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Azra

Stadtbewohner

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Posts: 1,058

Occupation: Wirtin der Goldenen Harfe

Location: Talyra

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1

Wednesday, March 5th 2014, 2:35pm

Die Tausendwinkelgassen

Die Tausendwinkelgassen sind zweifellos das wundersamste Stadtviertel Talyras - und das, das am schwersten zu finden ist, obwohl es mitten im pulsierenden Herzen der Stadt liegt. Verborgen vor allzu neugierigen Augen erstreckt sich dieses verwirrende Labyrinth, eingezwängt zwischen hohen Mauern, wie ein langgezogenes Dreieck vom Marktplatz bis hinauf zu den verschwiegenen Tempelhainen. Der Eingang zu diesem seltsamen Irrgarten aus verwinkelten Straßen, Gässchen, verborgenen Höfen und Plätzen, liegt gut versteckt im Hinterhof des Kupferkessels, eines kleinen Gasthauses am Nordrand des Markplatzes, das Magier, Seher, Hexenmeister, Schamanen, Zauberer und manch sonderbare Wesen geradezu wie ein Magnet anzuziehen scheint. Verlässt man die Taverne durch den hinteren Ausgang und betritt das verzwickte Gassenlabyrinth, taucht man unvermittelt in einen brodelnden Hexenkessel ein und glaubt, sich in einer anderen, magischen Welt wiederzufinden - in einer Welt der Zauberei, in der die Zeit und die Naturgesetze keine Macht zu haben scheinen.

Nicht enden wollendes Stimmengewirr in allen Zungen Rohas schwirrt durch die Gassen, das Geschrei von Händlern und Passanten, knurrig gemurmelte Zaubersprüche, Kinderlachen, Altweibergeschwätz und hitzköpfige Streitgespräche, Schimpfworte, Flüche und philosophische Diskussionen, aufgeregtes Feilschen in fremden Sprachen, melodischer Bardensingsang und Vogelgekrächz vermischen sich zu einer bunten, lauten, exotischen Geräuschkulisse, die man guten Gewissens ohrenbetäubend nennen kann. Die engen, verwinkelten Gassen, manche so schmal, dass sich kaum zwei Personen aneinander vorbeidrängen können, scheinen von seltsamem Volk nur so zu wimmeln und das Gewühl erinnert manchmal tatsächlich an einen wildgewordenen, magischen Ameisenhaufen. Spitzohrige Elfen drängen sich durch die Menge, ebenso wie kleingewachsene Gnome mit dunkler, ledriger Haut, waffenstarrende Zwerge, Gossenkinder, Bettler und Lahme, Kräuterweiber mit Huckelkörben voller Blätterbüscheln oder Bauchläden, in denen sie ihre Kräutlein, Tees und Tinkturen feilbieten, blassgesichtige Magieschüler und finster dreinblickendes Diebsgesindel schleichen durch die Gassen, Zauberer in eindrucksvollen, runenbestickten Roben findet man hier ebenso wie Menschen in einfachen Gewändern, Küchenmägde, Kobolde, rotgesichtige Händler, Beutelschneider, stolze Zentauren, hochgewachsene Faune, Gaukler, Gelehrte und winzige, schillernde Feen mit irisierenden Flügeln, die in den Gassen herumschwirren und die Luft mit ihrem glockenhellen Gelächter füllen.

Ein Laden reiht sich hier an den anderen, Alchimistenküchen und Edelsteinhändler, Kräuter- und Teeläden neben den Stuben von Schriftgelehrten, Übersetzern, Schreiberlingen und Pfandleihern, Apotheken, Buchläden und Wunderheiler, Wahrsager und Geschäfte mit magischen Zutaten. Vor manchen Läden baumeln an Ketten Dutzende von Käfigen in allen Größen und Formen, mit Brieftauben und kreischenden Paradiesvögeln, Eulen, Botenvögeln und schwarzgefiederten Raben, Eidechsen, Kröten, handtellergroßen Spinnen, Ratten, Salamandern und den merkwürdigsten Tieren, die man sich denken kann. Es gibt kaum etwas auf Rohas weitem Rund, das man in den Tausendwinkelgassen nicht erwerben könnte und die Läden und Schaufenster scheinen schier überquellen zu wollen von Schriftrollen und magiedurchwirkten Gegenständen, verstaubten Büchern, Schutzamuletten und Talismanen, verzauberten Waffen und magischen Klingen, seltsamen Apparaturen und Erfindungen, Liebestränken und magischen Zutaten, Phiolen mit erlesenen Essenzen, tödlichen Giften und allerhand merkwürdigen Flüssigkeiten, exotischen Musikinstrumenten, Runensteinen, Zauberstäben und allen nur erdenklichen Waren und Gütern.

Buntbemalte Holztafeln und edle Messingschilder baumeln über den Eingangstüren, blankgeputzte, spiegelnde Schaufenster prahlen mit protzigen Auslagen neben verstaubten Butzenglasscheiben, marmorne Säulen erheben sich neben krummem, spitzgiebligem Fachwerk. Manche der Häuser sehen aus, als hätte man sie in die schmalen Lücken, in denen kaum zwei Passanten aneinander vorbeipassen würden, einfach von oben hineingepropft, andere, als würden sie direkt aus dem Boden gewachsen sein. Manche Häuser neigen sich so windschief zur Seite, dass man Angst haben muss, sie könnten jeden Moment umkippen, andere kuscheln sich zusammen, als müssten sie sich gegenseitig stützen. Überall gibt es verwirrende Durchgänge und Tore, Treppen und Stiegen und überstehende Dächer, Balkone und winzige Erker. Manche Häuser und Ladenfenster sind von außen gerade mal so breit, wie man beide Arme ausstrecken kann, schaut man jedoch in das Innere, tun sich gewaltige Hallen auf; andere Geschäfte wiederum sind einfach nur da und dann auf einmal verschwunden oder an ganz anderer Stelle, wenn man sie für einen Moment aus den Augen lässt. Nicht wenige haben sich in diesem undurchschaubaren Labyrinth der Tausendwinkelgassen schon völlig verlaufen, deswegen gib acht, Wanderer, wenn du nicht in ihren Bann geraten willst.

NSCs:

Wagglefold, ein uralter, kaum schrittgroßer Kobold mit Watschelgang, dicken Augengläsern und einem Gesicht wie ein verhutzelter Apfel, der mehr über die Geschichte der Immerlande und ihre Völker weiß als so mancher Gelehrte. Er betreibt ein winziges Lädchen inmitten des Gassengewirrs, in dem er vor allem mit Informationen handelt, sei es, dass er - gegen entsprechende Entlohnung natürlich, denn auch Kobolde müssen von etwas leben - sein Wissen über Land und vor allem Leute preisgibt, wichtige Informationen auszuspionieren bereit ist oder magischen Gegenständen ihre Geheimnisse entreißt und ihre Rätsel entschlüsselt.

Grand Maester Cole - ein Mensch mittleren Alters, dick, glatzköpfig, behäbig und mit einem kugelrunden Mondgesicht ausgestattet - besitzt einen Laden am westlichen Rand der Tausendwinkelgassen, nahe der hohen Mauer. Dort geht er allerlei dubiosen Studien nach, worauf allein schon die Ladeneinrichtung schließen lässt, die wie eine Mischung aus Labor, Buchhandlung und Menagerie anmutet, zum anderen bietet er allerlei seltsames Getier zum Verkauf an, vom Feuersalamander bis hin zum ausgebildeten Botenvogel.

Die alte Lejula mag eine Gnomin sein, doch niemand weiß das so genau. Klein und bucklig von Wuchs, die braune, runzlige Haut von einem zarten Fell überzogen, mit langen, haarigen Ohren und einem Paar runder, schwarzglänzender Vogelaugen ausgestattet, sieht sie in jedem Fall reichlich gewöhnungsbedürftig aus. Lejula betreibt ein kleines Alchemiegeschäft in den Tausendwinkelgassen, in dem man allerlei magische Tränke, Elixiere und Zauberzutaten erwerben kann.

Frumpel, der Kräuterhändler, ist kaum größer als ein Zwerg, hat ein bleiches, hageres Gesicht, schütteres Haar und eine Nase, die eher an den hakigen Schnabel eines Raubvogels erinnert als an ein menschliches Riechorgan. Mit trüben, wässrigblauen Augen, die durch dicke, geschliffene Augengläser beinahe dreimal so groß aussehen, wie sie wirklich sind, mustert er mürrisch jeden Kunden, der sich in seinen Laden verirrt. Er ist vielleicht nicht der umgänglichste Mensch, doch dafür ist die Auswahl an Kräutern und Pflanzen, die er zu bieten hat, wahrhaft unübertrefflich, und gegen reichlich Bares besorgt er von Traumkraut bis hin zu seltensten exotischen Gewächsen alles, was das Kundenherz begehrt.

Tristram Thrickwiddle, ein schrulliger und leicht debiler Zauberer - zumindest tut er so, als wäre er einer - ist ein ausgekochtes Schlitzohr und außerdem ein gewitzter Runenwirker. Er führt im Norden der Tausendwinkelgassen einen kleinen Laden für Zauberzubehör, versieht Amulette mit Schutzzaubern und wichtige Schriftrollen mit magischen Siegeln, und handelt zudem mit allem möglichen magischen Krempel, von der "Unübertroffenen Bogensehne des unfehlbaren Treffens" bis hin zu magisch verstärkten Klingen, Unsichtbarkeitsumhängen und Sonderangeboten an schimmerndem Feenstaub - ob echt oder nicht, das herauszufinden, bleibt wohl dem Kunden überlassen. Thrickwiddle ist ein Kobold mit kleinen Knopfaugen, einer krötenähnlichen Haut und spitzen Ohren, aus denen die Haare wie dicke Grasbüschel wachsen. Oft macht er einen völlig verpeilten und verwirrten Eindruck, redet jeden mit "Jungchen" an und gibt sich schwerhörig, halb blind und tattrig wie ein altersschwaches Großväterchen, den die Sinne schon fast verlassen haben, doch wer sich davon täuschen lässt, ist selber schuld - und zudem einen Gutteil seiner Goldstücke los.
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An Irish taxi driver: "We Irish don't tell lies. We just try hard not to tell the truth."


nyanyanyanyanyanyanyanya.... BAT-CAT! :yell:

You walk me animally on the cookie! - Du gehst mir tierisch auf den Keks! ;D

Bregond

Herr Bergland

Posts: 301

Occupation: Silberschmied

Location: Der Turm des Verrückten

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2

Thursday, March 6th 2014, 8:31am

Aus dem Archiv vom 03.03.2014

Wie immer geht es in den engen mit Waren aller Art vollgestellten Gassen
emsig zu. Bregond genießt die abwechslungsreichen Gerüche aller Art die
in nach so langer Zeit in der Kanalisation wie eine Sinnesexplosion
entgegenschlagen. Vor einer kleinen Schenke Unterhalten zwei Barden die
vorbeieilenden Besucher gleichermassen wie Bewohner der Gasse. Eine
junge Frau singt ein Lied über die Freiheit eines Falken, dabei
versprüht sie solch eine Freude und Lebenslust das sogar Bregond stehen
bleibt um ihrem Gesang zu lauschen. Neben ihr musiziert ein eher mässig
talentierter Junge auf einer Laute, doch das scheint keinen zu stören.
Es gibt diejenigen die einfach weitergehen und die beiden keines Blickes
würdigen, aber auch welche wie Bregond die stehen bleiben und den
Liedern der beiden zuhören. Ein jedes ihrer Lieder handelt von Freiheit,
der Freiheit zu tun was man will. Nichts und niemand, so scheint es
kann diese beiden Aufhalten. Der Elb klatscht Beifall in einer Pause und
ein lächeln liegt in seinem Gesicht, in diesem Augenblick fühlt er sich
Glücklicher als jemals zuvor in Talyra. Freudig lässt er einige Münzen
in eine Kappe fallen die vor den beiden auf dem Boden steht und geht
glücklich weiter.

