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Aneirin

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1

Saturday, January 11th 2014, 9:45pm

Bäckerei Brachinger

Die Bäckerei der Familie Brachinger liegt in einer der zahlreichen Straßen, die direkt zum Markt führen, nur wenige Minuten von eben jenem entfernt. Die kleine Bäckerei wird von Viburn Brachinger und seiner Tochter Jenna geführt. Auch der Sohn der Familie, Jonne, hilft immer öfter aus.

Gebäude:
An der äußeren Häuserwand unweit der Eingangstür, so hoch, dass man es schon aus einigen Schritt Entfernung sieht, hängt an einer verschnörkelten Eisenstange eine hölzerne Brezel, die durch eine Beschichtung golden schimmert. Direkt links neben der Eingangstür ist an der Häuserwand zwischen einem großen Fenster und der Tür auf Augenhöhe ein Schild angebracht, auf dem in klaren, aber hübschen Buchstaben „Bäckerei Brachinger“ zu lesen ist. Rechts neben dem Gebäude ist ein schmales eisernes Tor angebracht. Der schmale Weg dahinter führt zum Einen auf einen dahinterliegenden kleinen Hof. Über eine Treppe gelangt von vom Hof aus in die obere Etage und somit die Wohnräume der Familie Brachinger.

Verkaufsraum:
Tritt man durch die Tür, erklingt, sofern die Tür nicht offen steht, ein kleines, helles Glöckchen und man findet sich sogleich in dem kleinen Verkaufsraum wieder. Bis zu einer teils steinernen, teils hölzernen Theke, benötigt man lediglich einen Schritt. Auch der Raum hinter der Theke ist nicht viel breiter. Die Theke selbst lässt rechterhand eine etwa einen Schritt breite Lücke, durch die man in den dahinter gelegenen Bereich gelangt. Linkerhand knickt die Theke nach etwa eineinhalb Schritt in einem 90° Winkel ab bis sie auf die Wand der Häuserfront trifft. Hinter der Theke ist ebenfalls ein guter Schritt Platz, um sich dort hinter zu bewegen. An der Wand dahinter sowie an der linken Wand sind Regalbretter angebracht, um Waren auszulegen. Auch auf der Theke stehen meist in drei Flechtkörben angebotene Backwaren.

Backstube:
An der Raumwand gegenüber der Eingangstür befindet sich ein Durchgang in die dahinter gelegene Backstube, die nur unwesentlich größer ist als der Verkaufsraum. An der linken Wand befindet sich der Steinofen. Wenn der Ofen angeheizt ist, wärmt er die Backstube recht schnell und stark, so dass die Arbeit oft schweißtreibend ist. An der Wand, die den Verkaufsraum von der Backstube trennt, ist eine hölzerne Arbeitsfläche aufgebaut. In der Mitte des Raumes ist eine große Holzwanne zum Teigmischen aufgestellt. Des Weiteren befinden sich an die Wände gelehnt oder hängend Bretter und Arbeitsgeräte. Eine kleine Holztür im Boden führt in eine niedrige und kühle Vorratskammer. In der Außenwand des Gebäudes befindet sich eine Hintertür, die hinaus auf den Hof führt.


NSCs:

Jenna Brachinger – Viburns fleißige Tochter, die von ihm angelernt wird und seit dem Tod der Mutter mit ihm die Bäckerei führt. Die knapp 20 Sommer junge Frau trägt ihr langes mittelbraunes Haar oft in einem geflochtenen Zopf und der Blick ihrer grün-braunen Augen ist freundlich und aufrichtig.

Jonne Brachinger – Der jüngste Spross der Familie ist etwa 12 Sommer alt und hat wie seine große Schwester braunes, aber kurzes und wildes Haar, sowie etwas dunklere, braune Augen. Er hilft so gut er kann in der Bäckerei aus.

Viburn Brachinger – Das Familienoberhaupt und Geschäftsführer der Bäckerei. Das dunkle Haar des knapp 50 Sommer alten Mannes ist schon zum Teil ergraut. Seine dunkelbraunen Augen sind besonders wachsam in Bezug auf seine beiden Kinder.
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Fyllyllylla

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2

Sunday, January 12th 2014, 12:34am

23. Langschnee

Entkommen! Was für ein wunderbares Gefühl das doch ist, auch wenn das Herz noch ganz wild vor lauter Aufregung klopf. Nun sie ist nicht ganz so galant entschlüpft, wie sie es sich erhofft hatte und Naturkind hin oder her, unbekleidet durch schneidend kalte Luft zu fliegen, ist nicht wirklich eine Freude. Es wäre sicher gesünder gewesen, sich ins Obergeschoss zu retten, ihr Kleidchen, die Stümpfe und die Handschuhe zu schnappen und in sicherem Versteck die Heimkehr der Männer abzuwarten. Nun hat sie aber beschlossen, die Heimkehr der Männer etwas zu beschleunigen, vielleicht um die Wargin nicht gänzlich allein der Tücke des Gesetzlosen zu überlassen. Eingestehen würde sie dies allerdings nicht, nicht einmal sich selbst. Die Bäckerei ist ihr erstes Ziel, weil sie am schnellsten zu erreichen ist und mit einem Passanten schlüpft sie in die warme Backstube. Kaum ist sie durch die Tür gehuscht, veranstaltet sie auch schon einen Heidenlärm. „Aneirin! Aneirin! Du musst kommen. Ein Gesetzloser ist ins Haus eingedrungen und Dayan ist allein mit. Aneiriiiiiin! Du musst kommen!“
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Aneirin

