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Karamaneh

Stadtbewohner

Posts: 212

Occupation: Femme fatale

Location: Feenwasserbucht

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61

Monday, October 7th 2013, 7:36pm

Der Klang zweier Stimmen holt Karamaneh langsam aus der Bewusstlosigkeit ins Hier und Jetzt zurück. Die Männerstimme klingt ruhig aber bestimmt, die Frauenstimme melanchonisch, aber auch hartnäckig. Die Stimme des Mannes vermag Karamaneh zwar nicht zuzuordnen, die der Frau erkennt sie jedoch. Savena. Der Name taucht aus der Dunkelheit in ihrem Geist aus. Ein gewisses Gefühl von Erleichterung durchflutet die Malankari, wird jedoch sogleich wieder von einer anderen Erkenntnis beiseite geschoben. Die bleiche Lady hat ihren Plan wirklich in die Tat umgesetzt und sie in die Steinfaust gebracht. Wie eine eisige Faust umschließt neuerliche Angst Karamanehs Herz. Das hier ist wirklich und nicht nur ein böser Traum. Sie erinnert sich in diesem Moment nur an sehr wenig... aber sie entsinnt sich auf jeden Fall der uniformierten Blaumäntel, die sie gesehen hat, als sie zwischenzeitlich einmal kurz bei Bewusstsein gewesen ist. Mühsam versucht Kara die Augen aufzuschlagen. Ihr Körper schmerzt entsetzlich und es gelingt ihr nur schwer einen klaren Kopf zu bekommen. Die unterschiedlichen Sinneseindrücke und Empfindungen, die auf sie einströmen, lassen sich nicht klar voneinander trennen und erschweren es ihr sich richtig zu konzentrieren. Selbst der Klang der beiden Stimmen, die keinesfalls ungebührlich laut miteinander reden, stört sie und schmerzt in ihren Ohren. Am liebsten wäre es der Malankari daher in diesem Augenblick, wenn sie von vollkommener Stille umgeben wäre – oder von abermaliger Bewusstlosigkeit eingehüllt. Qualvoll langsam öffnet sie die flatternden Augenlider und schaut sich um.
♥ "What am I? Does my poor history matter-to anyone?" ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Many, having looked into her lovely eyes, had they found there what I found, must have forgiven her almost any crime." ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Karamaneh is a beautiful toy, I grant you; but so is a cobra." ―Sax Rohmer: The Return of Dr. Fu Manchu

Atevora

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62

Monday, October 7th 2013, 11:04pm

Sie hatte es befürchtet, sie hatte es vermutet, nein sie hatte es vielmehr gewusst. Es gibt keine Möglichkeit die Dinge zu klären, oder auch nur für eine Annäherung. Es ist bitter sich und seine Bemühungen Anschluss in der Gesellschaft und bei Personen zu finden, die ein Leitfaden sein könnten, derart scheitern zu sehen. Die Shin wendet den Blick ab und sie schüttelt langsam den Kopf. Doch innerlich ringt sie mit sich und sucht zu bekämpfen was auf sie eindringt. Eines dieser Dinge ist Verzweiflung und der Wunsch es ihm zu vergelten. Ihr alter Weggefährte, die Bitterkeit kratzt an ihr, sie bebt innerlich förmlich, doch sie zeigt es nicht nach außen hin. Es ist wie es ist. Es ist in Ordnung so. Beruhigt sie sich selbst. Wenn das Rhordris letztes Wort war, dann ist der Mann wertlos für sie geworden. Sie hätte es sich anders gewünscht, denn sie sucht nach Personen an denen sie sich orientieren kann, aber hier spielt es keine Rolle mehr. Er ist genau so wie jeder Andere. Fast jeder Andere. Die eine Person ist jene die zählt, nicht Rhordri. Er ist es auch nicht wert die Mühe aufzunehmen ihren innerlichen Aufruhr gebührend zu vergelten. Dennoch, sie sollte sich ablenken, bevor sie dazu kommt in ihre alten Verhaltensweisen zurückzufallen.

Ihr Blick klettert hoch zu dem Mann der ihr nicht einmal eine Chance einräumt. Sie stellt dabei fest, dass die sonst so gütig blickenden Augen ungewohnt hart und unnahbar wirken. Dieser Idiot macht die Vertrauensbasis zwischen ihr und Kramaneh zu Nichte bevor sie entstehen kann. Es könnten unnötig Leute sterben! Es ist nicht wirklich so, dass Atevora das emotional sonderlich kümmern würde, aber es ärgert sie doch dezent, schließlich hat sie entschlossen sich der ihr zugedachten Aufgabe zu widmen, und dieser sture Esel hindert sie daran. Nicht einmal vor den Räumlichkeiten warten lässt er sie, obwohl es vorher nicht einmal ein Problem war bei Karamaneh zu bleiben. Was soll dieser Unsinn? Möchte ihr etwas auswischen? Oder.. Das Oder gefällt ihr überhaupt nicht. Vermutet er mehr als er vorgibt? Misstraut er schon ihrer ersten Aussage? Ganz klar: Er wird sie nicht sofort holen, wenn die Frau erwacht, er wird sie ausfragen wollen. Er hat keine Ahnung was er damit anrichten könnte. Ihr würde es auf jeden Fall mindestens zu einem Schandmal mitten im Gesicht, oder einem verlorenen Körperteil verhelfen. Sie hofft inständig der Lord Commander ist schon wach. Nur mit ihm kann sie diesen Hornochsen ausbremsen, sich vielleicht noch rechtzeitig an Karamanehs Seite setzen und dafür sorgen, dass die Aussagen stimmig sind. Sie muss Vertrauen mit ihr aufbauen und sie für den Verrat den sie von ihr verlangt mit vollem Eifer gewinnen, anders ist ein Erfolg mehr als unsicher. Und sie wird ihr dieses vermaledeite Lächeln aus dem Gesicht wischen von dem die Sklavin glaubt es sei ihr Freund. Atevora versteht die Bürde des Maskenspieles nur zu gut, und sie kennt die zusätzliche Last. Jeder braucht einen Freund, meinte der Elb. Atevora kann zwar nicht mit Karamaneh fühlen, und auch kein Beileid bieten, aber sie kann ihr anbieten die Maske eine Zeit lang abzunehmen, damit die Frau sie selbst sein kann, denn wie es aussieht ist niemand sonst für sie da bei dem sie es tun könnte. Sie kann noch wesentlich mehr bieten. Sie kann die Frau stützen, halten und aufbauen. Sie kann ihr Verständnis entgegenbringen, oder zumindest ihr das Gefühl vermitteln dies zu tun, und ihr Beistehen. Das ist viel wichtiger als entbehrliches Mitleid, das niemanden weiterhilft. Taten warten, keine fruchtlosen Gefühle. „Ich brauche das Mitleid nicht.“ Stellt die Magierin nüchtern, wie trübsinnig zugleich fest. „Ich brächte Verständnis. Jemanden der sich nicht abwendet, wenn ich etwas nicht verstehe, sondern sich die Mühe macht und sich die Zeit nimmt es mir zu erklären.“ Abermals schließt die Eismaid die Augen und schüttelt den Kopf, bevor ihr Blick wieder in die Höhe klettert. „Ich akzeptiere, dass ihr niemand seid der dies tun will, oder kann.“ Personen wie er sind vollkommen unnütz für das was sie zu erreichen gedenkt. Sie weiß es gibt andere, und die gilt es zu finden. „Natürlich möchte ich mit dem Commander sprechen ..“ bitte bringt mich zum Solar. Möchte Atevora schon sagen, da sie kaum glaubt noch länger Zeit schinden zu können und ihr darum nur noch die Wahl offen bleibt den Commander vor zuschicken um wen auch immer vor dem Tod zu bewahren und sich selbst davor irgend welche Gliedmaßen zu verlieren. Natürlich kann die Magierin ersteres unmöglich genau wissen, aber sie weiß wie sie vorgehen würde um jemanden zu Handlungen zu zwingen, die er nicht unbedingt tun will. Darum nimmt sie einfach frei heraus an, dass es um das Wohlergehen einer Person geht die Karamaneh am Herzen liegt, sonst hätte die Frau längst ihre Fähigkeiten genutzt um ihrer Lage zu entfliehen. Was sie selbst betrifft ist sie sich mehr als sicher, dass sie entweder ein Schandmal direkt im Gesicht davonträgt, oder eben einen Körperteil nicht mehr trägt, wenn klar wird, dass ihre Aussage falsch ist, und sie selbst es war die Karamanehs Körper so präpariert hat, dass es aussieht als wäre sie zusammengeschlagen und bis aufs letzte Hemd ausgeraubt worden.
Atevora endet aber abrupt mitten im Satz, als sie die Bewegungen auf der Bettstatt bemerkt. Karamaneh erlangt das Bewusstsein wieder. Die Eismaid grinst in sich hinein, hat sich aber gut genug im Griff nichts davon nach außen hin zu zeigen. „..,später.“ Beendet die Magierin mit gedämpfter Stimme den Satz. „Lektion 8: Beistand hat Vorrang gegenüber eigenen Interessen.“ Rutscht es wispernd aus ihr heraus. Oder war es 6? Wieviele Lektionen das schon waren. Ich sollte demnächst Buch führen. Natürlich kann Rhordri unmöglich wissen was der Satz hier genau zu bedeuten hat. Und genau so wirkt auch sein Blick. Es hat ein wenig davon, als würde er an ihrem Verstand zweifeln, dabei war es ist bloß einer der Lehrsätze die ihr Cinaed bisher vermittelt hat. Aber das kann sie dem Kastellan schwer erklären. Generell sieht sie es schon kommen; Bald schon wird sie sich hochoffiziell als Anhängerin des Cinaedismus erklären, mit ihr als erstem und einzigem Mitglied.
Anstatt also irgend etwas zu erklären, was ohnehin keinen Sinn und Zweck hat, der Mann würde es nicht verstehen, ihr nicht glauben, ihren Geisteszustand anzweifeln und generell hat er schließlich klar festgestellt, dass er mit ihr nichts zu schaffen haben, also auch nichts von ihr und ihrem tun wissen möchte. Hm.. ja. Also wendet sie sich der erwachenden Malankani zu, mehr noch sie geht in die Knie um nicht von oben auf sie herab zu sehen. Die Augen der Sklavin finden sie und bleiben an ihrem Gesicht heften und die Magierin schenkt der Malankani daraufhin sofort ein taktisch mildes Lächeln. "Hallo Liebes." Beginnt die Magierin in einem weichen Tonfall, den man kaum von ihr zu hören bekommt. Die Frau ist sicher angespannt und verwirrt, aber was in so einem Fall zu sagen ist, weiß die Magierin nicht. "Kennst du mich noch?" Möchte die Shin wissen um festzustellen ob der Malankani Erinnerungsvermögen durch die Kopfverletzung gelitten hat. Die Frau nickt, das heißt ihrem Gedächtnis geht es zumindest ausreichend gut. Was weiter? Ihre Fragen im Wald behandelten zuerst das wie und wo, also dürfte es möglich sein ihr unauffällig die Informationen die sie braucht, zuzuspielen indem sie diese normalen Fragen vorrangig behandelt: "Du fragst dich sicher wo du bist, nicht?" Die Frau antwortet ihr mit einem Nicken, das ihr offenbar Schmerzen bereitet. Ob sie sich das Genick auch verletzt hat? Vielleicht beim wilden Galopp durch den Wald? "Du bist in der Steinfaust." Erklärt die Eismaid sachte. Die Sklavin wirkt bei dem Wort Steinfaust unruhig. "Keine Sorge, du bist hier in Sicherheit. Ich habe dich am Blaupfuhl gefunden und dich hierher gebracht. Sie werden sich hier gut um dich kümmern und dir etwas zu schreiben bereit stellen, damit du dich besser verständigen kannst. Schmerzt dein Kopf sehr?" Natürlich bejaht sie die Frage. "Möchtest du etwas Ruhe? Soll ich bei dir bleiben bis du eingeschlafen bist?" Die Malankani nickt auch hier, allerdings schon wesentlich zaghafter als zuvor, und ihre Augen sind bereits wieder dabei sich zu schließen. Nur wenig später zeugen tiefere Atemzüge davon, dass sie entweder wieder in die Bewusstlosigkeit, oder in einen Schlummer hinüber geglitten ist.
„Also, wenn mich jemand zum Solar führen könnte wäre das wirklich sehr freundlich.“ Flüstert die Magierin leise um die ruhende Schönheit nicht wieder aufzuwecken.

