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Raven

Unregistered

1

Monday, June 18th 2012, 2:48pm

Die Kanalisation

Zahllose Schritt tief unter den Straßen Talyras, ja selbst noch unter der verborgenen Unterstadt mit ihren Gewölben, Stollen, Hallen und halbverfallenen Gebäuden erstreckt sich ein weitläufiges Netz aus Gängen, Tunneln und Abwasserkanälen - die Kanalisation der Stadt. Noch zu imperialer Zeit von kundigen Zwergenhandwerkern erbaut, sind diese Tunnel und Stollen zwar uralt, doch die meisten sind erstaunlich gut erhalten und noch immer in Betrieb - hier fließen die Abwässer Talyras. Einige jedoch sind auch verfallen, überflutet, eingestürzt oder führen ins Nichts - und bilden mit der noch genutzten Kanalisation ein geheimnisvolles Labyrinth aus Finsternis, Gestank, gewundenen Stollen und gemauerten Kammern, aus Eisenleitern, Falltüren, Tunneln, Treppen, Schächten und natürlichen Höhlen. Was hier unten außer Ratten, dem Unrat der Stadt und der ewigen Dunkelheit noch alles zu finden ist, weiß nur der, der seine Abscheu und Furcht überwindet, und sich hinunter wagt. Es gibt nur sehr wenige bekannte Zugänge zu diesem Tunnelsystem. Einige, zu den noch immer genutzten Abwassertunneln, sind der Stadt bekannt und werden scharf bewacht. Andere liegen im Verborgenen und führen eher ins halbverfallene Labyrinth der stillgelegten Gänge. Ein paar befinden sich in der Unterstadt, wohlverborgen selbst vor dem zwielichten Volk dort. Andere sollen sich gar in der Oberstadt befinden, doch wo genau, das will niemand wissen....

Bregond

Herr Bergland

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2

Friday, August 9th 2013, 9:47am

Auch wenn er seit fast zwei Jahren nicht mehr hier unten war, findet der Elb seinen Weg ohne ein zögern oder gar ein straucheln. Das ständige tröpfeln von Wasser ist sein ständiger Begleiter ebenso wie das flüchtige trippeln kleiner Rattenfüße. Er passiert alte gemauerte Keller ebenso wie eingefallene Tunnel ohne das etwas weltbewegendes passiert, trotzdem oder gerade darum wird er immer aufmerksamer, seine Sinne stellen sich ohne sein zutun um. Genau hier das war seine Welt, auch wenn er davonlaufen wollte und es sich nicht eingestehen mochte, genau das hier hatte ihm in den letzten Jahren anscheinend gefehlt. Seine schritte lenken ihn immer tiefer in das Labyrinth aus Gängen, Stollen, Kammern und natürlichen Höhlen. Lyona ist so ein unschuldiges Wesen, gutgläubig und dankbar für alles. Schau das du sie nicht in Dinge verwickelst die dir nachher leit tun solche und ähnliche Gedanken begleiten ihn nach unten, denn stetig nach unten führt sein Weg. In die berüchtigte Unterstadt von Talyra, ein Ort den selbst die Kampferprobten Blaumäntel der Steinfaust meiden. Ein Ort an dem ein unerschrockener, tollkühner und mutiger Mann alles Erreichen kann, oder aber auch zugrunde gehen kann um zerhackt und zerstückelt Futter für die Ratten zu werden, wenn er sich mit den falschen Leuten anlegt.
Vor ihm sind plötzlich Geräusche zu hören, zuerst ganz leise doch je näher er kommt umso mehr versteht er. Stimmen von zwei oder drei Männern und einer Frau sind vernimmt der Elb, sie streiten scheinbar und Bregond wundert sich das sie so laut dabei werden. Entweder sind sie dumm und naiv, oder aber stark genug sich jeder Gefahr hier unten zu stellen Leise schleicht er näher an die Gruppe heran die es sich in einer Kammer gemütlich gemacht hat. Ein junger Mann in gut geschneiderter Ledermontur kommt in sein Blickfeld, langes dunkles Haar fällt ihm auf die Schultern die breit wie die eines Preisboxers sind. Er streitet mit einer Frau deren Alter Bregond schlecht bestimmen kann, ihre Kleidung ist so abgetragen und verschmutzt das man die ursprüngliche Farbe nicht mehr erkennen kann. Ihre verfilzten Haare trägt sie zu zwei Zöpfen gebunden. was die wohl so wichtiges hier unten zu tun haben? Naja mich soll es nichts angehen Ganz vorsichtig und den Blick nicht von der Türe der Kammer ablassend schleicht er weiter, ein Fehler wie sich herausstellt „ Ja wo wollen wir den hin, hä?“ Vor ihm aus dem nichts taucht ein Zwerg auf, wahrscheinlich stand er schon die ganze Zeit in einer Nische verborgen und der Elb war so sehr auf den Raum fixiert das er ihn übersehen hat wer ist jetzt naiv und dumm, war doch klar das die eine Wache haben Im Raum wird es schlagartig still. Mann und Frau kommen in den Gang, sowie noch ein zweiter Zwerg mit einer gespannten Armbrust im Anschlag. Dumm….richtig dumm „ Du kannst doch nicht einfach so ungefragt hier unten herumspazieren, das hier ist unser Weg und wer ihn benutzen will, sollte uns zumindest fragen ob das in Ordnung ist, mhhh meinst du nicht auch?“
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

