber trotzdem hofft der Einäugige.
Zuerst öffnet Keeshar das grob geschnitzte Holzkästchen. Münzen liegen dort drin. Verschiedene Münzen, von nicht gerade geringem Wert.
Was soll das?
Es bleibt nichts anderes übrig, als den Brief zu öffnen, so ungerne der Einäugige das auch tun will.
Er liest die ersten Zeilen und tatsächlich, seine Laune wird schlechter und schlechter, sogar die Temperatur im dem kleinen Haus scheint zu sinken.

Keeshar,

Ich bin ein Magier, unterwegs im Dienste des Hohen Magischen Rates. Mein Auftrag lautet Uio zu finden, mit ihm über seine Kräfte und Möglichkeiten zu sprechen und ihm die Gesetze der Magischen Gesellschaft zu lehren. Mich in seiner Gegenwart im Totes End als Magier zu entarnen hätte nur dafür gesorgt, dass er das Weite sucht und du mich einen Kopf kürzer machst.
Daher nehme ich den Jungen mit auf eine Reise, an deren Ende es ihm freisteht zu gehen wohin er will. Auch zu dir zurück, wenn das sein Wunsch sein sollte. Lys ist ebenfalls bei mir. Ich habe ihr versprochen, dass sie den Himmel noch einmal sieht, bevor sie stirbt.
Das Silber sollte reichen meine Schulden und auch die Unkosten, die der Junge verursacht hat, zu decken. So nicht, hinterlasse eine Botschaft bei der Steinfaust und ich sorge dafür, dass du entsprechend entlohnt wirst.
Alles was ich in deinem Dienst über dich, deine Arbeit und deine Männer erfahren habe wird meinen Mund nie verlassen. Das schwöre ich bei der Ehre meines Bruders und seiner Söhne und Töchter.
In schā'a llāh.

Der Hexer


Mehrfach liest Keeshar dieses geschriebene Stück Vertrauensbruch.


Ich bin ein Magier, unterwegs im Dienste des Hohen Magischen Rates.
Magier? Im Dienst... Schmerzlich wird Keeshar bewusst, dass "Der Hexer" wohl niemals wirklich in seinem Dienst gestanden hat. Dass er einen anderen Auftraggeber hatte...
Mein Auftrag lautet Uio zu finden, mit ihm über seine Kräfte und Möglichkeiten zu sprechen und ihm die Gesetze der Magischen Gesellschaft zu lehren. Mich in seiner Gegenwart im Totes End als Magier zu entarnen hätte nur dafür gesorgt, dass er das Weite sucht und du mich einen Kopf kürzer machst.
Einen Kopf kürzer? Wenn Keeshar den Hexer nun, in diesem Moment in seine Finger bekommen hätte, würde sich der Glatzkopf wünschen, dass er ihn nur einen Kopf kürzer machen würde.
Daher nehme ich den Jungen mit auf eine Reise, an deren Ende es ihm freisteht zu gehen wohin er will. Auch zu dir zurück, wenn das sein Wunsch sein sollte. Er nimmt den Jungen auf eine Reise... Nein, er klaut mir meinen Hexer! Die restliche Zeile verdrängt Keeshar. Nach diesem Vertrauensbruch glaubt er nicht, dass es der Wahrheit entspricht, dass Keylan zurück kehren dürfte, wenn er denn nur will. Bestimmt werden sie seinen Hexer in dieses Hexergefängnis stecken, oder aber Keylan wird sich mit seinem Gemüt irgendwie in Schwierigkeiten bringen und deshalb nicht zurück kehren können...
Lys ist ebenfalls bei mir. Ich habe ihr versprochen, dass sie den Himmel noch einmal sieht, bevor sie stirbt. Auch diesen Satz verdrängt Keeshar. Er WILL zur Zeit nicht wissen, dass der Hexer weiterhin ein ehrenvoller Mann ist, der sich um die Sterbenskranke Frau kümmert, und zwar mehr als eigentlich nötig gewesen wäre.
Das Silber sollte reichen meine Schulden und auch die Unkosten, die der Junge verursacht hat, zu decken. So nicht, hinterlasse eine Botschaft bei der Steinfaust und ich sorge dafür, dass du entsprechend entlohnt wirst.
Wütend funkelt Keeshar das Holzkästchen mit den Silbermünzen an, fegt es dann mit einer Handbewegung vom Tisch so dass sich die Münzen über den Boden verteilen.
Allein die Aufforderung zur Steinfaust zu gehen um eventuell offene Rechnungen begleichen zu lassen...
Alles was ich in deinem Dienst über dich, deine Arbeit und deine Männer erfahren habe wird meinen Mund nie verlassen. Das schwöre ich bei der Ehre meines Bruders und seiner Söhne und Töchter.
Siedend heiß fällt Keeshar ein, wo der Hexer Einblicke in Keeshars Arbeiten bekommen hat. Die Tunnel die der Hexer angelegt hat. Die Kunden an der Oberstadt, die teilweise mit geschmuggelter Ware beliefert worden sind. Die Fischer, die selber etwas für ihn schmuggelten. Er hatte einige Routen genannt, über die Waren weitergeliefert werden...
Auch wenn der Hexer schrieb, dass er kein Wort davon verraten wird - Keeshar konnte dem Mann nicht vertrauen. Er ist betrogen worden, hintergangen worden. Sein Vertrauen war missbraucht worden...
Wut steigt in ihm auf, tierische Wut.
Kurz wirft Keeshar einen Blick auf seine Hände, bemerkt wie sie ihre Größe verändern, Finger zu Krallen, Hände zu Pranken werden.
"Tjes... pass auf das keiner rein kommt." knurrt Keeshar mit einem tierischen Ton, dreht sich noch kurz zu seinem obersten Gefolgsmann um.
Der sieht, wie sich die Augenfarbe verändert, von grün zu braun, wie die Zähne zu Reißzähnen werden, wie die Kleidung zu reißen beginnt.
Tjes schluckt, nickt dann.
>Jawohl Boss. Ich warte draußen Boss."
Der Glatzkopf gehört zu den wenigen Leuten in der Unterstadt Talyras, die wissen dass Keeshar ein Warg ist. Er weiß, welche Gestalten der Einäugige beherrscht, und er war auch schon bei manchen Aufträgen mit seinem Boss in tierischer Gestalt unterwegs. Er hat keine Angst vor diesen anderen Gestalten.
Aber etwas in der Stimme des Rothaarigen sagt dem Glatzkopf, dass es jetzt auch für ihn ungemütlich werden könnte wenn er länger bleibt.
Im nächsten Moment ist Keeshar alleine, und die Verwandlung in einen Branbären schreitet immer weiter fort, und zwar schneller als sonst. Wut herrscht in ihm weiterhin vor.
Sobald er mit der Verwandlung fertig ist, stürzt er sich mit einem tierischen Brüllen auf den Tisch und zerlegt ihn mit Klauen und Zähnen zu kleinen Spänen. Später, als er sich die Holzsplitter aus dem Zahnfleisch pulen muss, bereut er diese Aktion, aber im jetzigen Moment hilft es Keeshar, seine Aggressionen und Wut ab zubauen.
Nach unendlich langen Herzschlägen hat Keeshar sich etwa abreagiert, er atmet heftig, und in seinem braunen Bärenauge blitzt es nur noch leicht bösartig und verletzt auf.