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3

Sunday, January 12th 2014, 12:36am

23. Langschnee

„Kräftiger, Jonne. Bist du ein Mann oder eine Maus?“, scherzt Aneirin zu dem Jungen ihm gegenüber, der mit ihm an der hölzernen Wanne den Teig knetet. Er hört Jenna kichern, die in dem Durchgang zum Verkaufsraum steht. Er sieht auf und wischt sich mit dem Arm über die schweißbedeckte Stirn. „Wahrscheinlich irgendwas dazwischen“, entgegnet sie, kommt näher und streicht ihrem Bruder über den Kopf, der sie etwas schmollend anblickt.
Aneirin lächelt und beugt sich wieder über die Wanne, eine freche Strähne aus dem Weg pustend, die dem geflochtenen Zopf entkommen war, den Jenna ihm oft flicht, bevor er mit der Arbeit beginnt. Schon ist sie auch jetzt wieder zur Stelle, nimmt die Haarsträhne zwischen die Finger und verbannt sie hinter Aneirins Ohr. Dankbar lächelnd nickt er ihr zu. Sie hat stets diesen aufmerksamen Blick auch fürs Detail, weiß immer, wenn und in welchem Maße sie gebraucht wird, was er sehr an ihr schätzt.
Das Glöckchen der Tür erklingt und geschwind ist Jenna wieder im Verkaufsraum verschwunden. Gerade will er sich wieder an die Arbeit machen, als er seinen Namen in einem glockenhellen, aufgeregten Ton vernimmt, den er niemals hier erwartet hätte. „Fyllyllylla?“ Erstaunt heben sich seine Augenbrauen, während die kleine Fee hektisch um ihn herumschwirrt. Es kam bisher nur äußerst selten vor, dass sie mit ihm sprach, gar etwas von ihm wollte. <“Du musst kommen“>, spricht sie aufgebracht. Er greift sich ein Tuch und beginnt sich damit den Teig von Armen und Händen zu wischen.
„Beruhig dich, ich verstehe sonst kein Wort“, entgegnet er und mustert die Fee, als ihm verblüfft auffällt, dass die Kleine nichts am Leib trägt. <“Ein Gesetzloser ist ins Haus eingedrungen“>, setzt Fyllyllylla fort, während er ihr ein kleines Tuch anbietet, um sich damit zu bedecken. Er starrt sie an, als sie ihren Satz beendet: <“…und Dayan ist allein mit ihm.“> Nur einen winzigen Augenblick wägt er die Worte der Fee ab, ehe er sich seinen Mantel überwirft und mit rasendem Herzen durch den Verkaufsraum zur Türe eilt. Fyllyllylla mochte ihm zwar oft frech und vorlaut erscheinen, aber mit so etwas würde selbst sie nicht spaßen, vermutet er. Auf Jennas fragenden Blick hin, als er an ihr vorbei huscht, antwortet er lediglich mit einem vertröstenden „Später“ und eilt dann durch die Straßen zurück zum Haus.

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Fyllyllylla

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4

Sunday, January 12th 2014, 12:37am

23. Langschnee

Nur zu gern ergreift Fyllyllylla das angebotene Tuch. Und während sie es sich eilig um die Lenden schlingt, über dem Busen kreuzt und im Nacken knotet, erinnert es sie an Farons Tuch. Faron hämmert es unter ihrer Stirn und sie weiß sehr genau, in wessen Diensten er steht. Es wäre weise, ihn und seine Blaumäntel zu Hilfe zu rufen. Doch mit Schaudern denkt sie an das übermächtige Mauerwerk und wie viele Menschen dort so schrecklich freizügig dachten und fühlten. Es sind einfach viel zu viele, um sich dagegen zu wappnen, erst recht in diesem entsetzlich beklemmenden Steinklotz, der allein schon all ihre Sinne zerquetscht. Auch hier in der Bäckerei, so wohlig warm es auch ist, fühlt sie die Beklemmung wie kalten Atem, wenn auch lange nicht so übermächtig wie in der Steinfaust. Sie sollte Aneirin schleunigst folgen. Eines kann sie sich jedoch nicht verkneifen, weil die junge Frau im Verkaufsraum sie so dusslig anstarrt: „Kein Anstand mehr in dieser Welt!“ Es sind des alten, grantigen Weibes Lieblingsworte, die sie altklug zitiert und es ist ihr vollkommen gleich, ob die junge Frau dies ihrem Gestarre oder dem verkündetem Einbruch zuschreibt. Gerade noch kann sie mit Aneirin durch die Tür sausen. Doch weiter folgt sie ihm nicht. Ihre Flügel sollen sie zum Haus der Heilung tragen, so schnell sie es nur konnten, um Tyalfen zu holen.
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Aneirin

