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Tyalfen

Stadtbewohner

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Occupation: Aniran / Heilkundiger

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1

Tuesday, November 26th 2013, 5:07pm

Meister Arkendirs Haus

Einst, vor langen, langen Jahren, erwarb ein elbischer Gelehrter der Heilmagie, Shadâno Arkendir, dieses große Stadthaus von einer Kaufmannswitwe hier in Talyra. Denn als bekennender Menschenfreund zieht es ihn immer wieder in Lande der Sterblichen, sei es, um sich mit anderen bedeutenden Aniran und Gelehrten anderer Wissenschaften auszutauschen, über neue Thesen und Theorien zu philosophieren, Schriften zu studieren, Neuigkeiten zu erfahren und alte Freunde und Bekannte zu treffen und keine andere Stadt als Talyra schien ihm dafür geeigneter, als diese prächtige Stadt am Nabel der Immerlande, wo sich unterschiedlichste Nationen und Kulturen vereinen.

Im äußersten Nordwesten des Westviertels gelegen, unterscheidet sich das Haus aus hellem Sandstein äußerlich nicht von Anderen in dieser beschaulichen Seitenstraße. Allein die Eingangstür könnte einen kleinen Hinweis darauf geben, woher der Eigentümer stammt, denn ihre kunstvolle Schnitzerei zeigt stilisiert eine aufgehende Sonne mit wachendem Auge über einem Wald.

Im Inneren jedoch vermag nur ein Baumeister die einstigen Strukturen zu erkennen, denn nur wenige Innenwände blieben stehen. Stattdessen sorgen Säulen für die nötige Statik. Nunmehr geben durchbrochen geschnitzte Holzwände dem Hausinneren ein völlig neues, fremdartiges Erscheinungsbild, das Jeden schon beim Eintreten gefangen nimmt. Wie Rankenvorhänge winden sich die Trennwände geschwungen durch das Innere und erlauben dem Tages- oder Kerzenlicht durch ihre Lücken in jedem Winkel des Hauses zu tanzen und lassen schemenhaft erahnen, was sich hinter ihnen befindet. So wirkt jeder Korridor und jeder Raum so lebendig wie ein Fleckchen im Wald.

Erdgeschoss:
Aus einem kreisrunden Vorraum mit Sitzgruppe auf der einen und Garderobenhaken auf der anderen Seite führt ein Korridor schneckenhausförmig gewunden vorbei an einer Wendeltreppe, einer Kammer, einem weiteren Korridor, der zu Wäschekammer, Latrine und zum Hinterausgang hinaus in den Garten führt, öffnet sich zu einem großzügigen Salon mit Kamin, windet sich wieder vorbei an einem weiteren Korridor zu den Studierzimmern, an einem Esszimmer, der Waschküche, einer Speisekammer und endet schließlich in einer großen Küche.

Obergeschoss:
Über eine Wendeltreppe gelangt man hinauf ins Obergeschoss. Ein kurzer, gerader Korridor , von dem zwei kreisrunde Schlafkammern abgehen, führt in einen Rundgang, von dem drei weitere Korridore mit Schlafkammer und Bädern abgehen und umrundet ein luxuriöses Gemach, dass Wohn- , Studier- und Schlafkomfort samt wohliger Kaminatmosphäre in Einem bietet.
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Dayan

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2

Tuesday, November 26th 2013, 11:45pm

1. Blätterfall, zur Abenddämmerung

--> von den Straßen

Es dämmert schon als sie vor dem großen Sandsteinhaus ankommen. Dayan weiß ob der Größe nicht was sie geritten hat zuzustimmen zumindest für heute hier Gast zu sein. Ihr ist sehr wohl aufgefallen, dass die Häuser immer größer wurden mind das Straßenpflaster kunstvoller gearbeitet wurde als noch vor einiger Zeit. Eben die ganze Beschaulichkeit merklich mit jeder Straße zunahm. Und sollte das Haus auch nicht über Gebühr auffallen, so sieht die Wandlerin sehr wohl die Unterschiede, allein in der Tür auf die Tyalfen zusteuert. Die außergewöhnlichen Schnitzereien zeigen eine Sonne mit Auge, das direkt in ihre Seele zu blicken vermag, einen Wald überstrahlend. Aber es ist Holz. Kein Eisen an der Tür. Ein gutes Zeichen, dennoch malt Dayan ein Schutzzeichen in die Luft, neigt fast demütig den Kopf und kommt schließlich des Elben Aufruf nach indem sie nicht direkt auf die Schwelle tritt, aber ins Haus geht. Das Mädchen aus dem Wolkenvolk schaut sich vorsichtig um, als könnte sie jemand beißen.

Sowas hat sie noch nie im Leben gesehen. Schon in der Diele lässt sich erahnen, dass dieses Gebäude so gut wie ohne Innenwände auskommt. Überall finden sich geschickt gewerkte Schnitzerwände. Sie schreien förmlich betrachtet zu werden und Dayans Augen folgen so vielen Ranken bis sie glaubt von der Feinheit und Gewundenheit Schwindel zu erleiden. Jetzt, zur Stunde der letzten Sonne glitzern die letzten Sonnenstrahlen durch das Werk und verzaubert das Haus in eine Laubwäldchen, in mitten eines Sandsteinhauses. Ganz langsam, wie magisch davon angezogen tritt Dayan lautlos an eine dieser kunstvollen Wände. Nicht ein einziges Mal kann Dayan eine Wiederholung des Musters ausmachen. Sachte fasst sie das Holz an. Zumindest möchte sie das. Doch kurz davor hält sie inne und beobachtet die letzten Sonnenstahlen, die tanzend in den Ranken zum nächsten Raum und weiter springen, um allmählich der Nacht zu weichen.

"E-touez ar muiañ drein
Ar gaerañ rozenn", * flüstert sie. "Tyalfen, das ist wundervoll! Wer vermag sich sein Heim so zu gestalten? Wer bist?"