Er muss diesen Magier finden. Und dazu wird er alle Fähigkeiten und Möglichkeiten nutzen, um diesen Verräter und Keylan zu finden.
Minutenlang schnüffelt der Bär in den Überresten der Wohnung, in den Hinterlassenschaften von dem Hexer, nehmen seinen Geruch auf, der an der Schlafstätte und den liegengelassenen Kleidungsstücken haftet.
Es ist seltsam. Keeshar vertraut seinen Fähigkeiten, Spuren zu riechen und zu verfolgen. Hier aber... die neuesten Spuren die er erschnüffeln kann, führen nur in das Haus hinein, aber nicht mehr heraus. Sie enden mitten im Raum...
Irgendwie schafft er es, von einer schlimmen Befürchtung getrieben, die schmale Stiege nach oben, um auch den Geruch nach Tod aufzunehmen, der von Lys ausgeht.
Selbst wenn er möglicherweise den Geruch von dem Hexer verloren hat - den Geruch von Lys wird er nicht vergessen, der Gestank nach Tod ist einfach zu stark.
Aber auch ihr Geruch endet und verschwindet mitten in der MItte des Raumes
Scheiß Magie! flucht Keeshar in seinen Gedanken, während er ein unmenschliches, vor Wut verzerrtes Brüllen ausstößt.
Man hatte ihm seinen Hexerlehrling gestohlen.

Noch Tage später hatte Keeshar an dieser Tat zu knabbern.
Offiziell waren der Hexer und Keylan auf eine "Fortbildungsreise" gegangen. Seine Männer waren intelligent genug, dieser offiziellen Meldung zu glauben und nichts anderes an zu nehmen. Mit seiner momentanen Laune hätte Keeshar vermutlich auf eine Aussage, dass ihm sein Hexerlehrling abgehauen war, sehr viel aggressiver reagiert als es sonst seine Art war.
Er hasste es auf seine Fehler - und als solchen sah er das Vertrauen in den Hexer zur Zeit an - hingewiesen zu werden.
Er hatte die Ratten von dem Hexer ausgequetscht, ob die vielleicht irgendetwas mitbekommen haben, wo ihr Beschützer hin verschwinden will... welche Orte er bereisen will.
Aber die Ratten wissen nichts, sie sind zutiefst enttäuscht dass sie zurückgelassen worden sind, allein gelassen worden sind.
Keeshar nutzt die Situation aus, übernimmt die Stelle von dem Hexer - bald sind die Ratten seine treuen Mitarbeiter.
Die Wege, die der Hexer angelegt hatte werden genauestens bewacht. Irgendwie rechnet Keeshar damit, dass der Hexer sein Wort bricht, und doch die Stadtwache hineinmarschiert und ihm seine Geschäfte vermasselt.
Aber nichts passiert.
Er hatte treue Männer losgeschickt, um die Waldwege abzusuchen, das Larisgrün zu durchkämmen. Aber Keylan und der Hexer bleiben verschwunden.

Nirun

Stadtbewohner

Beiträge: 7

Beruf: Schüler der darstellenden Kunst

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17

Montag, 28. Oktober 2013, 22:12

Es ist kalter Stein, den Nirun spürt, als er sich niederlässt. Seine Hand fährt unsicher über das kaputte Pflaster. Wie in jedem Teil der Unterstadt ist der Stein hier alt und kaputt. Die Jahre, die über diese Stadt gekommen sind, haben ihre Rillen und Furchen hinterlassen. Wobei er sich einbildet, dass hier im Toten End alles noch ein wenig abgewetzter ist.
Nirun zieht seine Kapuze tiefer ins Gesicht. Er mochte das Viertel noch nie besonders. Zu viele Leutesind hier, zu viele niedrige Geschöpfe.
Normalerweise hält er sich in den weniger bevölkerten Teilen der Unterstadt auf, aber das letzte Loch, in dem er gelebt hat, wurde vor einigen Tagen in Besitz genommen. In stört das nicht wesentlich, da er die dreckige Ecke nie als Heimat angsehen hat, so wie die ganze verfluchte Stadt. Er ruckelt ein wenig hin und her um bequemer zu sitzen. Die Problematik besteht in dem Umgang, der zwischen ihm und den "Besetzern" geherrscht hat. Er muss sein altes Viertel nun eine Zeit lang besser meiden. Bis man sein Gesicht wieder vergessen hat.
Während Nirun da sitzt, nimmt er das Geschehen auf der Straße immer stärker wahr. Es ist kein Strom an Menschen, der an ihm vorbei fließt, doch die Straße scheint nie leer zu Sein. Viele Frauen sind hier um sich zu verkauften. Es ist eine Schande, schließlich ist die ganze Wertvorstellung dieser Menschen und anderen Rassen barbarisch.

Er beachtet sie nicht weiter und noch weniger die Männer, die mit ihnen umgehen. In den letzten Jahren hat Nirun gelernt, nicht zu beachten. Eigentlich eine Schande, dass er nicht alles richtig stellen kann, aber die Anderen wollen es nicht richtig. Ihre Welt und Sichtweisen sind beschränkt, abgegrenzt von der Wirklichkeit. Wenn er nach Hause zurück kehren sollte, wird er seinem Volk von dieser Schmach berichten. Von dieser entrückten Welt. Er stößt einen kleinen Seufzer aus, der nur bis zu seinen Händen reicht. Er folgt dem Weg des Lufthauches mit seinem Blick und erkennt, dass seine Hand unbedeckt ist. Hastig zieht er den Stoff wieder über seine dunkle Haut. Nur nicht das sein, nur nicht anders sein, als die Anderlinge.

Noch immer hat er keinen Platz zum schlafen. Nicht, dass er müde ist, aber innerhalb der nächsten zwei Tage muss Nirun einmal ruhen. Nirun weiß, dass er gerade hier im Toten End nicht auf der Straße schlafen sollte. Zu viele sind hier einem wie ihm, überhaupt einem Anderen, auch von ihrer Rasse, nicht freundlich gesonnen. Er weiß, dass Versprechen hier nicht viel Wert sind, man nimmt sich sein Essen sofort und schläft stets mit einem Messer in der Hand. Ein Messer hat Nirun nicht, dafür ein spitzes Stück Metall, welches vielleicht einmal ein Nagel gewesen ist. Fast zärtlich hält er es in der Hand und streicht mit den Fingerkuppen darüber, während seine Lippen stumm einige Worte seiner Heimat formen. Und wieder einmal wird ihm bewusst, was für eine dreckige Stadt das ist. Hier pissen die Leute in die Ecken und huren auf der Straße, jederzeit bereit, der Frau, die sich ihnen bietet, den Hals umzudrehen, um sie um ihren Preis zu bringen. Es sei denn sie hat Freunde, weiß man das, wird man zart und vorsichtig.

Auch haben die Leute keinen Respekt vor Familien, alles was hier zählt, ist die Bande, die Gruppe zu der man gehört, und Nirun ist allein und er weiß, dass er allein ist. Wieder einmal denkt er daran, Heim zu kehren und die Folgen in Kauf zu nehmen, oder zumindest in einen anderen Teil der Immerlande zu gehen. Er könnte versuchen, auf einem Schiff anzuheuern, aber allein der Gedanke, unter einem Menschen einen Befehl auszuführen, lässt ihn von der Idee zurückschrecken. Er ist nicht kräftig, nicht brauchbar für eine vernünftige Aufgabe. Man würde ihn auslachen und nicht als einen der Gleichen akzeptieren. Die Idee, bei einem Bauern und Handwerker zu dienen, kommt ihm gar nicht erst in den Sinn.