This post has been edited 2 times, last edit by "Atevora" (Oct 8th 2013, 8:24am)


Atevora

Unregistered

63

Tuesday, October 8th 2013, 7:53pm

Vor einiger Zeit ist die Magierin durch die Eingeweide der Festung geführt worden. Es mag vielleicht ein Fehler gewesen sein das Angebot nicht anzunehmen, doch sie hat sich keinen Cofea gegönnt, denn sie wollte das Getränkt nicht mit einer derart schlechten Grundstimmung verknüpfen die sie mittlerweile besitzt. Einsam und ohne Cofea sitzt sie nun also vor dem Solar des Commanders, während im Freien der Himmel beginnt die ersten zaghaften Anzeichen eines baldigen Morgengrauens zu zeigen. Sie könnte nicht sagen wie lange sie hier nun bereits wartet, und auf das Erscheinen von Lord Tarascon harrt, mag es eine halbe Stunde sein oder länger, es ist gleichgültig. Sie ist alleine mit ihren Gedanken, und das ist selten gut. Verdrießt sinniert sie über die ausgetauschten Worte. Er hatte sie bewundert, hat er gesagt. Bewundert.. Dieser Tor. Sie ist sicher niemand, der Anspruch auf Bewunderung hat, aber ist sie wirklich solch ein elendes Geschöpf, dass sie auch keinen hat respektiert zu werden? Was hat sie in seinen Augen bloß schlimmes verbrochen? Es zerrt an ihr es nicht zu wissen. Natürlich ist ihr mittlerweile bewusst, dass der Kastellan seine Söhne im Krieg gegen die Narge verloren hat, aber sie kann sich nicht mit ihm Aussprechen ob es daran lag, also an dem Umstand, dass sie Partei für diese Rasse, wobei nein nicht für die Rasse sondern konkret für Venditius, ergriffen hat. Sie musste es tun, und sie musste auch ruhig bleiben, aber sie kann ihm die Gründe für ihr Handeln nicht erklären, denn er lässt es nicht zu. Ihr fällt es bei einem Narg wohl wesentlich leichter vorurteilsfrei zu bleiben, denn ihr Heimatland blieb von diesen Auseinandersetzungen, die Talyra heimsuchten gänzlich verschont. Sie hatte also bisher keine negativen Berührungen mit dem Volk der Narge, und selbst wenn, Venditius zählte nicht zu diesen. Weder hat ER dem Kastellan den Nachwuchs geraubt, noch gehörte er der selben Nargenrasse an. Ebenso könnte es Krieg zwischen den Menschen von Talyra und Immerfrost gegeben haben, und einen Azurianer klagt er schließlich für seinen Verlust an nur weil dieser grundlegend ebenfalls ein Mensch ist.

Die Magierin verschafft sich Abwechslung und lenkt sich von ihren sinnlosen nicht zielführenden Grübeleien damit ab, dass sie überlegt wie sie mit Karamaneh verfahren soll. Sie darf sich keine Fehltritte leisten, sie muss behutsam wie energisch genug zugleich vorgehen. Eine spitzfindige Angelegenheit die vielleicht mehr Feingefühl bedarf als sie mit nüchterner Kalkulation auszugleichen vermag. Sie ist und bleibt eher die Person die mit Stock und Peitschenhieben regiert, als mit Streicheleinheiten und Zuspruch. Sie hofft das Druckmittel, welches sie in der Hinterhand für alle Notfälle bereit hat, reicht aus um sich die Frau gefügig zu halten, die sicher darauf konditioniert war sich als Gebrauchsgegenstand und gänzlicher Besitz ihres 'Oheims' zu sehen. Glücklicher Weise weiß sie wen sie um Rat fragen kann um ihre Vorgangsweise besser abstimmen zu können. Vielleicht kann er auch die andere Gleichung auflösen?

Während sie so sinniert und bemüht ist den noch vorhandenen Respekt gegenüber Rhordri und ihren eigenen zurechtgelegten Verhaltenskodex hoch zu halten, um nicht in Versuchung zu geraten sich Schritte zu überlegen, wie sie des Kastellans Leben zerstören kann um ihm genau so viel Verzweiflung, Trostlosigkeit verspüren und ihm die Erfahrung zu Teil werden zu lassen wie es sich Anfühlt sich am Rande Gesellschaft, von dieser verstoßen und nur höchstens leidlich geduldet von dieser zu sein, genau so wie sie es jeden Tag erträgt, wie er es ihr vorhin wieder zu deutlich spüren hat lassen, merkt sie, wie ihre Gedanken immer zäher und träger werden, die Geräusche um sie herum Dumpfer und ihre Glieder steifer. Die Durchwachte Nacht und die Anstrengungen des vorherigen Tages fordern ihren Tribut. Sie ist vollkommen übermüdet und ausgelaugt, und ihr Tatendrang lässt aufgrund der Ernüchterung, die sie heute ertragen hat, erheblich zu wünschen übrig. Immer wieder muss sie zwinkern, aktiv in die Ferne und wieder auf ein Objekt in der Nähe sehen, da ihre Augen so müde sind, alsdass es ihnen gelingt die Objekte lang genug im Fokus zu halten, und ihr das Umfeld darum immer wieder verschwimmt. Sie wird nur kurz die Augen schließen, sie ausruhen um ihnen von dem anstrengendem flackerndem Licht des Feuers hier um sie herum Erholung zu gönnen.

