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Kaya

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136

Thursday, March 14th 2019, 10:39am

>Ich würde sie Dir gern vorstellen. Sie ist schon sehr gespannt auf Dich.<
Shalhor kann das kraus gezogene Näschen nicht sehen, da Kaya ihm den Rücken zugewandt hat. Sie ist schon sehr gespannt? Das bedeutet, er hat mit der Fremden über sie gesprochen, was Kaya nicht so recht passt. Sonderlich erpicht darauf, die Frau kennenzulernen ist sie eigentlich auch nicht, ohne dass sie einen Grund dafür nennen könnte.
Bevor Kaya jedoch etwas dazu sagen kann klopft es bereits an der Tür, woraufhin eben jene Fremde auch sogleich öffnet und herein schaut.
>Slàn leat! Darf ich …?<
Nein‘, liegt es Kaya schon auf der Zunge und reißt sich doch zusammen, als sie bemerkt, wie der Blick an ihr vorbei und ganz offensichtlich zum Hausherrn huscht. Nicht, dass Kaya an sich sonderlich Wert darauf legt, was jemand anderes meint. Aber bei ihm ist es etwas anderes. Es scheint ihm wichtig. Sehr wichtig, sonst hätte es bestimmt noch bis zum Frühstück Zeit gehabt.
>Mein Name ist Sigourny, du bist Kaya nicht wahr?<, streckt die Frau mit dem weißblonden Haar ihr ihre Hand entgegen, nachdem sie etwas näher gekommen ist.
Wer soll ich sonst sein?
Stumm blickt Kaya auf die ihr angebotene Hand, macht aber keinerlei Anstalten, sie zu ergreifen.
>Schön dich kennen zu lernen.<
Das Mädchen blickt auf und mustert Sigourny argwöhnisch. Der fremde Blick aus hellen grau-blauen Augen wirkt offen und ehrlich, vielleicht etwas unsicher. Aber das muss nichts heißen.
Statt auf die Begrüßung der ihr fremden Frau einzugehen, wendet sich Kaya halb zum Hausherrn um und blickt ihn an. Ihre Stimme mag ungewollt ein wenig gereizt klingen, als sie von ihm wissen will:
„Und was ist das jetzt zwischen euch? Bleibt sie hier?“

Shalhor

Stadtbewohner

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137

Thursday, March 14th 2019, 4:55pm

Aufmerksam verfolgt Shalhor die erste Begegnung zwischen den Beiden und ist froh, gegenüber Sigourny bereits einmal angedeutet zu haben, dass sich sein Mündel nicht sonderlich viel aus Anderen oder höflichen Gepflogenheiten macht. Andernfalls könnte es sie ziemlich verunsichern, dass ihre Hand leer und ihre Begrüßung unbeantwortet bleibt. So aber läuft es doch gar nicht mal so schlecht, findet er. Kaya nimmt Notiz von Sigourny, kritisch zwar aber sie schenkt ihr Beachtung, knurrt sie nicht an und verweist sie auch nicht ihres Zimmers. Und damit ist er für den Angang sehr zufrieden. Als sich Kayas Aufmerksamkeit auf ihn richtet, löst er sich von ihrem Schreibtisch und schlendert langsam an Sigournys Seite. An Kayas direkte Art, vollkommen schnörkellos auf den Punkt zu kommen und ungeniert nur genau das zu erfragen, was sie interessiert, ist er gewöhnt. Es ist der Tonfall ihrer Stimme, der ihn mahnt, dass hier jetzt auch nicht zu übertreiben.
"Aye, sie ist zunächst einmal mein Gast ...", antwortet er Kaya dabei relativ unbestimmt. Sie wird bleiben, über Nacht ganz gewiss, ein paar Tage sicherlich, vielleicht länger, vielleicht für immer - was weiß er. Puh' und er haben vor knapp einem Glockenschlag erst entschieden, ihren Gefühlen zu folgen. Ob aus Verliebtheit Liebe wird, weiß im Augenblick Llaeron allein. "... und wir sind einander zugetan. Was sich daraus entwickeln will, wird die Zeit zeigen." Bei Sigourny angelangt, nimmt er sie an die Hand, um sich noch einmal an Kaya zu wenden, bevor er sie für heute in Ruhe zu lassen gedenkt. "Dann also bis zum Frühstück, Kaya. Schlaf gut und träum etwas Schönes."
Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug!

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Sigourny

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Thursday, March 14th 2019, 9:28pm

Sie hat keineswegs mit einer überschwänglichen Begrüßung gerechnet, doch einen kleinen Moment ist sie unsicher wie sie reagieren soll, als Kaya sie kaum beachtet. Doch Shalhor nimmt ihr diese Entscheidung ab, indem er sich zu ihr gesellt und ihre Hand ergreift. Dankbar drückt sie diese kurz, eine stumme Geste. >... und wir sind einander zugetan. Was sich daraus entwickeln will, wird die Zeit zeigen.< Ein Schauer rinnt ihr über den Rücken bei diesen Worten. Daraus entwickeln … das klingt wunderschön. Sie, die kaum je eine Beziehung zu einem Mann hatte, die länger als zwei Nächte gedauert hat. Nur einmal hatte sie geglaubt, einen gefunden zu haben, der ihr etwas bedeutet. Doch das war entsetzlich schief gegangen. Aber das jetzt …es fühlt sich anders an, richtiger … und die Zeit wird zeigen, wo der Weg hinführt.