Die Zeit verstreicht und er sitzt ruhig da. Eine zusammengesunkende Gestalt am Straßenrand, in Fetzen gekleidet, die in so präzisen Schichten übereinander liegen, dass man seine Haut nicht sehen kann. Sein Blick ist zu Erde gerichtet, ein Bein angewinkelt, das andere ausgestreckt. Stumm und unauffällig, so wie ein jeder Obdachlose, der keinen Streit haben will. So wie ein jeder, der sich von der Stadt Nahrung verspricht, aber ihr nichts geben wird.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Nirun« (29. Oktober 2013, 15:50)


Uio

Stadtbewohner

Beiträge: 75

Beruf: ehemaliger Handlanger, Dieb und Hexer! Seit anfang 513 Magierlehrling

Wohnort: Arkana zu Sorbonn

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18

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 22:57

Langsam werden die Schatten länger und die Dunkelheit legt sich über Talyras Straßen.
In den schwarzen Mantel, der einst Nathan gehörte, gewickelt steht Uio an eine Hauswand gelehnt und schaut der Sonne zu wie sie hinter den Dächern der umliegenden Häuser verschwindet. Der Mantel passt ihm jetzt besser als noch vor...ja wie lang ist es her, dass er ihn an sich genommen hat? Zu lang...ja sehr lang her und er war ihm zu lang und weit und groß. Mittlerweile ist Uio groß genug, vielleicht sogar größer als Nathan, so dass ihm der alte Hexermantel an den Armen etwas kurz erscheint. Aber nur ein Stück. Und selbst wenn, er liebt diesen Mantel und trägt ihn gern an kühlen Tagen in der Akademie oder einfach so beim Lernen. Tja, schließlich ist er in Talyra und trägt ihn einmal wegen der aufkommenden Kälte, die sich mit dem verschwinden der Sonne ausbreitet und wegen...der alten Zeiten wegen...dem woher er entstammt, die Unterstadt. Seine Kleidung, die er trägt ist schlicht. Schwarze gut gebrauchte Stiefel, ein graues dickes Hemd mit leichtem Fellkragen und eine dunkelbaune Hose aus festem Stoff. An seinem Ledergürtel hängt eine Gürteltasche aus dem selben Leder. Das hat er von Meryl und den anderen geschenkt bekommen. Zum Geburtstag...auch wenn Uio nicht weiss, wann der ist, haben sie ihn einfach damit überrascht! Darin hat er noch ein paar Münzen, die er angespart hat für diese Reise und ein kleines Buch. Um den Hals trägt er an einem Lederband den Stein, den ihn Nathan vor seiner Abreise aus Sorbonn schenkte. Ein wichtiges Stück für Uio. Sowie das Messer von Kees, das er natürlich bei sich trägt und...der Mantel!
Unauffällig, schlicht! Das ist das Motto!
Er verzichtet darauf, jedem auf die Nase zu binden, dass er ein Lehrling der Arkana zu Sorbonn ist, so wie einige es gewiss tun, wenn sie zu ihren Familien reisen. Es ist eine Ehre und so. Hm ja sicher, Uio grinst breit. Nein keines seiner Gewänder trägt das Zeichen der Arkana oder sonstiges was ihn als Lehrling der Magie auszeichnen könnte. Ich brauch son scheiß nicht! Jedenfalls nicht hier in Talyra und schon garnicht in der Unterstadt.

Langsam gewöhnen sich Uios Augen an die Dunkelheit der Stadt ...unter Talyra. Er hat oben gewartet bis es dunkel wurde um seine Augen vorzubereiten und steigt jetzt die Stufen hinab, die ihn dahin führen, wo er seine Kindkeit und auch so viele Jahre seines Lebens verbracht hat. Der vertraute Geruch von Schweiß, Pisse, Scheiße, Blut und sonstigen Ausdünstungen kommt ihm entgegen und empfängt ihn wie einen bekannten Gast. Vertraut, ja! Natürlich beginnt etwas in seiner Nasse zu ziehen und ein fahler Geschmack macht sich im Mund breit, natrülich! Das ist immer so. Aber...es ist so vertraut und ja, es riecht und fühlt sich an wie ...zu hause!
Sofort erinnert sich sein Körper an die Gegebenheiten hier unten. Er nimmt eine andere Haltung ein und zieht die Kaputze des Mantels tief ins Gesicht. Ihn kennen einfach zu viele Plappermäuler hier unten und er will nicht das Kees schon vor seiner Ankunft weiss, wer sich da grade ins Tote End begeben hat. Er will Keeshar den Herren des Toten Ends selbst gegenüberstehen und ihn überraschen. Er wird viele Fragen haben, aber Uio denkt nicht daüber nacht. Er weiss einfach, dass er diesem Mann noch einiges schuldet, sein Leben verdankt, er viel für ihn getan hat und ja, deshalb ist er hier.

Eigendlich war der Tag anders geplant. Er suchte sie! Sein Herz, seine bezaubernde Fee mit dem glockenhellen Lachen. Doch überall, wo er sie vermutete fand er sie nicht. Schließlich fragte er dort wo sie seiner Meinung und Erinnerung nach arbeitete, wo er sie finden könnte. Sie sei Besogungen machen und käme...irgendwann zurück. Er bedanke sich höflich, ja manieren hatte man ihm auch beigebracht, nur erinnert er sich selten dran, bat darum Zoe nicht von ihm zu erzählen, es sein eine Überraschung und nahm sich nach einiger Warterei vor Morgen sein Glück zu versuchen!

Bei dem Gedanken an Zoe schleicht sich wieder dieses verliebte schelmische Grinsen in sein Gesicht. Morgen... ja Morgen Zoe! Ich bin auf dein Gesicht gespannt!
Es ist nicht mehr weit zu Kees Behausungen, als er im Schritt innehält und fast gestolpert wäre!
Wasn?
Die >morgen Zoe ich freu mich dolle< Gedankenblase platzt und Uio schaut auf eine Gestalt am Boden, über dessen Bein er fast gestolpert wäre. Was sitzt der Vollidiot hier auch rum!
Schon eine bissige Beschimpfung auf den Lippen schaut er kurz über die verlumpte Gestalt und nimmt die Kapuze herunter. So kann er die Umgebung besser erkennen. Er will nicht in einen Hinterhalt geraten. Scheiße ja damit kennt er sich aus...Leuten auflungern und sie ausnehmen! Niemand den ich kenne.
Stellt er schließlich fest und erkennt auch sonst niemanden in der nähe oder befindet dieses Stück Dreck für annähernd gefährlich..
"He Ratte!" Mit dem Fuß, mit dem er an das Bein gestoßen ist, schubst er dieses nun zur Seite.
"Pass das nächste Mal..."
Da bleibt ihm das Wort im Hals stecken als die Gestalt den Kopf hebt und Uio in tief schwarze Augen schaut und meint fremde Zeichen auf dem Gesicht zu erkennen.
"Scheiße, Verfickte scheiße!" flucht er leise und verzieht bei dem Gedanken an Kali und dem Shebaruc mit dem er als Kind das vergnügen hatte angewiedert das Gesicht, "Was sucht sone schwarzäugige Kalischlangen Pestratte im Toten End?"
UNKRAUT VERGEHT NICHT!

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Nirun

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19

Donnerstag, 31. Oktober 2013, 18:50

Es vergehen einige Stunden, in denen Nirun weg döst und ehe er wieder etwas bemerkt.‭ Irgendetwas ist an seinem Bein passiert. Allerdings ist er in diesem Moment zu verschlafen, als dass er die notwendige Aufmerksamkeit aufbringt. Seine Gedanken kreisen einen Augenblick, ehe er zu dem Schluss kommt, dass er seinen Schlafbedarf wohl doch etwas unterschätzt hat.
Als er den Zweiten leichten Stoß spürt und die dazu gehörenden Worte wahrnimmt, ist er augenblicklich hellwach.
Er öffnet seine Augen und blickt auf ein paar schwarze Stiefel, die sein Bein angestoßen haben. Verdammt!, denkt er, als ihm gleich darauf bewusst wird, dass zu diesen Stiefeln ein Paar Beine und schließlich auch ein Mensch gehört.