An einem Stand kauft er sich gebratenes Kaninchenfleisch, das klein
geschnitten in einem Brotleib mit dunkler Sause angeboten wird.
Genüsslich beißt er ein großes Stück ab, so das der Saft nur so über
sein Kinn trieft, er weiß das er alles andere als Elbisch aussieht und
sich sicherlich auch nicht verhält. Zumindest kann er das aus dem
Gesicht der Händlerfrau ablesen. Aber es ist ihm egal, er ist so
hungrig! Wie lange hatte er nichts mehr gegessen. Er hat das Gefühl das
es mindestens tausend Jahre her sein muss, so hungrig ist er. Erst als
er an einem Glasfenster vorbeigeht erkennt er warum er so neugierig von
so manchem Bewohner der Tausendwinkelgasse gemustert wird. Seine
Kleidung ist von den Kanälen mehr als nur verschmutzt, seinen Stiefeln
fehlt jeglicher Glanz und sein Haar hängt wirr und strähnig an seinem
Kopf. Lyona wird mich nicht wiedererkennen, ich sehe ja fürchterlich aus. Es wird Zeit das ich nach Hause gehe. Nicht
ohne sich vorher noch einige kandierte Früchte zu kaufen, verlässt der
Elb die verwinkelten Tausendwinkelgassen und macht sich auf zum Turm des
Verrückten. In der Hoffnung das sein treuer Begleiter Skor das alte
Gemäuer einigermaßen in Schuss gebracht hatte in seiner Abwesenheit.Die
junge Waldbewohnerin hatte das ungastliche Viertel bestimmt schon
verlassen und ich kann es ihr nicht einmal übel nehmen. Hat sie
sicherlich nicht damit gerechnet mich je wieder zu sehen. Warum sollte
sie auch auf mich warten,sie kannte mich schließlich nur einige wenige
Tage und ich war mehr als unzuverlässig als Arbeitgeber.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

3

Tuesday, March 18th 2014, 5:06pm

vom Kessel in die Gassen und zu Atevoras Heim

Die Hallen der Stille sind fern wie nie zuvor, als Learcan und Tiandaril den Durchgang im Kupferkessel passieren und sich im Gewirr der Tausendwinkelgassen wiederfinden.
Tausend Winkel scheint dabei nicht übertrieben. Es ist mehr ein Labyrinth als eine Gasse. Unübersichtlich in jedem Fall, daher ist Learcan sehr aufmerksam und lässt die Hand stets am Griff seines Schwertes ruhen. Gleichzeitig bewundert er die Vielfalt und Ausstattung sowohl der Läden als auch der Passanten um ihn herum.

Atevoras Heim ist gar nicht so einfach zu finden. Die Beschreibung des Kobolds war sehr ungenau und irreführend. Wahrscheinlich macht sich der Kobold einen Spaß daraus, Fremde an der Nase herumzuführen. Learcan sieht sich daher gezwungen, ein paar sehr seltsame Gestalten nach dem Weg zu fragen. Nach einigen Umwegen gelangen sie schließlich zu dem großen Haus, das die Shin bewohnt. Learcan fragt bei dem Schneider im Erdgeschoss noch einmal nach, dann steigen sie die Treppe hinauf und der Normander klopft vernehmlich an die (hoffentlich richtige) Tür.

-> Atevoras Heim

Doran

Stadtbewohner

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

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4

Tuesday, April 1st 2014, 3:59pm

Frisch frisiert und rasiert, mit Duftwasser erfrischt verlässt Doran wenig später seinen Stammbarbier in der Tausendwinkelgasse. Seine Müdigkeit ist wie immer nach seinem Besuch bei Mineteen dem Gnom wie weggezaubert. Und so macht er sich auf den Weg einen alten Freund zu besuchen den er schon seit seiner Kindheit kennt. Tristram Thrickwiddle lebte schon so lange das Doran ab und an glaubte das er den Stein der Weisen für sich entdeckt hätte. Dieser Gnom war ein Geschenk der Götter und um ehrlich zu sein benahm er sich gegenüber Fremden auch so. Wunderlich, anders konnte man ihn nicht beschreiben, meist völlig abwesend ud in seiner eigenen Welt lebend, doch wenn Doran sein „ Jungchen“ wurden seine Augen klarer und ein spitzbübischer Ausdruck schlich sich auf sein Gesicht.
Heute betritt der Alchemist den vollgestopften Laden von Tristram Thrickwiddle am späten morgen und sieht den Alten sofort hinter seiner Ladentheke, er winkt Doran heran und begrüßt ihn breit lächelnd mit einem freundlichen „ Na Goldauge! Lange her das du den alten armen Tristram besucht hast, hab schon gedacht du hättest dich selber in tausend Stückchen gesprengt“ er kichert kurz vor sich hin bevor er von seinem Hocker herunterspringt und das mit einer Leichtigkeit die seinem Aussehen lügen straft., dann wird er wieder ernst und zeigt auf Doran. „ Du hast mir ein Mittel gegen Haarwuchs versprochen, mir wachsen seit deinem letzten Mittelchen wachsen mir nur noch mehr Haare aus den Ohren heraus. Aber keine Angst ich hab es an einen Glatzkopf verkauft, hach was war der glücklich.“ Endlich hat er Doran erreicht und hält ihm seine Hand hin um diese überschwänglich und freundschaftlich zu schütteln. Natürlich ist es nicht lange her das er hier gewesen ist, doch er lässt den Alten reden, allerdings überprüft er verstohlen ob er noch alle Ringe hat als dieser seine Hand los lässt. Früher hat er sogar die Finger gezählt, bei Gnomen konnte man schließlich nie wissen. Doch heute ist alles noch da und Doran nickt zufrieden und freundlich. „ Es freut mich zu sehen das es dir gut geht und wie immer behaupte ich das du mich wahrscheinlich überlebst. Gerne würde ich mit dir plaudern und einen Wein trinken. Doch heute bin ich geschäftlich hier. Ich brauche einige Zutaten die ich hier auf diese Liste geschrieben habe“ er überreicht dem Gnom ein Pergament das voll beschrieben ist mit der sauberen und kleinen Schrift des Alchemisten „ Und komm mir jetzt nicht mit Oje das wird aber teuer mein Jungchen, ich weiß was alles kostet und ich bin bereit dir einen guten, allerdings keinen unverschämten Preis zu bezahlen.“ Doran weiß das dies ein langer Tag werden würde, da der Gnom jedes Teil auf der Liste neu verhandeln würde und das sehr hitzig und bei einer Flasche Gnomenwein der überall als Schnaps angesehen wird, nur nicht bei Gnomen.
Die buschigen Augenbraue von Tristram Thrickwiddle schnellen in die höhe, und das schon bei der ersten Position auf der Einkaufsliste „ Oha, jungelchen die Schiffe aus dem Süden sind noch nicht da und mein Vorrat geht zu ende. Du weißt ja das dies alles heiß begehrte und seltene Zutaten sind“ Doran verdreht die Augen und macht sich auf einen langen und anstrengenden Tag gefasst.

Doran

Stadtbewohner

Posts: 38

Occupation: Alchemist

Location: Talyra Haus Sommerwind

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5

Thursday, April 3rd 2014, 11:54am

Natürlich hat Tristram Thrickwiddle ihn übervorteilt. Bis zum späten Nachmittag hatte er jede Position scharf nachverhandelt und zum Schluss ist Doran ganze zwei Goldstücke ärmer. Der Gnom versichert ihm immer wieder das er all dies nirgendwo günstiger und in dieser guten Qualität bekommen hätte wie bei ihm . Das zwei Goldstücke in an den Rand seiner Existenz treiben würde und das nur sein freundschaftliches Verhältnis zu ihm und der Familie Sommerwind es überhaupt möglich machen ihm solche immensen Rabatte und Preisnachlasse zu gewähren. Auch wenn der Gnom nun seiner Familie erklären müsste warum sie einen Monat nur Haferbrei bekämen. Die Lieferung der Waren währe darüber hinaus auch noch Kostenfrei für den Alchemisten, auch wenn der arme Tristram natürlich die bewachte Eskorte bezahlen müsste. Die Straßen waren ja so unsicher geworden. Überall nur Diebe, Halsabschneider und Betrüger, man könnte gar nicht vorsichtig genug sein. All dies und noch viel mehr hatte sich Doran bis zum Nachmittag angehört, hatte die erforderlichen Pergamente unterschrieben und sich höflich bei Tristram Thrickwiddle für seine Großzügigkeit bedankt mit ihm einen Liefertermin vereinbart und sich dann verabschiedet.
Vor der Türe des kleinen Ladens, in der Tausendwinkelgasse musste er sich erstmal an eine Wand lehnen, der Gnomenwein ist ihm ganz schön zu Kopf gestiegen und die frische Luft tut ihr übriges. Aus eine seiner vielen Taschen befördert er ein kleine Phiole hervor mit der Aufschrift Tausendblatt, mit zittrigen Fingern öffnet er den wachsversiegelten Verschluss und trinkt einen kleinen Schluck. Schließlich kann man nie wissen was in Gnomenwein alles drin ist. Kurz lässt er den Heiltrank wirken, dann verschließt er die kostbare Phiole wieder sorgfältig und verstaut sie in seinen Taschen. Dann macht er sich auf den Weg um noch einige wenige kostspieligere Einkäufe zu tätigen. Heute Abend würde seine Mutter ihn besuchen, sie war schon fast einen Mond nicht mehr bei ihm und es gab bestimmt vieles zu Erzählen. Er würde ihr ihr Lieblingsgericht zubereiten, doch dafür brachte er dringend noch frische Zutaten. Doch diese würde er mit Sicherheit nicht in der Tausendwinkelgasse kaufen. Und so verlässt Doran Sommerwind auf seinen Stab gestützt die wunderliche Gegend um sich wieder in zivilisirtere zu begeben.

Lyona

Stadtbewohner

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Location: Der Turm des Verrückten

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6

Tuesday, April 22nd 2014, 9:36pm

→ Der Turm des Verrückten, am Tag nach der Zusammenkunft

Eine Hintertür, mehr nicht. Lyona tritt aus dem Kupferkessel und landet an dem sonderbarsten Ort, den sie je gesehen hat. Talyra liegt vor ihr, natürlich, aber sie meint, die Stadt nicht zu erkennen. Unzählige Häuser, immer mehr Gassen – wirklich tausend Winkel – sollen sich die ganze Zeit vor ihr verborgen haben? Fast möchte sie umkehren, das Wirtshaus von außen umrunden, um zu sehen, was dahinter liegt. Aber als fürchte sie, alles sei bei ihrer Wiederkehr verschwunden, tut sie es nicht, sondern taucht ein in diesen belebten Ort.
Es ist eine andere Welt, in der sie hier geht, eine Welt, die Zaubermeistern und Magierinnen gehört. Sie sieht viele Kobolde und Gnome in den engen, dicht bebauten Gassen und flatternde Feen über sich. Entdeckt Wesen, die sie nie zuvor erblickt hat und deshalb aus sicherer Entfernung betrachtet. Fremde, unverständliche Stimmen dringen in ihr Ohr. Kräuterhändler, Alchemisten, Wahrsager, Schreiber und Tierverkäufer säumen ihren Weg. Allerlei wunderliche und magische Gegenstände werden von ihrem staunenden Blick erfasst.

