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Raven

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1

Monday, June 18th 2012, 1:12pm

Das Haus der Bücher

Die große Bibliothek Talyras

Das Haus der Bücher ist die Bibliothek Talyras und eine der größten der gesamten Immerlande. Nur an wenigen anderen Orten wird in solcher Fülle das Wissen der Alter archiviert und gepflegt. Das Haus der Bücher befindet sich im Südwesten der Stadt unweit der Steinfaust. Das Gebäude wirkt außerhalb wie eine kleine Festung, das allen Einflüssen trotzt und sein Inneres schützt. Es ist aus Sandstein gebaut, was für die Gegend nicht typisch ist, und erscheint klotzig. Doch lange Buntglasfenster durchbrechen die massive Mauer, welche stellenweise von wildem Wein überwuchert ist. An allen vier Ecken befindet sich ein runder Turm und das Dach der Bibliothek ist flach und begehbar. Das Haus ist vier Stockwerke groß und hat nur einen Eingang, der aus aus zwei imposanten Türflügeln aus dunklem Holz besteht. Zwei Blaumäntel stehen hier rund um die Uhr und halten Wache. Sie sind befugt, Personen den Zutritt zu verwehren, und Taschen bei ein und Ausgang zu durchsuchen, um Bücherdiebstahl zu verhindern. Linkerhand befindet sich ein hölzerner Unterstand mit einem Wassertrog, um Pferde anzubinden.

Im Inneren der Bibliothek herrscht gedämpfte Ruhe. Wer das Haus betritt, befindet sich unmittelbar in der großen und imposanten Haupthalle, durchzogen von runden Säulen, deren Basis und Kapitell aufwändig mir Tieren und magischen Wesen verziert ist. Viele Kerzen, Leuchter und Fackeln erhellen den Raum und farbiges Licht fällt durch die Buntglasfenster. Vereinzelt sieht man Scriptoren an ihren Pulten sitzen, Novizen der Tempel in Regalen stöbern oder wissbegierige Magier stapelweise dicke Folianten in den Lesesaal schleppen. Der Fußoden ist aus hellem Marmor und wirkt poliert. In der Haupthalle befinden sich kaum Bücherregale, sie dient vor allem den Scriptoren als öffentlicher Arbeitsplatz und beeindruckender Eingangsbereich. Hier können auch Versammlungen abgehalten werden.Unter den Buntglasfenstern befinden sich die Schreibpulte der Scriptoren, an denen sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen, nämlich dem Abschreiben, Übersetzen und Kommentieren von bestehenden Schriften, sowie dem Schreiben eigener Texte, je nach Forschungsinteresse. Somit bildet die Bibliothek neben den Tempeln das Zentrum der Gelehrsamkeit in Talyra, deren Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Der lange Weg durch die Halle vom Haupttor zur großen Treppe ist frei und gesäumt von großen Kerzenständern. Links und rechts neben der großen Treppe befinden sich die Eingänge der kleineren Räume und Kammern, welche öffentlich einsehbare Bücher beherbergen. Hier gibt es nicht immer Fenster und der Boden ist teilweise aus schlichten Holzdielen. Die Räume oder ihre Abteilungen sind thematisch gekennzeichnet, z.B. »Natur- Pflanzen- und Kräuterkunde«, »Elbische Literatur«, »Talyra & Umland«, »Geschichte der Menschen«, um nur einen Bruchteil zu nennen.

Geht man die große Treppe hinauf, befindet man sich in einer weiteren kleineren Halle. Hier sind sehr viele Schreibpulte. Novizen und Besucher sitzen dort, lesen, studieren und arbeiten. Denn das Haus der Bücher ist eine Präsenzbibliothek, d.h. nur nur wenigen Bürgern ist es gestattet, Bücher auszuleihen und nach Hause mitzunehmen. Dies auch nur auf besonderen Wunsch und bei guter Begründung. An einem großen, erhöhten Pult, den anderen Tischen zugewandt, sitzt der Leihmeister Kameruk. Er notiert, wer welches Buch liest und ob es wieder an seinen angestammten Platz steht. Er ist nach dem Archivar Aberthol Silberbart, dem dem Hause vorsteht, die wichtigste Person im Hause mit umfassender Verfügungsgewalt. Links und rechts der Lesehalle des ersten Stockwerks befinden sich zwei Flügel. Im Westflügel sind die Schlafgemächer der Scriptoren, des Buchbinders und diverser anderer Bediensteter des Hauses, im Ostfügel die Werkstätte des Buchbinders und des Buchmalers. Hier werden Bücher restauriert, neu gebunden und bemalt.

Im zweiten Stock befinden sich Bücher, die sich mit magischem Inhalt beschäftigen. Nur zu besonderen Studienzwecken darf man diese Räume betreten und sie sind verschlossen. Nur der Leihmeister Kameruk, der Archivar und die Scriptoren haben Zutritt zu diesen Kammern. Viel liegt hier verborgen, was nicht in falsche Hände geraten sollte. Die Kammern hier sind klein und muffig. Die Regale stehen eng gedrängt beieinander und die vielen Räume sind labyrinthisch miteinander verbunden, sodass man etwas Geduld braucht, um zur Treppe zurückzugelangen.

Im dritten Stock befindet sich die persönlichen Gemächer des Archivars. Des weiteren sind hier die streng verbotenen Kammern. Nur der Lord Commander der Steinfaust und Maester Aberthol selbst haben die Schlüssel dafür. Darin befinden sich Werke des geheimen Wissens, Fluchbücher, Beschwörungshilfen, dämonische Folianten, aber auch höchst wertvolle und einzigartige Almanache, Chroniken, Annalen, Konvolute, Pergamente usw...
Alles, was in diesen verschlossenen Räumen steht, ist entweder sehr wertvoll, sehr gefährlich - oder beides. Mit einer Leiter kann man von diesem Stockwerk durch eine massive Holzluke außerdem auf das flache Dach der Bibliothek.

Der Keller der Bibliothek, der durch eine schmale Treppe in einem winzigen Raum im Erdgeschoss erreicht wird, schaut aus wie ein Kerker, ist düster und stinkt. Durch zahlreiche Gänge gelangt man in diverse Räume, in denen jedoch nichts aufbewahrt. Bücher werden hier nicht gelagert, da es zu feucht für sie wäre. Außerdem befindet sich hier ein geheimer Gang, der das Haus der Bücher mit dem Shenrahtempel verbindet.

Bekannte Werke und Klassiker, die man in der Bibliothek findet


Narge - wie sie wirklich sind
Vampirisch Gelüste - ein Schauspiel
1000 und ein Kraut- Kräuterkunde für jedermann
Fluchen und Verhexen -verfluche deinen Feind" - gesperrt
Die entzürnte Amazone - ein Trauerspiel
Die Geschichte der Stadt Talyra
Die Chroniken des Südens
Gronaland - wir wissen, dass wir nichts wissen
Mein Jahr bei den Werwölfen- ein Tatsachenbericht
Die Sommerinseln- eine Reisedokumentation
Zwergische Kultur - zu Gast bei den Donnerbarts
Shidar für Beginner
Sternenkunde
Fliegende Schiffe und ihre spektakulärsten Unfälle



Personen im Haus der Bücher

SCs

Erzmagier Aberthol Silberbart
ist der Archivar und Vorsteher des Hauses der Bücher und gehört dem Stadtrat an. Silberbart war lange Zeit Lehrmeister in Serathie, wurde jedoch gebeten, den Posten des Archivars der Bibliothek anzunehmen, nachdem der vorherige Amtsinhaber Malakai von Athond spurlos verschwand. Aberthol Silberbart ist ein Feuermagier.

Njucon
Buchmaler, Zeichner und Scriptor der Bibliothek

NSCs

Maester Kameruk,
der uralte strenge graubärtige Leihmeister der Bibliothek. Seit über fünfzig Zwölfmonden steht er im Dienste des Wissens und ist mittlerweile selbst so etwas wie ein wandelndes Geschichtsbuch. In Talyra wird es niemanden geben, der so viele Bücher gelesen hat, wie er. Als ausgebildeter Erdmagier verfügt Kameruk außerdem über vielerlei arkanes Wissen und es ist nicht geraten, sich in der Bibliothek unhöflich zu benehmen.

Ferachan
Er ist der grummelige, äußerst unfreundliche Buchbinder des Hauses der Bücher und Anfang Fünfzig. Ferachan hasst Gespräche und ist der festen Überzeugung, dass niemand sein Handwerk besser versteht, als er. Er verabscheut neugierige Fragen oder wohl gemeinte Ratschläge. Am liebsten ist er allein.

Mirlandor und Zweig
sind die beiden Buchmaler. Mirlandor ist noch ein rechter Jungspunt und Zweig trägt schon ergrautes Haar. Sie sind beide sehr ruhig und arbeiten zurückgezogen in ihrer Werkstatt.

Erle
Der oberste Scriptor ist ein Mittdreissiger. Er sieht ausgesprochen gut und klug aus. Seine Augen sind rundherum gezeichnet von kleinen Falten, die darauf schließen lassen, dass er viel gelesen hat. Das verleiht ihm ein noch intellektuelleres Aussehen. In der Tat ist Erle der Schöngeist der Bibliothek und bekannt für seine rhetorische Brillianz in theoretischen Diskussionen. Erle ist ein neugieriger, freundlicher Mann und ein Sprachtalent. Er spricht sowohl das Shidar fehlerfrei, als auch das Tamar. Zur Zeit studiert er die Zwergische Sprache und ihre Dialekte.

Die vier weiteren Scriptoren
heißen Narwyn, Led, Lirayt und Ginofir.

Außerdem arbeitet im Haus weiteres Hauspersonal,
wie drei Mägde und ein Koch.

Die Bibliothek wird rund um die Uhr bewacht von vier Blaumänteln.

Njucon

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2

Sunday, July 1st 2012, 4:02pm

Ca. einen Siebentag nach dem Inarifest 512

Gut gelaunt schlendert Njucon aus dem Haus der Bücher, hält einer Dame und ihrem
Begleiter die Tür auf, begrüßt im Vorbeigehen einen ihm bekannten Stammbesucher des
Hauses und hält kurz auf der obersten Stufe inne, um die frische
Morgenluft des Tages einzuatmen, bevor er sich in Richtung Marktplatz
auf macht. Sein Vorspechen vor drei Tagen bei Maester Alberthol, um
wieder eine Anstellung zu erhalten, verlief kurz und zufriedenstellend.
Die Arbeit in der Bibliothek ist mehr als nur eine Tarnung. Sie ist ein
willkommenr Zeitvertreib und dazu eine wichtige Informationsquelle.
Der Tag ist noch jung und Njucon muss ein paar Erledigungen machen,
die er zu seinem Zwecke auch nutzen kann.

Heutestehen zwei weitere Punkte seines gedanklichen Zettels, mit den Dingen,
die er erledigen will, auf der Tagesordnung. Eines davon wollte er
schon viel früher angegangen sein, aber ihm fehlte die Zeit dazu. Zum
Glück hatte er seine Notunterkunft bis zu diesem Tag noch behalten
können, ist nun aber gern bereit sie gegen eine komfortablere Behausung
aufzugeben. Am liebsten wäre ihm wieder ein kleines Haus oder etwas, wo
er in Ruhe seinen Dingen nachgehen kann, aber nein, Njucon hat etwas
anderes vor. Während er durch die Straßend geht, denkt er nicht an
das folgende Gespräch oder sogar Treffen mit der Frau, die ihm, auch
wenn er es nicht zugeben will, sein Herz von einem Zerg hat zertampeln
lassen, nein, er vermeidet es und will es auf sich zukommen lassen.
Vielmehr denkt er viel lieber an die Frau, die vielleicht, das Warum er
nach Talyra gekommen ist, besitzt. Der grüne Turmalin. Wobei Njucon
dafür noch keine Beweise hat. Es ist ein Gefühl...Intuition! Natürlich
ist es ihm schleierhaft, es klingt grotesk und unlogisch: Was hat so
eine Frau mit diesem Hexer Nathanael zu tun und warum sollte er ihn an
sie weitergeben und sie ihn als Schmuckstück tragen lassen. Ein
lächerlicher Gedanke! Er wird dem nachgehen und er weiss auch schon wie!
Er hat sich den Stein, den sie am Inarifest so offen um den Hals trug,
sogut es sein Gedächnis vermag, ziemlich detailgetreu zu Papier
gebracht. Doch heute wird er nicht die Geschmeidehändler aufsuchen.
Heute wird er die goldene Harfe einen Besuch abstatten und eine alte
Geschichte aus der Welt schaffen! Vermutlich wird Borgil nie sein Freund
werden, aber das beabsichtig Njucon auch nicht. Er will das Thema
beenden! Weiterhin beabsichtig er, ein Zimmer in der Harfe für
längere Zeit zu mieten. Ist das erledigt kann er sich wieder der Arbeit
in der Bibliothek und Kali Maya und dem grünen Turmalin betreffend
zuwenden.