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5

Sunday, February 2nd 2014, 12:00am

Ende Langschnee

<-- Straßen der Stadt

Das kleine Glöckchen klingelt als Aneirin die etwas beschlagene Tür zur Bäckerei öffnet. Wohlige Wärme und der vertraute Geruch von frisch gebackenem Brot schlagen ihm entgegen und zaubern sogleich ein Lächeln auf seine Lippen, während er die Tür für Tyalfen einen Moment geöffnet hält. „Ich komme sofort“, hört er Jennas Stimme aus der Backstube erklingen und wartet geduldig vor dem Tresen, obwohl er auch zu ihr in die Backstube hätte gehen können. Doch wollte er die Nässe und den Dreck an seinen Schuhen nicht unnötigerweise dort hineintragen.
Sich die Hände an ihrer Schürze abwischend kommt Jenna nur einen kurzen Augenblick später in den Verkaufsraum. „Was kann ich für Sie… Aneirin?“, stutzt sie überrascht, ehe sich ihre Lippen zu einem Lächeln verziehen und sie dem Elben freundlich grüßend zunickt. „Herr Tyalfen.“ Sie tritt an die Theke heran, als sie sich dem Barden wieder zuwendet. „Ich habe heute nicht mehr mit dir gerechnet“, merkt Jenna an und beugt sich zu ihm vor über den Tresen. „Was ist mit deinem Gesicht?“ Besorgt und erstaunt zugleich betrachtet sie ihn und hebt die Finger, um nach seinem Gesicht zu tasten. „Du hast dich doch nicht etwa geschlagen?“ Sie klingt beinahe tadelnd, wäre da nicht dieser Hauch Besorgnis in ihrer Stimme.
Ehe ihre Finger sein Gesicht erreichen greift Aneirin bedächtig nach ihrer Hand und führt sie sorgsam wieder herunter, hält sie aber noch einen Augenblick. "Ja… Nein, ich meine… Dayan und ich sind auf dem Heimweg… überfallen worden, um es kurz zu fassen.“ Unsicher wandern Jennas Brauen nach oben. Ungläubig schüttelt sie den Kopf. „Gestern ein Einbruch, heute ein Überfall. Was treibst du nur?“, erwidert sie und will ihm ihre Hand entziehen. Er aber hält sie noch einen Moment fest. „Ein dummer Zufall, sonst nichts“, beteuert er mit entschuldigendem Blick, auch wenn das nur eine halbe Wahrheit ist. Zwei, drei Herzschläge lang mustert sie ihn eindringlich, ehe sich ihre Züge wieder sichtlich entspannen. Nun gibt er auch ihre Hand wieder frei.
„Aneirin! Schau!“, erklingt Jonnes Stimme in dem Durchgang zur Backstube. Langsam kommt der Junge näher und schiebt behutsam ein Blech auf die Theke. Aneirin betrachtet den darauf liegenden Teigzopf. Noch etwas unförmig und an wenigen Stellen ungleichmäßig dick ist er, aber dafür, dass er dem Jungen erst einmal vor wenigen Tagen die Herstellung gezeigt hat, konnte er damit ganz zufrieden sein. „Hast du den etwa selbst gemacht?“, erkundigt sich der Barde grinsend, obwohl er die Antwort bereits kennt. Dennoch nickt Jonne heftig und sichtlich stolz mit dem Kopf. „Gute Arbeit!“, lobt Aneirin ihn. „Darf ich dir noch einen Tipp geben?“ Wieder nickt der Junge und sieht ihn mit großen, neugierigen Augen an. „Wenn du die Enden des Zopfs noch einmal ineinander verschlingst und etwas festdrückst, bilden sie nach dem Backen einen schönen, runden Abschluss. Jenna zeigt dir sicher später wie ich es meine.“, lächelt er und blickt Jonne nach, als dieser scheinbar zufrieden mit dem Blech in die Backstube zurückkehrt.
„Was kann ich also für dich tun?“ Jenna lächelt nun wieder, wenn auch nicht ganz sorgenfrei. Aneirin deutet auf die Brote in dem Regal hinter ihr. „Wir haben unseren Einkauf… verloren… und wollen nun die Besorgungen wiederholen. Und außerdem hätte ich eine Frage.“ Jenna hebt eine Braue. „Dann frag.“ Aneirins Blick wandert zu dem Jungen, der wieder zu ihnen an die Theke tritt. „Ich habe mich gefragt, ob dein Bruder sich nicht ein paar Münzen verdienen mag, indem er uns zum Markt begleitet, um anschließend den Einkauf zu uns nach Hause zu bringen. Tyalfen und ich hätten nämlich noch einiges zu erledigen, aber daheim wartet schon das eine oder andere hungrige Mäulchen.“
„Münzen verdienen? Mit einem Botendienst?“, fragt Jonne und blickt Jenna bittend an. „Bitte! Ich bin doch fertig mit meiner Arbeit. Sauber machen kann ich auch noch, wenn ich zurück bin“, argumentiert der Junge. Jenna runzelt die Stirn und blickt Aneirin skeptisch an. Beschwichtigend hebt er die Hände. „Sei nicht besorgt, ihm droht keine Gefahr. Ich gebe dir mein Wort, dass er wieder heil hier ankommt.“ Jenna rollt mit den Augen, als Jonne quengelnd an ihrer Schürze zerrt, lächelt aber dann. „Meinetwegen… Hol den Korb“, weist sie ihren Bruder an. Ihr Blick ist etwas ernster, als sie den Barden wiederum ansieht. „Ich verlasse mich auf dein Wort“, spricht sie leise. Aneirin lächelt, nimmt ihre Hand erneut in die seine und haucht ihr einen Kuss darauf. „Habe ich dich jemals enttäuscht?“, fragt er und weiß ihr Lächeln daraufhin zu deuten, dass dem nicht so ist.
Wieder legt sie drei Brotlaibe in den Korb, als Jonne angezogen und mit jenem zurückkehrt. Aneirin drückt Jenna noch die Münzen für die Brote in die Hand, als sie um die Theke herum kommt, um ihnen die Tür aufzuhalten. „Du bist die Beste! Habe ich dir das schon einmal gesagt?“, lächelt er und verbeugt sich tief vor ihr. „Heute Morgen erst“, kichert Jenna. Und mit einem „Passt auf euch auf“ verabschiedet sie die drei und blickt ihnen noch einen Moment nach, ehe sie in den Straßen verschwinden.

--> Straßen der Stadt
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Dayan

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6

Wednesday, April 2nd 2014, 9:04pm

Dayan läuft einfach drauf los. Kurz überlegt sie zu den heißen Quellen zu fliegen, aber ein ausgiebiges Bad am Tag sollte doch allemal reichen. Da fällt ihr ein, dass vermutlich tatsächlich kein Gebäck mehr im Haus ist, denn weder Esta noch Aneirin hatten Zeit dafür, aber wenn, dann schmeckte es so süß und gleichzeitig knackig, dass dieses Zeugs ganz neue Sehnsüchte weckte, wenn es auf der Zunge zerging.