* Inmitten der dichtesten Dornen //die schönste Rose

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Tyalfen

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3

Wednesday, November 27th 2013, 5:02pm

Dicht hinter Dayan betritt Tyalfen Arkendirs Haus und hält nicht weniger überrascht inne wie die Wandlerin, obwohl ihn keine Fremdartigkeit hier erwartet – ganz im Gegenteil. Stünden seine Füße nicht auf steinernen Boden und fehlte nicht das ewige Murmeln des Waldes wie der Vogelsang und erdig moosige Düfte, könnte er glauben, wahrlich zuhause zu sein. Verblüfft stellt er den Korb mit den Einkäufen ab, lässt Bogen und Köcher wie sein Reisegepäck zu Boden gleiten ohne auch nur den Blick von der vor ihm liegenden Pracht abzuwenden. Beinah wäre seinen Lippen eine Begrüßungsformel entglitten, doch natürlich gibt es hier keinen beseelten Aêlinorsarna*, der ihn hören könnte. Es ist nur eine Illusion, allerdings eine atemberaubend kunstvolle Nachbildung smaragdelbischer Wohnstätte in einem Sandsteinhaus und vermag auch einen Sohn des Wandernden Waldes zu betören. Vieles mochte Tyalfen erwartet haben und obwohl dies möglicherweise das Naheliegenste sein könnte, hatte er es am wenigsten vermutet. Seine Hand streift über das Schnitzwerk, sucht sich davon zu überzeugen, dass es eben dieses ist, weder echt noch eine Sinnestäuschung.
Dayans Flüstern reißt Tyalfen aus seinem eigenen Erstaunen. Und hätten es ihre Worte nicht bereits vermuten lassen, so sähe er spätestens jetzt mit einem Blick auf ihre Züge, dass dies auch sie betörte. Seltsam, er hatte immer angenommen, Menschen zögen massive, geradlinige Räumlichkeiten vor. Aber wenn ihn dieser Tag Eines gelehrt hatte, dann dass er über die Menschen nur wenig wusste. Umso mehr erfreut es Tyalfens Herz, dass Dayan dies mit fast ehrfürchtigem Klang wundervoll nennt. Noch seltsamer ist, dass es ihm etwas bedeutet. Wann hatte sie aufgehört, mehr als eine Patientin zu sein, mehr als die verletzte Schulter? Vielleicht als sie ihm seine Fehlbarkeit und ihre Verletzlichkeit zeigte? Oder weil sie es ist, die ihm das Zeichen schenkte? Nicht zuletzt vielleicht auch, weil sie zu jener inneren Größe fähig war, Unrecht wieder gut zu machen? Er betrachtet sie mit anderen Augen als zuvor, nimmt wahr, wie ebenmäßig schön ihre Züge tatsächlich sind, ihrer zarter Teint feinstem Porzellan gleicht, bemerkt, dass sie ihre Haare so viel kürzer sind …
„ Die Laikeda’ya“, flüstert Tyalfen ebenso zurück, was unsinnig ist, weil es keinen Grund zum Flüstern gibt und lässt es sein. „… Smaragdelben werden wir in der Allgemeinsprache genannt und es entspricht unsere Art auf diese Weise im Wandernden Wald in, um, auf und mit unseren Lebensbäumen zu leben. In steinernen Wänden, engen Räu…“
Tyalfen hält lauschend inne und legt seinen Zeigefinger über seine Lippen, Dayan zu bedeuten, keinen Laut von sich zu geben. Er meint aus dem Obergeschoss ein Geräusch gehört zu haben. Da! Schritte sind, wenn auch deutlich gedämpft zu hören. Tyalfen saust herum, greift nach seinem Bogen, zieht einen Pfeil aus seinem Köcher und während er ihn einlegt und die Sehne spannt, schleicht er auf leisen Sohlen ein paar Schritte weiter, bis sich eine Wendeltreppe vor ihm öffnet und legt an, dass der Pfeil fast seine Wange berührt.
Die Schritte kommen näher, klappen nun laut und vernehmlich, das sie auf Holz gehen, die Stufen der Wendeltreppe hinunter. „Ihr habt Euch verspätet!“ Tönt ihnen eine rauchig schnarrende, aber weibliche Stimme unverkennbar tadelnd entgegen. „Der Herr hatte Euch für den gestrigen Tag angekündigt.“ Ein vom Alter gebeugtes Weiblein mit wettergegerbter, runzliger Haut, das schlohweiße Haar zu strengem Dutt gesteckt taucht vor ihnen auf, einen Staubwedel wie einen Zauberstab schwingend und auf Tyalfens Brust pieksend, kaum dass sie vor ihm steht. „Pünktlichkeit ist eine Tugend, junger Mann. Ihr habt einen köstlichen Eintopf kalt werden lassen.“, schilt sie ihn unbeeindruckt weiter, auch wenn der Elb den Bogen bereits längst wieder hat sinken lassen. „Das mir das ja nicht wieder vorkommt.“ Dann wird sie Dayan gewahr und schnauft noch missmutiger. „Und sagt vorher, wenn Ihr jemand mitbringt! Jetzt habe ich nur ein Bett bezogen. Na ja, es ist groß genug für zwei. Oh nein, dass schickt sich nicht, junger Mann!“, widerspricht sie, als käme der ursprüngliche Gedanke nicht von ihr selbst sondern Tyalfen, der gar nicht dazu kommt, etwas zu entgegnen. „Und wenn ich Euch dabei erwische, lege ich Euch übers Knie! Na dann müsst Ihr Euer Bett eben selbst beziehen. Steht da nicht faul herum, ich zeig Euch, wo ihr die Hauswäsche findet. Kein Anstand mehr in dieser Welt! Aber ich erlaube keine Unzucht im Haus des Herren! Tülfa ist Euer Name?“ „Tyalfen“, wendet der Elb schnell ein und schon versucht das Weiblein, ihn richtig auszusprechen und scheitert daran, tyal zu einer einzigen schnellen Silbe zu formen. Wieder schnaubend gibt sie auf und entscheidet. „Tülfa merk ich mir besser. Und die Kleine? Dass das klar ist …“ fährt die Alte wieder mit dem Staubwedel auf Tyalfen einstochernd herum, … sie wird im Kaminzimmer schlafen!“ Wendet sich gutmütig lächelnd Dayan zu: „Nicht wahr Liebes, die Männer haben einfach kein Geschick in diesen Dingen!“ Wendet sich wieder den Korridor zu und faucht garstig über die Schulter. „Hab ich Euch nicht gesagt, Ihr sollt hier nicht faul herumstehen?! Husch, husch, lasst eine alte Frau nicht warten Ich muss auch nach Hause! Kein Anstand mehr in dieser Welt!“ Mit entschuldigendem Schulterzucken zu Dayan, folgt er dem Weiblein wie geheißen.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Dayan