Bregond

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3

Sunday, August 11th 2013, 11:48am

Wenig später ist Bregond mit einem der Zwerge unterwegs in die Unterstadt, einem Ort an dem er Lyona bestimmt nicht mit hinnehmen möchte. Früher war er öfters hier gewesen, hatte nach einem Gift für einen Zauberer gesucht, sich vor den Blaumänteln versteckt oder auch durch Grubenkämpfe sein Geld verdient. Irgendwie zog es den Elben immer wieder hierher und nun auch noch in Begleitung eines Zwergen der widerwillig den Führer spielt. Doch sein Landsmann hatte ihm unmissverständlich mitgeteilt das er diesen schwarzen Elben unverzüglich zu Nurio Kulgur bringen sollte, ohne Umwege und ohne das dem schwarzen Bastard ein leid geschehe.
Bregond hatte sich natürlich gefragt was dieser Nurio von ihm wolle, auf seine Fragen hatten alle nur gelacht und ihm gesagt das würde er schon noch früh genug sehen.
Nun war er mit diesem grimmigen und vor allem schweigsamen Kerl unterwegs, dem anzusehen ist das er den Elben lieber in Stückchen ans Ziel bringen würde als an einem Stück, eine gewaltige Streitaxt hängt an Lederriemen auf seinem Rücken, eine völlig unbrauchbare Waffe in den engen Tunneln der Kanalisation, aber tödlich und verheerend auf offenem Feld. Genauso wie ein Streitkoben der an seinem Gürtel baumelt und mit Leichtigkeit Knocken bersten lässt, wenn es drauf ankommt, und Bregond ist sich sicher das der Zwerg nur darauf wartet das es darauf ankommt.
Nach einiger Zeit bleibt der Zwerg urplötzlich stehen so das Bregond der vor hm geht noch ein zwei Schritte tut bevor es merkt.
“ Wir sind bald da Schwarzhaut. Man hat dir erlaubt deine Waffen selber bis hier her zu tragen. Ich rate dir, lass sie genau da wo sie jetzt sind. Egal was passiert! Und nun geh.” Damit dreht er sich um und geht den selben Weg den sie gekommen sind wieder zurück und lässt einen total überraschten Elb zurück. Schulter zuckend dreht er sich um und geht den ihm gewiesen Weg weiter. Der Boden wird mit jedem Schritt trockener. Alle hundert Schritt ist eine Öllampe an den gemauerten Wänden angebracht. Nach der zehnten Lampe macht der Gang eine Biegung nach Links und der Elb steht vor einer verschlossenen schweren Holztüre. Vorsichtig öffnet er sie einen spalt um von einem betörendem Geruch in Empfang genommen zu werden. Ein diffuses Licht und leise Musik machen die Situation noch unwirklicher und konfuser. Bregond tritt nun ganz in den Raum und schaut sich um. Kostbare Teppiche bedecken den Boden, überall sind dicke flauschige Kissen verteilt und ein rotes Samtsofa steht auf einem Podest in der Mitte. Gleich dahinter plätschert gefärbtes Wasser in ein mit Motivkacheln Badebecken. Das Licht kommt von mehreren leicht pulsierenden Glaskugeln die scheinbar unter der Decke schweben. Die gemauerten Wände sind zum größten Teil mit Wandteppichen verkleidet die nackte Körper jeglicher Rasse und Geschlechts im wilden Liebesakt zeigen. (Auf Einzelheiten möchte ich hier aus Gründen der FSK Freigabe verzichten ) kaum ist Bregond in den Raum getreten da gleitet hinter ihm die Türe wie durch Zauberhand zu und ein deutlich vernehmbares Klicken macht ihm klar das die Türe abgeschlossen worden ist. Dafür braucht er sich nicht umzudrehen auch wenn ihm schleierhaft ist wie er jemanden übersehen haben sollte.
“ Hallo?”
Niemand ist da um seine Begrüßung zu erwidern, der Raum ist leer. Selbst die Musik die allgegenwärtig ist und überall im Raum gleichlaut ist kommt scheinbar von nirgends wo her. Einige Minuten vergehen ohne das etwas passiert, niemand meldet sich, niemand taucht auf und Erklärt ihm diese Situation. Die Zeit vergeht und so langsam geht ihm selbst die sich immer wiederholende Musik auf den Nerv. An der Türe, dem einzigen Eingang, hat er gerüttelt sich sogar dagegen geworfen doch diese ist und bleibt verschlossen. Und so bleibt ihm nichts anderes übrig als zu warten, und diesem Zwerg einen eitrigen Durchfall und ein Pockengesicht zu wünschen!
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Bregond