Und ehe sie sich versieht steht Dayan vor der Bäckerei. Doch warum zögert sie? Wollte sie denn nicht sündigen? Nein, vor ihrem geistigen Auge erwächst eine lebensgroße Jenna Brachinger.
Dieses ach so fleißige, geradezu perfekte, Herdmütterchen , dass so völlig normal ist und in Dayans Augen viel besser zu Aneirin passen will als sie es jemals könnte. ... Jenna!
Jenna ist um die 20 Sommer, trägt langes, mittelbraunem Haar zu einem dicken geflochtenen Zopf. Dayan weiß, dass es nicht der einzige Zopf ist an dem die sich kunstvoll auslässt und schon steigen die hässlichen Stimmen auf. Sie wispern noch als Dayan die Backstube betritt.

Wie immer bimmelt dieses, blöde kleine Glöckchen, dass Dayan liebe würde, wäre es nicht Teil dieses Hauses. Schon steht sie vor der Theke, die mit drei Flechtkörben Backwaren einladend wirkt. Die Wandlerin schaut sich um. Ein altes Weiblein bestellt eine schier endlose Liste für eine Familienfeier. Geduldig wartend steht sie an. Dabei kommt ihr der Gedanke dem Bäcker zu bestellen, dass ihr Gatte krank geworden ist. Ja, das wollte sie für ihn tun, auch wenn ihr schon wieder die Schulter drückt und die böse Stimme in Plaudereistimmung fällt und was noch viel schwerer im Magen liegt, er sie nicht in der Nähe haben wollte!
Was mache ich hier eigentlich! Gerade will sie aus der Tür, da hört sie die freundliche Stimme schon...

Aneirin

Stadtbewohner

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7

Wednesday, April 2nd 2014, 9:59pm

~ aus Jennas Sicht ~

Mit ihrem üblichen freundlichen und entgegenkommenden Lächeln und ruhigen, wohlüberlegten Bewegungen legt Jenna eins ums andere in die beiden Körbchen der alten Dame. Eine lange Liste ist es, die das Mütterchen in ihrem Kopf abarbeitet: diverse Brote, Brötchen und Gebäcke. Und immer, wenn Jenna gerade glaubt, sie hätte es endlich geschafft, fällt der alten Dame wieder etwas ein. Denn das Töchterchen esse nur dunkles Brot, die Enkel hingegen liebten helles. Für ihren Gatten und sie sollte es etwas weicher sein und der Tochter Gatte bevorzugt knuspriges. Dazu ausreichend Brötchen für die Gäste, mindestens zwei Dutzend und natürlich dürfen auch Naschereien nicht fehlen. Jenna ist froh, dass sie alle Wünsche der Frau erfüllen kann. Nicht auszudenken wie lange es dauern würde, müsste sich das Mütterchen über Alternativen Gedanken machen. Doch Jenna bleibt ruhig und höflich, verzieht nach außen hin keine Miene.
Gerade als sie das zweite Dutzend Brötchen aus einem großen Korb auf dem Regal hinter dem Tresen einpackt, vernimmt sie das helle Glöckchen der Tür und spürt sogleich den kühlen Luftzug, der einen neuen Kunden in die Stube begleitet. Jenna wirft einen Blick über die Schulter, kann aber außer dem Mütterchen niemanden entdecken. Kurz stutzt sie und packt dann auch endlich den letzten Rest des Einkaufs in den Korb der alten Dame. Diese reicht ihr daraufhin einen Geldbeutel. Ihre alten Augen seien doch so schlecht und sie mit dem Zählen inzwischen etwas langsam, ob das liebe Mädchen nicht schnell die entsprechenden Münzen heraussuchen könnte. Jenna nickt freundlich, lässt einige Münzen auf ihre Hand gleiten und legt dann die entsprechenden Münzen auf den Tresen und zählt für die alte Dame laut nach. Diese dankt herzlich dem ‚Kindchen‘ und Jenna verabschiedet die alte Dame, greift ihre Körbe und kommt um den Tresen herum, um sie dem Großmütterchen zu reichen und ihr die Tür zu öffnen.
Noch während sie um die Theke herumgeht erspäht sie die Wandlerin, die sich gerade scheinbar wieder zum Gehen wendet. Kurz blinzelt sie überrascht und drückt dann aber mit einem freundlichen „Frau Dayan!“ der alten Dame die Körbe in die Hand und öffnet ihr die Tür. Als das Mütterchen hinausgetreten ist, lässt Jenna die Tür wieder zufallen und blickt Dayan mit einem Lächeln auf den Lippen an. „Welch Überraschung Euch hier zu sehen“, spricht sie. Sie ist wahrlich überrascht, denn seit Aneirin in der Bäckerei arbeitet, hat diese Frau noch niemals einen Schritt in die Bäckerei gesetzt. Manchmal zeigte sie sich zusammen mit ihm auf dem Markt, hielt aber immer Distanz zu ihr und wechselte nur selten und nur wenn nötig ein Wort mit ihr.
„Ich hoffe, Jonne hat den Einkauf wie versprochen vorbei gebracht und nicht davon genascht. Zumindest behauptet er das. Er war ganz schön stolz, als er mit seinen selbstverdienten Münzen hier ankam. Gut, die Hälfte hatte er auf dem Nachhauseweg schon wieder ausgegeben“, zuckt Jenna entschuldigend lächelnd mit den Schultern, „aber es ist ja sein Geld. Da werde ich ihm nicht sagen, wie er damit umzugehen hat. Das soll er schon selbst lernen.“ Als sie aufhört zu reden, ist es kurz still. Etwas unsicher blickt Jenna zu Boden und das Lächeln wieder ein wenig schmaler. „Wie geht es Euch? Ich meine, nach den Geschehnissen von gestern und heute…? Und wie geht es Aneirin? Er sah fürchterlich aus als er heute Mittag hier war“, fragt Jenna schließlich und muss wie so oft an diesem Tag wieder an den Barden und seine lädierte Nase denken.
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Dayan

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8

Thursday, April 3rd 2014, 9:46am

Dayananda, für dich! korrigiert die Wandlerin die Bäckerstochter im Geiste und grüßt Jenna doch ähnlich herzlich. Ach, von ihrem Bruder war der Korb sinnt sie und erinnert sich an des Nordmanns Worte. Vermutlich war der Korb völlig in Ordnung, na, sie hatte die Früchte sogar ausgepackt. Eine Traube hatte sich der Junge genommen, aber das war wirklich kein Verbrechen, zumal es Leacan war und nicht der junge Brachinger.