Als sie das Ziel ihrer Suche erreicht, steht die Sonne hoch am Himmel. Ein angelaufenes Kupferschild bezeichnet das verlassene Gebäude als Teeladen. Sie vergewissert sich, ja, gegenüber backt ein alter, dicker Bäcker. Lyona wartet, bis keine fremden Augen auf ihr ruhen und geht zur Tür. Das Schloss findet sie offen und damit eine Bestätigung ihres Verdachts. Flink ist sie im Laden.
Alte, verbrauchte Luft empfängt sie in dem dunklen Raum, aus dem die Bretter vor den Fenstern das meiste Licht aussperren. Alles scheint still und verlassen. Dieser gänzlich leblose Laden liegt unter einer dicken Decke Staub und Unbenutztheit. Langsam durchquert sie den Verkaufsraum, beständig lauschend, und lässt den Blick über den Ladentisch und dahinter befestigte Regale schweifen. Im Hinterzimmer angekommen erfasst sie sogleich das Bild des Seemanns.
Ihre Finger fahren ganz vorsichtig über den hölzernen Rahmen, bleiben staubfrei, denn er wurde schon vor ihr berührt. Sie atmet tief ein, spürt dadurch aber umso mehr die drückende Schwere der Luft. Die grauen Augen wandern noch einmal zur Eingangstür hinter ihr. Endlich schiebt sie das Bild zur Seite.

Tiefe Dunkelheit starrt aus dem entblößten Loch zu ihr herauf. Sie ist undurchdringlich und beängstigend. Dazu steigt ein übel beißender Geruch auf, noch nie hat Lyona solchen Gestank gerochen. Sie kann sich nicht losreißen von der schwarzen Öffnung und immer mehr spürt sie, wie scheinbar Krallen nach ihr greifen und sie hinunterziehen wollen in dieses Loch, den Tod, das Böse... Sie wird hineinfallen inmitten der Bestien, die unter der Stadt lauern, sie wird das Licht verlieren, ihr Leben verlieren, bevor...
Mit einem Satz springt Lyona von der Öffnung zurück und rückt das Bild mit zitternden Fingern wieder an seinen Platz. Nein, sie wird nicht fallen. Auch nicht freiwillig da hinunter steigen, niemals!
Wie konnte Bregond dort freiwillig hinuntergehen? Wie Skor?
Ob er jetzt wirklich dort unten ist, in der Kanalisation?
Das Schloss kann auch jemand anders geöffnet haben. Die Spuren im Staub können auch nur von Bregond stammen. Aber er hat ihn nach dem Weg gefragt. Nicht offensichtlich, doch deutlich genug, dass sie meint, seinen Plan erkannt zu haben. Die Nachricht, sie kann nicht stimmen, und was sonst hat er heimliches vor?
Lyona braucht Gewissheit. Obwohl... Wenn sie es nicht weiß, wenn sie einfach zurückgeht? Skor hat fünf Tage angegeben, die soll er doch haben und sehen, wo er bleibt. Sie ist immer noch wütend auf ihn. Ein kleines Abenteuer in der Kanalisation! Ein Dummkopf ist er, ein Mistkerl! Was soll es anderes sein als Wut, was sie nun so fühlen lässt und sie von innen erdrückt. Nichts als Wut und stickige Luft. Sie sollte gehen.

Als sie weiter von der Wand zurücktritt, fährt ihr Fuß über etwas, das auf dem Boden liegt. Sie könnte es liegen lassen, als Stein abtun. Doch sie hebt es auf und hat die gesuchte – oder gefürchtete? - Gewissheit.
Sie muss fast lächeln, als sie an den Nachmittag denkt. Skor hat vor der Eingangstür des Turms gesessen und nicht geschnitzt, sondern versucht, einen hölzernen Knopf an seinen Umhang zu nähen, der abgefallen war. Ganze zwei Mal hat er sich bemühen müssen, obwohl er doch so geschickt schmieden und schnitzen kann. Vielleicht hat es am Garn oder Stoff gelegen. Bereits an diesem Tag ist es Lyona gewesen, die ihn entdeckt hat, so ist ihr die feine Musterung an der Außenkante aufgefallen.
Eben diesen Knopf hält sie nun in der Hand und tritt damit ans Fenster, das durch eine Ritze im verdeckenden Holz einen sehr schmalen Lichtstrahl hereinlässt. Skor... Sie steckt das Fundstück in ihre Tasche und geht in Richtung Tür. Nun kann sie es gar nicht erwarten, endlich hier fortzukommen. Auch wenn ein Teil ihrer Gedanken hinter ihr bleibt. Hinter und ein ganzes Stück unter ihr.

→ Das Haus der Bücher

Lyona

Stadtbewohner

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Location: Der Turm des Verrückten

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7

Wednesday, May 7th 2014, 10:00pm

→ Der Turm des Verrückten

Sie fühlt sich nicht wohl. Es ist diese Spannung, die zwischen den beiden Elben liegt. Bregond und Lorwen vertrauen sich nicht und trotzdem werden sie gemeinsam zu den Kanälen hinabsteigen. Lyona hat ihre Worte nicht gehört, nein, sie hat nicht gelauscht, dennoch merkt sie es. Was soll sie nun tun? Das Beste ist immer gewesen, sich auf sich selbst zu verlassen und niemanden sonst. Aber sie macht sich nichts vor, so sehr wie es ihr auch missfällt. In der toten Dunkelheit unter der Stadt, kann sie niemals allein zurechtkommen. Sie muss vertrauen, sich überwinden und sie darf die übliche Vorsicht nicht ablegen.
Die beiden scheinen nicht zu wissen, was ihr halber Satz eigentlich hat bedeuten sollen. Es ist wohl nur gut so. Aber fast wünscht sie sich, sie könne es noch einmal sagen, besser noch rufen bis hinunter in die tiefen Keller, in denen Skor steckt.
>Freundschaft ist das beste Band das uns da unten schützen kann<, hört sie die aufmunternd gemeinten Worte, welche ihren Zweck nicht ganz erfüllen. Wartet denn Freundschaft da unten oder nimmt sie sie schon mit? Und wird sie ihr ans Tageslicht folgen?
Noch etwas sagt Bregond, dass sie „gemeinsam ihre Zukunft genießen“ wollen. Das wird sich zeigen, denkt sie sich und dann führt sie sie.

Zweimal ist Lyona den Weg gegangen, also hat sie ihn sich gemerkt. Ein bisschen wundert sie sich aber, warum nicht Bregond vorangehen will. Die drei sind schon ein seltsames Gespann und bestimmt nicht unauffällig. Natürlich vergewissert Lyona sich, ob sie verfolgt würden, auch wenn sie keinen Namen nennen kann, der ihnen Böses will und nicht schon längst dort hockt, wohin sie gehen. Außer einigem Gesindel im Fliegengrund vielleicht, aber der liegt sehr bald hinter ihnen mit all seinen Bewohnern.
Wieder geht es durch den Kupferkessel, dessen Hinterhof die Brücke ist zwischen den zwei Welten. Nun wird es schwieriger in dem verwirrenden Netz aus tausend Gassen, doch Lyona geht und sagt nichts außer einem „Hier entlang“ zu Lorwen und einem an Bregond gerichtetes „Richtig so?“. Ein paar Mal hält sie auch, um sich zu versichern, aber schließlich stehen sie auf der Gasse zwischen Tee- und Bäckerladen.
Das Schloss des verlassenen Gebäudes hängt noch immer geöffnet, wie sie es zurückgelassen hat. Wie Skor es zurückgelassen hat. Die kleine aberwitzige Hoffnung schwebt davon.
„So“, sagt sie leise, sieht sich noch einmal um und schiebt die Tür auf.

8

Thursday, May 8th 2014, 9:55am

Verdammt! Learcan sieht sich in der Winkelgasse um, unsicher, ob er an dieser Stelle nach rechts oder links abbiegen muss, um aus diesem Gewirr aus Straßen und Gassen heraus zu finden. Sicherlich könnte er jemanden fragen, wie er auf dem schnellsten Weg zurück zum Kupferkessel gelangt. Aber Learcan ist Normander. Er entstammt einem bedeutenden Geschlecht aus Seefahrern und Eroberern. Da verbietet es sich von selbst, nach dem Weg zu fragen. Außerdem hat er ja Zeit. Und schon wieder Hunger. Darum entscheidet er sich für die kleine Gasse, die rechterhand verläuft und aus der es nach frischem Backwerk duftet.
Bei einem alten, dicken Bäcker verzehrt er gleich im Stehen eine Pastete, die mit etwas Undefinierbarem gefüllt ist, über dessen Herkunft sich Learcan lieber keine Gedanken machen möchte. Aber sie schmeckt einigermaßen und sättigt ausreichend. Er nimmt noch ein paar sehr gut aussehende kleine Kuchen mit, um sie später zu essen und verlässt den Bäckerladen wieder.
Vor der Tür bleibt er jedoch stehen und sieht gelangweilt zu dem verlassenen Laden auf der anderen Seite hinüber, vor dem nun drei Gestalten auftauchen.
Das ist doch dieser Elb...Bregond, der Feinschmied, stellt Learcan fest und erinnert sich nur allzu gut an seine Begegnung mit dem dunklen Elben im Hause Dayans. Bei ihm ist Lorwen, die Learcan beinahe nicht wiedererkannt hätte, und eine junge, hübsche Frau mit blonden Haaren. Was haben sie dort wohl vor? fragt er sich, dabei ist es offensichtlich. Die drei sind drauf und dran, den Teeladen zu betreten, obwohl der nicht so aussieht, als gingen die Geschäfte prächtig.

Aus einem inneren Impuls heraus, überquert er die Gasse, um ihnen zu folgen.

Lorwen

Unregistered

9

Thursday, May 8th 2014, 11:54am

Am liebsten wäre Lorwen allein in die Kanalisation hinabgestiegen. Sie hätte es um so vieles einfacher gehabt. Aber andererseits rührt sie die Worte des Mädchens. Freundschaft ist das beste Band das uns da unten schützen kann
Irgendwann einmal muss sie auch Freunde gehabt haben. Aber nicht ein Gesicht will sich dazu zeigen. Ihren Meister würde sie wohl in diesen kleinen Kreis zählen. Doch er wandelt schon lange nicht mehr auf Roha. Nein, Freunde hatte die Druidin nicht und wollte auch keine. Sie weiß, dass sie sich damit selbst belügt, aber ohne Familie und Freunde blieben die schmerzlichen Ereignisse aus. Kurz denkt sie an das Buch, dass nun in der Bibliothek zu finden ist. Mit diesem hatte sie das Wort Freundschaft zu Grabe getragen. Jetzt war es, wie auch immer, wieder aufgetaucht.
Aber alles andere sollte bleiben wo es damals hinkam. Stirnrunzelnd betritt sie also den Kupferkessel, durchschreitet ihn und verlässt ihn durch die Hintertüre. Sofort ändert sich die Szenerie. Lorwen fühlt sich in eine andere Welt versetzt in der Zeit und Naturgesetze keinen Zwängen ausgesetzt sind und sich frei und wild entfalten. Es ist fast wie Zauberei und so wundert man sich hier auch weniger über das seltsame Gespann, zumindest niemand der diese Gasse rauf und runter und so unvorstellbar es sein mag, in- und auswendig kennt. Hier glaubt man sich eines dieser Bücher entsprungen, die so phantastisch wie unwirklich wirken mit den Schamanen, Zauberern, Sehern, und fast vergessene Kinder der grünen Weltenmutter.
Lorwen fühlt sich hier gleich wohl. Es birgt ein Gewirr aus Gässchen und Straßen, winzigen und größeren Hinterhöfen und Plätze und so uneinsichtig wie verwirrend. Auf seine ganz eigene Weise schön!
<“hier entlang“> hört sie Lyonas raue Stimme, die nicht zu ihrem Äußerem passen will. Unwillkürrlich fragt sich die Druidin was ihr wiederfahren ist, dass das Ergebnis so etwas zu Stande bringt. Nun steht sie in einem verlassen aussehenden Teeladen. Es riecht noch immer nach altem, trockenen, ganz unterschiedlichen Kraut. Nicht alle sollten frei zugänglich sein, berauschten sie doch mit Leichtigkeit die Sinne, wie sie findet. „Interessant!“ merkt sie tonlos an und durchschreitet auf leiser Sohle den alten Verkaufsraum.
Lorwen konzentriert sich und ruft ihre Kräfte zusammen. Sie malt mit tanzender Bewegung acht Herzschläge lang flammenartige Gewächse in die Luft und raunt den Zauber in den Teeladen hinein bis nach und nach ein Lichtkegel entsteht der nicht zu hell wirkt, dass er ganz fürchterlich unnatürlich unter Tage wirkt, aber hell genug ist, dass ihr Waldelbenherz nicht vergeht, wenn es das dunkle Nass verschluckt. Das 12 Schritt große Licht erhellt die Druidin und wandert mit jeder Bewegung mit. „Etwa eine Stundenkerze, etwas weniger.“
Das war ihre Art zu sagen, dass sie nicht länger hier herum stehen sollten… wer weiß, wer alles beschließen sollte den ungleichen Dreien zu folgen…