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4

Sunday, October 20th 2013, 7:38pm

Bregond hat sein Zeitgefühl verloren, anders als in der Steinfaust gibt es hier unten kein Tageslicht oder gar das Licht der Sterne das er in den letzten Jahren so lieben gelernt hat. Früher war war er öfters unter der Erde und es war nie ein Problem für ihn, doch dieser Raum mit seiner seltsamen zu einem Bordell passende Möbeln und Wandvorhängen machen ihn zunehmender Nervös. Unbehaglich schaut er sich immer wieder um. Ein unbeschreibliches Gefühl der Unsicherheit breitet sich immer mehr in ihm aus. Als dann nach gefühlten Tagen des Wartens ein Schlüssel im schweren Schloss umgedreht wird und die Türe geöffnet wird springt Bregond von den weichen Kissen auf. Noch in der Bewegung will er zu Schattentod greifen erinnert sich gerade noch rechtzeitig an die Worte seines Führers seine Waffe auf jeden Fall in der Scheide zu lassen.

Zwei in schwere Ledermäntel gekleidete Menschen betreten den Raum. Beide scheinen den selben Schneider zu haben, den ihre gesamte Kleidung gleicht sich wie ein Ei dem anderen. Ihr feuerrotes Haar ist gleichlang und auch ihre Gesichtszüge sind Spiegelbilder. Hinter den Zwillingen betritt ein weiterer Mann den Raum, auch er trägt diesen dunkelroten Ledermantel. Er ist mindestens einen Kopf größer als Bregond und hat breite Schultern, sein Schädel ist glatt geschoren, zum Ausgleich schmückt ein gewaltiger feuerroter Schnurrbart sein Gesicht. Die beiden deutlich jüngeren Zwillinge drehen sich überrascht um und auch auf dem bärtigen Gesicht erscheint kurz ein verwunderter Ausdruck als er den Elben vor sich sieht. „ Ich muss zugeben, du bist nicht das was ich hier erwartet habe“ bricht der bärtige das schweigen und seine Stimme hat einen so tiefen Ton das sie selbst die Musik übertönt. Keiner der drei trägt offen eine Waffe eine Tatsache die den Elben nicht gerade beruhigt, hier unten ist man am besten nicht Schutzlos unterwegs. „ Sprichst du unsere Sprache schwarzer Elb?“ fragt einer der Zwillinge. Immer noch nicht sicher wie er auf diese Situation reagieren soll nickt Bregond nur. „ Also gut, du bist hier wo du nicht sein solltest. Uns wurde ein Priester versprochen und scheinbar bist du das nicht.Stellt sich doch die Frage, was hast du hier zu suchen, wo ist unser Priester und was machen wir nun mit dir?“
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Bregond

