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Olyvar

Stadtbewohner

  • "Olyvar" started this thread

Posts: 163

Occupation: Lord Commander

Location: Steinfaust

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Tuesday, June 19th 2012, 6:46pm

Die Steinfaust

Am äußeren Wall der südwestlichen Stadtmauern Talyras, zwischen dem Verder Tor und dem Platz der Händler, liegt der höchste Punkt der Stadt, ein breiter, natürlicher Felssockel aus grauem Granit, und darauf erhebt sich die Steinfaust, die alte und mächtige Festung der Stadt. Zur Zeit der Kleinkriege wurde die Wehranlage auch als Trutzburg genutzt, heute dient sie jedoch nur noch als Hauptquartier der Stadtgarde, als Kaserne und als Verlies. Die Steinfaust ist keine kleine Burg, aber sie kann sich nicht mit den Festungen Sûrmeras, Ildalas oder Vinnârs vergleichen - dennoch wurde sie nie eingenommen und hielt jeder Belagerung aus vergangenen Zeiten stand.

Ihre mit wuchtigen Bollwerken versehenen Mauern fallen nach allen Seiten außer zur Stadt hin steil ab. Der einzige Zugang von außen ist ein schmaler, gut gesicherter Torweg in die durch einen tiefen Graben zusätzlich noch geschützte Burganlage, genannt das Waldtor. Von der Stadt aus gelangt man nur durch ein einziges, Tag und Nacht von Soldaten bewachtes, Tor mit einem gewaltigen Vorwerk hinein. In alter Zeit umgab dieser Stadtgraben, der auch die Festung mit einschließt, die gesamte Länge der hohen Stadtmauern, und konnte zu Notzeiten durch unterirdische Schleusen binnen Augenblicken mit Seewasser geflutet werden - heute weidet darin zumeist das Kleinvieh der weltenstädter Bürger.

Die Steinfaust hat zwei Zwinger (d.h. zwei gepflasterte Höfe) und hohe, runde Wehrtürme. Der Äußere Zwinger dient als Exerzier,- und Übungsplatz, und um ihn scharen sich etliche Gebäude zur Unterbringung der "Blaumäntel", wie die Männer der Stadtgarde im Allgemeinen genannt werden: Schlafräume, Quartiere und Wachstuben, die burgeigene Schmiede, Vorratsräume, Lager, Stallungen für die Pferde und die Quartiere der Bediensteten. Das Herz der Steinfaust ist der Bergfried mit dem Inneren Zwinger, in dessen Gebäuden und Wehrtürmen die Quartiere der Kommandanten und Offiziere und die Privatgemächer des Lord Commanders, die Badehäuser, die Große Halle, die Rüst- und Waffenkammern und ähnliches untergebracht sind. Inmitten des Bergfrieds erhebt sich auch der Branturm, der höchste Turm der Steinfaust, rund und trotz seiner Höhe gedrungen und wuchtig, in dem die Räume Maester Ballabars, bei Bedarf das Lazarett und - ganz oben - der Rabenschlag liegt.

Der zweite Turm dieser Inneren Burg ist der Nordturm hinter den Hauptgebäuden, der lange leer stand und erst vergangenen Sommer wieder hergerichtet wurde. In ihm befindet sich die Rüst- und Waffenkammer zuunterst und in den oberen Stockwerken Offiziersquartiere. Hier hat auch Vareyar, der Waffenmeister der Steinfaust, seine Gemächer. In der Äußeren Burg gibt es neben den zahlreichen Wehrtürmen des Burgwalls und den Tortürmen von Wald- und Stadttor nur noch den Kerkerturm, im Gegensatz zu allen anderen Türmen der Steinfaust eckig, nicht rund. In seinen Tiefen, weit unten im Fels verborgen, liegen die Verliese und noch tiefer die Schwarzen Zellen, deren Insassen die Sonne niemals wieder sehen. Von den Wehrtürmen der Steinfaust hat man einen weiten Blick auf die Gegenden westlich und südlich der Stadt, vor allem natürlich auf die großen Handelsstraßen. Dem Lord Commander der Steinfaust, Olyvar von Tarascon, untersteht der Befehl über diese Festung Talyras, die Stadtwälle und natürlich über die Stadtgarde, welche für die Sicherheit der Bürger Sorge trägt.


Die Gemächer Maester Ballabars im Oberen Branturm

Die runden, hohen Räume sehen stets aus, als hätte eine Horde geistesgestörter azurianischer Kräuterhändler einen Basar aufgebaut und dann mitten in einem wilden Sturm jäh die Flucht ergriffen: ein großer, halbmondförmiger Refektoriumstisch, der die Länge einer ganzen Wand einnimmt, ist übersät mit Kästchen, die bunte Pulver und winzigen Käferaugen, getrocknete Blumenköpfe, Blütenblätter, Wurzelknollen, Krötenhäute und derlei mehr enthalten. Dazwischen stehen Rillenglasröhren, dicke Bücher, kleine Messingwaagen, Astrolabien und noch mehr verwirrende Konstruktionen aus Metall und Glas, an denen winzige Kessel (selbstrührend), Phiolen und andere, undefinierbare Behältnisse hängen. Es gibt auch Glasballons mit schwarzen Flüssigkeiten, die ohne Hitze vor sich hin blubbern, und flache, elfenbeinerne Schalen, aus denen unablässig Nebelschwaden wabern - aus dem Nichts, versteht sich. In den hohen, bis unter die Decke reichenden Wandregalen mit fest angebrachten Leitern, um auch an die obersten Borde zu gelangen, verbirgt das Halbdunkel zwischen den schmalen Turmfenstern noch wunderlichere Dinge: polierte Runensteine, glänzende Messlöffel - in verschiedenen Größen, Farben und Formen - Kupfersiebe, Trichter und dazwischen in langen Reihen hohe, schmale Gläser. Sie enthalten allerlei getrocknete Kräuter, Shenrahsterne, Pilze, gemahlene Karfunkelsteine, Krötenbeine, Schneckenhäuser, Feenstaub und anderes, von dem man gar nicht wissen will, was es eigentlich ist. Alles ist fein säuberlich beschriftet in allen bekannten und unbekannten Sprachen der Immerlande und trotz des wirren Sammelsuriums herrscht der funktionale Ordnungssinn eines Menschen, der sicher gehen will, dass er auf Anhieb findet, was er sucht.



Die Ställe

Die Ställe der Steinfaust, die wie ein Großteil der alten Festung noch aus imperialer Zeit stammen, sind luftige, hohe Hallen mit holzgeschnitzten Säulen, Bogengängen zwischen Laufställen und Einzelboxen und hohen Heuspeichern, erfüllt vom Geruch nach Pferden und süßem Heu - nicht minder prächtig, als die Große Halle der Burg. Nicht gerade, dass Gobelins und Seidenteppiche die Wände schmücken. In jeder Stallburschengeneration der Stadtgarde geht der Witz, dass sie - im Gegensatz zu Kämmerern und Blaumänteln - vielleicht die schmutzigste Arbeit, aber dafür den beeindruckendsten Arbeitsplatz der ganzen Festung ihr Eigen nennen dürfen.
And that's the thing about people who mean everything they say. They think everyone else does too.

The good thing about mages, I find, is that they die much like any other. You need to worry about what happens before that.

Olyvar

Stadtbewohner

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Occupation: Lord Commander

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Tuesday, June 19th 2012, 7:05pm

Die Stadtgarde

Die Stadtwache Talyras, die Wache und Armee der Stadt, ist unterteilt in acht Einheiten oder Garden: die Kämmerer, die Maulwurfsgarde, die Spähergarde, die Wächtergarde, die Schützen, die Indigogarde, die Lanzer und die Reitergarde. Diese Einheiten haben jeweils ihre eigenen, besonderen Aufgaben und Dienste, und werden in Notzeiten, bei Einsätzen oder im Kriegsfall zu Kompanien in bestimmten Truppstärken zusammengefasst, in der jeder Soldat seinen festen Platz hat. So kommt es, dass jeder Blaumantel, ganz gleich ob einfacher Rekrut oder hoher Offizier, jeweils einem Trupp, einer Einheit und - im Kriegsfall oder zu Notzeiten - einer Kompanie angehört - außer den Kämmerern, bei denen eine solch militärische Einteilung wenig Sinn machen würde. Die Stadtgarde Talyras hatte nie einen besonderen oder blumigen Namen, wie ihn sich manche Söldnerbrigaden zulegen, doch im Lauf vergangener Jahrhunderte wurden die Soldaten der Stadt als "Blaumäntel" bekannt ob ihrer dunkelblauen Umhänge. Diese Bezeichnung, anfänglich vielleicht sogar als Spöttelei gedacht, machten sie sich irgendwann zu Eigen und als "Blaumäntel" sind sie heute in den ganzen Herzlanden bekannt.


Die Einheiten oder Garden der Blaumäntel

Die Kämmerer -
sie sind die Versorgungstruppe der Stadtgarde, bestehend aus den Kämmerern selbst, den Rossknechten, den Handwerkern, den Stallburschen, Botenkindern, Schreibern, Maestern und Maesternovizien, den Archivaren, Leibdienern und Köchen. Sie unterstehen Hauptmann Rhordri, dem Kastellan der Steinfaust.


Die Maulwürfe -
sie sind die verrückteste Einheit der Stadtgarde, die Sappeure, unter denen die kuriosesten Gesellen der Blaumäntel zu finden sind, oftmals ehemalige Diebe und Alchemisten, Baumeister von fragwürdigem Ehrgeiz und der ein oder andere Zauberer, Magier, Maurer oder Zimmermann ist auch unter ihnen. Sie sind die Bergungs- und Pioniertruppen der Steinfaust, jene, die Schützengräben anlegen, Brücken zerstören oder errichten, mit einem wohl platzierten Feuerbolzen aus einer Armbrust ganze Schlachten entscheiden und derlei mehr. Die Maulwürfe unterstehen Hauptmann Serval und sind in sechs Trupps unterteilt.


Die Späher -
die Kundschafter und Jäger sind das Auge und Ohr der Stadtgarde, mit scharfen Sinnen und raschem Verstand ausgestattet, sowie der Fähigkeit, sich in Wald und Wildnis ungesehen, ungehört und leicht wie die Schatten zu bewegen. Sie unterstehen Hauptmann Kaney und sind in vier Trupps unterteilt.


Die Wächter -
bestehend aus Tor-, Mauer- und Marktwächtern, ist diese Einheit hauptsächlich für den Schutz und die Wache auf den Mauern und an den Toren der Stadt zuständig, sowie - bei einem Angriff - auch für die Handhabung der Onager, Ballisten und Trebuchets auf den Wällen. Sie versehen ihren Dienst in Schichten an allen Vier Toren Talyras, dem Nordtor, dem Verder Tor, dem Händlertor und dem Seetor, sowie auf allen Wällen und an den Verteidigungsanlagen, die ständig gut bemannt sind. Die Wächter unterstehen Hauptmann Varin, jedes Tor hat zusätzlich seinen eigenen Kommandanten. Die Wächtergarde ist in neun Trupps unterteilt.


Die Schützen -
die Bogenschützen und Armbruster der Stadtgarde unterstehen Hauptmann Ramada Leichthand. Die Schützengarde ist in neun Trupps unterteilt


Die Indigogarde -
die Indigogarde stellt die Schwertkämpfer der Steinfaust, gut ausgebildete, erfahrene Kämpfer mit Schild und Langschwert, zu Fuß und beritten. Ihr Name kommt von den tiefblauen, fast schwarzblauen Wappenröcken, dunkler als die übrigen Umhänge und Tuniken oder Gambesons der Stadtgardisten. Sie unterstehen Hauptmann Vareyar, dem Waffenmeister. Die Indigogarde ist in neun Trupps unterteilt. Neben der Reiterei ist die Indigogarde diejenige, welche die meisten Ritter in ihren Reihen hat.


Die Lanzer -
das sind die Pikeniere und Hellebardiere der Steinfaust, die Fußtruppen und die stärkste Einheit der Stadtgarde. Sie unterstehen – zur Zeit – Meister-Sergeantin Maelnive, bis sie sich einen neuen Hauptmann aus ihren eigenen Reihen gewählt haben. Die Lanzer sind in neun Trupps unterteilt


Die Reiterei -
die Reiterei der Steinfaust besteht aus etwa zweihundertfünfzig Ulanen, auf schnellen, wendigen Pferden, bewaffnet mit Schwert und Reiterbogen, und vierhundert schwergepanzerten Reitern auf ebenso schwergepanzerten Schlachtrössern, die fast ausnahmslos aus der rossteinschen Zucht oder der Waldhofzucht stammen, und sowohl ausdauernd und von schwerem, großem Schlag, als auch feurig sind. Die Reiterei untersteht Hauptmann Cedric Fitzroy. Die Reiterei ist in neun Trupps unterteilt. Neben der Indigogarde ist die Reiterei diejenige, welche die meisten Ritter in ihren Reihen hat.

Die Grenzer
Sondereinheit der Stadtgarde, die gerade aufgebaut und aus Männern verschiedener Garden bestehen wird, sie wird Sire Colevar Lorcain unterstehen.