Kali Maya! Exotisch, schön, begehrenswert und
eindeutig bereit, sich wieder mit ihm zu treffen. Wie praktisch! Ein
Siebentag ist vergangen und Njucon hält es für angebracht, ihr in den
nächsten Tagen einen Brief mit einem kleinen Geschenk zukommen zu
lassen. Der Brief ist schon geschrieben. Eine charmante Entschuldigung
dafür, dass er wegen seiner Verpflichtungen im Haus der Bücher noch
nicht dazu gekommen ist, ihr Gemälde zu vollenden. Dazu ein Gedicht und
versichernde, schmeichelnde Worte, dass er sie nicht vergisst und
deshalb diese Kleinigkeit als Entschädigung für sie hat anfertigen
lassen. Er ist sicher, sie eine Frau wie sie gern umgarnt wird und mit
kleinen Geschenken, nicht zu aufdringlich, aber angemessen elegant, zu
beeindrucken ist. Und das ist sein Ziel! Morgen wird er sich nach einem
geeignetem Geschenk umsehen, vielleicht soagr schon heute, sollte alles
gut laufen. Ein Botenjunge wird es dann spätestens in zwei Tagen der
extravaganten Lady überbringen. Sie ist sehr interessant für Njucon.
Nicht nur wegen des Steines, nein auch so! Njucon liebt diese
extravagnate Spielerein. Der Abend des Inarifest war seit langem einmal
wieder eine Zusammenkunft der besonderen Art!
Sobald das Bild fertig ist, er schätzt, wenn alles glatt geht mit der Harfe, in 2-3 Wochen,
soll sie es wie versprochen erhalten. Aber Njucon hat nicht vor ihr das
Bild, welches er in dreifacher verschiednenen Variationen schon
skizziert hat, ihr einfach so zu übergeben. Nein, das wäre stillos! Es
wird natürlich etwas besonderes werden!

------> Die goldene Harfe

Njucon

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3

Wednesday, August 8th 2012, 5:55pm

Fast 2 Wochen nach Inari

Es ist noch früh am Tage, früh in den Morgenstunden als Njucon sich von seinem Pergament
abwendet, dass er für Led den Skriptor des Hauses angefertigt hat. Eine kleine Gefälligkeit
die er gern übernimmt als auch ein kleines Dankeschön dafür, dass der Skriptor ihm bei
der Suche nach einer längerfristigen Unterkunft geholfen hat. Mit einem lächeln liest er

sich den letzten Absatz über dieses kleine Volk das versteckt irgendwo auf den Sommerinseln

leben soll durch und legt dabei den Federkiel zur Seite.
>*Die Y'oda sind im Allgemeinen sehr begabt für arkane Magie und besitzen gelegentlich auch
seherische Fähigkeiten. Eine Gabe, die vor allem in ihrem ursprünglichen Lebensraum sehr
nützlich ist, ist die Fähigkeit, sich der Umgebung so anzupassen, dass sie von ihrer Umwelt
kaum noch wahrgenommen werden. In den Sumpf- und Moorgebieten der Sommerinseln, der Heimat
der Y'oda, ist es für das kleine und wenig wehrhafte Volk lebensnotwendig, sich gut zu
tarnen, um so den riesenhaften Sumpftrollen, gefährlichen Echsen oder anderen aggressiven
Lebewesen zu entgehen, die einen Y'oda als Beute ansehen würden, und so hat sich im Lauf der
Jahrtausende diese Fähigkeit zur Tarnung entwickelt. Wie das genau vonstatten geht, ist den
Gelehrten nicht bekannt, und die Y'oda tun dies auch nicht bewusst – aber es scheint so, als
würde sich ihre Hautfarbe stets der Umgebung anpassen wie die eines Chamäleons.*<

Kurz stellt er sich vor wie interessant es wäre wenn er seine Haut wie eines dieser
kleinwüchsigen Wesen seiner Umgebung anpassen könnte. Aber nur kurz. Sein Aussehen, mag es
für den ein oder anderen seltsam sein ist ihm so recht und gut!
Weißes Haar, weiße haut und ... Njucon schmuzelt und reibt kurz die roten Augen, atmet
schnell tief ein und aus und schiebt schnell diese lästige Müdigkeit und aufkommende
unangemessene Gedanken an eine bestimmte Dame beiseite. Er hat die Nacht hindurch gearbeitet
und das nicht nur im Auftrage von Led oder eines anderen Skriptors. Nein nebenbei hat er
sein weiteres Vorgehen geplant und einen weiteren Brief an Lady Kali Maya verfasst. Dieser
sollte heute um die Mittagszeit per Bote bei ihr eintreffen. Der Inhalt des Briefes, eine
Einladung in zwei Tagen zu einem gemütlichen Essen zu Zweit, bei dem er ihr das Bild präsentieren will war
er von ihr gemalt hat. Das Werk auf großer Leinwand gezeichnet,dass die dunklen Fassetten
der Nacht und ihre hellhäutige schönheit ineinander verschmelzen lassen, ist gestern erst
fertig geworgen. Es sollte perfekt werden. So perfekt wie sein Plan. Der Albino hat jeden
freien Moment, in dem er nicht im Haus der Bücher tätig war oder die Schmuck-und
Steinhändler nach einem gewissen Tumalin aushorchte, daran gearbeitet um es rechtzeitig
fertig zu bekommen. Dementsprechend ist er vom wenigen Schlaf und vielerlei Unternehmungen,
Arbeit müde und braucht bald etwas Schlaf um sich auf den Auftrag voll und ganz
konzentrieren zu können. Nun nicht nur das! Wenn er an das vergangene Inarifest denkt kann
er sich durchaus vorstellen das reizvolle Spiel welchem Kali Maya und er sich hingaben zu
wiederholen. Zudem hat er keine kosten und Mühen gescheut das Bild zu einem Kunstwerk werden
zu lassen und für den angedachten Abend eine Kutsche zu bezahlen die Lady Kalimaya abholen
soll. Er ist sich sicher, dass sie auf dieses kleine wichtige Detail entzückt reagieren
wird.

Bestätigend nickt Njucon, seine Arbeit hier ist für heute getan. Er unterdrückt ein gähnen,
rollt das Pergament zusammen und umwickelt es mit einem Band an dem er ein kleines
Schildchen anheftet auf dem steht: Mit bestem Dank und freundlichem Gruße für Euch Skriptor
Led, von Njucon Aleris

Wenige Augenblicke später liegt die Schriftrolle auf Led´s Arbeitsplatz und Njucon ist auf
dem Weg zu seinem angemieteten Wohnraum im Mühlenviertel.
In einem großen Haus nahe des Flusses hat er durch Led´s hilfe eine Dachkammer anmieten
können. Genau richtig für seine Zwecke. Die Kammer ist geräumig und abgelegen genug fü seine
Zwecke und Absichten. Auf ständig anklopfende Nachbarn oder freundlich gemeinte Besuche des
Vermieters legt er wenig wert! Die schrägen des Daches und die evtl. kälte von der der Mann
sprach machen im nichts aus. Der kleine Ofen würde, so denn er noch in den kalten Monaten in
Talyra weilt und nicht wieder gen Amber aufgebrochen ist, reichen. Der Albino ist was die
Sonne angeht jemand der schnell einen Sonnenbrand bekommt aber die kälte macht ihm nichts
aus.Die Kammer erreicht er über einen mittelgroßen Hof in dem am heutigen Morgen eine gorße
Kutsche steht. Einige starke Männer hiefen die Säcke, die sich auf der Kutsche befinden
hinunter und bringen sie in einen der Speicher. Njucon nickt einem der Männer zu der eine
Hand zu gruße hebt bevor er den nächsten Sack entgegennimmt. Der Albino geht geradewegs auf
eines der Häuser zu und öffnet die Tür mit seinem Schlüssel. Über eine geräumige Diele, in
der allerlei Gerätschaften stehen, geht er zu einer Treppe die ihn erst in den zweiten Stock
und dann noch eine die ihn auf den Dachboden führt. Das Haus dienst als Gästehaus, zumindest
die zweite Ebene und die Dachkammer und ist die meiste Zeit nicht bewohnt, was Njucon sehr
gefällt! Mit einem weiteren Schlüssel öffnet er die Tür und tritt ein. Das frische Licht des
Tages erhellt den großen Raum in dem der kleine Ofen, ein schlichtes Bett, ein Tisch mit
allerlei schreib und Zeichenkram, Stühle, eine Truhe und eine Kommode steht. Überall im Raum
liegen zerknüllte oder achtlos hingeworfene Pergamente. Hier und da Kleidungsstücke, die er
nun beiläufig beim Vorbeigehen aufsammelt um sie vor dem Bett auf einen Haufen zu werfen.
Seufzend setzt er sich auf die Bettkante und massiert seine Stirn. "Die Wäscherei hab ich
ganz vergessen. Nun solang ich noch saubere Kleidung hab muss es gehen!", sag er leise. Und
Ilai, das schwarze Schwert mit den fremden Schriftzeichen und Runen antwortet in Gedanken,
ohne Worte, welche nur Njucon hören kann.
Ihr müsst euch ausruhen Njucon. Die letzten Tage waren erfolgreich und gut aber jetzt
fordert Euer Körper die Ruhe die er benötigt um weiter aufmerksam und fit zu sein!

"Ja ich weiß Ilai, ich weiß!", wieder seufzt der Albino und lehnt sich zurück in die
weichen Decken. Ilai muss nichts weiter sagen und auch Njucon nicht. Der Grund für sein
vieles Arbeiten, vollpacken und nicht zur Ruhe kommen wollen liegt nicht nur in seinem
Auftrag begründet. Er wird damit zurecht kommen! ja das wird er!
Mit einem Mal ist sein Körper so schwer und müde. Hat er auf dem Wege hinter, die letzte
Tage und Nächte in denen er sich keine Ruhe gönnte seine Maske aufrechterhalten, die
Gedanken an sie, Müdigkeit und Erschöpfung ingnoriert so fällt alles jetzt von ihm und fällt
in einen tiefen erholsamen Schlaf.

>*Textauszug Immerlande *<

Njucon

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4

Monday, September 17th 2012, 10:20pm

Erntemond 512

*Die Zeit ist ein kleines Sandkorn, welches sich durch den Hauch von Gestern und den Strom von Morgen treiben lässt...*
Njucon legt die Feder beiseite und betrachtet die geschriebenen Worte. Es war eine seiner Lieblingsgeschichten. Die Geschichte von Zeit und Raum...eine Geschichte, die ihn seine Kinderfrau immer und immer wieder hat vorlesen müssen. Nachdenklich streift er über das Pergament.
"...blick nicht zurück, jedoch vergesse nicht dein selbst und das was dich dazu machte. Schau nach vorn, doch bedenke, wer nur in der Zukunft lebt verpasst sein Leben.", haucht er mit leisen Worten und beginnt zu lächeln.

