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Sigourny

Stadtbewohner

  • "Sigourny" started this thread

Posts: 106

Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

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Thursday, June 28th 2012, 11:26am

Der Pfirsich am Verder Stadttor

Das Gebäude
Linkerhand, gleich hinter dem Verder Tor mit seinem mächtigen Vorwerk und Torhäusern, liegt dicht an die starken, grauen Stadtmauern geschmiegt, der "Pfirsich", das drittgrößte Gasthaus - und meist besuchte Bordell - der Stadt. Der alte Gasthof ist ein gedrungenes, zweistöckiges Gebäude mit zwei hervorspringenden Erkern an der Frontseite und einem hohen Dach mit zahlreichen kleinen Gaubenfenstern. Sein Fundament ist ganz aus hellgrauem Flussstein erbaut, über den Fenstern des Erdgeschosses ist er jedoch mit dunkelgrün lasiertem Holz verkleidet und sein Dach ist aus silbrig-grauem Reet. Über der bogenförmigen Eingangstür, zu der drei breite Stufen hinaufführen, hängt ein Holzschild, auf das ein Pfirsich gemalt ist, von dem jemand ordentlich abgebissen hat. Direkt neben dem Pfirsich ist eine Wagnerei mit einem langen Mietsstall und Remisen für Kutschen und Karossen, wo Gäste die länger zu bleiben wünschen, ihre Tiere gegen ein geringes Entgelt unterstellen oder sich - sofern es ihre Geldkatze erlaubt -, auch Fuhrwerke samt Pferden und Kutscher mieten können.

Der Schankraum:
Im Inneren des Pfirsichs ist die große Gaststube, die die gesamte Breite des Hauses und fast das ganze vordere Erdgeschoss einnimmt. Gegenüber der Eingangstür ist ein langer, holzgeschnitzter Tresen. Vor der Schanktheke, im vorderen Bereich der Gaststube stehen Tische mit Bänken und Stühlen aus glattem, rötlich dunklem Holz, das an Lehnen und Beinen mit allerlei Schnitzereien anzüglicher Posen, nackter Frauen, Maskentänzern oder anderen unzweideutigen Gestalten verziert ist. Im hinteren Teil des Schankraums und zwischen dem mächtigen Stützgebälk der Wände sind kleine Nischen eingerichtet, die mit schweren Samtvorhängen abgetrennt werden können. In jeder Nische finden sich bequeme Sessel oder Liegen und kostbarere Tische aus Zedern oder Ebenholz, bedeckt mit samtenen Kissen und weichstem Pelz. Vor jeder dieser Nischen steht ein kleiner Hocker, auf dem ein Schankjunge oder -mädchen darauf wartet, den Herrschaften im Inneren die Wünsche zu erfüllen – allerdings nur und ausschließlich die Wünsche kulinarischer Art – sowie ihnen beim Essen aufzuwarten, Schüsseln mit warmem Wasser zum Waschen der Hände zu reichen oder ihnen den ein oder anderen Pfirsich zur Auswahl zu rufen. Vom Schankraum aus führt ein halbhoch mit Holz getäfelter und ansonsten weiß verputzter Gang in den hinteren Bereich des Pfirsichs, wo neben dem Grauen Kabinett auch der Arbeitsraum der Pfirsichwirtin und kleinere Wirtschaftskammern liegen. Linkerhand findet sich das Graue Kabinett, rechter Hand Sigourny Al'Meres Kontor. Am Ende des Ganges führt eine Treppe in die Obergeschosse zu den diversen Gemächern.

Das Graue Kabinett:
Hinter der Schankstube, gegenüber von Sigournys Kontor, liegt ein Raum, den die Pfirsiche und ihre Gäste gemeinhin nur das "Graue Kabinett" nennen, wohl wegen den aromatischen Rauchschwaden, die hier in allen Grau-, Anthrazit- und Blautönen durch die Luft ziehen. Weiche Diwane und gepolsterte Liegen laden zum Verweilen ein, derweil bronzene Kohlebecken in Form von Schwänen in den kalten Monden Wärme spenden. Durchbrochene Laternen aus Bronzedraht und blinkendem Messing baumeln von den wuchtigen Deckenbalken und verbreiten angenehmes Licht, denn durch die kleinen, bleigefassten Fenster dringt nur wenig Helle herein. Bauchige Wasserpfeifen und kunstvoll verzierte Shishas stehen hier für die Rauchgenüsse der endlosen azurianischen Wüsten bereit, ebenso wie die langstieligen Tschibuks der Ostlande mit Rohren aus Jasmin und Mundstücken aus Bernstein oder Meerschaumpfeifen in jeder Form und Größe. Kostbare Tabake für jedweden Rauchgenuss und auch weitaus stärkere Rauschmittel können gegen genug Silber im Pfirsich erworben werden.

Das Kontor:
Gegenüber des Grauen Kabinetts liegt das Kontor der Hausherrin, ein kleiner, gemütlich, aber praktisch eingerichteter Raum, in welchem die Bücher geführt und die Geldgeschäfte erledigt werden. Der Raum ist jedoch, wenn sich niemand darin befindet, stets gut verschlossen, besitzt aber ein kleines Fenster zur Hinterseite des Pfirsichs hinaus. Zum Schutz gegen Einbrecher und allzu neugierige Naseweise ist es mit schweren, schmiedeeisernen Gittern versehen. Ein Schreibtisch mit verschließbaren Laden, ein Kassettenschrank und ein halbhohes Regal in dem mehrere ledergebundene Mappen die Bücher des Pfirsichs enthalten, sowie einige Pergamentrollen stellen die einzige Einrichtung des Kontors dar.

Die Küche:

Die Küche des Pfirsichs ist vom Schankraum aus durch eine Tür hinter der Theke zu erreichen. Sie ist ein gewaltiger Raum, in dem zwei noch gewaltigere Herde (mit Wasserschiffen) und eine Feuerstelle, die ausreichen würde ein ausgewachsenes Wildschwein darüber zu rösten, für genügend Wärme sorgen, um das ganze Haus eingeschlossen allen Warmwassers damit zu heizen. Die Pfirsichküche hat sich innerhalb kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf in Talyra (zumindest bei den Männern Talyras) erkocht (was vor allem am Geschick der Köchin liegt, auch wenn sie nach eigener Aussage, nicht an die der Harfe heranreicht) und ist außerordentlich gut ausgestattet. Nicht nur, dass sie über zahlreiche Vorratskammern verfügt, nein, sie nennt auch einen Eiskeller ihr Eigen - und einen Spülstein mit moderner Wasserpumpe, in dem man einen Ochsen am Stück abschrubben könnte. Die Wände blinken vor Kupfergeschirr, in allen Töpfen und Kesseln brodelt und brutzelt es, Zwiebelzöpfe und Kräutergebinde baumeln von den Deckenbalken und an wuchtigen Tischen und Anrichten entlang der Wände reihen sich Arbeitsflächen an Teigbretter, werden Speisen angerichtet, wird gebacken und geschnitten, gerührt und bemehlt, was das Zeug hält. Neben der Köchin Annest tummeln sich hier in den Hochzeiten auch noch ein gutes Dutzend Spüljungen und Küchenmägde, doch nur die Köchin besitzt die Schlüssel für die Gewürzschränke oder die Schränke mit den erlesenen Kostbarkeiten. Im Pfirsich werden nicht nur allerlei feine Gerichte, sondern auch wirkliche Raritäten oder ausgefallenste kulinarische Wünsche erfüllt, die an Dekadenz höchstens noch von azurianischen Freudenhäusern überboten werden können. Von der Küche aus führt eine Tür in den Hinterhof des Pfirsich, wo Fleisch, Eier und Gemüse oder sonstige Vorräte angeliefert werden und den er sich mit dem Mietstall teilt. Außerdem führt von der hinteren östlichen Ecke der Küche eine schmale, Holz überdachte Aussentreppe direkt ins Dachgeschoss, wo die Gesindekammern, die Privatgemächer der Pfirsiche sowie die Räume Sigourny Al'Meres selbst liegen.

Außerdem liegen im Erdgeschoss auch noch die Wäschekammern und der Waschraum im Anschluss an die Küche, sowie der Eingang zum alte Keller, der seit Nebelfrost 518 von Iza'k'Dar, den Haus- und Hofpfuscher des Pfirsichs bewohnt wird.

Der erste Stock:

Neben einem guten Dutzend einfacher, aber sauberer und verhältnismäßig gut eingerichteter Gemächer mittlerer Größe für zahlende Gäste, die einfach eine Bleibe im Pfirsich mit oder ohne körperlicher Kurzweil suchen, liegen hier auch die verruchten Edelgemächer der kostbarsten Pfirsiche, die Lady Al'Mere zu bieten hat. Die Edelgemächer der Huren liegen alle vier auf der Südseite des Pfirsichs, zur Straße hin, die Gästezimmer gehen nach Norden.

Das Serail
Dieser Raum ist eingerichtet, als wäre er einem Wüstenmärchen entsprungen. Der süße, schwere Duft fremdländischer Blumen erfüllt das ganze Gemach, alle Wände sind mit kostbaren Teppichen oder zarten Schleiern verhangen und ein riesiger Diwan unter weinrotem Gaze, auf dem sich die Seidenkissen in allen Farben der Sagora und Sacaleynda türmen, bildet das Herz des Zimmers. Filigrane Tischchen aus Bronze mit elfenbeinernen Füßen oder duftendem Rosenholz tragen Fruchtschalen aus Palmenbast und Amphoren aus dunklem Porphyr, Kelche und Trinkschalen aus zart gehämmertem Silber besetzt mit Türkisen für Hamadat oder Palmenwein und Duftlampen in Form sich windender Schlangen aus Obsidian oder glänzenden Metallen. Das Serail ist das Reich Aniandras, genannt Nia, dunkel wie die Nacht und heiß wie Feuer. Aniandra ist eine glutäugige, Azurianerin, schlank, langbeinig und geschmeidig wie eine Gazelle. Ihre pechschwarzen Haare reichen ihr bis zum Gesäß und sind meist zu unzähligen dünnen Zöpfen geflochten.