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4

Wednesday, November 27th 2013, 7:16pm

Dayan kann sich mühelos Wörter fremder Sprachen merken. So braucht sie nicht den Namen der Allgemeinsprache, um sich ein Bild von Tyalfens Herkunft zu machen und von ihrer Lebensart. Das Volkenvolk ist alt, doch an Elben grenzt es natürlich nicht. Sie hat nie geglaubt etwas anderes zu sehen als einen Menschen, vielleicht sogar auch etwas anderes als das Land ihrer Ahnen und so lauscht sie ihm ohne ihn zu unterbrechen. Unterbrochen werden sie von allein. Dayans Ohren sind gut, außergewöhnlich gut könnte man meinen. So ist es auch unsinnig ihr zu deuten leise zu sein. Wenn Dayan nicht entdeckt werden möchte, dann wird man es auch nicht können. Dennoch nickt sie und beobachtet mit großen Augen und hämmerndem Herzen wie rasend schnell und auch tödlich aus dem Aniran ein Jäger wird, so dass sich ihr die Nackenhaare stellen.
Und kaum ist Tyalfen mit gespannten Bögen los, da donnert und zetert es auch schon in einer Tonlage, die Erwachsene zu kleinen Hosenscheißer macht. Ohne sich anmerken zu lassen wie amüsant sie es findet betrachtet Dayan die Szenerie. Erst als die Alte meint das Bett wäre groß genug möchte Dayan die Hände abwehrend heben, doch so weit lässt es das Staubwedelschwingweib nicht kommen. Schon fährt sie fort Tyalfen zu Falten bis er fein säuberlich in einen Kinderschuhkarton passen würde. Schlimmer noch sie beschließt der Wandlerin das Kaminzimmer zu geben und Dayan kann sich nur allzugut vorstellen, dass es keine gewöhnliche Kammer sein wird. Wieder will sie widersprechen, aber wie auch Tyalfen bleibt ihr keine Zeit um überhaupt nur einen Versuch zu sparten. Mit verblüfften Blick schaut sie einem entschuldigendem Elben hinterher.

Au, Backe. Was war das denn?

Dayan bleibt noch ein paar Atemzüge stehen ohne Recht zu wissen, was sie tun soll. Dann beschließt sie ihren Beutel, Schal und Co fein säuberlich aufzuhängen und wendet sich den Haken zu, nur um festzustellen, dass sie alle außer Reichweite hängen. Überlegend und abschätzend sieht sie sich um und legt dann ihre Habe ordentlich gefaltet auf einen der Sessel der nahen Sitzgruppe. Ob ich den beiden hätte folgen sollen? Sie tut ihre Überlegung mit einem einseitigen Schulterzucken ab.
Anschließend sammelt sie den Weidenkorb mit dem Einkauf ein, um festzustellen, dass er etwas zu schwer ist um mit der angeschlagenen Schulter bewegt zu werden. Kurzerhand nimmt sie das Brot heraus und wagt sich auf leiser Sohle weiter vor ins Haus um einen Essbereich oder Küche auszumachen. Nur um dann auf dem selben Weg zurück zur Diele zu kehren, das Brot wieder in die Obhut des Weidenkorbs zu legen, so als wäre es nie weg gewesen und sich auf anschließend auf einen der Sessel einzurollen wie eine Katze.

Hier würde sie warten bis Tyalfen wieder kommen würde.

Tülfa... Ich mag sie, die Alte..., schmunzelt sie und schließt für einen Augenblick die Augen.

Tyalfen

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5

Wednesday, November 27th 2013, 11:21pm

Mit Bettzeug und einer Wolldecke über dem Arm und Pfeil und Bogen in der anderen Hand taucht Tyalfen kurz darauf wieder gleichmütig unter allerlei mehr oder weniger wohlmeinenden, niederhagelnden Ratschlägen hinter dem Weiblein aus dem Korridor auf. „Ach seht nur …“ kann die Alte mit einem Mal so mitfühlend klingen, kaum dass sie die Wandlerin zusammengekauert auf einem der beiden Sessel entdeckt. „Liebes du bist ja ganz erschöpft.“ Tyalfen ahnt bereits, dass er das gleiche Mitgefühl nicht zu erwarten hat, als sie sich zu ihm umkehrt und soll dieses Mal mit seiner Einschätzung richtig liegen. „Warum habt ihr…“ „Warum habe ich ihr kein bequemes Ruhemöbel angeboten?“, fällt ihr der Elb geduldig lächelnd ins Wort und bringt sowohl Staubwedel wie ihre schmalen Lippen zum Erstarren, wenigstens für einen kurzen, triumphalen Moment. Schon schallt es wieder wie gewohnt tadelnd: „Ja wenn ihr es doch wisst, warum tut ihr es dann nicht. Kein Anstand in dieser Welt! Also kümmert euch gut um sie. Das mir keine Klagen kommen. Ach ja ich bin Esta und schau hier nach dem Rechten, wenn der Herr nicht da ist.“ Tyalfen vermutet, dass sie seine Anwesenheit nicht davon abhalten würde und nickt doch freundlich. „Und besorgt euch bald gescheites Schuhwerk, sonst frieren euch die Zehen ab. Einen warmen Mantel werdet ihr doch haben?“ „Noch nicht.“, gesteht der Elb freimütig und hätte es besser gelassen. „Ach Tülfa, muss man euch denn alles sagen?! Ich komme besser morgen schon wieder vorbei.“ „Das wird sicher nicht nötig sein.“, versucht Tyalfen wenigstens, sie von ihrem Vorhaben abzubringen. „Papperlapapp, der Herr wird schon gewusst haben, warum ich auf euch achten soll. Alles sagen, muss man ihm.“: schüttelt das Weiblein den Kopf und beugt sich zu Dayan. „Ruh dich schön aus, Liebes, ja? Ich bring dir morgen einen feinen Kuchen mit, selbstgebacken. Der wird dir schmecken.“ Mit diesen letzten Worten drückt sie dem Elben auch noch den Staubwedel in die Hand, nickt Dayan zum Abschied wieder gütig zu und verlässt Arkendirs Haus.
Ratlos schaut Tyalfen vom Staubwedel zu seinen Sandalen und schließlich zur Wandlerin. „Papperlapapp?“, lacht er schließlich und schüttelt den Kopf. „Wer hätte gedacht, dass der Meister hier Drachen hält. Nun denn, Liebes, wenn ich dich also zu behaglicher Ruhestatt geleiten darf.“, schmunzelt er die Wandlerin an.
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Dayan