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5

Saturday, November 23rd 2013, 10:51am

„ Ein Priester bin ich nicht wie ihr ja selber schon
festgestellt habt mit eurem durchdringenden Blick und dem passenden scharfen Verstand“ Bregond
verneigt sich wie er es am elbischen Hofe gesehen hat, zumindest hat er davon
gelesen. Mit einem lächeln richtet er sich wieder auf wie sagte sein
schurkischer Bruder doch immer so gerne? Ein lächeln ist die beste Art seinem
Gegenüber die Zähne zu zeigen „ Leider vermag ich nicht zu sagen was mit
eurem Freund dem Priester geschah. Natürlich werde ich euch bei seiner Suche
helfen wenn ich es vermag.“


Alle drei Männer stehen mit offenem Mund da und starren auf
den plappernden Elben, sie hatten viel erwartet hier unten. Sie hatten viel
Geld ausgegeben, sich mit vielen zwielichtigen Personen getroffen, doch das
hier war definitiv nicht das was sie erwartet hatten, oder besser zu hoffen
gewagt hatten. Bevor Bregond in seinem Überschwang von seinen langen Reisen
berichten kann unterbricht der ältere der drei ihn mit einer Handbewegung. „
Genug, scheinbar seit ihr ein armer Narr der zu lange schon das Tageslicht
nicht mehr gesehen hat und in dieser sündigen Umgebung seinen Verstand verloren
hat.“ Auf seinem Gesicht macht sich Trauer und Hoffnungslosigkeit breit. „
Schaut das ihr wegkommt, sucht euch einen Weg ans Licht wenn ihr wollt, oder
Erzählt eure Geschichten den Ratten in diesen stinkenden Tunneln. Wieder einmal
hat man uns mit falschen Hoffnungen um unser Geld gebracht.“ Die letzten Worte
spricht er zu seinen Söhnen, der Elb ist scheinbar schon vergessen. Sein Glück
kaum fassend verlässt Bregond sein Gefängnis der letzten Tage. Schnell legt er
seine unterwürfige Art ab und verschwindet wenige Schritte später im Schatten
der Gänge um ungesehen der Dreiergruppe zu folgen als diese den Raum verlassen.
Seine Neugier war mehr als geweckt!
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.