Die Kemenate
Dieser Raum ist eingerichtet wie das Gemach einer adligen Herzländerin, besteht jedoch im Wesentlichen aus einem gewaltigen Himmelbett mit gedrehten Pfosten, kunstvoll geschnitzt in Gestalt vierer Damarias-Abbilder, zu deren Füßen sich Schattenkatzen aus Achat winden. Mitternachtsblaue Sammitvorhänge,bestickt mit tausenden funkelnder Sterne aus Goldgarn, können das ausladende Bett in einen Raum im Raum verwandeln und vermitteln einem beinahe das Gefühl, unter freiem Himmel zu liegen. In glasierte Tonschalen in dunklem Blau wachsen Zitronen- und Orangenbäumchen und verbreiten ihren zarten Duft, es riecht nach Lavendel aus Sûrmera, süßen Briocellen, Rosen aus Draingarad und Mandelblüten aus Ildala. Die Möbel sind aus Zedern- und Lledonerholz im Stil der alten Herzlande mit geraden Linien und geschmackvollen, niemals überladenen Schnitzereien oder Einlegearbeiten aus Perlmutt und Schildpatt. Kobolde, Feen und allerlei andere Wesen zieren Tischfüße, Stuhlbeine und Truhendeckel, Kissen und Teppiche sind aus feinster Schafwolle oder kostbarem, seidenweichen Ziegenhaar. Irdene Schalen feinsten Steinguts und Kelche aus Terebinthenholz stehen hier für die Köstlichkeiten der Herzlande bereit - und das sind nicht wenige. Hier herrscht Ide, die rothaarige Ildorerin, stets edel gekleidet, wohlgerundet und berühmt für ihre zarte, opalschimmernde Magnolienhaut sowie für ihr unvergleichliches Haar.

Das Wintergemach:
Das Gegenstück des Serails ist der nächstgelegene Raum. Im Wintergemach sind die Wände mit dunklem Holz getäfelt, auf dem sich verschlungene Drachen in Rot und Gold Kämpfe mit furchtlosen Kriegern liefern, wo Wolfsmeuten gewaltige Hirsche hetzen und wilde Pferde mit noch wilderen Reitern dahin stürmen.Die Armlehnstühle sind wuchtig und mit Leder bezogen, die Truhen aus Schwarzkiefern und Rotzedern sind mit Bronze und Eisen beschlagen, und die Tischbeine haben die Form gewaltiger Bärenpranken. Die Lampen hier sind aus dem Elfenbein von Walrosszähnen, Schalen und Kelche darauf aber aus kostbarem Bernstein oder glänzend poliertem Horn. Das Bett ist breit, die Laken sind aus feinem Kammgarn, die Decken aus weichsten Pelzen von Zobel, Haithwolf und Schneeluchs, und auf dem Boden vor dem offenen Kamin, der in kalten Winternächten anheimelnde Wärme verströmt, liegt ein gewaltiges Branbärenfell. Die schöne Tashjana aus Ardun ist jedoch die größte Kostbarkeit dieses nordischen Gemachs. Blond wie der Sommer, mit rauchgrünen Augen und unzähligen Sommersprossen auf ihrer zarten, schneeweißen Haut sieht sie so verrucht aus wie eine Elbin, die unter die Schleiertänzerinnen gegangen ist und lässt sich ihre Mühen fürstlich entlohnen.

Inaris Bad
Der Mittelpunkt dieses größten der vier Edelgemächer ist ein gewaltiges, ovales Becken, schneeweiß wie Alabaster, das frei im Raum auf vier pechschwarzen Füßen in Form von Elefanten steht. Diese Wanne besitzt weder einen Ablauf, noch irgendwelche Wasserhähne, und doch ist sie wundersamer weise auf den Wunsch zahlender Kunden hin wie durch Zauberhand jederzeit mit ausreichend warmem oder gar heißem Wasser gefüllt… in den heißen Sommermonden natürlich auch mit erfrischend kühlem… das sich fortwährend in lustig blubbernden Luftbläschen kräuselt und nicht einen Herzschlag still zu stehen scheint. Ein Kobold und Wassermagier zeichnet sich verantwortlich für das Bad samt den sprudelnden Wassern darin und das ist auch der einzige Daseinszweck, den er im Pfirsich erfüllt. Ringsum das steinerne Becken sind entlang der Wände, die mit irisierend schimmernden, blaugrünen Kacheln geschmückt sind, vier kleine Gemächer angeordnet, in denen sich zahlende Gäste anregenden und wohligen Massagen, Knetkuren (oder noch ganz anderen Dingen) hingeben können. Der Boden besteht aus einem edlen Mosaik wie man sie aus den Wassergärten der Südlande kennt, das die schimmernden Leiber kaum bekleideter Wasserfeen zeigt, die sich innig umschlingen. Hier herrscht die schwarzhäutige Amitaba, eine ehemalige Sklavin, die auf langen, abenteuerlichen Wegen dereinst nach Talyra kam. Ihr Haar ist kraus und kurzgeschoren, doch ihre Beine sind lang, ihre Brüste voll und ihr Körper geschmeidig wie der einer Savannenkatze. Sie ist wohl geschult in den verruchtesten Künsten Inaris und ihr Preis ein kleines Vermögen. Will ein reicher oder adliger Gast den gesamten Raum für sich oder seine Gesellschaft allein haben und mehrere Pfirsiche auf einmal beschäftigen, ist dieses Vergnügen verständlicherweise noch sehr viel mehr Wert.

Der zweite Stock:

Hier befindet sich neben einer kleinen Wäschekammer ein weiteres gutes Dutzend Gästezimmer.Eine Handvoll davon ist von mittlerer Größe und Ausstattung, was bedeutet es gibt ein Bett, einen Waschtisch, eine Truhe oder einen kleinen Schrank für Kleidung und Gepäck, strohgefüllte Matratzen und saubere Federbetten, doch die meisten sind eher klein und günstiger. Hier ist die Ausstattung einfacher, doch sie sind sauber und die Wolldecken der Betten sind warm und weich.

Das Dachgeschoß:

Unter dem hohen Dach des Pfirsichs mit seinen zahlreichen kleinen Gaubenfenstern liegen die Privaträume der Pfirsiche, der Mägde, Schankburschen und Küchenmädchen, der Köchin und anderer Bediensteter, sowie die Gemächer Sigourny Al'Meres selbst. Die Hausherrin nennt zwei Räume ihr Eigen, ein Schlafgemach und eine Kemenate, die dem Aufenthalt in ihren wenigen Mußestunden dient. Beide sind einfach, aber geschmackvoll eingerichtet und wohnlich ausgestattet. Im Schlafgemach finden sich neben dem Bett noch eine Kommode mit einem kostbaren und seltenen cardosser Spiegel, sowie drei Truhen, in denen Lady Al'Mere ihre Gewänder aufbewahrt. In der Kemenate stehen eine gemütliche Bank, ein Tisch und drei Stühle, außerdem ein Bücherschrank, in dem sich sogar vier ledergebundene Schriftwerke befinden. Neben Sigournys Räumen liegt Tanes Kammer, in den weiteren Zimmern unter dem mächtigen Dachgebälk mit seinen silbrig schimmernden Reetgarben schlafen die Schankburschen und Mädchen in Gemeinschaftsräumen getrennt nach Geschlechtern, hat die Köchin ihr Refugium, der Pfirsichwächter Rogen und auch der Koboldmagier Dobesto, der einen kleinen Kobel zwischen den Dachbalken sein Eigen nennt. Auch im Dachgeschoss befindet sich eine Wäschekammer mit kleiner Nähstube unter einem Fenster, wo die Kleider und Gewänder der Pfirsiche ausgebessert oder gefertigt werden können.


Die Bewohner des Pfirsichs (SCs mit *):

Sigourny Al'Mere*, die Wirtin und von einigen frechen Individuen die "Königin der Nacht" genannt, ist gertenschlank, etwa 1 Schritt und 70 Sekhel groß und geschmeidig wie eine Katze. Ihr weißblondes Haar reicht ihr bis zu den Hüften und ihre Haut ist weiß und schimmernd wie Porzellan. Hinter ihrer leicht verruchten, burschikosen Art verbirgt sich ein warmes, mitfühlendes Herz. Für ihre Angestellten würde sie durch die Neun Höllen gehen und den Pfirsich mit allen Tricks und auch ihrem Leben verteidigen. Seit dem Taumond 510 FZ ist sie die neue Herrin des Pfirsichs.

Tane* ein junger Mann, stadtbekannter Frauenheld und Herzensbrecher. Kam mit Sigourny in den Pfirsich und obwohl nicht blutsverwandt so etwas wie ein großer Bruder. Er ist fünf Sommer älter als die Wirtin und obgleich diese mit ihrem Aussehen genau sein Beuteschema wäre, käme er nie auf den Gedanken, etwas mit ihr anzufangen. Mit den Pfirsichen vergnügt er sich aber recht gerne, ansonsten unterstützt er Sigourny in der Führung des Pfirsichs.

Die Edel-Pfirsiche:

Aniandra,genannt Nia, eine glutäugige, temperamentvolle Azurianerin mit pechschwarzem Haar, das sie meist zu langen, dünnen Zöpfen geflochten trägt. Sie ist langbeinig, schlank und geschmeidig wie eine Raubkatze. Die Schöne Südländerin hat ihren Preis, residiert sie mit ihren Freien doch zumeist im Serail.

Tashjana aus Ardun ist mittelgroß und sehr blond, mit blasser Haut und rauchig grünen Augen. Unzählige Sommersprossen und ihre schlanke, zarte Gestalt machen sie zu einer kühlen Schönheit, außerdem reicht ihr das feine, aber dichte weißblonde Haar bis weit über das Gesäß und besitzt seinen ganz eigenen Zauber. Tashjana bedient ihre betuchten Kunden im Wintergemach und ist glaubt man den zahlreichen Gerüchten so berauschend wie ein sonniger Wintermorgen.

