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Atevora

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31

Friday, March 28th 2014, 11:03pm

Artig wie die kleinen Lämmchen folgen ihr die beiden Männer in die Küche und nehmen an dem kleinen Esstisch Platz. Von der intensiveren Betrachtung ihrer Kehrseite durch Learcan hat sie nichts bemerkt, und auch seine Grübeleien entgehen ihr vollkommen. Sie selbst hält sich nicht mit so zwischenmenschlichen Beziehungsbimbanborium auf. Es war für sie eine schöne Nacht, die sie genossen hat, und im Grunde hätte sie nichts gegen eine Wiederholung einzuwenden, aber es darf und kann bis auf weiteres nicht wiederholt werden. Sie hat ihre Aktionen bereits genug mit diesem Ausrutscher gefärdet. Tee wünschen sie ihre Gäste also von der Gastgeberin. „Ja die Formulierung war vollkommen Korrekt Tiandaril." Meint sie zu dem Elben und lächelt ihn lieblich an. Ihr ist so als wäre das Gesicht heute etwas weniger aus Stein gemeißelt als bei ihrer letzten Begegnung. Am Eingang war ihr so als hätte sie den Anflug einer Bewegung um die Mundränder wahrgenommen, die tatsächlich so etwas wie die Andeutung eines Lächelns hätten sein können. Natürlich könnte sie es sich auch nur eingebildet haben. "Sehr gerne, kommt sofort.“ Fügt sie unbeirrt an die Bestätigung der richtigen Wortwahl an. Dann gedenkt die Magierin dessen, dass ein Normander bei ihr in der Küche sitzt, und so bequem es auch sein mag einen Krug Wasser zu nehmen und die klare Flüssigkeit darin mit einigen Wörtern und Gesten zu erhitzen, beschließt sie dieses Mal den herkömmlichen Weg zu wählen. „.. nungut, fast sofort.“ Sie schmunzelt bei der Korrektur und iihre Augenbrauen wandern bei dem kurzen Seitenblick, der allein Learcan gewidmet ist, einen Augenblick lang vielsagend kühn in die Höhe. Mit einem Gestus der keine Selbstsichere Ausstrahlung missen lässt, überwindet die Shin die kurze Distanz vom Tisch zu ihrem Herdplatz, nimmt einen der bereitstehenden gefüllten Wasserkrüge und stellt ihn am entsprechenden Platz auf. Kaum hat sie sich wieder umgedreht, Becher auf den Tisch gestellt und widmet ihre volle Aufmerksamkeit wieder allein ihren Gästen, beschließt Tiandaril, dass es wohl nun an der Zeit wäre die offene Frage zu ihrem Besuch zu beantworten. <<"Learcan ist verfolgt und angegriffen worden.">> Oder auch nicht. Ein wenig doch, aber Zumindest nicht ganz.

Atevora ist gut im Bilde was die Geschehnisse betrifft, zumindest zu Teil. Es wundert sie keineswegs, dass Learcan verfolgt, und auch nicht, dass er abermals angegriffen wurde. Es liegt für sie somit durchaus, das heißt gemessen an vorhersehbarer zwischenmenschlicher Handlungsweise, nahe, dass er sie darum aufsucht. Schließlich ist sie indirekt ein wenig involviert, sie haben freundliche Bekanntschaft geschlossen, diese sogar kurzfristig auf rein körperlicher Ebene äußerst intensiviert und ehrliche Mitbürger sind in Besorgnis um Mitmenschen die sie mögen. Sie warnen einander, wenn sie eine mögliche Gefahr für den Gegenüber sehen. Was sie aber doch wundert ist, dass ihr Vögelchen nicht längst an die Scheibe gepickt hatte. Ein wenig unerfreut ist sie doch darüber. Informiert zu sein ist wichtig, und ihr wäre sehr daran gelegen, hätte sie ihr schon knapp vor dem Auftauchen der Beiden Bericht erstattet, und auf diese Weise von dem neuerlichen Angriff bereits erfahren hätte. So wird sie allerdings von Tiandaril ins Bild gesetzt. Äußerst kurz knapp bündig, prägnant auf den Punkt gebracht. Minimalismus scheint nicht nur in Puncto Mimik seine Devise zu sein.

Da die Shin natürlich hochoffiziell nichts näheres von überhaupt irgendwas weiß (das heißt natürlich über die Belange hinaus von denen ihr Learcan bereits erzählt hatte), und sich ebenfalls in die Rolle der normalen Mitbürgerin fügt - die erschrickt und in Kummer und Sorge um ihre Mitmenschen ist, wenn ihr solche völlig neuartigen, durchaus aufwühlenden bishin erschütternden Enthüllung, oder Information, zugetragen werden - präsentiert sie auch ein entsprechend passendes Mienenspiel. „Wie du wurdest..? Wie schrecklich!“ Gibt sie in ehrlich besorgt und leicht erschrockenem Ton von sich. Mit den Worten rückt sie einen Sessel der Learcan am nächsten ist hervor und setzt sich darauf. Besorgt ruhen der Magierin Augen auf dem kräftigen Krieger aus den nördlichen Landen, als er erklärt er hätte einen der Verfolger wiedererkannt. <<“Du hattest Recht">> Natürlich hatte ich Recht. Sie wusste es nämlich bereits als sie ihre Andeutung gegenüber Learcan hat fallen lassen. Zugegeben, sie hört den Satz dennoch gerne. Wer lässt sich nicht gerne ein wenig das Ego streicheln? „Mir wäre lieber ich hätte mich geirrt.“ Spricht sie stattdessen zerknirscht. „Ein Glück ist dir nichts passiert.“ Nun greift sie sogar nach des Nordmannes Hand, legt die ihre darauf und drückt sie leicht. Sie hat die Geste oft gesehen, sie drückt wohl Zuneigung und Nähe, sowie auch Anteilnahme aus. Kurz war die Berührung, sorgsam die Länge abgewogen und dosiert, bevor die Magierin ihre Hand wieder zurückzieht. "Ich danke dir für deinen Rat, ich werde ihn beherzigen."

Die nachfolgenden Worte des Normanders sind an Tiandaril gerichtet. Er berichtet ihm von dem Mondstein und fasst die Vergangenheit bemerkenswert kurz umrissen aufs nötigste Zusammen. Die Magierin steht unterdessen auf, und geht zum Herd, wo inzwischen das Wasser kocht. Sie lauscht nur mit halben Ohr den Ausführungen, während sie eine beruhigende Kräutermischung mit Zitronengras, Melisse und Rosenblättern aus dem Kasten nimmt, mit einem Teelöffel in ein Teeei füllt und es in das dampfende Wasser hängt.