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6

Thursday, November 28th 2013, 8:34am

Genau eine Augenbraue hebt sich auf ein <Papperlapapp>. Dazu streckt sich die Wandlerin träge. Kein Wort ist ihr entgangen, aber Dayan regt sich eben erst als die Tür ins Schoß fällt. "Kuchen ja? Ob Esta dir ein Stück abgibt?!"

In einer einzigen fließenden Bewegung wie es ein Stubentigerchen tun würde, hüpft Dayan vom Sessel in der Diele und müht sich ein neutrales Gesicht zu machen als sie den Elben betrachtet. Tyalfen sieht allerdings zu dämlich aus, als dass es ihr wirklich gelingen mag. "Nein, T Ü L F A," Dayan betont das Wort haargenau so wie die Alte, "ich habe den Weidenkorb nicht tragen können, aber lass uns Abendbrot richten oder zumindest sowas wie eine Speisekammer suchen und vielleicht kannst du...", sie deutet auf ihre Sachen, "einen Teil dort aufhängen und mir für den Rest sagen, wo ich es ablegen kann. Ich fürchte, wenn das Morgen hier noch liegt, bekommst du Ärger."

Dayan sagte du, und das sicherlich nicht zu Unrecht. Sie wäre es nicht, die das Gezeter der Haushälterin zu hören bekam, dessen ist sie sich absolut sicher. "Gib schon her", fügt sie wie gewohnt leise an und nimmt den ollen Staubwedel aus der Hand. "Das Zepter gehört dir nicht", höhnt Dayan mit einem Kichern und freut sich insgeheim schon auf den nächsten Auftritt des Hausdrachens, wie Tyalfen so treffend festgestellt hat.

Die Wolkenfrau geht lässig am Elben vorbei und ahmt dabei Esta nach und wirkt wie ein kleiner Alterego der rüstigen Alten. "Hab ich Euch nicht gesagt, Ihr sollt hier nicht faul herumstehen?! Husch, husch...", lacht Dayan nach der Maskerade. "Tyalfen, ich würde echt gern wissen, was ihr verbrochen habt, um das zu verdienen... ".

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Aneirin

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7

Thursday, November 28th 2013, 9:16am

<-- Der Pfirsich am Verder Stadttor
Am Abend des ersten Blätterfalls

Die Straßen sind inzwischen leerer geworden und die ersten Straßenlaternen werden ob der einsetzenden Nacht angezündet. Um sicher zu gehen, dass er den Weg zu dem Haus, das Tyalfen ihm zuvor beschrieben hatte, auch findet, war Aneirin fast den ganzen Weg zurück zum Haus der Heilung gegangen und hatte sich von dort aus genau an die Anweisungen des Elben gehalten. Die Straße, in der sich das Gebäude befinden muss, erstreckt sich ruhig vor ihm. Nur ein altes Mütterchen, für ihr Alter aber noch fix zu Fuß unterwegs, geht an ihm vorüber, würdigt ihn allerdings keines Blickes. So geht er langsam die Straße entlang und hält nach besagter Tür Ausschau, die einem laut Tyalfen sofort ins Auge springen würde.
Aneirin zieht seinen Mantel etwas enger. Jetzt, wo die Sonne fort ist, wird es recht schnell kühl. Ein angenehmer Duft von frisch gereinigter Kleidung gepaart mit den süßen Düften aus Miruas Stube kriecht in seine Nase und lässt in innerlich aufseufzen. Der Abschied war kurz gewesen und hatte ein Wiedersehen nicht ausgeschlossen. Dennoch beabsichtigt er nicht in absehbarer Zeit dort wieder einzukehren, denn er fühlt sich nun gesättigt. Vorerst.
Dass er ein wenig zu viel Wein getrunken hat, fühlt er bei jedem Schritt. Er torkelt nicht wie ein Betrunkener, schließlich ist er nicht betrunken, aber die Schritte fühlen sich schwer an. War es anfangs belebend gewesen, fühlt er sich inzwischen schrecklich müde und ausgelaugt. Der letzte Rest seines Ärgers ist inzwischen in der kühlen Abendluft verflogen. Die Fragen in seinem Kopf allerdings sind geblieben.
Er hält inne, als ihm aus dem Augenwinkel eine Tür auffällt, die sich von den anderen deutlich unterscheidet, während das Gebäude den Nachbarhäusern stark ähnelt. Dennoch wäre er beinahe an der Sonne über einem Wald, wie Tyalfen beschrieben hatte, vorbei gelaufen. Wohlmöglich lag es auch daran, dass er mit seinen Gedanken ganz woanders gewesen war. Denn nun, wenn er sie genau betrachtet, ist diese Tür das durchaus auffälligste in dieser Straße.
Aneirin schreitet näher heran und lauscht. Es ist nichts zu hören. Vielleicht sind sie noch unterwegs. Dennoch beschließt er kräftig zu klopfen.
Avatar © 2013 liegt bei der wundervollen Azra