Monde sind seit dem ersten Treffen mit der bezaubernden und geheimnisvollen Lady Kali Maya vergangen. Bezaubernd? Wohl war, sie hat ihn mit ihrer ungewöhnlichen Art und Weise in ihren Bann gezogen. Ihre Schönheit umgibt ein gewisser Zauber und der Duft von Geheimnis liegt in der Luft. Eine fantastische Mischung. Nach dem Inari, dass sie in verspielter Zweisamkeit am Smaragdstrand ausklingen ließen, folgte das kostspielige Szenario, dass er ihr geboten hat, um ihr sein Gemälde von ihr zu überreichen. Daraufhin lud er sie zu einem gemeinsamen Ausritt ins Larisgrün ein, bei dem sie unbeschwert lachten und schöne Stunden verbrachten. Es folgte ein Spaziergang am Strand, gemeinsames Schlendern über den Markt und die letzte Verabredung, als sie sich eine Schaustellertruppe anschauten, verschiedene Treffen, die immer wieder abgerundet wurden mit dem zärtlichen Liebesspiel zweier Personen, die beide ihre Geheimnisse haben.
Njucon wartete vergebens auf eine direkte Ansprache zu der Thematik der Malsebior. Das einzige, dass sie in diese Richtung hin unternahm, war sich ganz beiläufig sich nach seinem Schwert zu erkundigen und er gab ihr ganz ehrlich Auskunft, es in Amber erstanden zu haben. Im Haus der Bücher, so erfuhr er von einem Skroptor, forscht sie schon vor seiner Ankunft nach den Malsebior und ist immernoch dabei auch nur die kleinste Information über diesen unduchsichtigen Bund in erfahrung zu bringen.

Also ist es zeit, wir können nicht noch länger warten, Njucon, Markes wird ungeduldig und hetzt uns vermutlich bald schon seine Leute auf den Hals!
"Das wird er nicht tun!", entgegnet er Ilai mit bestimmtem Tonfall und legt beiläufig Feder und Pergament zur Seite. "Ich stimme dir zu, dass wir, nein ICH handeln muss. Aber nicht, weil ich sorge habe, dass Markes uns Druck macht. Nein, ich glaube die Zeit ist günstig! Wenn nicht sogar perfekt. Der Hexer wird bald wieder freigelassen!"
Seine Hand sucht ein neues unbeschriebenes Pergament heraus, eines was er aus Amber mitgebracht hat und einige Merkmale der Malsebior aufweist.
"So denn!"
Mit geübten Bewegungen schreibt der Albino einen Text nieder. Er hat keine Schwierigkeit seine Handschrift zu verstellen, dass sie seine in keiner weise gleicht. Beim Schreiben huscht ihm ein listiges Grinsen über die Lippen.
"Markes, mein Freund, das ist wirklich ein sehr...sehr interessanter Brief!"

Wenige Momente später verlässt er schnellen Schrittes den Raum, in dem er im Haus der Bücher seiner Arbeit nachgeht und geht auf die Treppe in der großen Halle zu. Es ist Mittagsstunde und er hat vor, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen und noch einmal seine Strategie bezüglich seines Auftrages zu sortieren. Die nächsten Schritte stehen fest und seine Rolle wird er gut spielen müssen. Er ist ein guter Schauspieler, manche würden ihn als Lügner bezeichnen, doch ist es für ihn nu ein Mittel zum Zweck. Bekommen was er verlangt. Und dabei, in diesem Fall, der sich bisher als angenehm und reizvoll zugleich entpuppt hat, ist ihm jedes Mittel recht!

Kali Maya

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5

Tuesday, September 18th 2012, 9:33pm

~ Erntemond 512 ~
Um die Mittagsstunde

Die vergangenen Monde haben ihre Höhen und Tiefen gehabt. Die Tatsache das Zoe sich ausgerechnet in Uio verliebt hat, hat der Azadoura mittlerweile so manche schlaflose Nacht eingebracht. Auch die die gelegentlichen Stelldichein mit Njucon Aleris bringen stets schlaflose Nächte mit sich, doch sind diese wenigen vergüglichen Stunden süßerer Art. Nathan ist keineswegs vergessen, tatsächlich verfolgt die Erinnerung an ihn Kali mittlerweile stärker den je. Nur die Flucht in Njucons Arme lässt den Hexer für einige Zeit in Vergessenheit geraten, aber auch diese Augenblicke gehen viel zu schnell vorüber. Zudem umgibt Njucon ein Geheimnis, das die Gedanken an Nathan immer wieder wachruft, sobald Kali darüber nachzugrübeln beginnt.

Selten ist der Buchmaler ohne sein Schwert zu sehen und schon so manches Mal ist Kali Maya schon das Zeichen der Malsebior am Schaft der Waffe aufgefallen. Sie hegt den unbestimmten Verdacht, dass der Albino mit der gelegentlichen, wie zufällig inszenierten Zurschaustellung seines Schwertes irgendeine Reaktion ihrerseits zu profozieren versucht, kann sich aber keinen Reim darauf machen, welches Grund es dafür geben sollte. Zumindest weigert sie sich standhaft ihm den Gefallen zu tun. Sicher, ihm dürfte auch so nur allzu klar sein, dass sie die Zeichen mit denen das Schwert verziert ist, durchaus zur Kenntnis genommen hat, aber sie vermeidet es peinlich genau darauf zu sprechen zu kommen und sucht stattdessen weiter im Haus der Bücher nach Antworten auf ihre Fragen.

Zu gerne würde sie sich auch einmal unauffällig in den persönlichen Räumlichkeiten ihres Liebhabers umsehen, doch Njucon tut ihr seinerseits nicht den Gefallen sie in sein Heim zu führen. Ärgerlich. Und um so merkwürdiger. Ein Ausritt im Larisgrün, ein Spaziergang am Strand und Verabredungen auf dem Markt – kurzweilige Stunden die stets in einem Gasthaus der Stadt ihren Ausklang finden. Frustrierend, denkt Kali Maya verstimmt und steuert entschlossenen Schrittes auf den Eingang zum Haus der Bücher zu. Die beiden Wachen, die den Zugang bewachen, grüßen die Azadoura höflich und sie entgegnet der Gruß flüchtig bevor sie durch die imposanten Flügeltüren in die große Haupthalle der Bibliothek tritt. Ohne sich lange umzusehen eilt Kali weiter. Zielstrebig steuert sie geradewegs auf die große Haupttreppe am Ende der Halle zu und würdigt die zahlreichen Kerzenständer, die ihren Weg säumen und sacht flackerndes Licht spenden, kaum eines Blickes.

Überraschung zeigt sich auf dem Gesicht der Azadoura, als sie den ersten Schritt auf die Treppe tut und dabei in die Höhe blickt. Etwa auf der Hälfte der Stufen steht Njucon Aleris und schaut ihr ebenso erstaunt entgegen. Der Augenblick währt jedoch nur kurz. Sogleich hat sich der Buchmaler wieder ganz im Griff und präsentiert sein übliches, charmantes Selbst und auch Kali Maya hat ihre kühle Gelassenheit rasch wiedergewonnen. “Njucon”, begrüßt die Frau von der Rubinküste den Buchmaler. “Welch eine ein Zufall.” Sie lächelt gekonnt, denn eigentlich ist die Begegnung keinesfalls solch ein großer Zufall. Wenn man es genau nimmt, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit gewesen, dass sie sich hier einmal über den Weg laufen würden, immerhin arbeitet Njucon Aleris im Haus der Bücher – oder gibt dies zumindest vor. Kali Maya bleibt am Fuß der Treppe stehen und blickt dem bleichhäutigen Mann abschätzend entgegen, während sie darauf wartet, dass er die wenigen Stufen, die sie voneinander trennen, zu ihr herabgestiegen kommt.
Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer. (Chin. Sprichwort)
She walks in beauty, like the night. (Lord Byron)

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Njucon

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6

Friday, September 21st 2012, 11:49pm

Ja, was für ein Zufall., belächelt er ihre Aussage innerlich und nimmt an, dass auch sie nicht mit seiner Anwesenheit hier gerechnet hat. Äußerlich hat er sich im Griff.
"Lady Kali Maya, wie schön euch hier zu treffen!", bringt er charmant wie immer heraus. Lächelnd geht er auf sie zu, nimmt zärtlich ihre Hand, schmunzelt als sich ihre Blicke treffen und küsst schließlich in alter Kavaliermanie ihre Hand, so wie er es schon öfter getan hat.
Als er hochblickt, tritt dann doch plötzlich etwas Neues in seine Mimik und Gestik. Etwas untypisches für den sonst so galanten Albino, was klar als ernste Sorge zu identifizieren sein sollte.
Das Spiel kann beginnen
Njucon ist nicht nur sehr ein guter Schauspieler, nein er ist auch in der Lage sich so sehr in die Situationen hineinzuversetzen, als wäre sie echt! Dies macht es für ein Gegenüber fast unmöglich, hinter seine Täuschungen zu kommen. Nach dem Handkuss sieht er Kali an und gibt sich nachdenklich und ernst. Als er spricht, hält er ihre Hand sanft fest und schaut ihr direkt in ihre die nachtschwarzen Augen.
"Kali, ich muss mit Dir reden. Es ist dringend", sagt er leise, "Aber nicht hier!", er deutet die Treppe hoch in die Richtung, aus der er gerade gekommen ist. "Wir könnten in ein Arbeitszimmer gehen, dort sind wir ungestört!"Er lächelt einen Augenblick verschmitzt, als er daran denkt, anstatt zu reden, etwas ganz Anderes und viel Schöneres zu tun. Aber nur kurz, dann wird er wieder ernst. "Ich habe vieles im Kopf, was ich lieber tun würde als ...DAS mit dir zu besprechen. Aber...es ist wichtig!"