„Wegen des Buches.“ Beginnt sie schließlich die entstandene kurze Stille nutzend. Die Magierin stellt dabei das Teewasser auf den Tisch, gießt aber noch nichts ein, schließlich braucht ihr Gebräu noch eine Weile bis es nicht mehr allein nach Wasser schmeckt. „Es war in Ayaron verfasst. So dachte ich mir, wenn dir jemand bei deinem Rätsel behilflich sein kann, dann womöglich am ehesten eine Person, welche dieser Sprache noch mächtig ist. Ich habe somit meine Kontakte bemüht. Lady Arúen, die Hohepriesterin der Anukis, beherrscht tatsächlich das Ayaron. Ich habe sie gestern Abend zufällig getroffen und mich bei ihr erkundigt, ob sie bereit wäre dich zu empfangen. Ich hielt mich ihr gegenüber weitgehend bedeckt, da ich nicht wusste, ob es dir Recht wäre etwas konkreter anzusprechen. Sie bot an, dass ich euch im Laufe der nächsten Woche nach der Morgenandacht einander vorstellen könnte und du ihr dann den Sachverhalt erörterst. Möchtest du sie aufsuchen? Es steht natürlich nicht fest, ob sie dir wirklich weiterhelfen kann, aber ich denke einen Versuch wäre es sicher wert. Was meinst du?“

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Tiandaril

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32

Sunday, March 30th 2014, 7:35pm

Tiandarîl nimmt im weiteren Verlauf des Gespräches eine eher passivere Rolle ein, die auch sonst gut zu ihm und der eigentlichen Situation passt. Schließlich war es nicht er, der angegriffen wurde und genauso ist hat er auch eigentlich nicht allzu viel mit dem ganzen zu tun. Selbst Atevora scheint mehr zu wissen, als er selbst, was ihn ein wenig verwundert. Tiandarîl weiß nicht sonderlich viel über das Verhältnis seiner beiden Bekanntschaften, daher überrascht es ihn doch ein wenig, dass die Shin über den Stein Bescheid weiß. Vermutlich kennen sich die beiden aber einfach schon ein gutes Stück länger. Als Erklärung ausreichend konzentriert sich der Elb somit auf andere Dinge, wie zum Beispiel seinen Tee. Gut schmeckt dieser ganz außer Frage, auch, wenn er in keinster Weise mit den Teesorten seiner Heimat zu vergleichen ist. Nicht in einem Maße von besser oder schlechter, sondern einfach anders. Insgesamt wirkt der Tee etwas beruhigend, vermutlich ist er auch der Verdauung wohl gesonnen. Interessante Sorte. Vielleicht sollte der Silberelb sein Repertoire ein wenig erweitern, um nicht irgendwann nur mit den Geschmäckern von elbischen Tees auf der Zunge diese Ebenen zu verlassen. Wie dem auch sei, sein Blick wandert wieder zu den beiden, da Atevora sich rührend um den Normander zu sorgen scheint. Selbst oder vielleicht gerade der Elb hätte ein so zutrauliches Verhalten der Shin nicht erwartet, er hätte sie für distanzierter gehalten. Umso besser, dass sie ihn eines besseren Belehren konnte, bevor sein Konzept von ihr doch noch zu starr geworden wäre. Wieder nippt er an dem Tee, der in einer sichtlich größeren Tasse serviert wurde, als die, die er selbst zuhause lagert. Erneut breitet sich der Geschmack in seinem Mundraum aus und fährt dann wohlig war, nicht zu heiß, seine Kehle hinunter.

Einige Momente vergehen in exakt diesem Muster, als Learcan sich doch an ihn wendet. Dem Elben wird von einem Stein erzählt, hinter dem der Grund für die Anschläge vermutet wird. Folgerichtig kommt der Elb auf den Entschluß, der Stein müsse von einer gewissen Bedeutung sein, ansonsten verfolge man Learcan schließlich nicht deswegen. Bedächtig nickt Tiandarîl und nimmt den Stein in die Hand. Zwar hat er kein sonderliches Geschick für Magie, er meint aber, ein wenig Wärme zu spüren, wie einige Wesen es bei Magie fühlen können. Natürlich könnte dahinter auch einfach nur Restwärme aus Learcans Hand stecken, aber zumindest fühlt dieser Stein sich latent wärmer an. Interessant, dass man hinter einem derartigen Stein her ist. Was wohl der wahre Grund dafür sein mag? Tiandarîl beherrschte keinerlei Sprachen, die älter waren, als seine eigene, daher würde er wohl kaum in diesem Bereich eine Hilfe sein können. "Ich verstehe.", lautet zunächst die knappe Antwort. Auf Tiandarîl könnten in nächster Zeit wohl ebenso einige Gefahren zukommen, jetzt, wo man wusste, dass er mit dem Normander unterwegs war. Da könnte er sich auch gleich etwas mehr um Learcan kümmern. "Mach dir keine Sorgen. Falls irgendetwas sein sollte, werde ich da sein. Auch werde ich meine Schüler alarmieren, stärker auf der Hut zu sein.", sichert er zudem noch seinem Freund zu. Nicht, dass Tiandarîl besonders erpicht darauf wäre, jemanden zu verletzen oder gar zu töten, aber in einer solchen Situation bliebe womöglich nichts anderes übrig. Und dazu ist er bereit. Dazu muss er bereit sein, ansonsten wäre er schlichtweg nicht die Person, die er ist. Kaum verständlich murmelt er: "Eine Schneeflocke auf dem noch kalten Herd". Dahinter steckt ein Proverb eines der größten Krieger seiner Gemeinde, der dies zu seinem erbittertsten Feind und besten Freund im Augenblick eines letzten Duells verkündete. Was man in diesem Spruch finden kann, ist wohl die Quintessenz von Tiandarils Philosophie, nicht mehr und nicht weniger. Und genauso, wie die Schneeflocke, wird auch er immer versuchen, bereit zu sein.