„Gute Nacht Kaya, schlaf gut!“ verabschiedet sie sich ebenfalls von dem Mädchen, ehe sie an seiner Hand den Raum verlässt und leise die Tür hinter sich schließt. Im Gang lehnt sie sich kurz an seine Schulter. „Was für ein Tag!“ Verstohlen hält sie sich die Hand vor den Mund, als sie gähnen muss. >Komm, lass uns noch etwas essen. Adele hat das Abendessen gewiss schon aufgetragen. Und dann kannst du dich ausruhen.< Müde nickt sie und lässt sich von ihm in sein Gemach bringen. Seine oberste Magd hat tatsächlich ein leichtes Abendessen gebracht und Shalhor schenkt ihr ein Glas Wein ein, während sie einige Bissen zu sich nimmt. Aber ihr fallen beinahe die Augen zu. >Puh‘, du bist ja hundemüde, komm lass uns zu Bett gehen.< Sigourny nickt „Wird wohl besser sein.“ Unsagbar erledigt tapst sie hinter den Paravent und schält sich aus ihren Kleidern, die sie achtlos auf einem Haufen am Boden liegen lässt. Ihren Vorsatz von heute Morgen, ein Bad zu nehmen, verschiebt sie. Sie würde im Zuber oder der Grotte oder wo auch immer einfach einschlafen. Sie hört das Klappen der Tür und leise Stimmen, als eine der Mägde das Tablett abholt. Mittlerweile ist sie in ihr Nachthemd geschlüpft und als diese wieder weg ist, schlurft sie ebenso langsam wieder hervor wie sie zuvor nach hinten gegangen ist. Die Schiene ist ebenso noch an ihrem Fuß wie ihre Haare noch geflochten sind. Sie hat versucht die Flechten zu lösen doch ihre Hände zittern vor Erschöpfung mittlerweile so sehr, dass sie nicht einmal das Haarband abnehmen kann. Sämtliche Spannung ist endgültig aus ihrem Körper gewichen und die Ermüdung, die sich schon bei ihrer Rückkehr aus der Stadt bemerkbar gemacht hat, kommt nun mit voller Wucht zurück. "Hilfst du mir ...bitte?" Verlegen hält sie Shalhor die Bürste hin. Ein leicht belustigtes Grinsen schleicht sich in sein Gesicht. >Setz dich!< Er dirigiert sie zu einem der Sessel und beginnt, mit sanften Fingern die Flechten ihres Zopfes zu lösen, um anschließend ihre Locken zu kämmen. Sigourny schließt die Augen und lässt ihn machen. Es fühlt sich so wunderbar an, dass sich jemand um sie kümmert. >Fertig. Und jetzt leg dich schlafen.< Behutsam führt er sie zu seinem Bett, nimmt ihr die Schiene vom Fuß und hüllt sie in das weiche Laken. „Weißt du, irgendwie erinnert Kaya mich ein klein wenig an mich. Ich glaube, sie möchte stark sein, unabhängig. Aber tief drinnen fürchtet sie sich vor irgendwas, sehnt sie sich nach etwas. Irgend ….. uahh tschuldige bitte!“ Ein weiteres herzhaftes Gähnen unterbricht ihre Überlegungen. >Schlaf Puh‘, wir reden morgen!< Das letzte was sie mitbekommt, ist sein sanfter Kuss auf ihrer Stirn, dann versinkt sie in einem tiefen, traumlosen Schlaf.
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Kaya

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139

Saturday, March 16th 2019, 11:30pm

>Dann also bis zum Frühstück, Kaya.<
Kaya antwortet nicht, blickt den beiden nur nach und versucht dabei nicht auf ihre Hände zu schauen, die einander halten. Das ist so… merkwürdig. Ich war gerade mal ein paar Tage weg. Wie lange das wohl schon geht, ohne dass sie es mitbekommen hat? Will ich es überhaupt wissen?
>Schlaf gut und träum etwas Schönes.<
Kaya schnaubt leise, nachdem die Tür leise ins Schloss gezogen worden ist. Wenn er wüsste… Sie hofft vielmehr in dieser Nacht endlich einmal nichts zu träumen, nicht einmal etwas ‚Schönes‘. Sie will einfach nur schlafen.
Keinen Augenblick darauf bringt Adele ihr wie versprochen eine Schüssel warmes Wasser, woraufhin sie sich auszieht, kurz wäscht, ihre Nachtwäsche überstreift und sich ins warme, weiche Bett verkriecht. Und für einen Moment ist sie sich sicher: sie wird nie wieder aufstehen.

Shalhor

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Sunday, March 17th 2019, 5:16pm

Sigourny ist so müde, dass ihre Lider schon zugefallen sind, als sich seine Lippen von ihrer Stirn lösen. Noch ein paar Augenblicke lang betrachtet er die zarten Wimpernkränze auf ihrem wundervoll porzellanhellen Teint, ihr hübsches, entspanntes Antlitz im Ganzen und ihre sanft geschwungen Lippen im Besonderen. Nie wieder eine Sterbliche, hm? Das war wohl nichts! Die Gerüchte um sie sind allesamt wahr. Bist still und heimlich bei mir eingestiegen und hast mein Herz gestohlen, du kleine Diebin, du, wird sein Lächeln ganz zärtlich, mit dem er sich schließlich aufrichtet und sie in Ruhe schlafen lässt. Ganz leise zieht er sich hinter den Paravent zurück, um sich für die Nachtruhe fertig zu machen, entkleidet sich, wäscht sich, zieht sich die legere, seidene Hose über und legt sich schließlich seinen Morgenmantel um, weil er sich noch nicht müde genug fühlt, um sich der Trance hinzugeben. So verlässt er barfuß und auf leisen Sohlen sein Gemach.

