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Briant

Stadtbewohner

Posts: 48

Occupation: Pfirsich

Location: Pfirsich in Talyra

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Wednesday, March 25th 2020, 5:08pm

Während Dar wie von der Tarantel gestochen zum Küchentisch flitzt und sich durch seine Unterlagen wühlt, dass es binnen weniger Augenblicke aussieht, als wäre ein Wintersturm durch die Küche gebraust, bekommt Tane doch noch seinen wohl verdienten Knuff in die Seite, während Ronan den als Wurfgeschoss missbrauchten Schwamm wieder ins Spülbecken befördert und dabei >Kindsköpfe< in seinen nicht vorhandenen Bart brummelt. Annest erscheint nur wenig später, mustert zwar skeptisch die Spuren der Fremdkocherei, muss aber eingestehen, dass Briant und Dar alles wieder in deren Rahmen ordentlich hinterlassen haben (dass es nur sie selbst und eventuell Maddie zur vollsten Zufriedenheit ihrer hohen Massstäbe zustande bringen versteht sich von selbst) und beginnt, das Frühstück für die Nächtigungsgäste zu bereiten. Anscheinend haben neben dem Jüngling aus gutem Haus noch weitere Herren die Nachtstunden im Pfirsich zur Gänze zugebracht und daher wird es heute schon am Morgen viel zu tun geben. >Tane, hör auf Unsinn zu treiben und geh Feuerholz holen. Ronan, ich brauche Wa … oh!< „Dar hat schon welches geholt“ Die alte Köchin wendet sich an den Zwerg, der eben seine Schreibarbeit beendet zu haben scheint und Briant zu sich winkt. >Vielen Dank Herr Dar!<

Die Mogbar sieht ihrem Freund über die Schulter aber natürlich wird sie aus den Zeichen auf dem Pergament nicht schlau. Also muss der Fro’gar es ihr vorlesen, was er, mit für seine Verhältnisse leiser, Stimme auch tut. Dennoch ist sie froh, dass Tane gerade im Hof und Perrin noch nicht aufgetaucht ist. Annest hört ohnehin schon etwas schlecht – beziehungsweise selektiv – und Ronan sieht sie nur kurz an, ehe er sich an irgendeinem Haken zu schaffen macht, den wohl nur er als schief angesehen hat. „War es so deutlich zu sehen? Also dass ich … nun ja nicht gerade fröhlich war gestern?“ Aber es ist eine eher rhetorische Frage, die sie ihm stellt, um ihre Rührung über seine Worte zu verbergen. Eben stolpert auch der erste Knirps, der sich in den Morgenstunden hier ein paar Kupferlinge zu verdienen sucht herein und wird gleich mit den Schreiben los geschickt. Vielleicht ist es heute eh besser, wenn die Kinder etwas später zu ihnen stoßen, die Stimmung ist doch noch etwas frivol nach Mayas Ständchen.

Dann öffnet sich erneut die Tür und Maddie betritt den Raum. Noch sichtlich blass um die Nase, ihren Bruder wie einen Schatten hinter sich, gesellt sie sich wortlos zu Annest. Ide folgt nur knapp hinter den Geschwistern. >Das wird schon wieder.< Raunt sie Dar zu. Und tatsächlich, nach einigen Augenblicken dreht sich Maddie zu dem Zwerg um. >Danke, für …für deine Hilfe vorgestern. Und … und kannst du mir sagen wie es Sigourny geht? Ich meine, wirklich, weil ich hab‘ sie gestern nicht gefragt und … und das tut mir leid, ich meine ich sollte mich doch bedanken.< Briant nimmt das Mädchen, dass offensichtlich doch noch nicht ganz wieder am Damm ist, einfach in den Arm. „Du musst dich nicht bei ihr bedanken, sie würde nie zulassen dass dir etwas passiert. Aber wenn du möchtest, besuchen wir sie in den nächsten Tagen.“ Dabei sieht Briant Dar an, um ihn zu ermuntern, die Befürchtungen des Mädchens ob der Gesundheit der Pfirsichwirtin zu zerstreuen.
Lieber eine Hure mit Herz, als eine Edle mit Gift in der Seele

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Wednesday, March 25th 2020, 9:50pm