Rhordri

Stadtbewohner

Posts: 41

Occupation: Kastellan der Steinfaust

Location: Talyra

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64

Tuesday, October 8th 2013, 8:53pm

Irgendwann im Beerenreif 513 im Branturm


"Dann nicht", Rhordri zuckt mit den Schultern. Ihm soll es Recht sein, er ist ein mitfühlender Mensch, aber er ist kein Verschwender. Als sie aber behauptet, sie bräuchte Verständnis und das auch noch in einem Ton, als würde man ihr etwas verweigern, das ihr doch eigentlich zustehe, muss er sich schon sehr beherrschen. Sie kommt ihm vor wie ein Trotzkind, ein gefährliches, kaltherziges Trotzkind mit zu viel Macht in der Hand – und wehe es geht einmal nicht nach ihrem Kopf und wehe die gemeine Welt liegt ihr nicht gleich Füßen... dabei hat man sie doch zu akzeptieren, wie sie ist! Welch Bösartigkeit es einfach nicht zu tun! Mag sie auch noch so unmenschlich und verachtenswert sein, natürlich trägt sie keine Schuld, nein, es ist die böse Gesellschaft. Natürlich ist es in ihren Augen bestimmt auch nicht sie, die sich ändern sollte, nein, die Welt muss sich für sie ändern. Jawohl! Darüber kann er nur noch den Kopf schütteln, sich seinen Teil denken, nämlich dass es so wie man in den Wald hineinschreit auch wieder zurückschallt, und die Magierin ihren kruden Wahnvorstellungen überlassen. Ob sie tatsächlich mit Olyvar sprechen will oder nicht, sie behauptet es jedenfalls – nur kommt ihr in diesem Moment der Zufall zu Hilfe und die Bewusstlose wacht auf. Wenigstens für eine Schrecksekunde, denn lange dauert es nicht... dennoch lange genug, dass die Magierin Karamaneh mit sanfter Säuselstimme alle möglichen Dinge einflüstern kann, hübsch verpackt natürlich. Rhordri hat keine Ahnung, was davon vielleicht der Wahrheit entspricht – oder ob überhaupt – und was vielleicht nicht, aber das interessiert ihn im Augenblick herzlich wenig. Er spürt zwar, dass die Magierin nicht aufrichtig war und nicht aufrichtig ist, aber dieses Gefühl hat schließlich beinahe jeder, den er kennt, in Mistress Shins Nähe und zwar die meiste Zeit über, denn sie ist ja niemals wirklich aufrichtig. Wollte er die Wahrheit oder, besser gesagt hätte er einen konkreten Verdacht, hier nach Strich und Faden belogen zu werden, hätte er wissen die Götter Zugang zu Mitteln und Wegen, die Wahrheit und nichts als diese herauszufinden und keine der beiden so unterschiedlichen Frauen könnte irgendetwas dagegen tun. Rhordri hält sich im Hintergrund, während die Magierin ihr bühnenreifes Schurkenstück am Bett der Malankari vollführt und denkt sich seinen Teil, einschließlich aller möglichen Bezeichnungen für jemanden wie sie, die er einer Frau, selbst wenn er sie in gewisser Weise verachtet für ihre Tun und Lassen, niemals an den Kopf werfen würde. Im Recht zu sein ist ja noch keine Entschuldigung für Unhöflichkeiten. >Also, wenn mich jemand zum Solar führen könnte wäre das wirklich sehr freundlich.<

"Sofort." Rhordri winkt dem Maester im Nebenraum, der augenblicklich ans Bett seiner Schutzbefohlenen eilt und tritt selbst auf den Gang hinaus, eigentlich um eine der Wachen dort hereinzuholen, damit sie bei Karamaneh bleiben, als ihm dort draußen Rayyan über den Weg läuft, einen Packen knittriger Pergamente und eine Öllampe in der Hand, offensichtlich auf den Weg in die Eingeweide des Branturms, und das mit einem Gesicht, als wolle er gleich jemanden bei lebendigem Leib verspeisen, weil er zu dieser götterverlassenen Tagesstunde – oder besser noch Nachtstunde – bereits schuften muss. "Ah. Ihr kommt mir gerade Recht. " Er weiß nicht, warum er den Magier mit der Malankari verknüpft, vermutlich weil er sie auf der Hochzeit von Borgil und Azra in einem Sari gesehen und vielleicht ein oder zwei Worte Hôtha hatte sprechen hören, vielleicht auch wegen etwas anderem. Vielleicht ist er gerade auch einfach nur in der Laune, Magier zu ärgern, zu unmenschlichen Tageszeiten erst Recht. "Ihr seid Azurianer und ihr sprecht Hôtha und könnt es auch lesen, aye? Gut! Tut mir einen Gefallen. Hier ist eine Wachstafel und ein Griffel. Dort drin liegt eine bewusstlose Malankari, die junge Frau mit dem kleinen Mädchen, das bei Azra und Borgil dauernd aus und eingeht. Karamaneh, Ihr erinnert Euch bestimmt an sie, sie war auf der Hochzeit des Zwergen." Eine so schöne Frau würde der Erdmagier im Leben nicht vergessen, darauf hätte Rhordri seine Schwerthand verwettet. "Ich muss dringend einige Dinge erledigen und ich will, dass Ihr bei ihr bleibt, gut auf sie achtet und notfalls übersetzt, wenn sie etwas auf Hôtha schreibt. Sie kann nicht sprechen soviel ich weiß und ich habe keine Ahnung, ob sie die Allgemeinschrift beherrscht. Wenn sie aufwacht und wenn sie in der Verfassung ist ein paar Fragen zu beantworten, fragt sie nach dem kleinen Mädchen, ob man es suchen muss oder ob die Kleine in Sicherheit ist. Ich habe schon ein paar Späher mit Hunden zum Blaupfuhl geschickt, sicher ist sicher, aber... nun ja." Er zuckt mit den Schultern. "Ich erklär Euch später, was laut Mistress Shin geschehen ist, aber Maester Dynan kann Euch auch ins Bild setzen. Sie ist keine Gefangene und keine Verdächtige soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, also behandelt sie entsprechend, aye? Ich äh... ich muss ein paar Leuten Bescheid geben und bitte lasst niemanden zu ihr außer Blaumäntel, Heiler und natürlich den Zwerg. Es kann nicht lange dauern, bis er hier aufschlägt. Danke." Die Wache schickt er stattdessen zu Mistress Shin, um die Magierin zum Solar des Lord Commanders zu bringen. Natürlich wird ihm dafür weder gedankt, noch sich verabschiedet. Unhöflich also auch noch... aber das macht das Kraut wirklich nicht mehr fett.
"You can easily judge the character of a man by how he treats those who can do nothing for him."

Malcolm S. Forbes.

Olyvar

Stadtbewohner

  • "Olyvar" started this thread

Posts: 163

Occupation: Lord Commander

Location: Steinfaust

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65

Monday, October 14th 2013, 8:41pm

Irgendwann im Beerenreif 513, Solar des Lord Commanders, Stunde des Hahns

Als Olyvar, im Schlepptau seinen noch ziemlich müde drein blinzelnden Knappen Brenainn, zur Stunde des Hahns in den Westtrakt des Bergfrieds hinaufkommt, wo sein Solar liegt, kommt er nicht etwa aus der Wärme seines Bettes und den Armen seiner Frau, sondern aus den Ställen, denn wie viele seiner Tage, so hat auch dieser mit der Stunde der Jungfrau begonnen und würde – wie zu viele in letzter Zeit – erst zur Stunde des Wolfes enden. Wenn er Glück hat. Olyvar braucht diese stillen Stunden vor der Morgendämmerung um Ruhe zu haben, sich um jene Dinge zu kümmern, zu denen er während des normalen Tagwerks einfach nicht kommt oder um ungestört über Ereignisse nachzudenken, Tatsachen abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, ohne dass alle naslang irgendjemand vor seinem Solar steht, der ihn dringend sprechen muss. Wie es scheint, ist ihm das Schicksal jedoch heute nicht gewogen, jedenfalls nicht wenn es um Ruhe geht, denn eine gewisse Magierin, die er schon auf den ersten Blick an der Aufmachung erkennt, sitzt selbst zu dieser götterlosen Stunde schon vor seiner Türschwelle, sozusagen. "Brenainn, geh in die Küche und sag einem Burschen Bescheid, er soll eine Kanne Cofea, Tee und ein Morgenmahl für zwei heraufschicken, aye? Und lass dir selbst auch ein Frühstück geben, deine Mutter hält uns sonst nur wieder Vorträge, wie wichtig regelmäßiges Essen ist." Borgils Sohn nickt und stapft davon, eine perfekte Miniaturausgabe seines Vaters, abgesehen vom wüsten Haarschnitt, den Narben (obwohl er in den letzten Monden einige dazugewonnen hatte und darüber platzt vor Stolz) und der Breite. Brenainn würde einmal sehr viel größer werden, als sein Vater, aber wohl kaum weniger stark. Olyvar blickt einen Moment lang auf die schlafende Magierin hinunter und betrachtet ihr Gesicht. So wie jetzt, ihre Miene weich und entspannt und die unnahbaren Augen geschlossen, wirkt sie beinahe wie eine ganz gewöhnliche junge Frau. Wie jemand, mit dem man reden könnte, lachen oder scherzen, tanzen oder streiten... wie jemanden, den man kennen könnte... wie ein Mensch. Er berührt sie sacht an der Schulter. "Atevora?" Ihre Nase zuckt und sie murmelt etwas unverständliches, also schüttelt er sie ganz sacht. "Atevora, aufwachen. Kommt schon. So ist es brav. Augen auf, noch ein bisschen. Aye, da seid Ihr ja. Guten Morgen."
And that's the thing about people who mean everything they say. They think everyone else does too.

The good thing about mages, I find, is that they die much like any other. You need to worry about what happens before that.