Ein Mensch, der gerade erneut zu sprechen ansetzt. Verschwommen vernimmt Nirun die Worte „Pass das nächste Mal...“, bevor der Sprecher abrupt pausiert, was wohl daran liegt, dass Nirun während der Worte langsam aufgeschaut hat und sich so dem Redner die Möglichkeit bietet, in sein Gesicht zu blicken.

Diese Reaktion verwundert Nirun erstmal nicht, die meisten Leute haben erst einmal Respekt, wenn sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Azadoura sehen. Beziehungsweise in seine Augen gucken. „Die Menschen können nicht in den Augen eines Azadoura lesen“, hat irgendjemand einmal gesagt, „und das irritiert sie“.
Der Mensch selber ist es, der Nirun viel mehr überrascht. Irgendwie passt er nicht hierher. Das heißt er passt schon hierher, aber etwas an seiner Haltung, etwas an seiner Kleidung wirkt aufgesetzt. Wobei die Kleidung passt. Sie ist jedoch zum Großteil zu gut gepflegt, wenn man von seinem Mantel absieht. Er trägt nichts Auffälliges, nichts Neues, aber seine Kleidung wirkt, als wäre sie besser gewaschen worden, als er es hier in der Unterstadt von den Menschen gewöhnt ist.
Trotzdem scheint er auch kein Reicher zu sein. Nein, er wirkt wie einer von hier, einer den man verkleidet hat und den man dann zurück geschickt hat.
Merkwürdig.
Einige Sekunden hängt sein Blick an dem Stein um seinen Hals. Es ist nicht ungewöhnlich, dass hier unten Schmuck getragen wird, um zu beweisen, dass man ein überlegender Dieb ist oder zu behaupten, dass man mehr Macht oder Geld hätte, als man wirklich hat, aber dieser Stein ist eine Spur zu sauber geschliffen.

Doch dass ignoriert Nirun alles noch, so wie die folgenden Flüche. Sie stören ihn nicht im geringsten, aber was ihn wirklich verwirrt ist der Begriff: „Kalischlange“. Woher kennt dieser verfluchte Mensch den Namen der verbannten Befehlshaberin?
Irgendwie passt es nicht zu diesem Burschen, woher sollte er sie kennen? Nirun ist irritiert, weswegen er ein paar Sekunden länger für eine Reaktion braucht, als es normal gewesen wäre. Normalerweise hätte er sich entschuldigt, seine Beine eingezogen und gehofft, dass er wieder vergessen worden wäre. Die Umstände sind jedoch anders. Dieser Jüngling weiß zu viel, viel zu viel.
Nirun ist klar, dass die Straße um sie herum leer ist. Wenn jetzt der Eine den Anderen umbringen würde, würde es nie jemand erfahren.
In seiner Hand hält er noch immer das rostige Stück Metall. Darüber hinaus wird im bewusst, dass er bereits aufgesprungen ist. Sie stehen bereits auf einer Augenhöhe und sehen sich an. Nirun vermutet zornig, aber er ist sich nicht sicher ob er den Blick seines Gegenübers richtig deutetet.

Er entscheidet sich dagegen. Ob es sein Glück ist oder Unglück lässt sich jetzt noch nicht sagen. Stattdessen hebt Nirun mit seiner kaputten Stimme zu einer Antwort an: „Schlafen, sonst würd‘ er ja wohl nicht auf der Erde liegen.“ Dabei ist sein Tonfall wohl etwas aggressiver, als er es beabsichtigt hat. Schließlich hat er sich ja gerade gegen eine Reaktion entschieden.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Nirun« (3. November 2013, 12:10)


20

Sonntag, 3. November 2013, 23:52

Du und deine Gutmenschhaftigkeit! Selbst schuld! Du hättest dem Kerl einen Finger abschneiden sollen, weil er seine Rechnung nicht zahlen konnte, stattdessen hast du diesen verfluchten Vorschlag angenommen...
Mit unbewegter Miene steht Keeshar in einer der vielen, kaum beleuchteten Gassen innerhalb der Unterstadt und schaut zu wie einige seiner Handlanger mehrere schwere, zwei-mannshohe Balken an ihm vorbei schleppen.
Die Männer ächzen und stöhnen unter dem Gewicht, aber der Anführer des Toten End schaut fast gelangweilt zu, während er sich in Gedanken weiterhin mit seinem Problem beschäftigt.
Und das alles nur weil dieser Kerl einer deiner ältesten Kontakte in Talyra ist. Du wirst sentimental. Wieso eröffnest du nicht gleich ein.... ein... ein Heim für alte, tattrige Menschen? Ein Altenheim... was für eine Idee. Jetzt kann sich Keeshar ein Schnauben nicht verkneifen.
Konzentrier dich aufs Geschäft! Ansonsten endest du genauso auf der Straße wie der alte Rorle, nur dass du dann vermutlich keinen Wohltäter findest...

Der alte Rorle. Einer der ersten Kontakte die Keeshar sich in Talyra erarbeitet hatte. Ein Mann, dessen Fuhrunternehmen von einer Stadt zur anderen fuhr und Waren lieferte. Der Götter und Welten kannte, Kontakte herstellen konnte, und der auch schon mehr als einmal Schmugglergüter mit transportiert hatte.
Vor etwas mehr als zwei Zwölfmonden hatte Keeshar diesem Vertrauten eine große Summe Gold geliehen, damit Rorle sich einige neue Gespanne anschaffen konnte, um das Geschäft zu erweitern. Rorle hatte einiges riskiert - und war gescheitert. Gespanne wurden ausgeraubt, Geschäfte konnten nicht abgewickelt werden - Am Ende der zwei Zwölfmonde konnte Rorle seine Schulden bei Keeshar nicht bezahlen.
Normalerweise ließ Keeshar sich dennoch bezahlen. In Form von Fingern, oder sonstigen Eigentümern. Auf diese Art und Weise war Keeshar zum Besitzer einiger Häuser auf der Oberfläche (vorallem außerhalb Talyras) geworden, die ihm nun jeden Mond eine Summe an Miete einbrachte - eine (fast) legale Einnahmequelle.
Aber um der alten Zeiten willen (oder vielleicht auch weil Rorles Tochter ihn angebettelt hat), hat Keeshar sich mit einem Tausch zufrieden gegeben.
Rorle hatte noch einen Aufschub bekommen, und Keeshar hatte sich an verschiedenen Waren bedienen können.

Auf diese Weise war der Einäugige an eine ganze Wagenladung Bauholz gekommen. Stabile, zugehauene Stämme, Bretter, Stützbalken.
Und anstatt die weiter zu verkaufen, um so deinen Verlust zu mindern, kommst du auf die Idee diese Balken in die Unterstadt zu schleppen, um einige Häuser im Toten End auszubessern. schimpft er weiter mit sich selbst. Und das ganze auch noch kostenlos!
Dem war tatsächlich so. Keeshar hatte auf irgendeine, nur ihm selbst bekannte Methode einige Häuser ausgesucht, die wieder aufgebaut werden sollten.

Und so beobachtet der Rothaarige, wie das Bauholz an seine Bestimmungsorte gebracht wird.
Den letzten Stämmen folgt er selber - warum, wissen nur die Götter und die Geister - in eine der unzähligen dunklen Gassen der Unterstadt.

