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Sonntag, 4. März 2018, 13:25

Er erkennt an ihrer Reaktion, dass der Gedanke daran Elea über ihr Erbe aufzuklären und auch auf die Gefahren hinzuweisen, sie erschreckt. Sie hatten beide schon immer gewusst, dass der Moment kommen würde, doch wo Ierás den ganzen Heimweg Zeit hatte sich daran zu gewöhnen, hat er seine Frau offensichtlich überrumpelt. >Aber wo sollen wir anfangen? Ist sie wirklich alt genug so ein gefährliches Geheimnis für sich zu behalten? Sobald wir das Wort Drache in den Mund nehmen müssen wir ihr schon verbieten darüber zu sprechen, also müssen wir ihr auch die Gefahr die dahinter steht erklären. Ich… ich will ihr auch keine Angst machen, sie ist so unbekümmert und so… perfekt so wie sie ist.< Ierás, der seine Frau genau beobachtet, sieht die Tränen und den Kampf den sie mit ihnen ausficht und er kann nicht anders, als ihr sanft mit den Fingern über die Wange zu streichen. „Das ist sie, Neyá, so wie du. Aber sie ist auch nicht auf den Kopf gefallen und ich bin sicher, irgendwann stößt sie auf ein Buch, dass sich mit der Geschichte der Dracayren auseinandersetzt und sie wird eins und eins zusammenzählen.“ Er versucht zu lächeln, doch wirklich wohl ist ihm bei diesem Gespräch eigentlich auch nicht. Auch wenn Ierás selbst wenig Probleme mit seiner Herkunft hat; von der Tatsache abgesehen das Kea und er nie eine halbe Heerschar Kinder haben werden und der Angst und Sorge Kea´s um ihre Tochter; er kann sich vorstellen, dass es Elea vielleicht anders geht. Müssen wir ihr auch irgendwann einmal sagen, dass sie nie Kinder haben darf? Der Halbelb rückt seine Frau auf seinem Schoß ein wenig zurecht und zieht sie dabei noch einmal näher an sich. >Vielleicht wäre es gut erst mal Pól einen Blick auf sie werfen zu lassen und vielleicht hat er auch einen Rat was wir ihr sagen sollten und was nicht? Oder was denkst du? Wie hast du eigentlich von deinem Erbe erfahren und… gut, darüber, dass du jung warst brauchen wir gar nicht erst sprechen. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht und nie eine wirkliche Lösung für unser Problem gefunden. Was würdest du tun?<
Ierás muss lächeln, als sie auf sein Alter zu sprechen kommt und sein Lächeln wird um einiges breiter als er feststellt, dass er diesen Sturmwind tatsächlich offiziell erwachsen wird. Bevor er sich aber in seinen Gedanken selber damit ablenkt, dass er jetzt ganz offiziell heiraten, Grundbesitz erwerben und Steuern zahlen darf, konzentriert er sich doch lieber auf das gerade anstehende Thema. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich tun würde.“ Wie immer, wenn er über etwas Wichtiges nachdenkt, kratzt Ierás sich am Hinterkopf. „Aber ich weiß, dass ich es wissen wollen würde. Die Gefahr kennen, aber eben auch die Möglichkeiten die ich habe. Und.. wenn sie neben der Drachenmagie noch arkane Magie besitzt, hat sie eine ganz schön große Menge an Möglichkeiten, die sie aber auch beherrschen muss. Die Idee, auf Pól zu warten und ihn um Rat zu fragen, ist keine schlechte. Aber wenn er nicht in den nächsten zwei Monden auftaucht, sollten wir mit ihr sprechen. Und irgendwann dann auch noch bei Niniane vorbei.“

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Samstag, 14. April 2018, 22:37

Kea sieht Ierás zu wie er sich am Hinterkopf kratzt und über seine nächsten Worte nachdenkt. Natürlich kennt sie ihren Mann gut genug um zu wissen, dass auch er eine Entscheidung wie diese nicht auf die leichte Schulter nimmt, aber die innere Ruhe die er ihr gerade entgegen bringt hilft ihr tief durchzuatmen und sich etwas zu sammeln.
>Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich tun würde. Aber ich weiß, dass ich es wissen wollen würde. Die Gefahr kennen, aber eben auch die Möglichkeiten die ich habe. Und.. wenn sie neben der Drachenmagie noch arkane Magie besitzt, hat sie eine ganz schön große Menge an Möglichkeiten, die sie aber auch beherrschen muss. Die Idee, auf Pól zu warten und ihn um Rat zu fragen, ist keine schlechte. Aber wenn er nicht in den nächsten zwei Monden auftaucht, sollten wir mit ihr sprechen. Und irgendwann dann auch noch bei Niniane vorbei. <
Noch einmal atmet Kea tief durch, versucht die Angst nicht sofort wieder in sich hoch brodeln zu lassen. Zustimmend nickt sie stattdessen. Wahrscheinlich hat er recht. Nein, ganz bestimmt sogar, sie können Elea die Wahrheit schließlich nicht für immer und ewig verschweigen und sie auf dem Waldhof vor der Welt verstecken. Wie eine Prinzessin die der Drache in ihrem Turm gefangen hält… für einen halben Augenblick erscheinen ihr Märchen und Geschichten die von solchen Dingen erzählen gar nicht mehr so unsinnig.
„Du hast Recht, wir warten auf Pól, zwei Monde und keinen Tag länger.“

Die nächsten Tage und Wochen kann Kea sich nicht entscheiden ob sie sich die Ankunft von Ierás Lehrmeister herbei sehnt oder ob sie sich wünscht diese letzten unbekümmerten Siebentage so lange auszudehnen wie möglich. Unbekümmert zumindest für Elea. Ihre Tochter möchte in die Bibliothek und sie möchte ausreiten gehen, sie möchte im Stall schlafen und auf die neuen Fohlen warten und jeden Tag bettelt sie darum mal wieder in die Steinfaust zu reiten um mit Niall spielen zu können. In all diesen Momenten wünscht sich Kea die Zeit anhalten zu können um Elea vor der Welt des Erwachsenwerdens zu bewahren, doch das ist nun mal unmöglich.
Bestimmt mache ich mir zu viele Gedanken… Ierás hat das alles ganz wunderbar weggesteckt. Elea ist stark, wahrscheinlich wird sie das alles mit einem Schulterzucken abtun und ich werde mich fragen warum ich mir jemals Sorgen gemacht habe.
In den nächsten zwei Wochen werden drei Fohlen geboren und nach der ersten verpassten Geburt gibt Kea schließlich nach und lässt Elea sich ein Strohbett in einer leerstehenden Box aufbauen. Sie selbst geht alle paar Stunden nach ihrer Tochter und den Pferden sehen und hat außerdem zwei ihrer Falkenswarderrüden zu Eleas Schutz abgestellt. So kommt es, dass auch sie bei wenigstens einer der drei Geburten dabei ist und zuschauen kann wie die junge Stute ihr erstes Fohlen in nur wenigen Minuten zur Welt bringt. Als Kea am Morgen der dritten Geburt Elea aus dem Stall zum Frühstück holt und ihre Tochter ihr mit glänzenden Augen, Stroh im Haar und in einem nicht enden wollenden Wortschwall – Kea fragt sich zwischendurch manchmal ob das Kind überhaupt Luft holt - von dem kleinen schwarzen Hengst mit den vier weißen Fesseln berichtet stoßen sie an der Haustüre beinahe mit jemandem zusammen.
„Pól! Du bist zurück!“

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