Ein Kleines 'Wer ist Wer' namentlich bekannter Blaumäntel (alle SC's sind mit einem * gekennzeichnet)

Die Offiziere:

Sire Olyvar von Tarascon* ~
Lord Commander der Stadtgarde und Oberbefehlshaber der Blaumäntel, Mitglied des Stadtrates und Herr der Steinfaust, ein zwei Schritt großer Mann mit kastanienbraunem Haar, je nach Stimmung silberhellen oder zinngrauen Augen und einem ebenmässigen Gesicht, Bastardsohn Gavins von Tarascon. Olyvar hat drei Kinder aus zwei Ehen, die halbelbischen Zwillinge Connavar und Fianryn und Njáll. Beide Ehen wurden geschieden, die Kinder leben bei ihrem Vater, ihre Mütter haben Talyra verlassen.

Sire Rhordri* ~
Kastellan der Steinfaust, Hauptmann der Kämmerer. Stiernackig, breitschultrig, faßbäuchig, bärbeißig und kernig wirkt er ziemlich breit und bärenhaft. Trotz seines Umfangs ist nichts an ihm weich oder unbeholfen. Er ist gut 65 Jahre alt, sein Haar ist grau, außerdem ziert sein breites, eher gutmütiges, aber von zahlreichen Narben und einer gebrochenen Nase geprägtes Gesicht ein ebenso grauer Vollbart, stets gut gestutzt. Rhordri ist seit 25 Jahren schon Kastellan der Steinfaust, diente unter zwei Lord Commandern vor Olyvar von Tarascon und war Zeit seines Lebens Soldat.

Serval ~
Kommandantin der Maulwurfsgarde. Serval wirkt wie die Raubkatze, der sie ihren Namen verdankt, schlank und langbeinig, geschickt und verstohlen. Ihr Haar ist sandfarben, ihre Augen gelb und ihre Haut von goldbrauner Färbung, was sie als azurianisch-ildorischen Mischling ausweist. Sie kam als Findelkind zur Steinfaust und hat sich erst als Botenmädchen, dann als Rekrutin hochgearbeitet bis zu einer Sappeurin, deren Wagemut, kalte Berechnung und Verrücktheit ihresgleichen suchen.

Kaney ~
Hauptmann der Spähergarde. Kaney ist etwa fünfeinhalb Fuß groß, schlank und muskulös, mit dunkler, wettergegerbter Haut, schwarzem Haar und auffallend gelben Raubtieraugen. In seiner Begleitung findet sich zumeist sein Hund Garok, ein langbeiniger Mischling, der einem schwarzen Wolf ähnelt.

Varin* ~
genannt Varin der Schöne, Hauptmann der Wächtergarde. Varin ist hochgewachsen, doch noch von durchschnittlicher Größe, schlank, hat braunes Haar, leuchtend blaue Augen und ein anziehendes, feingeschnittenes Gesicht. Er steht im Ruf, einen gewissen Schlag bei Frauen zu haben und Stammgast im Pfirsich zu sein, dem stets seine ungeteilte Aufmerksamkeit gilt... hat er nicht gerade selbst Dienst an einem der Tore.

Sira Ramada Leichthand ~
Kommandantin der Schützengarde und Meisterschützin der Steinfaust. Ramada ist eine große Frau mit sicherlich mehr als sechs Fuß, kurzgeschorenem, grauen Haar, harten, schwarzen Augen und einem scharfgeschnittenen Raubvogelgesicht. Sie mag um die vierzig Lenze zählen und ihr Körper ist drahtig, sehnig und unweiblich. Es gibt nicht viele Schützen, die sich mit ihrem Können am Langbogen messen könnten.

Sire Vareyar ~
Waffenmeister der Steinfaust und Hauptmann der Indigogarde, ein Ritter Vendis', der alle fünf Ringe trägt. Vareyar ist groß, muskulös aber eher vom athletischen Körperbau eines Läufers. Sein halblanges Haar trägt er stets zu einem strengen Zopf gebunden, seine klaren, rehbraunen Augen sind scharf, und er ist einer der besten Schwertkämpfer der Herzlande, trotz seines fortgeschrittenen Alters von mittlerweile fünfundfünfzig Sommern. Vareyar ist nicht hässlich, aber er war auch noch nie das, was man als "gutaussehend" bezeichnen könnte, sondern nennt ein unauffälliges, eher zu hart gemeißeltes Gesicht mit einem kurzen, sauber getrimmten Bart sein Eigen.

Sira Mealnive ~
Kommandantin der Lanzergarde der Steinfaust, also der schweren, gepanzerten Fußtruppen, die zumeist mit Lanzen (oder anderen Stangenwaffen) und Großschild kämpfen. Mealnive ist sechseinhalb Fuß groß, breitschultrig und muskulös wie jeder Lanzer, hat ein ganz ansehnliches Gesicht und rabenschwarzes, schulterlanges Haar. Ihre Augen sind von einem hellen, sahnigen Braun.

Sire Cedric Fitzroy* ~
Hauptmann der Reitergarde. Ebenso blond, blauäugig und durchaus gutaussehend wirkt Cedric Fitzroy dennoch meist ernst und manchmal auch melancholisch. Seit der Schlacht von Liam Cailidh nennt der Hauptmann der Reiterei eine verkrüppelte Hand sein eigen und auch sonst ist der junge Offizier eher von ernstem, manchmal auch schweigsamen Naturell. Er ist mit Olyvar seit deren Jugendtagen befreundet und hat wie auch der Lord Commander selbst sein halbes Leben in der Steinfaust verbracht.

Sire Colevar Lorcain* ~
vormals Hauptmann der Lanzergarde, nun Kommandant der neu ins Leben gerufenen Grenzer, Blaumantelpatrouillen aus verschiedenen Einheiten, welche die Grenzen des Fürstentums Talyra sichern.

Eine kleine Auswahl der übrigen Blaumäntel und anderer im Dienst der Stadtgarde:

Anmarin von Festfiniog ~ eine Stadtgardistin, Wächtergarde, Fünfter Trupp
Aodán Bronzespeer ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Aourgen von Findronach ~ Jäger und Späher, Zwilling Arneks, Spähergarde, Erster Trupp
Aralan ~ ein junger Rekrut, noch in der Ausbildung, vormals Botenkind, ein Waise aus dem Fliegengrund, gut mit schweren Waffen
Arnek von Findronach ~ Jäger und Kundschafter, Zwilling Aourgens, Spähergarde, Vierter Trupp
Aurian de Winter* ~ Garde-Zauberin im Dienst der Steinfaust.
Ayslin ~ Botenmädchen der Steinfaust, vormals Waisenkind
Sire Alisair Thrune, Anukisritter und Stadtgardist, Korporal der Indigogarde, Kommandant des Ersten, Zweiten und Dritten Trupps
Balain ~ ein Waldkind-Späher, Stadtgardist, Spähergarde, Vierter Trupp
Brag ~ ein junger Kämmerer, Gehilfe Dandelayns
Braunspatz ~ ein junger Jäger und Kundschafter, Spähergarde, Zweiter Trupp
Brenainn Blutaxt* ~ ein junger Rekrut in der Ausbildung, Knappe des Lord Commanders, gut mit Schild und Schwert
Caitrin Airetach ~ Befehlshaberin des Nordtores, Wächtergarde, Dritter Trupp. Caitrin ist etwa sechs Fuß groß, kräftig und sehnig wie ein Mann. Ihr Haar ist nichtssagend mausgrau, ihre Augen sind ebenso farblos, aber ihr Verstand ist so scharf wie ihr Schwert, von ihrer Zunge ganz zu schweigen.
Cinneídinn Bronzedraht ~ ein Stadtgardist, Maulwurfsgarde, Erster Trupp, einer von Olyvars Sieben.
Sire Connlaoth ~ ein Shenrahritter und Stadtgardist, Schwere Reiterei, Erster Trupp
Crabb ~ der Kerkermeister
Cumall Sichelzahn ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Damh der Rotschopf ~ ein junger Rekrut noch in Ausbildung, gut mit Schild und Schwert, vormals Botenjunge
Dandelayn ~ Olyvars Kämmerer, ein stiller, älterer Mann mit schütterem mausbraunen Haar und hellen Augen
Dernken der Junge ~ Enkel des alten Dernken, eines ehemaligen Stallknechts der Steinfaust, junger Stadtgardist, Lanzergarde, Erster Trupp
Da'rek Rífbardán, ein junger Rekrut noch in der Ausbildung, guter Reiter, gut mit dem Schwert
Die Schnelle Uriel ~ eine Jägerin und Späherin, Meisterschützin, Spähergarde, Dritter Trupp
Donan von Brioca ~ ein Stadtgardist, Leichte Reiterei, Fünfter Trupp
Doug ~ ein junger Stadtgardist, Wächtergarde, Erster Trupp
Drei-Zehen-Emeíd ~ eine Stadtgardistin, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Drossel, ein Botenjunge, vormals Waisenkind aus dem Fliegengrund
Duldsam, eigentlich Karlot von Carsairs Ehr, junger Rekrut in Ausbildung,
Dúma ~ eine Nandé-Späherin, Stadtgardistin, Spähergarde, Erster Trupp
Dunk, ein Stallbursche
Eigrid ~ ein junger, schüchterner Kämmerer
Faron* ~ ein Faun im Dienst der Steinfaust, Oberster Stallmeister
Faebhar ~ ein Stadtgardist, Maulwurfsgarde, Zweiter Trupp
Federkiel ~ ein Kämmerer
Gauvain ~ ein Kämmerer
Sire Gauvain von Ribérac, Faêyrisritter und Stadtgardist, Korporal der Indigogarde, Kommandant des Vierten, Fünften und Sechsten Trupps
Gereon ~ Stadtgardist, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Gerhild, kurz Geri ~ ein Botenmädchen, vormals Waisenkind aus den Grenzlanden zu Gríanàrdan
Gourchien ~ ein Stadtgardist, genannt Gourchien Großspeer, Lanzergarde, Zweiter Trupp
Großer Petyr ~ ein Stadtgardist, Maulwurfsgarde, Erster Trupp
Gu Leòr ~ ein Späher der Waldkinder, Stadtgardist, Spähergarde, Achter Trupp
Gueren ~ Oberster Kämmerer, ein hagerer, harter Mann mit grauem Gesicht und großen, ungeschlachten Händen
Gurvan von Ffestfiniog ~ Jäger und Kundschafter, Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Druss", Spähergarde, Erster Trupp
Hal, eigentlich Hal Godfraidh von Drôtian, junger Rekrut noch in Ausbildung, gut mit Schild und Schwert
Hayrith - eine junge Rekrutin, Schützengarde, Zweiter Trupp, vormals Botenmädchen
Idanach ~ Sergeant der Maulwurfsgarde, Zweiter Trupp
Iseac ~ ein junger Stadtgardist mit rotem Haar, grasgrünen Augen und Sommersprossen, Indigogarde, Dritter Trupp
Jack ~ ein junger Stadtgardist mit blondem Haar, blauen Augen und hübschem Gesicht, Indigogarde, Siebter Trupp
Jehmarc ~ ein Stadtgardist, Schwere Reiterei, Sechster Trupp
Karmesin ~ ein Stadtgardist, Schwere Reiterei, Sergeant des Dritten Trupps, auf der Jagd nach dem Schattenwanderer getötet, einer von Olyvars Sieben
Jendel ~ ein junger Rekrut noch in der Ausbildung, guter Schütze
Jona ~ Stadtgardist, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Jorik ~ ein junger Rekrut noch in der Ausbildung
Katzengold ~ ein junger Stadtgardist, Wächtergarde, Fünfter Trupp
Sire Kemlok ~ ein Faêyrisritter und Stadtgardist, Indigogarde, Vierter Trupp, ein altgedienter Kämpe
Kleiner Petyr ~ Indigogarde, Vierter Trupp, in Liam Cailidh gefallen, einer von Olyvars Sieben
Kolbeyn ~ Sergeant der Leichten Reiter, Zweiter Trupp
Krummbein ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Dritter Trupp
Läufer ~ ein alter Kundschafter, Stadtgardist, Spähergarde, Zweiter Trupp
Leoman der Alte ~ ein alter Jäger und Späher, Meisterschütze und Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Jagu", Spähergarde, Zweiter Trupp
Leoman der Junge ~ ein jüngerer Jäger und Späher, Speerwerfer und Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Klimt", Spähergarde, Zweiter Trupp
Lifecar ~ ein junger Kundschafter, Stadtgardist, Spähergarde, Dritter Trupp
Listig ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Fünfter Trupp. Ehemaliger Beutelschneider, der begnadigt wurde.
Lossio von Ildala ~ ein junger Stadtgardist, Wächtergarde, Siebter Trupp
Maester Ballabar ~ greiser Alchemist und Heilkundiger
Maester Dynan ~ ein Aniran, Gehilfe Ballabars, genannt die "Graue Maus"
Maester Fraukyr ~ ein Alchemist, Gehilfe Ballabars, Lehrmeister der Maulwurfs-Rekruten, sicherlich zwei Schritt groß und so nordisch aussehend wie man nur aussehen kann.
Maester Olgiv ~ ein Aniran, Gehilfe Ballabars, ein feingliedriger, eher zarter Mann mit runden Augengläsern, schütterem Blondhaar und sanfter Stimme
Sire Mattis Blaenafon ~ ein junger Faêyrisritter, Indigogarde, Siebter Trupp. Ehemals Olyvars Knappe
Mechi ~ eine junge Stadtgardistin, Maulwurfsgarde, zweiter Trupp, vormals Botenmädchen
Merfyn Byr ~ ein Stadtgardist, Schützengarde, Neunter Trupp, genannt Merfyn der Kurze oder Merfyn der Kleine
Merfyn Mawr ~ ein Stadtgardist, Schützengarde, Neunter Trupp, genannt Merfyn der Große
Modomnoc ~ ein Stadtgardist, Lanzergarde, Siebter Trupp
Mouidoam Doaschdeh ~ Befehlshaber des Händlertores, Wächtergarde, Fünfter Trupp. Azurianischer Targa mit dunkler Haut und schwarzem Haar, hat allerdings sein gesamtes Leben in den Herzlanden verbracht und ist seit gut zwei Jahrzehnten bei der Stadtgarde.
Narrenkönig* ~ ein Stadtgardist, Indigogarde, Neunter Trupp. Der hochgewachsene Blaumantel ist über zwei Schritt groß und wirkt fast hager, dennoch ist er sehnig. Über seinem verbeulten Halbhelm trägt er eine blaue Narrenkappe mit klingelnden Glöckchen. Sein Gesicht ist verunziert von dunklen Tättowierungen, die wie Tränen über seine Wangen, die Lippen und das Kinn laufen - seinen wahren Namen kennt niemand. Viele halten den altgedienten Schwertkämpfer für stumm, doch er kann heiser und gebrochen sprechen, wenn er es auch äußerst selten tut, einer von Olyvars Sieben. * verstorben im Taumond 517 in Mar'Varis, wo er von Ogoun Ogounabali, einem Nandé und ehemaligem Leibwächter Karamanehs getötet wurde
Natter ~ ein junger Stadtgardist, Indigogarde, Siebter Trupp
Neale ~ eine Stadtgardistin, Wächtergarde, Dritter Trupp
Norn ~ ein altgedienter Kämpe, Maulwurfsgarde, Zweiter Trupp
Nynia Braunhaar ~ eine Stadtgardistin, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Orbyn ~ ein erfahrener Späher, guter Bogenschütze und Hundeführer einer Castéroner Dogge namens "Grimm", Spähergarde, Vierter Trupp
Orfan der Heuler ~ ein Botenjunge, vormals Waisenkind
Sire Orphir Darragh ~ junger Loaritter und Stadtgardist, Schwere Reiterei, Neunter Trupp
Osfryd Leichthand ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Fünfter Trupp
Owain der Junge ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Zweiter Trupp
Padraig Einarm ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Dritter Trupp, einer von Olyvars Sieben
Peíren ~ ein Stadtgardist und Armbruster, Schützengarde, Zweiter Trupp
Pumquat ~ Olyvars persönlicher Skriptor und Vertrauter, ein Kobold mit ungleichen Augen und buntscheckiger, wilder Frisur, Kader-Magier der Steinfaust, einer von Olyvars Sieben
Rabenauge ~ Jäger, Kundschafter und Meisterschütze, Spähergarde, Dritter Trupp
Radegund ~ Oberste Magd der Steinfaust und unangefochtene Herrin der Kämmerer, Gemahlin Guerens und putzwütige gute Seele der Burg. Benannt nach der Heiligen Radegund, allerdings eher unheilig, wenn es um ihren Erzfeind, den Schmutz geht
Rand ~ ein Botenjunge, vormals Straßenkind aus dem Fliegengrund
Reigen ~ ein Stadtgardist, Indigogarde, Neunter Trupp
Rhah die Klinge ~ ein Stadtgardist, Indigogarde, Neunter Trupp
Rhys von Altmarkt – junger Rekrut noch in Ausbildung, guter Reiter und Kämpfer, vormals Botenjunge
Rhysifan ~ ein Stadtgardist, Maulwurfsgarde, Sechster Trupp
Sire Rinat von Brantôme ~ ein Shenrahritter und Stadtgardist, Schwere Reiterei, Dritter Trupp
Rinnsel - ein junger Rekrut noch in Ausbildung, gut mit dem Bogen
Riware die Amsel ~ Jäger, Späher und Meisterschütze, Spähergarde, Zweiter Trupp
Robyn Rieg ~ ein in die Jahre gekommener Kundschafter und Jäger, Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Schwarzohr", Spähergarde, Zweiter Trupp
Roisin ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Dritter Trupp
Sal Leisetritt ~ eine Stadtgardistin, Wächtergarde, Fünfter Trupp
Satar ~ ein junger Rekrut noch in der Ausbildung
Schildbrecher ~ ein Stadtgardist, Lanzergarde, Erster Trupp
Schnitter ~ ein Stadtgardist, Indigogarde, Vierter Trupp
Schussel ~ Garde-Magier im Dienst der Steinfaust, Magier des Elements Wasser
Schwarzkittel ~ ein berühmter Wildschweinjäger, Kundschafter und Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Liebchen", Spähergarde, Erster Trupp
Skeldbearn Grauhaar ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Dritter Trupp
Skolawn ~ ein Stadtgardist, Lanzergarde, Zweiter Trupp
Steinmetz ~ ein Stadtgardist, Maulwurfsgarde, Dritter Trupp
Stürmisch ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Erster Trupp
Sire Tiuri Blutaxt* ~ ein Loaritter, Stadtgardist und Korporal der Indigogarde, Kommandant des siebten, achten und neunten Trupps
Torben Schnellfuß ~ ein Stadtgardist, Schwere Reiterei, Erster Trupp
Tormedan ~ ein erfahrener Jäger und Hundeführer eines schweren Jagdhundes namens "Fang", Spähergarde, Dritter Trupp
Toryk ~ ein Stadtgardist, Wächtergarde, Erster Trupp
Tymen ~ ein Kämmerer
Tymon der Linke ~ ein Stadtgardist, Schwere Reiterei, Sechster Trupp
Uchtain ~ ein alter Kämmerer und Archivar
Vielleicht ~ ein Botenjunge, vormals Waisenkind
Vron ~ ehemals ein Botenjunge, nun junger Rekrut, Wächtergarde, Dritter Trupp
Vyrwel ~ Botenjunge, vormals Straßenkind aus dem Fliegengrund
Weonard ~ Oberster Koch und Kämmerer
Zimperlich ~ ein Stadtgardist, Lanzergarde, Fünfter Trupp
And that's the thing about people who mean everything they say. They think everyone else does too.