Auch Kaya scheint sich inzwischen schlafen gelegt zu haben. Kurz nur verharrt er vor ihrem Zimmer und lauscht. Aber kein Geräusch dringt nach außen und so schlendert er zufrieden in die Große Halle hinab, um sich mit einem Glas Wein an den Rand des Seerosenbecken zu setzen. Und wie sein Blick an Neridyes Portrait hängen bleibt, beginnt er zu überlegen, ob es nicht langsam an der Zeit ist, das Gemälde umzuhängen, in die Bibliothek über die Sitzecke beispielsweise. Dort würde es sich gut machen und inzwischen auch besser hinpassen. Sie ist schon so lang nicht mehr Herrin dieses Hauses und empfängt dennoch auch in diesen Tagen noch jeden Besucher des Hauses ... auf ihre Weise. Es erscheint ihm irgendwie jetzt irgendwie nicht mehr zeitgemäß. Oder zusammen mit Noravendis in den Ballsaal zu den Seiten des Rondells? Oder ins Esszimmer? Überhaupt ist ihm danach, Taresnar zu verändern, wenigstens den Ballsaal, der inzwischen so unnütz wie ein Kropf geworden ist - ein riesengroßer Kropf. Wenn man ihn aber teilen würde ... Inspiriert schlendert er zu den drei großen Flügeltüren, öffnet die Mittlere und geht hinein. Das hier könnte ein Flur hinaus zur Terrasse werden und die Räume links und rechts könnten neuen Gebrauch erfahren. Vielleicht ließe sich der eine sogar zur Bibliothek hin öffnen und der andere mit dem Abstellraum zusammen legen? Dann könnte das Esszimmer hier herunter ziehen und oben entstünde ein neues Privatgemach, ein Gästezimmer. Oder Kinderzimmer, man kann ja nie wissen, schmunzelt Shalhor doch etwas amüsiert über sich selbst. Das muss er weder heute noch morgen entscheiden. Aber es kann gewiss nicht schaden, die alten Baupläne heraus zu suchen und einen Baumeister zu konsultieren, was überhaupt an Veränderungen möglich wäre. Auch nicht gleich morgen, denn es gibt ja noch Kayas Ehrentag vorzubereiten und nicht zu vergessen die Wette mit Puh', nur auf die lange Bank schieben will er es nun auch nicht mehr. Sein Geist sprüht vor neuen Ideen, kaum ist der Entschluss gefasst, selbst als sein Glas leer und er selbst schon wieder auf dem Weg in sein Gemach ist. Denn es wäre doch gar nicht so schlecht, wenn sie das Botanikum auf die andere Seite verlegen würden, um die Räume des Ostflügels zu vergrößern. Kayas Zimmer könnte nach vorn rücken und von der herrlichen Fensterfront und dem kleinen Balkon profitieren und zwischen ihren Gemächern könnten Ankleidezimmer Platz finden. Vor seinem inneren Auge sieht er tausend Ideen vor sich, als er zu Puh' ins Bett steigt und sie an sich zieht. Sie werden definitiv Ankleidezimmer brauchen, wenn sie sich dazu entschließen sollte, hier mit ihm zu leben, denn wenn er eines weiß, dann dass die Kisten in ihrem Zimmer dort in der Dachkammer des Pfirsichs allen Kisten in Frauenhänden gemäß, garantiert Mysterien ohne Grund und Boden sein werden, Abgründe in ungeahnte Kleidervorkommen oder was Frau eben sonst so alles braucht. So gleitet er in die Nebel der Trance.
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Sigourny

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Sunday, March 17th 2019, 7:50pm

Sanft kitzeln sie die ersten Sonnenstrahlen. In der Nacht waren die Wolken über dem Ildoriel aufgerissen und hatten den Sternen Platz gemacht. Was aber auch eine eiskalte Nacht zur Folge hat und einen ebensolchen Morgen. Nur wenige dünne Nebelschwaden ziehen über den See, ansonsten verspricht es ein wunderbar klarer Tag zu werden. Sie hat nicht bemerkt, wie Shalhor ins Bett gekommen ist, aber nun liegt er hinter ihr, sein Arm ruht auf ihrer Hüfte und in ihrem Nacken spürt sie seinen warmen Atem. Noch ruht er in der elbischen Trance und sie liegt ganz still, um ihn nicht zu wecken. Aus dem Rest des Hauses ist kein Laut zu hören. Ihre Gedanken beginnen zu wandern. Was sie gestern zu ihm sagte, dass sich ihr Leben in den letzten Siebentage komplett umgedreht hat, ist wahr und gleichzeitig die Untertreibung des Zeitalters, zumindest was sie angeht. Wie war das – du wolltest keinem Mann vertrauen, ihn an dich heranlassen? Nun ja, dieser Vorsatz war wohl über Bord gegangen, von ihrem Seemann über die Planke geschickt worden. Und im selben Zug hat er die Eismauer, die sie um ihr Herz und ihre Seele gelegt hat, auch gleich eingerissen. Ein wenig Angst verspürt sie schon, ganz als hätte man ihr ihre Rüstung, ihren Schutz gestohlen. Aber es muss ja nicht immer so sein, die Mauer muss ja nicht eingerissen sein, es reicht eine Tür … eine Tür, zu der nur er den Schlüssel hat. Dieser Gedanke gefällt ihr. Beruhigt sie. Denn bei allem Glück, dass sie in diesen Momenten verspürt weiß sie doch um die Gefahr, die ihr noch immer droht, gleich schwarzen Gewitterwolken am Horizont. Und nicht nur ihr: all ihren Leuten. Das bringt ihre Gedanken zum Pfirsich. Tane würde heute mit den Büchern kommen. Sie vertraut den Zwillingen aber sie kennt auch die Händler. Würde sie einiges nicht selbst regeln, würden manche versuchen, sie zu übervorteilen. Auch würde sie sich spätestens in einigen Tagen wieder im Pfirsich zeigen müssen und zwar nicht nur eben kurz in den Tagesstunden, nein zur Hauptgeschäftszeit, um zu beweisen, dass sie noch da ist. Gerüchte entstehen schnell und Dars Geschichte vom verunglückten Reitversuch kann nur ein Aufschub sein. Ein wenig wundert es sie, dass sie noch nichts von Borgil Blutaxt gehört hat, immerhin ist er der Eigentümer des Pfirsichs. Der Zwerg hält sich zwar gänzlich aus ihren Geschäften heraus und die Pacht ist, am Gewinn gerechnet, ein Geschenk der Götter aber dennoch … das Haus ist sein Eigentum und als Meister der Ohrbläser weiß er mit Sicherheit um die Turbulenzen der vergangenen Tage. Aber andererseits naht der Julmarkt und die Harfe liegt im Zentrum des Geschehens, vielleicht sind sie und ihre Leute gerade nicht im Fokus der Aufmerksamkeit … was sicher kein Fehler ist. Sie will kein unnötiges Aufheben und vor allem nicht noch mehr Leute mit hineinziehen.