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Bregond

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6

Thursday, December 5th 2013, 11:04am

Ungesehen vor neugierigen Augen verschmilzt der Elb mit den Schatten der Tunnel, wird selbst ein Schatten im dunkel der steinernen Gängen der Kanalisation. Kein Geräusch lässt seine die drei Männer vor ihm aufhorchen. Trotz ihrer Vorsicht und Wachsamkeit können sie Bregond in den dunklen Schatten nicht ausmachen. Ihr weg führt sie immer tiefer in die Kanalisation der Stadt, durch gemauerte Stollen längst vergangener Pracht und Herrlichkeit, hinab ins undurchdringliche Dunkel dort wo ewige Nacht alles Licht verbannt hat und seit ewiger Zeiten kein lachen mehr vernommen wurde. Auf ihrem Weg begegnen Sie keiner Gefahr, kein Lebewesen stellt sich ihnen in den Weg oder läuft vor ihnen davon. Feuchte lehmige Erde ersetzt die steinernen Tunnel, ein modriger verfaulender Geruch brennt dem Elb in der Nase und nimmt ihm den Atem, eine unnatürliche Kälte breitet sich in ihm aus, kriecht durch seine Glieder und gleichzeitig bilden sich Schweißperlen auf seiner Stirn. Vor sich hört er die drei Männer die stumpf einen Fuß vor den anderen setzen und ohne jegliches Licht wie Schlafwandler durch die Gänge eilen, ohne auch nur einmal den Kopf zu ihm wandten.
Was mache ich hier? Wieso gehe ich nicht wieder ans Licht, ich hatte die Möglichkeit dieser Dunkelheit zu entkommen, wieso zieht es mich immer wieder in sie hinein? Natürlich gibt ihm niemand eine Antwort, ein Geräusch vor ihm trifft ihn wie ein Hammerschlag, die Stille der letzten Stunden hatte ihn eingelullt wie ein schwarzes samtenes Tuch. Wie versteinert bleibt er stehen und schon kurze Zeit später hört er es wieder ein langsames stetiges tropfen von Wasser. Langsam schleicht er weiter und erreicht eine Rampe die weiter abwärts führt, diesen Weg hatten die drei Männer genommen hinein in ein sanftes diffuses von Nebel verschleiertes schwarze Licht. Bregond folgt ihnen weiter und die Rampe öffnet sich zu beiden Seiten zu einer Grotte aus deren Mitte dieses Licht dumpf pulsiert, ausgehend von einer schwarzen Säule aus rot geädertem Granit. Die drei Männer gehen auf diese Säule zu und zu seinem erstaunen ließ der ältere sich auf die Knie fallen und ein laut den er nicht erwartet hatte drang an sein Ohr. Der Alte Mann weinte vor der Säule und erst jetzt kann der Elb den Oberkörper und die feinen Züge einer Frau erkennen. Sie kann nicht älter als siebzehn Sommer sein. Ihr Haar ist feuerrot und liegt wie ein Blutozean auf alabasterweißer Haut, umspielt ihren makellosen Hals und ihren freiliegenden Oberkörper. Eine Traurigkeit liegt in ihrem Blick der Bregond das Herz zerspringen lässt in tausend kleine Spliter aus Eis die sich durch sein Inneres fressen wie Insekten. Ihr Blick trifft ihn mit einer Sanftmut die ihn taumeln lässt und als sie spricht ist es wie ein Glockenspiel gepaart mit Harfenklängen. „Vergehe nicht in Trauer mein Vater, den du hast nicht versagt.“ In diesem Augenblick erkennt der Elb das er nur wenige Schritte hinter den Männern steht, im Licht der Säule, ausgeliefert und schutzlos im Licht ihrer Augen.
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7

Wednesday, February 19th 2014, 10:53am

Er möchte sich am liebsten in Luft auflösen, in einer Erdspalte versinken oder einfach nur sterben. Nie in seinem Leben fühlte er sich je so nackt und hilflos wie in dem Augenblick als ihr Blick in trifft. Sie kennt mich, sie erkennt wer ich bin, was ich getan habe. Erkennt meine dunkelsten Geheimnisse und meine geheimsten Geheimnisse liegen vor ihr wie ein offenes Buch.
Langsam dreht der ältere der Männer sich um und sieht Bregond im Licht gleich hinter ihm stehend. Sieht den weißhaarigen dunklen Elb mit qualvoll verzehrtem Gesicht vor sich und er sieht Schattentod in seiner Hand.
„ Du Bastard“ speit er aus „ warum bist du uns gefolgt, bist hier um uns zu töten und mir meine Tochter zu rauben?“ Bregond hört ihn gar nicht, ist sich auch nicht der Waffe in seine Hand bewusst, er sieht nur das Mädchen, dessen Oberkörper sich leicht und rhythmisch hin und her wiegt wie eine Weide im Wind. Erst ein Faustschlag von einem der Söhne reißt ihn aus seiner Trance. Er muss die Kraft eines Ogers haben, sein Kopf fliegt herum tausend und abertausende von Sternen funkeln in seinem Geist auf um kurz darauf in einem zweiten Schlag zu explodieren. Hustend und blut spuckend findet er sich kurze Zeit später auf dem kalten Steinboden wieder. „ Du bist keiner der uns helfen kann, du wirst nicht deinen kranken Blick auf sie werfen, du bist keiner der sich an ihrer Schönheit aufgeilen wird! Du bist keiner…“ viel mehr hört Bregond nicht, denn eine verführerische weibliche Stimme dringt in seinen Geist und verdrängt mit ihrem süßlichen Klang die härte und den Hass aus der Stimme des Mannes der vor ihm steht. „ Höre nicht auf ihn, er ist alt und verbittert. Er hat mich immer beschützen wollen, er hat mich immer ferngehalten von allen die gut zu mir sein wollten. Er hat mir nie den Spaß gegönnt den meine Brüder mit den Huren in der weiten Welt hatten. Er hat mich immer gut behütet, mich immer gut versteckt. Er war mein Vater, mein Beschützer und er wurde zu meinem Wächter, zu meinem Kerkermeister!
Befreie mich und werde zu meinem Henker und ich gebe dir alles was du begehrst mein dunkelhäutiger Held. Nutze die Waffe in deiner Hand und erschlage diese Würmer die deiner nicht würdig sind, sie haben ausgedient, sie sind es nicht wert das man noch lange über sie nachdenkt. Sie sind mein Kette, solange sie leben bin ich nicht frei um dir zu dienen mein Geliebter.“
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Bregond