Glücklicherweise bietet, während Tiandarîl weiter in den Tiefen seiner Philosophie umherschwimmt, Atevora einen Vorschlag an, mehr über den Stein herauszufinden. Mit Ayaron kann der Elb nicht dienen, sein Vater ist dieser Sprache mächtig, andere in seinem Dorf sicherlich ebenso, aber von Lady Aruén hat der Krieger bereits gehört. Sie hatte er im Haus der Heilung getroffen, eine durchaus nette Dame, von hohem Alter, eine Hohepriesterin dazu. Zwar vertritt der Elb nicht ihren Standpunkt von Religion, respektiert und achtet das weniger, das er über Lady Aruén weiß aber vollkommen. Während das Gespräch weitergeführt wird, versinkt der Elb wieder in Gedanken, dieses mal an die Erlebnisse im Haus der Heilung geknüpft.

33

Monday, March 31st 2014, 7:29pm

Da es außerhalb von Learcans Vorstellungskraft liegt, dass Atevora das Teewasser allein durch Worte und Gesten zum Kochen bringen kann, misst er der Tätigkeit des Wasserkochens keine große Bedeutung bei. Atevoras kurzen Seitenblick und die hochgezogenen Brauen kann der Nordmann daher nicht richtig einordnen, lächelt aber nett zurück. Denn Learcan genießt es, Atevora wiederzusehen, hier in ihrer Küche zu sitzen und von ihr bewirtet zu werden.
Und als wäre das nicht schon genug, bekommt er im Folgenden auch noch ihre Zuneigung und Anteilnahme zu spüren. Atevora wirkt ehrlich erschrocken angesichts des Zwischenfalls mit den Verfolgern und zeigt sich sehr besorgt um ihn. Learcan ahnt nicht, dass ihre Mimik und Gestik das mühsam einstudierte Ergebnis von Nachahmung ist. Er hält es für die spontane Reaktion eines mitfühlenden Herzens und ist einigermaßen gerührt.
Ein wenig ist es ihm allerdings auch unangenehm, denn so ganz meint Learcan all die Besorgnis nicht verdient zu haben. Zwar bringt der Stein ohne Zweifel Gefahren mit sich, Learcan wurde über Wochen verfolgt und zuvor schon angegriffen. In unmittelbarer Lebensgefahr sah sich der Normander allerdings bisher nicht. Genau betrachtet war sogar er derjenige, der zuerst zum Schwert griff und es dem Kerl an die Gurgel setzte. Aber wer will sich schon mit einer derart kleinlichen Betrachtungsweise aufhalten, wenn man die aufrichtige Besorgnis einer schönen Frau genießen kann. "Mir ist ja nichts passiert" ,spricht er in beruhigendem Tonfall. Dabei lächelt er Atevora fast schon liebevoll an und tätschelt ihre Hand, bevor die Shin sie ihm entziehen kann.

Auch von Tiandaril, der Learcans Stein interessiert betrachtet, kommen beruhigende Worte: <"Mach dir keine Sorgen. Falls irgendetwas sein sollte, werde ich da sein."> Das weiß der Normander wirklich zu schätzen, denn obwohl der Elb kein Freund ausschweifender Mimik oder langer Reden ist, erkennt Learcan die weitgehende Bedeutung dieser Worte. Tiandaril hat bereits auf den Straßen um den Marktplatz bewiesen, dass auf ihn zu zählen ist. Learcan nickt. Er sieht dem Elben geradewegs in die Augen und antwortet mit einem schlichten, aber sehr ehrlich gemeinten "Danke!"
Von seinen Freunden derart gebauchpinselt, lehnt sich Learcan zufrieden zurück und sinnt über den Spruch mit der Schneeflocke nach, dessen Sinn sich ihm einfach nicht erschließen will, auch wenn er noch so viel darüber nachdenkt. Ein gemurmeltes "hm" ist alles, was er zu diesem Thema zustande bringt. Dabei dreht der Normander gedankenversunken den Stein in der Hand, bevor er ihn wieder gut wegsteckt.

Atevora bringt schließlich die Sprache auf die Hohepriesterin der Anukis, die Atevora zuvor schon einmal als mögliche Hilfe erwähnte und die Learcan im Haus der Heilung kurz zu Gesicht bekam. Eine Erscheinung, die Learcan durchaus im Gedächtnis blieb, obwohl er bei Elben immer vorsichtig ist mit seiner Einschätzung. Da besagte Elbin aber anscheinend sogar diese seltene, alte Sprache namens Ayaron beherrscht, ist Learcan sofort begeistert. "Ich würde mich sehr freuen sie zu treffen. Wann immer es ihr gefällt!" Learcan wirkt einen Moment lang nachdenklich. Wahrscheinlich benötigt er zuvor ein paar Hilfestellungen seitens Atevora, denn er ist in Tempeldingen wenig bewandert. Er weiß nicht einmal, wie man eine Hohepriesterin überhaupt anspricht. Zwar meint Learcan von sich, dass er die zwölf Mächte verehrt, tatsächlich bemüht er aber höchstens hin und wieder zwei von ihnen und das auch nur, wenn er in Not ist und es ihm gelegen kommt. Zudem fragt sich Learcan insgeheim auch, wo sich Atevora und Lady Arúen abends über den Weg gelaufen sein könnten. Im Tempel? Oder im Kupferkessel, den Atevora oft besucht? Beides erscheint ihm abwegig.
Doch mit all den Fragen kann er Atevora noch löchern, wenn sie bereits zu Lady Arúen unterwegs sind. Daher verabredet er jetzt erst einmal den passenden Zeitpunkt für dieses Treffen. Und damit ist das Thema für Learcan auch vorerst beendet.
Den Normander beschäftigen nämlich noch weitere Fragen, seit Atevora vor seinen Augen in einer Art Nebelwolke verschwand: Kann sie sich jederzeit und überall in Luft auflösen und was viel wichtiger ist: Kann sie überall wieder auftauchen? Die Möglichkeiten, die das beinhalten würde, wären schier immens! Learcan kommen gleich auf Anhieb eine ganze Reihe Ideen, was er mit so einer Fähigkeit anfangen würde.
"Ich will nicht neugierig erscheinen, Atevora, aber über welche Fähigkeiten verfügen Wassermagier eigentlich?" beginnt er vorsichtig fragend und versucht dabei, das Bild des blubbernden Wasserbeckens im Pfirsich aus seinem Kopf zu verdrängen. Zumindest eine Fähigkeit von Wassermagiern durfte er bereits hautnah erleben. "Die Art, wie du Tiandarils Heim verließest, war einigermaßen...überraschend", fügt er mit einem leichten Lächeln hinzu, das eher Interesse als Ablehnung signalisieren soll.
Interessiert betrachtet Learcan Atevora , die aussieht, als könne sie kein Wässerchen trügen. Aber vielleicht beweist sie ihnen noch das Gegenteil?