Wenige Augenblicke später öffnet er eine der Türen und betritt mit ihr eines der Zimmer, in denen er hin und wieder arbeitet. Die großen Fenster lassen das wenige herbstliche Licht des Tages großzügig in den Raum. Das Wetter draußen scheint so wie die Stimmung eher bedrückend zu sein. Der Himmel hängt volle grauer Wolken und es ist unangenehm kühl draußen, war man doch verwöhnt von den bisherigen schönen Sonnentagen und den angenehmen Temperaturen. Absichtlich nimmt er nicht das Zimmer, in dem er vorhin den Brief geschrieben hat. Er schließt die Tür und kommt gleich zum Kern der Sache. Er will Kali Maya nicht noch länger auf die Folter spannen. Natürlich macht sie sich Gedanken, es könnte alles sein, was er ihr so dringend mitteilen will.
Tief atmet er ein und spricht beim Ausatmen ruhig, während er erneut ihre Hand nimmt. Nein, das wird kein Hochzeitantrag, denkt er innerlich schmunzelnd und beginnt.
"Kali, es ist etwas passiert, was mich dazu drängt, mit dir reinen Tisch zu machen. Ich hätte das schon längst tun sollen, aber ich...ich hatte...Angst? Ja, vielleicht ist es Angst gewesen und ein tiefen inneres Gefühl ,was mich beschämen lässt, dir nicht von Anfang an mehr über mich erzählt zu haben...besonders da wir uns nun länger treffen. Ich will nicht lang drum herum reden. Ich halte viel von dir, du bedeutest mir mehr, als ich es zu Anfang wollte.“ Er lächelt etwas, wird aber wieder ernst. "Als erstes möchte ich etwas feststellen: Ich bin kein Malsebior, Kali!", kommt es ruhig aus ihm heraus und er bringt somit gleich das heiße Thema auf den Tisch. "Aber ich stehe in Kontakt zu ihnen und habe einen Brief erhalten, der mir Sorge bereitet." Er lässt ihre Hand los und holt den Brief aus der Tasche. "Einen Brief, in dem jemand erwähnt wird, den wir beide kennen. Einen Hexer, namens Nathanael!" Njucons Blick und auch Stimme sind jetzt sehr ernst und eindringlich. Der Gesichtsausdruck der schwarzhaarigen Frau droht immer wieder kurz zu entgleiten. Durch ihren Kopf müssen zahlreiche Fragen und Flüche gehen, aber Njucon bittet sie damit zu warten und ihn anzuhören. "Kali bitte hör mich an.", sagt er ruhig und macht eine beschwichtigende Geste, "Nathanael ist ein gefährlicher und skrupelloser Mann. Er hat dem Orden der Malsebior etwas sehr wichtiges und wertvolles gestohlen, besser gesagt einem sehr einflussreichen Mann der Malsibior. Seit Jahren versuchen sie den Dieb zu finden, um den entwendeten Tumalin zurück zu fordern. Doch der Hexer hat sich bisher nicht nur erfolgreich verbergen können, nein er die hat Gesannten der Malsebior hinterrücks getötet und somit viel Unmut auf sich und seine Gefährten, die ihn begleiteten gezogen. Der Orden weiß, dass der Hexer bereit ist für den Stein zu töten und auch diejenigen zu Opfern, die ihm Weg stehen und der Orden weiß, dass er sich zur Zeit auf Nirmonar im Gefängnis befindet und sehr bald entlassen werden soll. Sie werden auf ihn warten und mit ihm abrechnen! Doch viel wichtiger als das Schicksal dieses Hexers ist, das sie glauben, dass er den Stein hier in Talyra irgendwo versteckt hat und sie werden alle, wirklich alle, die jemals mit ihm in Kontakt standen, als möglichen Aufenthaltsort des Steines in Augenschein nehmen." Njucon schaut die Azoudora ernst an und streicht mit der einen Hand durch seine Haare. "Sie werden nicht nur mit ihm kurzen Prozess machen, Kali!!“ Er schluckt schwer. "Und ich...weiß nicht, ob ich dich schützen kann. Ich begebe mich grade auf sehr dünnes Eis, dass ich dir das alles Berichte, dich warne. Aber sie wissen, das du mit ihm zusammen warst, Kali...und ich... verdammt noch eins…, wer hätte denn erwartet, dass es soweit kommt und besonders, dass wir beide uns so nahe kommen." Mit diesen Worten, die er sehr ernst mit einer Spur von Verzweiflung vorbringt, reicht er ihr den Brief und wartet bis sie ihn gelesen hat.
"Bitte Kali, wenn du irgendwas über diesen Stein und seinen Aufendhaltsort weißt, sag es mir! Ich weiß, wie sie arbeiten, ich kenne ihre Vorgehensweisen und Regeln. Wenn der Tumalin nicht auftaucht wird ER seine Leute schicken,
vermutlich sind sie schon unterwegs. Aber ich finde eine Lösung Kali,
wir finden eine Lösung! Vertrau mir! Ich möchte nicht, dass dir etwas zustößt!"

Kali Maya

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7

Sunday, September 23rd 2012, 8:55pm

Zunächst ist Njucon charmant und höflich wie immer, doch schnell nimmt die zufällige Begegnung eine äußerst überraschende Wendung. »Kali, ich muss mit dir reden. Es ist dringend! ...aber nicht hier.« Der drängende Tonfall in Njucons Stimme gemahnt die Azadoura sogleich zur Vorsicht. Misstrauisch mustert die Frau von der Rubinküste den Buchmaler, der sich leicht von ihr abwendet, um die Treppe hinauf zu deuten. »Wir könnten in ein Arbeitszimmer gehen, dort sind wir ungestört!« Ein verschmitztes Lächeln schleicht sich auf Njucons Gesicht, als er sich wieder Kali zuwendet. »Ich habe vieles im Kopf, was ich lieber tun würde als ...DAS mit dir zu besprechen«, fügt er hinzu, »aber... es ist wichtig!« Kali Maya kneift leicht die Augen zusammen. Was soll das werden?, fragt sie sich irritiert. Ein unsittlicher Antrag, oder was?! Ihr Misstrauen wird von mal zu mal größer, aber auch ihre Neugierde... und so folgt sie Njucon in eines der Arbeitszimmer im Haus der Bücher, welches dem Buchmaler scheinbar zur Verrichtung seiner Aufgaben zur Verfügung steht.

Langsam schaut sich die Azadoura um. Große, großzügig angelegte Fenster lassen das wenige Tageslicht herein, welches der herbstliche, mit grauen Wolken verhangene Himmel an diesem Tag zulässt. Njucon schließt die Tür hinter ihnen, das Schloss rastet mit einem vernehmlichen Knacken ein, und kommt sogleich zur Sache. »Kali, es ist etwas passiert, was mich dazu drängt, mit dir reinen Tisch zu machen.« Eine Augenbraue der Azadoura ruckt verräterrisch in die Höhe, während sie sich dazu zwingt, sich langsam zu Njucon umzuwenden und ihm direkt in die Augen zu schauen. »Ich hätte das schon längst tun sollen, aber ich... ich hatte... Angst?«, fährt der Buchmaler fort und hält ihrem Blick dabei stand. »Ja, vielleicht ist es Angst gewesen und ein tiefen inneres Gefühl, was mich beschämen lässt, dir nicht von Anfang an mehr über mich erzählt zu haben... besonders da wir uns nun länger treffen.« Lügner!, schießt es Kali unweigerlich durch den Kopf. Nichts in Njucons Gestik, Mimik oder dem Tonfall seiner Stimme deutet daraufhin, dass er die Unwahrheit spricht, dennoch glaubt ihm die Azadoura kein einziges Wort – einfach weil sie es nicht will. »Ich will nicht lang darum herum reden«, spricht Njucon derweil unbeirrt weiter. »Ich halte viel von dir, du bedeutest mir mehr, als ich es zu Anfang wollte. Als erstes möchte ich etwas feststellen: Ich bin kein Malsebior, Kali!« Oh, jetzt wird es wirklich interessant... Gespannt hält Kali den Atem an.

Aufmerksam hört die Azadoura sich an, was Njucon ihr zu beichten hat und was er erzählt, schlägt dem Fass den Boden aus. Nicht nur dass er von ihrer Beziehung zu Nathan weiß, nein, auch die Malsebior und der Turmalin, der sich nun in ihrem Besitz befindet, sind kein Geheimnis für ihn. Kalis Gedanken überschlagen sich. »Kali, bitte hör mich an«, Njucons Stimme klingt leise und eindringlich. »Nathanael ist ein gefährlicher und skrupelloser Mann«, erklärt er und die Azadoura muss sich zwingen, nicht laut zu lachen, während Njucon damit fortwährt in allen Einzelheiten zu schildern, was Nathan getan HAT und was die Malsebior gewillt SIND zu tun. »Sie werden auf ihn warten und mit ihm abrechnen! Doch viel wichtiger als das Schicksal dieses Hexers ist, dass sie glauben, dass er den Stein hier in Talyra irgendwo versteckt hat und sie werden alle, wirklich alle, die jemals mit ihm in Kontakt standen, in Augenschein nehmen.« Ah, natürlich, Kali Maya zieht zischend die Luft ein. Also darum geht es... Oh, Njucon, bitte, du bist doch nicht etwa besorgt um mich?! Ein amüsiertes Lächeln huscht über Kalis Gesicht. Nicht doch.
Ein weiteres Mal kann sie nur knapp verhindern prustend loszulachen, als der Buchmaler ihre Gedanken tatsächlich bestätigt. »Sie werden nicht nur mit Nathanael kurzen Prozess machen, Kali!!« Njucon sieht sie bekümmert an und wieder kann die Azadoura nichts entdecken, was seine Worte lügen strafen täte. »Und ich... weiß nicht, ob ich dich schützen kann. Ich begebe mich grade auf sehr dünnes Eis, dass ich dir das alles berichte, dich warne. Aber sie wissen, dass du mit ihm zusammen warst, Kali... und ich... verdammt noch eins..., wer hätte denn erwartet, dass es soweit kommt und besonders, dass wir beide uns so nahe kommen?« In der Tat, dumm gelaufen. Ein kleines, zynisches Lächeln schleicht sich nun doch auf Kali Mayas Lippen. Und, mein armer weißer Ritter, was gedenkst du nun zu tun?!

Njucon reicht Kali Maya einen Brief entgegen, den sie langsam entgegen nimmt. Ihre Augen überfliegen den Inhalt ohne damit etwas anfangen zu können. Was auch immer in dem Brief geschrieben steht, es ist in der Sprache der Tamaruinn na hLaigeann, wie es in Laigin und Amber gesprochen wird, verfasst, und die Azadoura versteht kein einziges Wort. In dem Schreiben kann alles mögliche stehen – eine Warnung, ein Reisebericht, ein Gedicht, ja, selbst ein Kochrezept, es würde ihr nicht weiter auffallen... Etwas, ganz unten am Ende der Botschaft, zieht allerdings doch Kali Mayas Aufmerksamkeit auf sich. Es handelt sich um zwei Zeichen: III-VII. Drei – Sieben. Äußerlich ist der Azadoura zwar nichts anzumerken, aber sie erkennt die Ziffern sehr genau und erinnert sich sogleich an einen anderen Brief, dessen Siegel ebenfalls diese Zahlenreihe aufgewiesen hat. Es ist also wahr!, stellt sie fest. Langsam lässt sie die Hand, die den Brief hält, sinken, wendet sich von Njucon ab, geht ein paar Schritte zur Fensterfront hinüber und lässt den nachtschwarzen Blick in die Ferne schweifen.

»Bitte Kali, wenn du irgendwas über diesen Stein und seinen Aufendhaltsort weißt, sag es mir!«, hört sie Njucon sagen. »Ich weiß, wie sie arbeiten, ich kenne ihre Vorgehensweisen und Regeln. Wenn der Turmalin nicht auftaucht wird ER seine Leute schicken, vermutlich sind sie schon unterwegs. Aber ich finde eine Lösung Kali, wir finden eine Lösung! Vertrau mir! Ich möchte nicht, dass dir etwas zustößt!« Regungslos starrt die Azadoura aus dem Fenster ohne auf Njucons Worte zu reagieren. Vertrau mir... phaaah! Kali Maya schüttelt ganz unbewusst den Kopf. Vertrauen? Angestrengt denkt sie nach. Sie zweifelt nicht im Geringsten daran, dass Njucon in Kontakt mit den Malsebior steht, sie hat das Zeichen auf dem Knauf seines Schwertes gesehen und auch die Ziffern sind ihr ein Beweis dafür, dass zumindest dieser Teil seiner Geschichte wahr ist. Was Nathanael anbelangt: Vielleicht glaubt Njucon wirklich, was die Malsebior ihm eingeflüstert haben, vielleicht ist es aber auch nur einfach eine geschickte Lüge, um ihr Angst einzujagen und sie gegen den Hexer aufzubringen. Sie weiß es nicht und es ist auch egal. Wie dem auch immer sei, die Worte verfehlen in jedem Fall ihren Zweck. Sicher, Nathanael ist zweifelsohne gefährlich. Jeder Hexer ist gefährlich, der eine mehr, der andere weniger, und Nathan gehört eindeutig zur zweiten Kategorie... aber skrupellos? Nein! Abermals schüttelt Kali ganz unbewusst leicht den Kopf. Starrsinnig, dickköpfig, streitsüchtig... aber eindeutig nicht skrupellos. Wäre Nathan skrupellos, dann hätte er dem Straßenjungen Uio niemals geholfen. Und wenn doch, wäre Nathan wirklich skrupellos, er hätte Uio während seines Prozesses ohne mit der Wimper zu zucken verraten – so wie Kali es getan hätte! Doch das hat er nicht. Stattdessen hat er geschwiegen und ist nach Nirmonar verschwunden.