Ide aus Draingarad ist der dritte der edlen Pfirsiche und mit ihren üppigen, wohlgerundeten Formen, ihrer hellen Magnolienhaut und den dichten, langen feuerroten Locken ein wahrer Augenschmaus für jeden echten Mann. Sie ist nicht sehr groß, aber ihr Körper ist weich und biegsam, sie ist rund und gut zu nehmen und weiß das auch sehr genau. Vom Feuer geküsst heißt es über sie und genauso würden ihre süßen roten Lippen auch schmecken. Ide nennt die Kemenate ihr Eigen, wo sie im breiten Himmelbett keine Wünsche offen lässt, heißt es.

Amitaba, genannt die "Schwarze Perle"
Amitaba ist wohl der exotischste der edlen Pfirsiche. Die ehemalige Nandésklavin hat eine Haut so schwarz und schimmernd wie Onyx, Augen so schwarz wie Jett, Zähne weiß wie Schnee und Haar so dicht und kraus wie weichstes Lämmervlies. Sie beherrscht die Künste allerlei verruchtester berauschendster Massagen und verwöhnt ihre zahlenden Kunden meist in Inaris Bad.

Weitere Pfirsiche und Lustknaben:

Briant* ist eine Mogbarhure, klein, drall und wohlgerundet, an allen wichtigen Stellen gut gepolstert mit ausladenden Hüften und schwingenden Brüsten versprüht sie ihren ganz eigenen Charme. "Briant die Lächelnde" wird sie auch genannt, was an ihrer unverwüstlichen Fröhlichkeit und ihrem guten Herz gleichermaßen liegen muss. Ihre offenherzigen Reize und ihre freundliche Art sind genau das Richtige für all jene, die ein einfaches, warmherziges Schäferstündchen erleben oder einfach nur ihr Herz ausschütten wollen.

Rhoyneera ist eine Amazone… behauptet sie jedenfalls. Niemand weiß, ob das der Wahrheit entspricht oder warum sie, wenn dem tatsächlich so ist, ihren Körper an Männer verkauft – und wem seine Unversehrtheit lieb und teuer ist, der fragt auch nicht. Doch wer die Gefahr nicht scheut und bereit ist, mitunter ein paar blaue Flecken und Prellungen mit zu nehmen, findet in ihren Armen seine Erfüllung. Sie ist groß, kräftig und schlank mit wenig weiblichen Formen aber einem ungeheuren Appetit.

Gladez, genannt Gladez die Seherin ist eine Schellentänzerin der Blauen Resande.Mit ihren mandelförmigen Mahagoniaugen, den wilden schwarzen Locken, der bernsteinfarbenen Haut und den schlanken, aber üppigen Formen ist sie eine wirkliche Schönheit und hat die besten Chancen, wie einige der anderen Huren zum Edelpfirsich aufzusteigen. Neben ihrem Körper bietet sie den Männern auch ihre Dienste als Wahrsagerin an und tanzt gelegentlich in der Schankstube den Schleiertanz, den keine so gut beherrscht, wie sie.

Jehan ist einer der wenigen Lustknaben im Pfirsich, obwohl er das Knabenalter bereits weit hinter sich hat, auch wenn er immer noch aussieht, wie ein Junge. Blond und unschuldig bedient er sowohl Männer als auch die wenigen Frauen unter den zahlenden Gästen, doch er ist wandelbar und schnell von Begriff, was jedweden Wunsch der Gäste angeht.

Ayol dürfte der Traum so manch einsamen Weiberrockes sein, der Traum schlafloser Nächte ist der junge Mann mit Sicherheit. Mitunter findet man ihn sogar in einem der berühmt-berüchtigten Edelgemächer des Pfirsichs. Gut gebaut, groß und sanft mit langem braunem Haar und braunen Augen findet er sogar hin und wieder den Weg in Lady Al'Meres Gemächer selbst, wie die Gerüchteküche zu wissen glaubt.

Maya, Rocha, Priselle, Nest, Mirua, Dialdana, Ysa, Estela, Ionnia, Bured, Ledenia und Varvara – weitere Pfirsiche
Mal, Orek, Fiebras und Rhufon – weitere Lustknaben im Pfirsich


Sonstige Bedienstete des Pfirsichs

Dar* - Zwerg und seines Zeichens Haus- und Hofpfuscher des Pfirsichs, daneben in der Ausbildung zum Heiler. Einer der wenigen, der mit Sigourny und ihrem Temprament umgehen kann und auch mal die eine oder andere Diskussion mit der Herrin des Hauses gewinnt

Annest - Köchin im Pfirsich, früher im Hause eines Lords angestellt. Obwohl schon etwas älter, ist sie hinter ihrer etwas prüde wirkenden Art doch tolerant. Kann einen Schwan ebenso zubereiten wie eine einfache Krautsuppe und führt die Küche mit eisernem, aber gerechtem Kochlöffel. Sieht in sämtlichen Bewohnern ihre Kinder und Enkelkinder, die ohne sie verloren wären. Kann es in ihrer Bemutterung auch mal übertreiben, aber keiner kann ihr ernstlich böse sein.

Ronan – Sigourny Al'Meres Leibwächter und Hüter der Pfirsiche, der Mann fürs Grobe. Er ist ein Schrank von einem Kerl, grobschlächtig, aber gutmütig mit einem weichen Herzen unter der rauen Schale. Im Pfirsich arbeitet er als Türsteher und Beschützer der Huren, Mädchen und Schankkinder.

Perrin - Ronans Sohn, geboren im Jahr 500 FZ, ein frecher Rotschopf mit abstehenden Ohren und Unmengen von Sommersprossen auf der Nase, kümmert sich im benachbarten Mietstall um die Pferde der Gäste. Trotz der körperlichen Arbeit immer noch schlaksig und dünn, obwohl er für drei isst. Seine Kraft sollte man aber dennoch nicht unterschätzen

Maddilille, genannt Maddi, Ronans Tochter, geboren im Jahr 502 FZ, hat strohblonde Locken und eine Stupsnase. Beim Dämonenangriff auf Talyra vor einigen Jahren wurde sie in den Trümmern des Hauses verschüttet, was ihr eine Narbe an der rechten Schläfe eingebracht hat. Außerdem fürchtet sie sich seither im Dunkeln. Maddi hilft in der Küche des Pfirsichs und hat dort in Annest eine Art Großmutterersatz gefunden. Diese bildet sie auch zur Köchin aus.

Dorna und Beth – ehemalige Pfirsiche und Sorisgesegnete. Beide sind aus Dancys Tagen übergeblieben und kümmern sich nun um die Bücher. Obwohl die Zwillinge kaum mehr im horizontalen Gewerbe tätig sind, haben sie doch noch einige Stammkunden, die immer wieder ihre Dienste in Anspruch nehmen. Ansonsten stehen sie den jüngeren Huren bei allen Alltagswehwechen und Sorgen mit ihrer Erfahrung zur Seite und sind auch für Lady Al'Mere von großem Wert.

Gurvan – Ronans rechte Hand und ebenfalls Rausschmeißer im Pfirsich. Ein schweigsamer Kerl mit einer Klappe über dem linken Auge.


Dobesto - ein Koboldmagier des Wassers, nicht sonderlich mächtig, aber einfallsreich was sein Auskommen angeht, verantwortlich für die Wasserspiele in Inaris Bad.


Ein gutes Dutzend Schankmaiden und –burschen, die in der Schankstube bedienen oder die Nischen versorgen, sowie eine Handvoll Küchenjungen und –mägde, die Annest an den Herden zur Hand gehen.
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Sigourny

Stadtbewohner

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Occupation: Pfirsichwirtin und Teilzeitdiebin

Location: Der Pfirsich

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2

Tuesday, July 17th 2012, 8:51pm

Wie in ganz Talyra ist das Inarifest auch im Pfirsich zu spüren, hier vielleicht noch ein Stückchen mehr. Schon seit den frühen Morgenstunden haben die Bewohner des Etablisments den Gasthof auf Vordermann gebracht: Alles glänzt und blinkt und sämtliche Fenster und Türen sind mit Blumengirlanden geschmückt. Die Pfirsiche haben ihre schönsten Gewänder angelegt und selbst der bärbeissige Ronan kann sich der allgemeinen Hochstimmung nicht entziehen. An diesem höchsten Tag ihrer Göttin Inari bieten die Pfirsiche ihre Dienst umsonst feil, zu Ehren der Göttin.
Aber nicht nur die Liebesdienste sind umsonst: auch Speis und Trank ist frei und Annest steht schon seit vier Uhr früh gemeinsam mit den Küchengehilfen in ihrem Reich und zaubert die tollsten Leckerbissen. Die alte Köchin ist ganz in ihrem Element auch wenn sie ob der Verderbtheit des Festes vor sich hin brummelt, keiner nimmt das ernst. Denn würde sie sonst im Pfirsich arbeiten, wenn ihr das alles zu Verderbt wäre?

Sigourny Al'Mere, die Herrin des Pfirsichs blickt sich zufrieden in der Schankstube um. Im Stillen schickt sie ein Dankgebet an Inari. Sie, die in ihrer Zeit in der Unterstadt nie besonders gläubig war, ist sich sicher, dass es der Willen der Göttin war, sie hier her zu führen und ihr den Weg aus dem Sumpf der Unterstadt zu zeigen. Sicher, sie ist nach wie vor keine Heilige und die eine oder andere Gaunerei läuft nach wie vor (auch unter den Augen der Blaumäntel, die aber mitunter eines zudrücken), doch im Allgemeinen ist sie eine achtbare Bürgerin geworden.
Soeben schlendert Tane die Stufen hinab. Auch der junge Mann hat seine Diebereien beinahe aufgegeben oder zuminderst ist er klug genug, sie nicht mit sich oder dem Pfirsich in Verbindung bringen zu lassen. Auch er trägt seinen feinsten Anzug und mit diesem strahlenden Lächeln auf dem hübschen Gesicht würde ihm heute wohl noch die eine oder andere Schönheit ins Netz gehen. Im Vorbeigehen haucht er der Pfirsichwirtin einen Kuss auf die Wange, was die Königin der Nacht mit einen leichten Knuff auf den Oberarm quittiert. "Frechdachs! Benimm dich ... oder versuchs zumindest!" Tane zwinkert ihr zu ehe er sich auf Richtung Marktplatz macht.