Atevora

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34

Tuesday, April 1st 2014, 3:24pm

Der Magierin Verhalten ist mit jenem der ersten Zeit nach ihrer Ankunft in Talyra kaum mehr zu vergleichen. Früher steckte sie keine Mühen darin zu verbergen, dass sie das Wohl ihrer Mitmenschen kaum kümmerte. Sie hielt sich zwar an die üblichen Regeln der Höflichkeit, machte an sonst jedoch keinen Hehl ihr distanziertes Wesen und das nicht Vorhandensein wohl entscheidender emotionaler Dynamiken zu verbergen. Ihr Gestus war getragen von reservierter Gleichgültigkeit, kühler Ignoranz, und sogar überheblicher Arroganz. Dazwischen unterbrochen von Freundlichkeit als kalkuliertes und rein berechnendes Gebaren und reines Mittel zum Zweck. Ihr Umfeld war dazu da ausgenutzt zu werden und ihrem Willen nachzukommen. Jedes Mittel, jede Art der Manipulation stand offen um ihr Ziel zu erreichen, und ob Personen in ihrem Fahrwasser untergingen war vollkommen unbedeutend. Nun, gut, womöglich gibt es doch noch einige erhebliche Parallelen zu ihren damaligen Verhalten. Sie ist noch immer ein intrigantes manipulatives Miststück, das sogar weit besser geworden ist ihre wahre Natur zu verbergen. Sie nutzt ihren Gegenüber noch immer als ihre Marionette, wenn es ihr gerade möglich und dienlich ist. Doch sie hat es inzwischen nicht mehr generell darauf abgesehen. Sie hat die Sinnhaftigkeit von Geben und Nehmen in ihren Grundzügen begriffen und sie ist auch bemüht die Konsequenzen ihres Handelns und die Auswirkungen so gut es ihr möglich ist abzuwägen.
Und trotzdem könnte niemand je sagen, wie sich diese 'Beziehung' hier in diesem Fall entwickeln wird. Weder Learcan noch Tiandaril ahnen wie es in Atevoras innerem Aussieht und wie es um ihre wahren Beweggründe bestellt ist. Sie bemüht sich hier keinesfalls aus Sorge, Anteilnahme, Mitgefühl, oder reiner Hilfsbereitschaft. Sie wird nie fähig sein aus diesen Ambitionen heraus zu handeln, und es besteht die Gefahr, dass sie es irgend wann einmal ganz abseits vom gesellschaftlichen Verständnis von Richtig und Falsch einfach sinnhaft und logisch empfindet Learcans Stein an sich zu nehmen, und den Mann damit zu hintergehen. Sie weiß nicht was hinter dem Mondstein steckt, und wenn er irgend einem gefährlichen Zweck dienen sollte, wird sie es vielleicht als notwendig, sinnvoll und logisch erachten ihn an sich zu nehmen und zu verwahren. Es entspricht schließlich auch ihrem ureigenstem Wesen Geheimnisse die besser nicht zu Tage kommen zu verbergen, zu verwahren und zu hüten.

Dadurch, dass der Nordmann im Unwissen liegt, genießt er Atevoras präsentierte Anteilnahme. Die Berührung die Learcan erwidert genießt auch die Shin. Mit Genugtuung nimmt sie wahr, dass ihre Handlungsweise richtig gewählt war. Außerdem genießt sie die Atmosphäre. Die Zusammenkunft ist angenehm und erholsam, es wirkt so einfach und unbeschwert. Da ist keine aufmerksame Vorsicht, kein Belauern, kein Argwohn ihr gegenüber. Ob dies nun gut oder schlecht ist, ob es vernünftig oder der fatale Fehler eines Narren sollte jeder für sich selbst werten. In jedem Fall ist es in Atevoras Sinn. Sie gerät dadurch auch nicht in Versuchung auf der Hut zu sein, zu mauern, misstrauen oder ablehnendes Verhalten zu zeigen. Weder gegenüber Tiandaril, der still und zurückhaltend das Gespräch verfolgt, noch gegenüber Learcan. Noch immer ist sie Cinaeds unglaublich dankbar für die Aufklärung, dass Elben sich von den Gefühlsregungen im Umfeld gezielt abschirmen. Dadurch kann sie hier auch mit Tiandaril viel freier agieren. Als sie dem Silberelb einen kurzen Blick schenkt, muss sie schmunzeln. Der gute Mann schafft es allein beim Ein- und Ausatmen derart fokussiert zu wirken, dass es für einen beobachtenden Gegenüber, und Atevora ist nunmal solch einer, wie eine Kunstform erscheint. So schweigsam er ist, und die stille Ruhe die von ihm ausgeht, könnte es trotz seiner imposanten Erscheinung fast dazu führen seine Gegenwart gänzlich zu vergessen. Ähnlich einer Zimmerpflanze..
Eines steht für sie nach den zusichernden Worten des Elben fest: Die Begegnung vor einigen Tagen auf der Straße war eine wundervolle Fügung und ihr Plan ist auch herrlich aufgegangen. Ein elbischer Schwertmeister als zusätzlicher und völlig kostenloser Aufpasser für den Nordmann. Das war nicht nur erfreulich sondern auch ein herrliches Kuriosum, wie es vermutlich nur die Weltenstadt hervorbringt.

Während Tiandarils Blick ein wenig in die Ferne gleitet, bespricht die Shin wann der Normander denn Zeit hätte die Hohepriesterin aufzusuchen. Sie würde Lady Arúen einen Boten schicken, sich einen der genannten Termine bestätigen lassen und Learcan darüber informieren. Kaum haben sie dieses Thema und die weitere Vorgangsweise umrissen, wirkt der Normander plötzlich grüblerisch. Die Magierin kommt allerdings nicht lange dazu selbst zu sinnieren was dem Mann wohl durch den Kopf gehen mag. Plötzlich spricht er etwas an mit dem sie nicht gerechnet hatte. Er war ihr also nachgegangen? Zudem, der Name den er benutzt, den hätte sie auch nicht erwartet von ihm zu hören. Überrascht öffnen sich ihre Lippen und schließen sich wieder. Woher kennt er diesen Vornamen? Sie hat sich ihm doch als Savena oder Lady Shin vorgestellt. War es ihr damals in der Schwertkunstschule versehentlich herausgerutscht? Da dämmert ihr etwas. Oh.. smarnos* Dieser verflixte Alkohol. Sie sollte sich keinesfalls mehr zu einem Besäufnis hinreißen lassen. Wie richtet sie das nun wieder? Ihre Fähigkeiten erklären musste sie bisher auch noch niemanden. In den Herzlanden, als auch an den anderen Orten an denen sie bereits war, beispielsweise Immerfrost, oder die Sommerinseln, sind Magier den Meisten ein guter Begriff und es ist nicht nötig gewesen zu erörtern was ein Magier kann, da fast jeder eine grobe Vorstellung dazu hatte.