10

Sunday, June 4th 2017, 12:34pm

3. Vindtha (Sturmwind) 517, zur Stunde des Vaters…

“There was an old belief that in the embers
Of all things their primordial form exists,
And cunning alchemists
Could re-create the rose with all its members
From its own ashes, but without the bloom,
Without the lost perfume
Ah me! what wonder-working, occult science
Can from the ashes in our hearts once more
The rose of youth restore?
What craft of alchemy can bid defiance
To time and change, and for a single hour
Renew this phantom-flower?”

~ Henry Wadsworth Longfellow ~


Übellaunig schiebt sich Dar durch die Tausendwinkelgassen, bereits seit zwei Tagen in ganz Talyra auf der Suche nach einem dreimal verfluchten Alchemisten seiend, der sich nicht zu billig ist eine Gallon stinknormaler Katzenpisse zu Urinsteinen zu verdampfen. Ist das doch die letzte ihm noch fehlende Zutat für den Kompass. Aber nein, all die hohen Gelehrten sind sich ja zu fein für sowas. Nicht einmal ihre Räumlichkeiten nebst Apparaturen wollen sie vermieten: „Hast du auch nur die leiseste Ahnung, wie lange der Gestank hier dann noch zwischen den Wänden rumschwebte Zwerg? Weißt du, unsereiner wäscht sich ja gelegentlich und reagiert auf Gestank darum vielleicht etwas empfindlicher, als – als…“ An der Stelle hatte die Stimme des letzten Alchemisten, eines Elben gestockt. Wenn Blicke töten könnten, wären nämlich jetzt vermutlich längst die Blaumäntel der ganzen Stadt ihm auf den Fersen. „Pass gefälligst auf, wo du hinläufst, du Rüpel!“ Wie aus dem Nichts quert die hochgewachsene, mit einem Korb in der Armbeuge und auch ansonsten recht gut bestückte Magd, plötzlich seinen Weg und stößt ihn, wie unbeabsichtigt, in einen Mann zu seiner Rechten, als eben dort ein leichtes Zerren an seiner Kleidung ihn augenblicklich alarmiert. In jeder anderen Situation hätte Dar vermutlich anders, passiver reagiert, doch hier und jetzt brodelt all die unterdrückte Wut ob der Schwierigkeiten, Schmähungen, ja der allgemeinen Ungerechtigkeit wider ihm hoch und ehe er's sich versieht, oder auch der bedauerliche Fremde in den er hineingestolpert war, stößt Dar mit aller seiner Kraft den Mann von sich, der darauf gegen eine nahe Wand prallt, sich den Kopf mit einem merklichen »Tock« an selbiger stößt und anschließend stumm und leise zu Boden gleitet.

Totenstille breitet sich um den nach wie vor zornesbrodelnden Zwergen aus, einzig von dem „Hilfe–Hilfe!“–Geschrei der panisch flüchtenden Magd begleitet. Das Schleifen von aus mehreren Scheiden gleitendem Stahl zeigt, dass man auch hier in den Tausendwinkelgassen keine ungezügelte Gewalt zulässt und die Menge an Passanten um Dar herum, lässt die Gedanken an eine Raserei so rasch wieder verklingen, wie sie aufgeklungen waren. Niemand nähert sich ihm und endlose Augenblicke lang warten alle ab. Erst als offensichtlich ist, dass der Fro'gar außer heftigen Atemstößen, der Zorn brodelt nach wie vor wie brennend in seinen Eingeweiden, nichts weiter von sich gibt, entspannen sich auch die Umstehenden etwas. Manche tun es der Magd gleich und geben das Hasenpanier, andere, weit besser bewaffnete Passanten, treten vor und schauen. Und inzwischen erfüllt ein selbst dem Zwergen nicht länger verborgen bleibendes magisches Knistern die Luft. Ein kleiner, mausgesichtiger Mogbar tritt schließlich zu dem reglosen Menschen und untersucht diesen. „Nur bewusstlos.“ verkündet dieser, die Hand des Niedergestreckten ergreifend, dessen Puls so zu ertasten, und „Hey, moment mal!“ Aus der schlaffen Hand des Bewusstlosen fällt eine von dieser zuvor ganz verborgene scharfe Stahlklinge klirrend zu Boden und augenblicklich später ist ein Gnom an des Mogbars Seite, greift nach des Bewusstlosen anderer Hand und lacht keckernd auf, einen Geldbeutel an einer sauber abgetrennten Kordel aus jener klaubend. „Stäbe, Zwergengeld!“
und ehe Dar es sich versieht, ist der Gnom auch schon an seiner Seit und inspiziert das andere Ende der unter seiner Kleidung hervor lugenden Kordel.

Köstlich sich amüsierend, reicht der Gnom Dar seinen Geldbeutel zurück, als die Menge den engen Kreis um den Zwergen herum wieder freigibt und sich laut plappernd und lachend zerstreut. „Danke!“ ist alles was Dar über die Lippen bringt, ehe er sich nun auch zu dem Bewusstlosen hinab beugt. Der erste erschrockene Seitenblick des erste Hilfe leistenden Mogbar entspannt sich indes, als Dar sich vielmehr selbst nun des Bewusstlosen mit annimmt und dem Mogbar beim Stillen der unbedeutenden aber heftig blutenden Kopfverletzung beisteht. Gerade als sie mit dem Verband fertig sind und Dar den Bewusstlosen mit einem Fläschchen Riechsalz wieder ins Reich der Lebenden zurück ruft, finden sich auch zwei scheinbar herbeigerufene Blaumäntel ein, die ihre blankpolierten Stiefel gerade noch vor einem Schwall durch die Luft fliegenden Erbrochenen bewahren können. „Gehirnerschütterung.“ erklärt Dar lapidar, ehe sie ihn und den Mogbar, die einzigen noch verbliebenen Zeugen des Geschehens verhören und mit den Aussagen aber soweit zufrieden sind, neben dem Taschendieb keine weiteren Verhaftungen für nötig erachten.

„Und Dar, warum so übellaunig?“ fragt Barieus, der Mogbar schmunzelnd. „Ja, weißt du, das frag ich mich auch grad.“ lässt sich der mit dem Erscheinen der Blaumäntel plötzlich unauffindbar gewesen seiende Gnom auf einmal wieder vernehmen und fügt hinzutretend noch an. „… bei dem Spaß, den wir grad hatten.“ Grinsend blickt der sich als Tocker vorstellende Gnom in die zwei ungläubigen Gesichter Dars und Barieus' und verkündet auf diesen Spaß erst einmal die beiden Anderen zu einem teuren Schlückchen einladen zu wollen. „Na, der traurige Dieb wird hiermit ja wohl nichts mehr anfangen können und ich dachte mir wirklich, warum das ganze Geld den Blaumänteln lassend, hm?“ Halb skeptisch, halb zutiefst befriedigt, den Dieb so noch weiter erniedrigt zu sehen, schaut Dar von Tocker zu Barieus, welcher gleichfalls skeptisch erst dreinblickend schließlich grinsend verkündet auf den Schrecken tatsächlich doch einen guten Schluck vertragen zu können. „Du bist mein Mann!“ lacht Tocker und schlägt dem Mogbar jovial auf die Schultern, das dieser darob fast zu Boden geht – und sicherheitshalber danach gleich den Verbleib seines eigenen Geldbeutels prüft. Der Gnom, diesen Griff bemerkend, schürzt in zutiefst überzeugend gespielter Verletztheit, die untere Lippe um mit absolutem Ernst in der Stimme zu verkünden, doch niemals einen Freund zu bestehlen. Ein Schauspiel, das durch das anschließende meckernde Lachen indes ein wenig an Glaubwürdigkeit doch verliert.

„Einen Gallon Katzenpisse willst du verkochen?“ prustet Tocker eine Stunde später in einem winzigen aber urigen Hinterzimmer, irgendwo in den Tausendwinkelgassen in sein Bier und selbst Barieus, kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und drängt Dar gleichfalls die ganze Geschichte doch zu erzählen. „Weißt du…“ fängt der Mogbar eine halbe Stunde später zögerlich an. „Wir haben da, zum Brauen und Destillieren, so manche Apparaturen und vieles davon ist bald für Brauen nicht mehr gut genug. W e n n du“, dehnt Barieus zögernd seine Worte, als wenn er sich des Angebots noch nicht wirklich sicher ist, „…aus den alten, teils reparaturbedürftigen Kolben und Leierschwänzen, die wir nicht mehr gebrauchen können, was schustern wolltest?“ Tocker lacht erneut, bestellte kurz Nachschub für sich und seine Freunde, und wirft dann, nicht ganz ungerechtfertigterweise, ein: „Und wo soll er den Schei- Pardon “Urin” dann bitte einkochen? Direkt neben euren Küchen und Destillen? Na dann man guten Appetit.“ Barieus nickt mit Leichenbittermine dazu. „Das habe ich mich auch schon gefragt, ja. Aber es gäbe da noch die Möglichkeit, im – im alten Schuppen bei Mogbars End zu brauen. Da traut sich eh nie je wer hin, weil – es dort… dort – nicht mit rechten Dingen zugeht!“
“Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.”