Uio

Stadtbewohner

Beiträge: 75

Beruf: ehemaliger Handlanger, Dieb und Hexer! Seit anfang 513 Magierlehrling

Wohnort: Arkana zu Sorbonn

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21

Dienstag, 5. November 2013, 09:57

Warum, warum verfluchte Scheiße muß ausgerechnet er diesem
schwarzäugigen Dreckskerl denn auch übern Weg laufen, fährt es durch
Uios gedanken. Erst dieser massige Shebaruc der Zoe gefangen hielt, dann
Kali diese miese Schlange, die ihn schon immer verachtete und dann
dieser dreckige Bock hier. Er hätte auch einen anderen Weg zu Kees Haus
nehmen können, es gibt viele Wege und...verfickter Rattendreck, nein, er
hat sich für diese Gasse entschieden und ist dann über diesem Haufen
Kacke gestolpert, fast...fast gestolpert.
Reiß dich zusammen, Uio, du bist kein Kind mehr und diese Gestalt ist
keine Gefahr für dich! Schau ihn dir an...der ist am Boden!

Uio verzieht genervt den Mundwinkel als der in Fetzen gehüllte Azadoura
aufsteht und ihm eine Antwort entgegen wirft, die viel bedeuten
kann.>„Schlafen, sonst würd‘ er ja wohl nicht auf der Erde liegen.“ <

Uio kann nicht anders und prustet abfällig aus, "Ha, witzig versucht er
jetzt zu sein, was?" Schnell wird er wieder ernst. In ihm beginnt es zu
knistern, sein Herz schlägt schneller und seine Muskeln spannen sich an.
Das waren früher die Situationen, in dennen er sein Mana nicht unter
Kontrolle hatte und es einfach aus ihm heraus brach. Und genau jetzt
vermisst er es und ist fast gleichzeitig froh darüber, kein Chaos
anzurichten. Eine merkwürdige Mischung ...die ihn auf seltsame Art und
Weise Aufpuscht.
"Am besten gehst du mir aus dem Weg, bevor es einen anderen Gund gibt,
warum du am Boden liegst!", faucht er und in ihm breitet sich Neugier
aus, wie der heruntergekommene Azadoura wohl reagieren wird. Ja große
Sprüche klopfen konnte er schon immer und eine richtige Prügelei
hat er schon lang nicht mehr gehabt. Mit den Weicheiern auf der
Akademie kann man ja nicht aufs Ganze gehen und Merryl...ist ein
Mädchen. Obwohl die hart im nehmen ist! Schnell spuhlen sich mehrere
Möglichkeiten in ihm ab, was er tun könnte. Doch er entscheidet sich
abzuwarten und den Kerl zu beobachten um schnell zu reagieren falls die
Shebarucbastardratte ihn anzugeifen gedenkt. Waffen kann er keine
erkennen und er will nur im Notfall sein Messer ziehen.
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Nirun

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22

Dienstag, 5. November 2013, 21:50

Noch immer beschäftigt sich Nirun mit der Frage, woher diesem Burschen der Name einer der Töchter der Sippenmutter aus Nílagráha bekannt ist.‭ ‬Es kommt selten genug vor,‭ ‬dass hier jemand einen seines Volkes kennt oder schon einmal gesehen hat,‭ ‬aber ausgerechnet so eine bedeutende Persönlichkeit?‭ ‬Seine Gedanken werden immer wirrer.‭ ‬Sie beginnen zu stocken.‭ ‬Das ergibt keinen Sinn...‭ ‬einfach keinen Sinn...‭

‬Der Fremde scheint sich über ihn lustig zu machen,‭ ‬was kein gutes Zeichen ist.‭ ‬Niruns Anspannung wächst und er krallt sich fester um das Stück Eisen was er in seiner Hand verbirgt.‭ ‬Jetzt angreifen würde einen Vorteil verheißen,‭ ‬aber dann wäre eine Eskalation ausgebrochen.‭ ‬Er wägt ab; ‬wie groß ist wohl seine Chance,‭ ‬dass sein Gegenüber nicht an einem Kampf interessiert ist?‭ ‬Scheinbar war das Interesse des Burschen nicht so gering wie seins.`

Er hat nicht versucht, witzig zu sein,‭ ‬was sein Gegenüber wohl kaum verstehen wird,‭ ‬weder jetzt, noch bei einer ausführlichen Erklärung. Die Spannung um die Beiden wächst, das spürt Nirun deutlich.‭ ‬Er beobachtet
die Augen des jungen Mannes.‭ ‬Sie bewegen sich hektisch,‭ schnell.‭ ‬Genau wie er selbst rechnete dieser jederzeit mit einem Angriff. Doch scheinbar traut sich keiner den ersten Stoß zu führen.

‭„‬Wenn dein Weg durch die Wand hinter mir geht,‭ ‬werde ich zur Seite treten“, ‬gibt Nirun nach einigen weiteren Augneblickeder Anspannung zurück.‭ ‬Wieder einmal ist er unabsichtlich provokant.‭ ‬Für ihn ist es rein logisch,‭ ‬da die ganze Straße frei ist und inzwischen versperrt auch sein Bein keinen Weg mehr.‭ Sorgfältig beobachtet Nirun weitere Reaktionen.‭ ‬Kein Zucken,‭ ‬keine Muskelanspannung sollte ihm entgehen,‭ ‬wenn er noch eine Weile überleben will.

Doch erneut driften seine Gedanke ab.‭ ‬Vielleicht sollte er ihn doch angreifen um etwas über Kali herauszufinden.‭ Wo ist sie‭? ‬Woher kennt er sie? ‬Mit einem guten Wort von einer solchen Person könnte er vielleicht in seine Heimat zurück kehren.‭

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Nirun« (7. November 2013, 08:35)


Uio

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23

Sonntag, 10. November 2013, 10:54

Sein Gegenüber ist genauso aufmerksam und angespannt wie er selbst.
Immer wieder beäugen sich die beiden skeptisch. Was der in Lumpfen, denn
Kleidung kann man das nicht mehr nennen, was er trägt, Gehüllte dann zu
ihm sagt, bekommt Uio in den falschen Hals und ist Auslöser der folgenden
Situation.
>„‬Wenn dein Weg durch die Wand hinter mir geht,‭ ‬werde ich zur
Seite treten“< Man hat ihm schon vieles gesagt, aber wo auch immer
dieser Arsch herkommt, er spricht in merkwürdigen Worten, die Uio
eindeutig als Herausforderung einordnet, sprich: Wenn du an mir vorbei willst geht das nur durch die Wand!
Ich geb dir gleich durch die Wand, Deckssack, denkt er mürrisch,
wendet sich von dem Azadoura ab, um sich dann schnell umzudrehen um ihm ins Gesicht
zu schlagen. Sein Gegner, der er nun von jetzt auf gleich geworden ist, versucht dem
Schlag auszuweichen. Uios Faust trifft nicht die Nase sondern die Wange.
Uio grinst, als er erkennt das der Azadoura nun zum Gegenschlag ausholen will,
duckt sich und tritt ihm dort, wo er in den ganzen Fetzen sein Knie vermutet.
Getroffen, das hört Uio am erprupten lufteinatmen. Egal wo, aber getroffen! Doch anstatt
vollends hinzufallen, wie sich Uio das vorstellte, springt dieser nach
vorn. Uio reißt die Augen auf als er etwas in der Hand des Fremden
erkennt. Gerade noch weicht er dem Nagel aus, bekommt aber unsanft den
Elenbogen seines Gegners ans Kinn. "Scheiße!" flucht er.
Einen Nagel, denkt Uio und setzt zum Gegenangriff an. Ein Scheiß Nagel!