Wie oft in den letzten Tagen fragt sie sich, wie sie aus dem ganzen Schlamassel mit der Orchidee und der alten Gewitterziege Grappe wieder herauskommen soll. Hatte sie vor ihren Ausflug in die Unterstadt noch die Möglichkeit in Betracht gezogen, sich zu opfern, um wenigstens die Anderen zu retten, erscheint ihr diese Option nun gänzlich irrsinnig. Keine Lügen, keine Geheimnisse und keine Alleingänge … das hat sie ihm versprochen. Aber gerade die Sache mit den Geheimnissen … in ihrer Vergangenheit gibt es einige dunkle Flecken, Dinge und Ereignisse, die sie am liebsten vor sich selbst verstecken würde. Bevor sie sich aber weiter in eine Panik denken kann, spürt sie eine Bewegung hinter sich und einen Kuss in ihrem Nacken. Mit einem Lächeln dreht sie sich um und blickt in ein Paar indigoblaue Augen. „Guten Morgen!“ Zärtlich fährt sie die Konturen seines Gesichts nach, ehe ihre Lippen sanft die seinen berühren. Mit einem Lächeln fängt er ihre Finger mit seiner rechten Hand ein und haucht ihr einen weiteren Kuss auf die Fingerspitzen. Ihr Blick fällt auf seine Handinnenfläche und die dort befindliche Narbe. „Möchtest du mir erzählen wo die herkommt?“
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Shalhor

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Tuesday, March 19th 2019, 1:14am

Anders als durch beängstigende Alpträume aus der Trance gerissen, gleitet Shalhor einen weiteren Morgen angenehm sanft aus der Trance ins hier und jetzt an die Seite einer aufregenden Frau, deren Duft seine Sinne noch eher erreicht als ihre Besorgnis. Was ihr Sorge macht, kann er allerdings nur vermuten ... könnte, denn dieser Morgen ist viel zu schön, um ihn mit bedrückenden Gedanken zu beginnen und er regt sich erst, als er sich sorgfältig gegen ihre Empfindungen abgeschirmt hat. Das sollte er ihr vielleicht auch sagen, dass er fühlt, was sie fühlt, wenn sie keine Barriere trennt ... aber nicht jetzt, da ihr Nacken vollkommen bar vor ihm liegt. Er kann gar nicht anders, als ihn mit seinen Lippen zu malträtieren, zärtlich versteht sich, nur längst nicht so ausgiebig, wie er gern wollen würde, denn kaum spürt sie es, dreht sie sich auch schon zu ihm herum. Wenn ihn nicht bereits ihr Lächeln entschädigen würde, so würde es ihr Kuss. Aber das genügt ihm dennoch nicht. Mit einem Lächeln fängt er ihre Hand ein und setzt seine Liebkosung an ihren Fingerspitzen fort. Da fragt sie ihn nach der Narbe, die seine Handfläche teilt. Eigentlich steht ihm ja weniger der Sinn nach reden und im Grunde ist diese Narbe auch kaum der Rede wert. Was nicht heißen soll, dass sie keine Antwort verdient hätte. Das hat sie natürlich. Er muss kurz überlegen, sich erinnern. War es die erste... nein ... "zweite Trainingseinheit, wenn ich mich recht entsinne auf der 'Göttergruß'. Ich habe mit bloßer Hand ins losgerissene Fall gegriffen .. eine Bö und das Tau hat mir das Fleisch bis auf die Knochen zerfetzt. Das war ein wirklich dummer Anfängerfehler ... aber nicht ganz unverdient", lächelt er, um die Verlegenheit zu überspielen und stemmt seinen Arm in die Kissen, um seinen Kopf aufzustützen. Einer Anderen würde er längst nicht so freimütig seine Schwächen eingestehen wollen. Bei ihr ist das anders. Über das warum denkt er allerdings keinen Moment lang nach, nimmt es hin und spielt stattdessen lieber zärtlich mit ihren Fingern. "Auf der Akademie war ich der Beste des Jahrgangs und wollte auch auf dem Schiff beweisen, was ich so drauf hatte. Hochmut kommt vor dem Fall ... manchmal wortwörtlich ... ich war so jung wie ungestüm, aber eben nicht unfehlbar ... Heute bin ich natürlich nur noch ungestüm!", funkelt sein diabolisches Lächeln sie dabei geradewegs an. Wie er das meint, weiß sie spätestens, als er sie an sich zieht. Geradezu hungrig suchen seine Lippen ihren süßen Mund und geben sich damit längst nicht zufrieden.
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Sigourny

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143

Tuesday, March 19th 2019, 2:28pm

>… ... ich war so jung wie ungestüm, aber eben nicht unfehlbar ... Heute bin ich natürlich nur noch ungestüm!< Sein Lächeln jagt ihr einen wohligen Schauer über den Rücken und ihr glockenhelles Lachen wird von seinem feurigen Kuss erstickt … und bei diesem bleibt es bei weitem nicht. Waren ihre letzten Vereinigungen von wilder Leidenschaft zum einen und sanfter Zärtlichkeit zum anderen geprägt mischt sich nun alles und mündet in einem Auf und Ab aus neckischem Spiel und sanftem Miteinander. Im Zuge dessen findet Shalhor heraus, dass seine kleine Herzensdiebin an den Seiten unter dem Rippenbogen entsetzlich kitzlig ist, was er ausgiebig zu nutzen weiß. Sie bekommt fast keine Luft mehr vor Lachen, als sie es endlich schafft, seinen flinken Fingern ans andere Ende des Bettes zu entkommen. "Das ist unfair!" beschwert sie sich in gespielter Entrüstung und wirft eines der Kissen in seine Richtung. Bei der nun folgenden Kissenschlacht verteilen die selbigen sich dann im ganzen Gemach, ehe sie ihn schließlich zu fassen bekommt. Nun ist es an ihr, Unfug zu machen und frech, verspielt knabbert sie an seinen Ohrspitzen. Ihr Seemann ist unter seiner beherrschten Fassade temperamentvoll und leidenschaftlich und als Inaris Tanz seinen Höhepunkt erreicht, sehen sie einander tief in die Augen.