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Kalam

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11

Tuesday, December 11th 2018, 11:41pm

White Noise

Anfang Langschnee 518

In all the world
there's nothing like
The sound of falling snow -

The only noise
I've ever known
That makes the clocks move slow;

The only sound
That sweeps away
The din of city streets;

And wraps around
A soft embrace,
'Most everyone it meets;

A sound that's not
A sound at all -
A quiet, soft and dear,

That comforts all
The sleepy souls
Who sit, and watch, and hear. (Barbara Vance)


Wegen der beiden Stuten, die ihre Fohlen bei Fuß haben, sind sie am Strand entlang geritten, anstatt den Weg über den Smaragdstrand und das Nordtor zu nehmen, während der Schnee in dichten Schleiern auf sie herabgerieselt war, die tief stehenden Nachmittagssonne die Welt in goldenes Licht gehüllt und das Weiß ringsum zu glitzerndem Leben erweckt hatte. Sie haben ihre Pferde in den Stallungen der Harfe gelassen, wo sie später vorbeischauen würden, um mit Borgil, Azra und den Kindern zu essen, und dann ihren Weg über den Marktplatz hinauf zum Kupferkessel genommen, in dem, wie Karamaneh und Missandei ihm wiederholt versichern, der einzige Zugang zu den Tausendwinkelgassen liegt. Der Wald in der Feenwasserbucht und am Smaragdstrand oben war von jener tiefen Stille umfangen gewesen, die der fallende Schnee mit sich gebracht hatte, einer Stille, die Schweigen gebietet und Füße wie Hufe leicht auf die Erde hatte treten lassen, nur unterbrochen vom Wispern der Kinder und Amaryas Lachen, wenn sie versucht hatte, die Flocken zu fangen, die sie umtanzt hatten. Selbst die Fohlen hatten sich ruhig an der Seite ihrer Mütter gehalten, anstatt davon zu stürmen, wie sie es sonst eigentlich immer tun, sobald der Strand und das Seeufer weit und offen vor ihnen liegen. In den Straßen der Stadt und vor allem auf dem Marktplatz in seinem festlichen, rotgrünen Gewand, herrscht fröhliches Getümmel, und Kalam dankt im Stillen der Klugheit seiner Frau, nicht am Shentag, sondern unter der Woche hergekommen zu sein; er will gar nicht wissen, was sonst hier los wäre. Auch so scheinen sämtliche Einwohner der Stadt zwischen drei und dreiundneunzig hier zu sein und sich zwischen den Ständen aufzuhalten, um die Feuerkörbe zu sitzen oder sich durch die feilgebotenen Köstlichkeiten zu schlemmen. Sie halten sich am Rand des Gedränges und Karamaneh führt sie zum oberen Ende des Marktplatzes und dort zu einem hohen, schmalen Speicherhaus, das so windschief aussieht, als wolle es sich bald auf die eine, bald auf die andere Seite neigen. Im Inneren herrscht warme Gemütlichkeit und ein durcheinander waberndes Kommen und Gehen. Seine Frau lotst ihn (Amarya ist sicher auf seinem Arm) und Reisig, Missandei an ihrer eigenen Hand, geschickt hindurch bis zu einem Durchgang neben einem gewaltigen Kamin. Dahinter liegt ein verschneiter Hinterhof in dem es zugeht wie in einem Taubenschlag; sie sehen gut ein Dutzend Hexen, Magier, Zauberer, Priester, Kobolde und Feen, die mit ganz gewöhnlichen talyrischen Bürgern in die eine oder andere Richtung an ihnen vorbeiziehen, dann kommen sie durch einen Torbogen, der so dick mit Fichtenzweigen, Stechpalmranken und Tannenzapfengirlanden geschmückt ist, dass es aussieht, als würden sie einen verwunschenen Wald betreten und die Tausendwinkelgassen liegen vor ihnen... oder vielmehr die einzige größere Straße dieses verwinkelten Labyrinths aus krummen Gassen und noch verwinkelteren Häusern der Stadt. Auch hier herrscht ein buntes, fröhliches Gedränge und ein unglaubliches, vielstimmiges (und vielsprachiges) Durcheinander, und Kalam hat noch nirgendwo in Talyra mehr Magier, Zauberer, Kräuterweiber, Waldhexen, Alchemisten, Wahrsager (mit und ohne Glaskugeln und faulem Zauber), Druiden oder Heilkundige auf einem Haufen versammelt gesehen, von den ganzen Feen und Kobolden ganz zu schweigen.

Links und Rechts der Straße reihen sich die Läden aneinander wie Perlen auf einer Schnur, einer obskurer und verwunschener als der andere, und die allermeisten von ihnen führen magisches Allerlei oder Zaubereibedarf jeglicher Art: von recht harmlos aussehenden Kesseln jeder Form, Farbe und Größe bis hin zu schimmernden Hohepriestermänteln, knorrigen Druidenstäben mit und ohne Kristallen und verschiedenen Sätzen falscher wie echter Drachenkarten, scheint man hier alles kaufen zu können, das irgendein Magiewirker (oder Scharlatan) der Immerlande, ganz gleich welcher Art, je gebrauchen könnte. Außerdem sind allerorts fliegende Händler mit Handkarren oder Bauchläden unterwegs, die lautstark Naschwerk wie Cocoakröten, Koboldgold, Erkenntnisäpfel, goldene Nüsse, Hexenpfefferkuchen, Butterbier, Posset und Thom und Gerris aus heißer Milch, Eigelb, steif geschlagenem Eischnee, Branntwein und Rûm, gewürzt mit Piment, Muskat, Zimt und Nelken anbieten, und dabei wiederholt behaupten, die Julzeit sei einzig und allein deshalb erfunden worden, um genau das trinken zu können. Auch hier sind sämtliche Häuser, Türen, Durchgänge, Stände, Torbögen, Fensterrahmen und selbst die Nachtfeuerkörbe festlich mit Tannenzweigen, Pinienzapfen, Nüssen, Stechpalmzweigen, Immergrün und Misteln geschmückt, und zwischen den glänzend grünen Nadeln und Blättern schweben kleine goldene Sterne und silberne Lichter. Kalam, der Amarya auf dem linken Arm trägt und seinen anderen um Karamanehs Mitte geschlungen hat, drückt seine Frau ein wenig fester an sich und küsst ihr gerötetes Näschen. "Jetzt weiß ich, woher du dir die Inspiration für all den Julschmuck zu Hause geholt hast," raunt er und ein kleines Lächeln kräuselt ihre Mundwinkel. Tagelang hatte er ihr Wintergrün, Tannenzweigen, Pinine- und Föhrenzapfen, dazu körbeweise Nüsse, Rindenstücke, Moos und mindestens eine kleinere Stechpalmhecke nach Hause geschleppt, und sich gefragt, was bei allen Neun Höllen sie damit nur vorhat – bis ihm eingefallen war, dass es hierzulande Brauch ist, die Häuser zu schmücken, und er sich an all das Grün, Rot und Gold in der Harfe letztes Jahr in jener Zeit erinnert hat. Karamaneh und die Mädchen hatten das ganze Haus mit dem Grünzeug geschmückt, von außen und innen, selbst im Dachgebälk. Kalam hatte das ganze Treiben zuerst nur einer hochgezogenen Braue und leisem Grummeln kommentiert, doch er hatte brav sämtliche Handlangerdienste verrichtet, die seine Frau und seine Töchter von ihm verlangt hatten, und stundenlang Girlanden und Kränze nach ihren Wünschen aufgehängt, wieder abgehängt, an anderer Stelle befestigt, sie höher, tiefer oder weiter nach links oder rechts gehalten, Amarya zwischendurch aus den Schneehaufen gepflückt, in die sie sich kopfüber gestürzt hatte, nur um hernach doch alles wieder an seinem ursprünglichen Ort zu platzieren, weil es dort einfach besser ausgesehen hat und ähnliches. Schließlich hatte er zugeben müssen, dass das Ergebnis unbestreitbar... hübsch ist das falsche Wort... geworden war. Anheimelnd? Auch nicht ganz richtig. Festlich auf jeden Fall, aber mehr. Wärmer. Behaglicher.Wirklich schön anzuschauen. Die würzigen, balsamischen Düfte nach Pinienzweigen, Zitrusfrüchten, Bienenwachs und Nelken überall im Haus sind auch unbestreitbar gut. Davon, dass Karamaneh versucht hatte, sich im Zuge ihrer Mittwinterdekorationen zu wandeln und es unmöglich gewesen war, weil sie wieder ein Kind unter dem Herzen trägt, hat er nichts mitbekommen – und sie hat kein Sterbenswort davon gesagt. Noch ist er also vollkommen ahnungslos. Doch als sie am Strand entlang in die Stadt geritten waren, und ihr Blick auf ihm und Amarya vor ihm im Sattel geruht hatte, war da ein kaum merkliches, sehr geheimnisvolles und sehr zärtliches Lächeln auf ihrem von der Kälte geröteten Gesicht gewesen, und nun schleicht es sich wieder in ihre Augen. Sein Blick wird fragend, doch sie lächelt nur noch breiter, stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst ihn, und blinzelt dann nur vielsagend nach oben auf den Mistelzweig, unter dem sie gerade stehen. Kalam neigt den Kopf und küsst sie prompt noch einmal, doch in diesem Augenblick haben Missandei und Reisig irgendwo weiter vorne ein paar Kinder entdeckt, die mit ihnen in den Tempelunterricht gehen und einem Puppenspieler zusehen, und so werden sie prompt von einem schnatternden Bettelduett unterbrochen.

Kalam drückt Missandei eine kleine Geldkatze in die behandschuhten Hände und Karamaneh schärft ihr ein, gut auf Reisig zu achten, die ihrerseits versprechen muss, auf ihre große Schwester zu hören. Damit lassen sie ihre großen Mädchen laufen und vereinbaren mit ihnen, sich in einem vollen Glockenschlag wieder hier zu treffen. Amarya, die inzwischen an Kalams Schulter schläft, wechselt von ihm in das Tragetuch, das Karamaneh in weiser Voraussicht unter ihrem Umhang trägt und kuschelt sich, gehalten von seinen Schlingen, zufrieden an ihre Mutter. Er trägt seine Tochter gern, doch im Fall des Falles muss er die Hände frei haben, um seine Familie schützen zu können. Dank des Schwertes auf seinem Rücken, dank seines Aussehens, und weil die allermeisten Talyrer sein Gesicht inzwischen kennen und wissen, wer er ist und was er einmal war, haben sie auch im Gedränge ausreichend Platz um sich herum; selbst in den voll gestopftesten Geschäften macht man ihnen welchen - und so teilt er für Karamaneh die sich drängenden Menschentrauben wie Tymeon Silberschild der Legende nach den Ildorel. Sie kaufen gebrannte Mandeln und naschen geröstete Maronen, erstehen ein paar Geschenke für die Mädchen und den Blutaxtclan, staunen über magischen Firlefanz, bewundern ledergebundene Bücher, die mit feinsten Gold- und Silberpunzierungen verziert sind, werfen ab und an einen prüfenden Blick in Richtung der Kindertrauben um den Puppenspieler, beobachten eine Schar sturzbetrunkener Kobolde mit lustig wippenden Hüten, die nach Äpfeln in schaumigem Cidre tauchen und dabei nur noch besoffener werden, bekommen den Duft von Bratäpfeln in die Nase und schlendern an einer bunt zusammengewürfelten Spielmanntruppe vorüber, die mit quietschenden Fiedeln, jammernden Bratschen, klimpernden Kitharas und rollenden Trommeln eine wenig mittwintertaugliche, aber dafür deftige Version des Alten Bären und der Jungfer hehr zum Besten gibt. Kalam holt an einem der Stände, an dem es verheißungsvoll duftet, ein Butterbier für Karamaneh und für sich selbst einen der so lautstark angepriesenen Thom und Gerris, doch das Getränk ist so stark, dass es selbst ihm, der fünfhundert Jahre lang vampirischen Blutwein gewohnt war, die Tränen in Augen treibt. Auf dem Rückweg zu Karamaneh entdeckt er in der Auslage eines winzigen Ladens praktisch im Vorbeigehen das perfekte Julgeschenk für seine Frau und macht prompt einen kurzen Abstecher, um es gleich mitzunehmen. Allerdings hat er mit Butterbier und Thom und Gerris beide Hände voll und muss die Eingangstür mitsamt ihres schrillenden Glockenspiels daher mit Ellenbogen und Schulter aufdrücken. Das Geschäft ist tatsächlich winzig, der Raum gerade groß genug für einen kleinen Tresen, Regale an drei Wänden, den Ladenbesitzer selbst und Kalam, der sich kaum umdrehen kann, ohne zu beiden Seiten alles abzuräumen. Der Besitzer mustert seine ganze Erscheinung und seine Waffen, und blickt einen Moment lang so unbehaglich drein, als überlege er, ihm nicht besser gleich ohne jedes Widerwort sämtliche Tageseinnahmen auszuhändigen. Dann fällt der Blick des Mannes auf die beiden Krüge in seinen Händen und Kalams etwas verlegenes Lächeln, und sein anfängliches Unbehagen weicht belustigter Erleichterung – keine fünf Minuten darauf ist Kalam samt dem Julgeschenk für seine Frau (sicher verwahrt in seiner Tasche) wieder auf dem Weg zu Karamaneh, und diesmal lächelt er still in sich hinein und ganz so, als wüsste er etwas, das sie nicht weiß. Als er wieder bei ihr ankommt, wühlt sie gerade in einem Weidenkorb mit winzigen, lammfellgefütterte Fäustlingen und Schühchen - möglicherweise für Kinder, möglicherweise für Kobolde - und hat schon ein gutes halbes Dutzend ausgewählt. Kalam reicht Karamaneh ihr Butterbier, zieht sie in seine Arme und späht auf ihre bisherige Ausbeute. Für Amarya erscheinen ihm einige der Paare viel zu klein, aber vielleicht sind sie ja auch für Azayra gedacht oder für Olyvars Baby, das Ende Langschnee zur Welt kommen soll. Dann beginnt es erneut zu schneien: sanfte, weiße Flocken schweben aus einem zinngrauen Himmel auf alles herab, und der Schein der Feuerschalen, Laternen und funkelnden Silbergoldlichter taucht die frühe Winterdämmerung in den Tausendwinkelgassen in ein magisches Licht. "Sammeln wir die Mädchen ein und gehen noch auf den Marktplatz? Oder musst du noch etwas besorgen?"
I do very bad things, and I do them very well