Atevora

Unregistered

66

Tuesday, October 15th 2013, 8:30pm

Kaum, dass die Magierin die Augen geschlossen hat, entglitt ihr Bewusstsein der wachen Welt, ihr Oberkörper kippt zur Seite und ruht an die kalte Steinwand gelehnt. Es ist kein sanfter Schlummer in den sie gefallen ist, sondern in einen von Erschöpfung gezeichneten traumlosen, tiefen Schlaf. Da sind keine Geräusche, keine Empfindungen, keine Bilder und Emotionen, da ist auch keine Zeit, nicht einmal Schwärze, nur ausgebreitetes Nichts als existiere weder sie, ihr Verstand oder die Welt um sie herum. Sie hört weder die Schritte am Gang, noch die ersten Worte, nicht wirklich, aber wohl doch auf gewisse Weise, denn aus dem nichts wird Dunkelheit, eine Bewegung, ein Laut, vielleicht ein Name? Ihrer? „Ni ju..*“ Kommt es murmelnd und Gedankenfrei über ihre Lippen. Es sind die ersten Worte nach denen ihr entfachter und noch träger Verstand als bloße Reaktion auf die unselige Störung greift um darauf zu reagieren. Die Störung ist unnachgiebig, verstärkt sich noch, rüttelt an ihr und lässt sie nicht zurück in die Schwärze gleiten nach der sie sich sehnt. Langsam, öffnet die Magierin ihre Augenlider, Stück für Stück und registriert, dass jemand mit ihr spricht, doch sie weiß nicht wer oder wo sie ist, denn sie schläft noch halb und die Welt ist für sie im Augenblick nur ein verschwommener trüber Farbbrei. Erst als sie blinzelt wird die Sicht klarer und sie erkennt das Gesicht vor sich. Es ist der Lord Commander. „Guten Morgen.“ Hört sie ihn sagen ohne die Worte im ersten Moment gleich zu erfassen, doch sie stellt fest, dass er nicht einmal unfreundlich klingt und sie erkennt auf den Lippen des Mannes so etwas ein angedeutetes Lächeln. Konditioniert und antrainiert spiegelt sie die Mimik zumindest so sehr wie es ihre Schläfrigkeit zulässt. „Hm?“ Ist das erste das sie schlaftrunken verlauten lässt. Sie blinzelt nochmal während ihr Hirn beginn den Worten eine Bedeutung zuzuordnen. Es gelingt sogar. „oh .. ich meine, Guten Morgen Mylord.“ Ihre schlaffen Muskeln übernehmen es selbst sie in aufrechter Position zu halten und protestieren prompt. Träge und langsam greift die Eismaid mit der Hand an ihr steifes und schmerzendes Genick und bewegt es sacht von einer Seite zur Anderen. Sie war eindeutig eingeschlafen, und das nicht an einem unbedingt bequemen Ort, oder in einer angenehmen Haltung. Während der Bewegung entsinnt sie sich schlagartig weshalb sie hier ist und ist plötzlich wieder wesentlich geistesgegenwärtiger und die Haltung straffer. „Habt ihr Zeit für ein Gespräch?“ Erkundigt sie sich eher rhetorisch, denn sie ist sich sicher die Antwort darauf bereits zu kennen. „Wisst ihr? Ich dachte mir zur Ausnahme ich komme Euch dieses Mal zuvor.“ Der Lord Commander und sie hielten in den letzten Monden zwangsläufig Kontakt miteinander und trafen sich auch ab und an heimlich. Aufgrund dessen die Magierin mit ihrer Berichterstattung dem Lord Commander dessen Empfinden nach wohl etwas zu schmissig war, hat er sie in den letzten Monden ein paar mal wegen irgend welcher unsinnigen Anklagen gegen ihre Person abführen und ihn sein Solar bringen lassen, nur zu dem Zweck sich von ihr über den aktuellen Stand der Dinge in Kenntnis setzen zu lassen. Ihre Empörung über dieses Vorgehen war nicht einmal gespielt. Es schadete ihrem Geschäftsalltag und die Gründe die von den Gardisten vorgebracht wurden - und das laut und öffentlich oft vor Geschäftspartnern - weshalb sie aufgefordert wurde ihnen zu folgen, waren zeitweise wirklich sehr.. eigenwillig und geradezu kreativer Natur. „und suche euch selbständig auf.“ Atevora grinst daraufhin zwar noch immer müde und verhalten, aber doch eine Spur schelmisch.


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* Nicht Jetzt

Faron

Stadtbewohner

Posts: 21

Occupation: Oberster Stallmeister der Steinfaust

Location: Steinfaust, Talyra (Herzlande)

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67

Wednesday, October 16th 2013, 3:12pm

« Das Händlertor
~ Sommer 513 d5Z ~
Vormittags auf dem Äußeren Zwinger

Sicheren Schrittes bringt Faron den kurzen Weg vom Händlertor durch die Straßen der Stadt zum Eingangstor der Steinfaust hinter sich. Der Faun hat diesen Weg mittlerweile schon so oft zurückgelegt, dass er ihn vermutlich selbst im Schlaf problemlos zurücklegen könnte. Hier und da wird er gegrüßt, die Bürger der Stadt kennen den Anblick des riesigen Fauns schließlich längst nur zu gut, und Faron erwidert alle Grußworte freundlich.
Bald schon ragen die massiven Mauern der Steinfaust vor dem Faun und Fyllyllylla bedrohlich in die Höhe und werfen dunkle Schatten auf das Kopfsteinpflaster der Straße. "Die Steinfaust", erklärt Faron seiner kleinen Begleiterin, wobei diese Worte ihm beim Anblick der gewaltigen Bollwerke auf den hohen Mauern lächerlich überflüssig erscheinen. Zielstrebig marschiert er auf das Zugangstor mit seinem wuchtigen Vorwerk zu, wo - ebenso wie an den Stadttoren - weitere Wachen postiert sind.

Wieder wechselt der Stallmeister ein paar kurze Worte mit den Männern und stellt seine Begleiterin sowie ihr Anliegen in knappen Worten vor, dann dürfen die beiden passieren und gelangen hinter dem Tor geradewegs auf den Äußeren Zwinger, welcher als Exerzier,- und Übungsplatz dient, und von etlichen Gebäude gesäumt wird: Schlafräumen, Quartieren und Wachstuben, der burgeigenen Schmiede, Vorratsräumen, Lagern und natürlich den Stallungen der Pferde und den Quartieren sämtlicher Bediensteter.
Im vormittäglichen Sonnenschein wirkt der Platz, der sich vor den beiden Neuankömmlingen ausbreitet, hell und weitläufig und voller Geschälftigkeit. Burschen führen Pferde von hier nach dort, Botenkinder laufen von hüben nach drüben und der Klang der Übungsschwerter erfüllt wie stets die Luft. Faron bleibt stehen, damit Fyllyllylla sich in aller Ruhe umsehen und die neuen Eindrücke auf sich wirken lassen kann. Er vermag nicht zu sagen, was die kleine Fee bei dem Anblick, der sich ihr hier beitet, wohl empfinden mag. Gewiss erscheint ihr dies alles sehr ungewohnt, vielleicht sogar befremdlich oder gar erschreckend.

"Nun ja", brummt der Faun schließlich nach einer ganzen Weile des Schweigens. "Dies also ist die Steinfaust." Mit einem Kopfnicken deutet er zu den kämpfenden Gardisten hinüber, die ihre täglichen Schwertübungen absolvieren. "Diese Männer schützen die Stadt Talyra und das umliegende Larisgrün", erklärt er, dann deutet er zu den Stallungen hinüber. "Dort sind die Pferde der Männer untergebracht." Faron lächelt. "Das ist mein Reich", meint er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen, welches zu verstehen gibt, dass dem wirklich so ist. In den Stallungen hat er für gewöhnlich das letzte Wort, die Knechte und Burschen tanzen nach seiner Pfeife und es gibt niemanden, der ihm in seine Arbeit hereinreden kann... abgesehen vom Lord Commander, und der scheint zumindest bisher nichts an Farons kleinem Regiment in den Ställen auszusetzen zu haben. "Komm", wendet sich der Faun abermals an Fyllyllylla. "Soll ich dich ein wenig herumführen, oder sollen wir gleich jemanden aufsuchen, der sich dein Anliegen anhören wird?"
Me? I've had so many Names. Old Names that only the Wind and the Trees can pronounce.
I am the Mountain, the Forest and the Earth. I am... I am a Faun.
(Pan's Labyrinth)

Olyvar

Stadtbewohner

  • "Olyvar" started this thread

Posts: 163

Occupation: Lord Commander

Location: Steinfaust

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68

Wednesday, October 16th 2013, 10:12pm

Irgendwann im Beerenreif 513, Solar des Lord Commanders, Stunde des Hahns

Jeder Krieger, den er kennt - einschließlich ihm selbst -, ist in der Lage, von einem Herzschlag auf den anderen aus dem Tiefschlaf zu totaler Handlungsbereitschaft überzugehen, doch die Magierin kann das offenbar nicht. Es dauert, bis Atevora aus der Traumwelt ins Bewusstsein zurückfindet und noch einen Moment länger, ehe sie tatsächlich die Augen aufschlägt und blinzelt. Vielleicht fühlt sie sich in den Mauern der Steinfaust ja sicher. Der Gedanke erscheint ihm seltsamerweise nicht einmal abwegig. Doch als Atevora gewahr wird, wo sie ist und wer sie geweckt hat, strafft sie sich. Als sie fragt, ob er Zeit für ein Gespräch habe, wandert eine seiner Brauen halb fragend, halb spöttisch nach oben. "Hmpf." Es ist die Stunde des Hahns - jeder der seine Sinne halbwegs beisammen hat, ist um diese Zeit noch in den Federn. >Wisst ihr? Ich dachte mir zur Ausnahme ich komme Euch dieses Mal zuvor und suche euch selbständig auf.< "Braves Mädchen," lobt er trocken, aber auch in seinen Augen glitzert es amüsiert. Es gibt wohl nicht einen Blaumantel, eingeschlossen ihm selbst, dem es nicht höllisch Spaß gemacht hat, die Magierin alle Naslang zu verhaften und dann prompt in sein Solar zu bringen. Zum Verhör, versteht sich. Aber leider - und darüber lassen sich die Blaumäntel ebenso lautstark auf ihren Patrouillengängen aus - kann der Lady einfach nie etwas nachgewiesen werden, so dass sie - zu dumm! - immer wieder unverzüglich auf freien Fuß gesetzt werden muss. "Dann kommt mit mir und lasst mich hören, was so wichtig ist, dass es nicht bis nach Sonnenaufgang warten kann, aye?" Er öffnet die versperrte und verriegelte Tür, lässt Atevora hindurchtreten und folgt ihr ins noch düstere Solar. Ein paar Kerzen sind rasch entzündet und das Feuer im Kamin, dessen Glut für die Nacht nur abgedeckt war, ist ebenfalls schnell wieder in Gang gebracht, so dass sich bald warmes, bernsteinfarbenes Licht und angenehme Wärme verbreiten. Der Beerenreif ist ebenso launisch und wankelmütig wie der Rest dieses seltsamen Sommers, in dem Überschwemmungen und Dürrewochen miteinander Reigen tanzen und zurzeit ist es eher ungemütlich, erst recht unmittelbar vor Tagesanbruch. "Nehmt doch Platz. Brenainn bringt uns gleich ein Morgenmahl, ich nehme an, Ihr hattet noch keines." Er krempelt die Hemdsärmel nach unten, so dass die vier ineinander greifenden Ringe, schimmernd wie Brandnarben, aber vollkommen symmetrisch, auf seinem Unterarm wieder bedeckt sind und weist auf den Zedernholztisch an den Fenstern. "Was führt Euch zu mir zu dieser Stunde?"
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Atevora