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Tyalfen

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8

Thursday, November 28th 2013, 10:30pm

Nein, dass Esta ihm ein Stück Kuchen zugedenken könnte scheint in etwa so wahrscheinlich, als würden Kobolde plötzlich ihre Liebe zu Elben entdecken und Tyalfen quittiert Dayans spöttische Frage mit einem Blick, der eben dieses sagt - im Leben nicht! Im Stillen fragt er sich jedoch, warum Arkendir Esta aufgetragen hatte, auf ihn zu achten. Er ist doch nun wahrlich kein Jüngling mehr und neigt auch nicht sonderlich zu Leichtsinn oder Übermut. Wie lange würde es benötigen, dass Estas „grobmütterliche Fürsorge“ Tyalfens Geduld überreizte? <’TÜLFA’> Der Elb lacht. Ja auch Estas eigenwilliger Charme würde eine Gewöhnungszeit brauchen, um Wertschätzung erfahren zu können, wenigstens seinerseits.
Versuchte Dayan etwa gerade in des Hausdrachen Fußstapfen zu treten? Argwöhnisch lässt er sich das Zepter aus der Hand nehmen und verfolgt zunehmend belustigt, wie sie sich in Drachenkünsten übt. Den Göttern sei Dank, dass sie viel zu viel Liebreiz besitzt, um Esta in Nichts nachzustehen. „Und mich machtest du glauben, du könntest ein guter Gast sein!“, steigt Tyalfen auf Ihr Schauspiel ein, mimt das genarrte Opfer weiblicher Überlegenheit. Doch als sie fragt, was er verbrochen hatte, um dies zu verdienen, verdrängt bitterer Ernst jeden Anflug von Albernheit. Tyalfen wendet sich abrupt ab. Er kennt die Antwort zu genau, um darüber nachdenken zu müssen. Doch da ist noch etwas anderes, eine andere Möglichkeit, warum sein Schicksal diesen Lauf nahm, eine Hoffnung, um die er die Götter so oft angefleht hatte, ein Zeichen. Und nachdem er Bogen und Köcher an einen der Garderobenhaken hängt, nimmt er den Weidenkorb an sich und sagt stattdessen: „Wir sollten zuerst das Haus inspizieren, bevor wir uns einrichten.“
Genau in diesem Augenblick klopft es an der Tür. Tyalfen hofft, dass es nicht Esta ist, die etwas vergessen haben könnte, stellt den Korb auf den Sessel, legt das Bettzeug auf das Tischlein und wappnet sich innerlich gegen neuerliche Widerspenstigkeit, bevor er die Tür öffnet. Denn Mächten sei Dank, ist es Aneirin und deutliche Erleichterung zeigt sich auf des Elben Zügen. „Wie gut Euch zu sehen. Ihr kommt genau zur rechten Zeit. Wir wollten uns hier gerade umsehen. Kommt!“
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Dayan

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9

Friday, November 29th 2013, 8:47am

Der Schalk ist von einem Augenblick zum Nächsten dahin. Dayan ist klar, dass sie aus Unwissenheit genau ins Schwarze getroffen hat und reut sehr so unbedarfte gewesen zu sein. Tyalfens Dasein muss eine Art Strafe sein. Was sollte jemand auch aus seiner Heimat treiben, wenn nicht ein triftiger Grund oder eben ein Aufarbeiten gemachter Fehler. Schwermütig lässt sie die Luft aus den Lungen weichen. Ihr ging es nicht anders. In ihr ruht nur ein Teil des Wolkenvolkerbens. Der Teil, der die großen Höhen des einsamen Volkes aushält, gab es nicht und so musste Dayan ihre Familie, von der sie wusste, dass es nur Verwandte waren verlassen.
Tyalfen reißt sie aus ihren Gedanken bevor der Trübsinn die Oberhand gewinnen kann. Sie nickt und schaut mit dem Klopfen an die Tür. Es ist Aneirin und sie freut sich, ihn zu sehen bis er zwei drei Schritte in die Tür macht, denn sie zog ihm einfach hinein. Dann schnuppert sie und zischt etwas unverständliches in ihrer Heimatsprache.Etwas sehr Unschönes, das Dayan nicht gedenkt zu übersetzen und das Esta in helle Aufruhr gebracht hätte.

Just ist sie am Elben vorbei, greift vom Tischchen das Oberste und stürmt geradezu leichtfüßig die Treppe hinauf. Dayan nimmt die erste Tür und kaum später rappelt die Tür ins Schloss.

Erst dann schaut sie sich wieder um. Was war das denn?
Dayan ist doch sonst nicht so. Sie sinnt nach während sich die Wandlerin umschaut. Das also ist eines der Zimmer wie sie feststellt. Auch hier sind diese wundervollen Schitzwände, so dass man Silhouetten im Flur ausmachen könnte. Es ist kreisrund und würde man meinen die spärliche Einrichtung würde Prunk und Reichtum schmähen, so ist dieser Eindruck völlig fehl, denn das Zimmer strahlt in Farbe, Form und Vollendung geradezu bestechenden Reichtum aus. Keiner in Münzen gewertet, obwohl alles ausgewählte Qualität und Geschmack aufweist. Sie legt das Bettzeug auf das Bett und nimmt sich das weiche Kissen vor um es in eine frische Hülle zu stecken. Dayan ist sich sicher noch niemals in einem so weichen Bett genächtigt zu haben und dies war mit großer Sicherheit nicht das von Esta bestimmte Kaminzimmer. Ehrfürchtig gleiten ihre Finger hauchzart über den weichen Stoff der Tagesdecke. Sie war so kunstvoll bestickt wie die Wände geschnitzt waren, so dass man gern glauben mag, dass die Ranken den Frieden und die Ruhe eingeflochten haben, mit Magie bedeckt dem Ruhenden Kraft zu spenden.
So, schön und spannend es auch sein möchte über die Kunstfertigkeit des Schneiders zu sinnen, blieb doch der Gedanke, was sie geritten hatte, reiß aus zu nehmen, nur weil Aneirin den lieblichen Duft einer, nein nicht einer, sondern der Frau an sich hatte. Der Rotschopf! Na und? Warum sollte er das nicht tun? Warum ärgerte sie das? Warum ließ es sie der Art reagieren?