The good thing about mages, I find, is that they die much like any other. You need to worry about what happens before that.

Arya

Unregistered

3

Friday, June 29th 2012, 12:22am

29. Goldschein 512 – Solar des Lord Commanders

Fast drei Monde sind vergangen, seit Arya in Talyra angekommen ist und den zerstörerischen Sturm miterlebt hat. In den Wochen danach hat sie bei den Aufräumarbeiten als Freiwillige mitgeholfen und so neue Leute kennen gelernt. Sie hat eine Weile in Kaneys Zimmer gewohnt, ist dann aber nach einigen Nächten in den grünen Aal gezogen, damit sie nicht länger seine Gastfreundschaft strapazieren musste. Während den Aufräumarbeiten hat sie den Hauptmann einige Male angetroffen und sich kurz mit ihm unterhalten. Faileas und er scheinen eine Verbundenheit zu haben, welche Arya erst einmal zuvor gesehen hat: Niall...der Name hinterlässt noch immer einen herbsüssen Nachgeschmack auf ihrer Zunge und lässt ihr Herz eine Spur schneller schlagen. Wegen des Sturmes hatte der Lord Commander keine Zeit sich um Aryas Anliegen zu kümmern, was der Drachenländerin durchaus entgegen kam. Sie genoss die freie Zeit in der sie die Stadt auskundschaften und sich an Ereignissen wie dem grossen Inari Fest beteiligen konnte. Das Fest war noch grösser und schöner, als alles was sie zuvor darüber gehört hatte. Auch wenn sie eine der wenigen Frauen war, welche sich nicht in ein aufreizendes Kleid warf oder mittanzte, genoss sie doch die leidenschaftliche Atmosphäre, das gute Essen und den süssen Wein des Abends. Die Drachenländerin hat sich schnell wohl gefühlt in der fremden Stadt, auch wenn sie noch kaum Freunde gemacht hat. Mit Yohn Humperknie verstand sie sich ausgezeichnet, aber sonst kennt sie nur einige Leute vom sehen und natürlich Hauptmann Kaney, welchen sie aber seit den Aufräumarbeiten nicht mehr angetroffen hat. Trotzdem gefiel ihr die Stadt und ihre Bewohner und sie war gespannt darauf, was sie hier alles erleben würde. Langsam wurde sie aber ungeduldig und sie hoffte darauf, dass sie bald eine Nachricht von der Steinfaust erhalten würde. Schliesslich war sie nicht nur zum Spass hier her gekommen, sondern um eine Ausbildung zu machen und mehr über ihre Mutter zu erfahren.

Eines späten Abends, irgendwann Mitte Goldschein, als Arya gerade an einem der grossen Tische im Grünen Aal sass und ihr Mund mit leckerer Sternguckerpastete gefüllt war, kam ein breitschultriger Blaumantel durch die Türe und schaute sich suchend um. Mit wenigen Schritten stand er an der Theke und beriet sich kurz mit Yohn Humperknie, der mit einer kurzen Kopfbewegung an Aryas Tisch deutete. Die Drachenländerin, welche das Geschehen interessiert beobachtet, verschluckte sich vor Schreck an ihrer Pastete und hustete erst Mal kräftig, bevor sie ihren kratzenden Hals mit einem grossen Schluck Wolfsbier besänftigen konnte. Da stand der Blaumantel bereits an ihrem Tisch und musterte sie eingehend, bevor er ihr eine Schriftrolle mit dem Siegel der Steinfaust überreichte. Ohne eine Wort zu verlieren war er auch schon wieder draussen und Arya sass verdattert vor ihrem halbleeren Teller, ihr Blick auf die Schriftrolle gerichtet. Es war ein Schreiben des Lord Commanders, welcher sie bat am 29. Goldschein bei ihm im Solar vorbeizukommen.

Genau dieses Schreiben ist der Grund weshalb sich Arya an diesem sonnigen Tag auf den Weg in die Steinfaust gemacht hat. Ihre Hände sind feucht vor Aufregung und ihre Stimme krächzt heiser, als sie einen Blaumantel auf dem Weg zum Hauptgebäude grüsst. Nicht nervös sein, ist doch alles kein Problem...ist ja „nur“ der Lord Commander der Steinfaust. Mit diesem Mantra im Kopf geht Arya an den Wachen des Hauptgebäudes vorbei und durch die Gänge der Steinfaust, bis sie vor der grossen Türe des Solars steht, welche ebenfalls von zwei Blaumänteln bewacht wird. „Mein Name ist Arya Duilleag und ich bin hier auf Anfrage des Lord Commanders.“ Meint die Drachenländerin mit einem Räuspern und streckt dem blonden Wachmann, welcher ihr am nächsten steht, die Pergamentrolle entgegen. Er mustert diese kurz und nickt dann. „Wartet hier.“ Mit diesen Worten betritt er den Solar und kommt nach einer gefühlten Ewigkeit wieder heraus. „Setzt Euch noch einen Augenblick hin. Der Lord Commander hat in wenigen Minuten Zeit für Euch.“ Seine behandschuhte Hand deutet auf eine Holzbank, welche an der Wand steht und Arya setzt sich hin. Die Zeit scheint nur schleichend voranzugehen und Arya wird immer wie nervöser. Auf ihrer Unterlippe herumkauend sitzt sie angespannt auf der Bank und schaut immer wieder zu den Wachen, welche seelenruhig vor der Türe stehen. Sie betrachtet gerade eingehend ihre Fingernägel, als sie ein Räuspern vernimmt und der blonde Blaumantel ihr mit einem Nicken andeutet, dass es Zeit ist. Die junge Frau springt auf, streicht sich nochmals ihr vorsichtig geflochtenes Haar glatt, zupft an ihrer dunkelgrünen Stofftunika und atmet ein letztes Mal tief durch, bevor sie in den Solar des Lord Commanders tritt.