Sie Antwortet also: „Verzeih, ich hatte nicht beabsichtigt vor dir Magie zu wirken. Tut mir leid, dass ich dich damit überrascht habe.“ Erstes ist richtig, Zweites nicht und nur eine schale Floskel. Sie gibt hier vor als könnte sie sich in jemand anderen einfühlen und ihr etwas, das einem anderen unangenehmes zustieß, leid tun. „Du hattest mit Magiern vermutlich noch nicht viel zu tun, richtig? Hast du schon einmal gehört wie Magier ihre Zauber wirken?“ Nein natürlich nicht. Also gut, ein völlig Ahnungsloser, aber aufgeschlossener Mensch. Damit lässt sich arbeiten. „Diese Welt ist wesentlich vielschichtiger als man ahnen würde. Magier nehmen davon wohl ein wenig mehr wahr als die meisten Anderen und zwar etwas das wir Mana nennen. Es ist hier überall, um uns herum, zwischen uns, wie feine Fäden durchwebt es nahezu alles. Wir können es wahrnehmen und nutzen. Als würde man ein Kleidungsstück stricken, ein Gemälde malen, und das allein mit Worten und Gesten. Es klingt zwar nun verlockend leicht, doch es ist mitunter so anstrengend wie ein Dauerlauf bei dem gleichzeitig komplizierte Rechenaufgaben gelöst werden müssen. Es gibt 8 Zauber die unabhängig vom Element erlernt werden können, einen davon hast du gesehen. Hierbei reist man mit Hilfe des magischen Geflechts. Ansonst können Magier mit Hilfe des Manas ein Element beeinflussen und verändern. Dieses ist von Geburt an festgelegt. Feuermagier das Feuer, Erdmagier Stein und Dreck und Wassermagier das Wasser...“


___
*Mist.

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35

Thursday, April 3rd 2014, 9:49am

Es ist wahr. Learcan hatte mit Magiern noch nicht viel zu tun und er hat es bisher nie bedauert. Manch eine unliebsame Begegnung wäre sicher nicht so gut für den Normander ausgegangen, wenn sein Gegenüber statt eines simplen Schwertes noch Feuer oder sogar Steine und Dreck als magische Waffen zur Verfügung gehabt hätte. Unfaire Methoden, findet Learcan. Und dennoch interessant. Schließlich ist es wichtig zu wissen, womit man rechnen muss. Learcan hält ohnehin sehr viel davon, Neues zu entdecken, unbekannte Länder und Leute zu erkunden und neue Erfahrungen zu machen. Vielleicht unterscheidet ihn das von anderen Normandern. Vielleicht auch nicht. Vorurteile gibt es schließlich immer genug auf allen Seiten. Fest steht nur, dass Learcan Magie zwar befremdlich findet und sich damit noch nicht ganz anfreunden kann, sein Interesse daran aber durchaus vorhanden ist.

"Ich bin stets bereit Neues zu lernen", sagt er daher und nimmt einen Schluck Tee, bevor er sich interessiert vorbeugt, um Atevoras Worten zu lauschen. Einiges davon hatte er schon gehört, denn ganz so naiv wie Atevora glaubt, ist er nicht. Anderes ist jedoch gänzlich neu für den Nordmann. So dachte er immer, Magier wirken ihre Zauber quasi locker aus dem Handgelenk heraus. Dass Anstrengung dahinter steckt, hört er zum ersten Mal und findet es beruhigend. Ebenso wie die Tatsache, dass sie an ein Element gebunden sind und nicht alle für sich nutzen können.

"Und du kannst mit Wasser ...was genau tun?", unterbricht er die Shin fragend, denn sehr gerne würde er wissen, was Atevora konkret mit ihrer Begabung anfangen kann. Lange Erklärungen fand er schon immer ein wenig
ermüdend, auch wenn sie interessant sind.

Atevora

Unregistered

36

Thursday, April 3rd 2014, 2:52pm

Die Magierin hätte Learcan als vieles bezeichnet. Als muskulös, körperlich anziehend, charmant, weltoffen, aber vermutlich nicht als naiv. Würde ein naiver Mensch überhaupt das Heranwachsen in so einer rauen Gegend (die Normand ihrer Meinung nach war), oder die weite Reise unbeschadet überstehen? Vermutlich eher nicht.

Der Normander lauscht aufmerksam ihren Worten, auch der Elb tut es ihm gleich. Die Magierin ist gerade inmitten ihrer Ausführungen, als der Mann aus den nordöstlichen Landen sie unterbricht: <<"Und du kannst mit Wasser ...was genau tun?">>
„Vieles“ Antwortet die Magierin wahrheitsgemäß und diffus gleichermaßen. Sie sieht sofort an des Normanders Miene, dass es nicht die Art Antwort ist, die er sich auf seine Frage hin gewünscht hatte. Sie hatte es schon angesprochen, und ein genaueres aufzählen und beschreiben wäre.. nun der Monolog wäre horrende. Am Besten erklären sich Fähigkeiten, oder am Besten sind sie für einen Gegenüber zu erfassen, wenn man sie diesen zeigt. „Soll ich euch etwas vorführen?“ Die Beiden Männer lehnen eine Präsentation nicht ab. „Gut.“ Antwortet sie fest und hat gleichzeitig beschlossen was sie ihnen zeigen wird. Die Schneeflocke auf dem Herd..Sie braucht Platz und Bewegungsfreiheit für die notwendigen Gesten und darum rückt sie den Sessel nach hinten und erhebt sich.