Als die Leidenschaft abgeklungen ist, liegt sie an seiner Seite. Die Optik der verspiegelten Kuppel erweckt den Eindruck, als würde sie sich selbst von weit weg beobachten und was sie sieht gefällt ihr – auch wenn das Gemach in gewisser Weise einem Schlachtfeld gleicht; nicht nur die Kissen liegen überall verteilt auch ein nicht unbeachtlicher Anteil der Daunen bedeckt den Boden, die Stühle und natürlich die Bettstatt. Sigourny zupft Shalhor kichernd eine der Federn aus dem Haar und spielt ein wenig damit, ehe sie sie wegbläst. So ausgelassen und fröhlich, ja regelrecht verspielt, hat sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. In seiner Gegenwart kann sie es sein, kann das junge Mädchen sein, das sie nie sein konnte. >Ein Königreich für deine Gedanken Puh‘.< „Hmm?“ fragend blickt sie ihn an. >An was hast du eben gedacht? < Lächelnd zupft nun er seinerseits eine Feder aus ihren Locken. „Ich hab‘ nur gerade gedacht, dass ich sehr glücklich bin und am liebsten die Zeit anhalten würde.“ Bei diesen Worten wird sie ein klein wenig rot um die Nase, während sie sich an ihn kuschelt.
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Kaya

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Friday, March 22nd 2019, 11:18pm

Zufrieden räkelt Kaya sich unter der Bettdecke, während sich ihr Geist allmählich aus einem recht erholsamen Schlaf schält. Nur ein Traum in der letzten Nacht und der gar nicht so wild, so dass sie recht schnell wieder hat Ruhe finden können. Nach den Erfahrungen der letzten Tage kann sie darüber nun wirklich nicht meckern.
Gemächlich wandert ihre Hand unter der Bettdecke hervor und schiebt diese von ihrem Gesicht. Blinzelnd ob der ersten Sonnenstrahlen des Tages, die einfallen als wollten sie ihr einen ungewöhnlich sonnigen Nebelmondtag versprechen, blickt Kaya von ihrem Bett aus hinaus aus dem Fenster und lässt ihre Gedanken noch eine Weile träge ruhen.
Schließlich aber schlägt sie die Decke zurück und steht auf. Am liebsten würde sie gleich raus und etwas mit den Hunden herumtollen. Doch schon klingt Adeles Stimme in ihrem Kopf, die ihr nahelegt, nun doch wirklich zuerst ein Bad zu nehmen. Und vermutlich ist das auch eine ganz gute Idee.
Kaum hat Kaya einen Schritt aus ihrem Zimmer gewagt, hält sie auch schon wieder inne und starrt auf die Tür zu Shu’re Shalhors Gemach. Wie angewidert verzieht sie das Gesicht, als sie die Stimme und das Lachen der fremden Frau (ganz sicher in seinem Bett) vernimmt. Eilig schreitet sie am Zimmer vorbei und immer noch in ihrer Nachtwäsche die Stufen hinunter. Sie will gar nicht wissen, was die beiden da treiben oder ob sie es treiben. Das wird doch hoffentlich nicht die nächsten Tage so gehen…
Zusammen mit Jorindel, die sie begleitet (und die wie alle längst gewohnt ist, dass Kaya es nicht scheut auch in ihrem Leibchen durchs Haus zu wandern), befüllt sie den Zuber in den Gesindekammern mit warmem Wasser und lässt sich Seife, Schwamm und Tuch reichen.
Kaum allein, streift sie sich die Nachtwäsche vom Leib und steigt in das angenehm warme Wasser. Mit einem leisen Seufzen lässt sie sich in das Wasser sinken und genießt es für ein Weilchen erst einmal nur mit geschlossenen Augen.

Shalhor

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Monday, April 22nd 2019, 4:07am

Shalhor muss lachen, wie sie sich so verschämt an ihn schmiegt wie ein kleines Vögelchen, dass Schutz im elterlichen Gefieder sucht. Die Sache hat nur einen Haken. Es mag ja noch die ein oder andere Daunenfeder irgendwo an ihm kleben, zum Federkleid reicht es allerdings bei Weitem nicht, nicht einmal zum dünnen Flaum und der rosige Hauch, der sich auf ihre Wangen schleicht, bleibt ihm nicht verborgen. Er findet das genauso entzückend wie die Vorstellung, die Zeit oder vielmehr das Glück dieser Augenblicke einfach festhalten zu können. Wann hat er zuletzt schon etwas so völlig Albernes getan wie diese Kissenschlacht, ohne sich dabei ziemlich dämlich vorzukommen? Ja wann überhaupt? Halt, da war doch diese Schneeballschlacht am Ildorellufer mit den Mitarlyrs vor ... drei Sonnenläufen, erinnert er sich. Und ja, die war genauso albern, zählt aber nicht, denn dazu war er schlichtweg genötigt. Andernfalls hätte Kaya ihn gelehrt, wie erbärmlich tiefgefroren man sich als Schneemann so fühlt und auf diese Lektion hatte er dann doch lieber verzichtet. Nach der Schlacht gab es diesen einen wundervollen Moment, den er nicht missen möchte. Ansonsten war dieser Tag doch sehr durchwachsen. Kaya sollte an diesem Tag in dem Sternenadlerküken eine Freundin finden, doch die Gewissheit Uki verloren zu haben, hatte ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Das war keine leichte Zeit, nicht für sie und nicht für ihn.