Sig grinst und streicht ihr blau-weiß gestreiftes, an den richtigen Stellen ausgeschnittenes Kleid glatt. Auch sie würde heute Nacht wohl kaum allein bleiben, doch im Gegensatz zu den Rotfüßen auf den Strassen ist sie wählerisch: der Mann, der die Schwelle zu ihrer Kammer überschreiten darf, kann sich glücklich schätzen.
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Atevora

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3

Monday, December 10th 2012, 10:24pm

<---- Der Kupferkessel

Ein Abend Anfang Blätterfall


Es ist nie schlecht mit der Besitzerin einer Lokalität eine Freundschaft zu pflegen, es beschert gewisse Vorzüge, und Atevora ist niemand, der diese Annehmlichkeiten nicht schätzen und auszunützen wüsste. Auch an diesem Abend genießt sie die besondere und teilweise bevorzugte Behandlung und rückblickend könnte die Weißhaarige nur erzählen: der Abend verlief angenehm und vollkommen ihrem Ansinnen entsprechend.
Zuerst hat sich die Magierin in Miss Al'Meres Kontor zurückgezogen und, so wie diese Zeit fanden, das Anliegen diverser Angestellter entgegen genommen, private Briefe auf Wunsch vorgelesen, oder Antworten verfasst. Natürlich sind durchaus einige Personen im Pfirsich selbst des Lesen und Schreibens mächtig, Dorna und Breth zum Beispiel, aber auch Tane und mittlerweile auch Sigourny selbst, allerdings beherrschen sie alle nur in der Allgemeinsprache. Die Allgemeinsprache ist nicht immer ausreichend. Tashjana, einer der Edelpfirsiche, hält beispielsweise noch immer Kontakt zu ihrem Bruder in Immerfrost und sie ist immer besonders dankbar, wenn sie sich für eine Antwort an ihr älteres Geschwisterlein - das gewiss nichts von Tashjanas beruflicher Tätigkeit ahnt - an die Magierin wenden kann. Manches Mal kommt es aber auch vor, dass sich jemand lieber an eine verschwiegene Person von außerhalb wendet, als an Arbeitskollegen, oder die Arbeitgeberin. Auch hierfür stellt sich Atevora zur Verfügung. Nebenher nutzt die Magierin das gute Verhältnis mit den Personen und die Zeit mit Ihnen dazu, sich sich von den Frauen und Herren mit allerhand Neuigkeiten ausstatten lassen, denn Dirnen und Lustknaben gegenüber ist so mancher redseliger als er sein sollte, und davon profitiert Atevora weit mehr als würde sie sich mit Geld für ihre Dienstleistung bezahlen lassen.

Nach der Arbeit gab sich die Magierin dem leichtem Vergnügen hin. Sie spielte einige Runden Wurfzabel und es fand sich auch immer wieder ein interessierter Kreis von Zuschauern. Blaumäntel, edle Bürgerliche, junger Adel und Drinen sind bunt gemischt unter den gelegentlichen und längeren Schaulustigen, sie stehen alle zusammen, sie spaßen, grölen, jauchzen und fiebern mit den Spielern mit. Auch der Albino, der in der Bibliothek als Buchmaler arbeitet, erscheint zu dieser Zeit, und gesellt sich zuerst zu den Zuschauern und löst später mit einer Flasche Rotwein und zwei Bechern in der Hand Atevoras bisherigen Mitspieler ab. Die beiden Weißhaarigen scheinen sich bei ihrem kleinem Strategieduell sogar ganz unverfänglich zu amüsieren. Der Albino unterlässt es wie auch die Shin das Thema aus der Vergangenheit wieder aufzurollen, er gibt sich stattdessen freundlich, charmant, und wie Atevora ihn kennen gelernt hat sehr wortgewandt und einnehmend, womit er auch sofort das Interesse einiger besonders bemühter Dirnen auf sich zieht. Atevora rollt dabei innerlich nur die Augen und grinst gleichzeitig in sich hinein, einerseits weil sie weiß was von Njucon zu erwarten ist, und andererseits weil er sich zum Ärger der Damen von deren Avancen nicht gänzlich verführen, geschweige denn sich von ihnen aufs Kreuz legen lässt.
Nachdem der Wein gelehrt ist, und sie aufgrund ausbleibenden Würfelglücks zweimal in Folge gegen den Weißhaarigen verloren hat, verabschiedet sie sich von Njucon: „Es soll heute wohl nicht mehr sein. Aber ich freue mich auf eine Revanche an einem anderen Tag.“ und begibt sich ins Inaribad, wo sie zusammen mit Dobesto die Anwesenden mit einigen magischen Spielereien unterhält und - ohne Dobesto - im weiteren Laufe des Abends auch ausgiebig den Genüssen des Pfirsichs frönt.

Tyalfen

Stadtbewohner

Posts: 538

Occupation: Aniran / Heilkundiger

Location: Ferndartha / Talyra

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4

Saturday, September 21st 2013, 5:01pm

Im Schankraum

Tyalfen findet sich unverkennbar in einem Schankraum wieder, der denen in Liedberg, Nimzár, Tiefwald und so mancher größeren Siedlung auf dem Kreuzweg in seinen typischen Merkmalen ähnelt und dessen großzügiges Raummaß durchaus angenehm auf den Elb wirkt. So rechnet er die Erheiterung des Burschen allein dem Umstand an, bereits vor der Örtlichkeit gestanden zu haben, nach welcher er sich erkundigte.

Mit knappem Nicken grüßt er jene Gäste die aufblicken, als er an ihren Tischen vorbei zur Theke strebt. Es sind nicht viele, die meisten sind in angeregten Gesprächen oder angespanntem Kartenspiel vertieft. Die Theke scheint unbesetzt, so legt Tyalfen seine Gepäckstücke ab, um sie gegen den Tresen zu lehnen, wie auch sich selbst jedoch den Tischen zugewandt, ob er nicht Wirt oder Wirtin ausmachen oder eines der Schankmädchen auf sich aufmerksam machen kann. Dabei hat er es nicht eilig, betrachtet ein Weilchen die Separees im hinteren Teil ohne Argwohn, die ein oder andere gesellige Runde und zu guter Letzt die Schnitzerei einer ihm am nächsten befindlichen Stuhllehne, die sein Interesse ob ihrer Ungewöhnlichkeit weckt. Nicht etwa, weil sie besonders kunstvoll ist, obwohl es ihr durchaus zustünde, so genannt zu werden, sondern sie derart verstrickte Leiber zeigt, dass der Elb den Kopf mal zur einen, mal zu anderen Seite neigt, um sie zu sortieren.

„Ja wen haben wir denn da? Wohl ein Spitzohr, dass Einsamkeit verspürt?“ Auch wenn Tyalfen die Überraschung nicht zeigt, verspürt er sie doch, so unerwartet hinterrücks angesprochen zu werden und wendet sich rasch zum Tresen um, auf dem ihm ein Kobold lässig gegen einen Humpen gelehnt, neugierig und gleichermaßen gewitzt entgegen schaut. „In er Tat!“, murmelt der Elb und ist nicht nur erstaunt darüber, wie treffend der Kobold seine Situation erkennt, sondern woher das Kerlchen so unvermittelt auftauchte. Gefasster und vernehmlicher fährt er fort: „Ich bin auf der Suche nach einem Quartier für eine Nacht …“ „Und hier sollst du fündig werden!“, fällt ihm der Kobold gleichermaßen spitzbübisch wie geschäftstüchtig ins Wort. „Ein warmes, weiches Lager und vielleicht auch einen samtig weichen Pfirsich, an dem du deinen Hunger stillen kannst, hm?“ Es ist nicht allein die unangemessene Vertraulichkeit, die der Kobold anschlägt, die Tyalfen irritiert, oder dass er ihm eine einzige Speise anbietet und annimmt, dass diese eine Frucht ihm zur Sättigung genüge. Es ist etwas, das in all dem mitschwingt und seltsam anmutet, ohne es genau benennen zu können. „Eurer Fürsorge meinen Dank, doch zunächst beabsichtige mein Gepäck sicher unterzubringen und dann ein Badehaus aufzusuchen. Ihr könnt mir den Weg dorthin sicherlich weisen?“ „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?!“, zwinkert ihm der Kobold verschmitzt entgegen. „Nimm doch ein Bad hier im Haus. Das ist doch viel privater.“ Dieses Angebot findet nun des Elben Wohlgefallen, erspart es ihm doch Wege durch die Stadt und verspricht ohne die Gesellschaft anderer Badegäste angenehme Entspannung, so glaubt er wenigstens bei des Kobolds Worten und nickt ihm zu: „Liebend gern.“ Zufrieden klatscht der Kobold in die Hände und neigt sich zu Tyalfen vor, als habe er noch etwas sehr vertrauliches zu besprechen: „Dann willst du sicherlich auch unseren schwarzen Pfirsich kosten, nicht wahr?“ Der Elb weiß beim besten Willen nicht, warum das Kerlchen so versessen darauf ist, dass er unbedingt einen Pfirsich probierte. Möglicherweise war diese Obstsorte eine Spezialität des Hauses, was die Abbildung auf dem Türschild erklären würde. Und gewiss mag er das Kerlchen nicht vor den Kopf stoßen, doch einen schwarzen Pfirsich würde er gewiss nicht essen, auch wenn er vermutlich nicht verdorben ist, vielleicht glasiert oder eingelegt oder wie er auch sonst zu seiner schwarzen Farbe gelangt sein mochte. Um jedoch nicht gänzlich unhöflich zu erscheinen, erweist ihm Tyalfen den Gefallen: „Ich nehme gern einen Pfirsich, doch ich bevorzuge einen Rosigen, süß und saftig.“ „Oh du bist ein Auskenner!“, schlägt sich der Kobold lachend auf die Schenkel. „So sei es! Komm ich zeig dir dein Quartier!“