Ihre Stimme klingt hell und sanft durch den Raum, als sie die beginnt die magischen Worte zu intonieren. Es klingt zuerst nicht mehr wie ein sachtes flüstern, dass mehr an Klang gewinnt, beinahe ähnlich einem rezitierten Singsang in einer unbekannten Sprache. Exakt, wie sorgsam einstudiert, als bewege sie sich intuitiv zu einer stummen Melodie, gleiten die Hände durch die Luft, weben die Finger mit präzisen Bewegungen ein unsichtbares Band. Nichts scheint sich zu regen, und doch beginnt die Luft herum für jeden der es spüren kann, zu zittern, als streiche jemand über hauchzart gesponnene Fäden die in der Luft mit zarten Klang vibrieren. Ein stummes Knistern liegt in der Luft, das Netz verdichtet sich, senkt sich nieder. Mit einem Mal webt Nebel über den Tisch an dem die beiden Männer sitzen, und an den Wänden über den offenen Flächen, und den Kästen. Zärtlich streicht der weiße Dunst über das Holz, zur Kante und fließt kühlem Wasser gleich zum Boden. Die sanften Wogen des Nebels verhüllen die scharf definierten formen, er bedeckt leise schwebend den Boden und zeichnet alles weich. Fast theatralisch muss es anmuten, als die Magierin zeitgleich die Arme ausbreitet und die Stimme hebt. Eine weitere Woge bewegt sich durch das Netz der Magie, und mit einem Mal schweben Schneeflocken auf ihre Köpfe herab. Eine kleine Winterwunderwelt überall um sie herum.
Die Magierin endet und die fragilen Eiskristalle stoben zu Boden und brechen auf ihrem Weg glitzernd das von den Fenstern hereinströmende Licht.

Einen Atemzug lange ruhen der Magierin Augen auf dem funkelnden Lichtspiel der kühlen Winterdiamanten, während sich der Nebel bereits wieder anschickt zu zerfasern. Dann wendet sie sich wieder ihren Gästen zu:
„Das, und noch einiges mehr, ist es, was ich mit Wasser tun kann.“ Ein sacht wirkendes Lächeln umspielt der Shin Mundwinkel. „Ich hoffe ihr konntet die kleine Vorführung genießen?“

Tiandaril

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37

Sunday, April 20th 2014, 12:40pm

Tiandarîl ist in Gedanken versunken. An was genau, vermag er nicht zu sagen. Eigentlich sind es auch keine Gedanken, sondern viel mehr... nichts... und doch alles. Übersetzt würde man von einem Status der Gedankenlosigkeit sprechen, in der das Medium seine Umgebung ganzheitlich wahrnimmt und ein Teil ihrer wird. Mancher mochte hier von Magie sprechen, ein anderer von Fanatismus und ein anderer nun... vielleicht von Zimmerpflanzen. Für manche Dinge ist keine Beschreibung treffend, für andere jede. In so einem Moment ist der Elb zwar seiner Umgebung gewahr, er reagiert jedoch nicht auf sie, es sei denn, eine Reaktion sei von Nöten. Da sich aber eine äußerst interessante Eigendynamik zwischen den beiden anderen Personen im Raum entwickelt, bleibt der Silberelb eher in einer Beobachterrolle, die ihm, entgegen so mancher Erwartung, sogar ganz angenehm ist.

Als ihm die Magie vorgeführt wird, bewegen sich die Blätter der zu einer solchen verdammten Zimmerpflanze und der Elb konzentriert sich ganzheitlich auf die ihm präsentierten Künste. Ob Atevora die gleiche Energie verwendet, wie er? Zumindest würde sich der Krieger Magie als eine Kanalisierung äußerer und innerer Energien beschreiben. Als ob man einen Drachen steigen und steuern würde. Nur weitaus komplizierter. Energie sind ebenso das Metier Tiandarîls, auch wenn er sicherlich auf andere Kräfte zurückgreift, als Atevora. Sein Energiefluss ist eher physischer Natur, Wärme in Gelenke zu leiten und Energien eines angreifenden Feindes gegen diesen zu verwenden. Seine Umwelt kann der Elb durch reine Kanalisierung nicht beeinflussen. Daher fasziniert ihn die Darstellung der Shin umso mehr. Sicherlich erfordert eine solche Handlung außerordentliche Koordination und Erfahrung, eine fantastische Meisterung von Energiesteuerung und -Leitung. Sicherlich würde es sich mehr als nur lohnen, Magiern, Druiden und anderen magisch begabten Wesen bei der Anwendung ihrer Disziplinen zuzusehen. Denn jede Beobachtung ist schließlich eine Erfahrung, aus der die eigene Leistung und Einstellung beeinflusst wird. Derlei Zielsetzung ist zumindest nach Tiandarîl der einzige Weg zur Perfektion und somit zur Transzendenz. Das und Übung, denn ohne Übung können sich Muster nicht einprägen, automatisiert und Teil einer selbst werden.

Anerkennend nickt der Elb also seiner Gegenüber zu. "Ich bin beeindruckt. Sagt, Ihr müsst sicherlich oft üben, um zu solch einer Sicherheit zu gelangen?", seine Stimme wirkt latent höher, er ist neugierig, mehr über dieses neue und doch irgendwie vertraute Kunst zu erfahren. Auch, wenn sich für ihn dieser Weg für die nächsten Jahrhunderte erübrigt hat, sollte Wissen darüber niemals ein Schaden sein.

38

Tuesday, April 22nd 2014, 6:02pm

Learcan hat keine Ahnung, was ihn erwartet. Aber er sagt nicht Nein, als Atevora eine Präsentation ihrer Künste anbietet. Seine Neugier ist stärker als die anerzogene Skepsis.

Mit gemischten Gefühlen beobachtet der Normander, wie die Shin seltsame, unverständliche Worte spricht. Ihre Arme erheben sich zu einem fremdartigen Tanz, um den Zauber zu weben. Atevora hat nun wirklich nichts gemein mit den Hexen aus den Geschichten, die normandische Mütter ihren Kindern vor dem Einschlafen erzählen. Trotzdem lässt ihr Gebaren Learcan für einen Moment erschauern. Gleichzeitig ist er über alle Maßen fasziniert von dem, was sie da tut. Erst recht von dem Ergebnis. Interessiert taucht Learcan einen Finger in den Nebel, der sich vor ihm auf dem Tisch ausbreitet. Bestimmt haben noch nicht viele Normander Nebel auf dem Tisch vor sich gesehen, denkt sich Learcan, jedenfalls nicht in nüchternem Zustand...

Eine weitere Geste folgt, und auf Atevoras Befehl hin fängt es plötzlich an zu schneien. Noch während Learcan staunend betrachtet, wie einzelne Schneekristalle auf Atevoras Haaren zu feinen Wassertropfen zerschmelzen, endet die kleine Vorstellung auch schon und Learcan ist letztlich doch ganz froh, dass sich das Wetter in der Küche langsam wieder stabilisiert. Den Schnee fand er zwar recht hübsch anzusehen. Er fragt sich allerdings, wie die Wetterverhältnisse aussehen könnten, wenn eine Wassermagierin weniger gut gelaunt ist. Wahrscheinlich hat man es dann mit einem ausgewachsenen Wintersturm zu tun.