Nein, Kali Maya kennt Nathan zu gut, um Njucon oder den Malsebior, die hinter ihm in den Schatten stehen, in dieser Hinsicht Glauben zu schenken. Auch glaubt sie nicht eine Sekunde lang, dass Nathan den Turmalin, den die Malsebior so verzweifelt zu suchen scheinen, absichtlich gestohlen hat. Wie auch immer der Edelstein in den Besitz des Hexers gelangt sein mag, die Azadoura ist sich sicher, dass Nathan nicht einmal geahnt hat, welche Bedeutung das Kleinod möglicherweise hat. Weshalb sie sich in diesem Punkt so sicher ist? Jeder Dieb, der halbwegs bei Verstand ist und um die Bedeutung des Steins weiß, hätte den Turmalin sicher verwahrt oder sich seiner längst entledigt. Nicht so Nathan. Beinahe achtlos hatte der Hexer das Juwel unter seinen wenigen Habseligkeiten aufbewahrt, wo Kali den Edelstein schließlich gefunden hat. Der Turmalin war ihm nicht viel wichtiger gewesen als seine abgetragenen Handschuhe. Kali Maya ordnet ihre Gedanken. Als sie sich schließlich wieder vom Fenster ab- und Njucon zuwendet, hat sie ihre Entscheidung gefällt.

„Du nimmst den Mund ziemlich voll“, entgegnet sie mit eiskalter Gelassenheit. „An deiner Stelle wäre ich nicht so rasch mit einem solchen Versprechen bei der Hand.“ Sie lacht. „Den Stein, Njucon, können die Malsebior in den Wind schreiben...“ Die Azadoura lacht abermals. Was sagst du dazu? Hm. Was werden sie davon wohl halten? Hast du dafür eine Lösung parat? Herausfordernd sieht Kali den Buchmaler an. „Ich habe den Stein unter den Halbseligkeiten des Hexers gefunden, als sie ihn damals in den Kerker geschafft haben, ja... Ein schöner Stein. Wundervoll geschliffen. Wertvoll. Eine angemessene Entschädigung, wie ich fand!“ Ein amüsiertes, helles Lachen entschlüpft Kalis Lippen. Ihre freie Hand wandert hinauf zu ihrem Nacken, ihre Finger tasten nach der Kette um ihren Hals und ziehen das Schmuckstück, das daran befestigt ist, unter ihren Gewändern hervor. Kali umschließt den Anhänger... ein heftiger Ruck, die Kette reißt und sie hält Njucon das Schmuckstück entgegen. „Da.“ Sie lässt die Kette zu Boden fallen, kurz bevor der Buchmaler sie zu fassen bekommt. „Das ist alles, was vom kostbaren Turmalin der Malsebior übrig ist.“ Die Azadoura zuckt gleichgültig mit den Schultern. „Ich habe ihn umschleifen lassen, um ihn meinen Wünschen anzupassen... so rund und klobig wie ein Ei, ließ er sich schlecht um den Hals tragen... und die verbliebenen Splitter waren immerhin auch noch ein paar Silberlinge wert...“

Die Frau von der Rubinküste sieht ihren Gegenüber geradeheraus an. Wird er ihren Bluff schlucken? Schließlich weiß sie nur zu gut, dass dies NICHT der Stein ist, nach dem die Malsebior suchen. Aber Njucons Worte machen ihr keine Angst. Nur sie allein weiß, wo der richtige Stein sich befindet, und sie ist gewillt das Geheimnis, falls nötig, mit ins Grab zu nehmen. Schluckt Njucon den Köder, hat sie genug Zeit zum handeln gewonnen. Ein Plan formt sich in ihren Gedanken. Ja, sollten die Malsebior ruhig kommen, sie würden schon sehen, wäre stärker ist – die Malsebior oder Agutrot. Kali Maya lächelt innerlich. Sie mag verbannt worden sein, aber sie hat etwas in der Hinterhand, was ihr die Rückkehr in ihre Heimat ebnen und ihre alte Macht wieder vollständig herstellen wird, dessen ist sie sich sicher. Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, diesen Trumpf jetzt schon auszuspielen. Sie hatte warten wollen bis Aruna älter ist, aber falls die Umstände sie wirklich dazu schwingen sollten, würde sie ohne zu zögern handeln. „Na, willst du mir immer noch helfen?“, fragt sie spöttisch. Gespannt sieht sie Njucon an. Alles hängt nun von seiner Antwort ab.
Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer. (Chin. Sprichwort)
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Njucon

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8

Tuesday, September 25th 2012, 9:29pm

Njucon beobachtet Kali Maya, während er spricht genau. Sie hat sich gut im Griff doch entgleitet ihr hin und wieder ein heben der Augenbauen und andere Gesten, die auf ihre Gedanken schließen lassen. Ihm ist mehr als nur klar, dass diese Frau keine einfache Frau ist. Weder einfach noch alltäglich oder auch nur annähernd simpel gestrickt. Kali ist eine Azadoura, wenn nur die Hälfte von dem was er gelesen hat über diese Rasse wahr ist, ist Kali mit keiner Frau zu vergleichen, mit der er jemals das Bett geteilt hat. Ein von Frauen geführtes Volk, das mehr als nur hart und unnachgiebig ist. Die Seite von Kali Maya, die er bisher kannte, ist eine andere. Hier in Talyra musste sie sich ganz offensichtlich den Gegebenheiten und Bräuchen anpassen, zumal sie den Weg einer Sithechnovizin gewählt hat. Eine brisante Mischung! Während sie am Fenster steht und ihm zuhört und auch eine Weile danach registriert Njucon zweimal ein Kopfschütteln. Gut zwei Punkte glaubst du mir nicht!, schließt er daraus und wartet auf weitere Reaktionen der Azadoura. Es dauert eine Weile bis sie sich umdreht und dem Albino mit allglatter Gelassenheit entgegen tritt.
>„Du nimmst den Mund ziemlich voll. An deiner Stelle wäre ich nicht so rasch mit einem solchen Versprechen bei der Hand.“< Sie lacht und Njucon sieht ihr geradewegs in die Augen. Wir sind hier nicht in Agutrot und ich bin nicht einer deiner Lakaien, von denen du sicher einige hattest!
>„Den Stein, Njucon, können die Malsebior in den Wind schreiben..."< Wieder lacht sie und schätzt ihn mit einem ganz besonderem Blick ab. Was ist das für ein Blick Kali, eine Herausforderung? Ist das ein Gespräch, in dem es darum geht, dass du mir zeigen willst, wer hier welche Stellung hat? Warum machst du dir es so schwer, Kali Maya! schießt es durch Njucon Kopf, während er unverändert dasteht und ihren Blicken, mögen sie herablassend, herausfordernd oder belächelnd sein, ruhig und beobachtend standhält. Lies sie zu Anfang des Gespräches hier und da Erstaunen oder Mistrauen durchscheinen, so zeigt sie jetzt ein anderes Gesicht. Es scheint Njucon fast so als würde sie sich plötzlich in ihrer Stellung bedroht sehen und auf Angriff statt auf gemeinsame Problemlösung plädieren. Doch nicht nur das, so fährt Kali mit dem nächsten Schritt etwas auf, das Njucon hellhörig werden lässt.
>„Ich habe den Stein unter den Halbseligkeiten des Hexers gefunden, als sie ihn damals in den Kerker geschafft haben, ja... Ein schöner Stein. Wundervoll geschliffen. Wertvoll. Eine angemessene Entschädigung, wie ich fand!“,< ,hell lacht sie auf und Njucon ist sich sicherm, was jetzt kommt.
> „Da. Das ist alles, was vom kostbaren Turmalin der Malsebior übrig ist.“<, um ihre Worte zu unterstreichen, zuckt sie mit den Schultern. Du kannst schlecht Lügen, Kali. Dir ist weder Nathan noch der Stein gleichgültig...und sollte ich mich irren, werde ich zu meinem Vater zurückkehren und ihn vor dem versammelten Clan um Verzeihung bitten. Njucon hat schon viele Lügen gehört, viele Frauen gesehen, die ihre Zuneigung mit Gleichgültigkeit und gespielter Verachtung überspielen...und er ist sich zudem sicher, eine Frau wie Kali Maya würde niemals einen solchen Stein so geringschätzend nach all diesen Worten eben zu Boden fallen lassen. Ja und da ist er sich auch sicher. Sie hätte ihn auch, wenn er sich mehr bemüht hätte, auf jeden Fall zu Boden geworfen!
>„Ich habe ihn umschleifen lassen, um ihn meinen Wünschen anzupassen... so rund und klobig wie ein Ei, ließ er sich schlecht um den Hals tragen... und die verbliebenen Splitter waren immerhin auch noch ein paar Silberlinge wert...“< Ja, das ist sogar die Wahrheit ...aber das ist nicht DER Turmalin um den es geht!
Das Gespräch hat, so kurz es ist, Njucon schon einiges verraten und eines der wichtigsten Dinge ist, dass Kali und er sich in nicht nur einer Sache ziemlich ähnlich sind.
>„Na, willst du mir immer noch helfen?“<, kommt es spöttisch aus ihrem Mund.
Und in manchen Dingen sind wir so verschieden! Es dauert nur ein paar Sekunden und Njucon hat seine weitere Strategie an den grünen Turmalin und damit an seine Eintrittskarte in den Orden der Malsebior zukommen, fest gelegt.
"Ist das alles Kali?", fragt er mit ruhiger, angenehmer Stimme und schaut sie fragend an. "Keine Fragen, kein Interesse an Informationen, die ich dir ohne weiteres geben könnte, keine Zweifel an meiner "nicht Identität" als Malsebior?" Wo ist die Neugier, die dich bisher getrieben hat, mehr über mich und den Orden zu erfahren?
Eine kleine Pause tritt ein. Er schaut sie immer noch an, weder vorwurfsvoll noch herausfordernd. "Du willst nicht wissen, woher ich Nathan kenne? Du willst nicht wissen, was es mit dem Stein auf sich hat?" Wo ist dein Wissendurst?
Wieder eine kurze Pause bevor er einfühlsam und ruhig wie zuvor weiterspricht. "Ich weiß, dass du dich sehr wohl selbst schützen kannst, verzeih also die Angewohnheit eines Mannes eine Frau beschützen zu wollen. Es ist nicht abwertend gemeint, ich sehe dich nicht als schwach und hilfebedürftig an. Ich mag dich Kali, das ist alles!"
Langsam wendet er den Blick von ihr ab und schaut auf den Boden an die Stelle, wo der Stein liegt. "Hältst, du mich für so dumm und minderwertig, dass ich glaube, dass du ein für Nathan bedeutsames Schmuckstück einfach so hier vor meine Füße wirfst?", Njucon schnaubt leicht enttäuscht aus, schüttelt den Kopf, bleibt aber immer noch ruhig in Mimik Gestig und seinen Worten. "Die Frage ist nicht, ob ich dir immer noch helfen will! Die Frage ist vielmehr, ob du bereit bist mir zu helfen, so dass ich dir helfen kann!"

Kali Maya

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9

Wednesday, September 26th 2012, 6:40pm

Kali Maya ist eine exzellente Lügnerin... oder ist es zumindest einmal gewesen, denn an diesem Tag laufen die Dinge bei weitem nicht so gut, wie sie dies gewohnt ist. Ich bin ganz schön aus der Übung, denkt sie missmutig. Die Zeit in Talyra hat mich schwach werden lassen... Das Njucon ihr ihren Bluff nicht abkaufen zu wollen scheint, ärgert die Azadoura maßlos. Normalerweise ist jede ihrer Regungen genau kalkuliert und gezielt eingesetzt – jedes Heben der Augenbraue, jedes scheinbare Zögern, jedes noch so kleine Kopfnicken – aber dieses Mal ist sie so überrascht worden, dass ihr gleich mehrere grobe Schnitzer hintereinander unterlaufen sind. Wie eine blutige Anfängerin. Nun, das würde ihr nicht noch einmal passieren, entscheidet Kali, als Njucon sie schließlich nach seinem Konter auf ihre gescheiterte Offensive endlich wieder zu Wort kommen lässt. Die Azadoura konzentriert sich und überlegt einen Moment, was sie als nächstes tun und sagen wird, bevor sie zu sprechen beginnt.