Unregistered

69

Thursday, October 17th 2013, 6:25pm

Irgendwann im Beerenreif 513, Solar des Lord Commanders, Stunde des Hahns (5 Uhr - 6 Uhr )

Es mag sein, dass jeder Kriegern den der Lord Commander kennt, diese Fähigkeit besitzt, doch hier ist die Tatsache nicht von der Hand zu weisen, dass Atevora definitiv keiner ist. Sie kann zwar sehr wohl in eine Art Überlebensmodus fallen, in dem sie in keinen festen Schlaf, höchstens einen leichten Schlummer fällt und bereit ist bei jeder Störung Instinkthaft zu reagieren um ihr Leben zu verteidigen. Es gibt mannigfaltige Faktoren die diesen Zustand auslösen können, große Menschenmengen mit ihrer Enge und dem vielen Gerempelt, zum Beispiel. Das letzte Mal wurde sie von dieser Alarmbereitschaft auf Cinaeds Hof heimgesucht was mehr ihrer eigenen Aufgewühltheit, als dem konkreten Umfeld oder einer konkreten Gefahrensituation geschuldet war. Somit ist es nicht immer ein Segen der ihr schon oft das Leben gerettet hat, sondern es bereitet ihr oft Schwierigkeiten und verlangt ihr sehr viel ab ihre Instinkte in eigentlich offenkundig unpassenden Situationen niederzuringen. Sie hat schließlich nicht die üblichen Hemmungen ,die andere Menschen besitzen, sondern nur ihren Verstand um sich Einhalt zu gebieten. Obwohl sie allen Grund dazu hätte innerlich aufgewühlt zu sein und entsprechendes Verhalten zu zeigen, blieb sie dieses mal davon verschont, und des Lord Commanders Annahme ist hierbei sicherlich nicht ganz verkehrt. Sie weiß sehr genau, so lange sie für ihn arbeitet, wird ihr hier sicherlich keine Gefahr drohen. Davon ab fordert auch einfach ihr Lebensstil hin und wieder ihren Tribut, denn den Luxus von ausgiebigen Schlaf hat sich die Shin schon lange nicht mehr gegönnt. Das sind Dinge die ein Doppelleben wohl einfach mit sich bringt und genaugenommen lebt sie derzeit sogar 3 Leben. Die redliche Lady Shin, die Unartige mit ihrem Sklaven der an den Gruben immer mehr an Verkaufswert gewinnt, und das Monster der Unterstadt das relativ offen Terror verbreitet und den Sklavenjägern nachstellt und das alles unter einen Hut zu bringen ist ein Kraftakt der sie beginnt aufs Blut auszuzehren, und vor allem ihre Finanzen ordentlich kürzt.
>"Braves Mädchen,"< Gibt der Lord knochentrocken zurück und verbirgt dabei nicht ein gewisses Maß an Erheiterung das ihm dabei aus den rauchgrauen Augen blitzt. Vermutlich hat sie ihm mit ihrer sehr zuvorkommenden Handlung, obwohl er sich amüsiert und zufrieden gibt dennoch eine kleine perfide Freude verdorben, denn sie ist sich mehr als sicher, dass er und auch jeder einzelne weitere Träger dieser blauen Dienstkleidung solche bei den Aktionen der letzten Monde empfunden hat.
>"Dann kommt mit mir und lasst mich hören, was so wichtig ist, dass es nicht bis nach Sonnenaufgang warten kann, aye?"<
Es ist unmöglich die besondere Betonung des einen Wörtchens zu überhören, und diese mitschwingende nicht ganz ernsthafte Anklage lässt die Magierin erheitert Lächeln. Das ist auch die einzige Antwort die er darauf bekommt – ein Lächeln das ihre spitzen Eckzähne ein wenig hervorblitzen lässt.
Dann erhebt sie sich, wobei ihr Kreislauf für einen Moment ins Taumeln gerät, aber sich dann doch anschickt die heraufziehende Schwärze vor ihren Augen zurückzudrängen und einigermaßen zu funktionieren. Sie betritt dem Lord voraus, einfach unter seinem Arm mit dem er die Tür offen hält, bequem hindurchtauchend die Büroräumlichkeiten. Während der Commander einige Kerzen und den Kamin entzündet, damit beides die Dunkelheit und die Kälte im Raum vertreibt, bleibt die Magierin geduldig stehen und wartet. Es mag ungewöhnlich erscheinen, schließlich war sie nun schon oft genug hier, und es wäre wohl nicht unüblich sich unaufgefordert wie üblich auf den bereitgestellten Stuhl zu setzen, doch der Commander ist es bereits gewöhnt, und kommentiert es nicht einmal mehr mit einem entsprechenden Blick, dass sich Atevora erst dann setzt, wenn er sie dazu auffordert. Für die Magierin ist es ein Zeichen des Respekts und zugegeben auch eine gewisse Geste der Unterwerfung sich nicht einfach frei auf einen Sessel zu setzen, sondern auf eine Einladung dazu zu warten und sich auf den ihr zugewiesenen Platz zu setzen.
„Ich danke für die Gastfreunschaft. Um ehrlich zu sein, habe ich seit den gestrigen frühen Morgenstunden nichts mehr gegessen.“ Antwortet sie dem Mann, während sie mit ihren Augen das Verbergen der Götterringe betrachtet. Sie stellt sich dabei unwillkürlich einige Fragen. Beispielsweise wie es ist von einem Gott erwähnt zu sein, welche Fähigkeiten bei ihm damit konkret einhergehen – schließlich kann sie sich noch all zu gut an das merkwürdige Verschwinden Colevars erinnern-, oder welche Tugenden er bereits erfüllt hat. Aber sie ist wegen etwas anderem hier und sie möchte seine Nerven auch nicht mit seltsam kindhaft neugierigen Fragen überstrapazieren, schon gar nicht zu einer solch unseligen Stunde.

>"Was führt Euch zu mir zu dieser Stunde?"< Erkundigt er sich, und reißt damit ihren Blick von seiner Hand los. Zuerst möchte sie ein wenig scherzen, sie entscheidet sich dann jedoch gezielt dagegen und kommt ohne weitere Umschweife auf den Punkt. Sie hat nämlich bemerkt, dass der Commander niemand ist, der gerne um den heißen Brei herumredet, nebenher erwähnt ist das ein Umstand den er mit ihr gemeinsam hat. „Es gibt einige Neuigkeiten über die ich Euch in Kenntnis setzen möchte.“ Antwortet die Magierin also direkt um dem Commander seine kostbare Zeit nicht unnötig zu stehlen. „Mir ist es die letzte Zeit gelungen den engeren Aktionsradius unserer erklärten Feinde zu definieren und somit auch konkrete Ruten und mögliche Unterschlupfmöglichkeiten die sie nutzen dürften.“ Atevora öffnet die Tasche die sie bei sich führt, und nimmt ein dickes mehrfach gefaltetes und etwas vergriffen wirkendes Pergament heraus. Als sie es entfaltet entpuppt es sich als eine augenscheinlich recht genaue Karte des Umlandes. Sie hofft dabei, dass es ihm gleichgültig ist woher sie diese hat. “ Ich habe auf dieser Karte mit Rot die Orte markiert an denen vermehrt Personen verschwunden sind oder wo bekannt ist, dass Personen nicht ihren Bestimmungsort erreichten. Mein Augenmerk lag dabei natürlich auf Individuen die am Markt wertvoll wären. Grün sind einige Bauernhöfe im Umland vermerkt, denen Vorräte abgekauft wurden, ohne dass die Beschreibung der Käufer zu Abenteuren oder HandelsFuhrwerkgruppen gepasst hätte. Einer meiner Leute verschwand bei den Recherchen ebenfalls in dieser gegen, ich vermute er hat zu unangenehme Fragen gestellt. Hier und hier“ Atevora weist mit dem Finger den entsprechenden Bereich entlang: „Befinden sich Pfade von denen ich weiß, dass sie gerne von Leuten benutzt werden, die diverse Zölle und Kontrollen mit ihren Waren zu umgehen suchen umgehen.“ Hat sie das nicht nett für umschrieben? „Hellblau markiert sind die daran gelegenen Möglichkeiten für einen Unterschlupf von denen ich weiß, dunkelblau welche die auf ausgiebige Nutzung in letzter Zeit hindeuten. Hier bei dieser Ruine beispielsweise:“ Wieder tippt die Magierin mit ihren schlanken hellen Fingern auf das bemalte Pergament: „Waren in einem der Räume Eisenringe in die Steinwand geschlagen, ähnlich wie bei dem letzten Sklavenlager. An solchen waren die Personen, wie ihr von Venditius und des Burschen Aussage her wisst, die Entführten festgebunden. Ich habe leider nicht die Mittel um die entsprechenden Örtlichkeiten und Ruten unbemerkt intensiver bewachen zu lassen. Vielleicht habt ihr abseits von Kaney noch den einen oder anderen Warg in euren Reihen der solch eine Aufgabe unbemerkt übernehmen könnte?“
Atevora wartet auf des Lord Commanders Antwort. Vermutlich wäre der Steinfaust das Eingrenzen des Aktionsradius ebenso gelungen wie ihr. Womöglich nicht so unauffällig, vielleicht doch. Sicherlich waren diese Erwähnungen alle sehr hilfreich aber nicht der größte Gewinn, darüber ist sie sich im Klaren. Aber das waren ohnehin nur ein Teil der Informationen die sie den Lord mitzuteilen hatte.
Ein Klopfen an der Tür bekundet die Ankunft des Frühstücks, und Atevora schlägt aus Reflex rasch die Karte zusammen.