Hinter ihr gehen die schweren Türen zu und Arya zuckt leicht zusammen bei diesem endgültigen Geräusch. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ihr Blick schweift durch den grossen Raum, welcher überaus ordentlich und aufgeräumt ist und bleibt einen Moment an einem der prunkvollen Gobelins, welche die holzvertäfelten Wände schmücken, hängen. Sie macht noch einige Schritte weiter in den Raum hinein und geht dann in Richtung des wuchtigen Schreibtisches, an welchem ein braunhaariger Mann sitzt. Arya hat den Lord Commander noch nie zuvor gesehen, doch sie hatte ihn sich viel älter vorgestellt. Und schon gar nicht so gutaussehend. Ihre Wangen werden leicht rosig bei dem Gedanken und sie verscheucht diesen auch gleich wieder. Seine muskulösen Arme liegen entspannt auf der Tischplatte und die graublauen Augen schauen unergründlich und ruhig in ihre Richtung. Vor ihm liegen einige Pergamente, darunter wohl auch das Schreiben ihres Vaters. Langsam geht Arya zum Schreibtisch und bleibt dann einige Schritte davor mit etwas angespannter Haltung stehen. Ihre purpurvioletten Augen kreuzen kurz die des Lord Commanders, gleiten dann aber unterwürfig nach unten und verharren dort. „Latha là math Lord Commander, vielen Dank, dass Ihr Zeit für mich gefunden habt.“ Meint sie mit leiser, aber dennoch fester Stimme.

Olyvar

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4

Tuesday, July 3rd 2012, 4:08pm

Ende Goldschein im Solar des Lord Commanders


Olyvar mustert die junge Frau, die da langsam, fast zögerlich sein Solar betritt. Sie hat ihn noch gar nicht gesehen, sondern blickt sich mit großen Augen im Raum um und das gibt ihm Zeit, sie zu betrachten. Sie ist hochgewachsen, mindestens sechs Fuß, schlank und kräftig, hat eine gute Haltung und bewegt sich auf eine Art und Weise, die einem geübten Auge wie seinem schon geschulte Balance verrät. Schwertkämpferin, geht es ihm durch den Kopf und er fasst sie genauer ins Auge. Eher schnell, als stark und ausdauernd. Kein Schild oder wenn doch, dann nur wenig Übung damit. Sonst hätte er die leichte, aber unleugbar vorhandene unterschiedliche Muskelentwicklung ihrer Arme selbst unter der Kleidung erkennen können. Das wenige, das er allein aus ihrem Äußeren auf sie schließen kann, deckt sich durchaus mit den Worten, die auf dem Pergament stehen, das vor ihm liegt: ein Schreiben aus Hochwald, an ihn persönlich vom alten Mac Skene aus Tuathcoille. Olyvar schiebt das Pergament beiseite und lehnt sich zurück, und das abgewetzte Leder des schweren Armlehnstuhls unter ihm knarrt leise. Die junge Frau zuckt zusammen als ihr Blick ihn erfasst, dann weiten sich ihre Augen für den Bruchteil eines Herzschlags und er könnte schwören, sie wird ein bisschen rot um die Nase, ehe sie sich fasst und vor ihn tritt. Ihre Augen sind so purpurn wie Bergveilchen. >Latha là math, Lord Commander,< hört er sie sagen, >vielen Dank, dass Ihr Zeit für mich gefunden habt.< "Latha math dhut fhèin," erwidert er mit einem Lächeln, doch das Mädchen vor ihm kann es wohl nicht sehen, weil irgendetwas auf ihren Stiefelspitzen oder dem Boden seines Solars gerade furchtbar interessant sein muss.

Schüchtern, nehme ich an. Oder sehr viel jünger, als sie aussieht. Wenn er schätzen müsste, würde er sagen, sie muss um die zwanzig Sommer zählen, aber vielleicht wirkt sie nur älter, als sie eigentlich ist. Mac Skene hatte jedenfalls nichts davon geschrieben, dass er ihm seine Tochter als Mündel schicken würde... Er hätte sie sicher nicht allein eine solche Reise machen lassen, wenn sie erst sechszehn wäre. Und er hätte sie keinem Wildfremden als Mündel gesandt, den er bestenfalls dem Namen nach kennt. Er weiß, wer Mac Skene ist... er hätte nur nicht gedacht, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Olyvar beobachtet sein Gegenüber und ist direkt wie immer - für leere Phrasen, Reden um den heißen Brei herum und belanglose Konversation nur damit man die eigene Stimme hört, hatte er noch nie viel übrig. "Ich bin Olyvar von Tarascon, Lord Commander der Stadtgarde und Ihr seid dann wohl Arya von Gaidheal." Das ist in jedem Fall richtig, denn es ist der Ort, von dem sie stammt - und er wird den Dunklen tun und sie mit einem Bastardnamen ansprechen. "Es scheint, als hätten sich unsere Väter Ayrek Mac Skene und Gavin von Tarascon gekannt, als sie jung waren. Ich habe hier ein Schreiben aus Tuathcoille von Eurem Vater, das Euch als Empfehlung dienen soll, und es empfiehlt Euch wirklich wärmstens, aber ich bilde mir immer selbst ein Urteil. Also, bevor wir weiter über Eure mögliche Zukunft hier sprechen, sagt mir eins. Warum Talyra? Ich verstehe gut, dass Ihr nicht in den Drachenlanden bleiben wolltet, aber was hat Euch ausgerechnet hierher geführt?"
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Arya

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5

Wednesday, July 4th 2012, 12:36am

29. Goldschein 512 – Solar des Lord Commanders

Beim erwähnen, oder besser gesagt nicht erwähnen ihres richtigen Namens schaut Arya ruckartig auf und ihre Augen weiten sich vor Erstaunen. Er hat mich nicht bei meinem richtigen Namen genannt...weshalb bei den Göttern...,doch weiter kommen ihre Gedanken nicht. Die Frage welche der Lord Commander ihr stellt lässt sie zusammenfahren und ihr Blick schweift zurück zur Türe. Der Gedanke wegzurennen flackert kurz in ihrem Bewusstsein auf, doch sie unterdrückt den Drang sich aus dem Staub zu machen und atmet ein paar mal tief durch. Ihr ist bewusst, dass der Lord Commander der Letzte ist dem sie eine Lüge auftischen sollte, doch einem wildfremden Menschen zu sagen, weshalb sie hier ist widerspricht ihr auch. Ihre Stimme zittert leicht als sie anfängt, doch sie fasst sich nach kurzer Zeit und spricht dann klarer. „Nun Ihr, Lord Commander, seid nicht ganz unbekannt in den Drachenlanden. Ich habe von meinem Vater einige gute Dinge über euch und die Steinfaust gehört und auch wie gut die Ausbildung hier sein soll.“ Ihr Blick hält nun dem Olyvars stand und sie versucht ihre Nervosität so gut es geht zu verbergen. „Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, der mich hier hin bringt.“ Die Drachenländern schluckt schwer und räuspert sich dann. „Ich bin hier geboren worden oder zumindest in der Nähe von Talyra. Mein Vater hat ein Jahr in den Herzlanden gedient und ist vor zwanzig Jahren mit mir zurück in die Drachenlanden gegangen. Viel mehr weiss ich leider nicht, aber ich möchte es herausfinden.“ Fast schon wütend kommen die letzten Worte über ihre Lippen und sie ballt ihre Hände, welche sich hinter ihrem Rücken befinden, zu Fäusten.

Einen Moment schwiegen sie beide und Aryas Blick verrät, wie schwer ihr dieses Geständnis gefallen ist. Er wird mich sicher gleich vor die Türe setzen. Wer will schon ein junges Ding die nach ihrer Mutter sucht in seiner Truppe. Angespannt kaut die junge Frau auf ihrer Unterlippe herum und fasst sich dann ein Herz. „Lord Commander, mir ist bewusst, wie sich das anhören muss, aber ich verspreche euch: Ich werde ehrgeizig mein Training absolvieren und euch und der Stadt mit vollem Herzen dienen. Seit drei Monaten in ich jetzt hier und es gefällt mir wirklich sehr. Ich habe am Tag des Sturmes geholfen und auch danach und mir ist noch mehr bewusst geworden, wie stolz ich darauf wäre selber Blau zu tragen. Mein Ziel ist es eine ausgezeichnete Schwerttänzerin zu werden, egal was ich dafür tun muss.“ Ihr Blick wird hart und ihre Stimme lauter während sie spricht, so als hätte sie etwas Selbstvertrauen in ihrem tiefsten Innern gefunden. „Die Suche nach meinen Wurzeln werden meine Arbeit hier nicht behindern, ich gebe euch mein Wort darauf.“ Die Stille die nach ihrer kleinen Rede herrscht ist beinahe greifbar. Obwohl sich die Drachenländerin am liebsten im nächsten Mäuseloch verkriechen würde, bleibt sie regungslos vor dem schweren Holzschreibtisch des Commanders stehen und hält dem unergründlichen Blick Olyvars stand, als wäre sie aus Stein gemeisselt.

Olyvar

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6

Thursday, July 5th 2012, 12:25pm

Ihr gehetzter Blick und das Beben in ihrer Stimme verraten, dass sie wohl mit vielem gerechnet hat, aber nicht mit dieser Frage, dabei ist sie für Olyvar eine der naheliegenden. Diese junge Frau und er, sie sind beide nicht in Talyra geboren, doch im Gegensatz zu ihr ist er hier aufgewachsen. Diese Stadt und ihre Menschen sind sein Zuhause, seine Heimat – was sind ihre Gründe, im Namen dieser Stadt ihre Waffen zu führen? Sie zu verteidigen, wenn es sein muss? Sie zu beschützen? Vielleicht in einen Krieg zu ziehen? Möglicherweise auf einem Schlachtfeld ihr Leben zu lassen? Sie schuldet Talyra nichts und doch ist sie hier. Lange vergessene Worte von Rhordri kommen ihm in den Sinn, die der alte Kastellan einmal gesagt hatte, bevor er zu seiner jährlichen Rundreise ins Hinterland aufgebrochen war, um neue Rekruten anzuwerben und Waisenkinder einzusammeln – etwas über Geschichten und ihre Wirkung, und dem Wunsch, an ihnen teilzuhaben. Sie könnte schlechtere Gründe haben. Sie könnte auch aus einem ganz anderen Grund hier sein. Der Gedanke ist lächerlich und er glaubt es selbst nicht einen Herzschlag lang, doch gesundes Misstrauen kann er nicht einfach so abschütteln, also verfasst er in Gedanken bereits zwei Botschaften, eine an Iéras, die andere an Borgil, eine Warnung und eine Bitte.

>Nun Ihr, Lord Commander, seid nicht ganz unbekannt in den Drachenlanden. Ich habe von meinem Vater einige gute Dinge über euch und die Steinfaust gehört und auch wie gut die Ausbildung hier sein soll.< Diesmal sieht sie ihn an und ihre ungewöhnlichen Augen schimmern im einfallenden Licht. Hmpf. Ich will ein Zwerg und obendrein verdammt sein, wenn irgendjemand in den Drachenlanden außerhalb von Tarascon meinen Namen kennt. Und selbst dort weiß man bestenfalls, dass der kleine Bastard des Templers Lord Commander von Talyra ist. Gut, Loba die Wölfin kennt mich. Und Morgan natürlich. Also schön, in Belgrave wissen sie auch, wer ich bin, schließlich war meine Mutter... Ifrinn. Oh, na gut! Fein! Ich bin bekannt wie ein bunter Hund. Bas mallaichte! Die junge Frau vor ihm bemüht sich indes redlich, sich ihre innere Unruhe nicht anmerken zu lassen und für ihr Alter gelingt ihr das auch erstaunlich gut. >Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, der mich hier hin bringt.< "Aye?" Eine gewisse Wachsamkeit liegt schon in Olyvars Augen, seit er ihr seine Fragen gestellt hat, jetzt wird sie eine Spur schärfer. Hör auf, Schatten und Geister zu sehen, wo keine sind! Mahnt er sich selbst leicht belustigt über den eigenen Argwohn. Sie wird kaum sagen: 'Ach, übrigens, ich bin eine vom Orden der Sturmschwerter gesandte Spionen, habt Ihr zufällig einen Dracayren gesehen?'