Den Dank der Köchin, mit einem Lächeln und einem Schulterzucken fort wischend, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, wendet sich der Zwerg wieder Briant und seinem Schreiben zu, tatsächlich sehr darum bemüht, die darin niedergeschriebenen Worte ausschließlich Briant verständlich, leise vorzulesen, wie dabei aber zugleich an mehreren Stellen verärgert die Stirn über die eine oder andere, auf den zweiten Blick hin unschöne Wortwahl oder schlimmer noch Fehler in der Grammatik des Niedergeschriebenen runzelnd, nur um schließlich, ob Briants Frage, dann wieder zu schmunzeln. „Ob das offensichtlich war? Es hat mir fast das Herz gebrochen, dich dort oben in einer dunklen Kammer Decken falten zu sehen, während im Gastraum unten der Branbär steppte. Aber – heißt dass, du bist mit dem Schreiben so einverstanden?“ Ein kurzes Nicken später und zwei Heller ärmer, wendet sich Dar daraufhin der die Küche nun betreten habenden Maddie zu und erwidert, als Briant sich schließlich mit aufforderndem Blick ihm zuwendet, rasch, dass die Verletzung von Sigournys Arm gut versorgt sei und sicherlich gut verheilen würde und das alles Andere betreffend, sie bei Shu`re Shalhor in den besten Händen wäre. Der Umstand für Dars Sprachlosigkeit, wegen der es tatsächlich Briants auffordernden Blickes Bedurft hatte, ihn zum Reden zu bringen, war … das er Sigourny tatsächlich komplett vergessen hatte. Natürlich stimmte es, das er ihre Wunde erstversorgt hatte und das, wenn sie keine weiteren Dummheiten beging, diese gut verheilen sollte und das für alles Andere tatsächlich der Reeder die beste nur denkbare Medizin überhaupt war. Aber das du dir den letzten Sonnenlauf so wirklich gar keine Gedanken um deine Patientin mehr gemacht hast…„Ich könnte nach meinem Unterricht mal bei Ihr und Shalhor vorsprechen, nach ihren Fortschritten schauen und ein Treffen mit dir zu vereinbaren suchen? Oder Ihr fragt direkt bei ihr und Shalhor nach, falls ihr nicht auf mich warten wollt?“ Dar lächelt noch einmal, eine leichte Schwermut nur mit Mühe vor Maddie verbergen könnend, ehe er fortfährt: „Und die beste Art ihr Danke sagen zu können, ist indem du wieder ganz gesund wirst und ich bin sicher, dass alle hier dir in jeder nur erdenklichen Art und weise dabei helfen werden, wenn du es erlaubst.“ Selbst Maddie mochte verstehen, das Dar gerade nicht über ihre etwaigen Schrammen bloß sprach.

Als Dar sich daraufhin von Maddie abwandte mochte alleine Briant bemerken, das er sich aus einem vermutlich ihr unerfindlichen Grunde über die Augen wischte, als wolle er Tränen vertreiben, ehe sie ihm allzu verräterisch über die Wangen strömten. Wie konnte er über all das Sigourny aber auch Shalhor so vollkommen vergessen, die auch seiner Aufmerksamkeit als – wenn auch immer noch nur angehender – Heiler verdient hätten. Andererseits aber: Hatte er nicht vorgestern noch beinahe Hand an sich selbst gelegt? Auf Briants fragenden Gesichtsausdruck hin, schüttelte er indes nur den Kopf. „Es war auch für mich viel, was in den letzten Wochen“ eigentlich ja eher Jahren gar „passiert ist. Es ist alles gut – ehrlich – ich brauche nur auch noch etwas Zeit.“ Und gut ist es tatsächlich, denn wo früher, ob eines solchen Stimmungsumschwungs, er sicher in allertiefste Schwermut versunken wäre, war dies – handhabbarer. Es war immer noch nicht zu unterschätzen und er würde mit Ketell beim Unterricht auch nochmals über sich und seine Situation sprechen müssen, aber es war alles irgendwie … als wenn ich diese Last nun nicht länger alleine tragen muss! Aber das er sich von Sitech nun berufen fühlt, meint ja nicht, das alles andere nun eitel Sonnenschein plötzlich wäre. „Wenn ihr ein Treffen mit Sigourny und Shalhor vereinbart, gib mir bitte Bescheid, habe ich die Beiden seit wir aus der Unterstadt wieder zurück sind tatsächlich vollkommen vergessen.“ Auch wenn auch diese Worte alleine für Briant gedacht sind und diese ihm sicherlich keine Vorwürfe darob machen wird, klingt doch ein Hauch von Schuld ob des Versäumnisses in seiner Stimme wider. Mit diesen Worten ergreift Dar seine Sachen und schickt sich an die Küche zu verlassen, um zu seinem Unterricht in den Faêyris-Tempel zu reiten.
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

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