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Fyllyllylla

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70

Saturday, October 19th 2013, 2:35am

So sehr Fyllyllylla auch darauf wartet, eigentlich herbei sehnt, behagliche Gelassenheit will sich trotz Feenfeuer nicht einstellen. Die Wärme des Trunkes spürt sie freilich und doch ist nicht der Trunk Schuld daran, dass ihr der Schweiß aus allen Poren trieft und sie den Schutz Farons Tuches aufgibt. Wenigstens gelingt es ihr, wenn auch mühsam, sich an Farons unerschütterliche Gelassenheit zu klammern, wie an ein starkes Tau, dass allen Stürmen trotzen mochte. Das musste es auch, denn der Faun.führt sie mitten in ein riesiges, pulsierendes Nest. So wenigstens erscheint der Fee die Steinfaust und der Name ist so treffend gewählt, denn wie eine steinerne Faust umklammern Mauern und Bauten den Platz. Gleichwohl sich der Platz weitläufig gestaltet, mangelt es ihm nicht an Geschäftigkeit, die alles andere als dazu geeignet ist, Fyllyllyllas Sinnen Ruhe zu gönnen. Wenn sie darauf achtete ,spürte sie ihr Herzchen rasen wie ein wildes Trommelfeuer, also lässt sie es besser bleiben. Es ist weit beruhigender sich auf Farons ruhigen Atem zu konzentrieren und den eigenen viel zu hastenden mit seinem in Einklang zu bringen, nunja es wenigstens zu versuchen. Seine Atemzüge sind mächtig lang.
Sich ganz auf ihren Begleiter zu konzentrieren und sei es auch auch auf noch so banale Dinge oder gerade deswegen, hilft Fyllyllylla dieses dröhnende Chaos um sie herum zu mildern, auch wenn ihr die Vorzüge jenes Ortes entgehen, die Faron ihr wohl gerade zu schildern versuchte. Allein der knappe Versuch sich mehr als auf ihn zu konzentrieren, scheitert unmittelbar an taumelnden Sinnen. So hört sie ihn nur von den Männern sprechen, ihren Pferden und seinem Reich.
"Nein nicht herumführen.", wispert sie nah an seinem Ohr und mag den Klang ihrer eigenen Stimme kaum selbst erkennen. Das dieses zittrige, natte Dinge jemals klangvoll Lieder geträllert haben könnte, klingt im höchsten Maße fragwürdig. "Bitte nur zu Einem", hört es sich auch nicht besser an und kümmert sie denoch wenig, solang Übelkeit und Schwindel sie nur ja verschonten.
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Olyvar

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71

Monday, October 21st 2013, 12:19am

Irgendwann im Beerenreif 513, Solar des Lord Commanders (und immer noch viel zu früh)

Atevora erklärt lang und breit – und sehr ausführlich und bunt obendrein, wenn er sich diese Karte (nein, er will überhaupt nicht wissen, woher sie die hat) so ansieht - was sie herausgefunden hat, aber erwähnt mit keinem Wort irgendwelche Pläne bezüglich weiteren Vorgehens oder wie ihre Versuche laufen, sich bei den Sklavenhändlern anzubiedern... oder ob sie schon irgendwelche konkreten Schritte in diese Richtung unternommen hat. >Ich habe leider nicht die Mittel um die entsprechenden Örtlichkeiten und Routen unbemerkt intensiver bewachen zu lassen. Vielleicht habt ihr abseits von Kaney noch den einen oder anderen Warg in euren Reihen der solch eine Aufgabe unbemerkt übernehmen könnte?<

"Hm. Aye. Ich..." Brenainn bringt das Morgenmahl und unterbricht ihre Besprechung damit für eine kleine Weile, denn Borgils Sohn bringt ihnen Cofea und Tee, frisches Brot, noch warm und duftend, ein Schälchen sahniger Butter, Honig, einen halben Schinken, ein kleines Rad Käse und ein paar saftige Feuermelonenstücke. Der kleine Tisch ist rasch aufgedeckt und Olyvar schickt den Jungen nach dieser langen Nacht und dem frühen Aufstehen mit dem Befehl, sich für ein paar Stunden aufs Ohr zu hauen und dem Versprechen ihn für die Waffenübung mit Vareyar ganz bestimmt zu wecken, ins Bett. Als sein Knappe sie, versorgt mit Essen und Cofea, allein lässt, wendet Olyvar sich wieder an die Magierin. "Ich kann die Wege überwachen lassen. Doch ich sollte vielleicht wissen, was Ihr vorhabt, um Euch bei Euren... Bemühungen nicht in die Quere zu kommen. Wir sollten also das weitere Vorgehen besprechen." Er nimmt sich Brot, Schinken und etwas von dem Käse, doch bisher rührt er nichts an, das Einzige, das er im Augenblick braucht ist Cofea und zwar in rauen Mengen. "Bitte sagt mir, dass Ihr nicht nur wegen bunter Markierungen auf einer Karte zu dieser Stunde vor meinem Solar sitzt."
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Rayyan

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Monday, October 21st 2013, 7:43pm

Irgendwann im Beerenreif 513

In Gedanken noch in einem warmen Bett, eingewickelt in eine dicke, weiche Wolldecke und von Sheilar mit verheißungsvollen Träumen voller mahagonidunkler Augen, rehbraunem Haar und seidigzarten Schenkeln gesegnet, müht sich Rayyan in aller Herrgötterfrühe in den Branturm. Die darunter liegenden Gewölbe sollen überprüft und wo immer nötig ausgebessert werden und da die wenigen Magiekundigen des Elements Erde, die der Steinfaust dienen, eine Übung irgendwo im Larisgrün absolvieren, hat Olyvar ihn gebeten sich das Mauerwerk anzusehen. Er mag weder ein Steinmetz und erst recht kein Baumeister sein und er ist weit davon entfernt irgendetwas von Architektur zu verstehen, aber die Verbindung zu seinem Element bietet ihm Mittel und Wege sein Laiendasein zu umgehen. So hat er zwar keine Ahnung, welche Löcher von welcher Größe für eine tragende Mauer Konsequenzen haben können, aber mit nur einem Zauber spürt er sie auf und mit dem nächsten hat er sie gefüllt. Einfache, aber gut bezahlte Arbeit, die ihn vor dem elendigen Verhungern rettet. Nur die götterverlassene Stunde, zu der er sein Werk ausführen muss, um rechtzeitig bei Diantha aufschlagen zu können, zerrt an seinen Nerven. Lediglich die Aussicht auf ein schmackhaftes und vor allem reichliches Frühstück hatte ihn überhaupt davon überzeugen können, sich zur Stunde der Jungfrau hinaus in den nebelkalten Morgen zu bewegen.

Auf halbem Weg zu den Treppen, welche in die schmalen Tunnel und Gänge unter der Erde führen, begegnet er jedoch dem Kastellan, der zusammen mit der Eismaid – die auch Rayyan inzwischen ein Begriff ist, obwohl er sie noch nie persönlich gesprochen hat (nonverbale, einsilbige Widerworte zählen nicht) – aus einem der Krankenzimmer auf den Gang hinaus tritt, begleitet von einem Hauch von Beinwell und Ringelblume. "Ah. Ihr kommt mir gerade Recht. " Begrüßt Rhodri ihn nicht unbedingt unfreundlich, aber forsch und der Tonfall will Rayyan nicht gefallen. Für einen Moment erwägt er den Mann einfach stehen zu lassen. Er mag dann zwar für diesen Tag im Sold der Steinfaust stehen, aber er ist kein Blaumantel und in diesem Sinne auch nicht verpflichtet, jeder Anweisung des Kastellans unverzüglich Folge zu leisten – sofern sie nicht direkt den Grund seines Hierseins betrifft. Was sie nicht tun, aber er bleibt trotzdem stehen, als der Kastellan fortfährt – er schuldet Olyvar so einiges: "Ihr seid Azurianer und ihr sprecht Hôtha und könnt es auch lesen, aye?“ Rayyan nickt knapp. Er würde den Dunklen tun und vor dem Blaumantel und der Magistra zugeben, dass er die Schrift seiner Muttersprache in ungefähr genauso gut entziffern kann wie ein eben erst durch Ogh berufener Runenschreiber die uralten Symbole der Thursen. Er ist als Gossenjunge mit einem unflätigen Hôtharepertoire an der Arkana in Narnia aufgeschlagen und seither nur noch in der Allgemeinsprache unterrichtet worden. Es gab nie einen Grund die Schrift des Südens zu erlernen. „Gut! Tut mir einen Gefallen. Hier ist eine Wachstafel und ein Griffel.“ Beides wird ihm kurzerhand in die Finger gedrückt. „Dort drin liegt eine bewusstlose Malankari, die junge Frau mit dem kleinen Mädchen, das bei Azra und Borgil dauernd aus und eingeht. Karamaneh, Ihr erinnert Euch bestimmt an sie, sie war auf der Hochzeit des Zwergen." Tatsächlich geling es ihm mühelos sich ein Bild der besagten Frau in Erinnerung zu rufen, immerhin ist sie umwerfend schön und war ihm auf der Hochzeit von Azra und Borgil Butaxt in ihrem schimmernden Kleid sofort ins Auge gestochen. Zu mehr als einem flüchtigen Blickwechsel hatte es jedoch nicht gereicht, da Mealla seine ungeteilte Aufmerksamkeit gefordert hatte. Das kleine Mädchen, von dem Rhodri spricht, ist ihm hingegen unbekannt. Weder geht er oft in der Harfe ein und aus, noch hatte er auf dem Fest auf irgendwelche Blagen geachtet. Wenn sein Blick unter die Hüftlinie gerutscht war, dann um sich an schlanken, langen Beinen zu laben.