Karamaneh

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Location: Feenwasserbucht

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12

Friday, December 14th 2018, 2:24am

Jultime Is Too Sparkly

Said No One Ever

Christmas isn't a season
It's a feeling
(Edna Ferber)

We make a living by what we get
But we make a life by what we give.
(Unknown)

{Anfang Langschnee 518}


Karamaneh lacht leise in sich hinein, als sie Kalams Blick folgt, der ihre Ausbeute an Kinderhandschuhen und -fäustlingen inspiziert und kommentarlos absegnet. Sie nickt. “Ja, lass uns die Mädchen holen und dann auf den Markt... das heißt, halt, nein...” Fällt ihr da gerade noch etwas ein. “Lass mich auf dem Rückweg noch rasch bei Frumpel, dem Kräuterhändler, vorbeischauen, um eine Kleinigkeit für Zaleh abzuholen...” Der Satz klingt fast so, als habe sie noch etwas mehr sagen wollen, doch stattdessen verzieht Kara den Mund einfach zu einem hübschen Lächeln.
Bei dem Kräuterhändler angekommen ist es dieses Mal an Kalam vor der Türe zu warten bis seine Frau und Tochter mit einem kleinen in Leinen eingeschlagenen Bündel wieder herauskommen. Unbeeindruckt von der ringsumher herrschenden Julzeitstimmung schaut Frumpel brummelig wie immer drein, als Karamaneh seinen kleinen Laden betritt, setzt jedoch sogleich sein freundlichstes Gesicht auf, über welches er verfügt, als er die Malankari erkennt. “Ah, willkommen, willkommen M'lady”, krächzt er heißer und hustet schwer. “Wie geht es Eurer werten Schwester?” Kara nickt freundlich. “Danke, meine Schwester erfreut sich bester Gesundheit”, erklärt sie. “Sie lässt Euch grüßen. In ihrem letzten Brief stand, Ihr hättet etwas, was ich für sie abholen solle?” “Ah ja, ja”, Frumpel nickt und beginnt sogleich geschäftig unter seinem Thresen zu kramen. “Kann ich sonst noch etwas für Euch tun, M'lady?”, fragt der chronisch giesgrämige Kräuterhändler so höflich es eben seine Art ist. Während er Karamaneh das Päckchen für Zaleh über den Thresen hinweg reicht. Die Malankari nickt...

Wenig später sammeln Amarya, Kalam und sie Reisig und Missandei ein und lassen sich erst einmal ausführlich berichten, was die beiden Mädchen alles so gesehen und entdeckt haben und sagen auch zu den kandierten Früchten nicht Nein, die ihnen die beiden fröhlich anbieten. Das süße Naschwerk klebt ordentlich zwischen den Zähnen und so kauen alle erst einmal eine Weile in andächtigem Schweigen, während sie sich wieder durch den Kupferkessel hinaus und mitten hinein in das Getümmel auf dem Marktplatz begeben.
Missandei und Reisig werden von dem prunkvollen Karussel quasi magisch angezogen und so steueren sie allesamt zielstrebig darauf zu und warten brav, während Kalam Schlange stehen darf, um eine handvoll Tickets für ein halbes Dutzend Fahrten zu besorgen. Während sie warten diskutieren Missandei und Reisig eifrig, welche Tiere sie gerne reiten wollen. Die Gischtrösser und Windpferde natürlich. Selbstverständlich auch die Sphingen und nicht zu vergessen die Mondwölfe. Die Lindwürmer hingegen findet Reisig zu unheimlich. Auch die Feuertiger sind ihr nicht geheuer, wohingegen Missandei sich aus unerfindlichen Gründen nicht für die Irrlichter erwärmen kann, welche Karamaneh besonders faszinierend findet. Dann ist Kalam endlich mit ihren Tickets zurück und schon geht es auf zur ersten Runde hoch zu Ross—Missa auf einem Windpferd und Rei juchzend auf einem goldgefiederten Greifen.

Ihre großen Mädchen haben sichtlich Spaß, doch, obwohl warm eingemummelt, wird Karamaneh nach einer Weile vom vielen Stehen auf einem Fleck doch recht kalt um die Nasenspitze herum und beginnt von einem Fuss auf den anderen zu treten, während sie dem bunten Reigen zuschaut. Auch Amarya ist mittlerweile wieder wach und beginnt suchend das Köpfchen hin und her zu drehen, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie Hunger hat. Als die letzte Fahrt auf dem Karussel zu Ende ist, begeben sich daher alle einstimmig auf den Weg zur Goldenen Harfe, denn auch Missandei und Reisig ist mittlerweile recht kalt. Zwar würden sie sich gerne noch etwas mehr auf dem Markt umsehen, aber sie könnten ja noch ein anderes Mal wiederkommen.
♥ "What am I? Does my poor history matter-to anyone?" ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Many, having looked into her lovely eyes, had they found there what I found, must have forgiven her almost any crime." ―Sax Rohmer: The Insidious Dr. Fu Manchu
♥ "Karamaneh is a beautiful toy, I grant you; but so is a cobra." ―Sax Rohmer: The Return of Dr. Fu Manchu

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Lyall

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13

Friday, January 4th 2019, 8:56pm

~ 2. Langschnee 518, Mittwintermarkt ~


<-- Der Marktplatz Talyras


Anyone can be passionate,
but it takes real lovers to be silly.

Rose Franken


We loved with a love
that was more than love.

Edgar Allen Poe


Wenn der Marktplatz mit all seinen geschmückten Buden und der festlichen Atmosphäre schon beeindruckend und anheimelnd auf Lyall gewirkt hat, so sind auch die Tausendwinkelgassen genau dies, jedoch in wesentlich komprimierterer Form.
Als sie auf die schmale Gasse hinaustreten, von der noch unzählige weitere Gassen, Gässchen und Schleichwege abgehen, ist die Wargin einen kurzen Moment lang sprachlos und staunt ob des festlichen Gewandes, in das sich dieser Straßenzug hatte werfen lassen. Die Schönheit und Gemütlichkeit, die dieser Platz im Herzen Talyras ausstrahlt, steht dem Marktplatzflair in nichts nach. Viele Zwölfmonde ist sie schon nicht mehr hier gewesen und hat so ihre liebe Mühe unter all der grünen und roten Dekoration ihr bekannt vorkommendes wiederzufinden; doch hier und da meint sie sich an eine Häuserfront oder einen Hof vage erinnern zu können. Woran sie sich jedoch erinnern kann ist der Lärm, der sie damals empfangen hatte und dieser ist der Alte geblieben. Oder besser gesagt, er ist sogar noch etwas lauter geworden und schlägt ihr als Kakophonie aus hunderten von Geräuschen entgegen. Händler preisen ihre Waren an, Musik erschallt aus offenen Türen von Schenken und Gasthäusern und hier und da werden auch ein paar Jullieder zum Besten gegeben. Gespräche und lautes Lachen seitens gut gelaunter (und mehr oder weniger bereits alkoholisierter) Menschentrauben vermischt sich mit Kinderlachen zu dem gesamten Hintergrundorchester, welches von den Häuserwänden widerhallt und teilweise grotesk verzerrt wird, sodass Lyall ihre Ohren anzieht um den Lärm etwas zu dämpfen, jedoch ohne Furcht weiter neben ihrem Gefährten über das unebene Kopfsteinpflaster schreitet. Die Stimmung ist einfach zu friedlich und ausgelassen, als dass sie bedrohlich wirken könnte und steckt auch die Drachenländerin sofort an. An der Seite ihres Liebsten ist die Wargin generell gelöster, sichtlich entspannter und fühlt sich so geborgen wie lange nicht mehr. Es erfreut ihr Herz und ihre Seele mit ihm den Tag verbringen zu können und das auf so angenehme Weise. Auch ihr Elb scheint glücklich und zufrieden mit sich und Roha zu sein, als sie ihren Blick prüfend hebt um in sein Antlitz sehen zu können. Verschmitzt zwinkert er ihr zu und sie drückt als Reaktion darauf kurz seine Hand, welche so warm und weich in der ihren liegt.
In der Luft liegt ein verfüherischer Duft von süßen und herzahften Speisen, sowie allerlei gewürzten Getränken, doch auch ein Hauch von Schwefel (offenbar hatten sich diverse Alchemisten für den Mittwintermarkt nicht freigenommen) mischt sich unverkennbar mit hinein.
Ebenso kunstvoll und nicht weniger bezaubernd als auf dem Marktplatz sind auch hier Girlanden und Gestecke aus Tannen- und Stechpalmenzweigen an Torbögen, Häuserecken, Fassadenvorsprüngen und auf Tischen arrangiert worden, verströmen Pinienzapfen ihren harzig-herben Duft und flackern mit Immergrün und Misteln dekorierte Laternen sowie Windlichter auf Fensterbänken, Tischen oder Verkaufstresen und werfen zitternd matte Lichtschleier auf Verkäufer wie Passanten. Lyall muss allerdings etwas schmunzeln, als sie zwischen all den grünen Girlanden und den romantisch flackernden Lichtern über ihren Köpfen eine zwischen den Häusern angebrachte Wäscheleine erspähen kann, auf der bretthart gefrorene Unterhosen starr in einer kalten Brise vor sich hin schaukeln.