Heute ist alles anders. Die Federkissenalberei war weder erzwungen, noch fühlte er sich dabei schrecklich dämlich, sondern wunderbar unbeschwert, so frei und wild und ... Sie verdreht ihm so den Kopf, dass ihn nicht einmal das Daunen-Chaos in seinem Gemach interessiert. Er hat nur Augen für sie nur sie und mit sanften Fingerspitzen zeichnet er ihre Züge nach. "Der Gedanke wäre reizvoll ...", flüstert er zärtlich, "... wenn es da nicht nur noch so viele andere schöne Dinge gäbe, die ich mit Dir erleben will. Ich bin noch noch kein einziges Mal mit dir Hand in Hand am Ildorell entlang geschlendert. Wir haben noch kein einziges Mal miteinander getanzt und ich will doch hoffen, du bist spätestens zu Inarinar diese Schiene los. Vielleicht wagst du mit mir den Sprung über's Feuer?" Ganz leise ist Shalhor bei dieser letzten Frage geworden und streicht sich selbst verlegen geworden durch das Haar. Im Grunde weiß er ja selbst, dass er viel zu weit voraus greift und er will die sprichwörtlichen Pferde ganz sicher nicht scheu machen. Es ist nur ... er ... sie ... es fühlt sich nach mehr an ... oder nicht? "Ich habe dich überhaupt noch kein einziges Mal ausgeführt, dich in keiner lauen Sommernacht auf mein Schiff entführt und wer weiß, vielleicht findest Du doch noch Gefallen an Pferden und wir reiten aus, einfach so, irgendwohin, zu den Sarthefällen oder den heißen Quellen." Er hat so vieles schon so lange nicht mehr getan und mit einem Mal solche Lust darauf. Es besteht kein Zweifel, daran ist nur sie schuld, sie ganz allein. Also wird sie das auch tunlichst ausbaden müssen, lächelt er still vor sich hin und alle Sorgen wegen der Grappe sind in weite Ferne gerückt. Sein Blick ruht auf ihr beider Spiegelbild oben im Kuppelrund und findet, sie steht ihm ausgesprochen gut. Du ihr vielleicht auch?
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Sigourny

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Tuesday, April 23rd 2019, 5:54pm

Ihre Blicke treffen sich im Spiegel des Kuppelrunds, während sie seinen Worten lauscht. Tanzen, Spaziergänge am Ildorel, sein Schiff, vielleicht sogar die Ausritte … all das klingt wie ein wunderbarer Traum. Ihr Leben war bisher geprägt von Kampf, Flucht, Verstecken und in den letzten Jahren von Arbeit und auch wenn sie diese liebt und sich nichts anders vorstellen kann, etwas einfach nur zum Vergnügen zu tun … es ist, als würde er ihr eine Tür in ein fremdes Land öffnen. Eine kleine bösartige Stimme in ihrem Hinterkopf versucht zwar sich hämisch bemerkbar zu machen und ihr zu erklären, dass Träume immer enden und Türen schnell zufallen, doch diese Nervensäge wird unverzüglich (und erstaunlich leicht) von ihr zum Schweigen gebracht. „Wenn alles glatt läuft, dann sollte ich die Schiene Mitte bis Ende Silberweiß ablegen können … also weit vor den Inarien. Und ja … ich würde gern mit dir über‘s Feuer springen. Und auch alles andere tun.“ Dass er bei seiner Frage so verlegen geworden ist, rührt sie zutiefst. Er ist so viel älter als sie, weltgewandter und doch scheint das zwischen ihnen für ihn ebenso etwas Besonderes und Kostbares zu sein wie für sie. Sie haucht ihm einen zärtlichen Kuss auf die Nasenspitze und fühlt sich in diesem Moment so sicher und geborgen wie noch nie zuvor in ihrem Leben und nun kommen auch ihr Ideen, was sie gemeinsam alles erleben könnten.

„Wir können im Winter vor dem Kamin sitzen und Karten spielen oder gemeinsam Geschichten lesen. Vielleicht … vielleicht kannst du es mir beibringen, richtig mein ich, nicht das Gestotter, was ich im Moment von mir gebe, wenn ich lese.“ Mit leichtem Erstaunen merkt sie, dass es ihr kein bisschen peinlich ist, ihm gegenüber einzugestehen, dass sie sich mit dem Geschriebenen ziemlich schwer tut. Nicht einen Moment befürchtet sie, dass er ihre Schwäche ausnutzen oder darüber lachen könnte. „Und wir könnten im See schwimmen, in einer einsamen Bucht oder im Mondlicht, nachts, wenn uns keiner zusieht. Und wenn die Karawane kommt, einfach über den Markt bummeln, nicht weil man etwas kaufen muss, sondern um sich alles anzusehen, sich einfach treiben lassen.“ Die nervige Stimme in ihrem Hinterkopf meckert zwar postwendend herum, wer sich dann bitte bei all dem Müßiggang um das Geschäft kümmern soll, doch daran will sie nicht denken, keinen Moment. Es würde sich alles finden, irgendwie. Denn in diesem Moment will sie einfach egoistisch sein und an sich denken, glücklich sein und mit ihm, der hoffentlich genauso glücklich ist, in Träumen schwelgen. Ihr Blick wandert wieder empor zum Spiegel und erneut treffen sich dort ihre Blicke. Auch wenn sie, was die Herkunft angeht, wohl nicht unterschiedlicher sein könnten, findet Sigourny, dass sie optisch ausgesprochen gut zusammenpassen. Sie ist zwar keine Empathin aber das Leben hat sie eine gute Menschenkenntnis gelehrt und diese sagt ihr, dass dieses Zusammen-passen nicht nur äußerlich ist. Ihre Seelen scheinen sich zu ergänzen, als würde jeder dem anderen einen Teil geben, der fehlt oder verloren ging. Warum sie dieses Gefühl nach schon so kurzer Zeit hat, kann sie sich nicht erklären aber es ist ein schönes Gefühlt und darum will sie es gar nicht erst hinterfragen.