"Ich muss dringend einige Dinge erledigen und ich will, dass ihr bei ihr bleibt, gut auf sie achtet und notfalls übersetzt, wenn sie etwas auf Hôtha schreibt. Sie kann nicht sprechen soviel ich weiß und ich habe keine Ahnung, ob sie die Allgemeinschrift beherrscht. Wenn sie aufwacht und wenn sie in der Verfassung ist ein paar Fragen zu beantworten, fragt sie nach dem kleinen Mädchen, ob man es suchen muss oder ob die Kleine in Sicherheit ist. Ich habe schon ein paar Späher mit Hunden zum Blaupfuhl geschickt, sicher ist sicher, aber... nun ja." Außer, dass Rayyan eine Augenbraue leicht in die Höhe hebt, äussert er sich nicht weiter zu Rhodris wasserfallartigem Bericht (was dieser entweder einfach hinnimmt, oder schlichtweg ignoriert. Rayyan vermutet Letzteres.)
"Ich erklär Euch später, was laut Mistress Shin geschehen ist, aber Maester Dynan kann Euch auch ins Bild setzen“, fährt der Kastellan in einem Zug fort, stellt fest, dass die Malankari keine Gefangen der Steinfaust ist und ihr vorerst auch nichts zu Lasten gelegt wird, weshalb Rayyan sich ihr gegenüber doch bitte entsprechend benehmen soll, (Ah...), er selber habe leider noch etwas zu erledigen (Sicher.) und könne die Ankunft des Zwergen (Der Zwer bringt mich letztendlich also um mein Essen. Ich hasse Zwerge.) nicht selber abwarten. „Danke“, schliesst Rhodri ab. Ein lakonisches ‚Bitte‘ scheint angebracht, ist aber vollkommen überflüssig, denn kaum hat der Mann fertig gesprochen, macht er kehrt und marschiert in Richtung Ställe davon – und lässt Rayyan schlicht und ergreifend stehen. „YaatakDarbafi'albakwassolldasdennjetzt…” Das hört Rhodri glücklicherweise nicht. Am Ende hätte der gewiefte Aufseher doch noch irgendwo ein paar Brocken Hôtha aufgeschnappt und wüsste, dass Rayyan die Steinfaust soeben mit dem wenig appetitlichen Loch an der Kehrseite eines Stiers verglichen hat. Rayyan wäre es allerdings ebenso an ziemlich eben jenem Loch vorbeigegangen, hätte sich der Kastellan über seinen Unmut - seine Arbeit und damit auch sein Frühstück zu verschieben - aufgeregt. Um genau zu sein scheißegal. Und das ausgerechnet die Eismaid in die Angelegenheit verstrickt scheint, die ihn jetzt um sein wohlverdientes Futter bringt, scheint zu einer schlechten Angewohnheit ihrerseits zu werden. Arschlöcher und Miststücke, schon vergessen? Einen weiteren, leisen Fluch zwischen den Zähnen verabschiedet sich Rayyan von deftigem Speck, gebratenen Eiern und dick mit Honigbutter beschmierten Brotkanten und betritt das Zimmer.

Er hat noch nichts gegessen und der durchdringende Geruch nach allerlei heilenden Kräutern, süßen Ölen und wunderlichen Salben legt sich schwer und bitter auf seine Zunge. Doch als er sich Karamanehs gewahr wird, ist für einen Moment jedes Frühstück, jedes Miststück und jedes Arschloch vergessen, und die Arbeiten im Gewölbe rücken in belanglose Ferne. Die Malankari liegt regungslos auf dem Bett, eine hochgewachsene, schmale Gestalt, die sich kaum von den bleichen Laken abhebt, wäre es nicht durch die blauen und violetten Flecken, die wie Blumen auf ihren Armen und Schultern blühen. Ihr Haar, das sich während dem Fest in Schlangen aus flüssigem Gold um ihren schlanken Nacken schmiegte, umrahmt nun in wirren, mit Laub und Dreck durchsetzten Nestern ihr Gesicht – von dessen einstiger Schönheit unter den zahlreichen Prellungen nicht viel übrig ist. Das Veilchen, das ihr linkes Auge ziert, ist so dick wie eine geballte Kinderfaust, und sowohl ihre Lippen, als auch ihre Schläfe sind blutig aufgeschlagen. Wer auch immer die Malankari verprügelt hat, er hat ganze Arbeit geleistet. Mit einem trockenen Schnauben schüttelt Rayyan den Kopf. Eine Schande. Mitgefühl, oder gar Mitleid spricht nicht aus seinen Gedanken. Er kennt die Frau nicht, weiss nicht einmal ihren Namen, und er hat keine Ahnung, wie sie zu ihren Verletzungen kam. Womöglich war jeder einzelne Schlag verdient, vielleicht ist sie ein unschuldiges Opfer, es wäre einerlei. Die Wache ist leicht verdientes Silber (immerhin wird er nach Stunden bezahlt und nicht nach der Anzahl gefüllter Löcher), also wird er hier sitzen, warten und die Verletzte nach dem Mädchen fragen, sollte sie ihr Bewusstsein wieder erlangen. Ohne sich bei Meister Dynan nach Einzelheiten zu erkundigen, legt Rayyan die Pläne auf dem kleinen Beistelltisch neben dem Bett ab, zieht sich einen der Schemel heran, setzt sich und lehnt sich rücklings gegen die Mauer, die Arme vor der Brust verschränkt. So hat er sowohl die Malankari, als auch den Heiler und die Tür im Blick. Meister Dynan indes hantiert mit einem halbes Dutzend Tiegelchen und einer breiten Auswahl an Linnen, um damit die vielen Prellungen zu behandeln und die Platzwunden zu säubern und zu verbinden. Der Heiler, sich halbnackte und nackte Menschen gewohnt, zögert dann auch nicht, die Malankari aus ihrem leichten Umhang zu schälen und scheint sich auch keinen Herzschlag zu wundern, als er feststellt, dass sie darunter splitterfasernackt ist. Geschickt, aber ohne jede Leidenschaft tasten seine Finger über vefängliche und weniger verfängliche Stellen und suchen nach gebrochenen Knochen, oder ähnlich schwerwiegenden Verletzungen.
Rayyan ist kein Heiler und im Gegensatz zu Meister Dynan besitzt er weder die Abgebrühtheit, noch die Manieren diese plötzliche und ziemlich unverhoffte Menge an honigzarter, makelloser Haut zu übersehen. Bei Inaris... Er wird sich wohl später doch noch bei Rhodri bedanken müssen.

Karamaneh

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Occupation: Femme fatale

Location: Feenwasserbucht

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73

Tuesday, October 22nd 2013, 5:49pm

Die Bemühungen des Maesters wecken Karamaneh aus ihrem ohnehin nur sehr leichten Schlaf, trotzdem lässt sie die Augen zunächst noch für eine Weile geschlossen. Noch immer ist sie viel zu erschöpft, um sich irgendwelchen Fragen gewachsen zu fühlen. Und das man ihr Fragen stellen wird, ist ihr klar. Also gibt sie sich weiter schlafend, während Maester Dynan ihren geschundenen Körper sorgsam mit Salben und Tinkturen einreibt, mit prüfenden Händen Arme und Beine nach möglichen Knochenbrüchen abtastet, Prellungen begutachtet, Wunden reinigt und mit Linnen verbindet. Auch das verstauchte rechte Handgelenk entgeht der Aufmerksamkeit des Maesters nicht und wird umgehend von ihm versorgt. Die Atmung der Malankari wird allmählich ruhiger und regelmäßiger und auch ihr Körper beginnt sich mehr und mehr zu entspannen, als die Bemühungen Dynans erste Wirkung zeigen und die Schmerzen, die die Malankari bisher heimgesucht haben, endlich etwas abzuklingen beginnen. Erleichtert und dankbar öffnet die junge Frau die azurblauen Augen und schenkt dem Maester ein etwas verunglücktes, aber dennoch dankbares Lächeln, welches trotz des Veilchens, welches ihr linkes Auges ziert, halbwegs zu erkennen ist.