So nickt die Wargin nur und bestätigt knapp, dass Jonne seine Sache gut gemacht habe. gleichzeitig schwingt der Gedanke mit, dass die Bäckerin zu viel spricht, viel zu viel! Also wieder ein Nicken und ein aufgesetztes Lächeln. Es mag sogar ehrlich erscheinen, ihre Mimik hat Dayan ja für gewöhnlich im Griff, aber es ist es nicht. Schon gar nicht als sie erfährt, dass Aneirin hier war. Natürlich ist er das, wo sonst besorgt er auch das Brot, faucht ihr Gewissen, aber ganz insgeheim ärgert es sie, dass sobald Aneirin die Tür verlässt er hier ist, bei ihr.

Und oh Wunder, sie fragt nach ihrem Befinden. Das Lächeln nun deutlich weniger, wie Dayan ihr Gegenüber anschaut wie sie den Blick vom Boden wieder auf Dayan richtet. "Besser" erstattet die Wargin Bericht, "aber Aneirin wird wohl einige Tage das Bett hüten. Weswegen ich hier bin. Ich kann an seiner statt euch helfen."

Mission 1: erfüllt hakt sie gedanklich ab. "Ich möchte gern Gebäck mitnehmen" fügt sie an, "alles andere hat euer Bruder ja wunderbar erledigt. Ein anständiger Junge. Kommt doch die Tage vorbei und lässt ihm im Garten spielen." Habe ich sie gerade eingeladen? Oh Dayan!

Ihr eigenes freundliche Lächeln verschwindet nun kurz und wirkt etwas unsicher. "Was macht das?", fragt sie dann und tänzelt mit der Hand über die Gebäckauslade.

Aneirin

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9

Thursday, April 3rd 2014, 11:05am

~ aus Jennas Sicht ~

„Das ist gut.“ Erleichtert atmet Jenna aus als Dayan ihr sagt, dass es Aneirin besser gehen würde. Dennoch bleibt ein Rest Besorgnis zurück, erfährt sie doch gleichzeitig, er müsse für ein paar Tage das Bett hüten. Aber sie weiß, dass der Elb, bei dem sie leben, ein Heilkundiger ist. Also sollte er bestens versorgt sein und sie keinen Grund haben besorgt zu sein. Dann überrascht die kleine Frau sie wieder, indem sie anbietet an seiner statt auszuhelfen. Jenna lächelt ein wenig zögerlich. Das Angebot ist wirklich gut gemeint, aber die Bäckerstochter ist sich nicht sicher, wie weit Dayans Kenntnisse und Fertigkeiten im Bäckereihandwerk reichen. Wenn sie ihr alles würde erklären müssen, wäre sie eher hinderlich statt eine Hilfe. Es genügt schon, dass sie Jonne ständig auf die Finger schauen muss. „Das ist wirklich ein sehr freundliches Angebot von Euch. Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr das natürlich gerne tun, aber ich denke, dass wir auch ein paar Tage alleine zurechtkommen. Mein Vater hilft auch seit kurzem wieder für wenige Stunden am Tag mit, soweit es seine Kräfte zulassen. Aber es ist dennoch ausreichend“, nickt sie lächelnd.
Da eröffnet die kleine Frau, dass sie etwas Gebäck kaufen wolle und erklärt im gleichen Atemzug, dass ihr kleiner Bruder seine Aufgabe zu ihrer Zufriedenheit erledigt hat. Und weil aller guten Dinge drei sind, hebt Jenna vor Überraschung die Augenbrauen, als Dayan sie einlädt doch in den folgenden Tagen mit Jonne vorbeizuschauen. Das Lächeln auf Jennas Lippen wird ehrlich und verdrängt das übliche Verkäuferlächeln, während ihr Herz einen kleinen Hüpfer macht. Sie hatte schon am Morgen überlegt, ob sie Aneirin nicht einen Besuch abstatten sollte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aber so völlig überraschend wollte sie dann doch nicht vor der Tür stehen. Aber nun… „Vielen Dank, das werden wir sicher bald tun“, erwidert die junge Frau erfreut.
Dayan besieht sich die Gebäckauslage und erkundigt sich nach den Preisen. Doch anstatt ihr eine Antwort zu geben, stutzt die junge Bäckerin kurz, als erinnere sie sich an etwas, und deutet dann mit einem Lächeln und einem Kopfnicken hinüber zur Backstube. „Ich habe einen besseren Vorschlag“, merkt sie an und tänzelt um die Theke herum zum Durchgang in die hintere Stube. „Folgt mir.“ Mit einem Blick über die Schulter stellt Jenna sicher, dass die kleine Frau ihr folgt und führt sie in die eigentliche Backstube, in der es um einiges wärmer ist, als im Verkaufsraum. Der kleine Jonne steht, mit hochgekrempelten Ärmeln, an der großen Holzwanne in der Mitte des Raumes und schrubbt diese angestrengt mit einem großen Schwamm. Als die beiden Frauen die Stube betreten, blickt er auf. „Ah, Frau Dayan! Seid gegrüßt!“, freut er sich und lässt gleich sogleich von Schwamm und Wanne ab, um an sie heranzutreten. „Seid ihr gekommen, um die Wölkchen abzuholen?“, fragt er und blickt seine große Schwester an.
Jenna geht zu einem auf der Arbeitsfläche liegenden Blech herüber und besieht sich einige fluffig aussehende Plätzchen. „Sie sie abgekühlt?“, fragt Jenna ihren Bruder und dieser nickt breit grinsend. „Japp! Und sie sind verdammt lecker!“, lacht er, aber nur kurz, denn Jenna wirft ihm einen tadelnden Blick zu. „Wo ist der Puderzucker?“ Jonne sieht sich kurz suchend um und entdeckt schließlich die Dose, die er Jenna rasch in die Hand drückt. Mit gekonnten Bewegungen verteilt Jenna den staubartigen Zucker über den Plätzchen, die daraufhin mit einer feinen weißen Schicht bedeckt sind und dadurch noch lockerer und leichter aussehen als ohnehin schon.
„Apfel-Wölkchen“, erklärt Jenna lächelnd. „Das ist Aneirins Werk. Er hat sie sich ausgedacht. Gestern hat er den Teig vorbereitet, aber bevor er dazu kam ihn weiter zu verarbeiten, eilte er wegen des Einbruchs zu Euch.“ Mit geschickten und schnellen Fingern packt Jenna alle ‚Wolken‘ in eine Tüte und drückt sie Dayan in die Hand. „Ich hoffe, die Form ist in seinem Sinne. Ich konnte den Teig nicht noch länger stehen lassen. Deswegen habe ich versucht sie so umzusetzen, wie er sie mir beschrieben hat. Wenn er mit ihnen zufrieden ist, nehmen wir sie probeweise in den Verkauf mit auf und schauen, wie sie bei den Kunden ankommen.“ Jenna mustert die kleine Frau und ein wenig Unsicherheit ist in ihrem Blick zu erkennen. „Er… wollte Euch eigentlich damit überraschen. Ich hoffe, ich habe es damit nicht verdorben. Aber bevor sie hart werden…“
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Dayan