“Njcuon, Njucon, Njucon...” Die Frau von der Rubinküste schüttelt tadelnd den Kopf. “Was stellst du nur für Fragen. Und erst deine Vorwürfe.” Sie lacht erheitert. “Ob ich dich für minderwertig halte, willst du wissen?” Kali schenkt dem Buchmaler ein strahlendes Lächeln. “Du bist ein Mann, Njucon, das sollte eigentlich als Antwort genügen... Und ob ich glaube, du seiest du? Nun ja...” Die Azadoura macht eine geschickte Kunstpause und zieht die Dinge ganz bewusst ein wenig in die Länge. “Dumm? Ja. Sogar für dümmer als ich zunächst angenommen hatte.” Das Lächeln auf ihrem Gesicht verändert sich nicht im geringsten und ihre Stimme schlägt einen amüsierten Tonfall an, der völlig konträr zu dem in ihr brodelnden, aber äußerlich durch nichts ersichtlichen Zorn ist. “Du nimmst allen Ernstes an, das Schmuckstück zu deinen Füßen sei bedeutsam für mich? Oder irgendein anderes?”, fragt sie sanft, die eigentliche Bedeutung der Aussage des Buchmalers absichtlich verdrehend. Ganz bewusst handelt sie weiterhin so, als sei der Turmalin, der in den Ketteanhänger eingearbeitet worden ist, tatsächlich der Stein, nach dem Njucon Ausschau hält. “Wirklich? Irgendeines? Dann bist du reichlich dumm, Njucon. Der Turmalin der Malsebior ist nicht der Stern von Ûr... und selbst den würde ich ohne zu zögern in den Staub werfen, wenn ich müsste.” Das Lächeln auf ihrem Gesicht wird kalt und erstarrt zu einer unergründlichen Maske. Du Narr. Wenn kümmern schon Juwelen und kostbares Geschmeide? Mein Herz hängt an etwas anderem, denkt sie versonnen. Macht!

Njucon scheint die Dinge allerdings nach wie vor etwas anders zu sehen und nimmt offenbar weiterhin an, dass ihr nicht nur der Turmalin, sondern auch Nathan selbst etwas bedeuten. Nun, mit Letzterem liegt der Buchmaler nicht einmal so falsch, denn Nathan bedeutet Kali Maya in der Tat etwas – und zwar mehr als ihr lieb ist – aber Njucon macht einen entscheidenden Fehler: Er unterschätzt ganz offensichtlich die Bereitschaft der Azadoura, den Hexer ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken zu opfern, um zu bekommen, was sie will. Der Dienst an Sithech hat Kali Maya und ihre Sicht auf die Welt sehr stark verändert, aber der Gott des Winters und des Todes hat die Frau aus dem tiefsten Süden der Immerlande nicht als seine Dienerin auserwählt, weil sie ein schwaches, mitfühlendes Herz hat. Kali Maya hat akzeptiert, dass Sithech einen bestimmten Weg für sie vorgesehen hat und sie ist entschlossen diesem Weg zu folgen, und zwar bis an sein bitteres Ende. Sie weiß noch nicht genau wohin Sithech sie führen wird, was er aus ihr machen will, nur das sie nicht als eine der Schweigenden Schwestern enden will und wird, dessen ist Kali Maya sich mittlerweile immer sicherer geworden.

“Also gut”, erklärt sie schließlich. “Kommen wir zum Kern der Sache.” Entschlossen sieht Kali Njucon an. “Denn in einem Punkt hast du vollkommen Recht: Ich will wissen, was es mit dem Stein der Malsebior auf sich hat. Weshalb er von solcher Wichtigkeit für sie ist!” Nüchtern fügt sie hinzu: “Alles andere kümmert mich nicht. Die Malsebior selbst sind mir egal. Woher willst du überhaupt wissen, dass ich nicht längst alles über sie weiß, was es zu wissen gibt? Das Wichtigste hast du mir doch gerade selbst verraten – sie wollen den Stein und sind bereit dafür über Leichen zu gehen. Was dich angeht... ob du ein Malsebior bist oder nicht, ist vollkommen unerheblich, denn letztlich läuft doch beides auf das selbe Ergebnis hinaus – du bist ebenfalls hinter dem Stein her... Und zu guter Letzt... Weshalb sollte es mich kümmern in welcher Beziehung du zu Nathan stehst?” Kali Maya zuckt leicht mit den Schultern. “Nathan ist auf Nirmonar. Vielleicht sogar schon tot. Und selbst wenn nicht. Der Nathan, der Nirmonar verlassen wird, wird nicht mehr der selbe sein wie der, der Talyra nach der Verurteilung durch den Hohen Rat verlassen hat. Und damit, mein Lieber, wird alles, was du mir über dich und ihn erzählen könntest, gegenstandslos...”

Langsam geht Kali Maya auf Njucon zu bis sie nur noch zwei winzige Schritte voneinander entfernt sind und gibt ihm den Brief der Malsebior zurück. Das Schmuckstück mit dem grünen Turmalin liegt zwischen ihnen auf dem Boden. Bedächtig beugt sich die Azadoura vor, ergreift die Kette und hebt sie in die Höhe. Wie ein Pendel lässt sie das Juwel zwischen dem Buchmaler und sich hin und her schwingen. “Du musst eines verstehen, Nujcon”, erklärt die Azadoura sanft und immitiert dabei vollkommen den ruhigen, angenehmen Tonfall in dem der Albino selbst kurz zu vor zu ihr gesprochen hat. “Ich bin eine Tochter Agutrots und kein Milchmädchen aus Ffestiniog oder Ribérac! Ja, es geht nicht mehr um die Frage, ob du mir immer noch helfen willst. Es geht aber auch nicht darum, ob ich gewillt bin dir zu helfen, damit du gewillt bist mir zu helfen. Nein. Die eigentliche Frage ist eine völlig andere: Weshalb sollte ich überhaupt Hilfe – deine Hilfe – benötigen? Du scheinst dir dessen ja sehr sicher zu sein.” Kalis nachtschwarze Augen durchbohren Njucon förmlich mit ihrem fragenden Blick. “Ich frage dich noch einmal: Was versprechen sich die Malsebior von einem Turmalin, der lediglich aufgrund seines speziellen Schliefs einen gewissen Wert hatte!” Ganz bewusst legt Kali die Betonung sehr deutlich auf das letzte Wort. “Sag mir was es mit dem Stein WIRKLICH auf sich hat, dann werde ich entscheiden, ob ich dir helfen WILL oder nicht, denn im Augenblick sehe ich keinen Grund dafür. Beweise mir, dass ich mich in echter Gefahr befinde und dich tatsächlich brauche...”

...denn das du mich aus reiner Nächstenliebe beschützen willst, einfach weil du mich ja ach sooo gerne hast, nehme ich dir beim besten Willen nicht ab! Njucon, das hat Kali Maya mittlerweile erkannt, tut nichts ohne Eigennutz. Das Portrait von ihr war nur Mittel zum Zweck. Auch die Ausritte am Strand, die gemeinsamen Abendessen, die Ausflüge in die Stadt, stets hatte Njucon sich irgendetwas davon versprochen. Anfangs hatte Kali angenommen es ginge ihm nur darum sie in sein Bett zu locken, aber nun ist offensichtlich, dass sich hinter seiner Großzügigkeit weitaus mehr verborgen hat. Gespannt wartet Kali Maya daher ab, welche Karten Njucon nun bereit ist auszuspielen. Gewiss wird er nicht sein ganzes Blatt vor ihr ausbreiten, dass wird er niemals tun, dessen ist sie sich bewusst, aber sie hat etwas das er will – und nicht umgekehrt. Und womöglich liegt ihm tatsächlich etwas an mir. Wäre das nicht noch ein Grund mehr, um ein paar Karten offen auf den Tisch zu legen?
Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer. (Chin. Sprichwort)
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Njucon

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10

Friday, October 5th 2012, 1:04pm

Njucon schlägt eine Welle aus Wörtern entgegen, die man ohne zu übertreiben, als verachtend und erniedrigend bezeichnen könnte. Aber nicht nur die Wörter, auch die Körperhaltung und Kali Mayas Stimme würde so manch einen zurückschrecken oder zornig werden lassen. Immer wieder lacht sie abwertend, fordert ihn heraus, verdreht teilweise seine Worte und stellt horrende Anforderungen.
Mehr und mehr muss der Albino erkennen, dass sein eigentlicher Plan so gut wie gescheitert ist und er ganz genau aufpassen muss, was er wie sagt, um ihr nur gezielte Angriffspunkte zu bieten, die sie ohne Frage ausnutzen würde, um sie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Njucons anfängliche Gelassenheit zeigt gewollte Lücken. Enttäuscht senkt er den Blick und weicht so ihrem herrischen und einnehmenden Blick aus.
Sie ist erzogen worden, um zu bestimmen, zu herrschen, stark zu sein und Befehle zu erteilen. Soll sie mich für dumm, einfältig und minderwertig halten! Soll sie glauben, dass mir mehr an ihr liegt, als der Wahrheit entspricht. Auch ein Weg zum Ziel…ein umständlicherer, aber wir werden ja sehen, wer den längeren Atem hat.

„Ist es das was du die ganze Zeit von mir gedacht hast, Kali? Wenn du glaubst, ich habe dir etwas vor gemacht, um an den Stein zu kommen, glaube es! Ich habe erst durch diesen Brief von ihm erfahren und wollte dir meine Hilfe anbieten. Wenn du sie nicht willst, gut!“, er seufzt schwer und sucht ihren Blick, so als würde er nach etwas Sanften in ihrem suchen.

Nach außen mitfühlend und enttäuscht: „Wenn das wirklich der Stein ist, dann hat er so in dieser Form keinen Wert mehr für die Malsebior und das Thema ist hier und jetzt beendet, jedenfalls für mich!“, innerlich gefasst, denn du brauchst meine Hilfe ja nicht…hab ich recht Kali?
Langsam hebt er seine Hand und will ihre Wange berühren. Ein sanfter, aber auch gequälter Ausdruck liegt auf seinem Gesicht. Aber anstatt sie zärtlich zu berühren, hält er in der Bewegung inne. „Nein, das wäre jetzt unangebracht.“ Nein eigentlich nicht, aber es passt nicht zu dieser Situation! „Ich möchte dich jetzt bitten zugehen. Du weißt, wo du mich findest…ich, weiß nicht, ob du mich wieder sehen willst Kali und ich muss auch überlegen. Deine Worte waren mehr als nur beleidigend.“, und ich weiß, wo ich dich finde, wenn ich das will! Schauspielerisch perfekt spielt er den Besorgten, aber auch Gekränkten, der seine Gefühle zurückhält und sich nicht die Blöße geben will. In ihm sieht es jedoch anders aus und nur kurz, als er sich von ihr wegdreht und zum Fenster geht, außerhalb ihres Blickes, lässt er zu das sein Mundwinkel nach oben zuckt.

Kali Maya

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11

Friday, October 5th 2012, 7:37pm

~ Erntemond 512 ~
Um die Mittagsstunde

Kali ist nicht weiter überrascht als Njucon nicht auf ihre Forderungen eingeht und ihr stattdessen lieber die gekränkte Unschuld vorspielt. »Wenn das wirklich der Stein ist, dann hat er so in dieser Form keinen Wert mehr für die Malsebior und das Thema ist hier und jetzt beendet, jedenfalls für mich!« Die Frau von der Rubinküste lächelt kalt. „Das freut mich zu hören. Damit wäre die Angelegenheit dann ja wohl geklärt“, entgegnet sie spöttisch und lässt die Kette samt Turmalin in einer ihrer Manteltaschen verscheinden. Der Buchmaler streckt eine Hand nach ihr aus, lässt diese auf jedoch auf halbem Wege wieder sinken. »Nein, das wäre jetzt unangebracht,« stellt er fest. In der Tat. Zu einer laut ausgesprochenen Erwiderung lässt sich Kali Maya nicht herab. Der gequälte Ausdruck auf Njucons Gesicht berührt sie nicht im Geringsten. Die Azadoura hat gemeint, was sie gesagt hat. Und wenn Njucon nicht auf ihre Fragen antworten will, dann ist er nicht mehr von Interesse für sie und schon gar nicht von Nutzen. Das er erst durch den Brief von dem Stein erfahren hat, kauft sie ihm nicht eine Sekunde lang ab. Nicht was sich gerade zwischen ihnen abgespielt hat. Als der Buchmaler sie auffordert zu gehen, nickt sie daher zustimmend.