Tyalfen, der nicht erahnt, welchen Handel er gerade eingegangen ist, nimmt sein Reisegepäck wieder an sich und folgt dem Kobold wie geheißen durch den Gang neben den Separees.
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Tyalfen

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5

Friday, September 27th 2013, 12:38am

In jenem Gang führen Türen in unbekannte Räumlichkeiten. Vor einer solchen heißt der Kobold Tyalfen einen Augenblick zu warten, steckt noch einmal den Kopf hindurch, um den Elb ein besonders exquisites Quartier anzupreisen und verschwindet wieder, als dieser ein bescheideneres bevorzugt. Der Elb kommt kaum dazu, Überlegungen anzustellen, ob das verheißene Bad des Hauses womöglich nur den Gästen der teureren Gemächer vorbehalten sei, da schlüpft der Kobold zufrieden lächelnd auch schon wieder durch die Tür und zerstreut die vage Befürchtung: „Es ist alles arrangiert. Ysa wird dir zu Diensten sein. Komm, ich zeig dir dein Zimmer.“ Der Kobold führt Tyalfen zu einer Treppe am Ende des Ganges, die er ob seiner Größe mit erstaunlicher Geschwindigkeit erklimmt, wendet sich einem langen Flur zu und bleibt schließlich vor einer der Türen stehen. Aus seiner Westentasche fingert er einen Schlüssel, öffnet die Tür und bedeutet dem Elb einzutreten. Tyalfen schaut sich um. Die Kammer ist nicht sonderlich groß und relativ einfach ausgestattet, doch für jemanden wie Tyalfen, der nur einen Schlafplatz sucht, mehr als ausreichend. Der Kobold scheint daran zu zweifeln und mustert Tyalfen unverhohlen skeptisch: „Bist du sicher, dass du nicht doch die Kemenate mit all ihren Vorzügen möchtest?“ Doch was immer der Kobold damit genau meinen mochte, Tyalfen bleibt bei seiner Wahl und bereut sie erst recht nicht, als der Kobold ihm einen wahrhaft stattlichen Preis für Quartier und privates Bad nennt. Auch wenn Tyalfen ohne mit der Wimper zu zucken die genannte Summe zahlt, weiß er doch, dass er sich diesen Luxus so schnell nicht wieder gönnen würde. Andererseits hadert er nicht, jetzt nicht mehr nach Wohn- und Badehaus suchend durch Talyra ziehen zu müssen. „Ysa wird dich gleich zum Bad begleiten. Viel Vergnügen!“ Hatte ihm der Kobold gerade zugezwinkert? Wundern würde es Tyalfen nicht. Das Kerlchen hatte sich doch reichlich seltsam verhalten, für einen Kobold vermutlich völlig normal.

Ysa steckt sich rasch die langen, haselnussbraunen Haare hoch, nicht streng, denn es soll ihrem Gesicht schmeicheln, diesen lieblich mädchenhaften Zügen. Es ist das erste Mal, dass sie einen Gast in Inaris Bad verführen durfte, sie allein in Amitabis eigentlichem Reich. Ein siegessicheres Lächeln stiehlt sich auf ihre rosigen Lippen. Dobesto, der Kobold hatte angedeutet, ihr Gast habe die Schwarze Perle verschmäht. Das sollte er auf keinen Fall bereuen. Vielleicht ist dieser ja ihr Sprungbrett in den erlauchten Kreis der Edelpfirsiche. Ungewöhnlich genug soll er ja sein. Leider war nicht mehr aus dem Kobold herauszubekommen. Zufrieden mit ihrem Haar benetzt sie ihre rosigen Lippen mit der Zunge, dass sie glänzen wie ein polierter Apfel und richtet ihr Dekolleté, damit er gar nicht anders könne, als anbeißen. Dobesto musste das Bad inzwischen vorbereitet haben. Ein letzter prüfender Blick huscht über ihr Spiegelbild –.und wie er anbeißen würde!.
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6

Wednesday, October 2nd 2013, 4:44pm

Endlich ein wenig Abgeschiedenheit, Tyalfem lässt das Gepäck auf den Boden gleiten und lehnt sich gegen die geschlossene Tür. Mit tiefen Atemzügen inhaliert er die Stille, atmet Unruhe und Anspannung aus Leib und Seele aus - eine ganze Weile lang. Für wahrhaftige Balance würde es die Ruhe der Nacht bedürfen, doch diese Momente der tiefen Entspannung sind ihm ein Labsal nach den ersten Eindrücken dieser pulsierenden Stadt nach langer Reise, die laut in seinen Adern gedröhnt hatten. Noch schweigt die Anspannung nicht, doch flüstert sie nur mehr. Das muss genügen, sich auf das Bad vorzubereiten. Der Staub der Straße haftet ihm an wie Flechten einem Baum, wenigstens fühlt es sich so an. Der Elb löst sich von der Tür, verstaut sein Gepäck in der Truhe außer Bogen und Köcher, die sie nicht mehr aufnehmen will und schiebt diese unter das Bett. Noch weiß er nicht, was er mit der Zeit hier in Talyra anfangen soll, die ihm auferlegt wurde. Oder was genau Shadáno Arkendir glaubte, dass ausgerechnet diese Stadt zu bewirken imstande sein sollte. Erschöpft setzt er sich auf die Bettstatt, legt Armschützer und Handschuhe ab und vergräbt das Gesicht in seinen Händen. Da klopft es leise.
Ysa hätte mit jedem gerechnet, einem genauso betuchten wie lüsternen Greis, einem jungfräulichen Burschen, der nicht unerfahren in die Ehe gehen sollte, einem Exot mit sehr speziellen Neigungen, mit allem, nur nicht mit einem Elben. Das Lächeln, das so verführerisch sein sollte, gefriert auf ihren Lippen und im Stillen verflucht sie Dobesto, diese ungewöhnliche Kleinigkeit verschwiegen zu haben. Seit wann suchten diese unnahbaren Eisklötze käufliche Freuden?
„Ihr seid Ysa?“ durchbricht Tyalfen ihre Starre. „Von Kopf bis Fuß!“, antwortet sie ihm kokett. „Bist du bereit?“ „Noch einen kleinen Augenblick, ich komme gleich.“, wendet sich Tyalfen von Tür und Ysa ab. Ysa indessen schmunzelt süffisant: “Das wirst du, dafür werde ich schon sorgen!“ Der Elb, der gerade seinen Halsschmuck ablegt, senkt das Haupt und riecht unauffällig an sich. Doch als ihm kein unangenehmer Geruch in die Nase steigt, der die junge Frau veranlassen könnte, ihn notfalls zum Bad zu zwingen, mussten ihre Worte wohl scherzhaft gemeint sein. Vielleicht wollte sie auch einfach nur die Unsicherheit des ersten Augenblickes überspielen, in dem sie ihn unsicher angestarrt hatte. „Dann leiste ich besser keinen Widerstand.“, entgegnet Tyalfen deshalb ebenso scherzhaft, wie er glaubt. Ysa lacht laut auf und es klingt angenehm hell.
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7

Thursday, October 3rd 2013, 11:23pm

Das Bad, in das ihn Ysa führt, ist bemerkenswert und von derart edler Machart und Ausstattung, dass es selbst hochgestellten Persönlichkeiten würdig wäre. Beeindruckt schaut sich Tyalfen um, lässt seinen Blick über das präsente Becken mit seinen tragenden Skulpturen, über die Wandfließen, die je nach Lichteinfall blau oder grün schimmerten und dem Betrachter fast bewegtes Wasser vorgaukelten, bis hin zu den kunstvollen Mosaiken des Bodens. Ysa nutzt die Ablenkung des Elben, unbemerkt dicht an ihn heranzutreten. Als sie wortlos die Schließe seiner Tunika öffnet, um sie ihm darauf sehr langsam von den Schultern zu streifen, nicht ohne das ihre Fingerspitzen dabei zart über die Haut seiner Oberarme gleiten und es dennoch wie eine zufällige Berührung aussehen zu lassen, während ihr warmer Atem sacht über seinen Brustkorb streicht, erstarrt und erschauert er. Doch als die Tunika fällt und ihre Hände an seine Hose wandern wollen, hindert er sie daran. „Lasst mich das selbst tun! Wenn ihr mir zu Diensten sein wollt, wäre ich Euch sehr verbunden, wenn ihr meine Kleidung ausbürsten würdet.“

‚Oh nein, dieses Spiel werden wir ganz bestimmt nicht spielen!', schwört Ysa im Stillen. Natürlich ist ihr nicht entgangen, dass er keineswegs so unnahbar ist, wie er vorgibt, kein Eisklotz, den sie nicht zum Schmelzen bringen konnte, wenn sie es nur subtiler anstellte. Sie weiß ein weit besseres Spielchen, dass ihm sicher auf die Sprünge helfen würde. „Eine Wäscherei haben wir leider nicht im Hause.“, säuselt sie mit gespieltem Bedauern und schlüpft mit einer solchen Selbstverständlichkeit aus ihrem Kleid und in das Becken, dass ihm nur ja nicht wieder etwas einfiele, was sie stattdessen tun solle.