Dayan rutscht am Bett hinunter auf den Boden und die Frage nach dem Warum lässt sie nicht los. So war sie nicht... Nie gewesen! Warum jetzt?

Aneirin

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10

Friday, November 29th 2013, 3:02pm

Ein klein wenig ungeduldig verlagert Aneirin das Gewicht von einem Bein auf das andere und wieder zurück. Nur einen Augenblick später vernimmt er Schritte und die Tür öffnet sich. Tyalfen blickt ihn an und wirkt aus irgendeinem Grund sichtlich erleichtert.
<„Wie gut Euch zu sehen. Ihr kommt genau zur rechten Zeit. Wir wollten uns hier gerade umsehen. Kommt!“>, begrüßt er den Barden lächelnd und Aneirin fragt sich, was wohl zuvor geschehen war, dass er diese Begrüßung verdiente.
Gerade erst bringt er ein „Danke sehr“ über die Lippen als sich Dayan an Tyalfen vorbeischiebt und seine Hand ergreift. Scheinbar freut sie sich ihn zu sehen und er muss gestehen, dass er sich auch freut und vor allem froh ist, dass sie überhaupt da ist. Mit diesem heiteren Lächeln auf dem Gesicht zaubert sie auch eines in seins, wenn dieses auch etwas müde wirkt.
Sie zerrt an seinem Arm und so macht er zumindest zwei, drei Schritte hinein, so dass Tyalfen die Tür hinter ihm wieder schließen kann. Erstaunt ob der ungewöhnlichen Architektur blickt der junge Mann sich um. Von außen war diese Fremdartigkeit nicht ansatzweise zu erahnen. Und obwohl der Stil für ihn gewöhnungsbedürftig ist, wirkt es wunderschön.
„Wie… ungewöhnlich… aber sehr hübsch“, spricht er an den Elben gewandt und beginnt nebenbei seinen Mantel zu öffnen, da Dayan seine Hand inzwischen losgelassen hat.
Plötzlich unterbricht ihn ein Zischen Dayans. Er blickt zu der Wandlerin, deren Lächeln verschwunden ist und die ihn nun scheinbar wütend ansieht. Und selbst dieser Blick ist nur sehr kurz, denn fast augenblicklich huscht sie davon, greift etwas von einem Tisch, nur um dann an ihnen vorbei eine Treppe hinauf zu stürmen. Leise hört man noch eine Tür ins Schloss fallen.
Einen Moment steht Aneirin erstaunt da und blickt auf die letzten sichtbaren Stufen, in der Hoffnung er hätte sich bei Dayans Blick geirrt und sie würde jeden Moment wieder herunter kommen. Als ihm klar wird, dass sie nicht wieder herunter kommt, seufzt er leise und legt seinen Rucksack und die Laute ab. Obwohl etwas in ihm sagt, dass er nach ihr sehen sollte, beschließt er genau dies nicht zu tun. Zumindest nicht sofort.
Sein Blick gleitet flüchtig zu Tyalfen hinüber. „Ich bin Euch sehr dankbar für diese Einladung. Ich werde Euch auch nicht länger als nötig behelligen.“ Er entledigt sich seines Mantels, den er an der Garderobe im Eingangsbereich aufhängt, greift anschließend wieder nach seinem Rucksack samt Instrument und macht ein paar Schritte weiter in das Haus hinein, wobei er sich weiterhin umblickt.
„Das ist ja riesig“, kommt es ihm beim Studieren der geschwungenen Wände und der Vorstellung über Größe und Anzahl der Räumlichkeiten über die Lippen.
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Tyalfen

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11

Friday, November 29th 2013, 5:05pm

Tyalfen ist gespannt, wie Aneirin auf die Innenarchitektur dieses Hauses reagiert, ob sie in ihm dieselbe Faszination entfachen mochte, wie zuvor bei der Wandlerin und ihm selbst. Doch zunächst fordert die Wiedersehensfreude beider Menschen Augenblicke ein, nein nur ein Augenblick. Dayans Stimmung schlägt so rasch um, wie die seine zuvor als sie scherzten. Nur warum? Blumig-schwere Düfte und der Geruch von Wein umgeben den jungen Mann und erinnern Tyalfen an etwas, an Ysa um genau zu sein. Ist das der Grund für Dayans zwar unverständliche, dem Klang nach jedoch unverkennbar missbilligende Worte? Die Wandlerin flüchtet mit seinem Bettzeug nach oben, ohne sich zu erklären. Nun wenigstens wirkt Aneirin ebenso irritiert. Doch im nächsten Moment ergibt er sich mit einem Seufzer der Situation, fast so, als wisse er um den Grund. Auch er gibt keine Erklärung ab, was zwischen ihnen vorgefallen war, muss es auch nicht, denn obwohl sich Tyalfen sehr für das Verhalten der Menschen interessiert, geht es ihn doch nichts an. Erschöpft wirkt der junge Mann und ganz so, als könne er ein klein wenig Aufmunterung gut vertragen. „Bleib, solang du magst, mein Freund.“, wählt Tyalfen das verbindliche Du und legt Aneirin freundschaftlich die Rechte auf die Schulter. „Es ist Platz genug. Die Schlafzimmer werden oben sein. Dort können wir unser Gepäck verstauen.“ Als er sein Eigenes aufhebt, fällt sein Blick auf Dayans Beutel – ein guter Grund, ihr nachzugehen. So drückt er diesen Aneirin in die Hand. „Er gehört ihr.“ Und mit einem aufmunternden Nicken zur Wendeltreppe sucht er den jungen Mann zu ermutigen, sich dem ohnehin Unausweichlichen zu stellen. Unangenehme Dinge aufzuschieben war selten sinnvoll, wenigstens nach Tyalfens Erfahrung, die in den Menschenlanden allerdings erst überprüft werden wollen.
Wenn Du glaubst, dass Frauen das schwache Geschlecht sind, versuch mal nachts Deinen Teil der Decke wieder zu bekommen.