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10

Thursday, April 3rd 2014, 11:39am

Dayan nickt stumm. Natürlich schlägt sie das Angebot ihnen zur Hand zu gehen aus, wenn es auch durch ein ach so nettes Blümchen gesagt wird. Es wundert sie nicht. Eher würde man es erwarten. Dann blickt Überraschung aus dem netten Gesichts Jonnas und natürlich würde sie einen Krankenbesuch machen. Weiter freundlich nickend lässt sie es eben dabei. Das Gute bei erwartenden Besuch war, dass man alles vorbereiten konnte und Esta meisterlich darin war, Eindruck zu hinterlassen. Ein weiteres mal wächst ihr innerer Ärger, denn Jonna freut sich sehr über düse Einladung. Dayan will hier so schnell verschwinden wie möglich, bevor sie der Bäckerstochter noch anbot direkt ihren Platz an oder in Aneirins Bett einzunehmen.


Da scheint ihrem Gegenüber etwas einzufallen. Die Wandlerin folgt der Aufforderung und tritt auf leiser Sohle hinterher. Immerhin, darauf versteht sich Dayan, denn Jonna muss sich versichern, dass Dayan noch da ist.

"Ea sei mit dir, Jonne", flüstert sie den Knaben weit weniger kühl und knapp entgegen, auch wenn man den Unterschied doch nur ahnen kann.
Die Inszenierung gelingt und Dayan sieht nur noch die wallenden Rundungen wackeln. Alles wie zufällig und so weich und lieblich in der Bewegung, dass es bei Nähe unverschämt, gar dreist vorgeführt wirkt.
Natürlich nur, wenn man es so sehen will, aber das Innere der Wandlerin kocht vor Eifersucht und dabei kennt sie dieses Wort nicht einmal in ihrer eigenen Sprache!
Nein, da wären mehrere Frauen sogar nicht selten und auch sinnvoll, aber davon will Dayan im Augenblick so rein gar nichts wissen!

Doch als das Wörtchen Wolke fällt gerät Aneirins Naschwerk in ganz anderes Licht. Für mich? Eine Überraschung? Oh...
Ein einfaches Wort: Wölkchen ... Weiß, Schnee, Wolken, Dayan. Das war sie, und nur sie...

Augenblicklich schämt sich die Wandlerin für ihre Gedanken. "Was? Nein... Schon gut. So ist Aneirin nicht. Ich glaube sie sehen genauso aus, wie sie sein sollen."

Vorsichtig drückt sie das Gebäck an sich. "Apfelwölkchen" flüstert sie und ihre Augen werden etwas glasig. "Was verlangt ihr? Ich muss los!" Sagt sie dann fester als beabsichtigt und kehrt schon in den Verkaufsraum zurück.

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Aneirin

Stadtbewohner

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11

Thursday, April 3rd 2014, 12:39pm

~ aus Jennas Sicht ~

Die kleine Frau wirkt mit ihren Gedanken plötzlich abwesend, findet Jenna. Wie unschuldig sie aussieht, wie sie so still und mit bedächtigem Griff das Gebäck hält. Und dennoch hat es endlich etwas Herzliches, als der Blick der Schwarzhaarigen sichtbar weicher wird. Nun versucht sie sogar die Bäckerstochter zu beschwichtigen, indem sie behauptet, Aneirin würde sicherlich zufrieden mit dem Backwerk sein. Und sie scheint es tatsächlich so zu meinen.
<"Was verlangt ihr? Ich muss los!">, fragt die kleine Frau nachdrücklich und Jenna schüttelt lächelnd den Kopf. „Nichts“, erwidert sie, „das sind die ersten Exemplare und noch nicht für den Verkauf freigegeben.“ Doch noch während sie antwortet, führen die Schritte der Wandlerin sie bereits in den Verkaufsraum zurück. Jenna muss ihren Schritt beschleunigen, um mit ihr mithalten zu können und die Tür vor ihr zu öffnen. „Frau Dayan“, hält Jenna sie doch noch einmal zurück und mustert sie. „Schön, dass Ihr da wart“, erklärt sie schließlich nach einem kurzen Zögern. „Und grüßt doch bitte Herrn Tyalfen und Aneirin von mir und wünscht ihm gute Genesung.“
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Dayan