Noch einige Minuten genießen sie die traute Zweisamkeit, während das Haus langsam zum Leben erwacht. Auch die Nebelschwaden haben mittlerweile endgültig der Sonne Platz gemacht. „Was hast du heute vor?“ fragt sie ihn schließlich. Zwar widerstrebt es ihr, aber sie würden die Bettstatt irgendwann doch verlassen müssen, wollten sie der Phantasie des Gesindes nicht weitere Nahrung geben. Während sie eine Antwort abwartet, rollt sie sich auf den Bauch und stützt das Kinn in die Handfläche. Ihr Blick huscht durch das Gemach: nun ja, so wie es hier aussieht, ist genug Platz für Spekulationen. Vielleicht sollte sie aufräumen, bevor jemand anderer den Raum betritt. Und irgendwann in den Vormittagsstunden würde auch Tane auftauchen, immerhin hat sie Dar gebeten, ihn mit einigen Geschäftsunterlagen zu ihr zu schicken. Ob sie sich dann allerdings gleich damit beschäftigen will, sei dahingestellt, denn davon laufen würde ihr die Arbeit nicht … und es würde auch kaum jemand sie für sie erledigen. Gespannt sieht sie ihren Seemann an, neugierig zu erfahren was er sich für diesen Tag vorgestellt hat.
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Tane

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Wednesday, May 29th 2019, 1:14pm

<- Die Straßen der Stadt

Während er den Weg auf das Haus zugeht, bemerkt er die Hunde, die ihn mit wachen Blicken mustern. Den Rüden kennt er ja schon von der Rettungsaktion in der Unterstadt, dennoch lässt er keines der Tiere aus den Augen. Er kann einfach nicht wirklich mit Hunden, diese scheinen förmlich zu riechen, dass er mitunter eigenständige Touren in fremden Häusern unternommen hat. Ihnen einen letzten skeptischen Blick zuwerfend betätigt er diesmal im Gegensatz zu seinem letzten Auftritt ganz gesittet den Glockenzug. Wenig später wird die Eingangstür von derselben Magd wie beim letzten Mal geöffnet. Auch sie erkennt ihn, ihr Blick spricht Bände. Tane hat damit gerechnet und noch ehe sie irgendetwas sagen kann, verneigt er sich galant und überreicht ihr die Rose. „Werte Dame, den Göttern zum Gruß! Mein Name ist Tane und ich komme, um Madame Sigourny die Geschäftsunterlagen zu bringen, um die sie gestern Iza k’Dar gebeten hat. Aber …“ Tane hat sich zwischenzeitlich aus der Verneigung erhoben. „… ich möchte auch in diesem Atemzuge die Gelegenheit nutzen, um mich bei Ihnen, werte Dame, für mein ungehobeltes Benehmen bei unserer letzten Begegnung zu entschuldigen. Ich hoffe, mein der Aufregung und Angst geschuldetes, Verhalten hat Ihnen bei Ihrem Dienstgeber keine allzu großen Unannehmlichkeiten beschert?“

Es ist nicht leicht, Adele in irgendeiner Form aus der Fassung zu bringen, aber als sich an diesem Morgen ein hübscher junger Mann in galantester Weise vorstellt, ist sie für einen Moment sprachlos. Den Göttern sei Dank lässt dieser noch eine, wenn auch charmante doch schwülstige, Rede hören, was ihr Zeit gibt, sich zu fangen. Um ihre Überraschung zu verschleiern, verschränkt sie die Arme vor der Brust und mustert ihr Gegenüber. >Junger Mann, mich eine Dame zu nennen, bringt mich in starke Verlegenheit, was äußerst unhöflich ist. < Ihren Worten wird die Schärfe durch ein feines, gutmütiges Lächeln genommen, welches sich um ihre Lippen schleicht. Tane kennt diesen Gesichtsausdruck, allerdings in einem weitaus älteren Gesicht. Annest sieht ihn (oder auch andere) auch so an, wenn ihr gutes Herz die Oberhand gewinnt. Tane hat aber dennoch den Anstand, zerknirscht auszusehen. >Ich kenne die genauen Umstände nicht, aber angesichts der Tatsache, in welcher Verfassung seine Lordschaft und Madame hier angekommen sind, scheint mir, dass die Aufregung doch bis zu einem gewissen Maße gerechtfertigt war. Doch beim nächsten Mal …< bei diesen Worten hebt sie gespielt drohend den Zeigefinger ihrer rechten Hand >… sofern es so etwas gibt, was ich nicht hoffen will, würde ich es sehr schätzen, wenn weniger drastische Maßnahmen ergriffen werden. Es war äußerst mühsam, die Bettstatt wieder trocken zu legen! < Tane kann sich ein Grinsen nun nicht mehr verkneifen. „Nehmt diese bescheidene Rose als kleines Zeichen meiner Entschuldigung!“ >Danke … aber ihr sollt wirklich nicht so dick auftragen, denkt daran, Frauen wollen nicht gerne in Verlegenheit gebracht werden. < Dennoch hält die oberste Magd das Geschenk so vorsichtig in den Händen, als wäre sie aus zerbrechlichem Glas als sie Tane ins Haus bittet. >Seine Lordschaft und Madame sind noch nicht aufgestanden. Ihr könnt die Unterlagen aber gerne bei mir lassen, ich werde sie Madame beim Frühstück überreichen. < So wie die Magd sich über sie Umstände in Kenntnis setzt, klingen bei Tane die Alarmglocken. Sie sind noch nicht aufgestanden? Das klingt sehr nach ‚sie stehen gemeinsam auf‘ und das heißt wiederrum … sollte da wirklich etwas zwischen seiner Ziehschwester und dem Spitzohr laufen? Nachdenklich folgt er der Frau ins Haus. In der Eingangshalle wandert sein Blick wie von selbst nach oben zu jener Tür hinter der sich, wie er weiß, das Schlafgemach befindet.