»Du weißt, wo du mich findest... ich, weiß nicht, ob du mich wieder sehen willst, Kali, und ich muss auch überlegen«, erklärt Njucon, aber die Azadoura schenkt seinen Worten schon keine Aufmerksamkeit mehr und hat die Tür bereits erreicht noch bevor er zu Ende gesprochen hat. »Deine Worte waren mehr als nur beleidigend.« Njucons letzte Feststellung lässt die Azadoura dann aber doch noch einmal innehalten. Sie bleibt in der geöffneten Tür stehen und wendet sich ein letztes Mal zu dem Buchmaler, welcher mit abgewandtem Rücken zu ihr steht und aus den Fenstern über die Dächer der Stadt schaut, um. „Gut“, erwidert sie eisig, „denn das sollten sie sein!“ Die Tür fällt hinter der Frau von der Rubinküste laut ins Schloss. Mit wehenden Röcken rauscht sie die Treppe hinab in die große Halle der Bibliothek und weiter aus dem Gebäude hinaus. Das Thema Njucon Aleris ist damit für sie beendet. Endgültig. Nur kurz stellt sich so etwas wie Bedauern ein. Der bleiche Mann mit den blutroten Augen war, wenn schon nicht mehr, immerhin ein recht passabler Bettgefährte. Zumindest das würde ihr fehlen. Für eine Weile. Ersatz lässt sich gewiss rasch finden.

Als Kali sich auf den Weg zurück zum Tempel begibt ist Njucon bereits so gut wie vergessen. Dass sich ihre Wege vielleicht doch noch einmal kreuzen könnten erscheint der ungewöhnlichen Tempeldienerin mehr als unwahrscheinlich. Sie haben ihre Standpunkte beide sehr deutlich vertreten und Kali Maya sieht keinen Grund weshalb sie ihren Entschluss ändern und doch noch auf Njucon zugehen sollte. Was die Malsebior angeht, so würde sie – entscheidet sie unterwegs – noch einmal mit Khalkhis von Klingenfall sprechen. Sein schier unermesslicher Wissensschatz würde sie bestimmt weiter bringen als Njucons hohle Phrasen und leere Worte. Kali weiß schon seit einer ganzen Weile, dass der Weg der Grauen Schwestern nicht der Weg ist, den Sithech für sie vorgesehen hat – auch wenn sie dies Anfangs angenommen hatte. Als sie nun durch die Straßen und Gassen der Stadt eilt, breitet sich der Weg, der ihr tatsächlich vorbestimmt ist, jedoch mit einem Mal ganz klar und deutlich vor ihr aus. In allen Priesterschaften gibt es jene, die sich dem Kampf gegen die Diener und Lehren des Dunklen verschrieben haben - mit dem Wort und der ihnen gegebenen Macht der Götter, aber auch mit der Waffe in der Hand, wenn die Umstände es gebieten.

Die Azadoura ist bereit diesen Weg zu gehen. Auf einmal ergibt alles einen Sinn. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sippen der Azadoura ist in den Reihen der Nílagráha die Verehrung des Dunklen bis heute noch weit verbreitet. Kali Maya ist mit diesen Lehren groß geworden. Sie kennt sie besser als jeder gewöhnliche Durchschnittsimmerländer. Viel besser. Sithech hat sie zu sich gerufen, weil sie die Dunkelheit kennt. Kalis Herz rasst vor Begeisterung. Nie zuvor hat sie sich dem Gott, der ihre Dienste für sich eingefordert hat, so tief und innig verbunden gefühlt. Ein berauschendes Gefühl. Zum ersten Mal in ihrem Leben begreift Kali Maya wirklich was es bedeutet sich einem Gott der Zwölf vollkommen hinzugeben. Haben vorher noch Zweifel bestanden, so sind diese nun endgültig fort. Sie gehört Sithech. Für immer. Die Frau von der Rubinküste nimmt sein Geschenk an sie dankbar an – das Versprechen auf Rache. Wenn sie stark genug ist, weise genug, dann, so schwört Kali Maya dem kalten Gott und sich, dann würde sie nach Agutrot zurückkehren und die Lehren des Dunklen für immer aus den Hallen der Töchter der Sieben Grotten vertreiben. Mit wild pochendem Herzen legt sie die letzten Schritte bis zum Tor des Sithech-Hains zurück. Sie würde lernen. Der Weg, der vor ihr liegt, Sithechs Weg, das begreift sie nun, mag hart und steinig sein, aber es ist ihr Weg: Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer*, wiederholt Kali Maya in Gedanken, was Skarmendes ihr wieder und wieder vorgebetet hat. Der Novizenmeister hat Recht. Der Weg des Glaubens ist kein leichter, aber sie ist stark... und nun auch bereit.

Der Sithechhain »

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* Chin. Sprichwort
Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer. (Chin. Sprichwort)
She walks in beauty, like the night. (Lord Byron)

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12

Sunday, October 14th 2012, 8:31pm

Im Schatten verborgen wartet Keeshar vor dem Haus der Bücher.
Er ist angespannt, beobachtet immer wieder die Tür vor der zwei Blaumäntel Wache halten.
Es wäre ungut, wenn er hier erwischt werden würde, wenn man ihn fragen würde, warum er stundenlang vor dem Haus wartet, nichts tuend, nur beobachtend.
"Ich warte auf jemanden" wäre bestimmt eine unzufriedenstellende Antwort für die Wächter - dabei war sie doch so wahr.
Ja, der Einäugige wartete auf jemanden. Auf einen Teil eines Auftrages, den er vor etwas mehr als einen Siebentag angenommen hatte.
Nach der ganzen Geschichte mit Keylan und dem Hexer hat er etwas Abstand gebraucht, etwas Ablenkung. Ein Auftrag, der eigentlich an einen seiner Männer gehen sollte, hatte sein Interesse erregt.

Eine Frau beobachten, ihr hinterherschnüffeln und so viel wie möglich herausfinden.
Eigentlich ein langweiliger Auftrag, den Keeshar nur deshalb interessiert hatte, weil ein guter Preis angeboten worden war. Ansonsten hätte er diesen Auftrag, nachdem er einen seiner Männer damit beauftragt hat, ignorieren können.
>Ist schon lustig. Die eine Weißhaut mit roten Augen gibt in Auftrag, eine andere Weißhaut mit schwarzen Augen zu verfolgen...<
"Weißhaut mit roten Augen?" Das erregte nun doch Keeshars Aufmerksamkeit und Neugier.
Einige Zeit später hat er dem Auftraggeber gegenüber gesessen. Und mit einem Hauch von Überraschung hatte er festgestellt, dass es sich bei der Weißhaut mit den roten Augen um einen alten Bekannten handelte.
Njucon Aleris.
Der Rothaarige erinnert sich. Er hatte vor - wie lange war es her? drei? - Zwölfmonden den Auftrag bekommen, diese Bleichhaut zu verfolgen und soviel wie möglich über ihn herauszufinden.
Keeshar grübelt nach, während er den potentiellen Auftraggeber mustert, was für Erkenntnisse noch in seinem Kopf hängen geblieben waren.
Der Kerl arbeitete im Haus der Bücher... lebte irgendwo am Fluss in Talyra... Keeshar erinnerte sich noch, dass er einen beeindruckenden Thunderländer als Reittier besaß, und etwas an ihm seltsam war, dass er häufig mit sich selber sprach.
Äußerlich lässt sich der Einäugige nichts anmerken, sondern lauscht nur den Angaben, welche Person er folgen soll.
Aber dann wird er wieder überrascht. Er soll eine Frau namens KaliMaya verfolgen, eine Frau mit ebenso weißer Haut wie Njucon Aleris selber. Dazu schwarze Augen ohne Pupille... die Beschreibung kommt ihm bekannt vor... er war dieser Frau schonmal begegnet, dass weiß Keeshar. Aber wie und wo....
Später, als er der Frau das erste Mal begegnet war, als er sie mit eigenen Augen gesehen hatte, erinnerte er sich. Damals, er er Njucon hinterhergeschnüffelt hatte, waren die beiden zusammengestoßen. Er hatte sie damals schon als Eisklotz betitelt, und so wirklich änderte sich sein Bild von ihr nicht. Sie blieb eine kalte Frau - aber was mochte man von einer Shebaruc auch anderes erwarten.

Aber die Zufälle um diese Frau herum wurden noch absurder.
Während der ersten Tage war er Kali Maya gefolgt, hatte sich mit den Leuten beschäftigt, mit denen sie zu tun hatte. Er hatte ihren Sohn beobachtet, und eine junge Frau die Keeshar im ersten Moment als Kali Mayas "Ziehtocher" eingeordnet hatte.
Ein hübsches Mädchen, auch wenn sie etwas sehr klein ist... Nur etwas später sieht er ihre Flügel. Ja, Flügel. Keeshar fallen fast die Augen aus dem Schädel, als er erkennt, dass es sich bei der Ziehtochter um eine Fee handeln muss, eine (fast) menschengroße Fee. Noch mehr gerät er ins Grübeln, als er den Namen der Fee hört - Zoe
Konnte das denn wirklich sein? Beobachtete er gerade Kali Maya, die "bleiche Made" und Zoe, die Feenfreundin von Keylan? Es musste so sein..
Ungläubig schüttelt Keeshar den Kopf. Da war er hierhin an die Oberfläche geflohen, um etwas Abstand von der ganzen Keylan/Hexer-Geschichte zu bekommen, und geriet dadurch noch tiefer in die Vergangenheit des jungen Hexerlehrlings.

Noch während Keeshar darüber nachdenkt, was die Schicksalsgötter noch weiteres geplant haben, öffnet sich die Tür und KaliMaya rauscht heraus. Schnell fasst sich der Rothaarige.
Irgendeine Laus - oder vielleicht sogar eine ganze Horde von Läusen - scheint der Frau über die Leber gelaufen zu sein.
Sie eilt über die Straßen, ihre gesamte Körpersprache ist hart, sie strahlt Unzufriedenheit aus.
Hat wohl nen ordentlichen Streit gegeben zwischen den beiden. denkt sich Keeshar in Gedanken, während er in gebürtigem Abstand - unbemerkt - hinterherläuft.
Irgendwann ändert sich ihr Gangbild. Es wirkt weniger verkrampft, selbstsicherer, leichter.
Irgendetwas ging in der Frau vor... was hatte diese Veränderung bewirkt?
Diese Frage bleibt für den rothaarigen Mann unbeantwortet, denn schon bald betritt sie den SitechTempel, und hier endet im Moment die Beobachtung.
Keeshar zuckt mit den Schultern. Was auch immer es ist, das in der Frau so vor sich ging, er konnte es jetzt nicht herausfinden, warum also sich weiter Gedanken machen?
Und so zieht sich der Pockennarbige erst einmal zurück, bereit auf die nächste Gelegenheit zu warten, um weitere interessante Sachen über diese Frau zu erfahren.