Am Beckenrand stehen zwei Servierwagen, eines mit einigen lukullisch, wie anregenden, kleinen Köstlichkeiten, wie Erdbeeren mit Sahne, Weintrauben, muschelförmige Teigkörbchen mit Fischeiern und Austern, dazu ein edler Weißwein, das andere mit Badeölen, Seifen und Schwämmen. Mit ersten ließ sich ganz ausgezeichnet spielen. „Du trinkst doch Wein?“ Der Elb lässt sich allerdings viel Zeit, fast als habe er Frage nicht gehört, taucht er in das perlende Wasser, dass er mehr zu genießen scheint, als ihre Anwesenheit. Nun wenigstens hatte er auch nicht verlangt, dass sie wegschaute und sie betrachtet durchaus gern, was er ihr bot. Dann endlich gleitet er ohne jede Schüchternheit neben sie an den Beckenrand. Nur schenkt er ihren weiblichen Vorzügen nicht einen einzigen Blick, nicht mal einen verstohlenen, den Wein jedoch nimmt er gern. „Die Austern musst du unbedingt probieren. Sie sind eine Delikatesse.“ Sie wählt nicht ohne Grund diese Köstlichkeit, muss sie sich doch dazu weit über den Servierwagen beugen, so weit, dass ihr Busen in die Sahne taucht und von einem Häubchen gekrönt wird, als sie ihm die Auster an die Lippen führt. Endlich hat sie seine ungeteilte Aufmerksamkeit und diese Art Blick, mit der er sie anstarrt, kennt sie nur zu gut. Er schluckt verräterisch hart am weichen Fleisch, dass sie ihm einflösst. ‚Dass du es mir doch noch so einfach machst …’ Er ist zweifelfrei reif, Damarias zu frönen und Ysa schmiegt sich gierig an ihn.
Zu siegessicher und zu vorschnell, wie sie erfahren muss. der Elb stößt sie unsanft von sich, so schnell und unerwartet, dass sie unter Wasser gerät. Als sie prustend auftaucht, ist er schon aus dem Becken gesprungen und gerade dabei, seine Lenden mit einem Badetuch zu verhüllen. ‚Verdammt!’
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8

Friday, October 4th 2013, 12:58pm

Einen naiven Narren schimpft sich Tyalfen, nicht eher durchschaut zu haben, auf was er sich hier eingelassen hatte. Wenn schon nicht bei des Kobolds seltsamen Gebaren, dann doch wenigstens bei Ysas eindeutigen Berührungen. Doch sind nicht sie es, denen er zürnt, nicht dem Kobold und nicht Ysa. Wie konnte es sein, dass ihre Fingerspitzen nur seinen Arm streifen brauchten und er erbebte wie ein liebeskranker Jüngling? Er kennt die Antwort, doch sie zu kennen, heißt längst nicht, sie zu akzeptieren. Es waren seither zu viele Inarinächte verstrichen, denen er sich verschlossen hatte. Er wusste, dass man sich keinem Hohen Haus auf Dauer entziehen konnte, ohne dass es nicht eines Tages seinen Tribut forderte. Aber gerade jetzt und auf diese Weise? Ihm wäre weitaus wohler, könne er die mangelnde Selbstbeherrschung auf Erschöpfung und Überreizung seiner Sinne schieben. Beides ließe sich zukünftig mit ausreichend Ruhe und Meditation vermeiden. Doch es wäre Selbstbetrug, ein ebensolcher, wie zu glauben, unbefangen Ysas Nähe zu ertragen, wenn er sich den Anblick ihres nackten Körpers versagte. Und er hatte sich noch gewundert, dass auf dem Speisewagen ausgerechnet der angepriesene Pfirsich fehlte. Er hatte nicht gefehlt, nur hatte es eines Sahnekrönchens auf wohlgerundeter, samtiger Haut bedurft, ihn das Sinnbild erkennen zu lassen … und gleichzeitig die Kontrolle zu verlieren. Wem machte er eigentlich etwas vor? Er ist kein Asket und kann es nicht sein. Nicht nachdem er all die Facetten der Liebe mit der Einen erfahren hatte. Bittersüße Erinnerungen ziehen durch seinen Geist.

„Sagtest du nicht, du würdest keinen Widerstand leisten?“

Tyalfen wendet sich der jungen Frau zu, die sich nicht von der Stelle rührt und ihn doch abwartend ansieht. Statt ihr zu antworten, greift er nach dem Weinkrug und füllt den zweiten, unberührten Becher auf dem Speisewagen, Der, den sie ihm gereicht hatte, lag irgendwo auf dem Grund des Beckens. „Sag mir Ysa, was lässt dich das hier tun?“ Und er beobachtet sie scharf, während er den Becher an die Lippen führt.

„Du willst die Wahrheit hören? Also schön. Es ist das Spiel, das mir gefällt, die Oberhand über die Männer zu gewinnen, die sich sonst nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Mir unterliegen sie, unterwerfen sich mir, ohne dass ich eine Klinge auf sie richte, ohne dass ich sie einschüchtere, ganz im Gegenteil. Auch wenn ich nur Damarias’ Werkzeug bin, so bin ich es doch selbst, die ihm die Pforten öffnet und bestimmt, wie es geschieht – meistens jedensfalls.“

„Meistens?“ Tyalfen schenkt sich nach. „In welchem Fall nicht?“

„Nun manchmal gefällt es Damarias, mich erglühen zu lassen. Als ich deinen Leib sah, hoffte ich, es könnte wieder so sein.“

„Willst du mir schmeicheln?“

„Wie viel Mut willst du dir noch antrinken, das selbst herauszufinden?“

Augenblicklich setzt Tyalfen den Weinbecher ab, als habe sie ihn ertappt. Hatte sie das? Ihre ungeschönt offenen Antworten hatten ihn keineswegs abgekühlt. Warum also zögert er noch, jetzt da er weiß, dass sie dies hier aus freien Stücken tat? „Wie viele Krüge kannst du beschaffen?“

Ysa lacht. Es ist dasselbe helle Lachen, dass er schon einmal gehört hatte. Kein unangenehmes, bemerkt er noch, während er ihr gebannt zusieht, wie sie aus dem Becken steigt. „Ich will sehen, was ich tun kann.“, flüstert sie ihm ins Ohr und meint keinen Wein, wie es auch keines Kruges oder Mutes mehr bedurfte, bei all den Dingen, die sie tat – Dinge von den Tyalfen nicht immer wusste, das man sie tun konnte, nicht auf diese oder jene Weise.
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Tyalfen

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9

Thursday, October 31st 2013, 11:37pm

Der Morgen dämmert bereits, als es laut und vernehmlich an der Tür des Kämmerleins klopft. Träge hebt Tyalfen die Lider, viel Ruhe hat ihm die letzte Nacht nicht bescheren wollen und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass er nicht wie gewöhnlich vor dem Morgengrauen erwachte. Der Wein hatte gewiss sein Übriges getan. Ohne Eile setzt sich Tyalfen auf und hebt die Beine aus dem Bett, da klopft es wieder, lauter und eindringlicher als zuvor. Nun offenbar soll es ihm nicht vergönnt sein, sich anzukleiden, seine Blöße mit der Bettdecke bedeckend bittet er den morgendlichen Störenfried, der es so eilig zu haben schien, also herein.
Es ist niemand anders als der Kobold höchstpersönlich, der den Elben zu dieser frühen Stunde beehrt.
„Hoffe, wohl geruht zu haben? Wobei dir an Schlaf nicht viel gelegen war, wie ich hörte.“ Das Grinsen des Kobolds bei diesen Worten ist so gehässig, dass sich in Tyalfen ein leiser Verdacht regt. „Seid ihr gekommen, euch nach meiner Zufriedenheit zu erkundigen?“, fragt er jedoch gleichmütig.
„Das muss ich wohl kaum,“ erwidert der Kobold lachend, „hast du doch ausgiebigst vom Pfirsich genascht, länger als anzunehmen war. Du wirst noch eine Kleinigkeit zahlen müssen!“
Es ist die Art, wie er es sagt, diese unverhohlene Dreistigkeit, diese kaum verborgene Schadenfreude, die Tyalfen Gewissheit schenkt. „War es der Wein?“
„Der Wein?!“, empört sich der Kobold, „Mehr traust du mir nicht zu?! Du denkst wohl, nur ihr Elben seid zu Magie fä…“
So verdutzt wie ihn der Kobold anblickt, ist er sich seiner Worte gerade bewusst geworden, Worte, die tief blicken lassen, zu tief um die abscheuliche Tat noch leugnen zu können. In seinen Augen erwacht blanke Wut und seine Zunge geifert Worte in einer Sprache, die niemand zu sprechen oder zu verstehen imstande ist als die Kobolde selbst. Damit rauscht er davon und hinter ihm donnert die Tür laut ins Schloss.
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Aneirin