Tiandaril, der das Ganze mehr oder weniger ungerührt verfolgt hat, äußert sich als erster. Er zeigt sich beeindruckt und Learcan nickt zustimmend, um sich dieser Meinung anzuschließen. "Wirklich sehr bemerkenswert," ist alles, was ihm zusätzlich noch lobend einfällt. In der Tat war die Vorführung für den Normander sehr lehrreich. Nicht nur weil er Atevoras Fähigkeiten jetzt besser einschätzen kann. Er hat auch viel über die Entstehung eines Zaubers lernen können. Vielleicht würde ihm das eines Tages noch von Nutzen sein, wenn er es mit einem Magier zu tun bekommen sollte, der ihm weniger gut gesinnt ist.

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Atevora

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Thursday, April 24th 2014, 1:43pm

Es ist der Elb, der sich als Ersters aus der Schweigsamkeit am Tisch löst. <<„"Ich bin beeindruckt. Sagt, Ihr müsst sicherlich oft üben, um zu solch einer Sicherheit zu gelangen?">> Seine Worte erzählen, dass ihm die Vorführung sehr gefallen hat, sein Gesicht jedoch spricht von Gleichmut. Es zuckt kein Muskel, die Miene ist unbewegt, und doch liegt in seiner angenehm durchdringenden Stimme ein gewisser Schimmer, eine feine Nuance, welche die Worte unterstreichen mögen, und auch in seinen Augen liegt ein gewisser Glanz, der von Interesse sprechen könnte. Womöglich möchte sich es die Magierin aber nur einbilden. Ein zaghaftes Lächeln ziert der Magierin Lippen, welches ihr in Verbindung mit ihrer Statur, und den großen tiefblauen Augen, in denen zumeist eine gewisse Melancholie webt, vermutlich einen Hauch von Niedlichkeit verleiht.
„Sicherlich. Es braucht Jahre der Übung, und ich bin noch weit entfernt von jedweder Perfektion.“ Sie spricht hier die Wahrheit und doch untertreibt sie hier ihr Können und lässt es vollkommen unerwähnt, dass sie weit begabter ist und war als jene die mit ihr die Akademie besuchten. Für sie war vieles was andere in harter Übung erarbeiten mussten mehr Spielerei und etwas das sie bald beherrschte. Sie hat eine ganz spezielle Affinität zu Wasser, und ihre hohe Begabung und ihr spezieller Sinn für ihr Element und das Netz der Magie waren auch erst der Grund, weshalb bei ihrer Ausbildung derart große Mühen veranstaltet wurden. Wäre sie nicht zu Magierin ausgebildet worden, dann befände sie sich vermutlich inzwischen nicht mehr auf dieser Welt. Das Mana in ihrem Blut hätte sie sicherlich längst in den Wahnsinn getrieben und von innen her verzehrt.

Es war gut, dass ihre Fähigkeiten so früh entdeckt wurde und ihr der Weg der akademischen Ausbildung geebnet wurde. Wie jeder beginnende Magier und jeder späterer Zauberer kam auch sie in den Genuss einer ritualisierten Handlung, einer Erfahrung mit der die Kräfte gebunden und in Ketten gelegt werden. Jeder nimmt dieses Ereignis anders wahr. Einige erzählen von einem Aufatmen, einer Erleichterung, oder sogar einer Befreiung durch gezogene Grenzen. Für sie selbst war es eher eine grausame Erfahrung. Es war als schrie ihr Körper, ihre Seele, nahezu alles in ihr plötzlich wie unter Todesqualen. Sie fühlte sich erdrückt, gefesselt, eingeengt, mit einem Mal entstellt als wären einem Vogel die Augen verblendet, der Schnabel gekappt, die Beine gebrochen, und die Flügel gestutzt worden, aufdass er fortan nur noch als erbärmlicher Schatten seiner selbst und für alle Zeit erniedrigt und entstellt nur noch am Boden herumzukreuchen vermag um dorthin strebt wohin den blinden Krüppel ein kleiner Reiz lockt. Auch wenn sie sich an das Davor kaum noch erinnern kann, ihre Sinne erscheinen ihr manches Mal noch immer verändert, eigenwillig gedämpft, alles ein wenig Surreal und innerlich spürt sie ringsherum noch immer die hoch strebenden erdrückende Mauern, die einen Teil ihrer Selbst gefangen halten und der Freiheit berauben. Und dennoch, noch jetzt, trotz der Schranken und Knebel die mit der Initiation einhergehen und mit denen die Kräfte im Leib gehalten und gebändigt werden, spürt sie die Kraft weit stärker in ihr Aufbegehren, ihren Adern pulsieren und sich gegen ihr Gefängnis stemmen, als es vermutlich der Fall sein dürfte. Mit dem neuen Rang und dem damit einhergehenden Sprung ihrer Kräfte nimmt sie dies bei ihren Übungen in denen sie sich an ihre Grenzen treibt mehr denn je zu vor.