Kaya

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148

Wednesday, May 29th 2019, 4:37pm

Gemächlich sortiert Kaya ihr noch feuchtes Haar - denn die vielen geflochtenen und gefilzten Strähnen trocknen etwas langsamer als die wilde gelockte Mähne, die sie früher trug – um das Deckhaar am Hinterkopf wieder zusammen zu binden und flicht vorsichtig die Federn wieder ein. Gekleidet hat sie sich in ein hellbeigefarbenes, etwas weiteres Leinenhemd und eine eng anliegende, dunkelbraune Lederhose. Die Kette aus Wolfszähnen und knöchernen Perlen hängt wieder sie wieder um ihren Hals ehe sie auf baren Sohlen die Gesindekammer verlässt, um sich bei Halla nach einem Frühstück zu erkundigen. Der Hausherr schläft heute ungewöhnlich lange – Sofern er überhaupt denn schläft und nicht… Hmpf… - und Kaya hat sicher keine Lust den ganzen Vormittag auf ihn und die Frau in seinem Bett zu warten.
Gerade tritt sie auf den oberen Wandelgang als sie Stimmen von unten vernimmt und inne hält. Adele tritt mit einem fast schon hüpfenden Schritt – was man aber auch nur wahrnehmen kann, wenn man sie schon etwas länger kennt – und etwas in der Hand haltend – Ist das etwa eine Rose? - in die große Halle. Doch sie ist nicht allein, wie Kaya rasch zur Kenntnis nimmt, und mit einem großen Schritt hinter die nächste Säule huscht. Als sie dahinter hervor lugt, erkennt sie einen jungen Mann mit kastanienbraunem Haar, der fast augenblicklich zu ihr hoch blickt. Nein, nicht zu ihr, stellt sie fest, sondern in Richtung des Gemachs des Hausherrn. Na toll. Noch einer…
Fast schon ein wenig genervt setzt sie ihren Weg fort und geht sie Treppe herunter in die große Halle, in der sie die Tür ansteuert, allerdings ohne den hochgewachsenen Mann aus den Augen zu lassen. Auf Höhe der Küchentüre bleibt sie stehen, macht allerdings keine Anstalten eben diese zu betreten, verschränkt stattdessen die Arme vor der Brust und meint zu ihm: „Und wer bist du?“

Tane

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149

Wednesday, May 29th 2019, 8:21pm

>Und wer bist du? < bei diesen Worten wendet Tane seine Aufmerksamkeit einem jungen Mädchen zu, dass ihn misstrauisch mustert. Er hat sie schon bemerkt, als sie noch auf der Galerie gestanden hat, doch hat er sich nichts anmerken lassen. Mit seiner guten Menschen- und noch besseren Frauenkenntnis erkennt er sofort, dass schöne Worte und Schmeicheleien bei diesem Kind, nein eigentlich ist sie schon eine junge Frau, nichts bringen werden. Im Gegenteil vermutlich. Und da er soeben erst die Scharte seines letzten Besuchs ausgefeilt hat und sich mit Sicherheit nicht mit Schwung ins nächste Fettnäpfchen setzen will, belässt er es bei einem freundlichen, aber unverfänglichen Grinsen. „Dir auch einen schönen guten Morgen!“ kann er sich aber doch nicht verkneifen. „Mein Name ist Tane, ich bin Sigournys Ziehbruder. Meine Schwester hat mich gebeten ihr einige Unterlagen ihres Gasthauses zu bringen, da sie momentan ja auf Grund ihrer Verletzung nur eingeschränkt bewegungsfähig ist. Und im Zuge dessen hat sich mir die Möglichkeit eröffnet, die liebreizenden …. „An dieser Stelle kommt seine geschliffene Rede ins Stocken, wird ihm doch siedend heiß bewusst, dass er nicht einmal den Namen der Magd kennt. >Mein Name ist Adele, ich bin die oberste Magd in diesem Haus. < hilft ihm selbige mit einem milden Lächeln aus der Verlegenheit. „… die liebreizende Adele um Verzeihung zu bitten, was ein Missverständnis angeht, das im Zuge meines letzten Besuchs vorgefallen ist.“ Schön langsam hat er das Gefühl, einen Knopf in die Zunge zu bekommen, aber solange er nicht weiß, mit wem er es zu tun hat, will er lieber jeden verstaubten Zipfel guten Benehmens und geschliffener Umgangsformen hervorkramen, den er finden kann. Auch wenn er schon des Öfteren die Erfahrung gemacht hat, dass gerade die feinen Damen zwischen den Laken und Fellen sämtliches Benimm schlagartig vergessen (wenn er an die Ausdrücke einer gewissen Edlen denkt bekommt sogar er jetzt noch rote Ohren), in der Öffentlichkeit, und sei diese noch so klein, ist Etikette und Anstand gefragt. „Und mit wem habe ich das Vergnügen?“ gibt er die Frage zurück.

Kaya

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150

Wednesday, May 29th 2019, 10:22pm

Kaya rollt mit den Augen als der, der sich Tane nennt, anfängt zu säuseln, dass Adele ihm sogar mit einem entzückten Lächeln hilft, sein Süßholzgeraspel unbeirrt fortsetzen zu können anstatt ihn ein wenig zappeln zu lassen und ihn nach ihrem Namen fragenzulassen. Sigourny… So hatte sich die Frau gestern Abend vorgestellt. Shu’re Shalhor lässt jetzt doch wohl nicht noch deren Familie mit ins Haus? Da fällt ihr Blick auf die erwähnten Unterlagen in seiner Hand.
>Und mit wem habe ich das Vergnügen?< Kaya blickt auf und geradewegs in seine dunkelbrauen Augen. „Kaya“, antwortet sie. Dummerweise kennt Adele Kaya schon zu gut, dass sie genau weiß, dass diese keineswegs vorhat den jungen Mann weiter aufzuklären, weshalb es die oberste Magd ist, die hinzufügt, gerade als Kaya sich abwenden will: „Die junge Dame von Taresnar.“ Kaya schnaubt leise. Adele weiß ganz genau, dass sie diesen Titel nicht mag. „Habt ihr zufällig etwas zum Frühstück für mich?“, lenkt Kaya mit dieser an Adele gewandten Frage schnell ab. „Natürlich. Es steht bereit. Aber möchtest du nicht mit seiner Lordschaft speisen?“
„Hmpf“, entfährt es Kaya und verkneift sich vor dem Fremden einen Kommentar, der dem Hausherrn später unangenehm sein könnte. Dann wird sie halt warten, es schien ihm ja auch etwas zu bedeuten. Statt also zu frühstücken wendet sie sich von Adele ab und stapft an Tane vorbei Richtung Eingang, während sie dabei nur meint: „Aber ewig warte ich nicht mehr.“ Da hält sie inne, dreht sich noch einmal zu dem jungen Mann um und nickt hoch in Richtung der Schlafgemächer mit dem Kommentar: „Das könnte noch was dauern“, ehe sie das Entree betritt und sich Strümpfe und Stiefel anzieht, um nach den Hunden zu sehen.

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