Er erinnert sich an das,was Keeshar ihm einmal zeigte.
Entwaffnen eines Gegners, der ein Messer oder ähnliches hat. Dazu muss er
nur seinen Arm im richtigen Moment erwischen, festpacken und verdrehen.
Oder ...so ähnlich! So zumindes der Plan! Sollte der scheitern wird er schaun,
was diese Drecksratte zu seinem Messer zu sagen hat! Doch zunächst versucht
er diesen verlausten Spinner, der ihn mit seinem Nagel kratzen will, so fertig zu machen!
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24

Freitag, 15. November 2013, 16:39

Die meisten Hausbesitzer sind dankbar, dass Keeshar ihnen das wertvolle Bauholz überlässt. Viele bedanken sich ausgiebig, versuchen dem Einäugigen in den Hintern zu kriechen vor Dankbarkeit.
Andere hingegen sind äußerst misstrauisch - wieso wurden gerade sie ausgewählt, ihr Heim? Und die wichtigste Frage: Was erwartet Keeshar für diesen Gefallen?
Eine überaus berechtigte Frage - denn wie immer sprang irgendeine Art von Gewinn für Keeshar heraus.
Einen Moment lang beobachtet Keeshar noch, wie sich seine Männer daran machen das Bauholz zu einem Teil der verfallenen Häuser zu machen, gibt noch einige Anweisungen - und dann verliert Keeshar auch erst einmal das Interesse an diesem Projekt.
Seine Männer werden ihr bestes tun um diese Häuser etwas standfester zu machen (wenn nicht, würden sie es bereuen), da braucht er ihnen nicht weiter auf die Finger zu gucken.

Leise vor sich hinpfeifend bewegt sich Keeshar mit seiner gewohnt selbstsicheren Art - einer seiner Dolche steckt gut sichtbar in einer Messerscheide an seinem Gürtel - durch die unterirdischen Gänge.

Warum Keeshar an diesem Tag ausgerechnet diesen einen bestimmten Tunnel nimmt, dass wissen nur die Götter oder die Geister alleine. Jedenfalls wartet in diesem Tunnel eine Überraschung, mit der Keeshar nicht rechnen konnte.

Nirun

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25

Dienstag, 26. November 2013, 16:48

Sein ganzer Körper schmerzt vor der
Spannung die seine Muskeln irgendwie noch zu Stande bringen. Doch die
größten Schmerzen stammen von Knie und Wange. Ein dumpfes Pochen
gehen von diesen Stellen aus, was in nervös macht. Jedoch besinnt es
ihn gleichzeitig auf den Kampf und auf eine zu bietende Vorsicht.

Er blickt auf die Augen seines Gegenübers. Vorsichtig, Enschätzend.

Ihm ist seine Unterlegenheit bewusst.
Deswegen rechnet er seine Chancen zur Flucht oder zu einem
waghalsigen Manöver aus. Vorsichtig wagt er einen flüchtigen Blick
zur Seite. Die Straßen sind frei, aber vermutlich hätte der Kerl
ihn nach drei Schritten und würde ihm auf den Hinterkopf schlagen.
Also musste er wohl doch angreifen oder abwarten.
Ein plumper Angriff würde seinem Gegner keine weiteren Schwierigkeiten bereiten.
Also musste er geschickt und mit vielen Finten arbeiten.

Provokant
versetzt Nirun sein rechtes Bein in eine andere Position, näher an
sein Gegenüber heran. Wie erhofft nimmt der Bursche in eine
ausweichende Position ein. Nirun ist zufrieden, zieht jedoch keinen
Tritt durch sondern deutet einen Schlag mit der linken Hand an, der
auf die Magengegend zielt. Plump, ungenau gezielt und genau so
ausgearbeitet, dass er Schwung mit der anderen Hand, bzw mit dem
Nagel holen konnte.

Wie erwartet bemerkte sein Gegenüber
dies, vernachlässigte die linke Hand um den folgenden Schlag der
gefährlicheren Rechten zu kontern. Doch kurz bevor er mit der
rechten Hand trifft, holt Nirun jedoch mit der linken Hand kurz aus
und korrigiert dessen Bahn auf das Gesicht des Jungen.

Erfolgreich führt er diesen harten
Schlag aus, während der Hieb mit Wucht auf die Wangenknochen des
Burschen trifft, hat dieser jedoch seinen rechten Arm gepackt. Nirun
spührt etwas schmerzhaftes. Die Zeit vergeht langsamer in seinem
Kopf und nach einer gefühlten Weile hört er irgendwann ein Klirren,
was ihn erst spät bemerken lässt, dass er seine rechte Hand
aufgrund des Schmerzes geöffnet hat und den Nagel fallen ließ.

Als ihm seine Reaktionslosigkeit daraufhin bewusst wird. Agiert er über
eifrig und macht einen Satz auf seinen Gegner und stürzt sich auf,
womit er ihn zu Boden reißt.

Ein dummes Manöver. Kurz darauf spührt er noch mehr schmerzende Glieder.
Sein Schulter brennt und in seinen Rücken kracht ein Fuß.

26

Samstag, 7. Dezember 2013, 12:41

Irgendetwas in ihm drängt Keeshar dazu, weiter diesen Tunnel entlang zu gehen. Dabei hatte er heute in diesem Teil von Totes End nichts mehr zu tun, eigentlich könnte er sich mit einem schön warmen Tee zurück in sein Heim begeben und dort dann etwas anderes tun können. Geschäftsbücher pflegen, Messer nachschärfen, mit Tjes über die Vorgänge im Totes End diskutieren.
Stattdessen geht der Einäugige weiter - bis er die ersten Geräusche hört. Schnaufen, Keuchen, Aufstöhnen und unterdrückte Flüche. Ein Geräusch, das man nur schlecht genauer beschreiben kann.
Diese Kombination von Geräuschen kennt Keeshar nur zu gut.
Irgendjemand prügelte sich, irgendwo weiter den Tunnel hinein.
Keeshar greift nach einem seiner Dolche - den mit dem massiven Griff, mit dem man auch notfalls auf jemanden einschlagen konnte, ohne gleich die Klinge nutzen zu müssen.
Sicher ist sicher - wer weiß schon, ob er nicht vielleicht in die Prügelei einbezogen wird, wenn er dort als ungebetener Schaulustiger auftaucht.
Und so nähert er sich vorsichtig und lautlos dem Geschehen.
Die Geräusche werden immer lauter, irgendwie einseitiger. Anscheinend hatte einer der Angreifenden gerade bessere Chancen und er nutzte diese gerade auch gut aus.
>Du Drecksratte, dich mach ich fertig, du Kalischlangenähnliche Made...<

Kalischlangen...Made?
Der Einäugige zuckt zusammen.
Diese Begriffe kannte er. Auch wenn es mehrere Monde, Sommer, wie lange wissen nur die Götter, her war dass er sie gehört hat.
Er beschleunigt seine Schritte, bleibt aber vorsichtig, während er die Stimme einzuordnen versucht.
Konnte es sein, dass er es war? Die Stimme klang ähnlich, aber etwas dunkler als Keeshar es in Erinnerung hatte. Natürlich, aus einem Burschen wurde ein Mann, da veränderte sich die Stimme.

