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Freitag, 15. Juni 2018, 22:22

Wer, wie, was,
wieso, weshalb, warum

wer nicht fragt bleibt dumm

(Sesamstraße)




So spontan Rialinn sonst auch meist ist, als die anderen Mädchen sich auf den Weg zurück zum Haus und Richtung Strand machen verharrt sie zögernd, ist hin und her gerissen. Es ist warm geworden, wirklich warm und das Wasser des Ildorel hat da durchaus etwas Verlockendes. Abgesehen davon, dass die Mädchen alle mag. Auch Reisig mit ihrer faszinierenden Haut- und Haarfarbe, die sie gerade eben erst kennengelernt hat, ist ihr sofort sympathisch gewesen. Aber dort oben beim Stall sind Bræn und Tiuri bei Kalam. Die Söhne von Borgil kennen sie beide schon viele Zwölfmonde und könnten sowas wie Leumundsbürgen für sie sein, könnten Kalam versichern, dass sie vertrauenswürdig ist. Immerhin kennt der Mann sie nicht und da könnte Bitte, Ridil sehen zu dürfen schon ein wenig dreist wirken. Rialinn ist nur vage bewusst, dass die Bitte etwas ungewöhnlich ist für ein Mädchen ihres Alters, das nicht auf einem Waffenhof aufgewachsen ist, sondern im Anukistempel.

Ehe ihre Unentschlossenheit jedoch Überhand nehmen kann und sie ihren Plan doch noch verwirft, kommt Bræn hüpfend bei ihr vorbei um Heledd und den anderen zu folgen. Als dann auch die beiden Erwachsenen den Auslauf oben am Stall verlassen und auf sie zu kommen, hat die Situation die Entscheidung für das Elbenmädchen getroffen. Wenige Augenblicke später steht sie dann vor dem Hausherrn und stellt sich erstmal vor. "Die Götter zum Gruße, Shu're." Dass Bræn vorhin erklärt hatte, Kalam sei wohl kein gesalbter Ritter - und somit weder ein Sire noch ein Shu're - ignoriert sie dabei geflissentlich. Immerhin ist er der Träger Ridils und damit steht ihm eine solche respektvolle Anrede ihrer Meinung nach sehr wohl zu. Und Höflichkeit hat noch niemandem geschadet, wie Frau Eluna im Tempel keinen Tag müde wird, ihren Schützlingen zu erklären. "Ich bin Rialinn aus dem Haus Mitarlyr… die Tochter von Lady Arúen auf Vinyamar." Insgeheim hofft das Mädchen, dass die Erklärung zu ihrer Person reicht. All die Ämter Arúens aufzuzählen um zu erklären, wer ihre Mutter ist, hat ihrer eigenen Meinung nach etwas von Angeberei.

>Ich bin Kalam. Ich habe gehört, du interessierst dich für Schwerter?<

Bei den Worten kann Rialinn spüren, wie ihr verlegene Hitze bis in die spitzen Ohren steigt und kann sich nur zu gut vorstellen, dass die gerade zu glühen beginnen. Ja, genau deswegen hat sie Kalam aufsuchen wollen. Und trotzdem fühlt sie sich gerade ertappt, als hätte Cassandra sie mit der Hand in der Julfest-Keksschachtel erwischt. Für einen Moment weiß sie nicht, was sie sagen soll und nickt nur heftig ehe sie ihre Sprache wiederfindet und mühsamen versucht die Worte zusammensucht, die sie sich auf dem Weg von der 'Harfe' hierher zurecht gelegt hatte. "Ja, das hat Bræn Euch verraten, oder? Ich… ich wollte fragen, ob ich vielleicht Ridil sehen dürfte… wenn das nicht zu dreist ist", setzt sie dann noch rasch und mit einem entschuldigenden Lächeln nach. "Mich interessiert der Unterschied zwischen den Schwertern der Elben und der anderen Völker. Auf dem Sommerturnier vor vier Jahren, da hat Tiuri gegen Elthevir gekämpft und sie haben beide gewonnen… oder beide verloren… kommt drauf an, wen man fragt. Egal. Es war ein Unentschieden… Aber da habe ich Tiuris Fahl gesehen und das Taqât von Elthevir und mir ist aufgefallen, dass sich nicht nur die Schwerter unterscheiden, sondern auch wie man damit kämpft ist ziemlich verschieden voneinander. Naja, und seitdem…hat mich das interessiert. Ich habe schon einige besondere Schwerter gesehen, Fahl natürlich und Siaíl, dann die Taqâtes von Elthevir und meinen Onkeln, ich durfte auch schon in die Waffenkammer von Tante Nan um zu schauen und ich kenne natürlich das Caidlor meiner Mutter… und ich rede grade viel zu viel", fällt Rialinn dann selber auf und sie unterbricht sich in ihrem Eifer ihre Bitte zu erklären selber, "Entschuldigung."
Avatar (c) Niniane

Am Grunde des Herzens eines jeden Winters liegt ein Frühlingsahnen, und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
(Khalil Gibran)

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