Das tut sie tatsächlich nicht, denn sie erklärt nach einem kleinen Räuspern, sie sei hier geboren worden, in der Nähe von Talyra. >Mein Vater hat ein Jahr in den Herzlanden gedient und ist vor zwanzig Jahren mit mir zurück in die Drachenlanden gegangen. Viel mehr weiß ich leider nicht, aber ich möchte es herausfinden.< Der letzte Satz ist eine Herausforderung, nicht an ihn, aber vielleicht an das Schicksal... oder auch an ihren Vater, der keine Antworten für sie gehabt zu haben scheint. Olyvar nickt langsam, als er sich ihre Worte noch einmal durch den Kopf gehen lässt und hätte beinahe über die verdrehten Parallelen in ihrer beider Leben gelächelt. Arya von Gaidheal allerdings sieht ihn mit einer sehr seltsamen Mischung aus Zweifeln, Unsicherheit und wilder Entschlossenheit an, dann sprudeln die Erklärungen nur so aus ihr heraus: >Lord Commander, mir ist bewusst, wie sich das anhören muss, aber ich verspreche euch: Ich werde ehrgeizig mein Training absolvieren und euch und der Stadt mit vollem Herzen dienen. Seit drei Monaten in ich jetzt hier und es gefällt mir wirklich sehr. Ich habe am Tag des Sturmes geholfen und auch danach und mir ist noch mehr bewusst geworden, wie stolz ich darauf wäre selber Blau zu tragen. Mein Ziel ist es eine ausgezeichnete Schwerttänzerin zu werden, egal was ich dafür tun muss.<

"Ich habe von Kaney nur Gutes über Euch gehört," erwidert er schließlich. 'Seit drei Monaten bin ich jetzt hier und es gefällt mir wirklich sehr...' In diesem schlichten Satz liegt ein Gefühl, das die junge Frau mehr für Olyvar einnimmt, als alle ihre Worte zuvor. Ich hoffe, Kaney hat ihr auch gesagt, dass diese Stadtgarde ein bisschen anders ist, als andere Garden. Oder Armeen. Nun, wenn sein Hauptmann der Späher ihr das nicht gesagt hatte, würde sie es sehr schnell merken. Ein harter Glanz tritt in ihre Purpuraugen, als sie versichert, die Suche nach ihrer Vergangenheit würde ihre Arbeit hier nicht behindern und ihm ihr Wort darauf gibt. Olyvar nickt noch einmal, langsamer diesmal, und abwägend. "Setzt Euch." Er weist auf den freien Stuhl zu ihrer Linken und sie tut wie geheißen. Olyvar lehnt sich vor, die Arme aufgestützt. "Ihr seid Euch dessen bewusst, dass Ihr Rekrutin sein werdet? Die meisten unserer Rekruten sind jünger als Ihr, allerdings dient der Großteil von ihnen schon seit den Kindertagen hier in der Steinfaust. Wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, entscheidet sich, zu welchen Einheiten sie kommen, je nachdem, wofür sie sich am besten eignen. Wir werden sehen, wofür Ihr Euch eignet. Ihr werdet Eure Zuweisung nach drei Monden erhalten, Rekrutin. Den blauen Mantel müsst Ihr Euch durch Eure Taten verdienen."
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Arya

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7

Friday, July 6th 2012, 5:44pm

Die Stille wird von Olyvars >Setzt Euch.< durchbrochen und Arya braucht eine Sekunde bis ihr bewusst wird, dass er sie nicht vor die Türe setzt, sondern sie sich auf den Holzstuhl, welcher neben ihr steht setzen soll. Sie leistet folge, klammert sich an die Armlehnen und wartet gespannt darauf was als nächstes kommt. Wenigstens hat er mir nicht gleich aus dem Zimmer verbannt. Dieser Gedanke beruhigt sie etwas und ihr Herz schlägt bereits weniger wild als zuvor. Nach dem der Lord Commander der Drachenländerin erklärt hat, dass sie wohl eine der Ältesten sein wird und die Ausbildung drei Monde dauern wird, wäre Arya beinahe vor Freude aufgesprungen. Sie beherrscht sich jedoch und nickt bloss zustimmend. >Den blauen Mantel müsst Ihr Euch durch Eure Taten verdienen.< Zum ersten Mal gleitet ein Lächeln über Aryas feine Gesichtszüge und lässt ihre purpurnen Augen erstrahlen. „Vielen Dank Lord Commander für die Chance, ihr werdet Eure Entscheidung nicht bereuen.“

Nach dem sie einen Moment ruhig bleibt um ihre Gedanken zu ordnen, schaut sie wieder auf und fährt unbewusst mit dem rechten Finger über die verschnörkelten Linien der Armlehne.

„Wann kann ich mit der Ausbildung beginnen?“ Fragt sie interessiert und schweigt dann, obwohl sie noch tausend Fragen hätte. Wer wird wohl meine Ausbildung leiten und kann ich wohl hier in der Steinfaust wohnen? Wie wird wohl der Ablauf aussehen? Ich hoffe ich werde mich und meine Familie nicht blamieren. Ob die anderen Rekruten mich wohl akzeptieren werden? In ihrem Kopf dreht sich alles und eine ungeheure Freude, aber auch eine Ungewissheit breitet sich in ihr aus. Die vielen schlechten Erfahrungen mit ihren Geschwistern und ihr fehlendes Selbstbewusstsein waren für sie schon immer ein Hindernis um mit Gleichaltrigen zurecht zu kommen. Auf Gaidheal waren kaum andere in ihrem Alter gewesen und die Kinder der Bediensteten haben Arya meistens gemieden, weil sie nicht wussten wie sie das Bastardenkind genau zu behandeln hatten. Das ihre Ausbildung nicht ganz einfach sein wird, ist der Drachenländerin bewusst, doch sie hofft sehr darauf vielleicht auch ein paar neue Freunde zu finden.

Olyvar

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8

Saturday, July 7th 2012, 9:44am

Einen Moment lang sieht Arya von Gaidheal aus, als wolle sie ihm gleich über den ganzen Schreibtisch hinweg um den Hals fallen vor lauter Begeisterung, aber dann belässt sie es doch dabei, ihn nur anzustrahlen, als sei in ihrem Gesicht gerade die Sonne aufgegangen und versichert ihm, er würde es nicht bereuen, sie als Rekrutin anzunehmen. >Wann kann ich mit der Ausbildung beginnen?< "Morgen. Ihr werdet den Tag heute brauchen, um Euch in der Festung alle Wege zeigen zu lassen und euch zurechtzufinden. Außerdem könnt ihr Euer Quartier beziehen, es sei denn Ihr habt in Talyra schon irgendwo eine feste Bleibe bezogen und wollt sie nicht aufgeben. Ich muss ohnehin gleich hinunter auf den Äußeren Zwinger und meinen Kastellan irgendwo bei seiner jährlichen Inventur aufspüren, dann könnt Ihr ebenso gut gleich mich begleiten. Wir werden uns ansehen, wo Ihr im Stand Eurer bisherigen Ausbildung seid und dann entscheiden, zu welcher Einheit Ihr als erstes kommt. Ihr werdet bei jeder Einheit eine Weile dienen, so dass wir – und auch Ihr selbst – Eure Fähigkeiten einschätzen können. Danach erst werdet Ihr zugeteilt. Habt Ihr ein eigenes Pferd und wenn ja, eignet es sich – in welcher Form auch immer - als Pferd eines Soldaten? Dann bringt es in die Ställe der Steinfaust und meldet es beim Stallmeister." Er steht auf und auch Arya erhebt sich. "Kommt, begleitet mich auf meiner Suche nach Rhordri, dann zeige ich Euch die Festung soweit wir kommen und beantworte Eure Fragen. Ihr habt doch sicher noch eine ganze Menge davon." Er rollt das Pergament zusammen, das die ganze Zeit recht unbeachtet vor ihm auf dem Schreibtisch gelegen hatte und reicht es ihr. "Das Empfehlungsschreiben Eures Vaters. Ich dachte, Ihr hättet es vielleicht gern."

Sie verlassen sein Solar, treten auf den langen Gang hinaus, vorbei an den Solarwachen, die kurz und respektvoll nicken und dabei die flache rechte Hand auf ihr Herz legen – das talyrische Äquivalent eines Salutierens – dann machen sie sich auf den Weg zum Inneren Zwinger hinunter. Olyvar führt die junge Frau nicht ganz denselben Weg durch den mächtigen Bergfried, wie den, den sie hergenommen hatte, weil er bei Weonard in der Küche vorbeischauen will, ob Njáll schon wieder auf der Jagd nach ein paar Zitronenküchlein ist, die er stibitzen könnte (die stehen nämlich schon den ganzen Vormittag zu Dutzenden auf den langen Tischen zum Auskühlen und sind eigentlich für die Kämmerer zum Abschluss der Inventur gedacht). Olyvar erwischt seinen Jüngsten auch prompt auf dem Sprung eben dorthin und schickt ihn postwendend zurück zu den Zwillingen, die jedoch auch nicht lang auf sich warten lassen (tatsächlich waren vermutlich sie es, die Njáll angestiftet und vorgeschickt haben), sondern gleich um die nächste Ecke biegen. "Connavar, Fianryn und du, junger Mann, habe ich etwa drei schlimme Schurken in die Welt gesetzt?" Will er mit gespielter Strenge wissen (schließlich hat er in der Küche wissen die Götter oft genug etwas mitgehen lassen und tut es heute gelegentlich noch), was mit einem ziemlich lauten und dreistimmigen "Ja!" aus vollem Herzen beantwortet wird. Dann kleben die drei an ihm und, kaum dass er die Fremde an seiner Seite als neue Rekrutin aus den Drachenlanden vorgestellt hat, bestürmen sie die junge Frau schon mit allerlei Fragen über ihre Heimat. Ob da wirklich Drachen wohnen und wie weit es weg ist. Ob sie die Burg der Drachenkönige schon gesehen hat und ob es stimmt, dass es dort Schlösser so weiß wie Schnee geben soll, ob die Drachenklippen von Sgriódancòrsa wirklich die allerhöchsten sind, die es gibt, ob sie schon einmal in Tarascon war, ob sie Onkel Craen kennt , ob es da wirklich weiße Hirsche gibt, ob sie schon einmal dort war, wo die vielen wilden Oger leben, sie hier kennen nur Achim (und der zählt nicht, schließlich schläft er in einer Schlummertonne) und so fort, bis ihr Vater der ganzen Flut an Wissbegier mit einer erhobenen Hand Einhalt gebietet. "Arya von Gaidheal, das sind meine – lauten und anstrengenden – Kinder Connavar, Fianryn und Njáll. Meine vorlauten, naseweisen und anstrengenden Kinder ", das Lächeln in seinen Augen straft die Worte allerding Lügen und sein belustigter, aber sanfter Tonfall auch, "das ist Arya von Gaidheal. Wisst ihr, wo Rhordri steckt?"

"Ja, " erwidert Fianryn und rümpft ihr Näschen. "Bis zum Hals in Arbeit, sagt er und außerdem in den Rüstkammern. Er zählt die Fässer mit den Kettenhemden. Da, dürfen wir Njáll mit zum Ausreiten nehmen? Er kann vor mir sitzen und wir wollen auch nur bis zum Teich. Die Rotaugen beißen bestimmt, auch wenn es heiß wird!" Connavar stimmt augenblicklich ins Betteln seiner Schwester mit ein und alle gerade eben noch so interessanten Fragen zu den Drachenlanden sind offenbar schon wieder völlig vergessen. "Wo ist eure Mutter?" "Edelsteine begutachten, wo sonst." "Aye, nehmt ihn mit. Aber lasst ihn nicht allein ins Wasser, er schwimmt noch nicht gut genug. Und nehmt Koira mit." Kaum hat er das letzte Wort gesprochen, ist der Kinderspuk, der so plötzlich und verwirrend über sie hereingebrochen war, auch schon wieder verschwunden und Olyvar hört noch Njálls übermütiges Lachen, als die Zwillinge - mit ihrem Bruder zwischen sich, jeder eine kleine Hand in seiner -, um die Ecke verschwinden und sich in Richtung der Stallungen aufmachen. "Entschuldigt den Aufruhr. Dann zeige ich Euch als erstes die Rüstkammern. Prägt Euch die Wege gut ein, die Festung ist groß und Ihr wärt nicht die Erste, die sich in ihrer Anfangszeit hier verläuft." Er führt sie über den Inneren Zwinger vor dem gewaltigen Bergfried, in dessen Innerem die Quartiere der Kommandanten und Offiziere, die Große Halle (und die gewaltige Burgköche darunter), die Waffen- und Rüstkammern, das Archiv und die Schatzkammern untergebracht sind. Inmitten des Bergfrieds steht auch der massige, aber hohe Branturm, wo die Quartiere Maester Ballabars, der anderen Heiler und der Rabenschlag liegen. Bei der Erwähnung der Schatzkammern fällt Olyvar noch etwas ein, das weder Arya noch er bisher erwähnt hatten. "Ihr erhaltet als Rekrutin 30 Silberlinge im Mond, wenn Ihr Euch den blauen Umhang der Stadtgarde verdient habt und als Soldatin dient, sind es einhundert Silberlinge... es sei denn, Ihr geht zu den Kämmerern," er wirft ihr einen Seitenblick zu und ein halbes Lächeln vertieft seine Mundwinkel. "Aber das halte ich für ein Gerücht."
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Arya

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9

Sunday, July 8th 2012, 3:08am

>Morgen.< Beinahe hätte sich Arya verschluckt bei dieser Aussage. Schon? Bei den Göttern, ich werde nachher noch einiges zu tun haben. „Gerne ziehe ich in das Quartier, vielen Dank dafür. Ich besitze einen Emathaner Hengst, welchen ich dann auch gleich in die Ställe bringen werde.“ Die Drachenländerin steht ebenfalls auf und nimmt dankend das Schreiben ihres Vaters entgegen. Als sie den Solar verlassen und die Wachen den Lord Commander begrüssen, wird Arya erst richtig bewusst, dass sie sich gleich mit Olyvar von Tarascon persönlich die Steinfaust ansehen darf. Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen und beschleunigt ihre Schritte um mit dem grossen Mann an ihrer Seite mitzuhalten. Ihr fällt auf, dass sie einen etwas anderen Weg gehen, als sie gekommen war und plötzlich steigt ein zitronig, süsser Duft in ihre Nase. >Zitronenküchlein für die Kämmerer.< erklärt der Lord Commander, während sie weiter durch die Gänge in Richtung Küche gehen. Arya versucht gerade das laute Knurren ihres Magens zu unterdrücken, als ein kleiner Junge an ihr vorbei schiesst, welcher sogleich von Olyvar gestoppt und zurechtgewiesen wird. Die Ähnlichkeit der Beiden fällt Arya sofort auf und ihr Verdacht wird bestätigt, als wenige Augenblicke später auch noch zwei ältere Kindern um die Ecke biegen. Das müssen die Zwillinge sein. Natürlich hat Arya versucht einige Dinge über die wichtigsten Stadtbewohner in Erfahrung zu bringen und bei den Erzählungen über den Lord Commander wurden oft auch seine Kinder erwähnt, welche sie jetzt persönlich vor sich stehen hat. Amüsiert verfolgt sie das Gespräch zwischen Vater und Nachwuchs und begrüsst die Kinder freundlich, als sie der Lord Commander den drei Wildfängen vorstellt.