Und dann sieht Keeshar das Geschehen.
Sieht den Unterlegenen dieser Prügelei, einen dunkelbraunen, sehr abgemagerten Mann, in zerlotterten Kleidungsstücken auf dem Boden liegen, seinen Kopf so gut es geht schützend.
Aber dieser arme, auf dem Boden liegende Kerl ist sofort uninteressant, sobald Keeshars Blick auf den Angreifer fällt.
Er ist größer geworden, in der Zeit in der er weg war. Rotbraune Haare - wesentlich gepflegter als damals. Er trägt den Mantel, den er damals schon bei sich hatte, passt inzwischen aber besser in ihn hinein.
Er muss nur noch etwas hineinwachsen...
Die restliche Kleidung ist nicht sonderlich auffällig - außer dass sie für die Unterstadt erstaunlich gut erhalten und sauber ist.
Wo mag er nur die ganze Zeit gewesen sein...
Keeshar wird aus seinen Gedanken gerissen, als der Angreifer erneut auf den am Boden liegenden eintritt.

"Keylan, hör auf damit!" brüllt Keeshar mit dem üblichen Knurren in seiner Stimme, steht im nächsten Moment auch bei dem jungen Hexer, zerrt ihn von dem Mann am Boden weg.
Leider will Keylan weiter auf sein Opfer einprügeln, so dass Keeshar dem Heranwachsenden eine Backpfeife verpassen muss.
Das reicht um Keylan inne halten zu lassen, jetzt erst sieht er, wer ihn da an der Schulter herumgerissen hat - und im nächsten Moment wird er von Keeshar an seine Brust gezogen und gedrückt.
"Ich bin froh, dass es dir gut geht..." flüstert der Einäugige, der Herr von Totes End, der seine Gefühle eigentlich sehr gut unter Kontrolle hat.

Doch dann ist dieser Moment auch wieder vorbei, Keylan wird weniger sanft von der Brust des Einäugigen weggestoßen und dann schimpft der Rothaarige auch schon auf den jungen Mann ein.
"Was geht in deinem Schädel ab, dass du auf diesen Kerl eintrittst? Der liegt auf dem Boden, wehrt sich nicht mehr, und wenn du weiter auf ihn eingetreten hättest, hättest du ihn umgebracht. Der Kerl ist doch kein Gegner für dich!"
Auf eine Antwort wartend blickt Keeshar zu Keylan.

Uio

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27

Montag, 9. Dezember 2013, 07:23

Dieser schwarzäugige Kalischlangensohn bringt Uio plötzlich mehr in Rage als gewollt.
Er hätte es vorhersehen können, ahnen können, das Antäuschen. Aber nein.
Der ehemalige junge Hexer ist zu fixiert auf seinen Plan, seinen Gegner zu entwaffnen, erkennt sein Vorhaben erst zu spät und tappt in die Falle. Uio kassiert dafür einen Schlag ins Gesicht. Er flucht leise,
kann dann aber aus der Bewegung heraus den Arm des Angreifers packen und so verdrehen, dass er den Nagel fallen lässt. "Du Drecksratte, dich mach ich fertig, du Kalischlangenähnliche Made!", flucht Uio laut und schenkt nur kurz seiner schmerzende Wange etwas Aufmerksamkeit. Der Azadoura sucht nun sein Glück in einer Aktion die Uio dann in die Hand spielt. Er stützt sich mit einem Satz auf ihn, um ihn vermutlich zu Fall zu bringen.
Uio kann sich herauswinden, nutzt den Schwung aus, um den schließlich Azadoura zu Boden zubringen.
Der ehemalige Hexer fackelt nicht lange, setzt einen Tritt nach und spuckt auf den am Bodenliegenden.
Er vergisst plötzlich alles um sich herum und lässt weitere Tritte folgen.
Lange aufgestaute Wut, die er dachte längst niedergerungen zu haben, kommt zu Tage.
Eine Wut die nichts, absolut garnichts mit diesem Mann zu tun hat, der sie gerade einstecken muss. Aber darum macht sich Uio gerade keine Gedanken. Er denkt nicht nach, ob es falsch oder richtig ist, es ist ihm plötzlich egal und es fühlt sich gut an, seinen Gefühlen freien lauf zu lassen. Hier unten kümmert es keinen, ob er jemanden verprügelt und er rechnet nicht damit das irgendjemand es auch nur interessieren könnte.

"Keylan, hör auf damit!", schallt Keeshars Stimme durch die Gasse. Doch Uio/Keylan reagiert nicht, hört es nicht. Erst als jemand ihn wegreißt und ihm eine scheuert hält er inne und schaut sein Gegenüber verdutzt an. Erstaunt steht Uio/Keylan da und schaut den Herren des Toten Ends an. Dieser drückt ihn fest an sich und sagt ihm leise wie froh er ist, das es ihm gut geht. Uio/Keylan hat es die Sprache verschlagen. Klar er hat Kees gesucht oder wollte ihn vielmehr hier aufsuchen, doch das Keeshar so reagiert... Ein leichtes Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht. Keeshar war für ihn ähnlich wie Nathan mehr als nur jemand, der ihm geholfen hat. Es fühlt sich gut an, diese kurze Umarmung und die Worte. Ja sogar die folgende Rüge." Was geht in deinem Schädel ab, dass du auf diesen Kerl eintrittst? Der liegt auf dem Boden, wehrt sich nicht mehr, und wenn du weiter auf ihn eingetreten hättest, hättest du ihn umgebracht. Der Kerl ist doch kein Gegner für dich!"

Schnell unterlässt er das Lächeln und schaut ernst, nickt Kees zustimmend zu. Er hat recht, natürlich hat er. Uio/Keylan versucht seine Gedanken zu ordnen. Er ist verdammt froh Kees zu sehen und noch erfreuter darüber,dass er ihm nicht gleich ungefragt den Kopf abgerissen hat, nach allem was passiert ist.
Was Keeshar weiß und was nicht, davon hat Uio/Keylan keine Ahnung. Sie werden sich einiges, zu erzäheln haben!
"Was in meinem Kopf abgeht ist...", er lässt eine Pause, in der er seine Wange kurz berührt und seinen Kiefer prüfend bewegt, " ...ist eine lange Geschichte...Boss.", sagt er dann ruhig und erwirdert Keeshars Blick. Doch Keeshar schaut ihn genau an und erwartet wohl mehr als diese Worte als Erklärung dafür, dass er einen Mann in seinem Viertel fast totgeprügelt hat. Uio/Keylan holt tief luft "Er hat mich provoziert und ich...bin darauf eingestiegen. Das ist alles. Ich kenn ihn nichtmal." Mit diesen Worten schaut er auf den am Boden liegenden um sich dann schließlich wieder an Kees zu wenden und leiser hinzuzufügen:
"Er ist...", Uio presst die Zähne zusammen, "...ich dachte an, du weisst schon und... bin wohl etwas durchgedreht!"
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Nirun

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28

Mittwoch, 11. Dezember 2013, 18:37

Mit einer Mischung aus Entsetzen, Überraschung, Verwirrung und
Irritation betrachtet Nirun die beiden Männer über ihm. Sein Körper
schreit noch von den gerade erlittenen Schmerzen, doch er ist still.
Sein Mund geschlossen, doch seine beiden schwarzen Augen verfolgen
das Geschehen hektisch. Er rechnet jeden Moment mit einem folgenden
Schlag. Diese Pause macht für ihn keinen Sinn. Sie ist zu lange,
zu...

Seine Aufmerksamkeit ruht auf dem Jungen. „Keylan“ hat der Andere ihn
genannt. Abschätzend betrachtete er die Situation, weiterhin mit
Hauptaugenmerk auf diesem Burschen.

Dadurch dauert es eine
ganze Weile, bis ihm zu dämmern beginnt, dass dieser Andere rote
Haare, eine Augenklappe und ein Pockengesicht hate. Alles an sich
keine ungewöhnlichen Details, aber alles auf einmal...
Irgendetwas
war damit. Irgendetwas...