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10

Wednesday, November 6th 2013, 9:30pm

~Irgendwann im Blätterfall~

<-- Mit Dayan aus den Straßen der Stadt

Aneirin blickt auf und betrachtet erneut das Schild mit dem angebissenen Pfirsich. Er lächelt zufrieden und schwingt die Laute wieder auf seinen Rücken. Das Spielen jener hat ihm geholfen sich wieder zu sammeln. Zwar würde er jetzt tatsächlich gerne ein ausgiebiges Bad nehmen, schließlich ist er schon wieder ein paar Tage unterwegs, aber es wäre sicherlich auch nicht verkehrt sich zunächst um eine Bleibe für die Nacht zu kümmern.
Also geht der junge Mann die drei breiten Stufen hinauf zur bogenförmigen Eingangstür und betritt die Gaststube. Während er Dayan, die ihm folgt, die Türe aufhält, lässt er seinen Blick bereits durch den geräumigen Schankraum wandern. Die Tische, Bänke und Stühle der Gaststube sind aus glattem, rötlich dunklem Holz mit allerlei Schnitzereien. Gegenüber der Eingangstür wartet ein langer, holzgeschnitzter Tresen auf die Besucher. Es sind nicht viele Gäste anwesend und die wenigen, die aufsehen, zeigen offensichtlich kein großes Interesse an ihm. Aber an Dayan hinter ihm, bleibt schon der eine oder andere Blick hängen.
Vor dem Tresen bleibt Aneirin stehen und besieht sich dabei einige der Schnitzereien des Mobiliars genau. Bei der ersten Schnitzerei einer nackten Frau in einer anzüglichen Pose, legt sich die Stirn des Barden zunächst in Falten, der sich über diese ausgefallene Art der Verzierung wundert. Doch als er seinen Blick weiter wandern lässt, stellt er überrascht fest, dass sich diese Schnitzereien anzüglicher Posen, nackter Frauen, Maskentänzern oder anderen unzweideutigen Gestalten, durch scheinbar den gesamten Schankraum fortsetzt. Als er Dayans fragenden Blick trifft, hüstelt er verlegen und schüttelt kaum merklich mit dem Kopf. „Nichts. Es ist… nichts.“
„Wunderbare Arbeit, nicht wahr?“, erschallt es hinter der Theke. Aneirin beugt sich ein wenig vor, als das gedrungene Gesicht mit den leuchtenden Augen und den langen, spitz zulaufenden Ohren vor ihm auftaucht. Er wagt es nicht zu antworten und versucht es mit einem verschmitzten Lächeln und leichtem Kopfnicken, dass Dayan hoffentlich nicht bemerkt. Der Kobold zwinkert ihm schelmisch zu und nimmt eine gerade Haltung an.
„Was kann ich für dich tun, mein Junge“, fragt der Kobold und setzt fort, „nein, lass mich raten. Du bist auf Empfehlung hier und willst dich nun von unserem breit gefächerten Angebot selbst überzeugen, da du ein Quartier für die Nacht suchst.“ Aneirin schaut etwas überrascht und lächelt dann aber bestätigend. Ehe er etwas sagen kann fährt der Kobold fort: „Nun, hier sollst du fündig werden! Ein warmes, weiches Lager und vielleicht auch einen samtig weichen Pfirsich, an dem du deinen Hunger stillen kannst, hm?“
Aneirin stutzt einen Augenblick bei der Erwähnung eines Pfirsichs und erinnert sich an Tyalfens Warnung. So beschließt er nicht sofort darauf einzugehen. „Genauer gesagt suchen wir nach einem Quartier für die Nacht“, antwortet er und deutet dabei auf Dayan neben sich. Der Kobold runzelt die Stirn und klettert beinahe über den Tresen, um herüber zu sehen. Als er die Wandlerin entdeckt pfeift er durch die Zähne und grinst breit. „Wie interessant. Zu zweit also? Tatsächlich sehr interessant.“
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Dayan

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11

Wednesday, November 6th 2013, 11:09pm

Ernüchternd... Das ist das Wort das Dayan sucht. Kaum den Schankraum betreten und einen Blick über das Innere riskiert, schiebt sich die rechte Augenbraue und nur diese nach oben. Das rötlich dunkle Holz zeigt mit jedem vergehendem und weitläufigem Augenblick mehr Kunst und zwar zu der Sorte Stilleben, die tatsächlich beim Betrachten ein Eigenleben entwickeln. Frivol, anzüglich und was ruchlos? Die Wandlerin mochte sich agil und durchaus biegsam sehen, aber diverse Beine und Rücken und Köpfe und mehr wollten sich nicht in ihr Bild fügen gesundheitlich zuträglich zu sein und doch ertappt sie sich im gleichen Moment sinnend wie weit sie es schaffen würde, ihre Beine und so weiter in solche Verknotungen zu bringen.
"So? Nichts?!" Bemerkt Dayan leise auf sein Hüsteln.


Schon wird sie eines Kobolds gewahr, der mit auf die wunderbare Arbeit stolz hinweist und Aneirin offenbar direkt in den Kopf blickt. Dayan schluckt, hatte sie gerade an die Biegsamkeit von diversen Körperteilen gedacht? Ihre Helle Haut lässt die aufsteigende Röte vom Gesicht hinunter bis zum kleinen Zeh pulsieren. Was machte sie nur, wenn er ihre Gedanken kannte?! Und dann pfeift der auch noch!


Er weiß alles, der olle Kobold weiß was an was ich dachte. Ich fasse es nicht! Bei Ea, das darf doch nicht wahr sein! Ich hätte mir das Genick brechen sollen, dann würde mir das erspart bleiben. "Und ich fürchtete mich im Bäderhaus mit dir um meine Tugend!?"

"Aneirin, bist du sicher Tyalfen wollte, dass wir hier sind?" Ihr Stimme ist leise, der Klang belustigt und gleichermaßen erschreckt. Sollte sie aussprechen, den Barden warnen, flüchten, bleiben?
Doch kaum ist es ausgesprochen, steigt ihr ein Duft in die Nase, den sie heute schon an sich hatte.
Tyalfens Tunika! Der Gedanke schießt direkt durch sie hindurch und sie dreht sich zum Ursprung hin. Doch da ist niemand. Wollte ihr jemand einen Streich spielen? Der Kobold taucht dann so unerwartet vor ihr auf, dass Dayan nicht sicher sagen kann, wie das Kerlchen das angestellt hatte.


"Was ist mit dir, Püppchen? Magst du einen Pfirsich kosten? Ich glaube einen dir bieten zu können, den ihr gemeinsam naschen könnt."


Die Wanderin runzelt die Stirn: "ich mag kein Pelz, nur an mir"
Erstaunt zieht der Wicht ein gefälliges Lächeln auf:"Interessante Vorstellung, Schätzchen. So lass ihn rasieren, dann ist er so glatt wie deine Haut. Dein Pelz schmeckt sicher köstlich! Fantastische Wahl, mein Herr..."
Damit wendet er sich offenbar wieder dem Mann an ihrer Seite zu. Offenbar, ja sicher und schon flaut Dayans Wachsamkeit ab,

Sie tritt einen Schritt zurück bis sie an die Theke stößt. Dann fällt der Vorhang der Naivität.
Da steht die Maus im Freudenhaus...

Die Wargin zupft nervös an des Barden Ärmel. Von naschen und vernascht werden wollte sie nichts hören, gar nichts, überhaupt nichts, aber könnte sie sich täuschen, ging eine peinliche Fantasie mit ihr durch, hervorgerufen von durchaus sportlichen Schnitzereien. Ja, so muss es sein! Der Aniran hätte sie niemals in so ein ruchloses Nest gelobt. Niemals!

Schon richtet sie sich auf, reibt sich den tauben Arm und lächelt schuldlos. "Nett hier, oder!?" Überspielt sie mit unbeteiligter, leisen Stimme, ihre Gedanken, da der Kobold, sowas wie ihn, hatte sie noch gesehen, Gedanken lesen kann.

This post has been edited 3 times, last edit by "Dayan" (Nov 7th 2013, 7:00am)


Aneirin

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12

Thursday, November 7th 2013, 10:05am

<"Aneirin, bist du sicher Tyalfen wollte, dass wir hier sind?">, hört er Dayan leise, aber nur mit einem Hauch von Unsicherheit, sagen. Ehe Aneirin antworten kann, ist der Kobold bereits bei Dayan und bietet ihr tatsächlich einen Pfirsich an und runzelt die Stirn ob des Gesprächs der beiden. Dann schaut er den jungen Mann wieder an. <“Fantastische Wahl, mein Herr…“>, bemerkt dieser und Aneirin überspielt sein Unwissen mit einem Lächeln. Dayan zupft an seinem Ärmel. Fragend sieht Aneirin zu ihr herunter und lächelt. <“Nett hier, oder!?“> Es klingt mehr wie eine Feststellung als wie eine Frage.
Der Kobold klatsch zweimal in die Hände und steht wieder hinter auf dem Hocker hinter dem Tresen, während fast augenblicklich ein Schankmädchen lächelnd auf die beiden zukommt, in zwei hübsche Becher wohl etwas Wein einfüllt und den beiden reicht. Aneirin nimmt das Getränk dankend lächelnd an und nimmt sogleich einen großen Schluck daraus. „Sag doch bitte Mirua und Fiebras Bescheid“, hört er den Kobold zu dem Schankmädchen sprechen.
Nur wenige Augenblicke später, stehen ein junger Mann, vermutlich noch jünger als Aneirin und eine, in Aneirins Augen überaus hübsche, junge Frau im Schankraum und lächeln den beiden Gästen zu. Die Frau mit den rotbraunen Locken stolziert mit einem verführerischen Lächeln und schwingenden Hüften auf Aneirin zu und bleibt erst dich, sehr dicht, vor ihm stehen. Ihre Hand berührt die seine, die immer noch den Becher mit Wein hält, und ihre Finger wandern tippelnd seinen Arm hinauf, während sie zu ihm spricht: „Ihr seid also auf der Suche nach einem Lager für die Nacht?“
Kein Wort bringt Aneirin in diesem Augenblick heraus. Stattdessen nimmt er noch einen kräftigen Schluck aus dem Becher und spürt, wie ihm von Sekunde zu Sekunde heißer und heißer wird. In Gedanken würde er sich am liebsten die Klamotten vom Leib reißen und in einen Schuber frisches Nass springen. Ob dies der Wein macht? Das muss der Wein sein.
Der junge Mann mit dem Schwarzen Haar und den stechend blauen Augen hingegen konzentriert seinen Blick auf Dayan und geht im Gegensatz zu der jungen Frau langsam auf Dayan zu.
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Dayan

Unregistered

13

Thursday, November 7th 2013, 11:46am

Das ist ein Desaster, eine echte Katastrophe und ganz
bestimmt nicht in der Wandlerins Absicht. Alles läuft wie in einer wirklich
schlechten Komödie eines schrecklichen, schrecklichen Bänkelsängers ab. Kaum
klatscht es zweimal in die Luft, die Dayan immer dünner zu werden scheint,
tauchen zwei weitere Menschen auf. Diesmal tatsächlich Abendkinder, wie sie
untrügerisch feststellt. Verblüfft
betrachtet Dayan wie sich Becher, vermutlich mit Wein füllen und Aneirin
offenbar glücklich damit, annimmt und sofort trinkt. Es sich bei Nahe in den Rachen
kippt, dass Dayan glaubt, der Becher könnte mit einem Zug geleert sein oder nicht weit davon entfernt sein.