Njucon

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13

Wednesday, November 7th 2012, 12:58pm


Lange nachdem Kali Maya den Raum verlassen hat, steht der Albino am Fenster, schaut ohne etwas wirklich anzuschauen in die Ferne und denkt nach. Die Welt dort draußen interessiert in gerade nicht im Geringsten. Er muss sich eingestehen, dass sein Plan, Kali davon zu überzeugen ihm zu glauben, kläglich gescheitert ist und sie mehr als nur die vermuteten Eigenschaften dieser höchst eigenwilligen Rasse, von der sie abstammt, erfüllt. Er hatte Anteile vermutet, aber nicht diese ausgeprägte Sturheit und Verschlagenheit. Kali Maya ist mehr als nur eine Novizin des Sithech, mehr als eine reizenden Schönheit, eine exotische Frau, die weiss was sie will, die umgarnt werden will, mehr als eine sorgende Mutter und ehemalige Liebhaberin von diesem Hexer. Sie ist durch und durch eine Azadoura, die alles zu opfern bereit ist für ihre Ideale und Wünsche. Eine durchaus interessante Persöhnlichkeit, meine Liebe, aber … Auch wenn das Gespräch sprichwörtlich schief gelaufen ist, hat er doch wichtige Informationen erhalten und wird nicht aufgeben. Ganz und gar sicher sein, kann er sich nicht, dass sie den Stein in Verwahrung hat, aber es spricht einiges dafür und das sind nicht nur ihre Reaktionen von eben gewesen. Nathan hatte ihn nicht bei sich, als er verhaftet worden ist und sie ist die einzige Person, die Kontakt, näheren Kontakt zu ihm hatte. Was auch immer sich zwischen Nathanael und Kali Maya abgespielt haben mag, um mit dieser Frau zusammen zu leben, muss man schon eine ganz besondere Art von Mensch sein. Njucon schmunzelt. Nein für ihn wäre das nichts! Es war eine schöne Zeit und, ja ganz ehrlich, er hätte sie auch weiterhin genossen, wenn Kali nicht die harte Tour gefahren wäre. Nun geschehen ist geschehen. Er hätte es anders angehen sollen. Aber er trauert nicht versäumten oder vertanen Chancen hinterher, was das angeht. Er hat immer noch eine andere Karte in der Hinterhand und die wird er nun ausspielen! Njucon will diesen Stein, er braucht ihn und auch er wird einiges tun, um diesen Turmalin zu bekommen! Sein Instinkt sagt ihm, dass sie diesen Stein hat und seit ihrer ersten Begegnung darauf versessen ist, das Geheimnis um diesen Stein zu lüften. Wir werden sehen, Kali Maya, wer hier sein Ziel erreicht. Wieder gehen ihm mehrere Ideen durch den Kopf. Pläne vom geplanten Diebstahl des Steins, wenn er nur wüsste, wo sie ihn aufbewahrt. Aber das würde zu große Kreise ziehen, zu viel Aufmerksamkeit. Er fragt sich ohnehin, ob es nicht so schon zu viel ist, was er aufgewühlt hat. Kali Maya ist eine Frau, die er durchaus zutrauen würde, tiefer zu graben, koste es was es wolle. Das muss er verhindern…nein er muss diesen Stein zu Markes bringen. Kali …was mit ihr passiert, muss er noch überdenken. Je weiter sie sich in dieses Netz begibt…desto schwieriger wird es sie loszuwerden!

Tief atmet er durch und verscheucht den Gedanken an das vergangene Gespräch aus seinem Kopf. Langsam dreht er sich um und erblickt den Brief am Boden. Sie hat ihn wirklich einfach fallen lassen. Entweder hat sie mir nicht geglaubt oder…sie konnte die Schrift nicht lesen. Wie dem auch sei. Jetzt heißt es abwarten! Mit den letzten Gedanken an Kali Maya hebt er den Brief auf und verstaut ihn feinsäuberlich wieder in seiner Tasche.
Wenige Minuten später ist er auf dem Weg zum Markt. Frische Luft und ein leckeres Mahl, danach steht ihm jetzt der Sinn. Die Arbeit erledigt jemand anderes und Njucon hofft das er so gut ist wie er behauptet, sein Geld wert zu sein!

Atevora

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14

Thursday, November 8th 2012, 8:12pm

Anfang Blätterfall 512


Die Tausendwinkelgassen mögen sehr zentral in der Stadt gelegen sein, das Haus der Bücher ist es leider nicht. Es ist alles andere als eine kurze Wegstrecke dorthin, sodass es sich auszahlt - für jeden der es sich leisten kann – den Dienst einer Kutsche in Anspruch zu nehmen, oder – für jeden der eines besitzt – sich von einem Pferd, anstatt mit der alleinigen Kraft der eigenen Füße, durch die Stadt tragen zu lassen. So begibt sich Atevora als Erstes zu den Stallungen am Marktplatz, streift ihrem treuen grauem Wallach das Halfter über und lässt sich auf seinem Rücken den Weg entlang schaukeln. Zugegeben, wie immer sind rund um den Marktplatz die Straßen mit allerhand Volk, Viehzeug, Wagen und Karren derart überfüllt, dass sie hier vermutlich zu Fuß schneller vorangekommen wäre, doch schon bald hat sie das nervenaufreibende Gewühl hinter sich gelassen und treibt ihr Pferd im schnellen Schritt durch den Flussgrund, über die breite Brücke am Rande des Mogbarviertels - das für seinen ganz eigenen heimeligen Charme bekannt ist - vorbei und kann alsbald die runden Türme der Bibliothek über die übrigen Häuser hinweg erspähen.

Gemächlich lenkt die Eismaid ihr Pferd zu dem kleinen hölzernen Unterstand linkerhand des eindrucksvollen Gebäudes, ignoriert dabei die vielsagenden Blicke der Blaumäntel die am Bibliothekstor Wache halten, und schwingt sich elegant von ihrem Gaul. Sie weiß zu gut welch eigenwilligen Eindruck sie mit ihrem immerzu möglichst vermummten Aufzug auf diesem riesigen schweren Klepper macht, den sie wie ein derber Bauerntrampel ohne echtem Zaumzeug, oder einem Sattel reitet.

Noch einmal tätschelt sie ihr graziles Reittierchen, streift die helle Kleidung glatt, und begibt sich, ohne die Wachhabenden eines weiteren Blickes zu würdigen, die Stiegen hinauf und durch die imposanten Türflügel. Im Inneren schiebt sie sogleich ihre Kapuze vom Haupt und zieht den Schal herab, währenddessen sie zielstrebig die Treppe zum ersten Stock hinaufsteigt.
Oben angekommen entdeckt sie als Erstes das bekannte Gesicht von Erle, der - entgegen des Großteils der talyrischen Gesellschaft - meist durchwegs erfreut wirkt Atevora als Gast in der Bibliothek zu sehen, da sich die Magiern ab und an gerne zu einer sachlichen Diskussion hinreißen lässt. Er genießt es, dank Atevoras eher pragmatisch, unterkühlten Naturells, ungeniert auch durchaus hitzige Thematiken, bei denen sie sehr häufig auch unterschiedliche Ansichten vertreten, ansprechen und nüchtern erörtern zu können, ohne dass jemand dabei aufbrausend würde.
Die Beiden tauschen einige floskelhafte Sätze und Erle wirkt beinahe enttäuscht, als die Eismaid bekannt gibt, dass sie heute nicht zum Durchwühlen dicker, alter Wälzer und staubiger Folianten, oder dem rationalem Theoretisieren einer besonderen Thematik gekommen ist, sondern bloß die Dienste eines Buchmalers sucht.
Einen Augenblick lächelt er trist, dann besinnt er sich wieder auf sein freundliches und hilfsbereites Naturell und bittet sie ihm in Richtung Ostflügel, dem Heiligtum Buchbind- und malerischen Wirkens, zu folgen.

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Njucon

Stadtbewohner

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Location: Talyra

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15

Thursday, November 15th 2012, 11:40am

Es ist ein Tag von vielen, nicht ungewöhnliches, an dem sie das Haus der Bücher betritt und nichts ahnend, genauso wie der Albino, sich in den Lauf der Dinge hineinbegibt. Wüsste Njucon, dass die Eismagierin im Anmarsch wäre, hätte er genug Zeit zu überlegen, wie er reagieren oder ob er diesem Treffen, wohlwissend das sein verschwinden beim Blumenball im letzten Jahr nicht unbedingt auf ihr wohlwollen gestoßen ist, aus dem Wege gehen würde. Eine alles in allem unglückliche Situation an die der bleiche Buchmaler jetzt hier bei der Arbeit im Haus der Bücher nicht im Entferntesten denkt!
Seine Gedanken sind bei dem Bild, was er überabeitet. Leicht verliert er sich in seiner Arbeit, die bis vor dem Eintreffen in Talyra eine eigenwillige Kunst war, mit der er nicht allzu selten die ein oder andere Maid in seine Arme gelockt hat. Wer gelockt werden will lässt sich nicht lang bitten. Schon lang nichtmehr hat er an die Zeit vor dem ersten Eintreffen in Talyra, der Weltenstadt, gedacht. Erfüllten ihn damals fast nur diese Gedanken aus Zorn, Wut und Schmerz so ist dies jetzt weit weg. Er hat seinen Frieden mit seiner Vergangenheit gemacht, ein neues Leben, sein eigenes, in dem es all die Regeln und Grenzen, die ihn sein Vater und sein Clan auferlegen wollte, nicht mehr gibt.

Mit schwungvollen Bewegungen bringt er die letzten Striche des Bildes zu neuem Glanz und lehnt sich mit zufrieden zurück, als plötzlich die Tür geöffnet wird. Gedanklich befasst er sich schon mit dem nächsten Text den er heute noch schaffen möchte, hebt dann aber doch seinen Blick und schaut wer dort den Raum betritt.
Herein tritt Erle und eine in weiss gekleidete zierliche Person, begrüßt ihn, Led und Ginofir die sich ebenfalls im Raum befinden und stellt sie alle einer, für Njucon nicht unbekannten Dame vor.
Verflucht noch eins...Savena ,zischt es in Njucons Kopf und prompt ist die Situation am Blumenball wieder präsent. Und Njucon ist sich sicher, dass sie sicher alles andere als erfreut gewesen ist, dass er sie dort ohne ein Wort des Abschiedes zurückgelassen hat. Er hatte den Kutscher instruiert ihr Bescheid zu geben, dass er hatte dringlichst das Fest verlassen müssen und es ihm auf das schmerzlichste Leid tut, aber er keine andere Wahl hatte. Der Kutscher sollte sie anschließend nach Hause bringen. Doch was weiterhin geschehen ist auf dem Ball weiß er nicht.
Weitere Bilder öffnen sich vo seinem inneren Auge. Azra, Borgil...das Fest, das Treffen des Hexers und der folgende Kampf und das Gespräch. Das alles Geschah abseits vom Ball! Und hatte zum Glück kein Aufsehen erregt.Aufsehen hatte es schon genug gegeben zu beginn des Balles als er und seine schlagfertige Begleitung, eben diese Lady die gede herrein tritt und ihn beäugt, auf Borgil und Azra Blutaxt gestoßen sind. Eine Gegebenheit die das zuvorige durcheinander mit Ihm un Azra nicht grade besser machte. Nur kurz, nur ganz kurz Njucon ruft er sich in erinnerung , will er an sie denken und sie dann sogleich wieder vergessen. Äußerlich ruhig und gefasst, eine kleine spur Überraschung zeigend, bringt er die Gedanken des Blumenballes hinter sich.

Langsam richtet er sich von seinem Arbeitsplatz auf und geht auf die beiden Neuankömmlinge zu. Wie wird sie reagieren? Innerlich wie äußerlich, was bekanntlich in den seltensten fällen das gleiche ist.
"Ich kenne die Lady bereits.", sagt er freundlich zu Erle und nickt ihm zu, bevor er sich dann mit warmer Stimme an sie wendet. "Lady Shin, es tut gut, Euch Gesund und wohlbehalten zu sehen." Er steht jetzt genau vor ihr und deutet ihr höflich auf den Stuhl, den er grade verlassen hat. " Ich bin grade mit einer Arbeit fertig, setzt Euch doch. Wie kann ich Euch zu Diensten sein?"

This post has been edited 1 times, last edit by "Njucon" (Nov 15th 2012, 2:19pm)