Schnell kommen sie wirklich nicht voran, müssen sie sich doch durch allerhand Gestalten zwängen, da die Gassen fast schon übervölkert scheinen. Werden mal mit dem Strom mitgetragen oder halten relativ unfreiwillig vor diesem oder jenem Stand, da die wandernden Massen ins Stocken geraten sind. Nicht nur Menschen sind dabei ihre Mitreisenden, sondern auch Zwerge, Mogbars, Feen und sogar Faune tummeln sich in der bunten Schar um sie herum. Und wären die Besucher des Festes nicht schon genug um die Gassen und Gässchen zu verstopfen, so kämpfen sich Händler mit Bauchläden oder sogar mit Handkarren durch die Schar, wirken dabei wie Felsen in der Brandung, teilen sie doch – zumindest für kurze Zeit – den schier nicht enden wollenden Besucherstrom. Die Wargin hat damit gerechnet, dass viele Menschen unterwegs sein würden (und natürlich allerlei Vertreter anderer Völker), doch langsam scheint es etwas zu viel zu werden, was sie Cináed nach einiger Zeit auch mit unruhiger Stimme mitteilt. Schützend legt er darauf seinen Arm um sie, während er ihr versichert, dass die Menge sich bald in den vielen kleinen Gässchen, Häuserfluchten, Hofeinfahrten und Läden würde aufteilen werden, sie müsse nur noch etwas durchhalten. Schließlich sind sie erst am Anfang der Tausendwinkelgassen und diesen Weg muss jeder nehmen, der sie betritt. Betreitwillig ihm zu glauben nickt Lyall tapfer und versucht sich etwas mit dem Gedanken an Cins Geschenk abzulenken.
Ihr Elb behält jedoch recht und schon nach wenigen weiteren Minuten wird es zumindest so „leer“, dass sie immerhin nicht mehr Ellenbogen an Ellenbogen an jemand Fremden kleben muss oder sie ihrem Vordermann (oder der Hintermann ihr) in die Hacken tritt. Das Paar kann Hand in Hand und nun auch wieder nebeneinander gehend an die verschiedenen Stände oder Auslagen herantreten, ohne weitergeschoben oder abgedrängt zu werden. Es gibt so viel zu sehen und die Magd des Anwesens de Winter tritt mit Staunen und oftmals auch mit einem fragenden Gesichtsausdruck an die Waren heran, denn nicht immer weiß sie genau, was sie da vor sich hat. Meist kann ihr ihr Gefährte sagen, um was es sich handelt. Doch bei manchen seltsamen Dingen, weiß selbst er sich keinen Reim darauf zu machen. Und so machen sie ein Spiel daraus und denken sich die verrücktesten und komischsten Geschichten aus, wie man dies oder das benutzen könnte oder wofür jenes gut sein könnte und es kommt allerhand Unsinn dabei heraus, dass beide fast ununterbrochen am lachen sind. Doch Lyall entgeht trotz allem nicht der ein oder andere Händler mit dessen Waren sie durchaus etwas anzufangen weiß und setzt es gedanklich auf eine Art Geschenke-Einkaufsliste. Sie würde dann diese Händler unter der Woche erneut aufsuchen in der Hoffnung, dass sich das Gedränge in der Gasse zumindest etwas legen würde.

Als nächstes steuern sie einen recht großen Stand mit den unterschiedlichsten alkoholischen Getränken an, da Cináed den Besitzer kennt, wie er der Wargin mitteilt und ihm einen kurzen Besuch absatten will.
Zwei große Laternen mit unterschenkellangen Kerzen flankieren den aus Holz gebauten Stand, und mehrere kleine Laternen und mit Nüssen sowie Moos dekorierte Windlichter, welche auf der Auslage stehen als auch an Drahtbügeln hängend in die Girlanden aus Tannengrün hineingeflochten worden sind, werfen ihr zartgoldenes Licht auf die Krüge und Flaschen, welche es in allen möglichen Größen und auch Formen käuflich zu erwerben gibt. In Körben zu Füßen der potentiellen Käufer stapelt sich das zerbrechliche Gut oder hängt, kunstvoll in Lederschnüre eingeflochten, an Bronzehaken am Stand. Ebenso wie ihr Gefährte ist sein Gesprächspartner ein hochgewachsener Shida'ya und beide begrüßen sich ausgesprochen vertraut auf Shidar, als Cin und sie näher treten. Lyall versteht nicht wirklich was genau beide sprechen (nimmt sich jedoch vor ihren Gefährten zu fragen, ob er ihr nicht das ein oder andere Wort in Shidar beibringen könnte), doch an der Gestik ihres Gefährten kann sie durchaus ablesen, dass er die Wargin dem fremden Elben gerade vorstellt und so neigt sie höflich den Kopf und errötet leicht, als sie den Blick des Shida'ya hinter dem Tresen erwidert und ihm für einen kurzen Moment in die kühlen eisblauen Augen sieht. Das blonde, beinahe silbern wirkende seidige Haar liegt locker und leicht auf den Schultern des Elben, sind jedoch am Oberkopf streng aus dem Gesicht des Mannes zurück gekämmt worden und eine filigrane Silberspange hält es am Hinterkopf in Zaum. Die streng und etwas aristokratisch wirkenden Gesichtszüge, sowie der musternde Blick verleihen dem Erscheinungsbild eine ungewollte (oder doch gewollte?) Hochnäsigkeit.
Obwohl ihr Gefährte ebenfalls ein Shida'ya ist, hatte er nie die manchmal abweisend wirkende Aura der Unnahbarkeit an sich gehabt, sondern wirkte immer ehrlich sowie offen und zudem haftete ihm nicht diese gewisse nachdenklich entrückte Melancholie an, die – wie zumindest Lyall fand – die meisten Elben unweigerlich begleitete. So kann die Wargin nicht umhin sich noch immer in der Nähe anderer Elben etwas unbehaglich zu fühlen, auch wenn natürlich nie ein Vertreter dieses schönen Volkes tatsächlich unfreundlich zu ihr gewesen war, aber dennoch kann sie dieses seltsame Gefühl nicht gänzlich abschütteln und empfand weiterhin eine gewisse... nun... Unwürdigkeit ihrerseits in der Gesellschaft von Elben.

Eine gewisse Zeit lang beschäftigt sich die Wargin damit die in feiner schnörkeliger Schrift beschrifteten Etiketten und Schildchen zu lesen, welche auf das Glas geklebt wurden oder an mit Wachs befestigten kurzen Kordeln von den Flaschenkorken baumeln, während ihr Liebster in das Gespräch vertieft ist.
Rûm kann sie da lesen, ebenso wie Sommerwein oder Hypocras aber auch solche Worte wie Aramon An Ear, Colombard Gwyn oder einen sehr langen Namen auf einer der kleineren Flaschen, welcher mit so vielen U-, I-, X- und Z-Buchstaben geschrieben wird, dass ihr beim Durchlesen auf der Hälfte bewusst wird, dass sie den Anfang schon wieder vergessen hat. Dem Buchstabenwirrwarr zu urteilen muss es sich um irgendein alkoholisches Feengetränk handeln oder zumindest dessen Namen tragen, doch an das Aussprechen wagt sich die Wargin erst gar nicht.
Ihre Aufmerksamkeit wandert von den Weinen und Drechslerarbeiten am Nebenstand zu einem kleinen Handkarren, welcher fast in der Mitte der Gasse abgestellt worden war. Auf und an diesem sitzen und hängen aus Stoff und Fell gefertigte Tiere; nicht wirklich naturgetreu nachgebildet sondern niedlich dargestellt, mit Schlappohren, übergroßen Glasaugen oder kleinen Stupsnäschen anstelle ausladener Schnauzen. Ein kindlich liebevolles Lächeln überzieht ihr Gesicht, als sie einen kleinen etwas schief genähten Wolf emporhebt, dessen Fänge aus weißem Filz bestehen. Seine Nase erinnert leicht an die eines Wildschweines und ein flüchtiges Schmunzeln überzieht ihr Gesicht, als sie dem Tierchen versonnen über das Fell streicht, welches wohl ehemals einer Ziege gehört haben muss.
„Ein schönes Stück, nicht wahr?“, ertönt eine Stimme hinter ihr so plötzlich, dass die Wargin unweigerlich zusammenzuckt. Die Stimme ist tief, aber melodisch und will so gar nicht zu dem hageren Mann in einem abgewetzten braunen Wollumhang passen, der sich in ihr Blickfeld schiebt. Sein Gesicht ist jedoch freundlich und seine großen blauen Augen tragen viele Lachfältchen. Generell ist seine Haut durch Sonne und Kälte beansprucht und wirkt bei seinem zur Schau gestellten Lächeln runzlig, irgendwie verknittert und lässt den Menschen älter erscheinen, als er eigentlich an Sommern zählen mochte.
„Ja...“, erwidert sie leise und lässt das Stofftier unwilkührlich, beinahe ertappt, wieder in den Karren zurück sinken.
„Ich habe alle diese Tiere selbst gemacht und ich muss sagen, ich werde immer besser darin! Meint ihr nicht auch?“, lässt ihr Gegenüber verlauten und legt erstaunlich weiße Zähne beim lächeln frei.
„Wollt ihr euren Kindern zuhause nicht ein, zwei Tiere mitbringen? Sie würden sich sicher freuen! Der Wolf hat euch gefallen nicht wahr? Nehmt ihn! Und vielleicht noch... einen Dachs?“
„Sie... sie sind alle wirklich sehr schön. Ich habe jedoch keine Kinder... Danke, ich äh...“, stammelt die Magd errötend, als er sie und das Wort Kinder in einem Satz gebraucht und versucht sich unauffällig aus dem Gespräch als auch der Situation zurückzuziehen. Doch so leicht lässt der Fremde sie nicht entkommen. Rasch greift er nach ihrer linken Hand und hält sie so dicht an sein Gesicht, als würden dort winzige Worte stehen, die es zu entziffern gilt und die Lyall bisher nicht entdeckt hatte. Warm kann sie seinen Atem auf ihrer Handfläche spüren. Verdattert blinzelt die Drachenländerin und ist zu überrumpelt, um ihre Hand einfach wegzuziehen.
„Keine Kinder? Seid ihr sicher? Denn hmm... hmm... “, brummelt er, zieht ihre Handfläche weiter auseinander, betrachtet die Finger- sowie Handballen und fährt dann mit dem Fingernagel seiner anderen Hand die Linien auf ihrer Haut nach.
„Euer Inariberg hier... unter dem Daumen... so prall wie er ist, müsstet ihr schon mit einer Schar von Kindern herumlaufen! Und dann hier! Die Herz- und Liebeslinien sehr ausgeprägt! Ihr seid romantisch, loyal und sehr treu... habt das potential zu einer liebevollen Mutter und ja hier teilt sich die Linie, ich würde sagen... mindestens zwei Kinder... steht alles hier! Ja!“ Mit seinem Daumen wischt er erneut über ihre Haut und sieht ihr dann direkt in die Augen bevor er sagt: „Und euer Gesicht... ihr seid schön. Und wollt mir weißmachen, dass ihr keinen Liebsten habt?“ Mehr als ein sprachloses Blinzeln bekommt Lyall als unzureichende Antwort nicht zusammen, erholt sich aber soweit vom Schock, dass sie ihre Hand schlagartig wegzieht und rückwärts das Weite zu suchen beginnt.
„Da hinten, das ist doch der Eure, nicht wahr?“, lässt er nun seinen Blick über Cináed wandern und lächelt süffisant. „Er sieht doch recht stattlich und... potent aus.“
„Äh... ja... dann... ich muss jetzt wirklich...“, presst sie hervor ohne von ihrem rückwärtsgerichteten Kurs abzuweichen. Das Thema Kinder ruft der Wargin ihre wiederkehrenden Träume erneut schmerzlich ins Gedächtnis und sie möchte sich nicht erinnern. Nicht jetzt, nicht hier und heute.
Er folgt ihr diesmal nicht, sondern lächelt nur seltsam wissend, sodass sie sich abwendet um das Gesicht des Händlers nicht mehr direkt ansehen zu müssen und stößt prompt mit jemandem zusammen. Ihre Nase ist – trotz all der Kleidungsschichten – unsanft mit dem Brustbein ihres Gegenübers zusammengeprallt und schon möchte sie sich wortreich entschuldigen, da erkennt sie, dass es ihr Liebster ist, an dessen Brust sie so unsanft zu stehen gekommen ist.
Seine warme Hand schiebt sich unter ihr Kinn und er dreht ihr Antlitz empor, doch seine Augen suchen noch kurz die Gasse hinter ihr ab bevor er seinen Blick senkt und ihr fragend in die Augen schaut.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragt er sanft und leicht besorgt.
„Ja, ähm... ja natürlich.“, stammelt Lyall und glättet in einer Übersprungshandlung ihre faltenfreie Bekleidung und wagt einen raschen Blick zum Karren hinter sich. Der Mann ist jedoch weit und breit nicht mehr zu sehen.
„Ich dachte nur, dass...“, kurz räuspert sie sich. „Ich dachte nur, ich hätte Aurian gesehen. Aber sie war es nicht. Komm!“
Natürlich weiß sie, dass ihr Geliebter dieser kleinen Lüge keinen Herzschlag lang Glauben schenkt und so zieht sie ihn am Ärmel schnell weiter, weg von dem Karren sowie seinem seltsamen Besitzer und versucht die Erinnerung an Kinder und Stofftiere hinter sich zu lassen.
Keinem hatte sie bis jetzt von ihren Träumen erzählt, die sie manchmal ein oder auch zwei Mal jeden Mond heimsuchten und ihr diese Nächte zur buchstäblichen Hölle machten. Nicht einmal Cináed hatte sie davon erzählt, um ihn nicht zu beunruhigen. Auch wenn sie sich oft fragt, wann er sich denn fragen müsste, ob sie denn nun... also wann eigentlich... also wegen Kindern...