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12

Thursday, April 3rd 2014, 1:27pm

Dayan nickt nur, mehrmals und nickt dann freundlich und stolpert fast aus der Tür, doch nur fast. Es gehört viel mehr dazu, Dayans Gleichgewicht auszusetzen.
Kaum ist sie dann draußen und hört das hohe BlimBlim der Glocke verklingen eilt Dayan um die Ecke. Erst dort, außer Sicht der Bäckerei atmet Dayan tief durch. Einmal, zweimal, dreimal. Dann ist es schon besser und nach dem Rascheln der Tüte und einem des Gebäcks, fühlt sich die Wandlerin fast wie zu Hause. Zwar gab es dort keine Wolkenplätzchen, aber allein der Apfelgeschmack erinnert sie an die hohen Tage, die ein neues Jahr ankündigen. Eine stille Träne rinnt über die Wange, dann kehrt sie in ein neues Zuhause.


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Aneirin

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13

Friday, July 25th 2014, 7:17pm

Irgendwann Ende Grünglanz

„… rin… Aneirin…“ Aneirin zuckt zusammen, aus seinem traumlosen Schlaf gerissen, blinzelt verwirrt. Unter trägen Lidern blickt er Jenna an, die vor ihm steht, die Hände in die Hüften gestemmt. Er schaut sich um, denn er muss sich erst einmal orientieren. Richtig, der Schuppen auf dem Hof der Bäckerei. Seit geraumer Zeit zog er sich in seiner Mittagspause hierhin zurück, um auf den dort gelagerten Säcken etwas Schlaf nachzuholen. Er schläft schlecht, seit… seit… Er schläft immer noch sehr schlecht. Etwas Kleines und Warmes regt sich auf seiner Brust und sanft streicheln seine Finger durch das weiche, braun-weiße Fell der kleinen Katze, die Jenna von diesem Schreiner-Burschen bekommen hat.
„Aneirin…“ Er blickt auf. Ihr Gesicht zeigt keinen Ärger, eher Ratlosigkeit. „Geh nach Hause…“ Aneirin schüttelt den Kopf. „Was soll ich dort?“ Jenna seufzt, aber der Bäcker weiß, dass sie die Diskussion nicht aufs Neue würde führen wollen. Stattdessen setzt sie sich zu ihm und krault ebenfalls das Fell ihres neuen, kleinen Lieblings. Erst streifen ihre Finger die seinen wie beiläufig. Dann suchen ihrer beider Finger einander und als sie sich gefunden haben, schlingen sie ineinander. Nicht zum ersten Mal hält sie seine Hand und ist für ihn da. Er sollte ihr allmählich dafür danken. Für ihr Verständnis, dafür, dass sie einfach nur da ist, ohne dafür etwas von ihm zu erwarten.
„Jenna, ich…“ „Ssssch…“, legt sie ihm den Finger auf den Mund und schüttelt den Kopf. „Noch nicht, Aneirin. Noch nicht.“ Selbst seine gequälten Züge lassen sie nicht weich werden. Er nickt nur zögerlich und senkt den Blick, fort von ihren warmen, grün-braunen Augen. Langsam schiebt sie ihre Finger unter den Bauch des Kätzchens und hebt es vorsichtig an ihre Brust. Dann steht sie auf und zieht an seinem Arm, auch ihn zum Aufstehen zu bewegen. Etwas widerwillig erhebt er sich, woraufhin sie ihn schließlich wieder loslässt. Er sieht ihr zu, wie sie das Kätzchen in eine mit einer Decke, Futter und Wasser hergerichtete große und flache Holzkiste setzt. Als er ihr hinaus ins Tageslicht folgt, muss er blinzeln bis sich seine Augen wieder an das Licht gewöhnt haben.
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Aneirin

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14

Friday, July 25th 2014, 8:03pm

Jenna hält ihm die Tür zur Backstube auf, um ihn als Erstes eintreten zu lassen. Sich leise bedankend tritt er ein und stutzt nach wenigen Schritten, als Jonne vor ihm steht, eine Holzplatte haltend, auf der ein kleiner Kuchen mit einer brennenden Kerze darauf steht. Eine schwere Hand legt sich auf seine Schulter und Jennas Vater nickt ihm anerkennend zu. Aneirin blinzelt überrascht und wendet den Kopf zur anderen Seite, als Jenna neben ihn tritt. „Sag nicht, du hast nicht daran gedacht, was für ein Tag heute ist“, meint sie neckisch und stemmt sie Hände in die Hüften. Sie blickt zu Jonne und bedeutet ihm mit einem Kopfnicken näher zu kommen. „Nein…“, kann Aneirin nur flüstern, während er auf die Kerze starrt, die allmählich näher kommt. Es ist ihm tatsächlich nicht bewusst gewesen. Was ihm allerdings bewusst ist, dass ein Brief an seine Schwester nicht mehr rechtzeitig kommen würde. Ob sie an ihn denkt und ihm verzeihen mag?
„Du musst dir etwas wünschen“, meint Jonne und blickt ihn mit glänzenden Augen an. Ein gequältes Lächeln schleicht sich auf des Bäckers Züge. Etwas wünschen? Er ist derzeit vorsichtig, was Wünsche betrifft, hat er doch nicht das Gefühl es verdient zu haben, sich etwas wünschen zu dürfen. Doch einen hat er tatsächlich. Er beugt sich etwas vor, die Kerze betrachtend. ‚Mögen die Götter es gesund und kräftig in dieser Welt empfangen.‘ Sachte pustet er die Kerze aus, woraufhin Jonne sich sogleich tänzelnd auf die Suche nach einem passenden Messer macht, als könne er es nicht abwarten den Kuchen zu probieren. Aneirin spürt Jenna Griff an seinem Arm, der ihn sanft zu ihr zieht, damit sie ihm einen Kuss auf die Wange hauchen kann. „Alles Gute, Aneirin“, meint sie leise und Aneirin kann nur nicken, während er Jonne zusieht, wie dieser den Kuchen ziemlich… ungerecht zerteilt und sich sogleich das größte Stück sichert. Als der Barde das sieht muss er gar leise lachen. Er legt einen Arm um Jenna, zieht sie an sich und drückt ihr einen Kuss auf ihren Kopf. „Danke. Für alles.“
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15