Erschrocken zuckt Nirun zusammen, als er merkt, dass seine Gedanken abschweifen
und er sich nicht mehr gesammelt auf Keylan konzentriert. Doch nach
und nach driftet seine Aufmerksamkeit wieder zu dem Fremden. Rotes
Haar... Augenklappe...

Es dauert noch einige Sekunden, ehe
Nirun bewusst wird, wen er hier vor sich hat. „Keeshar...“
formuliert er in seinen Gedanken den Namen „Der Herr von Totes
End.“
Wieso musste Nirun sich ausgerechnet mit einem seiner
Schützlinge anlegen. Ausgerechnet einer seiner „Freunde“, wenn
Keeshar so etwas besitzen sollte, scheint der hier zu sein. Nirun
schluckt und sieht sich um. Vielleicht kann er verschwinden. Er
riskiert einen kurzen Blick die Straße hinauf. Keiner zu sehen. Er
muss nur zwei Straßen weit kommen und schon wäre er in dem Gewirr
der Unterstadt verschwunden, aber ist das möglich? Mit etwas Glück
werden sie ihm nicht folgen.

Vorsichtig verlagert Nirun sein
Gewicht. Seine Beine schmerzen, aber solange der Schmerz noch da ist,
hat er noch Gefühl in den Beinen. Das ist gut, das ist seine Chance
zu entkommen. Die Beiden sind gerade so sehr mit sich und ihren
Erinnerungen beschäftigt.

Mit einer kleinen Bewegung zieht
Nirun sein Bein in einen Winkel, von dem er besser aufspringen kann.
Keiner von ihnen guckt. Perfekt. Er atmet unhörbar aber zufrieden
aus. Er schmeckt warmes Blut auf seinen Lippen und spürt es auch an
seinem weiteren Körper kleben. Doch es stört ihn nicht weiter, sein
Puls und sein Herz arbeiten normal.

Er konzentriert sich auf
seinen zweiten Fuß und zieht diesen ohne Hektik an seinen Körper
heran, während er immer noch auf die Beiden schwatzenden achtet. Bis
er etwas Hartes spürt und kurz darauf ein lautes Geräusch ertönt.
Ungeschickt hat Nirun den verlorenen Nagel über die Straße gezogen.
Sehr unangenehm und sehr laut klingt das rostige Eisen auf dem Stein
der Straße.




Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Nirun« (12. Dezember 2013, 23:32)


29

Montag, 23. Dezember 2013, 23:41

>Was in meinem Kopf abgeht ist...ist eine lange Geschichte...Boss. Er hat mich provoziert und ich...bin darauf eingestiegen. Das ist alles. Ich kenn ihn nichtmal...Er ist...ich dachte an, du weisst schon und... bin wohl etwas durchgedreht!<
Keylan stammelt vor sich hin während ihn Keeshar anstarrt.
Der Einäugige kann im ersten Moment nur teilweise nachvollziehen, worum es dem Hexerling geht, aber das ist egal. Alleine dass Keylan zugibt, dass er >wohl etwas durchgedreht< ist, ist in Keeshars Ohren ein kleines Wunder. Früher war es nie die Schuld des Burschen gewesen.
Der Azadoura auf dem Boden ist keine Gefahr, und so blendet Keeshar den Kerl erst einmal aus, mustert stattdessen Keylan genauer.

Er hat sich verändert in der Zeit. Er war etwas gewachsen, überragte den Einäugigen nun etwas. Auch wenn Keylan Gewicht zugelegt zu haben scheint, war er weiterhin eher drahtig. Einige Haare begannen an Keylans Kinn zu sprießen... nicht viel, bisher, aber irgendwann mochte das mal ein Bart werden.
Keeshar reibt sich einen Moment lang sein eigenes, Haarloses Kinn - sein Erbe als Angehöriger des Volkes der Waldkinder.

Dann wird der Einäugige aus seinen Gedanken, seinen Vergleichen gerissen.
Der Azadoura, der verprügelte Tropf, hatte sich bewegt. Hatte versucht sich zu erheben, und irgendwie aufzustehen.
Und hatte dabei seine Waffe, einen rostigen, langen Nagel verloren.
Mit erschrockenem Gesicht schaut der tättowierte Mann von Keylan zu Keeshar, sagt kein Wort spannt aber den Körper an, als rechnet er mit weiterer Prügel.
>Hier geblieben, du ratte!< schreit das Hexerlein, stellt sich dem dunkeläugigen Mann in den Weg.
Soviel zum Thema Veränderung Keeshar seufzt.
"Keylan, lass ihn in Ruhe!"

Diese Worte sagt Keeshar vergleichsweise ruhig. Er hofft einfach, dass das Hexerlein seine Anweisung ohne Murren befolgt, Keeshar hatte keine Lust darauf sich gleich nach ihrem ersten Wiedersehen mit der Rangfolge auseinander zu setzen.
Einen kleinen Augenblick - kurz genug, dass Keeshar es übersehen kann - und Keylan tritt mit gesenktem Kopf zur Seite.
"Mein Name ist Keeshar. Ich hoffe mein junger Freund hier hat dich nicht zu sehr verletzt."
Keeshar streckt eine Hand zu dem Verprügelten aus, wartet ab ob dieser sie ergreift und sich aufhelfen lässt.

Du bist wirklich zu großherzig, Keeshar rügt er sich in Gedanken selber. Warum tust du das? Nur damit Keylan nicht den Fehler begeht, und seine Rückkehr mit einem unschuldig Verletzten, oder vielleicht auch einen Toten beginnt? Was bringt dir der Kerl, der ist doch eh nur Haut und Knochen, und kaum etwas wert?! Und warum interessiert es dich überhaupt, was die anderen über Keylan denken?

Ach, halt doch einfach die Klappe! schnauzt der Einäugige die Stimme in seinem Kopf an, und blickt weiterhin zu dem Azadoura, mit neutralem Gesichtsausdruck.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Keeshar« (24. Dezember 2013, 07:59)


Uio

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30

Freitag, 27. Dezember 2013, 10:32

Keeshar nimmt die Worte von ihm kommentarlos an. Abwechselnd blickt er
hin und wieder von dem im Staub liegenden Azadoura zu Uio/Keylan bis
sein Blick auf ihm verharrt und ihn genau mustert. Auch Uio/Keylan hat
den Herren des Toten Ends betrachtet. In seinen Augen hat er sich kaum
verändert. Das einzige was anders ist, dass er selbst gewachsen und nun
mindestens genauso groß ist wie Kees. Uio/Keylan schmunzelt kurz über
diese Tatsache bis er bemerkt das sich der Kerl am Boden bewegt und
irgendwas im Schilde führt. Will der sich aus dem Staub machen? Erst mich
so blöde anranzen und dann feige abhaun?


"Hier geblieben, du Ratte!", kommt es lauter als er wollte aus ihm raus und er macht einen Schitt
zur Seite vor den Azadoura.Kesshar reagiert mit einem Seufzen, das Uio/Keylan nicht entgeht.
"Keylan, lass ihn in Ruhe!"
Was hat Kees vor? Uio überlegt kurz, schaut zu der Ratte am Boden und
lässt von dem dunkelhäutigen ab. Er ist nicht hier um sich mit Kees
anzulegen. Und davon mal abgesehen, dass Keeshar der Boss hier unten
ist, er verdankt ihm viel und mag den Mann mit der knurrigen Stimme.
Genug Gründe seinen Worten zu folgen.
Was Keeshar dann sagt und dem Schwarzäugigen dann die Hand zu aufstehen
reicht, erstaund Uio/Keylan dann doch sehr. Was hast du vo Kees?
Egal was es ist. Er wartet ab und hält sich weiter im Hintergrund!
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