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8

Sunday, March 2nd 2014, 4:13pm

Kalte Wut steigt in ihm auf, wieso mussten diese Bestien ihr eigen Fleisch und Blut hier unten verstecken, sie gegen ihren Willen gefangenhalten. Welches Recht hatten sie eine solche Schönheit vor den Augen aller und vor allem vor ihm geheim zu halten. Waren diese Bastarde so eigensinnig das sie niemandem sonst solch eine Schönheit gönnten. Es war gut das er hinabgestiegen ist in die Kanalisation von Talyra um diese Blume zu finden und zu ihrem wahren Schicksal zu führen. Sie würden mit einer Macht aus der Dunkelheit aufsteigen die alle zur Verzweiflung treiben würde und alle würden sich vor ihrer Schönheit verbeugen. Den nächsten Schlag wehrt Bregond mit einer lässigen Bewegung ab, taucht unter einem Fausthieb ab und tritt einen Schritt näher an die junge Frau heran. Schattentot sein Schwert liegt schwerelos in seiner Hand und wie von weit her hört er die aufgebrachten Schreie der Männer an sein Ohr dringen. Es ist ein leichtes für dich mein geliebter dunkler Rächer diese Maden zu töten, erschlage Sie und befreie mich auf immerdar! Ihre Stimme in seinem Kopf ist süß und verführerisch, und wer sind diese Männer schon, nichts weiter als unliebsame Nebenbuhler um ihre Liebe.
Langsam, wie unter zähem Sirup hebt Bregond sein Schwert. Die Männer scheinen erstarrt in ihren Bewegungen. Bereit zum Schlag fällt sein Blick noch ein letztes mal auf die Schönheit im Stein und in diesem Augenblick der nicht länger dauert als ein Wimpernschlag, erkennt er ihr wahres inneres. Die schöne junge Frau ist eine Illusion, eine Täuschung um jeden Narren zu fangen und zu betören. Vor ihnen erhebt sich aus dem Stein ein so schreckliches Wesen das eingehüllt in Schatten und Rauch begierig darauf wartet das der Elb die Männer tötet und es befreit. Um welche Art von Schrecken es sich hier handelt weiß Bregond nicht, warum es so sehr seinen Geist beeinflussen kann kann er sich nicht erklären. Wieso ihm gerade jetzt eine rothaarige Feuermagierin und eine scheue Waldbewohnerin durch den Kopf gehen weiß er auch nicht. Doch wenn er nicht reagiert wird er zum Mörder an diesen Männern werden, die ebenso unter einem Bann stehen wie er selbst, davon muss er einfach ausgehen. Befreit von allen hemmenden Gedanken die seinen Geist und seine Bewegungen gehemmt hatten springt er dem Wesen mit einem Schrei entgegen. Die Männer schreien entsetzt auf und wollen ihm nach, doch es ist zu spät. Mit einem sauberen und präzisem Schlag trennt er der Kreatur im Stein den Kopf vom Rumpf. Ohne sich um zu drehen oder den Blick noch einmal zur Steinsäule zu wenden steckt er Schattentot in die Schwertscheide zurück.