Sie hingegen dreht den Becher nur in der Hand und betrachtet
die rote Flüssigkeit, die schwappend hin und her wallt. Kaum blickt sie auf,
ist Aneirin vom roten Lockenkopf nahezu belagert und… Ach herje! der Blauäugige steht bei ihr und funkelt sie einladend
an und reicht ihr seinen Arm. Was? Nein,
nein nein!




Dayan tritt noch einen Schritt zurück, besser gesagt wollte,
aber da sie nun schon das Holz der schweren Theke hinter sich spürte, ist an eine Flucht nicht mal zu denken.
Vorsichtig wagt sie daher einen Blick auf ihre Begleitung. Stirnrunzelnd und
mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, der nichts Gutes verheißen mochte bleibt
ihr Blick am Barden kleben.


Und dessen Gesicht
spricht Bände. Ja eine ganze Bibliothek würde sich füllen lassen!Evañ a
ra re!“ * zischt sie und staunt und schäumt vor Wut über seinen nahezu
sabbernden, hungrigen und ausziehenden Blick als vermochte der allein der Freudenschenkerin und
ihm die Kleider vom Leib zu reißen. Sofort blitzen bernsteinfarbene Augen ihren
Freund an. „Aneirin! Yann seitek! **R A U S!“


Dayan betont jeden Buchstaben während sie den Becher dem
sehr anhänglichen Schwarzhaar in die Hand drückt und dann ganz energisch den
als Trottel beschimpften Begleiter an den Hosen zur Tür zieht.


„Stell den Becher ab… Hilfe nochmal, bist du irre?!“ Recht leise, doch messerscharf klingt sie mörderisch schlecht gelaunt.
Als das
alles nichts nützt kommt ihr ein mächtig naiver Gedanke, der aber vielleicht zu
etwas führen mochte, zu was, will Dayan für den Augenblick nicht näher wissen.


Kurzerhand zieht sie Aneirin zu sich hinunter und küsst ihn
herausfordernd auf seine sinnlichen Lippen und keinen Wimpernschlag später ist
sie aus der Tür, auf und davon, einfach so…


*Du säufst zu viel!


** Trottel…
--> Straßen der Stadt

Aneirin

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14

Thursday, November 7th 2013, 5:32pm

Die Hand der jungen Frau streicht über Aneirins Brust, der wie gebannt auf ihre vollen Lippen schaut, die ihn fragen: „Wenn du möchtest, nehmen wir zuvor ein Bad. Das wirkt wunderbar entspannend, bevor…“ Höher können sich Aneirins Augenbrauen nicht heben, während er gespannt darauf wartet, dass die lockige Schönheit vor ihm fort fährt.
<Evañ a ra re!“>, reißt ihn Dayans Stimme aus seinem Bann. Aneirin widerstrebt es die Augen von dem Freudenmädchen vor ihm zu lassen und vergisst darüber hinaus der Wandlerin wenigstens eine Antwort zu geben. Was kann sie in diesem Augenblick auch schon Wichtiges wollen?
<„Aneirin! Yann seitek! R A U S!“> Da ist dieser Unterton in ihrer Stimme, der Aneirin sagt, dass es besser sei ihr zuzuhören. Aber dann wiederum ist da diese verführerische Stimme direkt an seinem Ohr, die ihm Dinge zuflüstert, von denen er noch nicht einmal zu träumen wagte. Das Zupfen an seiner Hose ist dabei völlig nebensächlich.
<„Stell den Becher ab… Hilfe nochmal, bist du irre?!“> Ihre Stimme ist leiser geworden und zugleich bedrohlicher. Aneirins Gefühl sagt ihm, dass es jetzt dringend an der Zeit ist, ihr wenigstens einen Moment seiner Aufmerksamkeit zu schenken. Widerwillig und innerlich tief aufseufzend wendet er seinen Blick von der Dame ab und beugt sich, fast ein wenig genervt, zu Dayan herunter. „Was ist d-?“ Noch bevor er seine Frage aussprechen konnte, spürt er Dayans Hände in seinem Nacken, die ihn noch ein Stück herunter ziehen und fast im selben Augenblick ihre warmen und zarten Lippen auf den seinen.
Wie vom Blitz getroffen ist der junge Barde unfähig sich zu bewegen oder etwas zu sagen, als die Wandlerin schon längst Ort und Geschehen verlassen hat. Wenn er nicht gerade so gebannt wäre, würde er sehen, dass es den anderen im Schankraum ähnlich geht. Ausnahmslos alle Anwesenden starren zur Tür. Erst das schelmische Lachen des Koboldes reißt sie aus ihrem Bann.
„Wirklich sehr interessant!“, lacht dieser. Die rotbraune Schönheit neben Aneirin hat ein Schmunzeln auf den Lippen. Vorsichtig nimmt sie dem Barden den Becher ab, da der Rest Wein kurz davor war sich auf den Boden zu ergießen.
„Worauf wartet Ihr noch?“, fragt sie ihn, der immer noch zur Tür starrt und nicht so recht weiß, was er davon halten soll. Fragend blickt er die junge Frau an, die ehrlich zurück lächelt und den Kopf schüttelt. „Ich laufe nicht weg. Die Kleine aber scheinbar schon“, erklärt sie. Und der junge Mann mit dem schwarzen Haar und den blauen Augen fügt hinzu: „Also ich würde sie nicht laufen lassen.“
Nach einem winzigen Moment des Zögerns ist Aneirin mit drei großen Schritten bei der Tür. Als er den Türknauf greift, wirft er noch einen Blick über die Schulter. „Danke… Und… Entschuldigung…“, bringt er noch über die Lippen und ist dann ebenfalls verschwunden.
Die junge Frau namens Mirua lächelt, während ihre Finger eine Strähne ihres Haares umspielen. „Wenn er wiederkommt, gehört er mir.“

--> Straßen der Stadt
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15

Tuesday, November 26th 2013, 10:12pm

<-- Die Badehäuser
Am frühen Abend des ersten Blätterfalls

„‚Um zu bekommen, muss man bitten‘, hat sie gesagt. Was im Namen der Zwölf meint sie damit?“ Empört nimmt Aneirin einen tiefen Schluck des köstlichen Weines, ehe der Becher unsanft zurück auf den Tisch gestellt wird und ein weiteres Stück des saftigen, zarten Fleisches in seinem Mund landet. „Sie war es doch, die mich geküsst hat. Nicht ich. Ich habe schließlich nicht darum gebeten, oder!“
„Nein, das habt Ihr nicht.“ Ein amüsiertes Lächeln umspielt Miruas Lippen, während sie, vor ihrem Spiegel sitzend, ihr Haar durchkämmt. Unten war ihr zu viel los gewesen, weswegen sie sich das Essen hatte auf ihr Zimmer bringen lassen. Ihr Hunger hielt sich in Grenzen, weswegen sie sich nur eine Kleinigkeit gegönnt hatte. Denn Appetit hatte sie gerade auf etwas anderes.
„Das sage ich doch“, erwidert Aneirin und leert seinen Becher. Ein weiteres Mal fährt Mirua mit dem Kamm durch ihr Haar, legt dann den Kamm wieder auf die Anrichte und erhebt sich. „Woher soll ich wissen woran ich bei ihr bin, wenn sie sich nicht verständlich ausdrückt?“ Schnell hat Aneirin den Becher wieder aufgefüllt. Doch ehe er einen weiteren Schluck nehmen kann, hat Mirua ihm den Becher abgenommen und wieder zurück auf den Tisch gestellt.
„Dann frag sie doch“, antwortet sie und setzt sich auf seinem Schoß. Mit einem eleganten Griff befreit sie ihren Rücken von ihrer Haarpracht und deutet mit einem Finger auf den Verschluss. Eigentlich bedarf sie keiner Hilfe, aber ihr scheint als benötige der junge Mann etwas Ablenkung. Vielleicht hätte sie ihn besser nicht gebeten, ihr die ganze Geschichte zu erzählen. Auf der anderen Seite konnte sie seiner Besorgnis durchaus etwas abgewinnen.
„Das werde ich. Noch heute Abend!“, entgegnet der Barde und beginnt den Verschluss ihres Kleides zu öffnen. „Und ich hoffe, sie hat eine entsprechende Antwort parat.“ Aneirin mustert die junge Frau eindringlich als sie von seinem Schoß aufsteht und, ihm weiterhin den Rücken zugewandt, ihr Kleid auf den Boden sinken lässt, diesem mit grazilen Bewegungen entsteigt. Was für eine Hitze hier drin… Sein Blick gleitet kurz zu dem Becher auf dem Tisch. Mit Sicherheit wieder der Wein.
Er trifft ihren Blick, den sie über ihre Schulter ihm zuwirft. Ihm folgt ein Lächeln, schließlich wendet sie sich ab und bewegt sich langsam, aber gezielt, zu ihrem Bett herüber. Aneirin beobachtet jede Bewegung ihres schönen Körpers und langsam verfliegt der Ärger, den er gerade noch verspürt hatte. Dabei war er eigentlich ein Mensch, der sich wenig ärgerte, weshalb er die Schuld ebenfalls wieder auf den Wein schob.
Als sich Mirua aufs Bett setzt, schenkt sie ihm auch wieder ihre Aufmerksamkeit. Als wenn sie diese bei diesem Anblick nicht bekommen würde. Ihre Hand streift über ihre wohlgeformten Brüste und endlich ihm entgegen, um ihn einzuladen. Sie hatte hier das Sagen. Sie bestimmte, was in diesem Augenblick von Interesse war und was nicht. Aber Aneirin war zufrieden damit, denn an diesem Abend und in diesem Moment wollte er sich auch gar keine Gedanken mehr machen, sondern einfach genießen. Genau wie sie auch.
Mirua lächelt einladend als er aufsteht und Weste und Hemd ablegt, während er sich ihr nähert. Vor ihrem Bett hält er einen Moment inne, wartet auf die Einladung, ehe er den letzten Schritt macht. Diese lässt nicht lange auf sich warten…

--> Meister Arkendirs Haus
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