Natürlich erwähnt sie dies alles nicht, kein einziges Wort verliert sie darüber, aber sie erwähnt die Konsequenz aus den Gegebenheiten. „Besonders schwierig finde ich es eine gewisse Innere und Äußere Ausgewogenheit und Ausgeglichenheit zu finden, ein Zentrieren. Das stört den gleichmäßigen Fluss und vor allem ist es hinderlich, wenn es gilt Ruhe zu finden und in die Meditation einzutauchen um die Energien zu besänftigen und zu erneuern.“ Ein wenig verzagt zucken ihre Mundwinkel, als sie ihre Schwächen hier offen anspricht. Sie weiß nicht ob die Männer ihrer Ausführung folgen können, oder ob es sie überhaupt interessiert. Womöglich den Elb mehr als Learcan, der mit solch einer Materie vermutlich reichlich wenig anzufangen weiß und am Hut hat. Wie es auch sei, Meditation fiel ihr schon immer schwer. Die eigene Unruhe und das aufbäumen der magischen Kraft stört ihren Fokus. Und auch dieses erbärmliche Gieren jeder ihrer Zellen nach dem Fluss der Magie, wenn sie ihre magische Kraft überstrapaziert hat, laugen sie aus und bringen sie zuweilen nahe, oder tatsächlich zu einem körperlichen Zusammenbruch, es verhindert eine ganzheitlichere Verschränkung mit dem Umfeld, so wie sie Tiandaril zeigt, und dieses bemerkenswerte Ausmaß an Präzision das seinen ganzen Bewegungen anhaftet. Immer das Rechte Maß an Energie für jedwede Handlung. Sie hätte auch gerne diese Kontrolle. Ihre Gabe erscheint ihr mit ihren Auswirkungen ähnlich wie man es bei manchen Opiumsuchtgeplagten oder Alkoholiker betrachten kann. Der Körper giert immerzu nach mehr, und bei übermäßiger Verwendung, oder bei Mangel verliert man die Kontrolle. Sie weit mehr als andere ihrer Zunft. Ist das ein Preis den sie für ihren Vorteil zahlen muss? Kann sie Techniken erlernen um hier an ihr zu feilen, den Makel auszugleichen und ein besseres Ergebnis zu erzielen? Kennt der Elb vielleicht welche? Oder kann er ihr einen anderen, oder weiteren Zugang für sich vermitteln? „Ihr wirkt auf mich immer außerordentlich gefestigt, integriert und doch in euch ruhend. Jede Bewegung erscheint im allem so exakt ausgewogen, präzise und gebündelt. Ich hätte gerne eine ähnliche Fähigkeit zur Zentralisierung wie ihr. Kennt ihr Techniken mit denen ein größeres Maß an innerer Ausgeglichenheit erreicht werden kann, oder wie es leichter fällt in eine Meditation zu gleiten?“

Noch während der Elb mit seiner Antwort ansetzt ist Venditius dunkle Bassstimme zu hören. Jemand ist unten an der Tür und wünscht sie zu sprechen. „Bitte entschuldigt mich kurz.“

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Sunday, May 4th 2014, 7:30pm

Die magische Vorstellung hat Learcan beeindruckt. Er kann jedoch nicht erahnen, wie viel Arbeit, Mühen und Qualen dahinter stecken. Noch viel weniger hat er eine Vorstellung davon, wie das Leben Atevoras während ihrer Ausbildung zur Magierin verlief. Oder mit welchen Schwierigkeiten sie jetzt zu kämpfen hat. Atevora vermutet hier zu Recht, dass der Normander damit wenig am Hut hat. Ihm fehlt diesbezüglich das nötige Feingefühl, so dass er mit ihren Meditationsproblemen wenig anzufangen weiß.
Als die Magierin nun von inneren und äußeren Ausgeglichenheiten spricht und einem gleichmäßigen Fluss, der durch irgendwas gestört wird, hört er zwar ihre Worte, sie perlen aber an ihm ab wie Regen von gut gewachstem Leder. Der erwähnte gleichmäßige Fluss erinnert ihn höchstens daran, dass das Bier aus dem Kupferkessel dringend wieder nach draußen entlassen werden möchte, und er erinnert sich vage daran, dass er auf dem Weg zur Küche an einem Abort vorbei kam.
Während Atevora und Tiadaril fachsimpeln, schaut der Normander daher eher gelangweilt aus der Wäsche und als sich ihre Gastgeberin erhebt, um an der Tür mit jemanden zu sprechen, sieht Learcan die Gelegenheit gekommen, dem Abort einen Besuch abzustatten.
Er nuschelt etwas Entsprechendes in Richtung des Elben und macht sich kurz davon. Von den Tücken dieses besonderen Aborts ahnt Learcan zu diesem Zeitpunkt jedoch nichts. Er schließt die Tür des kleinen, sehr kargen, aber bemerkenswert sauberen Örtchens hinter sich und lässt den Dingen seinen Lauf. Es dauert aber nicht lange, bis ihm furchtbar schwindelig wird. Zumindest geht Learcan davon aus, dass es sich um Schwindel handeln muss, denn vor ihm erzittert die Luft und Learcan hat das Gefühl als tanze etwas vor seinen Augen. Gleichzeitig entsteht vor ihm zu seinen Füßen eine Art Strudel, dessen Verursacher eindeutig nicht Learcan war. Zuerst klein und faszinierend anzuschauen. Dann schnell größer werdend, so dass Learcan spätestens jetzt den Zeitpunkt für gekommen hält, sich so schnell es geht aus dem Staub zu machen. Fast zu spät, denn der Strudel beginnt ihm schon zum Verhängnis zu werden. Der magische Sog greift bereits nach ihm und Learcan schafft es nur mit Mühe buchstäblich in letzter Sekunde, dem Raum zu entfliehen und die Tür von außen zuzudrücken. Schwer atmend lehnt er sich dagegen und ordnet erst einmal seine Kleidung. Was bei allen neun Höllen war das?, fragt er sich entgeistert und stellt fest, dass er für heute die Nase voll hat von jeglicher Art Magie. Zuerst Schnee in der Küche und nun dies hier! Zusammen mit all den anderen Eskapaden des heutigen Tages, dem Besuch des Pfirsichs, dem Zusammentreffen mit den Verfolgern und den seltsamen Gestalten im Kupferkessel ist sein Maß an erträglicher Abwechslung für heute eindeutig überschritten.

Nachdem er sich wieder etwas beruhigt hat, lauscht Learcan noch einmal an der Tür des Aborts und öffnet sie dann zögerlich, um vorsichtig hineinzuspähen. Alles sieht wieder ganz harmlos aus. Learcan schnauft angewidert. Nein, er würde sich sicher niemals mit derlei Dingen anfreunden können, beschließt er insgeheim und macht einen großen Schritt zurück, so dass er mit Atevora zusammenstößt, die gerade von der Tür zurückkommt. Einen Moment stehen sie sich einfach gegenüber und schauen sich an, wobei Learcan überlegt, ob er ihr von seinem kleinen Erlebnis eben erzählen sollte. Stattdessen verabschiedet er sich jedoch von ihr. "Ich glaube, es wird Zeit für mich zu gehen", sagt er mit einem bedauernden Lächeln, in dem eine Spur Erleichterung mitschwingt, diesen Ort nun verlassen zu können. "Vielen Dank für alles und bitte entschuldige mich bei Tiandaril für meinen so plötzlichen Aufbruch." Er sieht Atevora direkt an, zögernd, ob er noch etwas hinzufügen soll. "Wir sehen uns spätestens bei unserem Treffen mit der Hohepriesterin wieder", ist jedoch alles, was ihm noch über die Lippen kommt, bevor er schließlich geht.

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