„ Wenn ihr mich immer noch töten wollt, so schlagt mich nieder“ sagt er mit brüchiger Stimme. Und irgendwie wird ihm klar das er schon seit sehr langer Zeit nichts mehr gesagt hat. Es ist der ältere der Kaufleute der zuerst spricht. „ Wir werden euch nicht töten. Ihr habt den Bann gebrochen dem wir seit Jahren unterliegen. Sie … es hat uns Beeinflusst, wir waren hier um immer wieder neue Opfer für ihren unbeschreiblichen Hunger zu finden. Wir waren dumm als wir hier unten Geschäfte machen wollten, wir waren dumm das Licht der Welt zu verlassen um im Schatten der Unterstadt schnelles Geld zu machen. Und wir verfielen ihrem Zauber, wir haben Schuld auf uns geladen. In den letzten Monaten sind viele ihrem Hunger zum Opfer gefallen und wir wollten uns gegen dieses Monster angehen, aber wir konnten es nicht. Bitte verzeiht uns...“

Erst jetzt dreht Bregond sich langsam um, immer noch ist der Schrecken auf seinem Gesicht zu sehen und es fällt ihm sichtlich schwer zu sprechen. Es liegt nicht an mir euch zu vergeben, es liegt auch nicht an mir euch zu verurteilen oder gar zu über euch zu richten! Diese Kreatur hat euch ebenso gefangen und in ihrem Bann gehalten wie mich, ihr wolltet oder konntet nicht ihr wahres Inneres sehen. Macht es mich zu einer besseren Person weil ich es konnte und mich ihr entgegen stellen konnte? Ich glaube nicht... eher zeigt es mir das in mir ebenso eine mörderische Bestie steckt die ihr wahres ich zu verbergen sucht.

„ Geht wohin ihr wollt, ich werde diesen schrecklichen Ort auf jeden Fall verlassen und schwöre das ich nie wieder hierher zurück kommen werde. Irgendwie habe ich das Gefühl das ich länger unter der Erde war als ich es für möglich halte.“ Der rothaarige alte Händler starrt auf die Überreste der Kreatur die ihn so lange in ihrem Bann gehalten hat. Der Kopf liegt im Schatten einer Säule und nur der Rumpf hängt verengt und blutüberströmt von den Beinen aufwärts im Felsen. „ Wir werden diesen Ort und auch die Stadt über uns verlassen, wir gehören nicht hierher. Nicht mehr, der Schatten unserer Vergangenheit würde uns immer wieder einholen. Ich weiß nicht wer ihr seit, ich weiß noch nicht einmal was ihr seit. Doch ihr habt uns gerettet und wir sind euch dafür dankbar, ob ihr wollt oder nicht. Leider haben wir keine Reichtümer mehr, doch ich bitte euch nehmt dies zum Zeichen unserer Dankbarkeit.“ Unter seinem Pelzmantel holt er einen Lederbeutel hervor, es fällt ihm sichtlich schwer ihn zu öffnen. Doch dann lächelt er zum ersten mal und ein friedlicher Ausdruck macht sich auf seinem Gesicht breit „ Wenn du wahrlich der bist für den ich dich halte, trete du die Reise an die ich mich immer gescheut habe. Suche die beiden Kinder des Mondes und vielleicht werden sie dir treu ergeben sein.“ An einem Lederband baumelt ein Zahn, ein Reiszahn allem Anschein nach.

Stunden später erreicht Bregond den Aufstieg zum Teeladen in der Tausendwinkelgasse Er ist nicht erstaunt als er ins Freie tritt und die warme Frühlingssonne auf seinem Gesicht spürt. Der Bann hatte ihn Monatelang in der Kanalisation festgehalten. Mit neuem Lebensmut macht er sich auf den Weg zum Turm des Verrückten. Es gab viel zu Erzählen und wahrscheinlich auch viel zu hören, wenn überhaupt jemand auf ihn gewartet hatte.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.