Aneirin

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12

Friday, November 29th 2013, 6:07pm

<„Bleib, solang du magst, mein Freund.“> Aneirin ist um Tyalfens überaus freundliche Worte und dessen Geste sehr erleichtert und nickt ihm lächelnd zu. „Vielen Dank, das weiß ich sehr zu schätzen.“ Der Elb erklärt ihm, dass sie ihr Gepäck in den oberen Schlafzimmern unterbringen können. Gerade, als er sich der Treppe zuwenden will, drückt Tyalfen ihm Dayans Beutel, mit einem feststellenden <„Er gehört ihr.“> in die Hand. Aneirin blickt ihn an, woraufhin er zur Treppe nickt. Doch Aneirin zögert.
„Ich bin mir nicht sicher, ob das eine so gute Idee ist…“, antwortet er stattdessen und blickt auf den Beutel. Vielleicht war es besser zu warten, bis sich Dayans Launen gelegt hatten. Schließlich hatte er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Und warum fühlst du dich dann trotzdem ein wenig schuldig? Es fällt ihm schwer, denn wenn er ganz ehrlich mit sich selbst ist, möchte er schon zu ihr gehen und… ja, und was?
Er hält Tyalfen den Beutel entgegen. „Vielleicht wäre es besser, wenn Ihr… wenn du ihn ihr bringst.“ Entgegen dessen, was er sich schon am Nachmittag vorgenommen hatte, scheute er jetzt ein Gespräch mit der Wandlerin. Der Ausgang dessen war ihm zu ungewiss. Also tat er, was er in unliebsamen Situationen am besten konnte: er lief weg und schob das Unvermeidliche hinaus. Nun ja, weglaufen kann, besser gesagt will er an diesem Abend nicht mehr. Aber zumindest boten sich hier einige Möglichkeiten das „Problem“ zu umgehen. Das musste fürs Erste genügen.
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Dayan

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13

Friday, November 29th 2013, 8:45pm

Es vergehen ein paar Herzschläge ohne jede Bedeutung bis Dayan sich aufrappelt. Sie wollte doch ein anständiger Gast sein. Die Szene von eben gehört sicher nicht in eine geeignete Schublade. So richtet sie irgendwie das Bett und kann auch nicht mehr sagen wie sie das mit ihrer Schulter hinbekommen hat, aber das Ergebnis passt erstaunlich gut. Dann verlässt sie auf Samtpfötchen die Kammer und schleicht zur Treppe. Die Räumlichkeiten lassen ein Durchschleichen bis zur Tür nicht zu. Ein Glück, denn kurz streift sie der Gedanke einfach alle Probleme hinter sich zu lassen und sich davon zu machen. So ist sie bisher immer ganz gut durchgekommen.

Bisher... Gerade reicht der Barde dem Elben ihr Bündel. Ja und ob das eine schlechte Idee ist, obwohl sie sich eingestehen muss, dass er noch 100 mal nach Dem Rotschopf riechen durfte, aber wann war ihm entgangen, dass sie mit all dem nichts zu tun haben wollte. Ihr Herz krampft sich zusammen und sie weiß nicht mal Recht warum. Vielleicht weil es Aneirin nichts bedeutet, er sich nahm was er wollte und vielleicht war es nicht sie. Dayan hätte nicht sagen können wie sie im Augenblick empfindet, aber sie wollte es nicht ein einziges Mal zeigen. Eben das war ein Ausrutscher erster Sahne. Es würde nicht wieder geschehen, ganz sicher.

Also geht sie wortlos auf den Barden zu, nimmt ihn Dank der Treppenstufen mühelos ihre Sachen ab und legt sie ganz genau so wie sie zuvor auf dem Sessel lagen wieder auf eben diesen zurück. "Wir sollten zuerst das Haus inspizieren, bevor wir uns einrichten", sagt sie genau wie Tyalfen es zuvor tat und spult die Szene wie sie hätte sein sollen ab, denn <ich kann ein guter Gast sein> steht auf der Theaterbühne und es sollte kein Drama in sieben Akten sein. Um genau genommen, sollte es erst gar kein Drama geben. Entschuldigend schaut sie dabei Tyalfen an. "Wir waren bei den Laikeda’ya, bevor der Hausdrache auftauchte." Dayan lässt offen wen sie diesem Titel zugedachte. Weiß aber, dass der Barde noch nicht Esta begegnet ist, aber der Seitenhieb gilt jedem der sich angesprochen fühlt, so beschließt Dayan es einfach.

