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Aneirin

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256

Sunday, March 10th 2019, 2:25pm

11. Erntemond 518

Wenn er ehrlich mit sich selbst ist, hat Aneirin längst gewusst, dass Sire Tiuri auch heute wieder keine guten Nachrichten hat. Warum auch hätte er mit einer guten Nachricht bis jetzt warten sollen, anstatt sie ihm sogleich mitsamt seiner Tochter zu überbringen. Aneirin nickt kaum merklich. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Vielleicht finden sie sie ja morgen.
Doch anstatt ihm diese tägliche Phrase wie sonst zu bestätigen, lässt Sire Tiuris kurzes Zögern, Aneirin auf- und den Loaritter anblicken.
>Wir suchen nun schon seit mehreren Siebentagen nach Brianna, ich muss Euch leider sagen, wir haben alle unsere Ressourcen erschöpft. Es gibt keine weitere Spur mehr der wir noch folgen können.<
Die Hand, die sich auf Aneirins Schulter gelegt hat, soll ihn vielleicht halten oder ihm Trost spenden. Doch je weiter der Mann vor ihm spricht desto schwerer wird diese Hand auf seiner Schulter.
>Es tut mir wirklich sehr Leid Euch das mitteilen zu müssen, aber wir müssen die aktive Suche nach Brianna leider einstellen. Außer weiterhin die Augen und Ohren offen zu halten gibt es derzeit nichts mehr was wir für Euch tun können.<
Einige Herzschläge lang blickt Aneirin sprachlos vor Fassungslosigkeit in Tiuris leuchtend blaue Augen.
„Die Suche einstellen?“, wiederholt er schließlich leise, als müsse er es noch einmal hören, um sicher zu sein, dass er den Loaritter richtig verstanden hat.
„Ihr gebt auf?“, entfährt es ihm entsetzt, während er zeitgleich seine Schulter unter dieser nun unerträglich schweren Hand hervor zieht und einen Schritt zurück weicht.
„Das könnt ihr nicht tun! Brianna ist irgendwo dort draußen, wahrscheinlich ganz allein. Ihr könnt jetzt doch nicht einfach aufgeben!“, fleht er.
Doch alles, was Tiuri ihm jetzt noch zu sagen hat, ist dasselbe wie noch einen Augenblick zuvor, nur noch einmal in andere Worte verpackt, die doch schlussendlich dieselbe Aussage haben: Man wird nicht weiter nach seiner Tochter suchen.
Die Fassungslosigkeit in Aneirins Blick weicht einer Mischung aus Enttäuschung und Wut. Und weil der Bäckermeister weiß, dass er ihm nichts mehr erwidern könnte, ohne dabei vorwurfsvoll zu klingen, ballt er in aufkommender Wut die Hände zu Fäusten, wendet sich um und geht.


→ Der Anukistempel
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Aneirin

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257

Saturday, November 30th 2019, 11:35pm

11. Erntemond 518

← Der Anukistempel


Noch am selben, inzwischen späten Abend sucht Aneirin in Begleitung der Hohepriesterin Sire Tiuri in der Steinfaust auf, um ihm die neuen Erkenntnisse mitzuteilen. Aneirin wäre ja am liebsten gleich aufgebrochen, doch Arúens eindringliche Worte haben ihn trotz der fiebrigen Hoffnung, dort seine Tochter zu finden, nachgeben lassen, die Reise erst bei Anbruch des neuen Tages anzutreten. Die Shida‘ya hat sicher recht, ihn einer Reise in der Dunkelheit der Nacht zu gemahnen, abgesehen davon, dass er sich insgeheim gar nicht sicher ist, ob er den Weg alleine und zu Fuß überhaupt durchgestanden hätte. Schließlich machen ihm selbst jetzt noch ab und an Schwindel und starke Kopfschmerzen zu schaffen.

Aneirin könnte schwören, dass der Loaritter seinen Worten nicht gleich Glauben schenken mag, so wie dessen Blick scheinbar fragend zur Hohepriesterin gewandert ist, und sogleich ist er froh, dass Arúen ihn noch begleitet hat, nach allem, das sie an diesem Abend schon für ihn getan hat. Und egal wie es von nun an weiter geht, er steht tief in ihrer Schuld. Der Bäckermeister lässt die beiden für einen Augenblick allein und während er vor der Tür wartet, ist er entschlossen bei Tagesanbruch aufzubrechen, ganz unabhängig davon, ob ihn jemand begleiten wird, oder nicht.

Etwas überrascht blickt Aneirin auf, als sich die Tür öffnet und es Sire Tiuri ist, der als Erster heraus tritt, ihm mitzuteilen, dass er ihn nach Findmor begleiten wird und auch Arúen versichert ihm, dass sie ihn nicht alleine ziehen lassen wird. Und seit einer gefühlten Ewigkeit spürt Aneirin wieder, wie sich Zuversicht anfühlt.


→ Das Larisgrün
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