Ein oder zwei Häuserfluchten weiter bleibt sie stehen, dreht sich ruckartig zu ihrer Liebe um, packt sein Gesicht urplötzlich mit beiden Händen und blickt ihm in die durchaus etwas überrascht blickenden Augen.
„Ich liebe dich, Cináed. Jeden Tag, nein... jede Sekunde mehr. Ich habe dir noch gar nicht richtig danken können. Für die Umbauten an deinem Hof und Heim und für alles, um das du dich in letzter Zeit wortlos gekümmert hast. Ich bin schon sehr gespannt das Endergebnis zu sehen! Alles was ich bis jetzt zu sehen bekommen habe... du hast dich einfach selbst übertroffen. Und dabei war auch alles davor schon so wunderschön angelegt! Ich freue mich auf alles was Ealara noch für uns bereit hält. Ich möchte mein Leben mit dir verbringen und es mit dir teilen.“, sprudelt es auch ihr heraus und sie scheint ohne Punkt und Komma zu reden. Tatsächlich versucht sie sich selbst auf andere Gedanken zu bringen und während sie über Glyn-y-defaid spricht, nicht an Kinderzimmer zu denken.
„Du warst in der letzten Zeit, so oft alleine, da ich Avila nicht mit den Arbeiten im Anwesen im Stich lassen konnte und... du warst so rücksichtsvoll... hast so viel Verständnis gezeigt und dich nicht ein Mal beklagt, auch wenn ich dir angesehen habe, wie schlecht es auch dir nach Aurians Verschwinden ging. Ich weiß gar nicht, wie ich mich revanchieren soll. Nichts fällt mir ein was deine Taten aufwiegen könnte! Was kann ich dir nur geben, um dir genau solch eine große Freude zu bereiten, wie du sie mir bereitet hast? Du bist einfach so ein wunderbarer, intelligenter, liebevoller, sorgender, redlicher und schöner Mann... “ Ihre bernsteinfarbenen Augen fixieren die Seinen, als sie die Worte voller Inbrunst, Ehrlichkeit und Liebe ausspricht, doch in ihrem Inneren pulsiert ein kleiner Knoten aus Trauer und Enttäuschung, denn sie weiß ganz genau was sie ihm nur zu gerne schenken würde... doch sie kann es nicht.
„Ich liebe dich so sehr, am liebsten würde ich dir es am Tag hundert, tausendmal sagen! Doch ich weiß nicht, ob ich dir damit nicht irgendwann auf die Nerven gehe. Ich möchte doch nur, dass du weißt, dass ich dich schon immer geliebt habe, immer lieben werden und es keinen anderen gibt oder jemals geben wird. Nur dich! Es soll ja auch nicht kitschig klingen... oder sich irwie abnutzen, wenn man es zuoft sagt... Können sich Worte abnutzen? Denn ich meine es wirklich jedes Mal ernst so, wie ich es sage, wenn ich es sage...Naja... jedenfalls...“ Als ihre Stimme langsamer und immer leiser wird, küsst sie ihn schließlich lang und innig, bevor sie sich auf ihre Fersen zurücksinken lässt. Wenn er dich nach dem verrückten Redeschwall noch immer liebt, dann ist er der definitiv Richtige... meine Güte!, meldet sich eine Stimme in ihrem Hinterkopf und sie kann diese - bildlich gesprochen - gedanklich ihre flache Hand vor die imaginäre Stirn klatschen hören.
„Ich liebe dich einfach... mit allem was ich habe und geben kann.“ Laut und tief seufzt die Wargin einmal auf. „Das musste irgendwie raus... nehme ich an.“, und lächelt bei den Worten etwas schief und streicht sich verlegen eine Haarsträhne hinter das pelzige Ohr zurück. Sie weiß auch nicht genau was sie gerade überkommen hat, aber das seltsame Zusammentreffen mit dem Fremden hat sie gelinde gesagt kurz aus der Bahn geworfen. Doch sie will jetzt nur an Gutes denken, so tun als gäbe es keine Probleme oder trübe Gedanken. Zumindest für die Zeit des Besuchs auf dem Mittwintermarkt.
„Also...“, frag sie nun wieder etwas ruhiger und bemüht sich um einen Themenwechsel. „Möchtest du etwas essen?“
'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, ' but what is that on your shoulders?'
'It's... a fur collar,' said Nanny.
'Excuse me, but i just saw it flick its tail.'
'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'
~Terry Pratchett "Maskerade"~

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Thursday, January 10th 2019, 9:42pm

~ Little Things ~
2. Langschnee 518


But little white lies here
and there are human nature.
Everybody does that.
(Lucy Hale)

I love you--broken in pieces, whole, however.
No matter what the future brings,
no matter what was in the past.
(Myra McEntire)


Cináed beendet das Gespräch und verabschiedet sich von seinem Bekannten und wendet sich zu Lyall um, doch diese ist verschwunden. Suchend schaut er sich um und entdeckt sie auch gleich nur wenige Stände weiter wie sie sich mit irgendeinem der zahlreichen Händler vor Ort, einem hageren Mann in abgewetztem Wollumhang, unterhält. Sonderlich glücklich sieht sie allerdings nicht aus und so beeilt Cináed sich zu ihr aufzuschließen, um herauszufinden, was los ist. Als er Lyall schließich erreicht, wendet sich diese gerade etwas abrupt von dem Fremden ab, sodass sie promt mit Cináed zusammenstößt.
„Alles in Ordnung mit dir?” erkundigt der Shida'ya sich bei seiner Liebsten und sieht sie prüfend an. Der Karren, den der Händler rumpelnd weiterschiebt, während Lyall nervös ihre Kleider glattstreicht, ist bis zum Rand mit drolligen Stofftieren gefüllt. Spielzeuge jener Art wie sie vor allem kleinen Kindern gefallen.
„Ja, ähm... ja natürlich“, antwortet die Wargin ihm und ihm entgeht keineswegs wie sie sich unsicher nach dem Händler und seinem Karren umsieht, welche jedoch beide längst außerhalb ihrer beider Sichtweite verschwunden sind.
„Ich dachte nur, dass...“, fährt sie fort. „Ich dachte nur, ich hätte Aurian gesehen. Aber sie war es nicht. Komm!“ Hastig zieht sie Cináed mit sich und der Shida'ya runzelt leicht die Stirn. Ihre Worte sind viel zu überstürzt daher gesprochen, als das er sie einfach so als Erklärung hinnehmen würde, aber er da er merkt wie aufgewühlt seine Liebste noch immer ist, hackt er vorerst nicht weiter nach.

Als sie schließlich so abrupt Halt macht, sein Gesicht in ihre Hände nimmt, ihm tief in die Augen schaut und mit einer schieren Flut an Worten überschüttet, blinzelt Cináed verwirrt und fragt sich kurz, was genau nun wieder diesen plötzlichen Gefühlsausbruch ausgelöst hat, aber als Lyall ihn schließlich küsst, schließt er einfach nur die Augen und genießt den schönen, ohnehin viel zu flüchtigen Augenblick so lange er währt. „Ich dachte nur, dass...“, kurz räuspert sie sich.
„Scheint so”, entgegnet der Elb lachend, zieht sie in seine Arme und gibt ihr seinerseits einen langen Kuss. „Ich liebe dich auch, Lyall.” Selbst kein Mann vieler Worte belässt er es für den Augenblick dabei und gibt ihrem Ablenkungsmanöver lächelnd nach, während er sich insgeheim vornimmt, zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch einmal behutsam auf das sonderbare Zusammentreffen mit dem Händler zurückzukommen. Vorerst aber entgegnet er nur: „Ja, gerne, lass uns etwas essen gehen. Auf dem Markt oder lieber in der Harfe? Vielleicht läuft uns auf dem Weg dorthin ja auch Aurian über den Weg oder womöglich sitzt sie auch schon in Borgils Schankstube, um sich einwenig aufzuwärmen. Ich glaube, das würde uns auch nicht schaden.” Er lacht leise. „Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber meine Finger werden schon ganz steif vor Kälte.”

Cináed nimmt Lyalls Hand in die seine. Wie selbstverständlich verhacken sich ihre Finger ineinander und wie auf ein stummes Signal hin lächeln sie einander an. Doch so ganz kann der Shida'ya den sonderbaren, irgendwie verletzten (?) Ausdruck auf Lyalls Gesicht, als er sie mit dem unbekannten Händler zusammen gesehen hatte, nicht aus seinen Gedanken verbannen. Was kann sie nur so bekümmert haben? Etwas, was der Fremde gesagt hat? Denn sicherlich sind es nicht seine Waren gewesen. Immerhin hat es sich nur um Kinderspielzeug gehandelt. Kinderspielzeug. Einen Moment zu lange verweilen seine Gedanken bei dem ungewohnten Wort. Kinderspielzeug. Kinder. Sollte die Antwort etwa doch dort verborgen liegen? Ohne dies zu ahnen, sind auch Cináeds Gedanken in der letzten Zeit immer mal in eine ganz ähnliche Richtung gewandert wie die seiner Liebsten. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass der Elb den Fehler bei sich selber sucht und nicht bei Lyall. Bisher hat er diese Gedanken aber immer wieder rasch als unsinnig abgetan, immerhin gibt es genug Kräuter, die einen unerwünschten Kindersegen verhindern und warum sollte Lyall davon, wie so viele andere Frauen auch, keinen Gebrauch machen? Immerhin sind sie unverheiratet und führen, zumindest noch, ein Leben, dass sie häufig über Tage hinweg voneinander trennt. In dieser Situatiuon Kinder mit in die Gleichung zu bringen, erscheint ihm nicht unbedingt erstrebenswert und vielleicht geht es Lyall damit ja ganz ähnlich.

Cináed lächelt, nun doch wieder ganz vergnügt. Nicht mehr lange und dies würde sich endlich ändern. Ihre auf Eis gelegten Hochzeitspläne sind wieder in greifbare Nähe gerückt und würde hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern bis Lyall endgültig auf hinaus zu ihm auf den Hof zieht. Gut gelaunt führt der Gutsbesitzer seine Liebste durch den Kupferkessel aus den Tausendwinkelgassen hinaus und zurück auf den Marktplatz wo sie sogleich den Weg in Richtung der Goldenen Harfe einschlagen.
"Who's Zed?" "Zed's dead, baby. Zed's dead." (Quentin Tarantino, Pulp Fiction)

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