Sofort wird sie mit Fragen über ihre Herkunft bombardiert und sie weiss kaum mehr wo wehren. Sie versucht die Fragen so gut wie möglich zu beantworten, wobei sie doch das eine oder andere Mal etwas hilflos zum Lord Commander schaut. „Achim...Oger...bei den Zwölf ich habe wohl noch nicht alle wichtigen Bewohner der Stadt kennen gelernt wie es scheint.“ Lachend erzählt das Purpurauge ihren drei Zuhörern von den Silberhirschen, welche sie im nahegelegenen Wald des Anwesens schon beobachten konnte, dem beeindruckenden Drachenstein in Lair Draconis und das ihre ältere Schwester mit einem Tarascon verheiratet ist und jetzt im Hochwald lebt. Die Kinder sind noch nicht ganz zufrieden und wollen noch mehr hören, doch der Lord Commander bringt sie mit einer einfachen Handbewegung zur Ruhe um nachzufragen wo denn der Kastellan sei. Nach dem die Kinder von dannen gezogen sind entschuldigt sich Olyvar bei der Drachenländerin, welche abwehrend mit dem Kopf schüttelt. „Eure Kinder sind wirklich toll. Erinnern mich ein wenig an meine älteren Brüder und mich.“ Meint sie mit einem breiten Grinsen und denkt an einen der wenigen glücklichen Tage ihrer Kindheit zurück. Sie war mit Dohrian und Jermund beim jagen im Wald, als ihr ältester Bruder aus versehen mit seinem Bogen in ein Bienennest schoss und sie daraufhin vor dem nicht mehr so friedlichen Schwarm in den nächstgelegenen Bach springen mussten. Die geschwollenen Pusteln auf ihrem Körper brannten noch Tagelang, doch der Gesichtsausdruck von Marianna als die drei klitschnass und mit roten, verquollenen Gesichtern zum Anwesen zurück kehrten war unbezahlbar.

Die junge Frau verdrängt die nostalgischen Gedanken, um sich wie vom Lord Commander empfohlen den Weg so gut wie möglich zu merken und hört interessiert zu, als er ihr erklärt wo sich was befindet. Im Inneren Zwinger angekommen erwähnt Olyvar zum ersten Mal wie viel Silberlinge Arya bekommen wird. Der Sold ist ihrer Meinung nach Grosszügig und viel braucht sie sowieso nicht. >Es sei denn, Ihr geht zu den Kämmerern, aber das halte ich für ein Gerücht.< Die junge Frau schaut den Drachenländer unsicher an, sieht dann aber den Schalk in seinem Augen und muss lachen. „Das werde ich mir merken.“ Antwortet sie grinsend und ihr Blick schweift über den Platz, hinauf zum höchsten Turm der Steinfaust und dann wieder zum Lord Commander. „Zu welchem Trupp werde ich als erstes gehen und wo muss ich morgen genau hin?“ Fragend schaut sie zu dem grossen Mann herauf, welcher sie um gute 20 Sekhel überragt und schiebt dann gleich ein paar Fragen nach. „Ich habe mein eigenes Kurzschwert und einen Lederpanzer, welcher meine Brüder mir zum Abschied geschenkt haben.“ Eine Spur von Stolz schwingt bei dieser Bemerkung in ihrer Stimme mit, denn das Geschenk ihrer Brüder ist das Schönste was sie je erhalten hat. „Ah und natürlich den Sgian Dhub. Müsste ich noch andere Dinge erwerben für die Ausbildung?“ Hoffentlich nicht, sonst muss Shenrah mir heute einige Stunden mehr schenken. Sie schaut nachdenklich zur Sonne hinauf, welche bereits etwas über dem Zenit steht und geht kurz im Kopf durch was sie an diesem aufregenden Tag noch alles zu erledigen hat. Ich muss als erstes zum Grünen Aal um meine wenigen Dingen zu packen und meine Schuld zu begleichen, bevor ich mit Banain und Faileas hier her komme. Oh, bei den Göttern...Faileas. „Da wäre auch noch etwas.“ Sie zögert leicht und ihre Augen schauen sorgenvoll, bevor sie mit der Wahrheit raus rückt. "Ich habe nicht nur ein Pferd sondern auch noch einen Zimtwolf. Er ist wirklich ganz zahm und lieb, ich habe ihn selber aufgezogen.“ Jetzt hört sie sich fast so an wie eines der Kinder des Lord Commanders und sie schaut betreten auf den Boden. „Ist es ein Problem wenn ich ihn hier her bringe? Er ist es gewohnt um Menschen und andere Tiere zu sein und macht wirklich keinen Ärger.“ Bis vielleicht auf ein paar tote Hühner hie und da, aber von dem kleinen Vorfall im Marktviertel muss er ja nichts wissen.

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Olyvar

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10

Monday, July 9th 2012, 11:32pm

Olyvar führt Arya auf dem Inneren Zwinger herum, zeigt ihr die kürzesten Wege zu den wichtigsten Gebäuden und erklärt ihr, wo was zu finden ist, während sie ihre Unterhaltung ohne die drei Plagegeister fortsetzen. Dass ihre Schwester, wie sie vorhin erwähnt hat, mit einem Tarascon verheiratet ist, hat ihn gelinde gesagt überrascht – für einen Moment war er sogar ziemlich fassungslos. Da er nicht glaubt, dass Craen der Fuchs in seinem Alter noch einmal auf Brautschau gegangen war, bleibt eigentlich nur Morgan... und wenn ihre Schwester die Frau des Nauarchen geworden ist, macht Arya von Gaidheal das praktisch zur Verwandtschaft - entfernter Verwandtschaft zwar, aber immerhin. Warten wir ab, was Borgil in Erfahrung bringt, ehe wir sie im Kreis der Familie willkommen heißen. Die junge Frau neben ihm ist jedoch längst mit den praktischen Fragen beschäftigt und nimmt mit großen Augen jedes Detail der uralten Festung in sich auf. "Hier im Branturm findet ihr die Maester und Heiler, ganz oben auch den Rabenschlag, falls Ihr eine Botschaft nach Hause senden möchtet." >Zu welchem Trupp werde ich als erstes gehen und wo muss ich morgen genau hin?< Will Arya wissen und blickt sich um, während sie schon weiter erklärt, dass sie ihr eigenes Kurzschwert, einen Lederpanzer und den Sgian Dhub habe. > Müsste ich noch andere Dinge erwerben für die Ausbildung?< So wie sie neben ihm steht, den Kopf in den Nacken gelegt und zu ihm hochblinzelnd, erinnert sie Olyvr einen Moment lang frappierend an Aurian, die ihm auch Löcher in den Bauch gefragt hatte, als sie Gardemagierin geworden war. "Aye", erwidert er also und unterdrückt ein Lächeln. "Eure Lederrüstung könnt ihr gern verwenden und was Euer Kurzschwert angeht... nun, wir werden sehen, wie Ihr Euch mit der Klinge macht. Wir können nachher gern auf die Übungshöfe gehen und ich sehe mir an, wie weit Ihr schon seid. Die Waffen werden Euch in jedem Fall gestellt, die Grundausstattung an Kleidung und Rüstzeug auch. Ihr müsst eigentlich nichts selbst erwerben, wenn Ihr das nicht wollt oder könnt. Als erstes geht ihr übermorgen aber tatsächlich zu den Kämmerern."

Er sieht das enttäuschte Fragezeichen in ihren Augen, noch bevor sie den Mund öffnen kann und hebt die Hand. "Einen Siebentag bei den Botenkindern und den Pagen, in der Küche, bei den Kammerfrauen und auf den Höfen, im Stall und in den Schmieden, bei Rhordri im Archiv und überall, wo eine helfende Hand gebraucht wird – dann solltet ihr jeden Weg und jeden Gang, jede Tür und jeden Raum in der Festung kennen und Euch nicht mehr ständig verlaufen. Jeder neue Rekrut, der nicht von Kindesbeinen an hier war, geht als erstes zu den Kämmerern – es ist die schnellste und effektivste Möglichkeit, die wir haben, dass sie die Steinfaust kennenlernen. Warten wird dort niemand auf Euch. Wenn Ihr Euch das dritte Mal verlaufen habt und hundert Liegestützen dafür machen oder drei Tage lang Latrinen putzen müsst, passiert es Euch nicht mehr. " Arya nickt nur, doch dann scheint ihr siedend heiß etwas in den Sinn zu kommen und ihr Blick wird plötzlich beunruhigt. > Da wäre auch noch etwas.< Sie blickt derart zweifelnd drein, dass Olyvar fragend eine Braue hebt. >Ich habe nicht nur ein Pferd, sondern auch noch einen Zimtwolf.< "Zimtwolf," wiederholt er überflüssigerweise und sie nickt betreten. Als sie ihm jedoch noch im gleichen Atemzug hastig versichert, der sei "ganz lieb und zahm", sie habe ihn selbst aufgezogen, klingt sie wirklich wie Fianryn. Wie eine steinerweichend bittende Fianryn obendrein. Olyvar indes fragt sich, was mit diesem Wolf nicht stimmt, wenn er gern unter Menschen und anderen Tieren ist – das ist das Verhalten eines Hundes, nicht eines Wolfs. Andererseits wäre er ja nicht der erste zahme Wolf, der in diesen Mauern herumschleicht. Wir hatten schon ganz andere... Manchmal – warum wissen wohl nur die Götter - scheinen tatsächlich hin und wieder Wölfe geboren zu werden, die völlig aus der Art schlagen. Vielleicht hat ihn sein Rudel deshalb verstoßen, so dass sie ihn aufgezogen hat... weil er anders war. "Wir werden sehen, ob es ein Problem ist oder nicht. Wenn er sich gut benimmt, kann er bleiben. Wenn er etwas anstellt, steht Ihr dafür gerade. Und wenn er irgendjemanden, ganz gleich ob Mensch oder Tier, in meiner Festung oder in meiner Stadt angreift, ohne dass er einen wirklich guten Grund dafür hat, wird er getötet. Klar soweit?"
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Arya

Unregistered

11

Wednesday, July 11th 2012, 2:50am

„Verstanden.“ Arya schluckt schwer, akzeptiert aber die Regel ohne Wiederworte. Er hat ja recht. Ich muss einfach öfters mit ihm in den Wald, damit er sich etwas austoben kann. Auch die Woche bei den Kämmerern macht ihr nichts aus, auch wenn sie nicht wirklich damit gerechnet hat und natürlich lieber gleich mit Kampftraining angefangen hätte. Es ist aber sicher gar nicht schlecht, wenn ich erst die Steinfaust und ihre Bewohner besser kennen lerne. Ausserdem ist ein Siebentag nicht so lange und ich habe so Zeit mich an das Leben hier zu gewöhnen. >Wir können nachher gern auf die Übungshöfe gehen und ich sehe mir an, wie weit Ihr schon seid.< Diese Aussage beruhigt die Drachenländerin schon eher. Nicht etwa weil sie sich ihre Schwächen nicht eingestehen kann, aber diese gleich vor dem Lord Commander preiszugeben verursacht ein flaues Gefühl im Magen. Ich werde mich ja hoffentlich nicht gleich blamieren. Sie lächelt tapfer und atmet tief durch. „Von mir aus können wir gerne auf den Übungsplatz.“ Olyvar nickt und sie gehen langsam weiter in Richtung der Übungshöfe. Arya stellt noch einige weitere Fragen während sie über den Inneren Zwinger zum Äusseren Zwinger gehen und der Lord Commander begrüsst hie und da einige der Blaumäntel, welche ihnen auf dem Weg begegnen.

Als die beiden auf den Übungsplatz kommen, ist dort bereits einiges los und viele Blaumäntel üben alleine, zu zweit oder in Gruppen. Einige schiessen Pfeile auf weit entfernte Zielscheiben, während andere mit Schwertern, Äxten und Schilden am trainieren sind. Das Klirren der Waffen schwirrt durch die Lüfte wie ein Schwarm Sandschwirrer und Staub wirbelt durch die Luft. Staunend bleibt die junge Frau kurz stehen und schaut dem Treiben interessiert zu, vergessend das sie bald auch dazu gehören wird. Nach dem sie schweigend einige Minuten zuschauen, kommt Arya wieder in den Sinn weshalb sie hier eigentlich hier ist. „Gegen wen soll ich antreten?“ Ihr Blick schweift über den Platz und wieder zum Lord Commander. Etwas nervös ist sie schon, doch ihr Ehrgeiz ist ebenfalls geweckt, da die Drachenländerin Herausforderungen liebt. Ihr ist durchaus bewusst, dass sie hier keineswegs verschont werden wird, aber so und nicht anders will sie das auch. Schliesslich bin ich hier um etwas zu lernen und besser zu werden. Ihr Gesichtsausdruck verrät, wie entschlossen sie ist und ihre Hand liegt bereits am Knauf ihres Kurzschwertes, welches an ihrer Linken in der braunen, abgewetzten Lederscheide steckt.