Tyalfen

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14

Saturday, November 30th 2013, 3:40am

Tyalfen zögert, Aneirin Dayans Beutel wieder abzunehmen, nicht nur weil der leise Klang ihrer Schritte der Wandlerin voraus eilen. Es ergibt keinen Sinn, dass Dayan ihm zürnte. Außer dass Aneirin nach Blumen und Wein roch, ist er derselbe, von dem sie sich verabschiedet hatten, gab es dazwischen keinen Augenblick, der sie hätte entzweien können. Er hatte sich weder verspätet noch war er betrunken. Nur von den Pfirsichen, die Dayan leichte Mädchen nannte, weiß der Elb inzwischen, dass sie sie verabscheute. Nun Aneirin hatte keines mitgebracht, dass es sie beschämen könnte. Also konnte sie nicht anderes verärgern, als die Tatsache, dass ER dort gewesen war? Warum? Ein Abbild erst kürzlich Vergangenem, eine flüchtige Erinnerung, der er bislang eine andere Bedeutung beigemessen hatte, zieht durch seinen Geist – Dayan, die sich an Aneirins Seite schmiegt.
Tyalfens Blick lässt von Aneirin ab, folgt der Wandlerin, die ihren Beutel aus des jungen Mann Händen genommen hatte und diesen wieder auf den Sessel legt. Wusste er davon? Ging es ihm ebenso?
„Die Laikeda’ya“, wiederholt er zögerlich und mit prüfendem Blick auf Aneirin, der Wandlerin Worte und tut etwas, dass er unter anderen Umständen niemals gewagt hätte – er löst die Schranken, die die Empathie verbargen. Sie fallen wie sein Gepäck zu Boden.
„So nennt sich das Volk, dem ich entstamme, in anderen Ländern vielleicht als Smaragdelben bekannt“ Sonderlich leicht wollen Tyalfen die Worte nicht von den Lippen rinnen. Es fühlt sich so irrsinnig an, dort ansetzen zu wollen, wo Estas Auftauchen sie unterbrochen hatte und eine Situation zu überspielen, die viel präsenter zwischen ihnen lodert, als es das Interesse an seinem Volk oder diesem Haus es jemals könnte. Doch im Augenblick ist es wohl das Beste, Dayans Wunsch zu folgen und genau hinzuhören, was die beiden Menschen so schwer bewegte. „Das Innere dieses Hauses ahmt unsere Wohnstätten nach, denn wir leben nicht in steinernen Bauten, sondern hoch oben in heiligen, beseelten Bäumen, die wir Aêlinorsarna, Lebensbäume nennen. Korridore wie dieser winden sich um ihre Stämme.“ Mit diesen Worten wendet sich Tyalfen dem Korridor zu, lädt sie ein, ihm zu folgen und entzündet die erste Laterne, über einen kleinen Hebelmechanismus an der Unterseite des blumenkelchförmigen Lampenglases, der über ein Zugband im Inneren mit einem kleinen Schwungrad verbunden ist, auf dem ein kleiner Feuerstein sitzt und einmal ausgelöst, oft genug gegen die Fassung des ölgetränkten Dochtes schlägt, dass Funken ihn entzünden. „Doch meine Worte können kaum genügen, die Schönheit unserer Städte zu beschreiben. Die Wände hier werden niemals blühen, nie duften, nie von Schmetterlingen oder Vögeln umschwirrt werden, gleichwohl sie sich bemühen, diesen Eindruck zu erwecken.“ Tyalfen hat die nächste Steinsäule mit einer Laterne erreicht, die er ebenfalls entzündet und deren Licht nun den Wohnbereich erhellt zu dem sich der Korridor öffnet, denn inzwischen verblasst das Tageslicht, dass sonst durch die Fenster des Hauses bis in dessen Herz strahlt. „Räume wie dieser finden sich in jeder Wohnstatt und nicht nur dort sondern in jeder Häuslichkeit, sei es Werkstatt oder Studienort. Es entspricht unserer Wertvorstellung guten Gesprächen Raum und Zeit einzuräumen. Doch auch so mancher Gedanke wird gern an Orten wie diesen weitergesponnen.“ Tyalfen wendet sich jedoch vom Wohnbereich ab und führt sie ihn den Korridor, den ihm Esta zuvor schon gezeigt hatte und verweist auf den ersten, kreisrunden Raum mit deckenhohen Schränken. „Hier wird die Hauswäsche verwahrt, ob Bettzeug, Wolldecke oder Handtuch. Es ist für alles gesorgt. Um die anderen Räumlichkeiten weiß ich noch nichts. Schauen wir uns also an, was uns noch erwartet.“
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Aneirin

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15

Saturday, November 30th 2013, 12:50pm

Dass Dayan die Stufen wieder herunter kommt, hört nicht. Und hätte er nicht im letzten Moment aus den Augenwinkeln ihre Bewegung wahrgenommen, hätte er sich sicherlich erschreckt, als sie ihm plötzlich ihren Beutel aus seinen Händen nimmt. Keines Wortes, nicht mal eines Blickes würdigt sie ihn. Er hingegen blickt ihr nach, beobachtet sie genau, während sie ihr Hab und Gut auf den Sessel legt und anschließend wieder zurückkommt und vorschlägt sich im Haus umzusehen. Doch noch immer versagt sie ihm einen Blick und die Worte die sie spricht, sind nicht an ihn gewandt, zumindest nicht direkt.
<"Wir waren bei den Laikeda’ya, bevor der Hausdrache auftauchte."> Aneirins Gesicht ziert ein großes Fragezeichen ob ihrer Worte. Er fragt sich, ob sie ihn meinte, ob er sich in irgendeiner Weise angegriffen fühlen sollte. Doch eine weitere Erklärung bleibt aus. Nach einem zögerlichen Moment ergreift Tyalfen das Wort und beginnt von den Smaragdelben, seinem Volk zu erzählen. Der junge Mann beobachtet die Wandlerin weiterhin, so als wolle er sie dazu bewegen, ihn anzuschauen. Es tat weh von ihr ignoriert zu werden.
Aneirin ist wirklich gewillt Tyalfens Ausführungen zu folgen, unter anderem Umständen wäre es ihm sicherlich auch leicht gefallen. So lässt er den Elben erzählen, versucht so viel wie möglich mitzubekommen und hofft gleichzeitig, dass Tyalfen es nicht als Desinteresse und Geringschätzung wertet, dass er keine Fragen stellt, sondern einfach nur zuhört. Denn sowohl diese umwerfenden Räumlichkeiten als auch des Elben Erläuterungen verdienen eine Würdigung.
Dennoch kann er ihnen nicht mit voller Aufmerksamkeit folgen. Immer wieder wandert sein Blick zu Dayan, mustert sie, beobachtet sie. Hofft auf irgendein Zeichen. Welches genau, weiß er selbst nicht. Er betrachtet ihr hübsches Haar, von dem er einen Augenblick lang den Eindruck hat, als wäre es etwas länger als zuvor am Mittag. Der Gedanke wird aber schnell verdrängt als sein Blick über ihre sanften Züge gleitet und an ihren zarten Lippen hängen bleibt.
Das Gefühl und das Bild von ihren Lippen auf den seinen kommt ihm wieder in den Sinn. Dem folgt ein Anflug von Bedauern, aber auch ein wenig Ärger bei der Frage nach dem Warum. Aneirin wendet den Blick wieder an, die Lippen unwillkürlich aufeinander gepresst. Später würde er sie danach fragen. Vielleicht…
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