Dann bemerkt sie den zweiten Mann, der anwesend ist. Das Veilchen und die Erschöpfung trüben ihre Sicht ein wenig, daher kann sie den Umrisse seiner Gestalt zunächst nur recht vage erkennen. Er sitzt auf einem kleinen Schemel, welcher neben einem kleinen Beistelltischchen an ihrem Krankenlager steht, und lehnt mit dem Rücken an der Wand. Von irgendwoher kommt ihr der langsam immer klarer werdene Anblick des Mannes bekannt vor, aber ihr träger Geist vermag ihn im Augenblick einfach nicht richtig zuzuordnen. Seine eindeutig azurianischen Gesichtszüge lassen sie jedoch schlagartig nervös werden. Hat Nabil einen seiner Männer geschickt um sie abzuholen und zu bestrafen? Ihre Augen weiten sich kaum merklich und starren den Unbekannten an, welcher sie, wie sie nun erkennt, ebenfalls unverwandt mustert.
♥ "What am I? Does my poor history matter-to anyone?" ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Many, having looked into her lovely eyes, had they found there what I found, must have forgiven her almost any crime." ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Karamaneh is a beautiful toy, I grant you; but so is a cobra." ―Sax Rohmer: The Return of Dr. Fu Manchu

Faron

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Occupation: Oberster Stallmeister der Steinfaust

Location: Steinfaust, Talyra (Herzlande)

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74

Tuesday, October 22nd 2013, 6:33pm

~ Sommer 513 d5Z ~
Vormittags auf dem Weg vom Äußeren zum Inneren Zwinger

Faron nickt verständnisvoll. Ihm entgeht nicht wie schwach und leise Fyllyllyllas Stimme klingt, obwohl sie doch quasi direkt neben seinem Ohr hockt. Die ungewohnte Umgebung muss der kleinen Fee ganz schön zusetzen. "Tut mir leid", entschuldigt er sich verlegen. "Ich wollte dir keine Angst machen", erklärt der Oberste Stallmeister. "Die Steinfaust kann wirklich etwas furchteinflössend wirken, schätze ich... Dann lass uns mal schauen, wenn wir auftreiben können... Jemanden von der Spähergarde vielleicht. Oder Rhordri, dass ist der Kastellan. Vielleicht kann uns aber auch Varin weiterhelfen..." Halblaut geht der Faun die verschiedenen Möglichkeiten durch und übelegt anschließend angestrengt, wo er seine Suche am besten beginnen soll. Schließlich entscheidet er sich für den Bergfried mit dem Inneren Zwinger, in dessen Gebäuden und Wehrtürmen sich nicht nur die Quartiere der Kommandanten und Offiziere befinden, sondern auch die Privatgemächer des Lord Commanders, die Badehäuser, die Große Halle, die Rüst- und Waffenkammern und ähnliches untergebracht sind. Dort würde er gewiss entweder den Kastellan oder einen der Offiziere finden. Irgendjemanden, dem die Fee ihr Anliegen in Ruhe schildern kann. Außerdem, so überlegt sich Faron, ist der Branturm in der Nähe... falls Fylla umkippt oder so... Dann kann sich gleich jemand um sie kümmern. Ja, genau. Der Faun entscheidet, dass das unter den gegebenen Umständen gewiss eine gute Sicherheitsvorkehrung ist. Er kennt sich mit Feen schließlich nicht aus, und Fyllyllylla scheint es eindeutig nicht so recht gut zu gehen, so zittrig wie sie sich gerade an sein Horn klammert.
Me? I've had so many Names. Old Names that only the Wind and the Trees can pronounce.
I am the Mountain, the Forest and the Earth. I am... I am a Faun.
(Pan's Labyrinth)

Atevora

Unregistered

75

Wednesday, October 23rd 2013, 5:28pm

Irgendwann im Beerenreif 513 - (Viel zu früh am Morgen) Im Solar des Lord Commanders.

Sehr zu Atevoras Überraschung ist es Borgils Sohn, der in der Tür erscheint. Natürlich hat sie gehört, dass dieser seit einiger Zeit schon als Knappe für Olyvar arbeitet, aber es ist eines es zu hören und ein anderes es zu sehen.
Souveräner balanciert der Halbzwerg das Tablett auf seiner Hand, was wenig verwundert schließlich bringt er von seinem Zuhause die nötige Übung dafür mit, und tritt mit einem wohl erzogenem freundlichen Gruß aus den Lippen in das Solar. Während der kurzen Unterhaltung zwischen dem Jungen und dem Lord Commander, lächelt die Magierin freundlich und versucht den verführerischen Duft vom frischen Brot und die feinherbe Nuance des Cofeas der ihr in die Nase kriecht zu ignorieren. Wohl gemerkt, sie versucht es, das heißt noch lange nicht, dass es ihr gelingt, wie ihr das Magenknurren prompt zu Verstehen gibt. Verräter! Borgils Sohnemann grinst wissend, und ihr ist fast so als würde er sich ein schelmisches Augenzwinkern verkneifen, bevor er sich verabschiedet um sich noch ein wenig hinzulegen und auszuruhen. Schlaf, das wäre etwas das sie auch gebrauchen könnte. Kaum ist der rothaarige Zwergenspross aus der Tür, richtet der Commander das Wort wieder an sie. Natürlich kommt er ohne Umschweife wieder zu dem Thema das ihm am meisten interessiert, und Atevora stellt wieder einmal fest, wie praktisch es doch wäre, wenn er nur ein klein wenig Korrupt wäre und von ihrer Geldtasche gespeist werden könnte. Das hätte ihr in der Vergangenheit so vieles erleichtert, andererseits womöglich auch sehr erschwert. Wenn sie es recht bedenkt ist es doch besser so wie es ist. >"Bitte sagt mir, dass Ihr nicht nur wegen bunter Markierungen auf einer Karte zu dieser Stunde vor meinem Solar sitzt."<<
Wie ihr wünscht Mylord. „Ich sitze nicht nur wegen bunter Markierungen auf einer Karte zu dieser Stunde in eurem Solar.“ Antwortet ihm die Magierin knochentrocken. „Darf ich?“ Diese Frage zielt natürlich in Richtung des Frühstückes. Sie holt sich die Erlaubnis ein sich zu bedienen und als sie die Freigabe dazu erhält nimmt sie sich ein Stück Brot. „Wie ihr wisst habe ich die letzten Monde damit zugebracht mich in diesen Sumpf einzuarbeiten. Auch Venditius lockt Kaufinteressenten hervor. An die obersten Hintermänner bin ich noch nicht heran, sie sind sehr vorsichtig, und der große Fisch ließ sich noch nicht an den Haken nehmen, aber mittlerweile habe ich einen sehr konkreten Verdacht wer der Kopf der Organisation ist. Kennt ihr diese hübsche, schweigende nahezu immer lieblich-freundlich lächenlde Malankani-Schönheit Karamaneh? Ich denke es ist ihr geschätzter “wer's glaubt wird Selig“ - Oheim. Sein Gehabe und Charakter passen nicht zum jovialen Oheim den er an sonst versucht zu mimen und wenn ich grob überschlage gibt er mehr aus als er Einnahmen haben dürfte. Weder bei Banken noch bei zweifelhaften Kreditgebern scheint er Schulden zu haben. Ansich möglich, aber doch seltsam..“ Vor allem in Anbetracht weiterer Berührungen. Atevora erkundigt sich nicht einmal im Scherz danach, ob sie ihre Auslagen zurückbekommt, die sie hatte um an diese Informationen zu kommen. Vielmehr ist es vom Lord Commander entgegenkommend sich nicht näher zu erkundigen wer die Hand aufgehalten hat und wie sie an ihre Informationen herankam.

Atevora legt eine kurze Stilpause ein und beißt herzhaft in das Brot, das sie sich zuvor genommen hat ohne sich damit aufzuhalten es zu belegen. Es gibt nichts besseres, als knuspriges Brot, frisch aus dem Ofen sodass es noch leicht warm ist (also solches wie dieses hier ist) ohne etwas, oder höchstens mit einer Schicht sahniger Butter, oben drauf. Zumindest der Magierin Meinung nach. „Apropo.“ Spricht sie zwischen den Bissen weiter. „Vielleicht habt ihr es bereits mitgeteilt bekommen: Karamaneh liegt im Branturm und wird dort von den Heilern versorgt. Ich hab sie hergebracht und würde gerne versuchen ihr Vertrauen zu gewinnen, aber Euer Kastellan hat mir das heute sehr erschwert. Ich habe sie übrigens die letzten Monde überwachen lassen. Ich bin mir mittlerweile mehr als sicher, dass sie nicht das liebliche und hilflose Ding ist, das einen Leibwächter benötigt, ich glaube sogar sie könnte ihren Aufpasser jederzeit ausschalten wenn sie wollte. Fragt mich aber bitte nicht wie ich darauf komme, das heißt, noch nicht. Wusstet ihr, dass sie sich mit Brioc Coinmagil und Lord Uliaris Sohn, nun sagen wir, angefreundet hat? Sklavenhändlerprobleme, eine Malankani, traumhaft schön dass sie jedem Mann den Kopf verdreht und die Sinne schwinden lässt, beim reichen azurianischen Oheim mit zweifelhaften Einnahmequellen, die sich zufällig beim unzufriedenen Sohn des Befehlshabers der talyrischen Flotte herumtreibt, während große Menschenhändlerschiffe vollkommen an der Aufmerksamkeit der Seesoldaten vorbeisegeln. Wie unverdächtig.“ Atevora ist sich mehr als sicher, dass Karamaneh Allardh Ulairis aushorcht, der als Mitglied der Seesoldaten und natürlich als Sohn des Kommandanten bestens über die Patroullienfahrten bescheid weiß. Allardhs leicht angespannte Beziehung zu seinem Vater ist ein offenes Geheimnis, es dürfte nicht schwer für jemanden wie Karamaneh sein diesen Anhaltspunkt für sich auszunutzen, denn welcher Mann würde nicht schwach werden und seine Sorgen und Ärgernisse und auch manch Geheimnis unbekümmert und gedankenlos einer lieblichen und auch noch stummen Schönheit anvertrauen, die immerzu verstädnisvoll lächelt. Die Shin ist sich bei ihrer Ausführung überdies mehr als sicher, dass sich der Lord Commander noch an die Aussage von Venditius und dem Bengel von den Sklavenhändlern erinnern kann. Sie nannten eine reiche, durchaus einflussreiche, Person mit Verbindung zur Gesetzlichkeit. Es würde passen auf Nabil zutreffen. „Ich werde versuchen konkrete Beweise zu sammeln, ich habe dazu bereits alles in die Wege geleitet und jemanden in der Karawanserei der mir Informationen beschaffen kann. Womöglich gibt es irgendwo verdächtige Aufzeichnungen, oder es ergibt sich eine andere Gelegenheit mit der er überführt werden kann. Vielleicht gelingt es mir auch noch anders zu ihm vorzustoßen oder er lässt sich herauslocken. Vielleicht widerlegt sich die These auch. Das wird sich zeigen.“

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