Atevora

Unregistered

12

Monday, July 23rd 2012, 8:39pm

20. Inari 512

Seit Tagen ist es ungewöhnlich warm und schwül für die Jahreszeit, doch heute begann er trüb mit dick wolkenverhangenem Himmel und feinem Nieselregen den das durstige Land gierig aufsaugt. ist seit den frühen Morgenstunden unterwegs und die Kleidung liegt mittlerweile klamm und feucht auf ihrer hellen Haut. Kaum ein Windhauch treibt die Wolken weiter, die Luft liegt kühl und frisch über der Stadt und die Straßen sind im Vergleich der letzten Tage fast leer. Es ist eine Wohltat im Vergleich zu den letzten Tagen, zumindest wenn jemand Atevoras Meinung zum Wetter wissen wollte. Sie konnte sich noch nie mit der Hitze dieser Lande anfreunden, schon gar nicht wenn sie so ungewohnt früh im Jahr über sie hereinbricht und an dem Gewühl auf den Straßen bei sonnigem Wetter wird sie auch niemals wirklich Gefallen finden.
Ungerührt betrachtet sie aus den Augenwinkeln wie eine Frau, ihren dicken Wollumhang fest um sich geschlungen, wie schon manch eine andere Gestalt heute, eilends von einem Dachvorsprung zum nächsten hastet in der Hoffnung dabei weniger nass zu werden. Sie selbst hat keine Hektik, sie ist bereits reichlich durchgenässt es fehlt vermutlich nicht mehr viel und ihr Haarzopf würde das Wasser in Tropfen an die Umwelt wieder abgeben. Regenflucht hat bei ihr keinen Sinn mehr, und auch Via, die hinter ihr am Pad sitzt, und Shafir, der ihnen nachfolgt, wirken entspannt, als sie Harm mittels einer leichten Gewichtsverlagerung in eine kleine Nebenstraße lenkt um das letzte Stück des Weges abzukürzen. Ihr Ziel ist die Steinfaust, genauer das Solar des Lord Commanders.

Sie kommt gerade aus Richtung des Pfirsiches am Verder Stadttor. Wie üblich haben die jungen Knaben und Mädchen sofort Shafir in Beschlag genommen, und dieser hatte die Streicheleinheiten sichtlich genossen. Nun waren auf seinem ganzen Fell verteilt die verräterischen Farbspuren der kleinen mit Puder bedeckten Kinderhände zu erkennen, sodass der Hund gerade nicht mehr schwarz aussah sondern im spärlichen Licht überall golden glitzerte. Sig hatte die Shin gefragt ob sie nicht zum Essen bleiben wolle, Annest hätte heute einen herrlichen Inaribock zubereitet, doch Atevora hatte noch einen Termin und das wusste Sig eigentlich nur zu gut, schließlich war sie nur wegen dieses Termins bei Sig vorbeigekommen. Miss Al Mere ist eben der Meinung, dass die Männer, verheiratet oder nicht, Termin hin oder her, grundsätzlich auf eine Frau auch ruhig ein wenig warten dürfen, und zwar ganz gleichgültig um welchen Mann es sich dabei handelt.

Im gemächlichen Schritt reitet Atevora auf das große immerzu von pflichtbewussten Blaumänteln bewachte Tor zu und wird wie immer von einem der Wachhabenden aufgehalten. Er möchte ihr Begehr wissen und bedenkt sie mit einem äußerst skeptischen Blick. Die Magierin könnte nicht genau sagen woher der Blick genau rührt. Ob es an ihrem Aussehen, dem Umstand liegt, oder dass sie so klein und zierlich und ihr Gaul so ein riesen Koloss ist auf dem sie einen halben Spagat macht? Vielleicht liegt es aber auch an der Eule auf dem Pferd, oder daran, dass sie Harm ohne wirkliches Zaumzeug und ohne Sattel reitet, oder womöglich ist es eine Kombination aus allem? Sie vermutet die Kombination aus allem.
Die Magierin macht sich nicht die Mühe abzusteigen, sondern gibt nur fad aber bestimmt die Antwort, dass sie vom Lord Commander erwartet würde. Harm beginnt augenblicklich nervös mit dem Kopf zu nicken. Er ist es nicht gewohnt, dass vor seiner Nase jemand steht und ihm mit hartem Ton sprechend den Weg versperrt. Mit so einer Tonlage bellte sein vormaliger Besitzer immer die Anweisungen um beispielsweise einen gefällten Baum aus dem Wald abzutransportieren und da galt es immer Aufmerksam zu sein, doch was der Mann da vor ihm von ihm wollte verstand er nicht.
Atevora beruhigt ihr zu pflichtbewusstes Pferdchen mit einem sanften Tätscheln am Hals, unterdessen der Offizier einen der umgebenden Rekruten heranwinkt. Dieser nimmt etwas verwundert die improvisierten Zügel in die Hand und führt Atevora ins Innere zu den Stallungen. Nachdem das Pferd an die Stallknechte übergeben wurde, führt er sie samt Hund aber ohne Eule, die hat nämlich beschlossen, dass es auf Harms Rücken zu bequem ist um sich von dort wegzubewegen, zum Wartebereich vor dem Solar.

Ihr wird bedeutet auf der Holzbank Platz zu nehmen, doch Atevora entscheidet sich dafür lieber stehen zu bleiben. Keine falsche Entscheidung, das Setzen hätte sich ohnehin nicht gelohnt, denn kurz darauf betritt sie vom beständigen Regen zwar schon gut durchnässt, aber zum Glück nicht triefend wie der noch immer glitzernde Bärenhund an ihrer Seite, mit gewohnt selbstsicherer Haltung das Solar des Obersten der Steinfaust. „Latha math Herr von Tarascon. Habt Dank, dass ihr die Zeit gefunden habt mich zu empfangen.“

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Olyvar

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13

Wednesday, July 25th 2012, 10:14pm

Ende Goldschein auf den Zwingern der Steinfaust


Das leise, aber vernehmliche "Verstanden" der jungen Frau kommt prompt, klingt aber dennoch ein wenig gepresst. Was er sonst noch zu sagen hat, scheint ihr eine Menge zu denken zu geben, denn auf ihrem Weg zu den sandigen Übungsplätzen überlegt sie immer wieder, während ihre wachen Purpuraugen nach hier und dort huschen, als wolle sie sich schon jetzt möglichst viele Türen, Treppenaufgänge, Tore, Nebengebäude und ähnliches für ihre Woche bei den Kämmerern einprägen. Aber sie stellt auch Fragen – nach den Offizieren, nach den Einheiten, wie stark die einzelnen Trupps sind und aus welchen Männern sie bestehen, wo ihr Pferd genau untergebracht sein wird, bei welchem Kämmerer sie sich genau melden muss und so fort. Auf den Waffenhöfen angekommen, trainieren dort gerade einige Blaumäntel der Indigogarde, die versuchen ein paar Männer der schweren Infanterie aus ihrer Formation zu bringen, in dem sie in kleinen Gruppen hier oder dort angreifen, schnell wie zustoßende Schlangen. Die Lanzer interessiert das jedoch wenig – wo immer ein hölzernes, bleigefüllte Übungsschwert versucht durchzubrechen, trifft es auf eine undurchdringliche, schildstarrende Mauer und die gut 25 Mann, bewehrt mit mannshohen Turmschilden und Lanzen, dicht gedrängt und Seite an Seite, bewegen sich bei all dem so fließend und synchron wie ein einziges Wesen. Dann rücken sie vor und fast scheint es, als würde sich eine gewaltige, stahlstarrende Schlange seitwärts winden - und Vareyars armen Schwertkämpfern bleibt nur die wilde Flucht über den Sandplatz und unter lauten Flüchen das Erklettern der hölzernen Palisaden ringsum, wollen sie nicht einfach niedergewalzt werden. Auf dem nächsten Übungsplatz trainieren Einzelkämpfer mit Langschwertern und Schilden Zweikämpfe, die jedoch immer wieder von Vareyars kurzen, knappen Ratschlägen und Korrekturen unterbrochen werden, um diesen oder jenen Hieb noch einmal ausführen, dieses oder jenes Schildmanöver wieder und wieder durchspielen zu lassen, bis sie hundertprozentig sitzen. Noch weiter hinter hinten, an der Mauer, üben Bogenschützen und Armbruster unter den eifrigen Wetten ihrer begeisterten Zuschauer und auf der anderen Seite, zwischen Mauer und Kerkerturm, üben einige Magier der Steinfaust und beschwören sowohl Trugbilder und Illusionen herauf, als auch Schutzschilde, die sie um kämpfende Kameraden legen wie schimmernde Umhänge - und auch dort halten müssen, egal, wie rasch sich die Schwertkämpfer bewegen oder wo sie hinlaufen.

Olyvar beobachtet mit einem Lächeln, wie Aryas Augen groß und größer werden beim Anblick all dieser verheißungsvollen Übungsmöglichkeiten, die sie hier direkt vor der Nase hat. Ihre allererste Frage ist auch gleich, gegen wen sie antreten solle. Ihr Ehrgeiz in Ehren, aber Olyvar liegt viel daran, der jungen Frau begreiflich zu machen, dass es hier nicht darum geht, irgendetwas beweisen zu müssen. "Habt Ihr schon einmal gegen einen Magier gekämpft? Gegen einen Ritter? Gegen einen Schwertkämpfer? Bogenschützen? Sappeur? Berittenen Kämpfer? Schwergepanzerten Reiter? Lanzer oder Pikenier?" Sie presst die Lippen zusammen und macht eine Kopfbewegung, die sowohl ein Nicken, als auch das Gegenteil sein kann. Inzwischen haben einige Männer sie entdeckt und gesellen sich neugierig zu ihnen – Caitrin von der Wächtergarde, Großspeer von den Lanzern, Norn und Listig. "Ja und nein also. Ihr werdet hier alles lernen, was Ihr können müsst, um eine gute Schwertkämpferin zu sein, Arya, das kann ich Euch versprechen. Aber das ist nicht das Wichtigste – und darauf kommt es auch nicht in erster Linie an. Ein talyrischer Soldat wird dazu ausgebildet zu denken. Also benutzt Euren Kopf." "Aye", mischt sich prompt Caitrin ein, großgewachsen, grauhaarig und so sehnig und hart wie getrocknetes Leder, während sie Arya aus ihren farblosen, grauen Augen mit unverhohlener Neugier mustert... und ungefähr mit der gleichen Leidenschaft, wie ein talyrischer Schafzüchter ein vielversprechendes Vierhorn auf dem Viehmarkt begutachten würde.
"Arya, das ist Caitrin Airetach, Wächtergarde, Dritter Trupp", stellt Olyvar mit einem Lächeln vor. "Ihr gehört das Nordtor. Und sie denkt zu viel."
"Nein, Mylord Commander, das tut Ihr für mich."
Olyvars Augen verengen sich ob ihres seltsam... warmen Tonfalls. "Es gefällt dir, wenn ich für dich denke?"
"Ich bin Soldatin, oder?"
"Und was wäre, wenn ich wahnsinnig werden würde? Verrückt wäre? Nicht mehr Herr meiner Sinne?"

"Wollt Ihr uns prüfen, M'lord?" Mischt sich Listig ein und um den Mund des jungen Blaumantels spielt eindeutig ein Lächeln.
"Nun, es spielt keine Rolle, ob Ihr es seid oder nicht", nimmt Norn den Faden auf, ein alter Sappeur, der genauso verschroben, narbig und verrückt aussieht, wie er es zweifellos auch ist, wie es alle Sappeure der Maulwurfsgarde sind. Außerdem hatte ihm ein fehlgegangener Fetzer vor Jahren schon das halbe Ohr abgesengt und die Hälfte seines Schädels in eine narbige Kraterlandschaft verwandelt. "Solange Ihr wisst, was Ihr tut und uns sagt, was wir tun sollen."
"Ihr sollt denken."
"Das tun wir, M'lord," erwidert Caitrin, "aber es gibt Denken, und es gibt Denken, und so läuft das eben. Soldaten machen das eine und Anführer das andere. Es ist nicht gut, wenn die beiden sich vermischen."
"Das muss das Leben für euch ziemlich einfach machen", stellt Olyvar mit einem leisen Schnauben fest, aber in seinen Augen glitzert es amüsiert. Das hier, nicht der Tanz mit dem Holzschwert auf dem Sandplatz, ist Aryas allererste Lektion unter den Blaumänteln und sie ist Gold wert. Er weiß ganz genau, wie anders seine Garde in mancher Hinsicht ist und die junge Drachenländerin lernt es gerade... wenn sie klug ist. Ein einstimmiges, vierköpfiges Nicken antwortet ihm. "Aye, Mylord Commander, das tut es."
"Es ist nicht meine Aufgabe, Euch das Leben leicht zu machen."
"Nein, M'lord," mischt sich Großspeer ein, der bisher noch kein Wort gesagt hatte, aber ohnehin kein Freund langer Reden ist. "Ihr führt, wir folgen."
"Ihr sollt denken."
"Aye, zu Befehl. Dann denke ich, das Küken ist jetzt soweit."
"Ihr habt es gehört, Arya – in den Ring mit Euch." Olyvar lässt sich ein hölzernes Übungsschwert reichen, steinhartes Eichenholz, glatt vom Griff vieler Hände und dem Gebrauch langer Jahre. "Darf ich, Mylord?" Will Caitrin wissen und Olyvar schüttelt grinsend den Kopf. "Auf keinen Fall. Norn, hol ein paar Rekruten, die gerade nichts zu tun haben, ich kann faule Soldaten nicht ausstehen. Caitrin, du würdest sie in zwei Minuten windelweich prügeln und wir sehen sie nie wieder. Sie soll uns erhalten bleiben, aye?"