Monday, July 28th 2014, 9:17pm

„Er schmeckt wirklich großartig“, meint Aneirin wenig später, als alle vier um einen kleinen Tisch in der Backstube herum sitzen, Jenna und ihr Vater auf einem Stuhl, Aneirin und Jonne auf aufeinander gestapelten Kisten. Jonne, vor Genuss hin und wieder laut schmatzend, nickt heftig mit dem Kopf. Jenna lächelt verlegen. „Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wann ich dir einen backen muss“, zwinkert er der jungen Frau zu. „Wie wäre es, wenn du mich einfach fragst?“, meint Jenna und würde sie nicht lächeln, würde es beinahe gleichgültig wirken. „Wie langweilig…“, lacht Aneirin. „Dann muss ich ja auf jeden Fall dran denken. Wenn du es mir aber nicht sagst, kannst du dich nicht beschweren, wenn ich es vergesse!“, meint der junge Bäcker und gönnt sich einen weiteren Bissen. „Ich kann es dir sagen!“, erklärt Jonne lautstark, dass Aneirin sich überrascht verschluckt und sich hustend auf die Brust klopft, während die anderen lachen. „Später, Jonne, später…“, grinst Aneirin und ignoriert des Jungen verwirrten Blick.
Hätte Aneirin aufgesehen, wäre ihm sicher der Blick des Herrn Brachinger aufgefallen, der neugierig zwischen seiner verlegen lächelnden Tochter und dem schmunzelnden jungen Mann hin und her wandert. Und vielleicht hätte ihn dessen Frage weniger überrascht: „Aneirin, wann führst du meine Tochter denn nun endlich mal aus?“ Der junge Bäcker lässt das Stück Kuchen in seiner Hand wieder zurück auf den Teller sinken, während das Lächeln verschwindet. Jenna zischt ein empörtes „Vater!“. „Was denn?“, meint dieser mit völlig unschuldiger Miene. „Ihr versteht euch, das sieht ein Blinder. Er ist ein hervorragender Bäcker und ist ein sympathischer, verlässlicher und gut aussehender junger Mann. Was kannst du dir mehr wünschen?“ Aneirin hebt den Blick, um Jenna anzusehen, die ihn mit verzweifelt entschuldigendem Blick anschaut. Seine Mundwinkel verziehen sich zu einem flüchtigen Lächeln, ihr zu bedeuten, dass er weder ihr noch ihrem Vater böse ist.
Dann aber stellt er den Teller auf den Tisch und erhebt sich, um die Backstube zu verlassen. „Was? Hab‘ ich was Falsches gesagt?“, hört er noch Viburns kratzige Stimme, als er die Tür hinter sich schließt und in die Hofmitte schlendert. Ein wenig unschlüssig lässt er seinen Blick schweifen und steckt die Hände in die Hosentaschen. Ehe er jedoch etwas mit sich anzufangen weiß, hört er die Tür hinter sich, wie sie sich öffnet und wieder schließt. Anhand der Schritte erkennt er sofort, dass es Jenna ist, die ihm folgt. Neben ihm bleibt sie stehen, woraufhin er ihren Blick auf sich ruhen spürt. „Entschuldige meinen Vater. Er ist manchmal recht… unsensibel.“ Aneirin schüttelt den Kopf. „Ist schon in Ordnung. Ich nehme es ihm nicht übel“, tritt er ein Steinchen, dass es quer über den Hof rollt. Ihm ist bewusst, dass Jennas Vater sich aufgrund seines Gesundheitszustandes Sorgen um die Bäckerei macht. Da sind seine Gedankengänge verständlich und nachvollziehbar.
Aneirin öffnet den Mund, um etwas zu sagen, schließt ihn dann jedoch wieder, ohne etwas gesagt zu haben. „Fühl dich von ihm nicht unter Druck gesetzt“, ist es Jenna, die schließlich etwas sagt. „Du kümmere dich jetzt erst einmal um dich. Und sorg vor allem dafür, dass du endlich wieder vernünftig schläfst. Du schleppst dich von einem Nickerchen zum nächsten, wie soll sich denn dein Körper dabei anständig erholen. Und eine große Hilfe bist du mir momentan auch ni-“, kommt sie nicht mehr dazu den Satz zu Ende zu sprechen, da Aneirin ihre Lippen mit den seinen verschließt. Wie warm sie sind und wie lieblich sie schmecken, dass er sich nur ganz langsam und widerwillig von ihr lösen mag. Überrascht ist ihr Blick und eine leichte Röte legt sich über ihre Wangen. „Den war ich dir noch schuldig“, meint Aneirin und lächelt sanft, wenigstens für einen Moment. Dann nimmt er ihre Hand und führt sie an seine Lippen. „Irgendwann würde ich dich gerne ausführen, aber… Jetzt kann ich es einfach noch nicht.“ „Ich weiß…“, antwortet Jenna leise. „Darf ich gehen?“ „Natürlich“, blickt Jenna ihm noch nach, bis er ums Eck biegt und aus ihrem Sichtfeld verschwindet.
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