Er gibt das Übungsschwert an Arya weiter und die nächsten zwei Stunden vergehen für die Drachenländerin damit, gegen verschiedenste Rekruten verschiedenster Einheiten anzutreten. Gegen die Schwertkämpfer des ersten und teilweise auch noch des zweiten Jahres hält sie sich gar nicht so schlecht, aber gegen alle, die weiter sind, hat sie keine Chance und sie hat augenscheinlich auch nicht viel Erfahrung im Antritt gegen Kämpfer mit anderen Waffen oder gegen schwere Spießkämpfer. Katzengold und Natter liefern sich harte Duelle mit ihr und ihrem Kurzschwert, aber Jack verprügelt sie gnadenlos und jagt sie über den Sandplatz, bis sie aufgibt, weil ihr schon schwarze Punkte vor den Augen tanzen. Er war Crons Knappe auf dem Nargenfeldzug. Noch ein Junge. Jetzt ist der Junge allerdings ein Mann in seinem letzten Rekrutenjahr und würde im Herbst seinen Eid auf die Stadtgarde ablegen. Während Arya zu Atem kommt, bestätigen Jacks leise Worte an ihn und die übrigen Zuschauer Olyvars Beobachtungen. "Sie schützt ihr Standbein zu wenig und ihre Kondition könnte besser sein. Sie kann einen mit ungewöhnlichen Manövern überraschen, aber ihre Schläge sind noch zu schwach. Dafür ist sie schnell und hat eine gute Balance." "Aye, wir haben es gesehen. Arya, kommt zu mir. Und ihr anderen macht, dass ihr an eure Aufgaben zurückkommt. Vergesst mir das denken nicht. Oder tut wenigstens so, als ob." Sie verlassen die Waffenhöfe und wenden sich in Richtung des Äußeren Tors, wo ihnen prompt ein schnaufender Rhordri, im Schlepptau nicht weniger als ein halbes Dutzend Schreiber, Kämmererjungen und Botenkinder, entgegenkommt, die hastig auf ihre Wachstafeln kritzeln, was der alte Kastellan in seinen nicht vorhandenen Bart schnauft. "Vierzehn Fässer Talg, fünfzig Kisten beste Kerzen, drei Dutzend Fässer Öl, ein Großdin Ballen Tuch, bereits eingefärbt, vierundachtzig Stangen Seife... Seife schreibt man mit f, Lausejunge!... Zwei Dutzend Langschwerter, fünf Kettenhemden, Sechsfachringung, gute Qualität, oh... M'Lord Commander!"

"Rhordri," Olyvar nickt seinem Kastellan zu und stellt dann vor. "Das ist Arya von Gaidheal, sie untersteht dir ab morgen als neue Rekrutin. Arya, dies ist Rhordri, Kastellan der Steinfaust und Herz und Seele dieser Garde. Was macht der neue Runenwirker?" "Schussel?" Echot Rhordri und verdreht die Augen. "Ihr hab ihn "Schussel " genannt?" "Oh, aye. Gestern hat er eine Rune ausprobiert. Auf der Tür der Latrinen. Wir konnten acht Stunden lang nicht sch... äh... Ihr wisst schon, M'lord. Und heute Morgen hat Gueren ihn vor seinem Quartier gefunden. Hatte seine Kammer mit einer Schutzrune versehen und das Siegelwort vergessen. Der Kerl vergisst vor lauter Aufregung dauernd seinen Verstand." "Hm... wird das noch etwas werden?" "Muss es, M'lord Commander, er hat sich nämlich selbst im Rabenschlag eingeschlossen. Wenn er es nicht schafft, die Rune wieder zu lösen, die er da oben gebunden hat, sitzt er da bis zum Sankt Nimmerleinstag oder Ballabars Raben fressen ihn, weil sie nichts anderes bekommen können. Ich muss weiter, M'lord, die Inventur. Schön, Euch getroffen zu haben, Arya, ich erwarte Euch morgen bei Sonnenaufgang in meinem Solar – das ist im Vorwerk des Inneren Tors, Ihr könnt's nicht verfehlen. Ah... da fällt mir noch ein, da ist noch eine Rekrutin. Vareyar hat letzte Woche mit ihr gesprochen, irgendein Spitzohr. Anadiria... Anarania... Anaryaya... Anaryamara! Ihr Name ist Anaryamara. Sie will unbedingt zu den Spähern. Hat eine ziemlich große Katze, hab' so ein Vieh noch nie gesehen. Schnurrt wie ein Spinnrad." Katzen... Wölfe... Götter, was kommt als nächstes? Eingedenk eines Ogers in seinen Reihen, eines Wargen und einer Magierin, in deren Haus ein waschechtes Irrlicht lebt, eingedenk der Tatsache, dass er schon tagwandelnde Sithechjünger und reuige Schattenwanderer unter seinen Blaumänteln hatte und eingedenk so mancher seiner eigenen, mehr als seltsamen Bekanntschaften kann Olyvar als Antwort auf diesen Gedanken nur grinsen. Der Stadtrat hält ihn ohnehin schon längst für einen Kuriositätensammler. Rhordri eilt davon und Olyvar und Arya sind am Tor angelangt. "Habt Ihr noch irgendwelche Fragen? Wenn nicht, schafft Euer Pferd und Eure Sachen her, bezieht Euer Quartier und meldet Euch morgen bei Sonnenaufgang in Rhordris Halle. Wenn Euer Wolf Euch im Weg ist, könnt Ihr ihn in die Zwinger geben."
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Olyvar

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14

Friday, July 27th 2012, 10:03pm

20. Grünglanz 512, im Solar des Lord Commanders


Die letzten Grünglanzwochen sind angebrochen und der lang ersehnte Regen hat Talyra endlich erreicht... allerdings noch nicht in ausreichender Menge, weswegen so ziemlich alle, vor allem die Bauern des Umlandes, hoffen, dass es noch ein paar Tage so weitergehen würde. Olyvar sitzt in seinem Solar und sieht die kurzen, knappen Berichte seiner Offiziere durch. Das Inarifest war allen Göttern sei Dank sowohl in der Stadt, als auch im Umland recht ruhig und friedlich verlaufen, angemessen der - bei aller Lust und bei allen freizügigen Ausschweifungen - hohen Feierlichkeit des Tages, so dass es nichts Schlimmeres als ein paar Handgreiflichkeiten zwischen eifersüchtigen Rotfüßen um irgendwelche Männer und Raufereien zwischen eifersüchtigen Männern um irgendwelche Rotfüße gegeben hatte. Olyvar sieht aus dem Fenster, wo der sanfte Regen an Stärke zunimmt. Der Tag ist noch nicht allzu weit fortgeschritten, aber er war letzte Nacht stundenlang mit Koira und den Zwillingen auf der Jagd nach ein paar fetten Truthähnen gewesen, so dass er nicht allzu viel Schlaf abbekommen hatte. Das Geräusch der Regentropfen, dumpf an den dicken, bleigefassten Fensterscheiben, das Rascheln der Papierbögen auf seinem Schreibtisch und das Kratzen der winzigen Schreibfeder Pumquats auf dem Kaminsims hinter ihm erzeugt ein Gefühl angenehmer, gedankenloser Schläfrigkeit im Raum. Doch der Moment des Friedens währt nicht lang – leichte Schritte auf dem Gang vor seinem Solar reißen ihn sanft, aber nachdrücklich aus seiner Trance und nur einen Moment später schiebt sich eine ziemlich regenfeuchte Atevora nebst ihrem glücklich vor sich hin triefenden und merkwürdigerweise goldglitzernden Hund an den Wachen vorbei durch die Tür.

Koira, die bisher auf dem alten Lammfell vor dem Fenster geschnarcht hatte, hebt lässig ein Ohr, stellt im komatösen Tiefschlaf fest, dass auch sie Besuch hat, nicht nur ihr Herr und kommt, von einem Herzschlag auf den anderen hellwach, mit einem Satz auf die Füße. Die beiden Hunde brauchen allerdings nur einen einzigen Blickkontakt und ein freundlich-fragendes "Wuff?" um festzustellen, dass sie gut miteinander auskommen würden, offenbar in allen wichtigen Belangen einer Meinung sind und es daher nicht den kleinsten Grund für irgendwelche Unstimmigkeiten gibt. Stattdessen wäre ein kleines Spiel doch nett, was sie auch sofort beginnen – das Solar ist schließlich groß genug und der azurianische Teppich, auf dem Shafir, kaum hat er den Raum betreten, auch schon auf dem Rücken liegt, alle Viere in die Höhe gestreckt, um die herumspringende und wilde Scheinattacken ausführende Koira abzuhalten, kann bestimmt ein bisschen Glitzerpuder vertragen (außerdem wird man so wieder trocken). >Latha math Herr von Tarascon. Habt Dank, dass ihr die Zeit gefunden habt mich zu empfangen.< Olyvar winkt ab, als die Magierin ihrem Hund hinterherblickt und stirnrunzelnd Anstalten macht, ihn zurückzurufen. "Lasst ihn ruhig, er ist nicht der erste Hund, der sich auf meinem Teppich trocknet und er wird auch nicht der letzte sein. Was kann ich für Euch tun?"
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Atevora

Unregistered

15

Saturday, July 28th 2012, 2:56pm

20. Grünglanz 512, im Solar des Lord Commanders

Die alte Leier. Kaum hat ihr kleines zartes Hündchen den anderen Artgenossen ersphät, stehen alle Fahnen auf herumtollen. Ehe Atevora noch dazu kommt ihren Opahund in seiner Übermut zu bremsen, hat er sich schon auf den teuren Teppich geworfen, streckt alle Viere in die Höhe und wälzt sich in voller Wonne.
>>“"Lasst ihn ruhig, er ist nicht der erste Hund, der sich auf meinem Teppich trocknet und er wird auch nicht der letzte sein.“<< Meint der Lord Commander entgegenkommend.
„Habt Dank, doch, verzeiht mein Herr, meine Sorge gilt weniger dem Teppich als vielmehr Shafir. Er übernimmt sich gerne und tobt bis er keinen Schritt mehr tun kann. Dabei heißt es der Spieltrieb bei Hunden nimmt im Alter ab...“ Shafir hat davon allerdings noch nichts vernommen.
Atevora betrachtet bei den Worten einen Moment das Treiben ihres schwarzen Ungetüms. Sie fragt sich ob es jemanden auf Roha gibt mit dem er nicht sofort Freundschaft schließen würde. Ihr Blick gleitet kurz prüfend zum Fenster gegen dessen Scheiben laut der Regen prasselt und über einen Umweg zu dem Kobold, dem sie ein begrüßendes Nicken zukommen lässt, weiter zum Lord Commander, dessen Präsenz den Raum vollends ausfüllt. Wäre es heute heiß und sonnig, sie würde Shafir nun bremsen, denn er verträgt mit seinem dichtem schwarzes Fell die Sonne nicht, doch heute braucht sie sich diesbezüglich keine Gedanken machen und kann Shafir den Spaß ruhig gönnen.

„Was kann ich für Euch tun?“ Kommt der Lord sofort auf den Punkt ohne sich mit unnötigen Höflichkeiten aufzuhalten, wie ihr beispielsweise den Stuhl zum Platznehmen anzubieten. Vermutlich ist sie zu regenfeucht dafür, oder es ist unterbewusst, da er die Unterhaltung möglichst kurz halten möchte.
Atevora tritt einen halben Schritt näher schiebt dabei die helle Ledertasche die sie umhängen hat hinter den Lodenmantel und legt dann ihre bleichen ausgekühlten Finger auf das dunkle Holz der Stuhllehne. Möchte sie den Lord Commander rasch von ihrer Gesellschaft erlösen und ebenfalls zum Punkt kommen? Nein. Noch nicht, Shafir spielt schließlich gerade so schön.
„Ich möchte um eine Stelle als Magierin der Garde anfragen.“

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